Hörspiele

TKKG (200) – Der große Coup

Titel: TKKG (200) – Der große Coup / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 124 min / Sprecher: Sascha Draeger, Martin May, Marianne Bernhardt, Renate Pichler, Michael Lott ua

Inhalt: In der Internatsschule, die Tim, Karl, Gaby und Klößchen besuchen, gibt es etwas zu feiern. Alle sind da: Schüler, Eltern, Lehrer, Politiker und Journalisten, sowie jemand, mit dem TKKG ganz und gar nicht gerechnet haben. Denn kaum haben die Festreden im Foyer begonnen, schleicht ein vermummter Mann in das Zimmer von Tim und Klößchen. Was zuerst wie ein normaler Diebeszug aussieht, verwandelt sich schnell in einen verzwickten Fall, in dessen Verlauf das eine oder andere Bandenmitglied kurzfristig oder gar für immer verloren geht.


Hallo, großes TKKG-Jubiläum mit dem vollmundigen Titel! Diese Folge kommt auf zwei CDs daher und verspricht einen besonders großen Fall für die Freunde. Der lässt sich aber zunächst eher ruhig an mit einer Feierlichkeit am Internat und einer Entdeckung im Adlernest später.
Man muss aber zugeben, dass sich der Fall dann doch noch ordentlich mausert. Klößchen wird entführt, die Erpresser fordern eine horrende Summe und natürlich begeben sich Tim, Karl und Gaby sofort auf die Suche nach ihrem Freund. Die ist angenehm abwechslungsreich und durchaus spannend, aus verschiedenen Richtungen sogar. Natürlich hinsichtlich der Entführung, aber auch wegen der Suche nach Willi in verfallenen Gebäuden, diversen Fallen, in die die Freunde tappen, näcthtlichen Unternehmungen und noch einigen Dingen, die zwar nicht unmittebar mit der Entführung zu tun haben, dem Hörer aber doch zu denken geben und Fragen aufwerfen. Nicht zuletzt die Frage, ob dieser Fall das Ende von TKKG sein wird, Warum, wieso, weshalb, das muss man selber hören.
Gleichzeitig spürt man beim Hören, wie dick die Freundschaft zwischen den Vieren ist. Das hat mir wirklich gut gefallen. Ich finde, so deutlich kam das bislang nirgends rüber. Das passt an die Stelle einer Jubiläumsfolge. Genauso schön ist es, mal alle Eltern der Vier anzutreffen, in vergleichsweise großen Rollen sogar.
Nichtsdestotrotz, mit Entführungen hatten TKKG schon zu tun, mit Erpressern ebenfalls. So gesehen ist der Fall nicht ganz so herausragend wie der Titel verheißt. Und irgendwie denke ich auch, man hätte das alles gut auf die Länge einer CD straffen können. Es passiert ja an sich nicht mehr als sonst, nur die Szenen fallen deutlich länger aus.

An Tobias Diakow alias Karl haben ich mich inzwischen gut gewöhnt und ich höre ihn gerne in dieser Rolle. Auch wenn seine Stimme nicht ganz so markant ist wie die seines Vorgängers. Aber er klingt auch nicht so ganz obergescheit wie Niki Nowotny. An Rhea Harder in der Rolle der Gaby werde ich mich wohl nie ganz gewöhnen, aber sie ist nun mal dabei und hat meist ja auch nicht so viel zu sagen. Sascha Draeger und Manou Lubowski sind fit dabei wie eh und je.
So schön ist es finde, hier die Eltern der Freunde allesamt anzutreffen, so sehr habe ich mich doch bei allen gefragt, wieso sie so klingen als seien ihre Kinder nicht 13 Jahre alt, sondern bereits doppelt so alt. Speziell Willis Mutter klang mir nicht nach Teenangermutter, sondern eine ganze Ecke älter. Das passt irgendwie nicht so recht.

Was Musik und Geräusche anbetrifft, klingt es nicht unbedingt jubiläumsmäßig. Die Folge klingt mit den verwendeten Stücken und ihrer Geräuschkulisse ganz so wie ihre Vorgänger. Was nichts Schlechtes bedeutet.

Auf dem Cover sind die Freunde zu sehen wie sie nachts auf einem Friedhof einer finsteren Gestalt folgen. Ein angenehm düsteres Motiv, das einenn spannenden Fall verspricht. Ein bisschen schaurig ist es auch, was mir ja eh immer gut gefällt.

