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Faust Jr. – Die Wissensdetektei (10) – Das Phantom der Tiefsee

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (10) – Das Phantom der Tiefsee / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: ingo Naujoks, Luna Jahrreiss, Marie-Luise Marjan ua

faust11Inhalt: Die letzten Geheimnisse lauern unter Wasser: Riesenkalmare mit langen Tentakeln, Anglerfische, die ihre Beute mit Licht in ihre Rachen locken und Bakterien, die ohne Sauerstoff in der Tiefsee überleben. Privatdetektiv Frank Faust träumt davon, eine völlig unbekannte Art zu entdecken. Das würde ihn endlich reich und seine Wissensdetektei berühmt machen. Also taucht er ab in ein neues Abenteuer. Das erste Ungeheuer, was er trifft, hat noch einen vertrauten Namen: Mama.


Es scheint Faust im englischsprachigen Raum zu gefallen. Ermittelte er im vorigen Fall in England, so beginnt dieses Abenteuer in Schottland. Es startet mit der durchaus interessanten Frage, ob es Nessie tatsächlich gibt, zieht dann aber bald weitere Kreise. Dabei muss Faust oft unter die Oberfläche schauen. Vor allem unter die Wasseroberfläche.
Einmal mehr ein spannender Fall, der den Wissensdetektiv zu verschiedenen Stationen rund um das Leben im Wasser führt. Dabei geht es mal mysteriös zu, wenn zB das Rätsel um Nessie zur Sprache kommt oder die Frage im Raum steht, ob es Riesenkalmare gibt, die ganze Schiffe versenken können. Dann wieder wird man von einem echten Seebären in die Welt von Kapitän Nemo entführt, was die Phantasie auf Trag bringt. Und schließlich wird es bei einer echten Tauchfahrt so richtig gefährlich und man hat allen Grund um Faust zu bangen. So ganz nebenbei lernt man noch eine Menge über Nessie, das Meer und seine Bewohner. Und zwar gemeinsam mit Faust, der nie als Oberlehrer dasteht und Vorträge hält. Das gefällt mir unter Anderem am besten an dieser Reihe: dass man meist mit Faust auf dem gleichen Wissensstand ist.
Lediglich das Ende selber fand ich etwas dünn. Dafür der ganze Trubel zuvor?
Rund um das Tiefseeabenteuer geht es natürlich auch wieder gewohnt spaßig zu. Vor allem Faust und seine Mutter sind für manchen Lacher gut. Und sicher nicht nur bei den jungen Hörern. Ich habe jedenfalls wieder sehr lachen müssen, auch über den Sprach-Mix aus Englisch und Deutsch: Er hat gebirthday gehaved! Zu schön!

Die Sprecherliste zeigt sich mit gerade mal sechs Sprechen ausgesprochen übersichtlich. Doch diese sechs Sprecher sorgen für so bunte Unterhaltung, dass das gar nicht ins Gewicht fällt. Ingo Naujoks mimt den ständig abgebrannten und sympathisch verwegenen Detektiven amüsant wie eh und je. Marie-Luise Marjan geht in der Rolle von Fausts Mutter so richtig auf. Und Luna Jahrreiss gibt einemal mehr eine pfiffige und freche Nichte Luna.
Übrigens hat es mich sehr gefreut, dass bei den Englisch sprechenden Experten nicht mehr gleichzeitig übersetzt wird. Das war mir bei der vorigen Folge ja zu viel gewesen. Hier wird nach und nach übersetzt. Mal durch den Sprecher, mal übersetzt Faust ein paar Brocken. Das hört sich so viel leichter und man versteht trotzdem alles!

Ein Lob verdient auch die Musikkulisse, die oft für ein geheimnisvolles Flair sorgt, dann und wann sogar für ein wenig angenehmen Grusel. Aber keine Angst, so wild ist es nicht. Für Kinder ab 10 Jahren geht das absolut in Ordnung. Ältere Hörer dürften sich an solchen Details erfreuen wie beispielsweise dem Musikwechsel hin zu einer James Bond-Melodie als das Thema darauf kommt. Schön und gewitzt gemacht!

Mit dem Cover taucht man direkt in die Tiefsee ein. Es wirkt ein bisschen gruselig und finster, eben so wie ich es für einen Krimi bzw eine Detektivreihe gerne mag. und es macht neugierig, was Faust dort unten inmitten dieser Geschöpfe zu suchen hat. Im Booklet findet man Links zu den Orten, die Faust in der Geschichte aufsucht. So kann man -für’s Erste per Internet- mal dort vorbeischauen. Und später vielleicht sogar in echt.

