Genre Unterhaltung

So fühlt sich Freiheit an – Eine Reise durch Australien (Jens „Ohrenblicker“ Wenzel)

Titel: So fühlt sich Freiheit an – Eine Reise durch Australien / Verlag: Jens Wenzel / Spielzeit: ca. 148 min / Buch: Jens Wenzel / gelesen von: Jens Wenzel

Inhalt: Im September 2002 sagte Jens Ohrenblicker Deutschland für ein Jahr Lebewohl und brach mit seiner Freundin zu einer ganz besonderen Reise auf: Ein Jahr lang wollten sie Australien erkunden und sich durch Gelegenheitsjobs die Reisekasse aufbessern.
In einem Rückblick auf die aufregendste Zeit seines Lebens erzählt er Geschichten, die mal ironisch-frech, mal skurril, mal nachdenklich und mit einem Schuss Melancholie diese Reise wieder lebendig werden lassen. Sie handeln von den Schwierigkeiten des Gebrauchtwagenkaufs, von ungewöhnlichen Begegnungen, vom härtesten Job seines Lebens, von manchmal sehr menschlichen Tieren, von Outbackstaub unter den Füßen, Eukalyptusduft in der Nase und von lauen Nächten unter einem gigantischen Sternenhimmel.


Dieses Hörbuch hat lange auf seinen Auftritt in meinem Player gewartet, wofür ich mich zunächst entschuldigen möchte. Nachdem ich letztens aber auf youtube eine geniale Playlist geschaut habe, in der es ebenfalls um zwei Backpacker in Australien ging, habe ich mir das Hörbuch endlich vorgeknöpft.
Leider muss ich sagen, dass es bei mir nur einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen hat. Zunächst mal fand ich es viel zu kurz. Auf zwei CDs in 148 Minuten ein Jahr Australien Revue passieren zu lassen, das geht meines Erachtens einfach nicht. Da fällt zu vieles weg.
In diesem Falle hier -für meinen Geschmack- viel zu viel Schönes. Ja, natürlich haben es Backpacker nicht leicht. Natürlich müssen beispielsweise mal Jobs angenommen werden, die nicht so dolle sind. Und dass man während solch einer Zeit generell mal arbeiten muss um weiterzukommen, das alles ist absolut logisch. Und gehört somit auch in solch eine Erzählung. Mir fielen diese Passagen aber einfach zu ausführlich aus, wobei das Gefühl von Freiheit, das ja den Titel der Erzählung stellt, einfach auf der Strecke bleibt. Das fand ich schade.
Wohingegen die schönen Aspekte dieser Reise in meinen Ohren viel zu kurz kamen. Es gibt durchaus Passagen, die mir vor Sehnsucht und Fernweh die Tränen in die Augen getrieben haben, aber sie sind selten und nicht sonderlich lang. Außerdem wird zwar dann und wann erwähnt, wie die Strecke der beiden Backpacker verlaufen wird und was sie unterwegs noch sehen und machen möchten, dabei bleibt es dann aber auch meistens. Beim Hören tauchen Bilder vor dem inneren Auge auf, man freut sich darauf, mehr zu erfahren und wird dann alleine mit diesen Andeutungen zurückgelassen.  Ein Beispiel: es wird im Nebensatz erwähnt, dass sie den berühmten Uluru umrundet haben, aber mehr erfährt man darüber nicht. Im Vergleich zu den oben erwähnten eher ernsthaften Themen um den Trip, fehlte es mir immens an Berichten schöner Entdeckungen und Unternehmungen. Solche, die das Freiheitsgefühl aus dem Titel tatsächlich transportieren. Und ich bin mir sicher, dass es sie gegeben hat. Das kann in Australien gar nicht anders sein.

Jens Wenzel liest seine Geschichte selbst, was in diesem Falle eine gute Entscheidung war. Immerhin hat er all das selbst erlebt. Er erinnert sich noch, wie er sich in den verschiedenen Situationen gefühlt hat und bringt diese Gefühle absolut glaubhaft an den Hörer. Man nimmt ihm jedes Schimpfen ab, genauso wie jedes Schwärmen, jede Trauer und alle Nachdenklichkeit.

