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TKKG Junior (01) – Auf frischer Tat ertappt

Titel: TKKG Junior (01) – Auf frischer Tat ertappt / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Peter Kaempfe, Sebastian Fitzner, Dagmar Dreke, Frank Jordan ua

Eine Einbruchserie hält die Millionenstadt in Atem. Die Zielobjekte sind jedes Mal Häuser im teuren Villenviertel. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Es gibt nicht die geringste Spur von den Tätern. Als Karl durch Zufall Zeuge einer geheimen Unterhaltung wird, kommen TKKG den Dieben auf die Spur.


Manchmal denke ich mir, dass ich einer neuen Serie besser fernbleibe. Aber dann kommt irgendwann doch die Neugier. So kam es, dass ich es nun mit der ersten Episode von “TKKG Junior” versucht habe, obwohl ich bislang der Meinung war, dass es die Serie nicht braucht.
Ob es sie braucht, sei dahingestellt. Das muss jeder selbst entscheiden, aber ich bin angenehm überrascht.
Aufgrund ihres Alters hat die “TKKG”-Reihe irgendwie so einen gewissen “Muff” an sich, wie ich finde. Und obwohl man hier die gleichen Figuren erlebt (nur eben etwas jünger) fehlt dieser “Muff” gänzlich. Die Story kommt frisch und lebendig daher. Durch einen Zufall kommen die Freunde zu ihrem ersten Fall. Karl belauscht ein seltsames Gespräch und die Freunde erfahren durch Gabi, dass es gerade eine Einbruchserie in der Stadt gibt. Die Zusammenhänge sind zwar für ältere Hörer fix zu durchschauen, jüngere Hörer dürften aber ihren Spass daran haben.
Auch wenn TKKG nicht so richtig ermitteln, aber sie tüfteln kräftig an der Lösung des Falls. Da muss man dann halt berücksichtigen, dass sie noch Fünftklässler sind. Dann passt das. Dafür beweisen sie gegen Ende eine Menge Mut und Einfallsreichtum, was auch nicht schlecht ist.
Gefallen hat mir auch, dass man hier für ein paar Dinge den Grundstein legt, die einem in der TKKG-Reihe oft begegnen. Beispielsweise die Sache mit Tims Strickleiter. Oder Klößchens Leidenschaft für Schokolade. Dass erklärt wird, wieso er und Tim im Internat leben. Oder auch Gabis Begeisterung fürs Schwimmen.
Gewundert habe ich mich allerdings auch. Nämlich darüber, wie die Figuren hier dargestellt werden. Tim ist mal nicht der Superheldenanführer mit der Riesenklappe. Klößchen hat tatsächlich einige schlaue Ideen. Karl ist so ein bisschen die Bangebüx der Bande. Und Gabi wird als Mitglied der Truppe unüberhörbar ernst genommen und sogar ein wenig wegen ihres Vaters verehrt. Um Himmels Willen, was ist den Vieren zwischen TKKG-Junior und TKKG zugestoßen, dass Tim da nur noch der Häuptling mit den großspurigen Sprüchen ist, Karl nur noch als Computer dient, Klößchen meist nicht mehr als der Spaßfaktor ist und Gabi oft sogar verzichtbar wäre? Hätte man die Charkatere bloß so gelassen wie sie als Fünftklässler sind, statt sie so platt werden zu lassen…

In den Hauptrollen sind Sebastian Fitzner (Tim), Felix Stüven (Karl), Julian Greis (Klößchen) und Liza Ohm (Gabi) zu hören. Mir haben sie durch die Bank sehr gut gefallen. Sie klingen angenehm unverbraucht, frisch und erwecken ihre Figuren zu ausgesprochen lebendigem und sympathischem Leben. Peter Kaempfe dürfte für mich allerdings einen Zahn zulegen als Erzähler. Seine Darbietung ist viel zu ruhig geraten und passt so nicht zu der flotten Geschichte.

Das Titellied ist gar nicht mein Fall. Aber wahrscheinlich muss es so modern daherkommen um bei den Kids von heute Anklang zu finden. Ich brauche jedenfalls keinen Rap und stehe auf dem Standpunkt, dass eine Kinderhörspielserie das eigentlich auch nicht braucht. Zu lang ist mir das Lied außerdem.

Sogar das Cover gefällt mir, weil es nicht total im Cartoonstyle versinkt wie es bei anderen Reihen der Fall ist. Die vier von TKKG sind gut wiederzuerkennen und die Schatten an der Hauswand kommen eine Spur unheimlich rüber. Außerdem mag ich Nachtszenen immer gerne.