Fazit:  Einzig hinsichtlich der Spielzeit eine Jubiläumsfolge und ein größerer Coup als die übrigen Folgen der Reihe. Dennoch ein wirklich spannender Fall, nicht nur was die Entführung und die Erpressung anbetrifft. Hier wird auch die Freundschaft und der Zusammenhalt von TKKG auf die Probe gestellt, was zusätzlich für Brisanz sorgt. Insgesamt hätte aber sicher auch eine CD für die Story gereicht.

Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus

Titel: Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus / Verlag: Hermann Media / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Sky du Mont, Hans-Peter Korff, Pia Werfel, Gerhard Hinze ua

Inhalt: Die schöne Schwedin ist nur noch von einem einzigen Gedanken besessen: Sie will endlich die Wahrheit über den grausamen Mord an ihrer Schwester erfahren. Sherlock Holmes nimmt die Herausforderung an, dem Urheber des Schreckens das Handwerk zu legen. Noch ahnen weder Holmes noch Watson etwas von dem blutigen Ritual, das nachts in den Straßen des Londoner East Ends ausgeführt wird – dem Avalon-Ritus.


Nachdem die erste Folge immerhin leichte und unterhaltsame Kost war, bin ich der Serie nochmal treu geblieben. Allerdings treiben mich nun doch Zweifel um, ob sich das weiterhin lohnen wird. Was erwartet man von einer Detektivgeschichte, erst recht von einer um Holmes? Zumindest doch eine gewisse Spannung. Doch die sucht man hier leider lange vergebens. Sehr lange. Bis zum Schluss nämlich, wo man erkennen muss, dass es keine gab. Das liegt einmal daran, dass man durch den „Prolog“ bestens im Bilde ist über die Zusammenhänge, die Holmes und Watson erst noch ermitteln müssen.
Doch auch diese Ermittlungen sind keine Minute lang wirklich spannend. Bei mir hat dieser Teil der Geschichte nur einen wirren, zusammenhanglosen Eindruck hinterlassen. Das darf bei einer Geschichte um Holmes auf keinen Fall sein! Überall sonst leben die Krimis mit ihm doch von den klugen und gewitzten Ermittlungen! Was bleibt denn sonst von einem Krimi mit ihm? Statt zu ermitteln, ergeht er sich hier oft in wilden Theorien, die jeglicher Grundlage entbehren und vor allem auch kaum mal in die richtige Richtung gehen. Da ist man als Hörer dann direkt froh darüber, dass Holmes noch einen Bruder hat, der ihm in dem Fall die richtige Richtung weißt. Hallo, im Ernst jetzt?!
Egal an welche Holmes-Hörspiele ich denke, natürlich steht Mycroft ihm gelegentlich hilfreich zur Seite, aber die Wahrheit bzw die Auflösung findet Holmes dort immer selbst.
Man kommt bei diesem Hörspiel also von Anfang bis Ende aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Sky du Mont gefällt mir als Holmes nachwievor ganz gut. Er klingt ein bisschen vornehm und erhaben, hat aber oft auch ein Augenzwinkern in der Stimme. Hans-Peter Korff wurde immer noch nicht gesagt, dass sein Freund nicht „Hollms“ heißt. Davon abgesehen fehlt es mir bei ihm auch oft an Lebendigkeit in der Stimme. Inspektor Abberline soll laut Holmes jung und aufstrebend sein, klingt aber beim besten Willen nicht so. So ganz jung ist Sprecher Manfred Lehmann ja auch tatsächlich nicht mehr. Und wieso eigentlich ist man sich unter den Sprechern nicht einig, ob die Tote nun „Lisa“ oder „Leisa“ heißt? Wäre das einmal vorgekommen, hätte ich noch einen Flüchtigkeitsfehler geglaubt, aber es kommt mehrfach vor.

In Sachen Musik hat man sich dieses Mal ein bisschen mehr Mühe gegeben. Die Stücke passen zum jeweiligen Geschehen und unterstreichen die Atmosphäre an diesen Stellen. Die Geräuschkulisse ist solide, mehr nicht. Mich persönlich stört das wenig, aber das ist Geschmackssache.

