Mord in Serie (13) – Was sich liebt, das killt sich

Titel: Mord in Serie (13) – Was sich liebt, das killt sich / Verlag: Contendo Media / Sprecher: Alexandra von Schwerin, Helmut Krauss, Bert Stevens, Dascha Lehmann ua

mis13Inhalt: Das ist bitter. Die Duisburger Millionärsgattin Greta Welz heuert einen Profikiller an, um ihren Mann loszuwerden. Doch der Plan geht nicht auf und die Situation wird brenzlig. Um jetzt nicht selbst auf die Abschussliste zu geraten, beschließt sie kurzerhand mit ihrem Lover Maurice, den Killer aus dem Weg zu räumen. Allerdings gestaltet sich das nicht ganz einfach – denn der perfekte Mord erfordert weitaus mehr Geschick als zunächst angenommen.


Greta Welz ist nicht die erste Millionärsgattin, die ihren Mann gerne früher als üblich loshaben möchte um es sich danach mit seinem Geld und dem jüngeren Lover gutgehen zu lassen. Doch klingt so ein Vorhaben meist viel einfacher als es letztlich ist. Das darf der Hörer in dieser Folge gemeinsam mit Greta erfahren.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass die Geschichte für mich nicht wirklich ein Thriller war. Dafür fand ich sie viel zu unterhaltsam, sehr oft sogar ausgesprochen witzig. Nachdem die ersten Ideen von Greta und Maurice schiefgegangen sind, wartet man förmlich darauf, was sich ihnen als nächstes in den Weg stellen und welche Konsequenzen es haben wird. Da beide keine Profis sind, herrscht also bald ein ziemliches Chaos, bei dem man sich unweigerlich fragt, wie das nur alles enden soll. Das strotzt förmlich vor Situationskomik. Ein leicht trottelig wirkender Kommissar á la Inspektor Columbo mischt auch noch mit. Auch über ihn habe ich manches Mal schmunzeln müssen, denn man bemerkt neben besagter Trotteligkeit auch, dass er es eigentlich faustdick hinter de Ohren hat. Irgendwie war ich mir deshalb bald sicher, dass er es sein würde, der am Ende quasi für den großen Knall sorgen würde.
Macht man allerdings an der Anzahl der Toten fest, ob eine Geschichte ein Thriller ist, oder nicht, dann verdient diese Folge die Bezeichnung durchaus. Tote gibt es einige, es fließt Blut und es spritzt Hirn, und außerdem wird noch eine Katze geplättet…ach nein, das fand ich in dieser Situation ja schon wieder ganz amüsant.
Also am besten selber hören und einstufen ;)

Alexandra von Schwerin leiht Millionärsgattin Greta ihre Stimme. Sie lässt sie einerseits arrogant und überheblich klingen, andererseits aber auch eiskalt und durchtrieben, wobei es stets so rüberkommt als mache Greta genau das so richtig viel Spass. Als columbomäßiger Kommissar Burgard ist Helmut Krauss zu hören. Zwar vermittelt er einem das Bild k eines ziemlich trotteligen Kommissars, aber es schwingt -wie schon gesagt- immer auch mit, dass dieser Mann cleverer ist als man zunächst denkt.  Boris Tessmann fällt die Rolle von Gretas jungem Lover zu und er war für mich quasi die “Stimme der Normalität”. Denn ihm ist genau anzuhören, dass er keineswegs täglich mit Toten zu tun hat und Morde plant. Ein feiner Kontrast also zu Greta.

Musikalisch hat mich das Hörspiel an einen etwas altmodischen, sehr klassischen Krimi erinnert. Mal eine Abwechslung zum Klang der Reihe sonst, die der Geschichte um diese mörderisch veranlagte Witwe gut steht. Lediglich der Song “Paradise Falls” von Zynic steuert etwas modernen Klang bei. Er findet sie wie gewohnt am Ende der Geschichte in voller Länge. An der Geräuschkulisse gibt es nichts zu bemängeln, das Geschehen wird sorgfältig in Szene gesetzt.

Das Covermotiv wirkt zwar angemessen düster und blutig ist es auch, was es allerdings mit dieser Holzgliederpuppe genau auf sich hat, das erschließt sich mir nicht wirklich. Gemeinsam mit dem Titelschriftzug in Flatterband-Rot-Weiß ist es aber immerhin ein Hingucker. Wenn das die erwünschte Wirkung war, ist es gelungen. Gelacht habe ich über den Zusatz im Booklet, dass für die Aufnahmen keine Tiere gequält wurden. Muss man wissen!

Fazit:   Alleine an den Toten, Blut und Hirn gemessen, ist dies wohl tatsächlich ein Thriller. Für mich hätte es dafür doch etwas ernsthafter zugehen müssen. Das ist aber keineswegs negativ gemeint, denn ich habe lange nicht mehr so bei einer Geschichte gelacht. Pfiffige Dialoge, schräge Charaktere und massig Situationskomik haben mich bestens unterhalten. Und das Ende kam auch wieder mit einem netten Dreh daher.


