Gen Abenteuer

Merle (2 / 3) – Das steinerne Licht

Titel: Merle (2 / 3) – Das steinerne Licht  / Verlag: Holysoft Studios / Spielzeit: ca. 148 min, 2 CDs / Sprecher: Luisa Wietzorek, Kim Hasper, Udo Schenk, Christian Rode, Tom Deininger ua

Inhalt: Merles Welt ist voller Magie. Doch seit der Zauber der Fließenden Königin den Mächten des Bösen weichen musste, herrschen in Venedig Furcht und Trauer. Meerjungfrauen und Meisterdiebe, Sphinxe und Zauberpriester, sie alle ahnen, dass einzige Merle das Schicksal der Lagunenstadt wenden kann. Und während die Freunde in den Palästen Venedigs um ihre Freiheit kämpfen, fliegt Merle auf dem Rücken eines Löwen aus Stein durch kilometertiefe Abgründe bis zur Achse der Welt. Hier, im Reich des Steinernen Lichts, muss sie eine Entscheidung treffen – zwischen alten Freundschaften und dem Frieden für eine ganze Welt.


Weiter geht Merles großes Abenteuer und irgendwie hatte ich es schon geahnt: so ganz angetan wie vom ersten Teil bin ich nicht mehr. Das liegt vor allem daran, dass die Handlung hier so gut wie gar nicht in Venedig spielt. Damit fehlt mir der Bezug zu etwas Realem. Ich kann mit Geschichten, die alleine in einer Phantasiewelt spielen, einfach nicht mehr viel anfangen. Das ist aber -wie schon mehrfach erwähnt- mein persönliches “Problem”.
Nichtsdestotrotz fiel es mir doch leicht, die beiden CDs anzuhören. Alleine Merle ist für mich nachwievor eine so tolle Figur, dass ich bei ihren Erlebnissen gerne dabei bin. Außerdem schickt Teil 2 ein paar neue Figuren ins Rennen, die bzw deren Geschichte mir sehr gefallen hat. Beispielsweise die Liebe zwischen Winter und Sommer. Oder auch das Herzhaus, die Vorstellung davon fand ich gleichermaßen krass wie genial. Auch die Idee des Steinern Lichts hat es mir angetan. Und ich fand Lord Licht wunderbar.
Es gab aber eben auch Figuren und Elemente, die eben nicht mein Fall sind. Mit Ägypten habe ich beispielweise gar nichts am Hut. Pharaonen jedweder Art interessieren mich frühestens, wenn ich mal in Ägypten sein sollte. Das gleiche gilt für Sphinxe.
Was man insgesamt aber sagen muss und nach dieser Aufzählung wohl auch schon ahnt: dieser zweite Teil sprüht vor phantastischen Ideen und Figuren. Zu der Phantasie kann man Kai Meyer einfach nur beglückwünschen und ihn dafür bewundern.
Spannende Szenen gibt es auch hier wieder reichlich. Mal auf düstere, unheimliche Art, mal mit Tempo und Action. Aber immer mit reichlich Gelegenheit, daran zu zweifeln, ob Merle und ihre Freunde wirklich erfolgreich sein werden.
Auf die Antworten zu den Fragen, die Teil 1 aufgeworfen hat, warte ich meistenteils immer noch. Somit werde ich natürlich auch Teil 3 nocht hören und bin wirklich mächtig neugierig, wie sich letzten Endes alles auflösen wird. Und welches Ende die Geschichte nehmen wird. Davon fehlt mir nämlich bislang noch jede Vorstellung.

Luisa Wietzorek versteht es einmal mehr als Merle zu überzeugen und mich zu begeistern. Ich mag ihre klare Stimme sehr und wie gut sie es versteht, jede von Merles Launen, jede Stimmung, einfach alles so authentisch und lebendig rüberzubringen. Udo Schenk ist für den Seth ebenfalls die ideale Besetzung mit seinem stets bösen Unterton. Und Gerald Paradies hat mich mit seiner warmen Stimme sofort für Winter eingenommen.