Auch Musik und Geräusche gibt es in diesem Hörbuch. Selbstverständlich ist bei der Musik häufig das Didgeridoo zu hören. Ein typischeres Instrument, bei dem jeder sofort an Australien denkt, gibt es wohl nicht. Zahlreiche Geräusche aus Tonaufnahmen, die Jens Wenzel in Australien aufgenommen hat, veranschaulichen viele Passagen. Vor allem die Aufnahmen der Vogelstimmen sind einfach grandios.

Das Covermotiv ist wunderschön mit dem goldigen Känguru in dieser großartigen Landschaft. Man weiß sofort, wohin mit diesem Hörbuch die Reise geht. Im Booklet gibt es zahlreiche Bilder, allerdings spiegelt sich auch hier wider, was mich an der Erzählung gestört hat. Eine ganze Doppelseite ist der Arbeit auf den Farmen gewidmet, sieben Bilder der Tierwelt und der Landschaft. Und nicht ein einziges von ganz typischen Landschaften und / oder Städten. Abgesehen von einer staubigen Straße und roten Felsen.

Fazit: Für meinen Geschmack, hört man die Freiheit aus dem Titel hier viel zu selten heraus. Die längsten Passagen sind der Arbeit auf den Farmen gewidmet, dagege kommen die Berichte von schönen Erlebnissen viel zu kurz. Sie werden oft nur angedeutet oder kurz erwähnt, was ich sehr schade fand. Natürlich sind 148 Minuten zu wenig Zeit um von einer Auszralienreise über ein Jahr zu berichten, aber man hätte es zumindest ausgewogener halten sollen.

Die Tagebücher von Adam und Eva (Mark Twain / Simon Pearce & Denise M’Baye)

Titel: Die Tagebücher von Adam und Eva / Verlag: Lindenblatt Records / Spielzeit: ca. 77 min / Buch: Mark Twain / gelesen von: Simon Pearce, Denise M’Baye

adamevaInhalt: Die humoristische Aufarbeitung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen erfreut sich zur Zeit großer Beliebtheit. Mark Twain lieferte hierfür bereits vor über 100 Jahren die Blaupause. Pointiert, tiefsinnig und bei allem Augenzwinkern doch unendlich romantisch.


Ich muss ja gestehen, dass Mark Twain mir vor allem durch Tom Sawyer bekannt war. Entsprechend hat es mich verblüfft, dass auch diese Tagebücher von Adam und Eva aus seiner Feder stammen. Da ich mit Religion, der Bibel usw nichts am Hut habe, war ich skeptisch. Wie sich herausstellte, ohne jeden Grund.
Denn der Blick in Adam und Evas Leben ist wirklich höchst vergnüglich. Zunächs lernt man Eva kennen und kann sich schnell ein gutes Bild von ihr machen. Ein bisschen naiv, aufgeweckt, neugierig und mit einem feinen und bissigen Blick auf Adam. Der kommt eher ruhig und ein wenig brummig daher, aber doch ganz sympathisch. Man erfährt, wie sie sich kennenlernen, was sie einzeln oder gemeinsam erleben, irgendwann sind auch Kain und Abel da und Eva sieht sie natürlich ganz anders als Adam. Das ist unterhaltsam, ab und zu auch wirklich spannend und witzig. Vor allem, weil dabei Sichtweisen und Einstellungen der beiden auf verschiedene Dinge deutlich werden, zu denen man selbst heute sagen würde „typisch Frau“ und / oder „typisch Mann“. Diese Parallelen sind unverkennbar und darüber lässt es sich herrlich schmunzeln.

Simon Pearce und Denise M’Baye sind die idealen Sprecher für diese Geschichten. Denise M’Bayes angenehme, weiche Stimme (die durchaus aber auch anders kann!) passt wunderbar zu Julia. Und Simon Pearce gibt einen liebenswert brummigen Adam.

Eine stimmige Musikkulisse begleitet die Geschichte. Sie sorgt für das Flair und eine gewisse Romantik natürlich auch. Hier wurde unverkennbar sorgfältig auf eine passende Begleitung des Geschehens geachtet.

