Gruselkabinett (147) – Die Höllenfahrt des Schörgen Toni

Titel: Gruselkabinett (147) – Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 54 min  / Sprecher: Ursula Sieg, Stephanie Kellner, Benedikt Weber, Jacques Breuer ua

Colin und Alwyne Hargreaves, das übersinnliche Ermittler-Duo aus “Heimgesucht”, “Heimgekehrt” und “Heimweh”, bleiben 1934 im Salzburger Lungau auf einer Reise in einem Schneesturm mit dem Automobil stecken. Ein Mann in einem Pferdeschlitten bietet ihnen an, die Nacht auf dem angeblich unbewohnten Schloss Moosham zu verbringen. Die Engländer ahnen nicht, auf was sie sich einlassen, als sie das vermeintlich großherzige Angebot annehmen.


Hurra, ein Wiederhören mit Colin und Alwyne Hargreaves! Ich hatte die Folge per Zufall ausgewählt und habe mich sehr gefreut, die beiden wieder anzutreffen. Ich mag sie einfach unheimlich gerne. Sie haben eine super sympathische Art an sich und ich liebe ihre schlagfertigen und witzigen Dialoge. In dieser Folge werden sie von Colins Tante begleitet, die den beiden in dieser Hinsicht in nichts, aber auch gar nichts nachsteht. Sie hat eine unglaublich große Klappe und ebenfalls auf alles eine Antwort. Ich habe ehrlich einige Male über ihre Bemerkungen lachen müssen, so gewitzt kommen sie daher.
Etwa auf der Hälfte schlägt die Geschichte dann ins Rätselhafte um. Der große Wurf ist die Schauergeschichte allerdings leider nicht. Grusel will jedenfalls zu keiner Sekunde wirklich aufkommen. Dank einer von Alwynes Visionen erfährt man, was hinter den Vorkommnissen im Schloss steckt. Dabei geht es aber wie so oft einfach um eine unglückliche Liebesgeschichte, deren Folgen die Hargreaves gemeinsam mit der Tante nun ausbaden müssen. Und so ein Pakt mit dem Teufel, nun ja, das hat man halt auch bereits an der einen oder anderen Stelle schon mal gehört.

Ursula Sieg geht in der Figur von Colins Tante so richtig auf. Ich bin mir sicher, das Tantchen ist genauso bissig und überdreht gedacht und sie hat dafür exakt den passenden Ton in petto. Wie geschrieben, ich musste wirklich mehrmals lachen und das hat klar mit der Betonung der jeweiligen Textpassage zu tun. Ich bin bekanntlich kein großer Fan von Kindersprechern, aber Clara Fischer als Pamela hat mir richtig gut gefallen, speziell in der Szene, in der  sie von Siegmund angegriffen wird. Man nimmt ihr ihre Angst auf Anhieb ab.

Musikalisch geht es dieses Mal durchweg ruhig und verhalten zu, obwohl einige Szenen inhaltlich durchaus dramatisch sind. Rein von der Musik her hatte diese Folge für mich fast etwas Märchenhaftes an sich. Bei den Geräuschen wurde gute Arbeit geleistet. Schritte und andere Geräusche im Schloss sind beispielsweise mit einem passigen Hall versehen. Und auch die verschiedenen Schauplätze sind mit Geräuschen vorstellbar in Szene gesetzt.

Das Cover finde ich ganz gelungen. Ein Schloss, der Teufelskopf und die Kutsche in rasender Fahrt, das passt zur Geschichte und deutet an, was hinter dem Titel steckt.

Fazit:  Die erste Hälfte hat mir prima gefallen. Ich liebe die Dialoge zwischen Colin und Alwyne. Und dann mischt hier auch noch Colins Tante mit, die mit den beiden problemlos mithalten kann. Ich habe wirklich oftmals lachen müssen. Die zweite Hälfte hat mich leider eher enttäuscht, da es nie richtig schaurig zugeht. Und hinter dem Geschehen steckt etwas, das man schon oft in Geschichten gehört hat. Im Westen nix Neues sozusagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme