Die drei !!! (57) – Tatort Kreuzfahrt

Titel: Die drei !!! (57) – Tatort Kreuzfahrt / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Merete Brettschneider, Tim Kreuer, Elena Wilms, Rüdiger Schulzki ua

Kim, Franzi und Marie sind total aufgeregt: Ein Videoclipdreh mit den Boyzzzz auf einem Kreuzfahrtschiff in der Adria! Doch ein Gast beschwert sich ständig über die Dreharbeiten, die sogar abgebrochen werden müssen! Gitarrist David droht dem Mann – der kurz darauf verschwindet. Ist er etwa über Bord gegangen? David ist der Hauptverdächtige und “Die drei !!!” ermitteln auf dem Schiff, um den wahren Täter zu finden.


Für die Detektivinnen geht es auf Reisen. Sie werden vom Boyzzzz Sänger Nick zu einem Videodreh während einer Kreuzfahrt eingeladen. Das alleine verspricht schon eine aufregende Zeit. Doch ehe der neue Fall am Horizont auftaucht, muss natürlich die Reise vorbereitet werden. Und vor allem Kim hat zuhause noch mit etwas zu kämpfen, das ihr glatt die Lust auf die Reise nimmt.
Zum Glück fährt sie dann doch mit und kaum auf dem Schiff angekommen, ereignen sich die ersten seltsamen Vorkommnisse und es tauchen die ersten sonderbaren Personen auf der Bildfläche auf. Das bringt rätselhafte, teilweise sogar ein bisschen unheimliche Szenen mit sich und gibt einem so manche Figur an die Hand, der man nicht so recht über den Weg traut.
Zunächst hat man allerdings nur einzelne Bruchstücke des Falls vor sich, ein rundes Bild will sich lange nicht ergeben und so hat man ausgiebig Zeit, sich zu fragen, was eigentlich genau auf dem Schiff vor sich geht. Das hält bei Laune.
Auch die drei Freundinnen müssen sich mächig ins Zeug legen und einiges riskieren um der Sache auf die Spur zu kommen. Dahinter bleibt der Videodreh ziemlich zurück, was für mich jedoch kein Minuspunkt war. Ich bin für die Geschichten mit der Band ohnehin nicht so zu haben.

Guido Zimmermann verleiht Herrn Gesche einen höchst unsympathischen und arroganten Ton, wodurch man schon nach wenigen Worten weiß, welcher Schlag Mensch Gesche ist. Ab und zu war mir besagter Ton aber etwas zu übertrieben. Auch Gabriele Libbach in der Rolle von Frau Gesche geht leider oft etwas zu übertrieben zu Werke. Auch in kleineren Rollen gibt es hier in meinen Ohren leider den einen oder anden Aussetzer. Dafür sind die drei Hauptsprecherinnen in Bestform und retten so eine ganze Menge.

Angesichts des Schauplatzes hätte ich mir ein paar Geräusche mehr gewünscht. Dafür, dass das Geschehen überwiegend auf See spielt, wird in dieser Hinsicht wenig geboten. Das Gefühl, auf einem Schiff zu sein, will dadurch nicht so recht aufkommen. An Musik sind die vertrauten Stücke mit dabei, die man aus der Reihe kennt.

Das Covermotiv wird dem Schauplatz Kreuzfahrtschiff und Meer eher gerecht. Die Freundinnen stehen urlaubsmäßig bis seemännisch gekleidet an der Reling und das Fernglas verrät schnell, dass sie bereits etwas im Visier haben.

Fazit:  Ein wirklich spannender Fall, der nicht leicht zu durchauen ist. Hier braucht man Geduld und guten Spürsinn um mitzuraten. Leider wird dem Schauplatz klanglich kaum Rechnung getragen und auch ein paar Sprecher wirken nicht sehr glaubhaft.

Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens

Titel: Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Katja Brügger, Sascha Draeger, Reinhilt Schneider ua

Die letzten Stunden vor der kirchlichen Trauung halten für das Brautpaar Gudrun und Gerhard eine makabre Überraschung parat: Der Geist der verstorbenen Ehefrau des Bräutigams verwandelt die fröhliche Party in eine Apokalypse des Grauens.


