Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief ( Holly Grant / Katja Riemann)

Titel: Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief / Verlag: hörVerlag / Spielzeit: 337 min, 4 CDs / Buch: Holly Grant / gelesen von: Katja Riemann

Inhalt: Von Unglücks-Unkenrufen lässt sich die elfjährige Anastasia McCrumpet eigentlich nicht so leicht erschrecken! Aber als sie von der gefürchteten Lehrerin Miss Sneed aus dem Unterricht geholt wird, spürt sie sofort, dass Unheil droht. Und richtig: Anastasias Eltern sind einem seltsamen Staubsaugerunfall zum Opfer gefallen und müssen sich an einem weit entfernten Ort davon erholen. Zwei angebliche Großtanten stehen schon bereit, um Anastasia mit in ihr verstaubtes Zuhause zu nehmen. Dort wird ihr bald sehr mulmig: nachts heulen Geräusche durchs Haus, und an den Wänden hängen Bilder von verschwundenen Kindern und von finsteren Damen mit zusammengewachsenen Augenbrauen. Als Anastasia zwei im Haus versteckte Jungen entdeckt, planen die drei Kinder eine tollkühne Flucht!


Wie so oft machte mich der Titel dieses Hörbuchs sofort neugierig. Anastasia ist ja schon ein eher seltener Name für eine Elfjährige. Und eine rufende Unke? Ich muss Anastasia also umbedingt kennenlernen und ich mochte die Kleine sehr schnell. Sie ist zwar erst elf Jahre alt, für dieses Alter aber ganz schön mutig und zweifellos clever. Auch als ihr Leben wenig später eine seltsame Richtung einschlägt, stellt sie sich mutig der Situation. Keine Heulerei, nichts, so stelle ich mir eine Heldin in einem Kinder(hör)buch vor.
In dem Haus der Tanten, zu denen Anastasia ziehen muss, gehen seltsame Dinge vor sich. Und hier muss man Holly Grant einfach ein dickes Kompliment für ihre Phantasie und ihren Ideenreichtum machen. Es ist doch immer wieder schön, wenn einem eine neue Geschichte nicht nur irgendwelche anders verpackten Ideen bietet, sondern Neues auffährt.  Wie man sieht: es funktioniert! Es sorgt für ordentliche Spannung und eine einzigartige Atmosphäre.
Ein bisschen gruselig geht es hier schon zu, das muss man einfach so sagen. Aber gut auf das Alter der anvisierten Hörerschaft abgestimmt. Angehende Gruselfans ab 10 Jahren dürften ihre helle Freude haben, ältere Hörer werden über einige Dinge eher grinsen. Aber es schadet ja auch nicht, wenn eine Geschichte einfach Spass macht.
Humor spielt hier sowieso eine wichtige Rolle. Es gibt sehr häufig etwas zum Schmunzeln, was den Gruselfaktor per se ein wenig dämpft. Ich habe auch manches Mal lachen müssen, so schräg und skurril kommt die Geschichte oft daher. Wenn man sich all die Szenen und Figuren mal bildlich vorstellt, dann kommt man um ein Lachen einfach nicht herum. Und alles wird wirklich anschaulich, aber nicht zu weitschweifig erzählt und beschrieben. Da hat man schnell die entsprechenden Bilder vor Augen.

Ich bin kein Fan von Katja Riemann und als Sprecherin bei einem Hörbuch habe ich sie bislang noch nicht angetroffen. So hatte ich schon Bedenken. Ich muss aber zugeben, dass sie „Anastasia McCrumpet“ wirklich toll liest. Mit ganz vielen verschiedenen, markanten Stimmen, zu den Szenen passenden Stimmlagen und einer großartigen Lebendigkeit. Da macht das Zuhören richtig Spass, auch über längere Zeit hinweg.

Das Cover kommt schön schattig und düster daher, wie es sich für eine schaurig angehauchte Geschichte gehört. Der schlossartige Raum macht ebenso neugierig wie der seltsame Hund und das grimmige Gesicht im Bilderrahmen. Was machen die drei Kinder an solch einem Ort und wieso hat eines von ihnen einen Vogelkäfig über dem Kopf? Es gibt Vieles an dieser Szenerie, mit dem das Hörbuch den Betrachter lockt.