Mindnapping (15) – Einsamer Anruf

Titel: Mindnapping (15) – Einsamer Anruf / Verlag: Audionarchie / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Anja Topf, Gabi Libbach, Michael von Rospatt, Martin Sabel ua

mindnapping15Inhalt: “Haben Sie Skrupel, Melanie? Dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht besser belegte Brötchen beim Stadtbäcker verkaufen sollten.”
“Ich kenne keine Skrupel, Viola. Ich dachte ja nur, dass es vielleicht besser wäre, wenn wir…”
“Wir arbeiten hier nicht im Kindergarten! Obwohl sich in unserer Kartei auch Liebhaber von Windeln und Schnullern herumtollen. Aber zu Demonstrationszwecken ist dieser ‘Gummi-Teddy’ ein ideales Paradebeispiel menschlicher Abgründe und eine Vorschau auf das, was Sie hier erwartet. Erwarten kann…”


Nach dem Klappentext hatte ich bereits eine deutliche Ahnung, was mich in dieser Folge erwartet. Jedenfalls was die Rahmenhandlung bzw den hauptsächlichen Schauplatz anbetrifft. Damit lag ich dann auch völlig richtig. Das Thema Sex scheint jgerade recht beliebt im Hörspielbereich zu sein.
Wer Action sucht, der guckt bei “Einsamer Anruf” allerdings bitterlich in die Röhre. Hier muss man damit leben können, dass die Dialoge im Mittelpunkt stehen. Das hat mich gar nicht gestört, denn die beiden Hauptsprecherinnen übertrumpfen sich quasi gegenseitig darin, den Hörer im Unklaren darüber zu lassen, wem weniger zu trauen ist. Irgendwie habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass eine von beiden plötzlich die Maske fallen lässt. Das sorgt für Spannung.
Die Gänsehaut steuert Melanies erster Kunde bei. Noch nicht einmal durch seine Phantasien -sowas ist Fans sicher schon mal in anderen (Psycho)thrillern untergekommen-, dafür aber umso mehr mit seiner Stimme und seinem Tonfall. Widerlich, mehr kann man dazu nicht sagen. Und was mag erst passieren, wenn ihm Melanie in die schwarz behandschuhten Finger gerät? Das mag man sich gar nicht auszumalen.
Der Dreh am Ende weiß zu überraschen, ist aber nicht unbedingt der Hammer, den ich erwartet hatte. Da ist man Komplexeres von der Serie gewöhnt. Trotzdem habe ich im ersten Moment ziemlich baff dagesessen und anschließend hämisch gegrinst. Ganz ehrlich, ich fand das so auch mal ganz schön. Eine Überraschung, die sich sofort zeigt, die man sich nicht erst aus dem vorigen Geschehen herleiten muss, oder für die man in die verquasten Gedanken eines Irren eintauchen muss.

Mit Anja Topfs Stimme konnte ich zunächst überhaupt nicht. Aber ich muss ihr zugute halten, dass sie sämtliche Tonlagen in petto hat. Die der finanziell nicht so gut dastehenden, jobsuchenden und anfangs eher zurückhaltende Studentin, die der Telefonistin mit ordentlich Erotik in der Stimme, die der panischen jungen Frau und abschließend noch…nein, das verrate ich hier mal nicht. Gabi Libbach habe ich dagegen sofort gerne gelauscht. Sie gibt eine sehr hochmütige und aalglatte Chefin, der ich keinen Meter über den Weg getraut habe. Und Michael von Rospatt schafft es mit wenigen Worten, dass man sich vor seiner Figur ekelt und fürchtet.

Die Untermalung hält sich bei dieser Episode dezent zurück. Sie trennt hauptsächlich die Szenen voneinander, wird aber nicht groß dafür eingesetzt, um der Spannung auf die Sprünge zu helfen. Mir hat es vor allem gefallen, wie gut die Anrufe des Verrückten in Szene gesetzt wurden. Mit diesem Telefonklang kommen seine Worte gleich nochmal bedrohlicher rüber.

Im Covermotiv vereinen sich gleich mehrere Elemente der Geschichte. Wobei ich den Vogel auf der Telefondrehscheibe besonders pfiffig finde. Schöne Idee. Trotzdem wird über die Handlung nichts weiter verraten. Mann kann allenfalls schließen, dass einen auf der CD nichts Gutes erwartet. So vom Handschuh und der Strick her.

Fazit:  Eine spannende Folge, die einen lange im Ungewissen lässt, wer was zu verbergen hat. Action sucht man hier allerdings vergebens, was mich aber nicht gestört hat. Die Auflösung lässt einen baff und hämisch zurück, ist aber nicht annähernd so komplex wie man es in anderen Episoden schon erlebt hat. Aber warum nicht, wo es doch genauso gut wirkt? Eben!


Mord in Serie (12) – Gier

Titel: Mord in Serie (12) – Gier / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Uschi Hugo, Dascha Lehmann, Martin Kautz, Gerald Paradies ua

mis12Inhalt: Die junge Studentin Theresa Nowak ist ihren Job los und völlig abgebrannt. Da kommt ihr das verlockende Angebot ihrer Freundin Stella gerade richtig: ein Engagement als Callgirln bei ein exklusiven Münchner Begleitagentur. Gleich am ersten Abend lernt sie den charismatischen Playboy und Selfmade-Millionär Leonard Sanchez kennen und verfällt augenblicklich seinem geheimnisvollen Charme. Doch der weltgewandte Mann, in den sie sich verliebt, hat noch eine dunkle Seite. Schon bald befindet sich Theresa in einem Albtraum aus sexueller Begierde und gefärlichen Verbrechen.