Hier muss ich vorab sagen, dass ich die alte Gruselserie von Europa natürlich kenne. Ich habe auch alle Folgen gehört, jedoch ist das eine ganze Weile her. Mir haben sie gefallen, aber da ich sie früher nicht gehört habe, fehlt mir der Nostalgiefaktor dabei. Vielleicht höre ich die neue Reihe deshalb ein wenig anders als die Leute, die mit der Reihe aufgewachsen sind.
Leider muss ich gestehen, dass diese erste Folge bei mir keinen allzu guten Eindruck hinterlassen hat. Inhaltlich hat das vor allem zwei Gründe. Bei aller Anlehnung an die Klassiker, sie ist ganz schön dünn und bietet keinerlei Überraschungen. Von Spannung kann keine Rede sein. Und bis die Story  endlich in die Gänge kommt, ist ein guter Teil der Spielzeit dahin. Bis dahin hat man dank viel Geschwafel lediglich die Figuren kennengelernt. Sonderlich sympathisch war mir keiner von ihnen, weshalb ich nicht mitfiebern konnte, und das geht zusätzlich zu Lasten der Spannung.
Grusel sucht man hier ebenfalls vergebens. Ein Geist alleine macht halt noch keinen Grusel. Erst recht nicht, wenn seine Auftritte statt atmosphärisch vor allem ohrenbetäubend sind. Sie scheppern wortwörtlich in die Szenen und klingen nicht einen Deut unheimlich.

Ein Blick auf die Sprecherliste lässt die Herzen vieler Hörspielfans sicher höher schlagen. Mit beispielsweise Reinhilt Schneider, Judy Winter, Regina Lemnitz und Katja Brügger sind namhafte Sprecher mit überaus markanten Stimmen dabei. Vor allem aber solche, die man noch von früher kennt, womit man wohl dem Vorbild der heutigen Gruselserie Rechnung tragen möchte. Allerdings werden ihnen zum Teil haarsträubende Dialoge in den Mund gelegt, was man oft deutlich hört. Denn plötzlich klingen die “alten Hasen” alles andere als überzeugend. Vereinfacht gesagt: alle hier haben ein Handy, die Geschichte spielt insofern scheinbar im Heute, aber die Unterhaltungen klingen häufig sowas von altmodisch und entsprechend gestelzt, das passt überhaupt nicht zusammen. Und wenn der Geist auf der Bildfläche erscheint, muss man dank des Lärms drumherum sehr genau hinhören um Reinhilt Schneider überhaupt zu verstehen.

Musik ist überraschend wenig zu hören, fast gar nicht, möchte ich sogar sagen. Hier und da mal ein kurzes Stück, doch das war es dann auch. Akustisch setzt die Folge mehr auf Geräusche. Vorzugsweise solche, die den Hörer wortwörtlich aufschrecken, weil sie so laut und durchdringend sind. Allen voran bei den erwähnten Auftritten des Rachegeistes. Stattdessen etwas stimmungsvollere Musik hätte vor allem dem Gruselfaktor hier ganz gut getan.

Schon die alte Gruselserie kam in Sachen Cover mit Neonfarben daher, das wurde beibehalten. Ich muss sagen, mir gefällt das so auch wirklich gut. Es ist einfach ein Hingucker. Ob man die beiden Comicfiguren mag, oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Mich stört dieser Stil nicht sonderlich.

Fazit: Leider ein enttäuschender Serienauftakt für mich. Eine arg seichte Story ohne Überraschungen und leider auch ohne Spannung uns Grusel. Dazu Texte, die man selbst solchen Vollprofis wie sie hier im Einsatz sind, schwer bis gar nicht abnimmt. Schade. Aber ich bleibe an der Serie dran. Alleine deshalb, weil ich es an sich super finde, dass man einem Klassiker von Hörspielreihe eine Chance für ein Comeback bietet.

Die drei !!! (56) – Geheimnis im Düstermoor

Titel: Die drei !!! (56) – Geheimnis im Düstermoor / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Nils Rieke, Katrin Decker, Alexandra Doerk, Achim Schülke ua

Kreativferien auf dem Eichenhof! Kim, Franzi und Marie freuen sich auf ihre Schreib- und Malkurse und auf Ausflüge ins nahegelegene Düstermoor. Doch gleich an ihrem zweiten Tag im idyllischen Moorhausen wird die Moorleiche aus dem Dorfmuseum gestohlen! Und schon ist es vorbei mit den entspannten Herbstferien! Die drei !!! nehmen sofort die Ermittlungen auf, doch keiner der Verdächtigen hat ein Tatmotiv. Eines Abends machen die drei auf dem Friedhof dann die entscheidende Entdeckung.


