Push my belly

Mein eigen Fleisch und Blut

Titel: Mein eigen Fleisch und Blut / Verlag: Push my belly / Spielzeit: ca. 42 min / Sprecher:

fleischundblutInhalt: Eine Krankheit hat den größten Teil der Weltbevölkerung ausgelöscht. Aber die Toten kehren zurück und streifen durch die verlassenen Städte, auf der Suche nach Nahrung. Richard und Mary Green gehören zu den letzten Überlebenden.

 

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Auf den ersten Blick gab der Titel für mich nichts her, weswegen ich mir das Hörspiel näher hätte ansehen sollen. Allerdings wurde mir dringend dazu geraten und die Nase mit dem Wort „Zombie“ ganz schön lang gemacht. Also habe ich es doch gehört und nicht bereut.
Eine Krankheit hat den größten Teil der Menschheit ausgelöscht, doch blieben die Toten nicht in ihren Gräbern, sondern kehrten hungrig und mordlüsternd zurück.
Die Geschichte ist mit 42 Minuten recht kurz und stellt eher eine etwas längere Momentaufnahme dar. Gleich zu Anfang erfährt man, wie das Leben von Richard und Mary Green seit Ausbruch der Zombieplage aussieht: ein einziger Kampf alleine schon um beispielsweise nur sicher ins eigene Haus zu kommen. Wenig später gerät ihnen wie aus dem Nichts eine ebenfalls noch lebende Frau ins Haus, Liz. Die Geschichte ist vom Verlauf her eher ruhig. Sie hat ihre Actionszenen und dramatischen Momente, in denen es auch mal lauter zugeht, aber hauptsächlich liegt eine große Ruhe darüber. Ich fand, dass das so sehr gut die Bedrohung deutlich machte, und es hat mir so auch einen Eindruck von dieser unvermeidlichen Gefangenschaft im eigenen Haus vermittelt. Eine schlimme Vorstellung, unter solchen Bedingungen leben zu müssen. Ein Kampf um’s Überleben. Draußen und auch drinnen.
Doch so sicher sich Richard, Mary und Liz sich auch fühlen, etwas stimmt nicht. Das wird bald klar. Die Idee, dafür in die Gedanken bestimmter Charaktere hineinhören zu können, hat mir gut gefallen. Und kurz darauf geht es drunter und drüber und jeder verdächtigt jeden, sich mit dem Zombievirus angesteckt zu haben, was zu dramatischen Szenen führt.
Das Ende hält dann noch mal eine besondere Wendung bereit. Ich hatte mir zwischendurch sowas zwar schon mal kurz gedacht, aber dann doch nicht dran geglaubt bzw glauben wollen. Deshalb hat es mich ziemlich kalt erwischt.

Die drei Sprecher Bernd Vollbrecht, Luise Wietzorek und Anke Reitzenstein liefern durchweg eine tolle Leistung ab. Sie haben mir ein gutes Bild der drei Charaktere vermittelt und jedem ist zu jeder Zeit anzuhören, dass sie schon länger unter der auswegslosen Situation zu leiden haben. Das gibt dem Hörspiel noch mal einen zusätzlichen Schuss an bedrückender Atmosphäre.

Der Soundtrack schließt sich in dieser Hinsicht passig an. Hier geht es bedrohlich-leise und düster zu, was dem bedrohlichen und auswegslosen Eindruck des Hörspiels letztlich die Krone aufsetzt. Zudem -und das muss ich unbedingt erwähnen- klingen die Zombies hier mal endlich nicht so albern wie in manch anderen Hörspielen! Es geht also doch!

Ich habe so meine eigene Interpretation des Covermotivs, die ich hier aber leider nicht schreiben kann ohne zu viel von der Geschichte zu verraten. Also belasse ich es mal dabei, dass mir das Motiv aus einem bestimmten Grund gut gefällt und ich es passend zum Hörspiel finden. Vor allem strahlt es trotz Blut genau die seltsame Ruhe aus, wie sie auch über dem Hörspiel liegt.

Fazit:  Gut, dass ich mich hab überreden lassen und dass man mich mit Zombies (noch) so gut locken kann. Ein wirklich sehr spannendes Hörspiel mit durchgängig bedrückender Atmosphäre, die noch nachhallt selbst wenn der Player längst abgeschaltet hat. Klasse!

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