Fazit: Mir hat dieser Serienauftakt überraschend gut gefallen. Ein schöner Kinderkrimi mit einem Schuss Spannung und einer sympathischen TKKG-Bande. Auch wenn der Fall für ältere Hörer bald zu durchschauen ist, wird er unterhaltsam erzählt und legt ein knackiges Tempo an den Tag. Für junge Hörer genau richtig mit einer Spielzeit von ca. 45 Minuten. Man darf sich nur nicht fragen, was zwischen dieser und älteren Reihe bei den Vieren charakterlich schiefgegangen ist…

Die Punkies (09) – Operation Lovesong

Titel: Die Punkies (09) – Operation Lovesong / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Merete Brettschneider, Daniel Axt, Rüdiger Schulzki ua

„Ihr seid eine Band und keine Detektive!“ meint die junge Polizistin Sofia. Doch als die Punkies unvermittelt im Brennpunkt eines internationalen Kriminalfalles stehen und sich die Ereignisse überstürzen, werden nicht nur ihre musikalischen Talente gebraucht. Zusammen mit Kommissar Thomsen versuchen sie einen guten Freund aus einer sehr gefährlichen Falle zu befreien. Und sie müssen sich beeilen, bevor diese zuschnappt. Die ‚Operation Lovesong‘ kann beginnen!


Obwohl er es in den Titel geschafft hat, ist der Lovesong hier gar kein solch großes Thema. Natürlich, einen Lovesong gibt es und man diskutiert darüber, ob er gut oder einfach nur Kitsch ist, doch dann wendet sich die Handlung direkt anderen Dingen zu. Die Punkies helfen einem Freund dabei, den Keller von Crazy Ice aufzuräumen und kommen dabei einer seltsamen Sache auf die Spur. Von da an steht der Lovesong dann gänzlich hinter der eigentlichen Story zurück.
Schlecht ist das aber nicht, denn die Geschichte geht ausgesprochen spannend und interessant weiter. Man kann hier direkt von einem Jugendkrimi bzw einer Detektivgeschichte sprechen, und auch das steht der Band wirklich gut. Mir gefällt diese Abwechslung jedenfalls prima. Ginge es immer nur um die Band, die Musik, Songs und und und, wäre das vielleicht irgendwann mal eintönig. Mit solch einem neuen Einschlag wie hier wird für frischen Wind gesorgt und man erlebt die Punkies auch mal anders. Das macht Spass und ist mit der einen oder anderen Idee auch richtig gut umgesetzt. Als Beispiel sei da der Taxifahrer und sein geheimnisvolle Fahrgast genannt, zu denen die Handlung immer mal hinüberwechselt. Da rätselt man ganz schön, wer oder was es damit auf sich hat.
Überhaupt kommt der Fall recht ernsthaft daher und ist keinweswegs schnell zu durchschauen. Das Verbrechen, um das es hier geht, hat es in sich. Ich finde es immer schön zu hören, wenn ein Kinder- oder Jugendhörspiel seine Hörer nicht mit irgendwelchen Larifari-Fällen abspeist, die man nach drei Minuten durchschaut hat.

Von Leoni Kristin Oeffinger würde ich in dieser Reihe gerne mal wieder etwas hören. Sie hat mir als junge Polizistin gut gefallen mit ihrer hellen Stimme und dem lebendingen Ton. Patrick Bach höre ich auch jedes Mal gerne. Ich mag seinen spitzbübischen Ton dann und wann und die coole Art, die er Nikolas gibt. Tim Grobe dagegen übertreibt mir an verschienen Stellen  mit dem französischen Akzent, hinterlässt aber insgesamt doch einen charmanten Eindruck.

Eine Hörspielreihe um eine Band. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn das musikalische Konzept da nicht funktionieren würde. Einmal mehr begleiten schöne und passige Stücke die Handlung. Eine feine Geräuschkulisse -an einer Stelle muss man aber sehr, sehr genau hinhören- ergänzt die Untermalung.

Die Punkies auf dem Cover schauen drein als würden sie gespannt etwas beobachten. Das passt genauso gut zur Geschichte wie der seltsame Mann mit dem Koffer, den man nur von hinten sieht und der entsprechend rätselhaft wirkt.

Fazit:  Eine rundum gelungene Folge, die Abwechslung in die Reihe bringt. Hier geht es mal nicht um die Band und Bandprobleme. Im Gegenteil bekommt man eine waschechte Detektivgeschichte bzw einen Kinder/Jugend-Krimi zu hören, der ausgesprochen spannend ist.