Lässt das Covermotiv noch Raum für Spekulationen um welche Art Gier es in der Geschichte gehen könnte, lässt die erste Szene in dieser Hinsicht keine Fragen offen. Als Hörer geht man somit vorläufig davon aus, dass es sich um sexuelle Gier drehen wird, die üble Folgen hat.
Dafür spricht dann auch Theresas Job- und Gelddilemma, wegen dem sie auf Raten ihrer Freundin Stella bei einem Escortservice anheuert. Da habe ich mir spontan gegen die Stirn gehauen und überlegt, wie dumm das Mädel ist! So reizvoll kann schnellverdientes Geld doch gar nicht sein um sich zu sowas verleiten zu lassen! Außerdem weiß man doch, dass im Rotlichtmileu (und in diesen Bereich fallen für mich auch solche “exklusiven Begleitservices”) gerne finstere Gestalten mit bösen Absichten unterwegs sind! Als Hörer schon lange, denn im Gegensatz zu Theresa hat man Track 1 gehört ;)
Zunächst schwebt Theresa aber auf Wolke 7 als sie den Millionär Sanchez kennenlernt. “Shades of Grey” ick hör’ dir trapsen! Ich habe ihm von Anfang an nicht  getraut, aber mir wollte auch keine Idee kommen, was er mit den Morden zu tun haben könnte. Das hat mich bis zu seinem Ausbruch in Sicherheit gewiegt. Dieser Ausbruch ist eine der vielen kleinen Überraschungen und Wendungen, die diese Folge auszeichnen. Mir haben diese kleinen Schreckmomente prima gefallen. Das hält bei Laune, sorgt für Spannung und dann muss das Ende auch nicht mehr mit DEM Paukenschlag überhaupt aufwarten. Ein etwas ruhigeres, aber dafür schlüssiges und überraschendes Ende passt viel besser, und genauso habe ich das Ende hier empfunden. Der Titel “Gier” bekommt hier übrigens noch eine gewisse Doppeldeutigkeit.
Allerdings: die Devise ‘nimm die unverdächtigste Person und du hast mit hoher Wahrscheinlichkeit den Täter erwischt’ gilt auch bei dieser Folge wieder.

Der resolute Ton, den Uschi Hugo für Theresa bereithält, will zu anfangs nicht recht zu ihr passen, wenn man berücksichtigt, worauf sie sich bei ihrem neuen Job einlässt. Später als sich herausstellt, dass Theresa alles andere als ein Naivchen ist, hat er mir umso besser gefallen. Alexandra von Schwerin hört man vom ersten Satz an an, dass mit der Leiterin der Agentur nicht zu spaßen ist. Und Martin Kautz vermittelt einem schnell ein gutes Bild von Millionär Sanchez: wohlhabend, mit einem Hauch von Arroganz, die ihn aber eher interessant als unsympathisch wirken lässt. Danke an alle Sprecher, deren Figuren sich in dieser Geschichte auf der Horizontalen vergnügen. Ihr habt es geschafft, dass das zu keinem Moment albern und platt klingt.

Musikalisch gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Die Stücke unterstreichen gekonnt die Atmosphäre der Geschichte und helfen der Spannung auf die Sprünge.
Als Bonus-Song findet sich auf dieser CD “I’m not the one” von Vanguard, und der hat Ohrwurmqualität.

Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Frau bin, jedenfalls habe ich in dem Covermotiv im ersten Moment nichts weiter erkannt als einen Tropfen Blut. Männern, die einen Blick für gewisse Formen haben, mag es da anders gehen ;) Nachdem ich dann erkannt hatte, was dargestellt wird, empfinde ich es als ein gut gewähltes Motiv für diese Geschichte. Und das Blut ist natürlich ein Hingucker.

Fazit:  Ein weiterer spannender Thriller dieser Reihe, dem es gelingt, eine Geschichte um Sex und die Schattenseiten der käuflichen Liebe nicht in Plattheiten enden zu lassen. Eine Reihe kleinerer Überraschungsmomente und Wendungen halten bei Laune und machen neugierig auf die Auflösung.


Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi

Titel: Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Michael Lott, Tanya Kahana, Martin Wehrmann, David Nathan ua

brandis27Inhalt: Der Staub des zerstörten Asteroiden Ikarus überzieht die Erde mit einem Grauschleier, und die Ernten sind klein oder bleiben ganz aus. Die Menschen in Metropolis, angewiesen auf Nahrungsmittellieferungen der Union, hungern seit Wochen. Verzweifelte Versuche, der Not Herr zu werden, sind gescheitert. In dieser Situation führt Louise Demnitz Mark Brandis in das Sondergefängnis der Millionenstadt, auf der Suche nach dem wahren Kern eines Mythos aus dem Bürgerkrieg.


