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Fünf Freunde (121) – …und die verlassene Jagdhütte

Titel: Fünf Freunde (121) – …und die verlassene Jagdhütte / Verlag: Europa / Spielzeit: ca.62 min  / Sprecher: Lutz Mackensy, Maud Ackermann, Till Demtröder ua

Inhalt: In einem abgelegenen Wald hat George geheimnisvolle Zeichen entdeckt. Schon am ersten Ferientag ziehen die Fünf Freunde los, um deren Bedeutung zu erkunden. Als sie am Abend in ein Gewitter geraten, schlüpfen sie gerade noch rechtzeitig in einer alten Jagdhütte unter. Und dort machen sie eine Entdeckung, die ihnen ganz neue Rätsel aufgibt. Doch die erste Frage lautet: Wie finden sie mitten in der Nacht aus diesem Wald heraus? Aber auch diesmal bringen die Fünf Freunde wieder einmal auf ihre ganz eigene Weise Licht ins Dunkel.


Mit dem Verlauf dieser Geschichte geht man etwas andere Wege als bisher bekannt. Die Freunde sind nämlich niemals einem richtigen Gauner auf der Spur. Es dauert überhaupt eine ganze Weile, ehe sich so eine Art Fall ankündigt. Langweilig ist es bis dahin nicht, da die Freunde sich im Wald verlaufen und aus der Richtung für Spannung gesorgt ist, aber es dauert doch ungewöhnlich lange bis es losgeht.
Mit einer Entdeckung in der Jagdhütte aus dem Titel geht es dann los. Im Wald finden die Freunde sich im Kugelhagel von Jägern wieder und die frisch gemachte Entdeckung ist plötzlich verschwunden. Sie muss unbedingt wieder gefunden werden, doch wer steckt hinter dem Diebstahl? Leider ist die Antwort auf diese Frage relativ vorhersehbar. Nicht im Ganzen, aber doch in einem ganz wichtigen Punkt. Letztlich wäre also eigentlch nur das „Warum“ zu klären, aber die Freunde rätlseln natürlich erstmal was das „Wer“ angeht. Wenn man also nicht sofort wittert, wer dahinter steckt, geht es recht spannend zu.
Nur eines darf man bei dieser Folge nicht: nach dem Logik hinter vielen Details fragen.
Die sonst so super schlaue George kann mit gewissen Zeichen an Bäumen nichts anfangen? Und selbst Julian muss erstmal raten? Als sie sich verlaufen haben, macht sich erstmal keine allzu große Unruhe breit, stattdessen wird genau erläutert, woran man im Wald die Himmelsrichtungen erkennen kann. Was ein Gemüt! Ausgerechnet George sieht die Falle nicht kommen, die wirklich direkt vor ihr steht? Ein Neunjähriger, der sich so verhält? Ein dermaßen leichtsinniger Fahrer eines Werttransportes? Nein, das kann man an sich alles einfach nicht glauben. Also muss man darüber hinwegsehen, sonst funktioniert die Story nicht. Ach, und Anne hat mich hier mit ihrem Gejammer ernsthaft genervt.

Bei den Sprechern tut sich hier vor allem Malon Stahlhut hervor, er hat eine ganze Menge zu sagen und seine Stimme passt auch zu dem neunjährigen Luke. Leider hört man bei jedem einzelnen Satz, dass er wohl durchweg abliest. Als Entschuldigung kann man allenfalls vorbringen, dass ihm Sätze in den Mund gelegt werden, die jemand seines Alters einfach nicht sagen würde. Trotzdem stört es auf Dauer. Claus Wilcke gibt einen sympathischen, kauzigen Mr. Sottleby. Und auch die Hauptsprecher sind wie immer fit dabei.

Die eingesetzten Musikstücke fallen weiter nicht auf. Mir sind sie jedenfalls nicht sonderlich im Kopf geblieben. Sie kommen nicht anders daher als man es von der Reihe kennt. Und das will ja nichts Schlechtes heißen.

Auf dem Cover rätseln die Freunde gerade an den seltsamen Zeichen auf den Bäumen herum. Damit beginnt die Geschichte und das Motiv verrät auch nicht allzu viel darüber. Somit kann es durchaus neugierig stimmen. Allerdings hätte ich mir schon etwas von der Jagdhütte gewünscht. Und wenn es nur ein Stück Dachüberhang im Rand gewesen wäre.

