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Creature – Gefahr aus der Tiefe (Morton Rhue / Aleksander Radenkovic)

Titel: Creature – Gefahr aus der Tiefe / Verlag: Jumbo, GoyaLibre / Spielzeit: ca. 360 min, 4 CDs / Buch: Morton Rhue / gelesen von: Aleksander Radenkovic

Inhalt: Der junge Ismael weiß, dass er auf der Erde keine Perspektive hat: Die Umwelt ist vollkommen zerstört, eine ewige Smogwolke hängt über dem Planeten und die Sauerstoffvorräte werden knapp. Nur die Ressourcen, die von anderen Planeten zur Erde geschickt werden, lassen die Menschheit überleben. Kurz entschlossen heuert Ismael auf einem Walfangschiff auf dem Planeten Cretacea an und schon bald macht er mit seinen Kameraden und Kapitän Ahab Jagd auf die gefährlichsten Meereswesen, die es auf der Erde schon lange nicht mehr gibt.


Obwohl ich weiß, dass Morton Rhue bereits viele Bücher geschrieben hat, war dies doch meine erste Geschichte von ihm. Mich sprach ausnahmsweise mal das Phantastische, Dystopische an, wofür ich sonst nicht mehr so zu haben bin. Aber im Vergleich zu anderen Büchern von Rhue war es ein Pluspunkt für mich.
Die Story malt ein schauriges Bild von der Erde und ihrer Zukunft, sodass man leicht navollziehen kann, dass Ismael von dort flieht und versucht, das Geld aufzutreiben, das es braucht um seine Familie zu retten. Davon abgesehen musste ich mir Ismael aber doch erstmal quasi erarbeiten. Anfangs wirkt die Figur nicht allzu griffig. Doch Ismael entwickelt sich, man bekommt Einblicke in seine Vergangenheit und zahlreiche gefährliche Situationen holen nach und nach alles aus dieser Figur heraus. So habe ich mich nach und nach doch gut mit ihm angefreundet.
Ein bisschen zu kurz kommen dagegen mehrere andere Figuren, die mir leider zu sehr Nebenfiguren blieben. Allen voran: Gwen. Nichtsdetotrotz, man fiebert unweigerlich mit Ismael und auch den übrigen Charakteren mit. Das ergibt sich einfach vor dem Geschehen, das mit diversen actionreichen Szenen punktet, die Dramatik und Spannung in die Geschichte bringen.
„Creature“ erinnert ein wenig an den Klassiker „Moby Dick“. Das ist alleine an den Namen „Ismael“ und „Kapitän Ahab“ bereits gut zu erkennen. Meinem Eindruck nach ist das aber nur eine Art kleiner Funke, aus dem sich trotz dieser Anlehnungen ein ganz anderes, neues Abenteuer entwickelt. Mir hat das gut gefallen, da ich nicht so der Fan solcher Klassiker bin, es aber eben immer mag, wenn kleine Details daraus für neue Erzählungen genutzt werden.

Aleksander Radenkovics Stimme passt gut zur Geschichte und zu Ismael. Seine Stimme klingt passig jung und er findet auf dezente Art für die Figuren jeweils eigene Stimmen. Genauso gut gelingt es ihm, die Stimmungen der einzelnen Szenen aufzugreifen und auch Ismaels Launen überzeugend rüberzubringen.

Ich mag Blau. Es ist so und deshalb sprach mich das Cover auch auf Anhieb an. Die Szene mit dem Schiff auf stürmischer See und mit hohen Wellen bürgt bereits für eine spannende Abenteuergeschichte. Gleichzeitig bekommt man einen Blick auf die Unterwasserwelt geboten, wo die Gefahr lauert. Ein absolut passendes Motiv zur Geschichte.

Fazit: „Creature“ nimmt einige kleinere Anleihen an „Moby Dick“, ist davon abgesehen aber weit davon entfernt. Es ist eine ganz eigenständige, spannende Geschichte, mit Einschlägen in Richtung Fantasy und Dystopie. Obwohl beides sonst eher nicht mehr mein Ding ist, hat mir „Creature“ wirklich prima gefallen und ich bin den Abenteuern von Ismael und seinen Leuten mit Vergnügen und Neugier gefolgt.

