Genre Liebe

Miss Emergency (01) – Hilfe, ich bin Arzt (Antonia Rothe-Liermann / Josephine Schmidt)

Titel: Miss Emergency (01) – Hilfe, ich bin Arzt / Verlag: Universal / Spielzeit: ca. 315 min / Buch: Antonia Rothe-Liermann / gelesen von: Josephine Schmidt

Inhalt: Wie man weltbeste Ärztin wird oder zumindest niemanden umbringt.
Die angehende Ärztin Lena hat ganz schön zittrige Knie am ersten Tag ihres praktischen Jahrs in der Berliner Klinik St. Anna. Und dabei weiß sie noch gar nicht, was da alles auf sie zukommt: verrückte Freunde, Konkurrenzkampf und Machtspiele, zickige Schwestern und bezaubernde Oberärzte. Also eine Menge Stoff für Gefühlsverwirrungen. Und dann sind da ja auch noch die Patienten und ihre mitunter sehr bewegenden Schicksale. Also Aufregung pur.


Nachdem ich begeistert das Buch gelesen hatte, war ich neugierig darauf, wie diese Geschichte als Hörbuch klingen würde. Inhaltlich hat sich dabei natürlich nichts geändert. Auch beim Hören hat es mir sehr viel Spass gemacht, die junge Ärtzin Lena durch ist turbulentes Privat-, Arbeits-, und Liebesleben zu begleiten. Mir gefällt dabei, wie schön ausgewogen die Themen hier verarbeitet sind. Natürlich dreht sich ein Großteil der Handlung um Lenas Liebesleben und natürlich ist das ab und zu auch ganz schön mädchenhaft und süß, aber ihre Arbeit im Krankenhaus nimmt einen ebenso großen Teil ein. Dabei wird erfreulicherweise nicht alles in Groschenroman-Manier schöngeredet, sondern es gibt auch gefühlvolle und sogar traurige Passagen, denn nicht jeder Patient gesundet quasi schon in dem Moment als der Arzt durch die Tür tritt. Durch diese Ausgewogenheit erhält die Geschichte ihren Schuss Glaubwürdigkeit. Meist geht es jedoch wirklich spaßig zu und es gibt Dank Lenas Tollpatschigkeit und einer Menge frecher Sprüche immer wieder etwas zum Lachen.

Mit Sprecherin Josephine Schmitz bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Für meinen Geschmack hätte sie ruhig etwas munterer, pfiffiger, eben jugendlicher lesen dürfen. So klingt es jetzt nicht unbedingt nach der chaotischen und lustigen Lena wie sie die Geschichte ja beschreibt. Da fehlt es an Schwung.

Das Covermotiv ist der Buchvorlage entliehen. Es enthält alle Elemente, die in der Geschichte eine Rollen spielen: Lena, die junge Ärztin, ein Herz für die Lovestory und die Skyline Berlins für den Schauplatz. Im Booklet findet man ein paar Infos zur Sprecherin und der Autorin, sowie eine kleine „Begrüßung“ des Hörers durch Lena persönlich 😉

Fazit: „Doctor’s Diary“ lässt grüßen, soviel ist bei dieser Geschichte klar. Unterhaltsam und spaßig, hier und da aber auch mit den notwendigen ernsten Klängen, begleitet man PJlerin Lena durch ihren Start an der Berliner Klinik St. Anna.

Virtuosity – Liebe um jeden Preis (Jessica Martinez / Marie Bierstedt)

Titel: Virtuosity – Liebe um jeden Preis / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 272 min / Buch: Jessica Martinez / gelesen von: Marie Bierstedt

Inhalt: Kann die Liebe zur Musik stärker sein als die Liebe zu einem Menschen? Die siebzehnjährige Carmen ist ein Star. Sie tourt mit ihrer Geige durch die Welt und spielt überall vor ausverkauften Häusern. Doch die Konkurrenz ist hart und Carmen steht kurz vor dem wichtigsten Wettbewerb ihrer Karriere, in dem sie sich mit anderen Jungstars an der Geige messen muss: Gewinnt sie, wird sie der Star sein, verliert sie, droht der frühe Absturz. Carmen steht unter Druck, den sie eigentlich nur noch mit Tabletten im Griff hat. Doch dann passiert das eigentlich Unmögliche: Sie verliebt sich. Und zwar ausgerechnet in Jeremy, der im anstehenden Wettbewerb als Carmens ärgster Konkurrent gilt …