Fazit:  „Faust“ ist und bleibt für mich die Edutainment-Serie schlechthin! Interessant, lehrreich, spannend, humorvoll und mit herrlich schrägen Charakteren. Da macht das Hören und sogar das Lernen einfach riesigen Spass!

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (09) – Der unsterbliche Artus

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (09) – Der unsterbliche Artus / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 79 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Luna Jahrreiss, Ralph Erdenberger, Jochen Malmsheimer, Bodo Primus ua

faust09Inhalt: Privatdetektiv Frank Faust ist aufgeregt! Zum ersten Mal macht er Urlaub mit seinem Vater in England. Dort wollen sie das große Rätsel lösen: Wer war Artus? Wo liegt die Burg Camelot? Gibt es die Tafelrunde, den heiligen Gral, Merlin und Excalibur wirklich? Doch nach einem Streit ist Fausts Vater auf einmal verschwunden und schwebt in größter Gefahr.


Mein Wissen über Artus und Excalibur beschränkte sich bislang auf den Disneyfilm „Die Hexe und der Zauberer“. Das ist nicht viel, das gebe ich frank und frei zu.
Frank? Genau! Detektiv Frank Faust nämlich sollte nun meinem Wissen mal ordentlich auf die Sprünge helfen. Dank seiner manchmal etwas trotteligen, aber immer liebenswerten und humorvollen Art könnte ich mir niemand Besseren dafür vorstellen. Als Faust begreift, dass die Reise mit seinem erst kürzlich gefundenen Vater nicht nur dazu dient, einander besser kennenzulernen, da nimmt das neue Abenteuer auch schon seinen Lauf. Ehe Faust es sich versieht, steckt er mitten drin in den Legenden um Artus, seine Herkunft, die berühmte Tafelrunde, Merlin, Avalon und das sagenumwobene Schwert Excalibur.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte um Artus so umfassend ist und habe entsprechend ganz schön gestaunt. Bei Fausts Nachforschungen stehen ihm wie von der Reihe gewohnt wieder einige Experten zur Seite. Das Besondere hier ist, dass es unweigerlich überwiegend englischsprachige Experten sind. Etwas anderes hatte ich allerdings auch gar nicht erwartet. Das bedeutet aber auch, dass ihre Texte übersetzt werden müssen. Das gelingt hier aber ganz prima und schön locker. Stumpfe Übersetzungsparts hat man nicht zu befürchten. Trotzdem kamen mir diese „doppelten“ Erzählparts manchmal ganz schön wuchtig vor. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Es gibt also einmal mehr eine Menge zu lernen. Ich bin wie immer beeindruckt davon, wie leicht es dieser Reihe gelingt unaufdringlich so viel Wissen zu vermitteln.
Dazu trägt natürlich wesentlich bei, dass es hier nicht nur um’s Lernen geht. Stets wird dabei auch ein spannendes Abenteuer erzählt. Das um Artus hat mir besonders gefallen. Ich finde, die regenerische Szenerie steht der Geschichte um Artus, Höhlen und Burgen ganz prima und sie ist ideal für einen Kriminalfall. Außerdem beweist Luna hier, dass sie ihrem Onkel selbst auf Entfernung eine klasse Assistentin ist, und ein alter Bekannter hat ebenfalls wieder seine Finger mit ihm Spiel.

Die Sprecher liefern auch bei dieser Folge einen tollen Job ab. Mir gefällt es immer wieder, wie Ingo Naujoks den Detektiv zwar oft ein wenig trottelig klingen lässt, aber sofort auf listig und gewitzt umschaltet, wenn Faust eine Entdeckung gemacht hat. Luna Jahrreiss sorgt dafür, dass ihre Figur sich mit jeder Folge hörbar mausert und cooler wird. Und Jochen Malmsheimer gibt einen wunderbar schrägen Erfinder Heinrich Kilanowski, der mit der Vaterrolle noch so seine Problemchen hat. Bodo Primus darf dieses Mal nicht nur erzählen und sich gelegentlich mit Faust unterhalten, er muss hier oft auch übersetzen. Doch auch das meistert er ohne Schwierigkeiten. Ralph Erdenberger ist wieder als aufmüpfiger und manchmal zickiger Pipi mit von der Partie. Und auch die Experten in dieser Folge fügen sich wunderbar ein. Man hört ihnen an, dass ihnen ihr Job und die Mitarbeit an dem Hörspiel Spass macht.