Sturz in die Zeit (Julie Cross / Matthias Köberlin)

Titel: Sturz in die Zeit / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 729 min, 1 mp3-CD / Buch: Julie Cross / gelesen von: Matthias Koeberlin

Inhalt: Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten.


Über 12 Stunden Hörbuch sind ein ganz schöner Brocken. Daher stand das Hörbuch bei mir auch geraume Zeit im Regal, aber nun habe ich mir nach und nach doch die Zeit dafür genommen. Ich mag Geschichten um Zeitreisen seit „Zurück in die Zukunft“. Meiner Meinung nach eine Richtung, aus der man viel machen kann, das einem noch nicht an jeder Ecke mal begegnet ist. Hier hat mir schon mal generell gefallen, dass es eine männliche Hauptfigur gibt. Das kommt mir im Jungendgenre im Verhärltnis viel zu selten vor. Jackson gefiel mir auch sonst, zumal er für sein Alter schon sehr vernünftig und bedacht ist. Und auch mit seinem nerdigen Kumpel bin ich schnell warmgeworden. Mit Holly hatte ich dagegen so meine Probleme. Ihre Figur bleibt sehr blass. Aber vielleicht ändert sich das im Verlauf der Trilogie ja noch. So ein erster Teil muss ja in vielerlei erstmal die Grundsteine der Story legen. Diese Zeit und Gelegenheit nimmt „Sturz in die Zeit“ auch wahr, was ich ganz berechtigt finde.
Dennoch muss man auf Spannung und Action keineswegs verzichten. Alleine die Zeitsprünge sorgen schon für Schwung und Tempo. Und Jackson hat auch immer wieder gefährliche Situationen zu meistern, da fiebert man schnell mit. Allerdings muss ich auch sagen, dass es Momente gibt, in denen gerade damit etwas übertrieben wird. Da muss man gut bei der Sache sein um durchzublicken. Vor allem, weil man ja obendrein noch stetig grübelt, was eigentlich hinter den Ereignissen stecken könnte. Dieser erste Teil gibt so manches Rätsel auf und ich hoffe sehr, dass all diese Ereignisse, Finten und verschiedenen Handlungsfäden letztlich zu einer schlüssigen Auflösung führen werden. Ein paar Zweifel habe ich daran schon, muss ich zugeben. Eben weil es -wie erwähnt- hier und da etwas viel wird.

Matthias Koeberlin kann man ohne Probleme über längere Zeit hinweg lauschen. Seine ruhige Stimme hat mir das ausgesprochen leicht gemacht. Gleichzeitig hört man bei ihm gut heraus, wen er gerade spricht bzw liest. Das ist bei einer solchen Geschichte, die schon im ersten Teil recht komplex wird, für mich ganz wichtig.

Das Cover gefällt mir insgesamt gut. Es wirkt düster und mysteriös, der Nebel hat etwas und die ins Dunkel getauchte Stadt ebenfalls. Jackson ist mir dagegen etwas zu offensichtlich am Computer entstanden. Wieder andererseits finde ich es gut, dass man dem Hörbuch kein Schönlingsgesicht aufgedrückt hat wie es so oft bei (Hör)büchern mit Mädchen auf dem Cover der Fall ist. Da bin ich also etwas unentschlossen.

Fazit:  Dieser Auftakt einer Trilogie nimmt sich zwar Zeit um die Grundsteine für die ganze Story zu legen, hat dabei aber auch rasante und spannende Szenen in petto. Langweilig wird es also nicht. Hier und da hatte ich aber auch den Eindruck, dass für einen ersten Teil etwas zu viel aufgeboten wird. Da muss man schon bei der Sache sein, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Durchblick zu behalten. Ich hoffe, diese Masse schon zu Beginn endet im Laufe der Trilogie nicht gänzlich im Chaos.

Elanus (Ursula Poznanski / Jens Wawrczeck)

Titel: Elanus / Verlag: der Hörverlag / Spielzeit: ca. 11h 33 min, 1 mp3-CD / Buch: Ursula Poznanski / gelesen von: Jens Wawrczeck

Inhalt: Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jona auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme. Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.