Die 17jährige Carmen ist eine begnadete Geigerin und steht kurz vor dem Wettbewerb dessen Sieg ihre weitere Kariere bestimmen und sicher würde. Doch dann verliebt sie sich ausgerechnet in ihren größten Konkurrenten, den Geiger Jeremy. Was so nach eine ganz gewöhnlichen Lovestory für Teenies klingt, ist in Wahrheit jedoch viel mehr. Nämlich ein schockierender Blick hinter die Kulissen der Musikbranche. Und ein ebenso erschreckender Einblick in das Leben sogenannter „Wunderkinder“ im Musikbereich. Gleichzeitig ist „Virtuosity“ aber natürlich auch deshalb spannend, weil sich ja doch die Frage stellt, ob sich Carmen letztlich für die Musik oder für die Liebe entscheidet, und welche Folgen diese Entscheidung haben wir. Ein wirklich überraschendes Ende rundet den guten Gesamteindruck der Geschichte schließlich ab.

Marie Bierstedt als Sprecherin ist eine wirklich gute Wahl. Sie klingt angemessen jugendliche für Carmen und schafft es gut, einem ein Bild dieses Mädchens zu vermitteln, das langsam den Mut fasst, sein bevormundete Leben zu ändern. Sie bringt Carmens Gefühlslage glaubhaft rüber.

In dieser Geschichte dreht sich alles um die Geigenmusik. Es wäre ein Frevel gewesen, das Hörbuch nicht auch mit solchen Klängen zu „würzen“. Es sind sehr schöne Stücke zu hören, die prima zur Story passen. Das dürfte nicht nur Freunden klassischer Musik gefallen.

Ein sehr schönes passiges Covermotiv ergänzt dieses Hörbuch. Im Vordergrund die Geige, dahinter das Mädchengesicht…das lässt sich gut auf Carmen übertragen, die über weite Teile der Geschichte lediglich quasi hinter ihrem Instrument lebt und erst nach und nach den Weg nach vorne findet.

Fazit:  Eine sehr schöne und gefühlvolle Liebesgeschichte, die sich dadurch von den gängigen Lovestorys abhebt, dass sie dem Hörer so manch erschreckenden Einblick in die Musikwelt gewährt und oft ernste Töne anschlägt.  Von Kitsch keine Spur!

Scheiß Liebe (Thomas Brinx & Anja Kömmerling / Anna Carlsson)

Titel: Scheiß Liebe / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 281 min / 4 CDs / Buch: Thomas Brinx & Anja Kömmerling / gelesen von: Anna Carlsson

Inhalt: Liebe ist das Schönste auf der Welt und kann doch so sch… sein. Alles wird gut. Trotzdem. Da ist sich Lene sicher, daran hält sie sich fest. Obwohl ihre heile Welt gerade auseinanderbricht. Nichts mehr ist, wie es vorher war, weil ihre Eltern sich getrennt haben. Aber Lene ist und bleibt optimistisch. Ganz anders ihre große Schwester Rose, die in einer dunklen Liebe zu dem Musiker Dante gefangen ist. Und eigentlich nicht mehr an die Liebe glaubt


Es war vor allem das Schwein auf dem Cover, was mich neugierig auf das Hörbuch machte. Die ersten paar Kapitel habe ich mich dann aber doch schwer damit getan, weil mir diese Familie so „unmöglich“ vorkam. Das legte sich dann aber schnell als ich akzeptiert hatte, dass sie eben anders ist. Eine Art chaotische Hippie-Familie im Heute, in der die eine Tochter mit einem Schwein kuschelt, die andere sich in -düsterer- Musik ergeht, und in der fast alle mit Vorliebe deutsche Schlager singen. Genau damit macht sich Familie Dunker aber schnell ausgesprochen sympathisch. Um die Liebe geht es hier in vielfältiger Art und Weise. Hauptsächlich natürlich durch die Trennung der Eltern, die die beiden Mädchen Lene und Rose auf sehr verschiedene Art an der Liebe zweifeln lassen. Aber auch Roses Liebe zu dem Sonderling Dante, Lene erste Liebe zu ihrem Freund Johnny und die Liebe zwischen Familienmitgliedern sind Thema. Sehr einfühlsam gehen die Autoren auf alle diese Bereiche der Liebe ein und es fällt sehr leicht, sich in die Charaktere einzufühlen, vor allem natürlich in die „kleene Lene“, die am meisten unter der Trennung leidet und wirklich alles tun würde um ihre Familie zurückzubekommen. So bleibt es am Ende dann auch nicht aus, dass es sehr rührend zugeht und einem da durchaus die Tränen in den Augen stehen. Erfreulicherweise bleibt die Story aber durchweg sehr realistisch, weshalb auch das Ende nicht in Kitsch und Friede-Freude-Eierkuchen versinkt.