Fazit:  „Anastasia McCrumpet“ hat mir rundum super gut gefallen. Eine tolle Hauptfigur, eine spannende Geschichte voller verrückter, schräger, skurriler Figuren und Vorkommnisse, bei denen ich immer mal wieder schmunzeln musste, und gewürzt mit einem kleinen Schuss Grusel. Für angehende Gruselfans eine absolute Empfehlung!

Die Punkies (01) – Bühne frei für die Punkies

Titel: Die Punkies (01) – Bühne frei für die Punkies / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Niels Rieke, Robert Missler, Daniel Axt, Patrick Bach ua

Inhalt: Eine erfolgreiche Band müsste man sein, und vor ausverkauften Hallen kreischende Fansbegeistern! Leonie, Ben, Aylin, Lucas und Nikolas haben diesen gemeinsamen Traum! Als Punkies wollen die fünf Freunde voll durchstarten. Doch der Weg zum Pop-Olymp ist steinig. Erst einmal muss ein Haufen Hits komponiert werden! Und dafür braucht man einen Ort, an dem man ungestört üben kann. Doch ihre Rivalen von der Band krashkiddz haben die gleichen ehrgeizigen Ziele und sind scharf auf denselben Proberaum! Als es den Punkies gelingt, ihnen ein Schnippchen zu schlagen, schwören krashkiddz Rache und blamieren die Punkies vor der ganzen Stadt bis auf die Knochen. Doch so schnell gibt sich ein Punkie nicht geschlagen!


Als ich das erste Mal von der Reihe hörte und das Cover sah, habe ich direkt abgewunken. Aber irgendwann siegte dann doch die Neugier. Allerdings mit keinen großen Erwartungen. Daher hat sich diese erste Folge für mich auch prompt als große und positive Überraschung herausgestellt.
Zunächst lernt man die Bandmitglieder kennen. Und auch die haben sich teilweise noch nie live gesehen. So hat man alle Gelegenheit, sich einzufinden. Und die Jungs und Mädels sind glücklicherweise auch schon Teenies und durch die Bank super sympathisch und normal. Keinerlei Starallüren, sehr fein!
So verfolgt man, wie sich die Band formiert und hofft mit ihnen, dass es mit dem ersehnten Proberaum klappt. Das sorgt für die erste Spannung. Die krashkids sind die Erzrivalen der Punkies und machen ihnen zusätzlich das Leben schwer, denn auch sie haben es auf den Raum abgesehen und spielen ihnen später einen gemeinen Streich. Plötzlich scheint für die Punkies alles den Bach runter zu gehen. Sie taten mir richtig leid. Aber dann raffen sie sich zum Gegenangriff auf und es wird erneut spannend und auch turbulent. Das macht Spass!
Zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln gibt es ebenfalls so einige Gelegenheiten.
Rundum also eine wirklich tolle erste Folge.

Daniel Axt alias Ben hat mir prima gefallen. Er lässt Ben sympathisch und clever rüberkommen und gibt in dieser Rolle auch den Erzähler. Mein Favorit unter den Hauptsprechern ist Jenny Maria Meyer als coole Leonie. Patrick Bach ist als Nikolas zu hören und der ist unüberhörbar ein ganz gewitztes Kerlchen. Tim Kreuer fällt die Rolle des Lucas zu, der bei ihm etwas hibbelig und aufgedreht rüberkommt. Aber vermutlich ist Stillsitzen und Ruhebewahren eben nichts für einen Schlagzeuger. Und dann ist da noch Merete Brettschneider als Aylin mit von der Partie. Dank ihr hat man sofort ein Bild von dem einfach nur netten Mädchen vor Augen. Damit sind die Punkie-Sprecher komplett.

Musik spielt hier logischerweise eine große Rolle. Ich muss gestehen, dass die Musik der Punkies nicht so mein Fall ist. Zu sehr weichgespülte Popmusik einfach. Ehrlicherweise sagt mir der rockige Stil der krashkiddz deutlich mehr zu. Mal schauen, ob das so bleibt. An den Geräuschen gibt es nichts zu bemängeln, hier ist alles top in Ordnung.

Warum habe ich beim Anblick des Covers damals sofort abgewunken? Weil ich diesen Cartoonstil schlichtweg nicht mag. Was soll das? Die Punkies sind keine Kinder mehr! Und die Geschichte klingt auch nicht so als wäre sie für eine so junge Altersgruppe. Wieso sehen die Figuren auf dem Cover dann aus wie dem Kinderprogramm im TV entsprungen?