Was tut man, wenn der Vorrat an Hörspielen / Hörbüchern auf einer CD erschöpft ist, man knöpft sich einen wahren Hörbuch-Brocken vor. So habe ich die letzten Tage zu großen Teilen mit „Elanus“ verbracht. Ursula Poznanskis Jugendbücher waren noch nie wirklich mein Fall. Da ich aber ihre Erwachsenenthriller sehr gerne mag, hoffe ich immer, auch im Jugendbreich mal solch einen Knaller anzutreffen.
Bei „Elanus“ war das allerdings leider auch nicht der Fall, das nehme ich direkt mal vorweg. Zum Großteil liegt das ausgerechnet an Hauptperson Jona, der mir mit seiner Arroganz und Überheblichkeit tierisch auf den Keks ging. Junge, fang dich mal, du bist mal gerade siebzehn Jahre alt! Hochbegabung hin oder her! Das ging mir mehrfach durch den Kopf. Andererseits wiederum muss ich zugeben, dass ich sein Handeln schon an einer Ecke nachvollziehen konnte, denn ich weiß, wie es ist, wenn man überall unbeliebt ist und nirgends so richtig reinpasst. Da kommt man schon auf fiese Gedanken. Alleine deshalb habe ich der Story schon eine weitere Chance gegeben.
Die Idee mit der Drohne war dann auch wieder ganz nach meinem Geschmack. Und wenn es hundertmal fies ist, Mitschüler / Mitmenschen mit technischem Firlefanz auszuspionieren, irgendwo ist es ja doch auch wieder cool. Vor allem brachte das letztlich auch endlich etwas Spannung in die Handlung. An der mangelt es anfänglich doch arg. Und ja, ich konnte aus genannten Gründen auch verstehen, dass Jona sich rächen möchte.
Jonas Aktionen laufen dann aber bald aus dem Ruder, plötzlich ist sein eigenes Leben bedroht. Ein zweiter Funken (mehr war es aber auch hier nicht) Spannung kam somit auf. Es gibt durchaus schreckliche, teilweise auch schon fast schaurige Szenen und ich habe mich hin und wieder gefragt, wie Jonas seinen Hals aus der Schlinge bekommen will. Andererseits ist er ja ein ach so helles Köpfchen, daher gab es für mich nicht so viele Zweifel daran, dass es ihm irgendwie gelingen würde. Und schon war das Fünkchen Spannung auch wieder verpufft.
Bestand hatte die Spannung für mich hier also nie so richtig.

Ein toller Sprecher kann mir ruhig auch mal eine mittelmäßige Geschichte vorlesen, meist kann ich ihr alleine deshalb schon etwas mehr abgewinnen. Daher war ich über Jens Wawrczeck als Sprecher mehr als froh. Ich mag seine Stimme, sie passt gut zu Jona, zu der Story und er liest wunderbar lebendig. Das ist bei elfeinhalb Stunden Hörbuch für mich auch ganz, ganz wichtig. Natürlich habe ich in Häppchen gehört, aber trotzdem!

Das Cover gefiel mir von Anfang an sehr gut. Ich mag das kräftige Grün, das seltsame Muster und das Kamerauage ist einfach ein Hingucker. Damit ist im Hörbuchregal im Laden auch schon sehr viel gewonnen.

Fazit: Genau wie Ursula Poznanskis vorige Jugendbücher hat mir auch „Elanus“ nicht wirklich gefallen. Die Idee mit der Drohne und dem Ausspionieren der Leute fand ich cool. Ich konnte auch Jonas Beweggründe nachvollziehen, ansonsten aber fand ich den arroganten Kerl aber meist einfach nur nervig. Und jedes Mal, wenn Spannung aufkeimte, wurde sie recht schnell wieder zunichte gemacht. Schade.

Die 5. Welle (Rick Yancey / Merete Brettschneider, Achim Buch, Philipp Baltus)

Titel: Die 5. Welle / Verlag: derHörverlag / Spielzeit: 874 min, 2 mp3-CDs / Buch: Rick Yancey / gelesen von: Merete Brettschneider, Achim Buch, Philipp Baltus

Inhalt: Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und wird schon bald mit der Grausamkeit der fünften Welle konfrontiert.