Was das Cover angeht, hat sich lediglich die Szenerie hinter Holmes und Watson geändert. Auf einfachste Weise übrigens mit einer Art Scherenschnitt einer Gestalt. Ein schwarzer Scherenschnitt ist aber nicht automatisch auch geheimnisvoll. Da dürfte man sich gerne ein bisschen mehr Mühe geben.

Fazit:  War der Erstling der Reihe wenigstens noch unterhaltsam, ist dieser Nachfolger nicht einmal mehr das. Zudem geht es äußerst unspannend zu. Und was man hier auch der Figur Holmes gemacht hat, das kann man schon fast unverschämt nennen. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Reihe dran bleibe.

Gespenster Krimi (12) – Der gehörnte Abt

Titel: Gespenster Krimi (12) – Der gehörnte Abt / Verlag: Contendo Media, Audionarchie / Spielzeit: ca. 78 min / Sprecher: Luisa Wietzorek, Luise Lunow, Sven Plate, Lutz Riedel ua

Inhalt: Die Diagnose Krebs im Endstadium lässt den jungen Daniel verzweifeln. Gemeinsam mit seinen besten Freunden Aarón und Lucia möchte er einen letzten gemeinsamen Trip in das dichte spanische Waldgebiet Selva de Oza unternehmen. In der Tiefe der Wildnis wartet das unaussprechliche Böse auf sie. Bereit, aufzuerstehen, um die Welt in unermessliches Chaos zu stürzen.


Das kriminell gespenstische Dutzend ist voll! Als Einstieg geht es direkt in finstere Zeiten und anschließend wartet für Daniel auch im Hier und Heute ein großer Schrecken. Seine Freunde Aaron und Lucia sind kaum besser dran, nur in anderer Hinsicht. Man weiß also direkt, in welche Richtung es hier geht und auch die Figuren werden gleich gut vorgestellt mit allen Facetten. Sowohl die großartige Freundschaft, die sie vereint, als auch die Schattenseiten ihres Lebens. So baut man schnell eine Beziehung zu ihnen auf und kann sich leicht in sie hineinfühlen und später mit ihnen hoffen und bangen.
Auf der gemeinsamen Reise holt sie dann endgültig der Schrecken ein. Vorfälle reihen sich aneinander, die mal nur seltsam sind, dann wirklich gruselig, mitunter auch erschreckend blutig und durchaus auch mal trashig. Da ist Tempo drin und Langeweile kommt rein von der Handlung / Story nicht eine Sekunde lang auf. Ein fulminantes Finale rundet die Story schließlich ab.
Es gibt allerdings ein paar Dinge, die mich gestört und geärgert haben. Sie betreffen vornehmlich die Erzählweise. Auf mich wirkte die Geschichte teilweise wirr und zerrissen durch die Wechsel zwischen den Schauplätzen und den Figuren und zwischen der Realität und Träumen. Das hätte für mich geradliniger sein dürfen.
Heißen die Jungs eigentlich DAAniel und AAron oder DanieLL und AaroNN? Mal werden die Namen auf der ersten Silbe betont, dann betont sie jemand auf der letzten Silbe.  Eine Gestalt ist im finsteren Halbdunkel „vorsichtig“ auszumachen. Vorsichtig? „Kaum“ oder auch „schwer“, aber vorsichtig? Gegen Ende heißt es „Mit weit aufgerissenen Augen wirbelten die zahlreichen Arme und Beine…“ Die Arme und Beine haben Augen?! Und es gibt noch ein paar Stellen mehr, an denen für mein Empfinden Sätze sprachlich unnötig ausgeschmückt werden, damit sie möglichst viel Wirkung erzielen. All das zieht sich durch die gesamte Geschichte und wurde für mich so zu einem ziemlichen Ärgernis.

In den Hauptrollen sind Charistian Zeiger, Sven Plate und Luise Wietzorek zu hören und keiner von ihnen leistet sich auch nur den kleinsten Ausrutscher. Christian Zeiger habe ich Daniels Verzweiflung sofort abgenommen, Luisa Wietzorek ist sowohl anfangs als Aarons toughe Schwester glaubhaft, als auch später als die Ängstlichste aus der Gruppe. Luise Lunows und Karins Lienewegs markante Stimmen sorgen bei den ersten Auftritten der beiden Nonnen noch für eine ordentliche Gänsehaut. Später schwadronieren sie allerdings so ausführlich, dass es anstrengend und eintönig wird. Und Erzählerin Alexandra Lange, deren Stimme ich wirklich mag, erzählt so gemächlich, traurig, schwermütig und ohne viel Betonung, dass es für mich schnell  ermüdend wurde ihr zu lauschen.