Fazit:  Ein ungewohnter Verlauf, eine Geschichte der anderen Art und auch ziemlich vorhersehbar. Am meisten stört hier aber das Unlogische daran. Die Fans kennen die Reihe seit so vielen Folgen, die werden ihr das wohl kaum abnehmen.

Die drei ??? Kids (56) – Das Rätsel der Könige

Titel: Die drei ??? Kids (56) – Das Rätsel der Könige / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 64 min / Sprecher: Jannik Schürmann, Ilka Teichmüller, Stefan Bergel, Lidger Vortmann ua

Inhalt: Seltsame Dinge geschehen im Einkaufszentrum von Rocky Beach. Justus, Bob und Peter wollen der Sache natürlich nachgehen. Als sie die Spur verfolgen, stoßen sie auf einen wertvollen Königsschatz. Doch sie sind nicht die Einzigen, die das Rätsel der Könige lösen wollen.


Auf die ??? Kids wartet anscheinend an jeder Ecke ein neuer Fall. Dieses Mal in einem neu eröffneten Einkaufszentrum. Schon auf der Fahrt dorthin ereignet sich höchst Seltsames. Wie üblich in dieser Reihe etwas übertrieben dargestellt. Und genauso geht es dann im Einkaufszentrum auch weiter. In jeder Hinsicht war es mir hier schlicht und einfach „too much“. Dabei bleibt die Glaubhaftigkeit schnell auf der Strecke, was ich ziemlich ärgerlich fand. Ob die jungen Hörer wirklich eins zu eins glauben, was hier geschieht…ich habe da so meine Zweifel.
Uninteressant ist der Fall allerdings widerum nicht. Er beginnt unterhaltsam und spaßig mit dem Besuch im Schwimmbad, das zum Einkaufszentrum gehört, doch nach und nach ereignen sich immer mehr eigenartige Dinge. So bleibt es abwechslungsreich und Langeweile kommt nicht auf.
Am Ende steht dann noch eine echte Schatzsuche an. Klar, irgendwie musste man ja dem Titel gerecht werden. Vorher ist von Königen nämlich nichts zu hören. Da kommt kurz Schatzjägerstimmung auf. Und Justus darf einmal mehr zeigen, was für ein helles Köpfchen er ist. Was im Falle der Bösewichte hier keine allzu große Leistung ist. Denn die sind dieses Mal wirklich arg blöde.

Yoshij Grimm alias Peter klingt mir dieses Mal fast immer zu aufgedreht. Das ist mir bei ihm schon einige Male in vorigen Folgen aufgefallen, aber hier fand ich es ehrlich anstrengend. Robert Frank und Ilka Teichmüller geben ein gutes Gaunerpärchen ab. Und auch Klaus Dittmann ist als Reynolds wieder mit von der Partie.

Was Musik und Geräusche anbetrifft, gibt es weiter nichts Bemerkenswertes. Die Folge klingt wie alle Episoden der Reihe mit vertrauten Musikstücken und einer soliden Geräuschkulisse, der es an nichts fehlt. Klanglich fühlt man sich in jeder neuen Folge wieder gewissermaßen „zuhause“. Was bei einer Kinderserie auch wichtig ist, wie ich finde.

Das Covermtiv löst die Geschichte leider quasi auf. Darin ist sehr lange nichts von einem solchen Schatz zu hören, das kommt erst gegen Ende. Und das nimmt das Motiv absolut vorweg. Es hätte anderen geeignete Szenen gegeben, die man aufs Cover hätte bringen können und die nicht so viel verraten hätten.

Fazit:  Die Geschichte ist ganz interessant und man bleibt beim Hören stets neugierig. Allerdings ging es mir hier doch häufig viel zu übertreiben zu, was mich durchaus auch mal genervt hat. So ist bei mir ein eher durchwachsener Gesamteindruck zurück geblieben.

Morgan & Bailey (07) – Tot aber herzlich

Titel: Morgan & Bailey (07) – Tot aber herzlich / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Joachim Tennstadt, Ulrike Möckel, Joseline Gassen, Robin Brosch ua

Inhalt: Rose bekommt Besuch – und ganz Heaven´s Bridge steht Kopf! Denn ihre Schwester Violet ist mit dem erfolgreichen Unternehmer Lloyd Fletcher verheiratet, über deren turbulentes Familienleben eine Reality- Show gedreht wird. Doch auch der nächste Mord lässt nicht lange auf sich warten und so stecken Rose Bailey und ihr Kollege Charles Morgan bald wieder bis zum Hals in einem neuen Fall.