Diese Folge ist eine Achterbahn der Gefühle und befasst sich mit der Frage, die beim Hörer am Ende von Folge 26 zurückblieb: wie wollen die Menschen -hier speziell Metropolis- überleben, wenn durch den Staub des Ikarus kaum noch Sonne dringt um die Ernte und das Leben zu gewährleisten? Die Angst und Verzweiflung der Menschen wird anfangs sehr deutlich herausgestellt, sodass man sich leicht in die Menschen einfühlen kann.
Dann gibt es einen Hoffnungsschmmer, für den man ein gefährliches Unternehmen riskieren muss und bei dem man nicht mal weiß, ob dieses Gerücht um ein Nahrungsmitteldepot überhaupt stimmt. So hofft man mit Brandis und seinen Leuten mit, doch der nächste Tiefschlag lässt nicht lange auf sich warten. Wie soll es nun weitergehen? Dann taucht wieder ein Hoffnungsstreif am Horizont auf, alles sieht gut aus…und dann bleibt zum Hoffen und nach weiteren Möglichkeiten grübeln keine Zeit mehr. Plötzlich ist man mitten drin in einem actionreichen Weltraumabenteuer, bei dem es um das nackte Überleben geht.
Es geht also wortwörtlich auf und ab in dieser Folge, nie kann man sich sicher sein, dass irgendetwas wirklich klappt. Da ich anfangs schon wieder befürchtet hatte, Brandis habe mal wieder die ultimative Lösung des Problems einfach so aus dem Hut gezaubert, fand ich das so wirklich gut. Ich konnte mich gut in die Situation der Menschen und Brandis und seine Leute hineinversetzen und habe mit ihnen um das Gelingen des Unternehmens “Metropolis-Konvoi” gebangt.

Mein Liebling unter den Sprechern dieser Folge ist ganz klar Tanya Kahana alias Lt. Louise Demnitz. Ich mag ihre junge Stimme und den lockeren Ton. So bringt sie Pfiff in die Truppe um Brandis. Von ihr würde ich gerne mehr hören. Philip Brammer ist es gelungen, dass ich aus Gaston Weygand die ganze Zeit nicht schlau geworden bin. Ich wollte Brandis’ Vorbehalte nicht einfach so teilen, aber leicht fiel es mir nicht. So ruhig und irgendwie hintergründig, wie Weygand klingt.

Der Soundtrack passt sich wunderbar den verschiedenen Stimmungen dieser Geschichte an. Zu Anfang leise und bedrückend, später klingt dann selbst die Hoffnung in den Stücken durch, die unter der Crew ausgebrochen ist. Da das bis dahin aber alles eher bedeckt klingt, ist man später dann überrascht als die Untermalung gegen Ende wieder mit Wucht daherkommt und das gefährliche Finale in Szene setzt. Schön gemacht!

Das Covermotiv zeigt sich im gewohnten Stil. Da kann man spekulieren, was man sieht, aber die Geschichte bringt auf jeden Fall Szenen mit, die passen könnten.

Fazit:  Diese Folge hat mir so gut gefallen wie lange schon keine mehr in dieser Serie. Ein einziges Wechselbad der Gefühle, das einen von Anfang an mitnimmt. Toll!


Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus…

Titel: Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus… / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Michael Lott, Uve Teschner, Martin Keßler, Wolf Frass ua

brandis26Inhalt: Mehr Rohstoffe! Dass die Menschen diese Forderung auch auf den Weltraum ausdehnen würden, war nur eine Frage der technischen Möglichkeiten. Der Asteroid Ikarus, reich an Silikaten und Diamanten, soll in eine Mondumlaufbahn verlagert werden, um ihn besser ausbeuten zu können. Die Firma Gumboldt Stellar hat den Auftrag bekommen. Als Mark Brandis und die Crew seiner Henri Dunant auf Wunsch von Direktor Harris dort nach dem Rechten sehen, machen sie eine erschütternde Entdeckung.


Da ist es schon, Brandis zweites Abenteuer als Vormann der Raumnotretter. Seine Truppe hat man in der vorigen Folge gut kennengelernt, da kann es dieses Mal gleich richtig zur Sache gehen. Bereits dem Vorspann kann man entnehmen, dass es für Brandis um alles gehen wird. Es hat mich etwas gewundert, dass die spannendste Szene aus dem Hörspiel vorweg genommen wird. Andererseits macht es neugierig darauf, wie es dazu kommen konnte.
Egal ob VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis und seine Leute sind immer zur Stelle, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird oder man einer krummen Tour auf die Schliche kommen muss. So ist es auch in dieser Folge. Damit bekommt man allerdings ziemlich genau das geboten, was die Reihe schon 24 Folgen zuvor geboten hat. Eine wirklich neue Richtung schlägt man also mit den Raumnotrettern und ihren Missionen nicht ein. Unter anderem Namen bleibt alles so wie es bislang war. Entsprechend kommt hier eine Geschichte zu Gehör, die sich zwar schon spannend anlässt mit den Vorgängen auf dem Ikarus, bei der sich aber erst später das eigentliche Drama offenbart. Dabei steht eine Person im Mittelpunkt, die ich in diesem Zusammenhang sicher nicht erwartet hätte. Dank ihrer Mithilfe darf man mit Recht um Brandis Leben fürchten. Gelungen finde ich auch das Ende mit seiner unheilvollen Zukunftsvision. Natürlich ist es eine grausige Vorstellung, aber sicher auch ein guter Anlass für weitere aufregenden Stories aus dem Weltraum und um die Raumnotretter.