Musikalisch wird einmal mehr ganz großes (Ohren)kino geboten. Es sind eindrucksvolle Stücke zu hören, aber auch leisere, Gefahr verheißende Melodien. Beides hat seine ganz eigene Wirkung und sorgt im Nu für die nötige Stimmung und Atmosphäre. Hinsichtlich der Geräusche gibt es ebenfalls nicht das Geringste auszusetzen.

Das Covermotiv kommt ein bisschen sehr düster daher. Ich hätte es besser gefunden, wenn man die Hörner so gut hätte sehen können wie die Flügel(?). Und eine tiefschwarze Kapuze, unter der nichts das Geringste zu erkennen ist, ist auch nicht per se schaurig.

Fazit:  Dramatisch, spannend, schaurig und teilweise auch splattermäßig blutig. Tempo hat die Story auch reichlich Insofern gibt es nichts zu beanstanden. Auf mich wirkte sie aber teilweise wirr und zerrissen erzählt, wodurch diese Eindrücke nie lange aufrecht erhalten wurden und letztlich verpufften. Und dann habe ich mich noch über einige Kleinigkeiten in der Erzählweise geärgert. In Summe bleibt daher bei mir ein eher durchwachsener Eindruck vom Abt zurück.

Die drei !!! (48) – Die Maske der Königin

Titel: Die drei !!! (48) – Die Maske der Königin / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 65 min  / Sprecher: Sonja Stein, Patrick Bach, Erik Schäffler, Isabella Grothe ua

Inhalt: Endlich, Felipe ist aus Mexiko zurück! Aber statt verliebter Zweisamkeit wartet auf Franzi und ihre Detektivkolleginnen Marie und Kim schon der nächste Fall. Eine Maya-Maske wurde aus dem Stadtmuseum gestohlen! Wer steckt dahinter? Warum behindert die Museumsleitung die Ermittlungen? Die Spur führt Franzi tief in den weit verzweigten Museumskeller, wo sie allen Mut zusammennehmen muss.


Bekanntlich bin ich für Geschichten mit historischem Hintergrund nicht so zu haben. Erst recht nicht, wenn es um fremde und / oder alte Kulturen geht (ehe ich dafür wieder einmal virtuell angespuckt werde: wenn ich in fremden Ländern bin, interessiert mich sowas sehr, vor Ort eben, aber eben nicht nur als Erzählung). Daher hatte ich ein paar Bedenken bei dieser neuen Folge. Doch zum Glück wird die Sage um die Maya nicht zu sehr vertieft. Und auch das Leben der Mayas wird nur angerissen. Mir hat das so völlig gereicht.
Der Fall selber ist widerum ganz spannend und keinesfalls vorhersehbar. So kann man gut mitknobeln und sich dann und wann auch mal von Kims Verdächtigungen verleiten lassen. Verdächtige gibt es hier genug. Die Mädchen ermitteln angenehm ablenkungsfrei. Will heißen, es gibt so gut wie gar kein Geturtel zwischen Franzi und Felipe, und auch Kim und Marie flirten nicht herum. So kann sich die Handlung ganz auf den Fall kozentrieren. Das hat mir sehr gut gefallen!
Ich bin allerdings der Meinung, dass man stimmungsmäßig mehr daraus hätte machen können. Ein bisschen Grusel gibt solch eine Sage schließlich her. Und auch die „Spur, tief in den verzweigten Museumskeller“ aus dem Klappentext hätte man ein bisschen ausschmücken können (und für mich auch dürfen). Stattdessen ist man währenddessen mit den anderen Detektivinnen unterwegs. Ehrlich, eine Spur schauriger hätte das schon gehen können.

Mit Felipe ist nun auch wieder Patrick Bach mit von der Partie. Ich höre ihn hier gerne und erfreulicherweise hat man ihm keinen Akzent aufgezwungen. Flemming Stein gibt einen sympathischen Karsten Stetter. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was Kim an ihm verdächtig fand. Oliver Wasitz hat mich als Museumsdirektor ebenfalls überzeugt. Er bringt die Würde dieser Figur gut wider.