Da niemand mit den Film zur Geschichte wollte und ich aktuell wenig zum Lesen komme, habe ich diese Reihe nun als Hörbuch begonnen. Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, geht von der Story aus dem Buch wenigstens nicht verloren. An sich habe ich es gar nicht mehr bzw nur in sehr engen Grenzen mit Dystopien und Apokalypsen. Diese allerdings kommt dermaßen düster und unheilvoll daher, dass es für mich in Ordnung geht. Außerdem hat die Menschheit es hier mit Aliens zu tun, was ebenfalls ganz nach meinem Geschmack ist. Wobei man jedoch nie genau weiß, wer oder was da mit dem Raumschiff gelandet ist, denn „die Anderen“ (wie sie genannt werden) treten niemals in Erscheinung. Sie bringen „nur“ die Wellen an Unheil über die Menschen, die für zahllose Tote sorgen. Die Wellen steigern sich von Mal zu Mal, werden immer grausamen und das sorgt natürlich immens für Spannung.
Cassie ist in dieser Welt auf sich alleine gestellt und kämpft ständig ums nackte Überleben. Ich habe sie sehr für ihren Mut bewunert, fand es aber andererseits auch gut, dass man immer auch ihre Einsamkeit und Traurigkeit heraushört. In Monologen erzählt sie von der Zeit vor der Invasion, wodurch ich ihre Situation noch einmal tragischer fand.
Es gibt aber noch zwei weitere Perspektiven aus denen ab einem bestimmten Punkt erzählt wird. Speziell die von Cassies fünfjährigen Bruder nimmt einen beim hören sehr mit. Wenn so ein kleiner Mensch von einer solch grausamen Welt erzählt, ist das schon erschreckend. Bens Perspektive dagegen hat bei mir wenig Eindruck hinterlassen.
Da gefiel mir Evan dann doch deutlich besser, zumal er sich trotz allem seine Menschlichkeit bewahrt hat. Er und Cassie ergänzen sich prima und ich habe gespannt verfolgt, wie sie sich durchschlagen.
Die Geschichte bringt alles mit, was man sich von ihr nur wünschen kann. Sie hat Tempo, ist spannend und dramatisch und teilweise geht es ganz ordentlich zur Sache. Solche Action muss man vertragen können, sonst hat es mit „Die 5. Welle“ keinen Zweck.

Merete Brettschneider gefällt mir als Stimme von Cassie sehr gut. Sie bringt deren Gefühlslagen und Stimmungen absolut glaubhaft rüber, wodurch man nochmal mehr mit ihr mitfiebert und für sie hofft. Auch Achim Buch und Philipp Baltus kann man problemlos über längere Zeit hinweg lauschen ohne dass es je anstrengend wird. Zudem sorgen die drei Sprecher auch für eine gewisse Abwechslung. Obwohl die Geschichte schon rein inhaltlich nie langweilig ist, sorgt das doch nochmal für eine gewisse Auflockerung und Abwechslung.

Das Cover zeigt wohl eine Filmszene, wie es aussieht. Ich weiß es nicht, denn den Film habe ich, wie schon geschrieben, noch nicht gesehen. Aber zumindest vom Stil her ist es sicher an den Film angelehnt. Im Hintergrund ist die zerstörte Stadt zu sehen, vorne Cassie und Evan mit ihren Waffen. Beides vermittelt einen guten Eindruck und zwei der wichtigsten Fakten über die Geschichte.

Fazit:  Mir hat „Die 5. Welle“ vom Anfang bis zum Ende gut gefallen, Spannend, rasant, düster, actionreich und erfreulich schonungslos dem Hörer gegenüber. Und vor allem mit einer erfrischend neuartigen Bedrohung. Endlich mal etwas, das aus dem Einheistbrei herausragt. Den Film sehe ich mir sicher auch noch an und an der Hörbuchreihe bleibe ich ebenfalls dran.