Einige stimmungsvolle Musikstücke verleihen der Geschichte die nötige Atmosphäre. Das klingt mal krimimäßig, dann wieder phantastisch und in der nächsten Szene kribbelig-spannend. Eine feine und sehr passende Mischung.

Das Cover finde ich etwas zu historisch mit dem Torbogen, dem Kopf der Artus-Statue und dem Stein mit Excalibur. Ob das so reizvoll auf Kinder / Jugendliche wirkt? So ganz überzeugt bin ich davon nicht. Aber es sind natürlich wesentliche Elemente der Legende um Artus. Im Booklet findet man viele Fotos von den Orten, die im Hörspiel erwähnt und besucht werden. Außerdem gibt es eine Karte, auf der man sich Fausts Reiseroute ansehen kann.

Fazit:  Faust ist und bleibt für mich das Paradebeispiel dafür, wie gut man auf spannende und witzig-unterhaltsame Art Wissen vermitteln kann. Das Abenteuer um Artus ist spannend, interessant und wirkt manchmal geradezu phantastisch. Da macht das Lernen einfach Spass!

naseneu

Rätsel der Erde – Kriminalistik – Von Sherlock Holmes zu CSI

Titel: Rätsel der Erde – Kriminalistik – Von Sherlock Holmes zu CSI / Verlag: Headroom / Spielzeit: 78 min / Sprecher: Norman Matt, Edda Fischer, Mark Benecke, Matthias Haase, Udo Schenk ua

rdekrimiInhalt: Seit wann werden eigentlich Fingerabdrücke zum Aufklären von Verbrechen eingesetzt? Was ist ein genetischer Fingerabdruck? Und kann man mit Fliegenmaden einen Mord aufklaren? Gemeinsam mit dem bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke erklärt Autorin Daniela Wakonigg die faszinierende Welt der Kriminalistik und erzählt deren nicht weniger fesselnde Geschichte. Eine Geschichte, in der der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes bis heute eine wichtige Rolle spielt und das, obwohl es ihn nie wirklich gegeben hat.


Diese Episode der Reihe klang für mich ausgesprochen verheißungsvoll. Einfach weil das Thema weder sonderlich wissenschaftlich, noch groß historisch klingt. Stattdessen versprach der Titel ganz klar Spannung. Das Thema „Kriminalistik“ wird hier von den Wurzeln an angegangen. so erfährt man zunächst einiges über den Umgang mit als Verbrecher denunzierten Leuten im Mittelalter. Wie man damals an Geständnisse kam, und wie einfach die Richter es hatten, wo doch niemand erst Beweise für die Tat erbringen musste. Dann kommt die Sprache auf die Romanfigur Sherlock Holmes und in kurzen gespielten Szenen erlebt man ihn und Watson bei ihren Nachforschungen. Nun bin ich bekanntermaßen kein Holmes-Fan, aber es hat mich doch beeindruckt, wie wesentlich einige seiner Erkenntnisse und Vorgangsweisen auch heute noch für Ermittler gelten. Indem diese Verbindung zwischen dem erdachten Holmes und den heutigen Ermittlern herausgestellt wird, wird der Bogen ins Heute geschlagen. Nun hat Kriminalbiologe  Mark Benecke seinen großen Auftritt, und er führt von nun an durch dieses Wissenshörspiel. Dabei berichtet er ausführlich von seiner und der Arbeit anderer Kriminologen, die sich auf andere Gebiete spezialisiert haben. Das ist spannend anzuhören und es gibt dabei eine Menge zu lernen. Berücksichtig man, welcher Beliebtheit sich Serien wie „CSI“ erfreuen, dürfte das Thema so auch bei jugendlichen Hörern ankommen. Auch wenn es einem doch ein wenig die Augen darauf öffnet, wie wenig realistisch diese Serien oft sind.

Anfangs sind vornehmlich Norman Matt und Edda Fischer zu hören, die als Erzähler durch das Wissensfeature führen. Mir gefällt es immer wieder, wie locker sie so zahlreiche Fakten vermitteln. Speziell, wenn sie sich dabei quasi unteralten, was die Sache ungemein auflockert. Sonst liegt der Löwenanteil in Sachen Sprecher klar bei Kriminalbiloge Mark Benecke. Ich hatte zwar das Gefühl, dass es sich auch einfach gerne selber reden hört, aber glücklicherweise klingt er dabei sympathisch, erzählt herrlich locker und flott weg, und hat unüberhörbar einen Sinn für Humor. Da habe ich gerne zugehört und hier und da doch auch mal schmunzeln müssen.