Auf dem Cover sind Adam und Eva zu sehen und natürlich auch der Ast mit dem verhängnisvollen Apfel fehlt hier nicht. Die Haltung und die Miene der beiden lässt gleich auf eine unterhaltsame Darstellung ihrer Geschichte sschließen.

Fazit: Die Geschichte um Adam und Eva mal ein bisschen anders erzählt, unterhaltsam, spaßig mit einem deutlichen Augenzwinkern und erstaunlich vielen Parallelen zu der Beziehung zwischen Mann und Frau heute. Spaßig!

Das Seelenleben der Tiere (Peter Wohlleben / Peter Kaempfe)

Titel: Das Seelenleben der Tiere / Verlag: der Hörverlag / Spielzeit: ca. 327 min, 2 ,p3-CDs / Buch: Peter Wohlleben / gelesen von: Peter Kaempfe

seelenlebenInhalt: Fürsorge bei Eichhörnchen, treue Liebe bei Kolkraben, Mitgefühl bei Waldmäusen und Trauer bei Hirschkühen – sind das nicht Gefühle, die allein dem Menschen vorbehalten sind? Der passionierte Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben lehrt uns das Staunen über die ungeahnte Gefühlswelt der Tiere. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und anschaulicher Geschichten nimmt er uns mit in eine kaum ergründete Welt, zeigt die komplexen Verhaltensweisen der Tiere im Wald und auf dem Hof, ihr emotionales und bewusstes Leben. Und wir begreifen: Tiere sind uns näher, als wir je gedacht hätten.


Es gibt Themen, da frage ich mich ernsthaft, muss es dazu wirklich noch Bücher / Hörbücher geben? Das müsste doch eigentlich jedem vernünftig denkenden Menschen glaskar sein. Dazu zählt zweifellos auch dieses Hörbuch. Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass Tiere ein Seelenleben, Gefühle und ihren eigenen Charakter haben!
Peter Wohlleben belegt diese These hier noch einmal mehr als deutlich. Als Förster hat er nicht nur einen Bezug zu Haustieren, sondern auch zu zahlreichen Wildtieren. Damit hat er die besten Möglichkeiten, alle möglichen Tiere zu beobachten. Entsprechend geht es hier auch nicht nur um Hund, Katze und Maus, sondern auch um beispielsweise Eichhörnchen, Kolkraben und Hirschen. Er schildert ihr Verhalten in verschiedenen Situationen und belegt damit, inwiefern die Tiere in diesen Momenten Gefühle zeigen.
Alleine von daher wären für mich alle Zweifel daran schon aus der Welt, doch für die großen Zweifler werden Peter Wohllebens Erklärungen noch wissenschaftlich untermauert. Es ist also eindeutig kein Hokuspokus, den er hier behauptet. Alles ist verständlich, nachvollziehbar und logisch.
Mich hat das Hörbuch trotzdem nochmal richtig beeindruckt. Obwohl ich vorher schon vom Seelenleben der Tiere überzeugt war. Vor allem, weil man sich mit Wildtieren allgemein ja doch nochmal weniger befasst als mit Haustieren. Schande über mich!
Ich denke, dieses Hörbuch wird auch die größten Skeptiker zumindest beeindrucken und zum Nachdenken anregen. Es ist wirklich eindringlich und einfühlsam erzählt, sodass man sich sogar in die Tiere einfühlen kann, von denen hier erzält wird. Wirklich beeidruckend!

Gelesen wird das Hörbuch von Peter Kaempfe. Ich habe seiner angenehm tiefen Stimme gerne gelauscht. Er bringt die Emotionen, die in dieser Erzählung stecken, ebenso gut an den Hörer, wie auch den feinen Funken für Humor, mit dem Peter Wohlleben berichtet. So fällt das Zuhören angenehm leicht, was bei einem solch langen Hörbuch sicher nicht schaden kann.