Anna Carlsson liest diese Geschichte wirklich toll. Man nimmt ihr Lene sofort ab, sie bringt die Gefühle des Familien-Nesthäckchens sehr gut rüber, aber es gelingt ihr auch, die übrigen Charaktere überzeugend zum Leben zu erwecken. Dafür gibt sie aber auch alles: sie schreit, singt, heult, jubelt…klasse!

Da Musik in der Story eine große Rolle spielt, bringt das Hörbuch einen eigenen Titelsong mit, „Scheiß Liebeslied“. Gesungen wird er von Kristin Koch, und der Text passt wirklich gut zur Geschichte. Ein Hörbuch mit eigenem Lied, das ist doch mal etwas Besnderes. Wer es sich anhören möchte: hier entlang

Wie gesagt, hat mich das Schwein sofort neugierig gemacht. Vor allem weil es keinen Bezug zum Titel hat. Jedenfalls bis man das Hörbuch hört. Denn da spielt ein Schwein eine ganz wichtige Rolle. Und auch der stoffartige Hintergrund und der aufgestickte Titel ergeben nach dem Hören einen Sinn. Also ein sehr passendes Cover.

Fazit:  Eine sehr schöne Geschichte, die das Thema „Liebe“ ausgesprochen einfühlsam behandelt. Zusammen mit einem guten Schuss Humor und Situationskomik ein sehr empfehlenswertes Hörbuch.

100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte (Gabriella Engelmann / Marie Bierstedt & Sven Hasper)

Titel: 100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 199 min / Buch: Gabriella Engelmann / gelesen von: Marie Bierstedt, Sven Hasper

Inhalt: Rosalie Dorn ist glücklich! Sie ist von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau angefangen und sich Hals über Kopf in René Prinz verliebt. Doch es gibt ein Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch, der besagt, dass ihr siebzehnter Geburtstag in einer Katastrophe enden wird. Aber Rosalie glaubt nicht an Märchen zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.


Nach Alex Flinns „Beastly“ und „Kissed“ haben wir hier eine Märchen-Adaption einer deutschen Autorin. Wie der Titel verrät, hat sich Gabriella Engelmann „Dornröschen“ vorgeknöpft und ins Heute transferiert. Sehr zimperlich ist sie dabei nicht zu Werke gegangen. Schon die Namen „Rosalie Dorn“ und „René Prinz“ lassen einen schnell erahnen, wohin der Hase läuft. Und so realitätsnahe die Story sonst ist, dass da plötzlich eine Tante zur Taufe der jungen Rosalie auftaucht und im Wohnzimmer mal so eben einen Fluch auspricht, das muss man dann halt einfach so akzeptieren. Danach allerdings ist bis auf wenige Elemente wie z.B. ein Turmzimmer im Hotel nicht mehr viel von der märchenhaften Grundlage zu spüren. Vielmehr bekommt man eine so richtig typische Teenie-Lovestory zu hören. Mit allen Irrungen, Wirrungen, Missverständnissen, Turbulenzen, leidenschaftlichen Küssen und Tränen, die einfach dazu gehören. Man sollte schon eine gewisse Toleranz gegenüber Kitsch mitbringen um die Geschichte so richtig genießen zu können. Für meinen Geschmack hätte es gerne eine Spur witziger zugehen können, mehr als ein Schmunzeln hier und da war leider nicht drin. Aber vergnüglich ist „100 Jahre ungeküsst“ auf jeden Fall.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rosalie und René erzählt. Dabei leiht Marie Bierstedt Rosalie ihre Stimme, während Sven Hasper René zum Leben erweckt. Marie Bierstedt steht der Part von Rosalie sehr gut. Sie trifft genau den richtigen Ton für das Mädchen: symapthisch, pfiffig und verliebt-kitschig. Sven Hasper hat mir als René ebenfalls gefallen. Auch er klingt symapthisch und hin und wieder auch eine Spur vornehm, wie es sich für einen „Prinzen“ ja auch gehört.