Musikalisch geht es hier sehr abwechslungsreich zu. Anfangs sind recht altmodische Stücke zu hören. Mittelalterlich ganz zu Beginn, altertümlich als man auf Holmes zu sprechen kommt. Später werden die Klänge dann moderner und gehen eher in Richtung Krimi von heute. Mir gefällt diese Vielfältigkeit, denn sie zeugt von der Sorgfalt, die Headroom bei ihren Produktionen walten lässt. Das gilt auch für die gespielten Szenen, die erstmal generell schon anders klingen als der Rest, davon aber abgesehen auch Hörspiel vom Feinsten bieten.

Holmes und CSI im Titel, da gehören der Meisterdetetiv und ein CSIler auch auf das Cover. Klappt man das Digipack auf, wirkt die Aufmachung zunächst etwas chaotisch. Da lohnt ein zweiter, genauerer Blick, denn im „Cahos“ verbergen sich zahlreiche Elemente aus der Erzählung. Zudem sind einige Fakten nochmal kurz aufgeführt. Entweder erklärend, oder als Ratespiel getarnt. Ich mag diese Aufmachung sehr!

Fazit:  Eine interessante Zeitreise durch die Geschichte der Kriminalistik. Mich hat sie am meisten damit überrascht, dass so vieles von Holmes auch für heutige Ermittler noch von Bedeutung ist. Das wird mein Verhältnis zum Meisterdetektiven zwar sicher nicht ändern, aber beeindruckend ist es doch.

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (08) – Der erste Mensch

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (08) – Der erste Mensch / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 77 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Marie-Luise Marjan, Luna Jahrreiss ua

faust08Inhalt: Wer war der erste Mensch? Was unterschied ihn vom Affen? Frank Faust interessiert sich brennend für diese existentiellen Fragen. Vor allem, als er ein Foto seines unbekannten Vaters findet. Wer ist sein direkter Vorfahr? Weiß sein Vater überhaupt, dass er sein Sohn ist? Fausts achter Fall wird zu einer Reise zu den eigenen Wurzeln und den Anfängen der Menschheit.


Es ist immer wieder eine Freude für mich, wenn eine neue Folge dieser Reihe erscheint. Sie schafft es wie keine andere, mich für Themen zu begeistern, die mich sonst maximal minimal interessieren. Dieses Mal begibt sich Faust auf die Spuren der Menschheit. Dabei wirft er einen genaueren Blick sowohl auf die tatsächlich ersten Menschen und deren Leben, als auch auf die heutigen, modernen Methoden um zB verwandtschaftliche Beziehungen bestimmen zu können. Der Grund für Letzteres ist vor allem die Frage nach Fausts Vater, die ihm beim Anblick eines Fotos in den Kopf kommt. Natürlich muss auch ihr nachgegangen werden. Und damit ist er nicht mehr nur außenstehender Ermittler, sondern selbst eingebunden. Damit wird das vermittelte Wissen für den Hörer greifbarer. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und empfindet dieses Wissen nicht abstrakt wie es eine Lehrstunde oft ist, sondern als etwas, das die Hauptperson selbst betrifft. Das Aushängeschild dieser Serie ist für mich aber immer noch dieser sagenhafte Humor. Der steckt in Fausts flapsiger Art, einer Menge Situationskomik, gewitzten Dialogen und einer Reihe witziger Details. Ich habe so oft wirklich lachen müssen und bitte, bitte, liebe Macher haltet das unbedingt so bei! Und auch diese speziellen Gags, die durchblicken lassen, dass man durchaus auch erwachsene Hörer amüsieren möchte 😉
Am Ende hat man dann auf höchst witzige und interessante Art wieder eine ganze Menge gelernt. Außerdem hält das Ende eine Antwort bereit auf die anfängliche Frage nach Fausts Vater. Die hatte ich so zwar nicht erwartet, aber sie lässt doch sehr für weitere Folgen hoffen!

Ingo Naujoks gibt auch hier wieder einen unnachahmlichen Frank Faust. Ich mag diesen schnodderigen Ton sehr gerne und er vermittelt mir stets ein klares Bild dieses ungewöhnlichen Detektivs. Marie-Luise Marjan ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Klar irgendwie, dass die Mutter nötig ist, wenn der Vater gesucht wird. Sie lässt Fausts Mutter symapthisch und gluckenmäßig klingen, kann aber auch äußerst resolut werden. Luna Jahrreiss hat mich in einer Szene zu Tränen des Mitgefühls gerührt. Natürlich ist auch wieder eine Reihe Experten mit am Werk, die mir hier durchweg gut gefallen haben.