Bei den drei Detektivinnen ist es Herbst geworden. Die Ferien stehen vor der Tür und sie machen Kreativferien auf dem Einchenhof in Moorhausen. Damit befasst sich das komplette erste Drittel dieser Folge . Man erfährt, was es mit den Kursen auf sich hat, wie schön gelegen der Hof ist und natürlich hören sie schnell die ersten dezent schaurigen Geschichten aus dem Moor. Von Irrlichtern ist da zB die Rede und all das bringt der Story ihre ganz spezielle Stimmung ein.
Mit dem Fall geht es einmal mehr erst recht spät los, auch wenn die Moorleiche bereits vorher ein Thema ist. Sehr rätselhaft ist dieser Fall allerdings nicht. Während die Mädchen noch forschen, wohin die Moorleiche verschwunden ist und wer dahinterstecken könnte, hat man als (erwachsener Hörer zumindest) schon eine Ahnung. Versprochen, die wird sich gegen Ende als richtig herausstellen.
Zum Glück nimmt die Sache aber noch eine Wendung. Plötzlich wird der Ort erpresst. Sonst würde ich sagen, schon wieder so ein Fall im Fall, aber weil der eine Teil davon so vorhersehbar ist, war ich dieses Mal gar nicht böse um diesen Ablauf, denn er hält die Spannung noch ein bisschen weiter hoch.

Marianne Bernhardt hat mir als Oma Hannelore prima gefallen. Sie hat eine markante Stimme und schlägt einen sehr liebenswerten Ton an. Dagegen konnte mich Nils Rieke weniger überzeugen. Zunächst klingt er deutlich älter als sechzehn Jahre, aber auch seine Betonung passt längst nicht immer, weshalb ich ihm Kalle nicht richtig abgenommen habe. Irgendwie fehlt das eine Schüppe jugendlicher Pfiff.

Neben den vertrauten Stücken sind hier gelegentlich auch mal leisere Melodien zu hören, die mir neu waren. Im Vergleich sind es aber leider wenige. Denn diese Art Musik hätte vielen Szenen deutlich besser gestanden als die Standardstücke.

Das Covermotiv passt super zum Titel. Ich mag ja ohnehin nächtliche Szenen sehr gerne, speziell mit so leuchtenden Farben im Kontrast zur Dunkelheit. Allerdings gibt es solch eine Szene im Hörspiel leider nicht.

Fazit:  Wieder eine Folge mit langem Anlauf, der aber immerhin für die nötige Atmosphäre sorgt. Der Fall ist anfangs ziemlich durchschaubar, weshalb ich zum ersten Mal wirklich froh darüber war, dass sie quasi ein zweiter ergibt. Denn so bleibt es über die stattlichen knapp 80 Minuten hinweg stets interessant.

Point Whitmark (41) – Rückkehr aus dem Totenland

Titel: Point Whitmark (41) – Rückkehr aus dem Totenland / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 72 min  / Sprecher: Sven Plate, Axel Lutter, Hubertus Schulte ua /

Inhalt: Summer Dawn ist außer sich vor Angst: ihr Großvater ist von den Toten auferstanden. Sein seelenloser Körper lenkt einen vor vielen Jahren verunglückten Schulbus durch die nächtlichen Straßen von Point Whitmark. Zunächst glauben Jay, Tom und Derek nicht an eine widernatürliche Erscheinung – doch bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf immer schrecklichere Details aus der Vergangenheit des Küstenortes. In den finsteren Abwasserschächten tief unter der Stadt erwartet die Jungreporter schließlich ein unfassbares Geheimnis. Der Abstieg dorthin führt sie direkt in ihr gefährlichstes Abenteuer.