Die drei ??? und der schwarze Tag (6 Kurzgeschichten)

Titel: Die drei ??? und der schwarze Tag / Verlag: Europa / Sprecher: Andreas Fröhlich, Michael Hark, Dorette Hugo, Tommi Piper, Douglas Welbat ua

Wenn die drei ??? ermitteln, ist das immer ein schwarzer Tag für Verbrecher. Und manchmal bringt das Detektivbüro sogar schneller als sonst Licht ins Dunkel: Sei es in einem stockfinsteren Verlies, auf der Jagd nach einem schwarzen Phantom oder in einem Dunkelrestaurant Justus, Peter und Bob lösen jeden Fall.
Sechs verzwickte, experimentierfreudige, rätselhafte Kurzgeschichten aus Rocky Beach!


Die sechs Kurzgeschichten um die drei ??? sind auf drei CDs untergebracht und jeweils zwischen etwa 30 und 40 Minuten lang. Für mich war es eine recht durchwachsene Mischung, sodass mir selbst diese Spielzeit durchaus mal zu lang war. Und das will bei so knackig kurzen Geschichten schon etwas heißen, denke ich. Doch im Einzelnen:

1. Das schwarze Verlies – Diese Geschichte hat mir von der Atmosphäre her gut gefallen. Gleich von Anfang an liegt etwas Rätselhaftes und Bedrohliches in der Luft und genau wie die drei Freunde steht erstmal komplett ahnungslos da. Viel passiert allerdings nicht, es wird vor allem geredet. Und das fand ich irgendwann vor allem anstrengend und war entsprechend froh als Bewegung ins Geschehen kam.

2. Schwarze Seelen – Weniger düster als die erste Erzählung und mit mehr Bewegung, worüber ich froh war. Diese Story würde ich tatsächlich als einen richtigen Fall für die Detektive bezeichnen, nur eben kurz und direkt auf den Punkt. Hier kann man sogar ein bisschen miträtseln. In der zweiten Hälfte wurde mir dann aber auch wieder zu viel des Rätsels in Dialogen aufgelöst und es wurde auch hier mühsam, sich durchgängig zu konzentrieren.

3. Ein schwarzer Tag für Mr. Kingstone – Das Besondere hier ist einfach schon, dass ausgerechnet Skinny Norris mit einem Auftrag für die Detektive daherkommt. Für mich gehört diese Geschichte aber aus einem anderen Grund zu den Favoriten der Sammlung. Ich finde nämlich den Schauplatz einfach nur cool und interessant und halte ihn für ideal für eine ???-Story. Nur die Auflösung kommt etwas kurz angebunden daher.

4. Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – Ich bin bekanntlich kein Fan von Geschichten, in denen kleine Kinder eine wichtige Rolle spielen. Doch hier ist das nur zu Beginn der Fall, danach entwickelt die Handlung sich zu einem durchaus interessanten und rätselhaften Fall mit einer ziemlich klassischen Schatzsuche. Meine Lieblingsgeschichte dieser Sammlung!

5. Die schwarze PhantOma – Diese Erzählung punktet vor allem durch einen ungewöhnlichen Erzählstil. Ich musste mich daran erstmal gewöhnen und so richtig gefallen hat er mir selbst am Ende noch nicht. Ein bisschen schräg geht es hier auch zu, aber immerhin ist es doch recht spannend.

6.Das schwarze Nest – Das könnte ich in einem Wort machen: Quatsch! Etwas ausführlicher: ja, ich erkenne Satire, ich weiß, wenn etwas nicht ernst gemeint ist und mir fällt durchaus auf, wenn sich eine Geschichte und ihre Figuren gehörig selbst auf die Schüppe nehmen. Das hier fand ich aber einfach nur zum Fremdschämen peinlich und albern. Am liebsten hätte ich diese Erzählung auf halber Strecke mit blutenden Ohren abgebrochen, aber ich habe mich durchgebissen. Um Himmels Willen, nein. Wenn das lustig ist, dann ist wohl mein Sinn für Humor kaputt.

Bei den Sprechern sind mir vor allem zwei Stimmen im Kopf geblieben. Das ist einmal die von Dorette Hugo, die hier gleich zwei Rollen bestreitet, nämlich die eines Zwillingspärchens. Anfangs fand ich noch, dass man die Mädels  gut unterscheiden kann, später klangen sie dann so ähnlich, dass man aufpassen muss. Das ist geschickt gemacht. Juliane Szalay konnte mich als Kelly dagegen deutlich weniger überzeugen. Ihre Parts klingen oft gestellt, was schade ist, denn Kelly spielt in zwei der Fälle eine durchaus wichtige Rolle.