Wenn man das Reh auf dem Cover betrachtet, mit diesem neugierig-vorsichtigen Blick, dann dürften eigentlich niemandem Zweifel daran kommen, dass es eine Seele und Gefühle hat. Eben wie ein Mensch auch. Daher gefällt mir das Motiv zu dieser Erzählung wirklich gut. Und schön ist es obendrein, dass kein Hauster für das Cover ausgewählt wurde.

Fazit:  Für Tierfreunde ein Pflicht-Hörbuch! Aber wie ich finde, auch ein tolles Geschenk für die Zweifler am Seelenleben und den Gefühlen von Tieren. So schön einfühlsam und eindringlich erzählt, so logisch und wissenschaftlich untermauert und so unterhaltsam, dass nach dem Hören alle Zweifel ausgeräumt sein müssten.

Heilige Kuh (David Duchovny / Cathlen Gawlich)

Titel: Heilige Kuh / Verlag: derHörverlag / Spielzeit: ca. 224 min / Buch: David Duchovny / gelesen von: Cathlen Gawlich

heilige kuhInhalt: Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Nun, sie sind alle Teil unserer heutigen Welt. Und in dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Gemeinsam mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Leser viel Wahres über die Menschen erfährt.


Es hat geraume Zeit gedauert bis ich das Hörbuch gehört habe. Dabei hatte es mir der Klappentext auf Anhieb angetan. Dass nun ausgerechnet „Akte X“-David Duchovny die Geschichte geschrieben hat, hat ein Übriges dazu getan. Nun habe ich es gehört und irgendwie, ich weiß einfach nicht recht. Mich hat einiges gestört, anderes hat mir widerum gefallen, aber trotzdem…
Gestört hat mich beispielsweise sofort die Ähnlichkeit mit David Safiers „Muh“. Ich bin kein Safier-Fan, aber es hinterlässt bei mir immer so ein Abgekupfert-Gefühl, wenn sich Geschichten so sehr ähneln. Ich weiß, das kann hier eigentlich nicht sein, aber gegen dieses Gefühl kam ich einfach nie richtig an.
Das ändert aber nichts daran, dass mich das anfängliche Grundthema durchaus angesprochen hat. Das Schicksal dieser Tiere hier, ist eben schrecklich. Und ich hatte vollstes Verständnis dafür, dass sie ihm entfliehen wollen. Und ich finde es sehr gut, den Menschen mal aus Sicht der Tiere aufzuzeigen, was ihre Essgewohnheiten bedeuten.
Auf ihrer Reise müssen die Freunde sich noch mit einigen anderen Dingen und Ereignissen auseinandersetzen, die dem Hörer quasi einen Spiegel vorhalten. Soweit, so gut.
Und doch gibt es genug andere Details, die diesen an sich guten Eindruck widerum geschmälert haben. Ich habe zB eine Menge gegen unflätige Ausdrucksweise. Das scheint aber bei Geschichten amerikanischer Autoren paradoxerweise zum guten Ton zu gehören. Das werde ich nie verstehen. Überhaupt war Elsies Ton dem Hörer gegenüber eher verschreckend. Dann gibt es noch gewisse Dinge, die ich -und das muss man sich in einer Story mal vorstellen, in der Tiere mit einem sprechen- extrem kindisch und albern fand.
Und zuletzt: kann es sein, dass gewisse Dinge im Zuge der Übersetzung extra auf die deutsche Leser- bzw Hörerschaft zugeschnitten wurde? Sowas wirkt halt auch immer arg bemüht. Und wieso ist es überhaupt ein Aushängeschild, wenn Timur Vermes etwas übersetzt hat?

Cathlen Gawlich höre ich immer gerne. Dass sie hier als Sprecherin am Werke ist, hat mir das Durchhalten sehr erleichtert. Sie hat viele Stimmen auf Lager, die gut zu den verschiedenen, schrägen Charaktere passen. Gewisse deutsche (!) Akzente hätte ich nun nicht haben müssen, aber ich gehe mal davon aus, dass das vom Buch her so vorgegeben ist. Von daher muss es wohl einfach so sein.

Das Cover ist in Schwarz-Weiß gehalten, was gut zum Erscheinungsbild der meisten Kühe passt. Von daher passt es für mich auch zu dieser Geschichte. Die hüpfende Kuh ist ganz niedlich geraten und sieht witzig aus.

