Genre Jugend

Die drei ??? (192) – Im Bann des Drachen

Titel: Die drei ??? (192) – Im Bann des Drachen / Verlag: Europa / Spielzeit: ca 68 min / Sprecher: Kostja Ullmann, Mitsue Kono, Gerd Baltus, Horst Naumann ua

Inhalt: Peter ist spurlos verschwunden, und seine Freunde sind ziemlich ratlos. Was Justus und Bob nicht wissen: der zweite Detektiv wird etliche Kilometer von Rocky Beach entfernt festgehalten. Wer hat ihn verschleppt und wieso? Können seine Freunde ihm zu Hilfe kommen? Und was hat der geheimnisvolle Drachensohn mit all dem zu tun? Justus und Bob müssen sich auf eine gefährliche Reise begeben um all diese Fragen beantworten und ihren Freund retten zu können.


Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich diese Folge gehört habe. Immer im Glauben, mir müsse irgendetwas entgangen sein. Etwas, das die Geschichte zu einem Fall für die Detektive macht. Etwas, das das Gehörte griffig macht und nicht einfach nur dahinplätschernd und wirr wirken lässt. Inzwischen habe ich diese Versuche aufgegeben und beschlossen, dass es all das eben nicht gibt. Was das für die Story bedeutet dürfte klar sein.
Schon den Anfang um Peters Verschwinden fand ich arg unglaubwürdig. Mal so eben gekidnappt und entführt. Dorthin? Na klar, was denn sonst? Aber gut, zu diesem Zeitpuntk dachte ich noch, die Handlung würde aus Peters Befreiung und der Frage nach dem Warum noch etwas machen. Dafür hätte ich sogar hingenommen, dass Bob und Justus ihm natürlich folgen müssen (wenn auch nicht so ganz freiwillig und geplant). Ebenfalls mal so eben. Was ja kein Problem ist, denn ihre Eltern sind gerade ohnehin zufällig verreist. Wie praktisch für das ganze Geschehen!
Leider kam nichts in der Richtung. Von einem Detektivfall kann hier in meinen Augen überhaupt nicht die Rede sein. Es ist nur ein ständiges Hin und Her zwischen verfeindeten Clans. Mit wenigen Kämpfen (was der Schauplatz hergegeben hätte), dafür mit umso mehr Szenen, bei denen ich mich gefragt habe, wann die Parteien ihre Palaverei endlich drangeben würden Spannend ist das nicht, nur anstrengend und langweilig. Und es hat dafür gesorgt, dass ich schnell nicht mehr mitgekommen bin. Was ein Chaos!
Das Finale dann fährt wortwörtlich Achterbahn. Soll das die Keule sein, die der Geschichte endlich sowas wie Spannung einprügelt? Weit gefehlt, so geht das nicht! Ich will nicht sagen, dass ich diesem Land solch eine Achterbahn nicht zutraue. Aber solch mächtige Gruppierungen setzen ihre Widersacher in eine Achterbahn um „in Ruhe“ verhandeln zu können? Also bitte!

Erfreulicherweise hat man den Sprechern der asiatischen Charakteren keinen allzu aufdringlichen Akzent aufgezwungen. So schlagen sich uA Horst Naumann, Christine Wilhelmi, Barbara Schipper und Frank Gustavus ganz passabel. Dank teilweise viel zu langer Texte, ist es dennoch mühselig ihnen zuzuhören. Ich finde, das will schon etwas heißen. Kostja Ullmann alias Zuko dagegen hat mir ganz gut gefallen.

Musik und Geräusche kann man ebenfalls durchwinken. Nicht der große Wurf, aber insgesamt wirkt es stimmig.

Das Covermotiv gefällt mir. Es läst auf eine spannende Geschichte hoffen, natürlich mit asiatischem Einschlag. Das wird auf Anhieb klar.

Fazit: Ich fand die Geschichte unglaubwürdig von vorne bis hinten, teilweise echt anstrengend zu hören, verworren und durch ewig lange Palaverei auch immer wieder unglaublich langweilig. Spannung kam nicht eine Sekunde lang auf. Schade.

Die drei ??? (191) – Verbrechen im Nichts

Titel: Die drei ??? (191) – Verbrechen im Nichts / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Marianne Bernhardt, Henry König, Horst Stark ua

Inhalt: Schluss mit der Verbrecherjagd! Onkel Titus und Tante Matilda schicken die drei ??? in das beschauliche Dörfchen Nothing, wo sie ruhige Sommerferien verbringen sollen. Doch schneller als es ihnen lieb ist, werden Justus, Peter und Bob in eine Schatzsuche verstrickt und erregen die Aufmerksamkeit eines mysteriösen Verbrechers.