Diese Folge beginnt bereits aufregend: Rose‘ Schwester Violet samt Ehemann reist in Heaven’s Bridge an. Die beiden sind nicht nur stinkreich, sondern gerade auch Star in einer Dokusoap und haben ein ganzes Fernsehteam bei sich.
Diese Umstände kostet die Geschichte zunächst auch eine Weile aus, was ich ausgesprochen vergnüglich fand. Vor allem, wie plötzlich auch solche Urgesteine des Orts wie Wirt Harry so ein kleines bisschen ins Fernehfieber geraten. Da kann man doch so einige Male schmunzeln.
Dann allerdings ereignet sich ein Mord und schon haben Morgan und Bailey ihren nächsten Fall. Auf gewohnt charmante Art gehen sie der Sache nach, was einmal mehr auf sehr unterhaltsame Art spannend ist. Als Hörer kann man auch gut mitknobeln, denn es gibt durchaus den einen oder anderen Verdächtigen.
Ich muss gestehen, ich lag mit meiner Vermutung genauso falsch wie Morgan und Bailey. War diese Idee zu offensichtlich? Möglich. Auf jeden Fall hat die Finte tadellos funktioniert. Das muss man der Story einfach lassen.
Das Ende bzw die Auflösung ist dann noch mal so richtig dramatisch und man kann nochmal mit gewissen Personen mitfiebern. Und vielleicht -so wie ich- dank meines Irrtums staunen angesichts des wahren Täters.

Bei der Rolle der Rose hat es eine Umbesetzung gegeben. Statt Rita Engelmann ist nun Ulrike Möckel zu hören, die sich redlich Mühe gibt, in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin zu treten. Mir fehlen allerdings noch ein wenig die Wärme und Herzlichkeit in der Stimme und manches Mal klingt sie mir auch etwas zickig in Situationen, die Rita Engelmann  einfach mit einem leichten Schmunzeln in der Stimme gemeistert hätte. Aber vielleicht kommt da ja noch. Besonders gut hat mir Merete Brettschneider gefallen, die mir ein gutes Bild von Christine Milford vermittelt hat. Ich fand die junge Frau sehr sympathisch und niedlich. Alexandra Lange wird man in der Reihe nun wahrscheinlich öfter hören, in der Rolle des neuen Auges des Gesetzes. Hier und da ein wenig mehr Betonung könnte ihr auch in dieser Rolle nicht schaden.

Eine sehr angenehme und stimmige Musikkulisse begleitet die Geschichte und versteht es, an entscheidenden Stellen für Atmosphäre zu sorgen und Akzente zu setzen. Eine feine Geräuschkulisse tut ihr Übriges dazu und schon kommt einem auch dieses Mal ein rundum gelungener Sound zu Ohren.

Die Filmklappe auf dem Cover gefällt mir. Sie ist der erste Hingucker beim Betrachten. Doch auch der Hintergrund lohnt einen Blick, denn dort bekommt man -denke ich jedenfalls- einen Blick auf Heaven’s Bridge gewährt. Und weil der Titel so herzlich ist, gibt es natürlich auch ein Herz zu sehen.

Fazit:  Diese Geschichte ist anfangs turbulent und amüsant, ohne darin aber je zu übertreiben. Dann wird sie wahrlich spannend und lockt den Hörer und die beiden Ermittler gekonnt auf eine falsche Fährte. Ein dramatisches Ende bildet schließlich den Abschluss.

TKKG (200) – Der große Coup

Titel: TKKG (200) – Der große Coup / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 124 min / Sprecher: Sascha Draeger, Martin May, Marianne Bernhardt, Renate Pichler, Michael Lott ua

Inhalt: In der Internatsschule, die Tim, Karl, Gaby und Klößchen besuchen, gibt es etwas zu feiern. Alle sind da: Schüler, Eltern, Lehrer, Politiker und Journalisten, sowie jemand, mit dem TKKG ganz und gar nicht gerechnet haben. Denn kaum haben die Festreden im Foyer begonnen, schleicht ein vermummter Mann in das Zimmer von Tim und Klößchen. Was zuerst wie ein normaler Diebeszug aussieht, verwandelt sich schnell in einen verzwickten Fall, in dessen Verlauf das eine oder andere Bandenmitglied kurzfristig oder gar für immer verloren geht.