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance (Estelle Laure / Julia Meier)

Titel: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance / Verlag: Goya Libre / Spielzeit: ca. 245 min, 3 CDs / Buch: Estelle Laure / gelesen von: Julia Meier

Inhalt: Die 17-jährige Lucille sollte sich eigentlich auf ihr letztes Highschool-Jahr freuen: Sie versteht sich gut mit ihrer kleinen Schwester Wren, ihre beste Freundin Eden steht immer an ihrer Seite und sie ist heimlich in Edens Zwillingsbruder Digby verliebt. Er vielleicht auch in sie? Doch am ersten Schultag nach den Sommerferien kommt Lucilles Mutter nicht wie versprochen aus dem Urlaub zurück und die beiden Schwestern sind auf sich allein gestellt. Wie soll Lucille sich und Wren versorgen, ohne dass das Jugendamt etwas merkt? Zum Glück stehen Eden und Digby ihr zur Seite, doch dann ereignet sich ein schrecklicher Unfall und Lucille muss endgültig lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.


Ich bin ja ein Fan von Jugendbüchern und es ist auch das einzige Genre, in dem es für mich mal eine Geschichte von einem amerikanischen Autor sein darf. In keinem anderen Genre sonst bin ich dafür noch zu haben. Und kurz gesagt, ist es auch genau dieser Aspekt, wegen dem mich diese Geschichte letztlich doch nicht überzeugen konnte.
Aber ich werde mit dem Positiven anfangen, denn auch davon bringt sie einiges mit. So mochte ich zB Lucille sehr schnell wirklich gerne. Genauso ihre Freunde und Geschwister. Das ist immer schon viel wert, denn mit solch einer Einstellung zu den Figuren folgt man einer Geschichte doch gleich umso lieber. Es hätte hier und da zar etwas mehr Tiefe sein dürfen, ein paar Informationen usw mehr über die Figuren, aber mir hat es so gereicht, da ich kein Freund von allzu ausufernden Beschreibungen bin.
Mir taten Lucille und ihre Geschwister zunächst auch wirklich leid als sie sich urplötzlich in einer Situation wiederfinden, die sicher für jeden Jugendlichen (und ein Stück weit sicher auch für Erwachsene) absolut neu und die totale Herausforderung ist. Ich habe mich gefragt, wie sie die Sache meistern werden und es hat mir Spass gemacht, zu verfolgen, wie speziell Lucille an der Situation wächst und sich weiterentwickelt. Mir ist es wichtig, dass ich bei Figuren eine solche Entwicklung bemerke. Das finde ich immer spannend.
Nun zu den Knackpunkten. Mir ist es bei Geschichten amerikanischer Autoren einfach zu öft untergekommen, dass sie in irgendeiner Hinsicht unnötig übertreiben. Genauso habe ich auch hier empfunden, denn was nach dem ersten Schicksalsschlag alles an Katastrophen auf Lucille einprasselt war mir einfach zu viel. So viel, dass es ins Unglaubwürdige rutschte.
Und ob man angesichts all dessen noch an dieses Ende glauben mag, lasse ich mal dahingestellt. Natürlich, es entspricht dem Titel, aber so richtig authentisch kam es mir nicht mehr vor.

Julia Meier hat mir als Sprecherin sehr gut gefallen. Sie hat eine angenehme Stimme und bringt die Gefühle der Figuren glaubhaft und intensiv an den Hörer. Das verleiht der Geschichte ihre Atmosphäre und bringt den Hörer dazu, mit den Charakteren zu fühlen.

Das Cover ist mit den knalligen, bunten Farben ein echter Hingucker. Allerdings finde ich, dass man schon gut hinsehen muss um darin den Titel lesen zu können. Die CDs sind ebenfalls in bunten Farben gehalten und man findet im Booklet einige Informationen über Autorin und Sprecherin.

Fazit:  Dass ich dieses Hörbuch nicht an einem gewissen Punkt abgebrochen habe bzw mich davon habe ablenken lassen, liegt vor allem an den durchweg sympathischen Figuren, in die ich mich gut einfühlen und mit denen ich leicht mitfühlen konnte. Allerdings war es mir dann doch entschieden zu viel Dramatik / Schicksal, als dass ich es noch glaubhaft finden konnte. Und so konnte mich die Story trotz der liebenswerten Figuren nicht überzeugen konnte.

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