Einmal mehr gibt es nichts, was man den Sprechern vorwerfen könnte. In der Hauptsache mischen die bereits lang vertrauten Stimmen mit, die für mich einfach schon zur Reihe gehören und sie zum Großteil auch ausmachen. Aber auch die neuen Sprecher wie Uve Teschner, Michael Hansonis und Uwe Jellinek lassen sich nichts zu Schulden kommen.

Musikalisch kommt diese Folge eher zurückhaltend daher. Und auch eine bombastische Geräuschkulisse sucht man vergebens. Da hat man sich an der Story orientiert, die das auch gar nicht hergegeben hätte. Zu ihr passt diese ruhige, eindringliche Klangkulisse viel besser, die so prima für Spannung sorgt.

Das Cover zeigt auch bei dieser Folge wieder eine düstere Weltraumszene im typischen Stil der Reihe. Mit etwas gutem Willen kann man tatsächlich eine Szene aus dem Hörspiel darin wiedererkennen.

Fazit: Ob in Diensten der VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis bleibt Mark Brandis. Einen neuen Weg hat man mit ihm in neuer Position nicht eingeschlagen. Somit bekommt man hier eine typische Geschichte zu hören. Mit viel Weltraumflair, einer spannenden Handlung, bei der es dieses Mal um Leben und Tod geht, und einem Ende das in eine unheilvolle Zukunft schaut.


Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst

Titel: Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Moritz Jasperbrinkmann, Daniela Hoffmann, Thomas Petruo, Markus Pfeiffer, Robert Kotulla ua

mis11Inhalt: Ihr Job ist es, Leben zu retten: Carolin Dietrich arbeitet in der Bremer Notrufzentrale und ist täglich mit dem Tod konfrontiert.
Am Silvesterabend erhält sie den Anruf des verstörten kleinen Jeremy. Er wurde offenbar gemeinsam mit seiner Mutter entführt, weiß aber nicht, wo er sich gerade befindet. Carolin setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um ihn aufzuspüren.
Während die Polizei verzweifelt nach dem Jungen fahndet, hält sie weiterhin telefonischen Kontakt zu ihm. Doch mit jeder Minute, die vergeht, droht die Suche nach Jeremy in einer schrecklichen Katastrophe zu enden.


Kaum zweistellig, kann die Reihe gleich weiterfeiern. Die erste Schnapszahl nämlich.
Leider muss ich gestehen, dass ich diese Folge eher mittelmäßig finde. Das liegt nicht an der Idee der Story. Die gefällt mir ganz gut. Und es ist natürlich schon spannend zu verfolgen, wie die Polizei und die Leute aus der Notrufzentrale versuchen, den entführten Jeremy und seine Mutter zu finden. Und ich war auch neugierig, wieso die beiden entführt wurden und was noch alles mit ihnen geschehen würde. Allerdings fehlte mir am Schluss ganz einfach der Schreckmoment.
Ich weiß, ich habe bei der Rezi zur vorigen Folge noch geschrieben, dass sich dieses “der unauffälligste Charakter hat mit dem Verbrechen zu tun” in so ziemlich jeder Folge wiederholt. Das war aber nicht negativ gemeint, denn dieser Kniff an sich hat mir doch jedes Mal wieder gefallen. Das hat mir hier gefehlt. Die Überraschung am Ende kann damit für mich nicht mithalten. Schade. Und Dramatik und Action wie hier, fangen das für mich ebenfalls nicht auf. Andererseits kann man natürlich sagen, dass man mal einen anderen Weg eingeschlagen hat. Was ja auch lobenswert ist. Nur fehlt diesem neuen Weg der Pfiff.
Gestoßen haben ich mich außerdem an Jeremy. Dieser Neunjährige, der gerade entführt wird, der neben seiner bewusstlos geschlagenen und blutenden Mutter in einem dunklen Raum sitzt, der aber trotz alldem geradezu seelenruhig mit der Notrufzentrale telefoniert. Bitte, wie wahrscheinlich ist das? Ich brauche sicher kein Kind, das sich durch die Stunde Hörspiel heult, aber diese Coolness traue ich einem Neunjährigen einfach nicht zu.

Eines muss man Jeremy allerdings zugute halten: er hat einen echt tollen Sprecher abbekommen. Moritz Jasperbrinkmann macht seinen Job klasse! Und das sage ich, wo ich es mit Kindersprechen ehrlich nicht habe. Aber so wie hier geht das völlig in Ordnung. Kein Stolpern über längere oder kompliziertere Sätze, kein Wort das abgelesen klingt, die Gefühle von Jeremy kommen glaubhaft rüber…top! Daniela Hoffmann hat mir ebenfalls prima gefallen. Man nimmt ihr die Sorge und Angst um Jeremy sofort ab. Gleichzeitig meistert sie ihre Telefonate mit Jeremy sehr souverän. Markus Pfeiffer hält für den Polizisten Kai Schiffer einen angemessen energischen Tonfall bereit.

