Der kleine Vampir zieht um (Angela Sommer-Bodenburg / Anna Thalbach)

Titel: Der kleine Vampir zieht um / Verlag: Argon Verlag / Spielzeit: 198 min, 3 CDs / Buch: Angela Sommer-Bodenburg / gelesen von: Katharina Thalbach

Anton hat einen höchst merkwürdigen Freund. Das meinen zumindest seine Eltern, die zum Glück keine Ahnung haben, wer dieser Freund wirklich ist: ein kleiner Vampir! Rüdiger ist sogar ein ungewöhnlich netter Vampir, der Anton (fast) nie Angst macht. Trotzdem, so ein Vampirfreund kann einen schon in Verlegenheit bringen. Zum Beispiel, wenn er daheim Gruftverbot hat und deshalb umziehen muss. Aber ausgrechnet in Antons Keller?


Nachdem Rüdigers Freundschaft zu Anton aufgeflogen ist, muss er die Konsequenzen tragen. Er bekommt Gruftverbot und braucht eine neue Bleibe. Die Wahl fällt ausgerechnet auf Antons Keller.
Es gab ja bereits in der vorigen Geschichte so manche brenzlige Situation, in der Rüdigers wahres Wesen fast ans Licht gekommen wäre, doch in diesem zweiten Teil ist das natürlich noch um ein Vielfaches dramatischer. Man stelle sich einen Vampir samt Sarg im Keller eines großen Mehrfamilienhauses vor! Antons neugierige und misstrauische Eltern kennt man bereits und es gibt noch zahlreiche weitere Momente wo man denkt, dass die ganze Sache mit der Freundschaft zwischen Mensch und Vampir nun ihr Ende findet. Es ist oft einzig Antons Cleverness zu verdanken, dass es dann doch noch gut ausgeht. Aber man spürt, es wird zunehmend knapper. Das sorgt für turbulente Situationen und viel  Spannung.
Hinzu kommt noch, dass Rüdiger unter der Strafe wirklich leidet. Er kann einem schon richtig leid tun und man hofft ständig, dass das Grufverbot doch noch frühzeitig aufgehoben wird. Insgeheim habe ich mich aber auch ein bisschen gefreut, ihn ab und zu mal kleinlaut zu erleben. Mir war er sonst manchmal eine Spur zu großmäulig unterwegs.
Für Abwechlung in dem ganzen Chaos sorgt beispielsweise ein Vampirfest, zu dem Anton seinen Freund und Anna begleitet. Eine schöne Idee und -wie ich finde- mit den unheimlichsten Momenten der ganzen Geschichte. Aber natürlich in einem Maße, das auf die eigentliche, deutlich jüngere Hörerschaft ausgelegt ist.

Nachwievor passen Anna Thalbachs Stimmen meist nicht zu der Vorstellung, die ich von den Figuren aus der Serie habe. Ich komme leider auch nicht dagegen an, beides ständig zu vergleichen. Trotzdem, auch wenn mir die Stimmen nicht passen, so sorgt Anna Thalbachs lebendige Art zu erzählen doch dafür, dass man der Geschichte lange zuhören kann. Bei einer Spielzeit von über drei Stunden ist das ja auch sehr wichtig.

Das Covermotiv zeigt einen recht vergnügt dreinblickenden kleinen Vampir lesend in seinem Sarg. Das wird Rüdigers Stimmung in der Geschichte zwar nicht wirklich gerecht, aber es ist ein witziges und dezent schauriges Motiv, das neugierig stimmt.

Fazit: Noch eine ganze Ecke spannender als der vorige Teil mit vielen turbulenten und brenzligen Siituationen. Einmal mehr steht es schlecht um die Freundschaft zwischen Anton, Rüdiger und Anna und man hat alle Gelegenheit, mit ihnen zu hoffen, zu fiebern und zu bangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme