80er

Eleanor & Park (Rainbow Rowell)

Eleanor & Park (Rainbow Rowell)Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.

Über dieses Buch hatte ich im Vorfeld so viel Gutes gelesen, dass ich dann irgendwie doch nicht herumkam. Ich freute mich auf eine schöne Liebesgeschichte um zwei leicht verquere Teenager, mit allen Freuden und Schwierigkeiten, die zur ersten großen Liebe eben dazu gehören.
Als erstes überraschte die Geschichte mich damit, dass sie in den 80er-Jahren spielt. Das hat mich nicht weiter geschreckt, denn dieses Jahrzehnt wird wohl immer mein Lieblingsjahrzehnt sein. Außerdem lese ich keine Geschichten, die weiter in der Vergangenheit spielen. Somit hat “Eleanor & Park” er gerade noch geschafft. Ich denke, die Geschichte braucht diese Zeit um zu funktionieren. Vieles darin wäre heute undenkbar bzw erheblich leichter. Heute muss man nicht mehr am Festnetz auf einen Anruf warten, man ist per Handy jederzeit in Kontakt. Und wer tauscht heute noch Musikkassetten aus. Man tauscht ja nicht mal mehr CDs aus, weil man im Internet jederzeit fast alles anhören kann. Doch aus diesen Details -von denen es noch einige mehr gibt- zieht die Geschichte ihren Reiz, ihr Flair und natürlich auch einen Gutteil ihrer Spannung.
Doch so gut das bisher auch alles klingen mag, ich kann mich dem Lobgesang auf “Eleanor & Park” nicht anschließen. Der wesentliche Grund dafür ist Eleanor selber. Mir ging dieses Mädchen die meiste Zeit tierisch auf den Keks mit ihren Launen, ihrer Sprunghaftigkeit, dem “ich möchte ja so gerne, aber ich kann nicht”, der mehr als verqueren Denkweise und dem Talent, aus jeder Mücke eine Elefantenherde machen zu können. Problematische familiäre Situation hin oder her, mir fällt es schwer, mir vorzustellen, dass ein verliebtes Mädchen in Eleanors Alter sich so verhält. Ich hätte sie manches Mal gerne geschüttelt und gefragt, ob sie überhaupt weiß, was sie eigentlich will.
Mit Park bin ich dagegen besser klargekommen. Das bedeutet allerdings auch, dass ich mich oft gefragt habe, wie er das mit Eleanor so aushält. Er wirkt nämlich durchaus ganz cool (auch wenn er an der Schule ein Außenseiter ist) und ich konnte mir gut vorstellen, dass er auch ein anderes, etwas einfachere Mädel hätte abkriegen können. Eleanors Familie kann man nicht mögen, sie kann einem teilweise nur leidtun, aber Parks Familie mochte ich irgendwie wirklich. Seine Mutter ist zwar auch nicht so einfach, aber sie gibt sich Mühe. Und sein Vater ist zwar streng, aber er hat Verstand und weiß seinem Sohn zu begegnen.
Von Romantik ist leider kaum etwas zu spüren. So blumig Eleanor und Park von einander auch sprechen, so richtig kribbelige Szenen gibt es kaum. Das erwarte ich aber nun mal von einer Lovestory. Das gehört irgendwie dazu, selbst wenn die Figuren es noch so schwer haben. Aber ich sehe schon ein, mit einer so verkorksten Figur wie Eleanor ist das höllisch  schwierig. Enttäuscht war ich trotzdem.

Ich habe das Buch als eBook gelesen und obwohl der Reader immer genauso griffbereit liegt wie ein richtiges Buch, lag er oft wochenlang unangetastet da. Ich hatte sehr schnell kaum noch Lust auf die Geschichte, weil mich Eleanor so nervte. Und das wirkt sich eben auch auf mein Lesetempo aus. Da helfen auch die recht kurzen Kapitel und der abwechselnde Blickwinkel nichts. Sonst spornt mich dieser Stil an, hier traf das nicht zu. Und jugendlich klang die Story für mich auch nicht. Oft habe ich kaum glauben können, dass da zwei Teenager erzählen.

Das Cover gefällt mir teilweise ganz gut. Ich mag die rückwärtige Ansicht von Eleanor und Park. Das ist mal etwas anderes. Genauso wie der gezeichnete Stil zu Zeiten, in denen Buchcover gerne schon wie Fotos aussehen. Außerdem finde ich die Idee mit dem Walkmankabel toll, dass das “&” im Titel bildet. Dagegen mag ich die Farbe rundherum überhaupt nicht. Sie wirkt völlig nichtssagend auf mich.

Fazit:  Ich kann den Hype um dieses Buch leider nicht nachvollziehen und / oder teilen. Mich hat Eleanor mir ihrem verqueren Wesen so genervt, dass mir Park schnell einfach nur noch leid tat. Von Romantik ist kaum eine Spur zu bemerken, doch die gehört für mich -trotz aller Schwierigkeiten der Charaktere- einfach zu einer Liebesgeschichte dazu.So gab es nichts, was mich zum Weiterlesen ermunter hätte. Ich habe das Buch nur beendet, weil ich so ungerne Bücher abbreche.


Titel: Eleanor & Park
Autor: Rainbow Rowell
Seiten: 368
Verlag: Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3446247406
Preis: € 16,90 (HC)

The return of Captain Future (01) – Die Rückkehr von Captain Future

Titel: The return of Captain Future (01) – Die Rückkehr von Captain Future / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: / Sprecher: Helmut Krauss, Hans-Jürgen Dittberner, Marie Bierstedt, Klaus Dittmann ua

InhaltSeit drei Jahren ist Captain Future, alias Curtis Newton, mit seinen Freunden Simon Wright, Otto und Greg verschwunden und keiner glaubt mehr daran, dass sie jemals zurückkehren werden. Und doch sind dunkle Schatten im verwaisten Labor im Krater des Tycho zu sehen. Schatten, die etwas Beängstigendes in sich tragen. Als Joan Landor und Ezella Garnie hinauf zum Mond fliegen um endgültig Abschied zu nehmen, ahnen sie nicht, dass die Schatten nur der Anfang sind. Plötzlich schweben sie in Lebensgefahr und drohen für immer ihre eigene Identität zu verlieren.


Ich muss im Vorfeld kurz erwähnen, dass ich weder die alten CF-Hörspielserie kenne, noch je ein CF-Buch gelesen habe. Mir wurde nämlich gesagt, dass die TV-Serie -mein einziger Bezug zu CF- mit der Buchvorlage nicht mehr viel zu tun hat, und dass sich diese neue Reihe halt nach den Büchern richtet. Ich finde aber nicht, dass ich mit falschen Voraussetzungen an diese Serie gegangen bin, denn auf dem Cover prangt dick die Ankündigung, dass man die Originalsprecher und Originalmusik der TV-Serie zu hören bekommt. Daher kann ich nicht finden, dass meine Erwartungshaltung total falsch war. Ich will der Geschichte jetzt auch nicht absprechen, dass die Handlung uninteressant und im Grunde inhaltlich auch spannend ist. Nur bei mir kan zumindest von der Spannung so gut wie nichts an. Über dem gesamten Hörspiel liegt für mich eine geradezu erstaunliche Ruhe. Selbst in solch dramatischen Momenten wie dem, als diese finstere Kreatur Joan übernimmt, habe ich keine Dramatik dabei empfunden. Alles zieht sich in Gemütsruhe dahin. Und wenn man dann -wie ich- die TV-Serie im Kopf hat, dann ist man mindestens verblüfft. Ich habe extra noch mal ein paar Folgen angeschaut, aber in jeder war mehr los als hier.

Einen Teil Mitschuld an dieser “Ruhe” trägt in meinem Falle der häufige Einsatz des Erzählers Helmut Krauss. Ja, ich weiß, es ist (bzw soll ein) inszeniertes Hörbuch (sein), da gehört ein nahezu allgegenwärtiger Erzähler dazu. Trotzdem hätte es für meinen Geschmack gerne weniger sein dürfen. Und vor allem hätte er sich solche Sätze wie “sagte die junge Frau.” am Ende einer Aussage von Joan sparen können. Ich höre schließlich, was sie sagt. Oder wenn es schon sein muss, dann auch konsequent bei allen Charaktere und immer. Die übrigen Sprecher machen ihre Sache prima und es ist natürlich klasse, eine ganze Reihe Stimmen von damals auch in der heutigen Reihe wiederzuhören. Natürlich hört man, dass sie älter geworden sind. Das ist aber ganz normal und für mich kein Grund für Kritik. Man sollte sich da als Fan einfach freuen, dass Highscore Music Wert darauf gelegt und sich diese “Mühe” gemacht hat.

Das Wiederhören mit der alten Musik ist selbstverständlich eine feine Sache und zumindest in dieser Hinsicht habe ich mich ein wenig zurück ins “Damals” versetzt gefühlt. Der Folge wurde aber auch neue Musik gegönnt, die sicher gut ist, für mich aber schon wieder ein wenig zu imposant. So klingt CF für mich halt einfach nicht.

Das Cover kommt recht schlicht daher, gefällt mir aber trotzdem. Es kommt beim Ansehen schon Weltraum-Stimmung auf. Und mit den Farbspielen und dem F ist es auch ganz augenfällig.

Fazit:  Kurz und ungut: mein Ding ist “Captain Future” so nicht. Zu zäh und Spannung und Dramatik kamen für mich hier nicht auf. Vielleicht kommt das aber noch mit Folge 2. Eine erste Episode muss ja immer auch erstmal den Boden für das Folgende ebnen und die große Handlung einleiten. Abwarten.

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