Musikalisch hält die Folge sich sehr zurück. Lediglich zu den Szenenübergängen sind kurze Stücke zu hören, die gut das Tempo und die Spannung der Story aufgreifen. Ansonsten setzt man eher auch durchdringende Geräusche aus dem Hintergrund, die verdeutlichen, wie dramatisch die jeweilige Szene ist.

Ich musste kurz überlegen, was das Covermotiv mit der Geschichte zu tun hat bzw welcher Moment dargestellt wird. Ohne das Hörspiel zu kennen, wird man aber kaum drauf kommen. Ein Hingucker ist das Motiv mit dem ängstlich aufgerissenen Auge aber auf jeden Fall.

Fazit: Hinter der Geschichte steckt eine gute Idee und sie ist auch durchaus ganz spannend. Mir fehlte aber der abschließende Dreh, der mir an der vorigen Folgen immer so gut gefallen hat. Auch wenn sich dieses Prinzip wiederholte. Da kann die Überraschung dieser Story nicht mithalten. Und Jeremy war mir eine Spur zu entspannt angesichts seiner Situation.


Meister der Angst – Der Elefantenmensch

Titel: Meister der Angst – Der Elefantenmensch / Verlag: Random House / Spielzeit: ca. 74 min / Sprecher: Michael Lott, Anne Moll, Peter Hawig, Santiago Ziesmer, Till Hagen ua

mdaelefantenmenschInhalt: Das viktorianische London: Der an einer seltenen, Körper- und Gesicht schwer entstellenden Krankheit leidende John Merrick wird dem Publikum auf Jahrmärkten präsentiert. Als er Zuflucht in einem Hospital findet, ist sein Leidensweg noch nicht vorbei.


Den Begriff “Elefantenmensch” hatte ich schon einmal gehört und auch eine Vorstellung unter dieser Beschreibung. Von einer Geschichte um einen Elefantenmenschen wusste ich aber nichts. Wer mag, darf das nun gerne als Bildungslücke sehen. Ich sehe es nicht so. Vor allem hat es mich davor bewahrt, mit irgendeiner Erwartungshaltung an das Hörspiel zu gehen. Mir hat es ausnehmend gut gefallen.
Vor allem, weil man es hier nicht mit echten Grusel oder Horror, oder einem grausigen Kriminalfall zu tun bekommt. Stattdessen beschreibt es den Leidensweg des entstellten John Merrick, der sein Dasein lange Zeit unter schlimmsten Bedingungen in einer Freak Show fristete bis der Arzt Treves auf ihn aufmerksam wird und zur Untersuchung in seine Klinik holt.
Zugegeben, die Beschreibung Merricks kann einem eine Gänsehaut bescheren, und zunächst fand ich die Vorstellung auch ziemlich abstoßend. Doch als sich herausstellt, dass Merrick trotz allem ein ganz normaler, fühlender, denkender und keineswegs dummer Mensch ist, tat er mir einfach nur noch leid und es hat mich traurig gemacht, mit welcher Ablehnung ihm die Menschen begegnen. Gespannt bin ich seiner Odyssee gefolgt, die ihn von der Freak Show, über die Klinik und das nächtliche London führt, nur um schließlich wieder am grausamsten Ort zu enden. Ich habe so sehr gehofft, nach der Klinik könnte es aufwärts für ihn gehen. Welch ein Irrtum! Und was habe ich Noaks von der Freak Show gehasst. Den hätte meinetwegen gerne jemand erledigen können! Und ich habe Dolorosa bewundert, wie vehement sie ihm Paroli bietet. Diese Geschichte löst ein wahres Gefühlschaos aus. Das hat mir am besten daran gefallen. Und dass sie nicht Mitleid heischend daher kommt. Das Mitleid stellt sich auch so ein.
Pfiffig finde ich die Überkreuzung mit der Folge “Der Doppelmord in der Rue Morgue”. Eine tolle Idee und klasse gemacht.

Mein Kompliment an Peter Hawig, der sich lange Zeit als Merrick durch die Geschichte grunzt und ihm später eine etwas undeutliche, hörbar angestrengte Stimme und Redeweise verleiht. So führt er einem die Entwicklung des Elefantenmenschen gut vor Augen. Michael Lott habe ich in Dr. Treves kaum wiedererkannt. Dass Mark Brandis so anders klingen kann…erstaunlich und gut! So hat man kein vorgefertigtes Bild im Kopf, sondern kann sich den Arzt absolut unabhängig vorstellen. Anne Moll hat mir ebenfalls sehr gut gefallen mit ihrer rauhem, markanten Stimme, die auf herrliche Weise ganz schön verlottert klingt. Aber oft auch hoffnungsvoll, weswegen ich gut mit Dolorosa mitfühlen konnte.

Die Untermalung passt sich der Stimmung der Geschichte an, die alles andere als fröhlich ist. So sind häufig leise, getragene Stücke zu hören, die die Gefühlwelt des Hörers zusätzlich anfeuern. Das passt so prima.

Das Cover macht mir der seltsam gekleideten Gestalt schnell neugierig auf die Geschichte. Zudem ist es schön düster gehalten, was widerum dem Titel “Meister der Angst” Rechnung trägt. Etwas gruselig sieht das Motiv eben doch aus.