Um die drei ??? vom Detektivspiel abhalten zu können, muss man sie schon ins Nichts schicken. Zu der Erkenntnis sind scheinbar ihre Eltern gekommen und da Bob praktischerweise an solch einem gottverlassenen Ort Verwandtschaft hat, werden die drei genau dorthin in die Ferien geschickt.
Den Schauplatz fand ich an sich wirklich cool. Solch ein einsames Nest mit einer handvoll Einwohner, das hat schon was. Alleine schon, weil man es sich kaum vorstellen kann. Und weil es -jedenfalls für mich- ein bisschen Wild West Flair an sich hat. Das mag ich einfach gerne.
Natürlich geht es auch hier nicht ohne ein neues Abenteuer für die drei Freunde und auch das lässt sich gut an. Das verfallene Hotel ist ein angemessen schauriger und spannender Ort und das Rätsel, das sie dort finden, hat es durchaus in sich. Das hat mich alles etwas damit versöhnt, dass ich Ashlyn absolut nicht abkonnte. Sie nervt und sorgt dauernd für Ärger und Stress. Brian dagegen gefiel mir ganz gut und ich habe ihn als prima Ergänzung zu Justus, Peter und Bob empfunden.
Was mir nicht gefallen hat, war die Auflösung der Sache mit dem Rätsel. Ich brauche sicher keinen super aufwändigen, komplexen Fall, aber so ein *ätsch, war gar nicht echt* , das empfinde ich schon fast als Beleidigung. Hatte man keine Idee für einen echten Fall, oder wie muss ich mir das vorstellen?
Glücklicherweise schlägt die Story dann noch eine neue Richtung ein und durch diese mausert sich das Geschehen dann doch noch zu einem Fall, wie ich ihn von den drei ??? erwarte.

Als Brian ist Patrick Mölleken zu hören. Seine Stimme mag ich sowieso wirklich gerne und es ist ihm gelungen, dass ich Brian wirklich schnell sympathisch und einfach nett fand. Julia Fölster kenne ich aus anderen Rollen in verschiedenen Hörspielen und da höre ich sie meist wirklich gerne. Ich weiß nicht, warum sie Ashlyn so unglaublich nervig klingen lässt. Falls das Vorgabe war: voll erfüllt!

Geräusche und Musik bewegen sich auf dem bekannten Niveau. So ist stets für die nötige Atmosphäre und das erforderliche Flair gesorgt. Bei diesem Schauplatz fand ich das wirklich gelungen. Das Gefühl dieses Ortes kommt gut beim Hörer an. Die Geräusche tun ein Übriges dazu. Einzig dieses penetrante Pfeifen zu Beginn hat mich gestört. Ich dachte tatsächlich, meine CD sei kaputt. Den Sinn dieses Effekts verstehe ich einfach nicht.

Das Covermtoiv gewährt einen Blick auf das Städtchen Nothing. Mit den Rot- und Gelbtönen wird deutlich, dass der neue Fall für die drei ??? in einer Wüstengegend spielt. Und der skelettierte Tierschädel bringt einen Hauch Grusel mit ins Spiel.

Fazit: Ein vielversprechender Anfang, ein ordentliches Ende, ein sehr mittelmäßiger Mittelteil. Ich mag es einfach nicht, wenn man an der Nase herumgeführt wird. In diesem Sinne wie es hier der Fall ist. Hinzu kommt noch, dass mich Ashlyn genervt hat. In Summe also eine durchwachsene Folge, die man mal hören kann, die aber sicher keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die drei !!! (53) – Hochzeitsfieber

Titel: Die drei !!! (53) – Hochzeitsfieber / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher:  Traudel Sperber, Sonja Stein, Stephanie Damare, Achim Buch, Tina Eschmann ua

Inhalt: Die Hochzeit des Jahres! Maries Vater und Tessa geben sich das Ja-Wort. Eine Hochzeitsplanerin wird engagiert, denn es soll ein rauschendes Fest in der Villa der Grevenbroichs geben. Begeistert hilft Marie bei den Vorbereitungen, doch ständig geht etwas schief. Spätestens als sich ihr Vater verletzt, ist klar: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu! Ein Fall für die drei Detektivinnen. Können sie die Traumhochzeit retten?