Point Whitmark sendet wieder! Nach so vielen Jahren ist endlich eine neue Folge erschienen. Ich habe mich gefreut wie lange nicht mehr. Allen Unkenrufen zum Trotz: die Serie ist einfach mein absoluter Hörspielfavorit. Da wird man sich freuen dürfen, wenn es nach solch langer Zeit endlich weitergeht, oder?
Im Großen und Ganzen hat sich am Stil der Reihe mit dieser Episode nichts geändert. Es ist immer noch das gleiche Flair, der gleiche, leicht schräge Stil der Fälle, die gleiche Hand voll skurriler Charaktere, die jede Folge bevölkert, eine Schippe ausgefallener Ideen und Details  und natürlich die gleichen drei sympathischen Jungs.
Für diesen Fall hat wohl jemand zuvor ein bisschen an einer Tüte voll “Es” geschnüffelt. Anders ist es kaum zu erklären, dass Luftballons eine Rolle spielen und sich Teile der Nachforschungen in Abwasserkanälen abspielen. Kostüme sind ebenfalls ein Thema, auch wenn es zugegebenermaßen keine Clownskostüme sind.
Die Story lässt sich nicht lange bitten. Bereits im Prolog geht es dramatisch zu und auch im Folgenden bei Derek und Summer Dawn und später bei den drei Jungs im Leuchtturm ereignet sich Seltsames und Erschreckendes. Natürlich wollen die drei der Sache auf den Grund gehen. Gleichzeitig spitzt sich die Situation bei Summer Dawn zu, deren Tante das Haus der Familie verkaufen will. Und als wäre das alleine nicht schlimm genug, wirkt es obendrein noch so als sei Summers Großvater von den Toten zurückgekehrt und kurve wieder wie früher mit dem alten Schulbus durch den Ort. Das sorgt für eine Prise Gänsehaut
Irgendwie scheint all dies zusammenzuhängen, das ist schnell klar. Tom, Derek und Jay, hier unterstützt von Summer, machen sich umgehend an die Aufklärung dieser seltsamen, unheimlichen Vorkommnisse und geraten dabei in manch brenzlige Situation. Dabei geht es erfreulich abwechslungreich zu. So gehen sie wie bereits erwähnt in Abwasserkanälen auf die Suche. Lernen mehrere interessante Personen kennen, die durchweg ziemlich seltsam wirken. Und ausgerechnet Derek landet bewusstlos in dem unheimlichen Geisterbus. Erst nach und nach kristallisiert (Wortspiel, wenn man die Folge kennt)  sich heraus, um was es hier eigentlich geht und das ist dann nochmal eine echte Überraschung.

Auch musikalisch ist man sich trotz der Jahre dazwischen treu geblieben. Zu Beginn und zwischen den Szenen sind die vertrauten Stücke zu hören, die für mich immer so ein schönes “amerikanische Kleinstadt – Feeling” heraufbeschwören. Es sind aber auch während der Szenen, während des Geschehens, leise Melodien zu hören. Oft ein bisschen düster gehalten und an einigen Stellen durchsetzt mit durchdringenden Geräuschen.

Selbstverständlich zeigt das Cover den Schulbus und davor eine schattenhafte Gestalt mit einem Luftballon. Damit sind zwei ganze wesentliche Elemente der Story zu sehen. Schön düster und ein bisschen unheimlich wirkt das auch. Umrahmt wird das Motiv vom bekannten schwarzen Rahmen mit dem Leuchtturm. Kräftige Farben lenken die Aufmerksamkeit auf das Cover

Fazit:  Point Whitmark ist zurück! Zwar nicht aus dem Totenland, aber zurück auf Sendung. Mit dieser Folge knüpft man nahtlos an die vorigen Episoden an und präsentiert eine unterhaltsame, spannende Geschichte (mit kleinen Anleihen bei “Es”), die sofort loslegt und erst nach und nach offenbart um was es eigentlich geht. Gespickt ist sie mit einigen schrägen Ideen und Figuren. In Summe eine Rundumsorglospaket für Fans der Serie. Hoffentlich geht die Serie nun wieder regelmäßig weiter…

Death Note (02) – Kollateralschaden

Titel: Death Note (02) – Kollateralschaden / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 53 min / Sprecher: David Turba, Marlin Wick, Mario Hassert, Vera Teltz, Lutz Mackensy ua

Titel: Der junge Light Yagami ist von der brutalen Welt um sich herum enttäuscht. Er möchte etwas verändern, Gerechtigkeit verbreiten und Verbrecher bestrafen. Eines Tages fällt ihm ein geheimnisvolles schwarzes Notizbuch in die Hände, das Death Note . Dort heißt es, dass jeder Mensch stirbt, dessen Namen man in dieses Buch schreibt. Gefesselt von dieser Idee, probiert Light es aus und kann schon bald nicht mehr die Finger davonlassen. Doch seine Taten bleiben nicht unbeobachtet.