Fazit: Diese erste Folge war eine echte Überraschung für mich. Sympathische, jugendliche Hauptfiguren, eine spannende Story und manch amüsante Szene. Musikalisch sind die Punkies zwar nicht mein Fall, aber ansonsten defintitiv. Ich freue mich schon auf Folge 2.

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (30) – Das Rätsel der Aurora

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (30) – Das Rätsel der Aurora / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Christian Rode, Lutz Harder, Georg Tryphon, Uwe Jellinek ua

Inhalt: Aus einem Londoner Museum wird ein hölzernes Modellschiff gestohlen. Inspector Lestrade von Scotland Yard misst dem Diebstahl keine größere Bedeutung bei. Jedoch bittet der ehemalige Eigentümer des Schiffes Holmes eindringlich, das für ihn wichtige Kleinod wiederzubeschaffen. Es scheint ein Geheimnis zu verbergen, das es sogar wert ist, dafür zu töten.


Ich mag es ja immer gerne, wenn Fälle eine vermeintliche Kleinigkeit zum Anlass haben. Wenn alles lange nicht so brisant beginnt, wie es sich dann entwickelt. So ist es auch hier. Nach einem amüsanten Geplänkel zu Anfang, nimmt der Fall schnell an Fahrt auf. Als Hörer muss man bei dieser Reihe ja sowieso meist ganz bei der Sache sein um mitzukommen, doch hier ist das noch um ein Vielfaches wichtiger. Mir persönlich war der Fall schon wieder zu verworren mit zu vielen Figuren, die mitunter gar nicht die sind, die sie vorgeben. So fand ich es eher anstrengend, der Handlung zu folgen.
Uninteressant ist sie jedoch nicht und über mangelnde Spannung kann man sich ebenfalls nicht beklagen. In einer Hinsicht allerdings fand ich die Story aber doch etwas vorhersehbar. Da hat es mich schon gewundert, dass Holmes und Watson nicht früher in diese Richtung denken.
Das Ende ist für eine Holmes-Geschichte schon recht ungewöhnlich. Nicht im negativen Sinne, aber ich war doch ziemich verdutzt als das Hörspiel plötzlich zuende war. Das ist zwar mal etwas anderes, gar keine Frage, mir gefallen die Enden der übrigen Folgen aber doch irgendwie besser.

Friedrich Georg Beckhaus vermittelt dem Hörer mit seiner markanten Stimme schnell ein gutes Bild von seiner Figur. Uwe Jellinek ist es gelungen, mich stets im Ungewissen über James Wallace zu lassen. Ich wusste nie genau, ob ich ihm trauen kann, oder nicht. Das trägt zur Spannung bei. Und Gerald Paradies gibt einen herrlich raubeinigen, versoffenen Buchanan.

Musik und Geräusche halten sich wie gewohnt eher zurück. Dennoch veranschaulichen die Geräusche gut das Geschehen und die eingesetzten Muskstücke unterstreichen die Atmosphäre der jeweiligen Szenen. So kommen gewisse Momente besonders intensiv rüber, was der Spannung und Dramatik zugute kommt.

Auf dem Cover ist selbstverständlich die Aurora zu sehen wie gerade Hände danach greifen. So hat man schnell schon eine Ahnung, um was es in der Folge gehen könnte. Schön schattig und düster ist das Motiv auch, was einem Krimi gut steht.

Fazit:  Ein durchaus spannender neuer Fall für Holmes und Watson, bei dem man aber von Anfang an jede Minute ganz bei der Sache sein muss um mitzukommen. Mir war das teilweise schon wieder zu verworren und entsprechend anstrengend beim Hören. Das Ende ist etwas Besonders, war aber ebenfalls nicht so nach meinem Geschmack.