Was Musik und Effekte angeht, kommen die sechs Erzählungen ganz verschieden daher. Leider passen sie eingesetzten Stücke nicht immer so richtig, dafür können sich die Geräusche aber hören lassen. Und auch die Akustik in dem finsteren Raum in der ersten Geschichte ist klanglich gut in Szene gesetzt.

So sehr mir das Cover mit den drei unheilvollen Motiven auch gefällt (schwarze Katze, Freitag, der 13. und die schattenhafte Teufelsgestalt), was all das mit den drei Geschichten zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

Fazit: Eine durchwachsene Sammlung an Kurzgeschichten. Einige sind stimmungsmäßig gut, versumpfen dann aber in Dialogen, wodurch sie sich ziehen. Andere sind aufgrund von besonderen Schauplätzen und klassischen Ideen dagegen wirklich hörenswert. Eine geht in Sachen Erzählstil neue Wege, was mir nicht gefallen hat. Und eine war für mich einfach nur horrender Blödsinn.

rezirattes Comeback – Neue Besen kehren gut!

Inzwischen dürfte es auch dem letzten Leser aufgefallen sein: dieser Blog dümpelt seit einem guten Dreivierteljahr vor sich hin.
In dieser Zeit habe ich mir viele Gedanken zur reziratte gemacht. Wird es weitergehen? Wenn ja, wie? Was muss sich ändern, damit ich wieder Lust dazu habe? Denn ich gebe offen zu: zuletzt hatte ich keinen Spaß mehr daran. Dazu mangelte es auch an Zeit. Das ist eine ganz schlechte Kombination…

Gleich vorweg gesagt: es wird weitergehen, schon sehr bald!
Allerdings mit drei kleinen Änderungen, die ich hier kurz bekanntgeben möchte.

  1. Seit Jahren ging auf dem Blog täglich eine neue Besprechung online. Künftig wird das nicht mehr so sein, da ich das zeitlich nicht mehr schaffe. Es kann also passieren, dass mal ein paar Tage zwischen den Artikeln liegen. Ich werde aber zusehen, dass es nicht zu viele “Leerlauftage” gibt.
  2. Erleichtert wird das eventuell dadurch, dass ich die Schwesternseite Leserattz abgeschaltet habe. Buchbesprechungen erscheinen künftig ebenfalls hier bei der reziratte. Daher hat sich auch der Untertitel der reziratte geändert. Alle auf der Leserattz veröffentlichten Besprechungen sind bereits hier zu finden und über das Menü und die Suchfunktion zu erreichen.
  3. Bisher habe ich täglich die Updates in verschienen Foren bekanntgegeben. Auch das bekomme ich rein zeitlich nicht mehr hin. Daher werde ich die Artikel einer Woche immer am Sonntag gesammelt in den Foren online stellen. Dabei bleibt es zunächst bei folgenden Foren: hoerspieltalk.de , hoerspiel-freunde.de , hoergruselspiele.de und clh-board.net. Es ist aber gut möglich, dass neue Foren (zB aus dem Buch-Bereich) dazukommen. Twitter übermittelt neue Artikel natürlich weiterhin sofort und auch auf Facebook werde ich neue Artikel weiterhin zeitnah teilen.

Das waren eigentlich auch schon alle Änderungen. Ich hoffe, ich trete damit niemandem auf den Schlips. Ich möchte den Blog wieder so entspannt führen können, wie ich ihn einmal begonnen habe. Und ich denke, diese Änderungen werden mir dabei helfen.

Ich hoffe sehr, wir lesen uns hier bald wieder!


[Veranstaltung] Lesung mit Christian Redl aus dem Magazin “Stern Crime”

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben, doch dieser Artikel liegt mir am Herzen.

Am vergangenen Donnerstag habe ich die Lesung mit Christian Redl in der Werretalhalle in Löhne besucht. Er las an diesem Abend aus dem Stern Crime Magazin. Das einzige Magazin, das ich regelmäßig lese und bei dem ich jeder Ausgabe entgegenfiebere. Somit war es selbstverständlich, dass ich die Lesung besuchen würde.
Christian Redl kannte ich bis dato gar nicht. Ich bin kein Fernsehgucker und die Hörbücher / Hörspiele in denen er mitwirkt, sind nicht mein Genre. Ich musste ihn also zunächst googeln. Das klingt nebensächlich, wird aber später noch wichtig.