Hallo, großes TKKG-Jubiläum mit dem vollmundigen Titel! Diese Folge kommt auf zwei CDs daher und verspricht einen besonders großen Fall für die Freunde. Der lässt sich aber zunächst eher ruhig an mit einer Feierlichkeit am Internat und einer Entdeckung im Adlernest später.
Man muss aber zugeben, dass sich der Fall dann doch noch ordentlich mausert. Klößchen wird entführt, die Erpresser fordern eine horrende Summe und natürlich begeben sich Tim, Karl und Gaby sofort auf die Suche nach ihrem Freund. Die ist angenehm abwechslungsreich und durchaus spannend, aus verschiedenen Richtungen sogar. Natürlich hinsichtlich der Entführung, aber auch wegen der Suche nach Willi in verfallenen Gebäuden, diversen Fallen, in die die Freunde tappen, näcthtlichen Unternehmungen und noch einigen Dingen, die zwar nicht unmittebar mit der Entführung zu tun haben, dem Hörer aber doch zu denken geben und Fragen aufwerfen. Nicht zuletzt die Frage, ob dieser Fall das Ende von TKKG sein wird, Warum, wieso, weshalb, das muss man selber hören.
Gleichzeitig spürt man beim Hören, wie dick die Freundschaft zwischen den Vieren ist. Das hat mir wirklich gut gefallen. Ich finde, so deutlich kam das bislang nirgends rüber. Das passt an die Stelle einer Jubiläumsfolge. Genauso schön ist es, mal alle Eltern der Vier anzutreffen, in vergleichsweise großen Rollen sogar.
Nichtsdestotrotz, mit Entführungen hatten TKKG schon zu tun, mit Erpressern ebenfalls. So gesehen ist der Fall nicht ganz so herausragend wie der Titel verheißt. Und irgendwie denke ich auch, man hätte das alles gut auf die Länge einer CD straffen können. Es passiert ja an sich nicht mehr als sonst, nur die Szenen fallen deutlich länger aus.

An Tobias Diakow alias Karl haben ich mich inzwischen gut gewöhnt und ich höre ihn gerne in dieser Rolle. Auch wenn seine Stimme nicht ganz so markant ist wie die seines Vorgängers. Aber er klingt auch nicht so ganz obergescheit wie Niki Nowotny. An Rhea Harder in der Rolle der Gaby werde ich mich wohl nie ganz gewöhnen, aber sie ist nun mal dabei und hat meist ja auch nicht so viel zu sagen. Sascha Draeger und Manou Lubowski sind fit dabei wie eh und je.
So schön ist es finde, hier die Eltern der Freunde allesamt anzutreffen, so sehr habe ich mich doch bei allen gefragt, wieso sie so klingen als seien ihre Kinder nicht 13 Jahre alt, sondern bereits doppelt so alt. Speziell Willis Mutter klang mir nicht nach Teenangermutter, sondern eine ganze Ecke älter. Das passt irgendwie nicht so recht.

Was Musik und Geräusche anbetrifft, klingt es nicht unbedingt jubiläumsmäßig. Die Folge klingt mit den verwendeten Stücken und ihrer Geräuschkulisse ganz so wie ihre Vorgänger. Was nichts Schlechtes bedeutet.

Auf dem Cover sind die Freunde zu sehen wie sie nachts auf einem Friedhof einer finsteren Gestalt folgen. Ein angenehm düsteres Motiv, das einenn spannenden Fall verspricht. Ein bisschen schaurig ist es auch, was mir ja eh immer gut gefällt.

Fazit:  Einzig hinsichtlich der Spielzeit eine Jubiläumsfolge und ein größerer Coup als die übrigen Folgen der Reihe. Dennoch ein wirklich spannender Fall, nicht nur was die Entführung und die Erpressung anbetrifft. Hier wird auch die Freundschaft und der Zusammenhalt von TKKG auf die Probe gestellt, was zusätzlich für Brisanz sorgt. Insgesamt hätte aber sicher auch eine CD für die Story gereicht.

Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus

Titel: Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus / Verlag: Hermann Media / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Sky du Mont, Hans-Peter Korff, Pia Werfel, Gerhard Hinze ua

Inhalt: Die schöne Schwedin ist nur noch von einem einzigen Gedanken besessen: Sie will endlich die Wahrheit über den grausamen Mord an ihrer Schwester erfahren. Sherlock Holmes nimmt die Herausforderung an, dem Urheber des Schreckens das Handwerk zu legen. Noch ahnen weder Holmes noch Watson etwas von dem blutigen Ritual, das nachts in den Straßen des Londoner East Ends ausgeführt wird – dem Avalon-Ritus.


Nachdem die erste Folge immerhin leichte und unterhaltsame Kost war, bin ich der Serie nochmal treu geblieben. Allerdings treiben mich nun doch Zweifel um, ob sich das weiterhin lohnen wird. Was erwartet man von einer Detektivgeschichte, erst recht von einer um Holmes? Zumindest doch eine gewisse Spannung. Doch die sucht man hier leider lange vergebens. Sehr lange. Bis zum Schluss nämlich, wo man erkennen muss, dass es keine gab. Das liegt einmal daran, dass man durch den „Prolog“ bestens im Bilde ist über die Zusammenhänge, die Holmes und Watson erst noch ermitteln müssen.
Doch auch diese Ermittlungen sind keine Minute lang wirklich spannend. Bei mir hat dieser Teil der Geschichte nur einen wirren, zusammenhanglosen Eindruck hinterlassen. Das darf bei einer Geschichte um Holmes auf keinen Fall sein! Überall sonst leben die Krimis mit ihm doch von den klugen und gewitzten Ermittlungen! Was bleibt denn sonst von einem Krimi mit ihm? Statt zu ermitteln, ergeht er sich hier oft in wilden Theorien, die jeglicher Grundlage entbehren und vor allem auch kaum mal in die richtige Richtung gehen. Da ist man als Hörer dann direkt froh darüber, dass Holmes noch einen Bruder hat, der ihm in dem Fall die richtige Richtung weißt. Hallo, im Ernst jetzt?!
Egal an welche Holmes-Hörspiele ich denke, natürlich steht Mycroft ihm gelegentlich hilfreich zur Seite, aber die Wahrheit bzw die Auflösung findet Holmes dort immer selbst.
Man kommt bei diesem Hörspiel also von Anfang bis Ende aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Sky du Mont gefällt mir als Holmes nachwievor ganz gut. Er klingt ein bisschen vornehm und erhaben, hat aber oft auch ein Augenzwinkern in der Stimme. Hans-Peter Korff wurde immer noch nicht gesagt, dass sein Freund nicht „Hollms“ heißt. Davon abgesehen fehlt es mir bei ihm auch oft an Lebendigkeit in der Stimme. Inspektor Abberline soll laut Holmes jung und aufstrebend sein, klingt aber beim besten Willen nicht so. So ganz jung ist Sprecher Manfred Lehmann ja auch tatsächlich nicht mehr. Und wieso eigentlich ist man sich unter den Sprechern nicht einig, ob die Tote nun „Lisa“ oder „Leisa“ heißt? Wäre das einmal vorgekommen, hätte ich noch einen Flüchtigkeitsfehler geglaubt, aber es kommt mehrfach vor.

In Sachen Musik hat man sich dieses Mal ein bisschen mehr Mühe gegeben. Die Stücke passen zum jeweiligen Geschehen und unterstreichen die Atmosphäre an diesen Stellen. Die Geräuschkulisse ist solide, mehr nicht. Mich persönlich stört das wenig, aber das ist Geschmackssache.

Was das Cover angeht, hat sich lediglich die Szenerie hinter Holmes und Watson geändert. Auf einfachste Weise übrigens mit einer Art Scherenschnitt einer Gestalt. Ein schwarzer Scherenschnitt ist aber nicht automatisch auch geheimnisvoll. Da dürfte man sich gerne ein bisschen mehr Mühe geben.

Fazit:  War der Erstling der Reihe wenigstens noch unterhaltsam, ist dieser Nachfolger nicht einmal mehr das. Zudem geht es äußerst unspannend zu. Und was man hier auch der Figur Holmes gemacht hat, das kann man schon fast unverschämt nennen. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Reihe dran bleibe.

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