Fazit: “Der Elefantenmensch” macht betroffen, wütend und traurig, aber auch glücklich und hoffnungsvoll. Das muss eine Geschichte erstmal schaffen. Deshalb bin ich gar nicht böse, dass mir kein Grusel oder Kriminalfall geboten wurde. Ich habe so mit Merrick mitgefiebert und mit ihm gelitten! Bisher mein Favorit der Reihe!


Meister der Angst – Der Doppelmord in der Rue Morgue

Titel: Meister der Angst – Der Doppelmord in der Rue Morgue / Verlag: Random House / Sprecher: Till Hagen, Sascha Rotermund, Peter Kirchberger, Anne Moll ua

ruemorgueInhaltParis, ausgehendes 19. Jahrhundert. Der Tatort zweier Frauenmorde gibt der Polizei Rätsel auf: Wie kam der Täter in das von innen verriegelte Zimmer und wieder hinaus? Die Ermittlungen treiben C. Auguste Dupin in seine eigene, düstere Vergangenheit und in ein Netz von Intrigen.


Ein Doppelmord ist nun nicht unbedingt die ausgefallenste Idee für einen Krimi mit unheimlichen Einschag. Interessant wird es aber, wenn sich dieser Doppelmord in einem verschlossenen Raum ereignet hat. Wie sollte ein Mörder dort hineingelangt sein? Vor diese Frage werden C. Auguste Dupin und sein Partner Allan Pigott in dieser Folge gestellt.
Über lange Zeit hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Der Mord ist schön brutal verübt worden. Da kann man schon mal schaudern. Und die Ermittlungen von Dupin, Pigott und Langrot fand ich ganz interessant. Alleine schon deshalb, weil sie von so unterschiedlichen Standpunkten aus ermitteln. Dupin und Pigott sehr realistisch und detektivisch. Langrot dagegen mit einem Hang dazu, auch übersinnliche Ereignisse in Erwägung zu ziehen, die zu der Bluttat geführt haben könnten. Der vernünftige Teil von mir hat Dupin und Pigott geglaubt. Der Teil von mir, der sich gerne bei Übersinnlichem gruselt, hätte auch an Langrots Auflösung seinen Spass gehabt. Und sie lag sogar ab Dupins erster Theorie weit vorne, denn die kam mir schon reichlich weit hergeholt vor. Daran konnte ich einfach nicht glauben. Und nach seinen logischen Ausführungen über gewisse Mechnismen an Fenstern, war ich sogar etwas enttäuscht. Wie kann jemand so Vernünftiges auf solche Ideen kommen?
Glücklicherweise war Dupins Theorie dann doch nicht der Weisheits letzter Schluss. Stattdessen schlug die Geschichte eine ganz neue Richtung ein, die ein völlig neues Licht auf den Doppelmord warf. Ich hoffte auf eine glaubwürdigere Auflösung. Alerdings wurden die Geschichte bzw die Hintergründe zum Mord nun aber auch deutlich komplexer als bis dahin. Ich hatte schon genug Schwierigkeiten damit, mich mit den französischen Namen zurechtzufinden. Wenn dann einer nach dem anderen fällt und man immer erst überlegen muss, wer das nochmal war, dann wird das anstrengend. Zudem liegen die Hintergründe des Mordes nicht in der Gegenwart, sondern zum Teil in Dupins Vergangenheit. Etwas, was zuvor kaum ein Thema gewesen war. Aus diesen beiden Gründen habe ich das letzte Drittel mehrmals angehört und erst dann wirklich begriffen.

Till Hagens klare und markante Stimme hat mir für Dupin wirklich gut gefallen. Sie passt zu dieser Figur, die mit so viel Vernunft und Intelligenz an die Ermittlungen geht. Neben ihm blieb Sascha Rotermund alias Pigott für mich etwas blass. Gut, Pigott ist natürlich keine solch zentrale Person wie Dupin, aber etwas Spezielles an ihm hätte mir doch gefallen. Und sein es nur eine Stimme, bei der man sofort aufmerksam wird. Annelie Krügel darf sich gleich von zwei Seiten präsentieren. Zunächst als harmlose, ängstliche Frau, die bei Dupin auftaucht. Später dann als abgebrühter Racheengel. Insgesamt frage ich mich, wieso bei einer Geschichte, bei der gleich zu Anfang klar gesagt wird, dass sie in Frankreich spielt, einige Figuren mit entsprechendem Akzent sprecher, andere wiederum nicht.

Die Geschichte wird von einem schönen und ausgefeilten Soundtrack begleitet. Er sorgt bei vielen Szenen maßgeblich für die nötige unheimliche Stimmung und kribbelnde Spannung. Die Geräuschlulisse kann sich ebenfalls hören lassen. Ich musste vor allem bei dem Geräusch grinsen mit dem der Kopf aus dem Topf genommen wird. Herrlich eklig.

Das Cover ist ein Hingucker und macht so neugierig auf die Geschichte.