Die Serie ist erst bei der zweiten Folge angekommen und eigentlich fühlt es sich über weite Teile hin so an als müsse Lights Spiel sehr bald ein Ende finden. Er wird fieberhaft von verschiedenen Personen und Organisationen gesucht und mehr als einmal stehen diese ihm wortwörtlich gegenüber. Natürlich ohne von seiner tötlichen zweiten Identität auch nur etwas zu ahnen. Dabei wissen sie inzwischen gefährlich viel über ihn bzw Kira. Das ist haarsträubend anzuhören und spannend natürlich auch, denn man hat ständig das Gefühl, dass ihn im nächsten Moment jemand durchschauen wird.
Skrupel kennt Light bereits so früh in der Reihe nicht mehr. Das Vorhaben, die Welt ein Stück besser zu machen, von Bösem zu befreien, ist spürbar in den Hintergrund getreten. Light weiß sehr genau, dass man ihm auf den Fersen ist und so ist er vornehmlich damit beschäftigt, seine Häscher auszuschalten und seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Dabei geht er wahrlich nicht zimperlich zu Werke und speziell seine Aktion in der U-Bahn ist gleichermaßen grausig wie auch….cool. Anders kann ich es einfach nicht sagen. Es ist schon cool, was Light mit dem Death Note anstellen kann. Bislang gelingt ihm damit wirklich alles, was er plant.
Allerdings macht ihn das in meinen Ohren zu einem Oberfatzken, den ich ohne Ryuks Kommentare keine drei Minuten aushalten würde. So überheblich, so arrogant, so möchtegernerwachsen, so oberschlau so…ich könnte ewig so weitermachen. Und alle Welt lässt es ihm durchgehen und nimmt es ihm ab. Da steht eine Agentin einem Schuljungen (denn das ist Light nun mal noch) gegenüber und kauft ihm ab, dass er seinen Vater und dessen Team von der Polizei bei ihren Ermittlungen zum Fall Kira unterstützt. Hallo, bitte was? Ist das in Japan so einfach / üblich? Nur weil ein Schuljunge es versteht, sich smart zu geben? Es gibt mehrere Szenen hier, da habe ich es Light ernsthaft gewünscht, man möge ihm endlich richtig einen auf den Deckel verpassen, damit er von seinem hohen Ross heruntersteigt.

David Turba alias Light ist schlichtweg genial darin, aus Light einen solch arroganten Schnösel zu machen. Ich denke ja, dass diese Entwicklung der Figur so gewollt ist. Und das nimmt man ihm sofort ab. Marlin Wick hat mir als Ryuk ebenfalls wieder sehr gut gefallen. Er macht mir den Todesgott mit leicht grollender Stimme und einem stets augenzwinkernden Ton immer sympathischer. Vera Teltz überzeugt mit kühlem Ton und markanter Stimme als Agentin Naomi Misora.

Was den Soundtrack angeht, so geht es hier nicht mehr ganz so opulent zu wie in der ersten Episode. Es sind noch laut, durchdringende Stücke dabei, aber nicht mehr so viele. Man setzt mehr auf ruhigere Klänge, die die Stimmung und Atmosphäre der jeweiligen Szenen transportieren. Die Geräuschkulisse ist perfekt bis ins Kleinste, da sitzt alles genau da, wo es hingehört.

Auf dem Cover ist auf den ersten Blick Ryuk zu sehen, womit man nun ein Bild von der zweiten Hauptfigur hat. Zugegeben, er sieht schauriger aus als er in der Geschichte wirkt. Im Hintergrund sieht man vermutlich einige andere Vertreter seiner Art, die ebenfalls angemessen gruselig aussehen. Auch wenn ich kein Mangafan bin, ich mag diesen Zeichenstil total gerne.

Fazit: Wir sind erst bei Folge 2 und es wirkt so als müsse man Light jeden Moment als denjenigen entlarven, der er mit Hilfe des Death Notes geworden ist. Es gibt mehrere haarsträubende Situationen, wo sich Jäger und Gejagter wortwörtlich gegenüberstehen. Das sorgt für Spannung und Tempo. Gleichzeitig ist es interessant, Lights Entwicklung mitzuerleben. Auch wenn sie einem nicht gefällt. Man fragt sich unweigerlich, wohin das alles noch führen wird…

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