Der Soundtrack ist gut gemischt. Er klingt überwiegend typisch krimimäßig, aber in bestimmten Szenen fühlt man sich Dank der Untermalung zB auch mal in einen James Bond – Film versetzt. Das mag jetzt so klingen als könne das nicht wirklich passen, aber ich verspreche es: es passt!

Mit dem Totenschädel und der Auge ist der Cover ein Blickfang. Schön düster wie es sich für einen Krimi gehört, aber eben auch mit Elementen ausgestattet, die  zu dr Frage nach dem ersten Menschen passen. Wer selber mal in das Neandertal-Museum nach Mettmann möchte um dort auf den Spuren von Faust und den ersten Menschen zu wandeln, der findet im Booklet die Kontakdaten des Museums.

Fazit: Interessant, spannend und zum Kaputtlachen komisch ohne dabei je platt daherzukommen. Wenn mir ein Hörspiel Wissen vermitteln möchte, dann bitte nur so und nicht anders!

Abenteuer und Wissen – Leonardo da Vinci – Die Welt des Universalgenies

Titel: Abenteuer und Wissen – Leonardo da Vinci – Die Welt des Universalgenies / Verlag: Headroom / Spielzeit: ca. 78 min / Sprecher: Walter Gontermann, Alexander Baumeister, Bernt Hahn ua

Inhalt: Leonardo da Vinci ist seinen Zeitgenossen weit voraus. Der Künstler schafft monumentale Skulpturen, zeichnet geniale Porträts und fertigt anatomische Skizzen an. Doch auch Bauwerke entwirft er, konstruiert Flugmaschinen, Abwassersysteme, Brennspiegel, einen automatischen Bratenspieß, Kriegsmaschinen und viele andere Erfindungen. – Berit Hempel erzählt die spannende Geschichte von Leonardos rastlosem Leben im Dienst der Mächtigen seiner Zeit. Prof. Dr. Horst Langer entführt uns im Interview in die Welt der Renaissance und berichtet über das Wirken des Künstler-Ingenieurs .


Nach Albert Schweitzer ist nun also Leonardo da Vinci Thema in dieser Serie. In der gewohnten Mischung aus erzählten und gespielten Passagen begleitet man da Vinci von Kindheit an bis ins hohe Alter. Dabei wird er so normal und menschlich beschrieben, dass man automatisch mit ihm hofft, bangt oder seine Freude mitempfindet. So ging es mir jedenfalls, denn auch ich kannte aus der Schule bislang nur den Namen, ein paar Daten und einige seiner Werke. Dass er solch ein Multitalent was, das wusste ich beispielsweise gar nicht. Mal kann hier also auch als Erwachsener noch etwas lernen. Und jungen Hörern, die in der Schule vielleicht gerade stur Daten und Werke auswendig lernen, könnte dieses Wissens-Feature das Thema eventuell etwas schmackhafter machen. Denn nach Schule klingt es nicht eine Minute lang.

Matthias Haase gibt einen ausgesprochen sympathischen da Vinci, dem ich gerne bei seinen Überlegungen gelauscht habe. Und auch wenn ich sonst kein solcher Fan von Kindersprechern bin, so hat mir Mats Mügge als da Vinci Junior prima gefallen. Obwohl sein Charakter später als Genie gefeiert werden wird, lässt er ihn als Jungen noch wie einen normalen Lausebengel klingen. Prof. Dr.-Ing. Horst Langer ist als Experte bei diesem Hörspiel mit dabei und ich finde, er fügt sich außerordentlich gut in die Reihe der Sprecher ein.

Auch musikalisch und in Sachen Geräuschkulisse wird hier einiges geboten. Eine ganze Reihe zeitgenössisch anmutender Stücke sorgen für das nötige Flair und entführen einen in da Vincis Zeit. Die Geräusche veranschaulichen auch bei dieser Folge das Geschehen sehr gut. Auch diese beiden Elemente tragen wesentlich dazu bei, dass man hier nie das Gefühl hat, in einer Schulstunde zu sitzen.

Das Booklet ist wieder sehr umfangreich und aufwändig gestaltet. Hier findet man noch mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten über das Universalgenie und seine Werke. Und auch das Cover gewährt bereits einen kleinen Blick darauf, was der abgebildete da Vinci seinerzeit erdachte.

Fazit:  Ein wirklich toll gestaltetes Hörspiel, das ein Genie wie da Vinci so normal darstellt, dass man sich sofort in ihn und seine Zeit einfühlen und so lernen kann.

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