Ich hätte es wissen müssen (Tom Leveen / Leonie Landa)

Titel: Ich hätte es wissen müssen / Verlag: GoyaLibre / Spielzeit: ca. 269 min, 3 CDs / Buch: Tom Leveen / gelesen von: Leonie Landa

Inhalt: Seit drei Monaten ist die 16-jährige Victoria von der Außenwelt abgeschnitten: Ihre Eltern haben den Laptop und das iPhone konfisziert, der Kontakt zu ihren Freunden ist untersagt und ihr Bruder ignoriert sie konsequent. Victoria ist verzweifelt. Sie trägt doch keine Schuld daran, dass ihr ehemaliger Freund Kevin Selbstmord begangen hat! Die ganze Welt sieht das aber anders. Noch eine Nacht bis sie sich wegen ihrer
Mobbing-Attacken auf facebook vor Gericht verantworten muss. Und es kommt noch schlimmer: Ein unbekannter Anrufer droht Victoria damit, sich umzubringen, wenn er keine Hilfe von ihr bekommt.


Eine Geschichte über Cybermobbing und seine Folgen. Das klang interessant, auch wenn ich bei Storys zu solchen Themen immer skeptisch bin, weil ich nichts mehr hasse, als wenn mich Geschichten belehren wollen oder die ganze Zeit mit dem moralischen Zeigefinger winken.
Anfangs erfährt man noch nicht sofort, was vorgefallen ist, wieso in der Familie solch eine gereizte Stimmung herrscht und wieso Reporter das Haus belagern. Damit hat mich die Geschichte schon mal auf Anhieb gepackt. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, was vorgefallen ist. Und es ist ehrlich erschreckend.
So richtig hatte mich „Ich hätte es wissen müssen“ aber erst am Haken als Victoria den Anruf von Andy bekommt, der sie um einen Grund bittet, weshalb er keinen Selbstmord begehen soll. Ich fand das Gespräch -auch wenn es sich hier und da etwas zieht- einfach super spannend. Wer ist Andy? Heißt er wirklich so? Meint er es ernst? Wie wird sich Victoria entscheiden? Und wie kam es eigentlich zu den Vorfällen in ihrer eigenen Vergangenheit?
Geichzeitig habe ich diesen Teil als sehr eindringlich empfunden. Er regt schnell dazu an, sich Gedanken über das eigene Verhalten im Internet zu machen. Sich klar darüber zu werden, welch weitreichende Folgen vermeintlich flapsige Sprüche oder auch so ein scheinbar harmloses ‚Gefällt mir‘ haben können. Was man mit Fotos eigentlich gestattet und anrichten kann. Und wie einfach all das im Internet fatalerweise ist.
Die Geschichte regt allerdings wirklich in erster Linie zum Nachdenken an. Der von mir so gefürchtete moralische Zeigefinger kommt hier kaum bis gar nicht zum Einsatz. Alles an Botschaften ist sorgfältig in die Geschichte verpackt und erreicht auch so problemlos den Hörer.

Leonie Landa habe ich hier zum ersten Mal gehört und sie hat mir für diese Geschichte wirklich gut gefallen. Ihre klare, helle und junge Stimme passt prima zu der sechzehnjährigen Victoria und bringt deren Gefühlslagen gut rüber. Die Chatverläufe, die immer mal wieder eingefügt sind, liest sie mit eher neutraler Stimme. Für die übrigen Figuren hält sie ebenfalls den passenden Ton bereit.

Das Covermotiv zeigt sich in gedeckten Farben, was stimmig ist. Fröhliche Farbtöne wären hier fehl am Platze gewesen. Das Mädchen wirkt traurig und in Gedanken versunken, so wie man Victoria auch meistens antrifft. Ich bin an sich kein Fan von Frauen- und Mädchengesichtern auf einem Cover, aber dieser Story steht das gut.

Fazit:  Eine spannende und dramatische Geschichte um ein sehr aktuelles Thema, die den Hörer zum Nachdenken über eigenes Onlineverhalten anregt und mit Victoria und Andy mitfiebern lässt.

Pollution Police (12) – Unter Strom

Titel: Pollution Police (12) – Unter Strom / Verlag: Pollution Police e.V. / Sprecher: Daniel Käser, Sophia Linke, Francois Goeske,Thomas Friebe ua

Inhalt: Bei einem Rundflug über die Heimatstadt ihrer Freundin Sophie darf die Pollution Police die Welt von oben entdecken. Doch nach der Landung erwartet sie gleich das nächste Abenteuer. Sie sehen, wie ein Flugzeug zur Notlandung gezwungen und ein Passagier entführt wird. Kann die Pollution Police auch diesen Fall aufklären? Bei einem Rätsel um Energiekonzerne und Stromausfälle müssen die Kinder buchstäblich Licht ins Dunkle bringen.