 

Die Veranstaltung begann um 20 Uhr.
Sie begann damit, dass Christian Redl wort- und grußlos die Bühne betrat, seinen Platz einnahm und nach einem kurzen Intro auf einer Leinwand mit der Lesung begann.
Sie endete knapp 80 Minuten später damit, dass er ebenso wort- und grußlos die Bühne wieder verließ.
Das Publikum blieb zunächst noch einige Minuten sitzen, unsicher ob die Veranstaltung nun beendet war, oder nicht. Um mich herum rätselten einige Gäste.
Erst dann standen die ersten zögerlich auf und griffen nach ihren Jacken.
In diesem Moment betrat Christian Redl erneut die Bühne, das Publikum hielt inne, doch er nahm nur seine Unterlagen von dem Tisch, an dem er zuvor gelesen hatte und ging dann wieder von der Bühne.
Daraufhin machte sich das Publikum endgültig daran, seine Sachen zu nehmen und den Saal zu verlassen.

Ganz ehrlich, ich habe noch nie (und ich gehe seit Jahren zu Lesungen) eine solch unpersönliche Lesung erlebt.
Keine Begrüßung, keine Verabschiedung. Unhöflicher geht es nicht.
Ich habe aus der Reihe vor mir gehört, Christian Redl sei halt so.
Das mag ja sein, unhöflich ist es trotzdem!
Selbst wenn er diesen Part nicht übernehmen wollte, dann wäre es Sache des Veranstalters / der Halle gewesen, das Publikum kurz zu begrüßen und nachher zu verabschieden. Und vielleicht auch, zwei oder drei Sätze zur Veranstaltung zu sagen. Denn es saßen mehrere Leute im Publikum, die zB das Crime Magazin gar nicht kannten (das habe ich vor Beginn gehört). Und ich kann unmöglich die einzige gewesen sein, die Christian Redl nicht kannte. Auch in dieser Hinsicht wurde das Publikum schlicht “hängen gelassen”.

Die Lesung selber bestand aus ganzen zwei Artikeln aus dem Crime Magazin. Die meisten Artikel darin sind wirklich lang und 80 Minuten lassen sich mit zwei Artikeln leicht füllen. Allerdings gab es keine Pause zwischen beiden Artikeln, lediglich kurze Musikstücke und Bilder auf der Leinwand zu den Absätzen in den Artikeln. Vor allem aber nicht ein einziges Wort von Christian Redl dazwischen zum Publikum.
80 Minuten Zuhören strengt an, da kann der Text noch so gut gelesen sein. Christian Redl kann lesen, das spreche ich ihm nicht ab. Aber über diese Zeit hinweg ist das schon eine Hausnummer. Das sage ich, obwohl ich für meine Seite www.reziratte.de oft deutlich längere Hörspiele / Hörbücher höre. Doch da kann ich Pausen machen.
Ich muss gestehen, ich hatte mehr als zwei gelesene Artikel erwartet. Es gibt nämlich durchaus auch kürzere Artikel in dem Magazin. Das hätte alles vielleicht etwas aufgelockert.

Im Vorraum des Saales gab es einen kleinen Büchertisch mit CDs, auf denen Christian Redl zu hören ist.
Ein Pärchen vor mir fragte den Herren hinter dem Tisch, ob Christian Redl noch dorthin käme.
Die Antwort lautete tatsächlich, man hoffe es.
Daraufhin bin ich gegangen und habe mich schwarz geärgert, für diese Veranstaltung inklusive aller Gebühren und selbst ausgedrucktem (!)Ticket € 20,00 bezahlt zu haben.

Für mich war das in Summe ein mehr als enttäuschender Abend, der schon an Unverschämtheit grenzte.
Selbst die kleinsten Lesungen, die ich je besucht habe, waren persönlicher und sympathischer gestaltet.
Mir ist klar, dass Christian Redl nicht der Autor der Artikel ist, aber wären ein “Guten Abend, schön dass Sie heute hier sind.” und ein “Vielen Dank, dass Sie die Lesung besucht haben.” oder etwas in der Richtung wirklich zu viel verlangt gewesen? Und zwei, drei Sätze zu ihm und dem Maganzin? Selbst, wenn er dafür kein Mensch ist, wieso hat das dann nicht beispielsweise die wirklich sehr nette Dame von der Halle  übernommen, die die Karten kontrolliert hat?
Ich habe es nicht verstanden und verstehe es auch heute noch nicht…

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