Fazit:  Zunächst eine spannende Geschichte um einen Mord, der augescheinlich ganz unmöglich ist. Ich fand dabei vor allem die unterschiedlichen Standpunkte interessant, von denen Dupin und die Polizei ihn angehen. Doch dann wurde die bislang geradlinige Handlung plötzlich unerwartet komplex. Das fand ich erstens deshalb nicht so gelungen, weil man es zuvor wirklich nicht erahnen konnte. Zweitens aber auch, weil es mir bei dem Tempo des Finales ehrlich schwer fiel, auf einen Schlag alle Charaktere und ihre Beziehungen zueinander auf der Reihe zu haben.


Mord in Serie (10) – Atemlos

Titel: Mord in Serie (10) – Atemlos / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Patrick Mölleken, Annina Braunmiller, Luisa Wietzorek, Tilo Schmitz, Bernd Vollbrecht ua

mis10Inhalt: Vincent Berger hat alles, wovon ein Junge in seinem Alter nur träumen kann. Der 16-jährige ist der Star seiner Schwimm-Mannschaft, hat erfolgreiche Eltern und Schulschwarm Johanna zur Freundin. Doch plötzlich bekommt die heile Welt Risse. In einer TV-Sendung über vermisste Personen erkennt Vincent sich auf dem Foto eines Kindes, das seit 14 Jahren spurlos verschwunden ist. Sollten die beiden Menschen, die er für seine Eltern hielt, etwa seine Entführer sein? Zusammen mit Johanna macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit – und begibt sich dadurch in tödliche Gefahr.


Wow, und schon sind die 10 Folgen dieser Reihe rund! Das ging schnell und schön zuverlässig. Diese neue Folge beginnt mit einem Szenario, das ich mir durchaus als erschreckend vorstellen kann, somit ist es ein prima Grundstein für eine “Mord in Serie”-Episode. Der 16jährige Vincent entdeckt ein Kinderbild von sich selber in einer TV-Sendung für verschwundene Kinder und erfährt, dass seine Mutter seit Jahren nach ihm sucht. Aber er hat doch Eltern…? Mir tat Vincent in seiner Verwirrung ganz schön leid und ich habe gut verstanden, dass er der Sache auf den Grund gehen will. Dabei war ich gespannt, was er wohl herausfinden würde. Seine Nachforschungen bringen einige erschreckende Entdeckungen an’s Tageslicht und als Hörer kann man sich dabei gut zusammenknobeln, was hinter  dieser Suchmeldung aus der Fernsehsendung tatsächlich steckt.
Die Auflösung fand ich ganz gelungen und zudem ist sie mit einer sehr dramatischen Szene gewürzt. Nur der Hintergrund war halt nicht ganz nach meinem Geschmack, da hätten es für mich gerne andere Drahtzieher sein dürfen. Es gibt so Organisationen, mit denen kann ich einfach nichts (mehr) anfangen.  Außerdem bewährt sich auch bei dieser Folge wieder die Devise: nimm die unauffälligste Person und schon hast du einen Beteiligten am Geschehen. Manchem Ich kann mir vorstellen, dass mancher es so vielleicht für leicht durchschaubar hält. Ich selber genieße es dagegen, mir hinterher selber auf die Schulter klopfen zu dürfen, weil ich ja so toll mitgedacht und deshalb richtig gelegen habe ;) Alles eine Frage der Einstellung.

Patrick Mölleken als Vicent hat mir prima gefallen. Anfangs weiß er als sympathischer Jugendlicher zu überzeugen. Später dann bringt er Vincents Verwirrtheit und seine Verzweiflung glaubhaft rüber. Da fällt es leicht, Mitleid für Vincent zu empfinden. Meine persönliche Favoritin dieser Folge ist aber Luisa Wietzorek, die Vincents Freundin Johanna sehr selbstbewusst klingen lässt. Ich mag ihre helle und klare Stimme und wie locker sie ihre Rolle spricht. Annina Braunmiller hat mir von der Fernsehmoderatorin das Bild einer vor Mitgefühl triefenden und nicht allzu intelligenten Person vermittelt, was eindeutig passt und stimmt.

Die Untermlaung wurde gut ausgewählt. Sie sorgt je nach Szene mal für Spannung, dann wieder für Tempo. Das passt gut zu dieser Geschichte, in der sich beides abwechselt. Am besten hat mir die Kombination aus bedrohlichen Klängen und einer Reihe Wassergeräusche gefallen, die man gegen Ende zu hören bekommt. Dann noch der dumpfe Klang der Szenen unter Wasser…ich bin nicht gerade eine Wasserratte. Deshalb habe ich da schon eine Gänsehaut bekommen.

Ich mag Blau, daher hat das Cover mich sofort für sich eingenommen. Außerdem wird sofort klar, dass Wasser eine Rolle spielt, was für mich sehr gut zum Titel passt. Über die als Rettungsring gestaltete CD musste ich grinsen. Eine schöne und witzige Idee.

Fazit:  Ein erschreckendes Szenario und eine spannende und rasante Suche nach der Wahrheit. Mir hat die Geschichte gefallen, auch wenn ich mir andere Hintergründe gewünscht hätte. Den gleichnamigen Film mit der angeblich so ähnlichen Story kenne ich nicht, und ich hatte auch keine Lust, ihn mir zum Vergleich anzuschauen. Vielleicht später mal. Da bin ich nicht so kritisch. Das Hörspiel ist gut gemacht, daran würde sich auch nichts ändern, wenn ich den Film gesehen hätte.