Einerseits weiß ich gar nicht, was ich zu dieser Folge sagen soll. Andererseits könnte ich dazu einen ganzen Roman schreiben. Ich versuche aber, es so kurz zu halten wie es geht. Der Anfang ging für mich völlig in Ordnung, auch wenn ich mich schon frage, bei welchem Skatewettbewerb man einen tollen Preis für den eindrucksvollsten Sturz erhält. Aber egal, die Story braucht einen Aufhänger mit dem Rundflug.
Kurz danach nimmt der neue Fall auch schon seinen Lauf und da ging es schon beim Stromausfall los. Da stellt ein Kind so richtig naseweis fest, wie abhängig die Menschen doch von Strom und Energie sind. Da habe ich das erste Mal geschluckt. Dann ging es weiter mit der Entführung und an sich ist das ja wirklich eine gute Idee für einen Fall für die kleinen Detektive. Der hätte tatsächlich ganz interessant und spannend sein können.
Für mich gab es dabei aber viel zu viel, über das ich mich wirklich aufgeregt und geärgert habe. Da ging die Spannung schnell flitzen. Um ein paar Beispiele zu nennen. Es sind immer „die kleinen Pfadfinder“ und der Klappentext spricht sogar von Kindern! Und dann kommen Kinder mit Begriffen daher wie „Whistleblower“ und „amortisierten Kohlekraftwerken“? Also bitte!
Und moralisch kommt es hier wahrlich mit der Bratpfanne und sowas kann ich nicht ab. Im Netz klicken und teilen die Leute ja so oft hirnlos (O-Ton) herum! Natürlich können sich auch 20000 Klicker irren, beim nächsten Katzenvideo wissen sie ja schon gar nicht mehr, was sie da eben geklickt, haben. Ein Rottweiler ist wahlweise ein Monster oder eine Bestie. Schön, wo die Kids hier ja sonst so darauf bedacht sich, dass man nicht verallgemeinern sollte. Aber selber!
Kohlekraftwerke sind natürlich Dreckschleudern, nur Windkraft ist das Wahre! Die arme Erdatmosphäre! Erneuerbare Energien müssen her! Ich könnte noch zeilenweise weitermachen, denke aber, das reicht schon um sich ein Bild zu machen.
Und wenn von diesen Behauptungen und Verallgemeinerungen manche auch tatsächlich stimmen mögen, dann muss es doch Möglichkeiten geben, sie nicht mit der Keule in die junge Hörerschaft hineinzuprügeln. Oder man reduziert die Menge an Botschaften, gibt nur einige wenige mit auf den Weg, die aber sorgfältig verpackt.

Schon wieder Francois Goeske! Über ihn hatte ich mich doch letztens erst in einem Hörspiel gefreut. Mit ihm gibt es hier tatsächlich ein Wiederhören und einmal mehr hat er mir ein gutes Bild seiner Figur vermittelt. Thorsten Knippertz trifft für Meyenberg genau den richtigen Ton. Die drei Hauptsprecher sind auch wieder fit mit dabei. Sophia Linke in der Rolle ihrer Freundin Sophie klang mir allerdings oft zu abgelesen und gelangweilt. Allerdings werden ihr ja auch Sätze in den Mund gelegt, wie mancher Erwachsene sie kaum auf die Reihe bekommen würde.

Die Musik präsentiert sich hier meist eher dezent und düster, was einer Detektivgeschichte gut steht. Nur selten geht es mal lauter zu. Zu besonders dramatischen oder temporeichen Szenen beispielsweise.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb mit der dunklen, nächtlichen Szene, dem Flugzeug und den rätselfaten Lichtern in sonst so totaler Dunkelheit. Alleine vom Cover her hatte ich mich sehr auf die Folge gefreut.

Fazit: Es hätte alles so schön und spannend sein können mit dem Fall um die Entführung. Aber dann holt die Folge einen Sack voll Verallgemeinerungen raus, haut dem Hörer eine moralische Botschaft nach der anderen um die Ohren und legt den Kindern unsäglich naseweise Sätze in den Mund. Ich habe mich selten so bei einem Hörspiel geärgert. Ein Hörspiel kann helfen, sich zu Themen eine Meinung zu bilden, aber hier wirkt es ja gerade so als wolle man dem Hörer eine Meinung aufzwingen. Und so etwas vertrage ich gar nicht.

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