Fazit: Der größte Knackpunkt ist wohl mein „Abgeschrieben“-Gefühl. Sowas verleidet mir eine Geschichte meist schnell und gründlich. Dann noch oben erwähnte Details wie Ausdrucksweise und Albernheiten dazu, da war fix noch mehr verloren. Der Aufhänger jedoch hat mir gefallen. Und wie dem Hörer hier der Spiegel vorgehalten wird, ist auch ganz gut gelungen. Aber gerettet hat es in Summe dann doch nicht mehr viel. Schade.

Meine wundervolle Buchhandlung (Petra Hartlieb / Irene Kugler)

Titel: Meine wundervolle Buchhandlung  / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 222 min / Buch: Petra Hartleib / gelesen von: Irene Kugler

buchhandlungInhalt: Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sich Petra Hartlieb im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditions-buchhandlung in Wien – und bekam überraschend den Zuschlag. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt.
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind.


Dass ich mir ein Hörbuch mit diesem Titel unmöglich entgehen lassen konnte, dürfte soweit klar sein. Und ich konnte Petra Hartliebs Entscheidung für diese Buchhandlung nur zu gut nachvollziehen. Möglicherweise verrückt, aber verständlich.
In dieser Geschichte erzählt Petra Hartlieb von ihrer Entscheindung mit all ihren Folgen. Und die sind einfach schön anzuhören. Spannung darf man von der Geschichte nicht erwarten, nicht im Sinne von spannend wie ein Krimi oder Thriller. Aber für jemanden, der Bücher wirklich liebt, ist sie sicher doch spannend. Ich war die ganze Zeit neugierig auf die nächsten Ereignisse. Mal geht es dabei lustig zu, dann wieder nachdenklich und immer einfach wunderbar. Schon alleine, weil die Liebe zu Büchern hier aus nahezu jedem Satz herauszuhören ist.
Natürlich hat das Leben als Buchhändlerin auch seine Schattenseiten, doch Petra Hartlieb versteht es, nie ins Jammern zu verfallen. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht leicht ist. Denn der Handel ist nun mal nichts für Feiglinge. Erst recht nicht im Buchhandel, wo man ständig gegen die Onlineanbieter anzukämpfen hat. Das wird hier natürlich auch thematisiert. Für mich hätte es gern etwas weniger Rumgehacke auf Amazon sein dürfen (ich mag Amazon nämlich nachwievor!), aber natürlich: Amazon ist im Buchhandel sicher ein ernstes Thema.
Und so ganz nebenbei hat das Hörbuch bei mir den Wunsch geweckt, in nicht allzu ferner Zukunft Wien zu besuchen. Das wollte ich schon immer gerne, doch jetzt erst recht. Die Stadt und die Leute dort, wie es hier geschildert wird, muss man einfach kennenlernen. Davon bin ich überzeugt.

Irene Kugler habe ich hier zum ersten Mal als Sprecherin gehört und sie hat mir -speziell für diese Geschichte- wirklich sehr gut gefallen. Ihrer Stimme kann man problemlos über längere Zeit hinweg lauschen, ohne dass es je anstrengend wird. Zudem greift sie das Flair und den Humor der Geschichte gekonnt auf. Es klingt durchweg so, als wäre sie genauso verliebt in die Story, wie ich es war.

Das Covermotiv gefält mir ebenfalls.So hübsche Figuren, so farbenfroh und liebevoll gezeichnet, das dürfte jeden Bücher-Fan sofort ansprechend. Auch die „Seiten“ des Digipaks sind in dieser Art gestaltet. Da macht das Blättern und das Herausnehmen der CDs umso mehr Spass.

Fazit:  Mir hat „Meine wundervolle Buchhandlung“ sehr gut gefallen! Es ist aber klar ein Hörbuch für absolute Buch-Liebhaber. Nur sie werden sich hier so richtig wohlfühlen, und das im Nullkommanichts. Ich war richtig enttäuscht als das Hörbuch aus war. Ich hätte Petra Hartliebs Erlebnissen noch viel länger lauschen können.

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