Musik und Geräusche sind wie gewohnt gut. Die Musik bringt einige Male Tempo und in die Handlung und hebt die Dramatik gewisser Szenen hervor. Die Geräuschkulisse sorgt für die notwenige Anschaulichkeit.

Das Cover zeigt die Mädchen wohl vor dem Schaukasten mit der alten Maske im Museum. Damit ist der zentrale Gegenstand der Geschichte schon mal zu sehen. Sehr detektivisch wirkt das Motiv aber nicht.

Fazit:  Eine spannender und ablenkungsfreier neuer Fall für die drei Detektivinnen, dem die Mayas und deren Kultur zugrunde liegen. Für mich hätte es hier und da ruhig eine Spur unheimlich zugehen dürfen, die Story hätte das durchaus hergegeben. Schade, dass daraus nichts gemacht wurde.

Mord in Serie (27) – Im Netz der Spinne – Teil 2

Titel: Mord in Serie (27) – Im Netz der Spinne – Teil 2 / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Stephanie Kirchberger, Luisa Wietzorek, Lutz Mackensy ua

Inhalt: Der gefährliche Hacker Spider X ist tot! Doch irgendjemand verfolgt weiter dessen mörderischen Plan und arbeitet eine Todesliste ab. Um die digitale Spur des Killers aufzunehmen, ist die Polizei auf die Mitarbeit eines ebenbürtigen Hackers angewiesen.So muss ein Pakt mit dem Teufel eingegangen werden.


Meiner Erfahrung nach können zweite Teile so gut wie nie mit ihrem Vorgänger mithalten, eher im Gegenteil. Daher hatte ich bei diesem zweiten Teil durchaus so meine Bedenken.
Allerdings wurde ich ganz schön überrascht. Ich muss sogar sagen, dass mir diese Fortsetzung noch einen ganzen Tacken besser gefallen hat als der Erstling. Dank ihm weiß man als Hörer nun zwar, mit wem man es zu tun hat, wer falsch spielt, wer welche Interessen durchsetzen möchte und wem dafür so manches Mittel recht ist. Trotzdem ist die Geschichte noch spannend vom Anfang bis zum Ende. Das verdankt sie mancher überraschender Wendun, einigen dramatischen Vorfällen und einem rasanten Tempo, bei dem man die Ohren anlegt.
Zudem haben mir gewisse Ideen wirklich gut gefallen. Die Sache mit dem Auto beispielsweise und der damit verbundenen, halb virtuellen, halb realen Jagd. Überhaupt zieht die Story aus diesem virtuellen Aspekt ihren ganz besonderen Reiz. Natürlich sind viele solche Spielerein spaßig und heute nicht mehr wegzudenken, doch hier wird  aufgezeigt, dass eben dies auch seine Schattenseiten hat. Ich habe uA bei der Szene mit einem Bluetootharmband und Turnschuhen mit Smartship schon gedacht, dass es an einigen Stellen durchaus zu weit geht.
Einige Male musste ich auch schmunzeln, was ich immer gerne mag. Marina und Isabelle liefern sich manches amüsante Wortgefecht.

Stephanie Kirchberger versteht es auch hier mit klarer Stimme und energischem, befehlsgewohnten Ton zu überzeugen. Luisa Wietzorek hat mich damit überrascht, wie boshaft ihre so angenehme Stimme klingen kann. Aber eben auch, wie pfiffig und gewitzt. Rüdiger Schulzki gibt einen sympathischen Chef. Und Tobias Schmidt, dessen markante Stimme ist so mag, versteht es damit als Bösewicht zu überzeugen.

Musik und Geräusche kommen filmreif daher, das kann man gar nicht anders sagen. Jedes Musikstück, jedes Geräuscht sitzt und wirkt auf den Punkt. Das unterstreicht die Spannung das Tempo der Handlung einwandfrei.

Das Covermotiv ähnelt sehr stark dem des ersten Teils, ist nur dieses Mal in Grün gehalten und im Zahlenmeer ist deutlich ein Totenkopf zu erkennen. Ein wunderbar düsteres Motiv, das ein Stück weit verrät, in welchen Welten sich die Geschichte bewegt.

Fazit:  In meinen Ohren noch einen ganzen Schlag spannender und rasanter als der erste Teil und ein klares Highlight in der Serie.

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