Alleine der Titel dieser Folge hat mir schon eine Gänsehaut bereitet. Hochzeit. So überhaupt gar nicht mein Thema und obendrein zunächst ein Garant für Kitsch ohne Grenzen.
Ich konnte nur hoffen, dass der Fall der drei Freundinnen darüber ausreichend hinwegtäuschen würde. Und ich muss sagen, das hat er tatsächlich. Natürlich geht es an sich um die Hochzeit, es kommen Themen wie die Feier, das Brautkleid, die Torte zur Sprache, doch gleichzeitig sind die drei Detektivinnen jemandem auf der Spur, der immer wieder rund um die Vorbereitungen in der Nähe der Braut auftaucht und sich äußerst merkwürdig verhält. Da kann man gut mitknobeln, was derjenig wohl im Schilde führt. Marie, Kim und Franzi heften sich mit der gewohnten Hartnäckigkeit an seine Fersen und scheuen auch Konfrontationen keineswegs. Dennoch werden sie einfach nicht schlau aus der Person und so ist die Auflösung dann auch eine echte Überraschung.
Eigentlich hat man es hier aber mal wieder mit zwei Fällen in einer Geschichte zu tun. Denn auch mit der engagierten Hochzeitsplanerin scheint etwas nicht zu stimmen. Wobei ich in diesem Falle doch sagen muss, dass die Freundinnen deren Spiel weit früher hätten durchschauen müssen. Die Frage, ob sie falsch spielt, hat sich mir erst gar nicht gestellt, das hört man fast auf Anhieb schon heraus. Bleibt die Frage nach dem Warum. Und die Antwort darauf ist zwar weder sonderlich innovativ, noch großartig überraschend, aber auch sie bekommen die Mädels erst nachem sie ordentlich Mut bewiesen haben.

Stephanie Damare ist als Rabea zu hören und für meinen Geschmack hört man ihr sofort an, dass man Rabea vielleicht besser nicht trauen sollte. Das war mir zu offensichtlich. Marc Seidenberg macht als Sebastian dagegen eine wirklich gute Figur. Ihm gelingt es spielend, Sebastian alles andere als sympathisch wirken zu lassen. Da ist die Überraschung gegen Ende natürlich groß. Heide Kiehl hat für die Chefin der Weddingplanneragentur genau den richtigen, energischen Ton parat.

Der Musik hört man das Hochzeitsthema dankenswerterweise nicht an. Aus dieser Richtung hat der Kitsch also auch keine Chance. Die Folge klingt genauso wie ihre Vorgänger auch, und in diesem Falle bin ich dafür mehr als dankbar.

Noch mehr Rosa hätte man im Covermotiv kaum unterbringen können. Nach Krimi und Detektivarbeit sieht hier rein gar nichts aus. Ich persönlich finde das schade und dass man an diese Folge mit gewissen Vorbehalten herangeht, ist angesichts des Covermotivs nicht erstaunlich.

Fazit:  Zu meinem Glück geht es hier zwar um die Hochzeit von Tessa und Helmut, doch die beiden Fälle lenken davon ausreichend ab. So hat der befürchtete Kitsch keine große Chance. Ein, zwei Dinge waren mir zwar zu durchschaubar, aber insgesamt doch eine ordentliche Folge.

Merle (1 / 3) – Die fliessende Königin

Titel: Merle (1 / 3) – Die fliessende Königin  / Verlag: Holysoft Studios / Spielzeit: ca. 132 min, 2 CDs / Sprecher: Luisa Wietzorek, Bert Franzke, Friedhelm Ptok, Anna Thalbach ua

Inhalt: Merles Welt ist voller Magie. In einem Venedig, in dem die Zauberei nie gestorben ist, flüstert jedermann von der Fließenden Königin doch nur Merle gewinnt ihre Freundschaft. Als die Mächte des Bösen das phantastische Wesen jagen, entbrennt im Labyrinth der dunklen Gassen und Kanäle ein abenteuerlicher Kampf. Meerjungfrauen und geflügelte Löwen, Meisterdiebe und Zauberspiegelmacher, sie alle haben ihr eigenes Interesse an der Fließenden Königin. Dach dann bricht der Boden auf, Flammen schlagen himmelhoch, und etwas Unbeschreibliches steigt aus der Erde empor.