Ich mag ja solche Schattenriss-Designs für Cover unheimlich gerne. Das war auch das Erste, wodurch mir dieses Hörbuch auffiel. Dieser Look zieht sich durch das gesamte Booklet und selbst die CDs sind so gestaltet. Mit den Dornenranken und den Schlössern wird dem Märchen Rechnung getragen, während die halbe Mädchengestalt doch sehr modern wirkt. Eine schöne Mischung.

Fazit:   Eine unterhaltsame Märchen-Adaption mit relativ hohem Kitschfaktor. Wer slche Geschichten mag, sollte hier ein Ohr riskieren.

Love takes detour – Liebe auf Umwegen

Titel: Love takes a detour – Liebe auf Umwegen / Verlag: Langenscheidt / Laufzeit: ca. 210 min / Buch: Christine Spindler / gelesen von: Nicola Ransom

Inhalt: Nike ist Brüder-geschädigt. Zumindest meint das ihre beste Freundin Annika. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sie sich mit ihren fast vierzehn Jahren noch kein einziges Mal verliebt hat? Dabei haben Amors Pfeile Nikes Herz schon längst getroffen, sie weiß es nur noch nicht.


Und hier haben wir den Gegenpart zu Langenscheidts Fußball-Englischtrainer, der wohl eher auf lernwillige Jungs abzielt: ein Mädchen-Hörbuch für die Hörerschaft so um die 14 Jahre. Man darf aber auch gerne älter sein, denn diese Geschichte macht einfach Spaß. Natürlich, es ist eine Teenie-Lovestory, sowas muss man mögen, aber sie ist erstens nicht besonders kitschig, dafür aber umso lustiger. Ein wenig erinnert sie mich an die „Freche Mädchen – Freche Bücher“ – Serie, der Stil ist ähnlich. Mit Nike, ihren Freunden und vor allem ihrer durchweg chaotischen Familie ist schon mal für illustre Charaktere gesorgt. Die haben obendrein so manchen frechen Spruch parat und die Irrungen und Wirrungen von Nikes erster Liebe sind einfallsreich und ebenfalls sehr amüsant. Nike erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und für ihre vierzehn Jahre hat sie eine erstaunlich abgeklärte, aber teenagertypische Sichtweise, die mich mehrfach zum Lachen gebracht hat. Der Mix aus Deutsch und Englisch -was hier nicht strikt getrennt ist- trägt das Übrige dazu bei.

Schauspielerin Nicola Ransom bringt „Love takes a detour“ zu Gehör und da sie ebenso gut Englisch wie Deutsch spricht, ist sie dafür auch ideal gewählt. Sie trifft den richtigen Ton für die freche Nike, schafft es aber auch ohne große Stimmakrobatik den übrigen Charakteren Profil zu verleihen. Sie liest locker und flüssig weg, gerade so als würde sie tatsächlich frei erzählen. Was kann man mehr erwarten?

Im mehrseitigen Booklet findet man wie gewohnt ein Glossar der wichtigsten Vokabeln, die man benötigt um „Love takes a detour“ komplett zu verstehen. Mich hat hier ein wenig die Vielzahl der Vokabeln überrascht. Immerhin wird das Hörbuch auf dem rückwärtigen Cover „ab 4 Jahren Englisch“ empfohlen. Da sollte man einen Großteil der aufgeführten Vokabeln schon kennen, da sind wirklich Allerweltswörter darunter. Außerdem findet man im Booklet einen Test, mit dem man ermitteln kann, wie sehr man verliebt ist 😉 Süß!

Pink! Mehr gibt es zum Look des Hörbuchs kaum zu sagen. Die Farbe für Mädchen und die Liebe. Ich finde das aber ganz gut so, denn so springt einen nicht direkt an, dass es sich hier um ein Lehr-Hörbuch handelt. Von der Farbe der Verkehrsschilder auf Langenscheidt zu schließen, das ist nicht gerade naheliegend, also okay so.

Fazit:   Eine äußerst witzige Geschichte, die mit einem lockeren Mischmasch aus Englisch und Deutsch unterhält und Sprachwissen vermittelt. Von allen Hörbüchern dieser Art, die ich bislang gehört habe, mein Favorit!

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