Da haben wir also das erste Hörspiel auf mehreren CDs, auf zwei CDs nämlich um genau zu sein. Nun ist es so, dass ich mit Fantasy kaum noch etwas anfangen kann. Außerdem ist Venedig kein Schauplatz, der mein Interesse ausreichend weckt. Die manchmal altertümliche Redeweise ist ebenfalls nicht mein Ding. Somit standen die Zeichen nicht sonderlich gut für Merle und mich.
Umso überraschter bin ich nun nach dem Hören, dass mir das Hörspiel h richtig viel Spass gemacht hat. Denn zum Glück ist Merles Welt zwar von phantastischen Wesen bevölkert und auch sonst voller Magie, aber es wird einem dennoch auch ein recht normales Venedig beschrieben. Etwas düster vielleicht, doch das schadet ja keineswegs. Somit ist das Verhältnis zwischen Phantastik und vorstellbarer Realität relativ ausgeglichen. Und dann geht das für mich auch in Ordnung. Einige Kreaturen haben mir sogar richtig gefallen, zumal sie mitunter etwas Schauriges an sich haben. Meerjungfrauen sehen hier beispielsweise keineswegs aus wie zB Arielle.
Der wesentliche Punkt aber, weshalb ich Merles Abenteuer gerne gelauscht habe, ist Merle selber. So ein sympathisches Mädchen, so clever, dickköpfig, vorlaut und mutig. Die Kleine muss man einfach mögen. Sie vermittelt einem auf Anhieb den Eindruck, dieses Abenteuer -auf ihre eigene Art- angehen und bestehen zu können.
Dieses Abenteuer beginnt langsam und bedächtig, man hat Zeit, sich mit Merle anzufreunden und ihre Situation kennenzulernen. Doch nach und nach kommen weitere Figuren dazu und jede trägt neue Elemente zur Handlung bei und zeigt neue Verzweigungen auf. Das hat ein sehr angenehmes Tempo an sich, ich hatte nie den Eindruck irgendwann den Überblick zu verlieren. Das finde ich super gelungen, denn regulär bin ich bei Geschichten mit so vielen Figuren und Verzweigungen und Wendungen schnell raus. Hier war das nicht einmal der Fall. Gleichzeitig wird aber klar dabei, dass die Story noch einiges mehr in petto hat als man bisher vermutlich annimmt. Wenn das allerdings mit genauso viel Bedacht erzählt wird, mache ich mir auch dahingehend keine Sorgen.
Ich bin sehr gespannt, wie Merles Abenteuer weitergeht, denn bereits in diesem ersten Teil gibt es zahlreiche Momente, in denen man um sie bangt. Und es wird wahrlich kein rosiges Bild der weiteren Ereignisse gezeichnet.  Gleichzeitig würde ich brennend gerne wissen, was nun genau hinter der fließenden Königin und Merles Spiegel steckt. Beides ist geheimnisvoll und Antworten auf solche Fragen findet man hier nur in Ansätzen. Ich hoffe wirklich sehr, dass Merle ihr Abenteuer besteht und freue mich schon drauf, wie sie sich mit ihrer gewitzten Art durch das Geschehen kämpfen wird. Ab und zu darf man nämlich auch mal schmunzeln, wenn man ihr zuhört.

Friedhelm Ptok ist als Erzähler am Werke und ihn höre ich sehr gerne. Ich mag seine ruhige Art zu erzählen und seine angenehme Stimme, der man spielend auch länger lauschen kann. Zwischendurch wechselt die Erzählperspektive und dann übernimmt Merle selber, gesprochen von Luisa Wietzorek, die für Merle genau die richtige Stimme und genau den richtigen Ton hat. Jung und vorwitzig und burschikos, wenn es die Situationen erfordern aber auch mal leise, ängstlich und traurig. Später kommt noch ein dritter Blickwinkel hinzu, nämlich der von Serafin. Hier ist Timmo Niessner zu hören und auch wenn er mir einen ganz sympathischen Eindruck von Serafin vermittelt hat, es ist ihm auch gelungen, dass ich dem Jungen nicht so ganz traue. Auch Bert Franzke alias Arcimboldo hat mir mit seiner markanten und tiefen Stimme und dem ruhigen Ton sehr gut gefallen.

Was die Musik angeht, so hält sie sich über weite Teile sehr im Hintergrund. Es sind aufwändige Stücke zu hören, die viel Flair und Stimmung transportieren und spannenden Szenen noch ordentlich kribbeliger machen. Gelegentlich geht es etwas lauter zu, was Akzente setzt und für Dramatik sorgt. Eine bis ins Kleinste ausgefeilte Geräuschkulisse lässt auch in dieser Hinsicht keinerlei Wünsche offen.

Das Covermotiv ist leider nicht so ganz mein Fall. Mir gefällt der mangamäßige Stil nicht für Merle und ihre Geschichte. Da haben mir die Cover der Bücher und der Hörbücher mehr zugesagt. Dem Motiv fehlt der Charme der Erzählung und das finde ich schade.

Fazit:  Für mich ist dieser erste Teil der Trilogie eine Überraschung gewesen. Obwohl ich es weder mit Fantasy, noch mit Venedig habe, habe ich Merles erstes Abenteuer mit Neugier, Spannung und Spass verfolgt. Sie hat bereits hier manche Gefahr durchzustehen und muss schon einige Erkenntnisse treffen, die es in sich haben und ihr keine ganz einfache Zukunft in Aussicht stellen. Trotzdem ist sie ein ganz normales Mädchen, das mal Angst hat oder traurig ist. Dank dieser Ausgewogenheit zwischen Phantastik und Realität ging dieser erste Teil selbst für mich mit meiner Fantssy-Abneigung mehr als in Ordnung und ich freue mich schon auf Teil 2.

Die Punkies (07) – Into the wild

Titel: Die Punkies (07) – Into the wild / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Niko König, Tim Kreuer, Johannes Semm, Patrick Bach ua

Inhalt: Die Punkies fahren zum Tornado-Musikfestival. Doch der Trip nimmt einen unerwarteten Verlauf: Nachdem sie sich verirren, beinah in einen Abgrund stürzen und von einem Fremden aufgegabelt werden, findet sich die Band in dem seltsamen Ort Zornau wieder. Das Städtchen ist von zwei zerstrittenen Familienclans bevölkert, die sich gegenseitig das Leben schwermachen. Und noch etwas merkwürdig: Hier scheint es überhaupt keine jungen Leute zu geben!Nach einem misslungenen Auftritt als Rentner-Band machen sich die Punkies sich daran, das Rätsel von Zornau zu lösen… und geraten dabei immer tiefer in ein spektakuläres neues Abenteuer- mit viel Musik!


Nach der detektivischen vorigen Folge geht diese Episode etwas andere Wege. Aber auch die haben mir Spass gemacht. Die Tour zum Festival passt zu einer Band, ein Zwischenfall mit dem Fahrzeug ist recht klassisch als Aufhänger und dann stoßen sie in dem Dorf, bei dem sich steckengeblieben sind, noch auf eine jahrealte Fehde,die auch ihnen zum Verhängnis wird.
Man ahnt vielleicht schon, dass Langeweile hier keine Chance hat. Es ist ständig etwas los und diese Feindschaft unter den Dorfbewohnern ist schon interessant. Ich fand auch, dass man sich da in solch einem Kaff recht gut vorstellen kann und -abgesehen von dem etwas dürftigen Auslöser der Fehde- es kommt ganz authentisch rüber.
Einen kleinen Hänger genau in dieser Hinsicht gab es für mich dann aber doch, leider. Nach dem misslungenen Auftritt flüchten die Punkies und das Verhalten der Dorfbewohner daraufhin ist im Verhältnis irgendwo schon ein wenig überzogen.
Dafür geht es danach aber mit einer großen Überraschung weiter, was das allemale wieder wettmacht. Und auch wenn das Ende doch irgendwie ein bisschen arg Friede-Freude-Eierkuchen ist, so muss man einfach sagen, dass das bei einer Hörspielreihe für jüngere / jugendliche Hörer ruhig mal so sein darf. Und es wurde zuvor ja auch einiges dafür getan und mit Widrigkeiten gekämpft, einfach so geschenkt gab es nichts. Von daher passt das so.

Irgendwie ist bei mir der Eindruck zurückgeblieben, zahlreiche Figuren kennengelernt zu haben. Wenn ich mir dagegen die kurze Sprecherliste anschaue, staune ich schon. Mag an der Szene mit dem wütenden Mob liegen, anders kann ich es nicht erklären. Niko König und Oliver Warsitz ergänzen sich prima und vermitteln einem sofort den Eindruck, dass es zwischen den verfeindeten Familien doch eine Lösung geben könnte. Sie lassen ihre Figuren ausgesprochen sympathisch wirken. Und sie machen jede zu einer echten, besonderen Marke.

Musik spielt hier wie von der Serie gewohnt eine große Rolle. Es sind Songs der Punkies zu hören (über „Annemarie“ musste ich grinsen) und auch zwischen den Szenen sind rockige Klänge eingefügt.

Das Cover weiß ebenfalls zu gefallen. Die abgebrochene Brückenkante der Bulli, das passt zu der Geschichte, die so einen kleinen Funken Abenteuer- und Roadtripflair an sich hat.

Fazit: Mal keine Geschichte mit detektivischem Einschlag, aber dennoch spannend und interessant. Ich habe wirklich mitgefiebert, wie es mit den Punkies und dem zerstrittenen Dorf weitergeht, später wird es dann noch ein bisschen schaurig und die Auflösung ist zwar Friede-Freude-Eierkuchen, aber keineswegs rosarot. Da geht dann auch Friede-Freude-Eierkuchen völlig in Ordnung.

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