Ging es im ersten Teil musikalisch noch überwiegend ruhig zu, so sind hier schon häufiger mal lautere Stücke, Geräusche und Klänge zu hören. Da es hier auch noch einen Tacken mehr rund geht als im Vorgänger, passt das so prima zusammen.

Zum Stil der Cover der Reihe habe ich ja bereits etwas gesagt und ich kann mich nur wiederholen. Ich finde die Darstellung der Figuren, allen voran von Merle, zu sehr computergemacht. Dafür mag ich die schwarzen Krallenhände, die dem Motiv etwas Gruseliges geben.

Fazit: Ein äußerst phantasievoller zweiter Teill, der Merles Abenteuer spannend fortführt. Mir ist es eine Ecke zu phantastisch und ich würde mir für Teil 3 etwas mehr Venedig wünschen um wieder etwas “Reales” zu haben. Trotzdem gibt es einige neue tolle Figuren und die Lage für Merle und ihre Freunde spitzt sich spürbar zu, weshalb ich sehr neugierig auf Teil 3 bin. Trotz meiner Problemchen.

Sternenfohlen (01) – In der Einhornschule

Titel: Sternenfohlen (01) – In der Einhornschule / Verlag: Kosmos Verlag / Spielzeit: ca. 47  min / Sprecher:  Johannes Steck, Sabine Menne, Lenny Peteanu, Johannes Raspe ua

Inhalt: Im zauberhaften Einhorn-Land Arkadia gehen die kleinen Einhörner zur Schule, um zu lernen, wie sie ihre magischen Fähigkeiten später sinnvoll einsetzen können. Das Einhornmädchen Wolke startet mit anderen Einhorn-Fohlen ihr erstes Jahr in der Einhorn-Schule. Alle müssen sich zusammenraufen, es finden sich neue Freunde, aber auch erste Schwierigkeiten tauchen auf. Natürlich geht es im Einhornland Arcadia wesentlich magischer zu, als wir Menschen das kennen. In der Einhornschule wird vor allem der richtige Umgang mit den magischen Fähigkeiten geleert. Und auch außerhalb des Unterrichts erleben die Einhornkinder im Einhorninternat Abenteuer voller Magie und Freundschaft.


Im Jahre 2015 hat die Reihe “Sternenschweif” einen Ableger bekommen, nämlich “Sternenfohlen”. Da ich zu dieser Zeit mit der reziratte sehr geschlampt habe, ist das total an mir vorbeigegangen. Das tut mir nach dem Hören der ersten Folge wirklich sowas von leid, das kann sich keiner vorstellen. Aber ich werde demnächst mit höheren Folgen damit weitermachen, quasi quer einsteigen.
Wie alle Kinder müssen natürlich auch Einhornkinder zur Schule gehen. In ein Internat, was ja bei solchen Geschichten spätestens seit Harry Potter & Co. umso beliebter ist. Darum geht in dieser ersten Geschichte zunächst. Es ist schön zu verfolgen, wie das junge Einhorn Wolke im Internat in Arkadien ankommt, sich dort einlebt, Freunde findet und erfährt, welche magischen Dinge sie hier lernen wird. Wolke und ihre Freunde Saphira und Sturmwind schließt man schnell ins Herz, aber es gibt natürlich auch ein paar junge Einhörner,die sich als Gegenspieler entpuppen. Eine recht typische Situation in solch einer Geschichte, nur eben halt mit nicht so typischen Figuren.
Im zweiten Teil der Geschichte kommt dann noch etwas Spannung auf, denn Wolke erlebt ihr erstes großes Abenteuer während ihrer Schulzeit. Dabei darf man sich durchaus um sie sorgen und ihre Kontrahenten verfluchen. Gleichzeitig lernt man dabei noch ein wenig die Umgebung der Schule kennen, die durchaus auch ihre gefärhlichen Ecken hat. Das lässt auf viele weitere Abenteuer für die jungen Einhörner hoffen.

Die Sprecherliste ist so lang, das erschlägt einen. Ich dachte anfangs auch schnell, ich würde mich unter den ganzen Figuren nie zurechtfinden. Es hat aber doch geklappt, denn hier ist einfach jeder Sprecher aufgeführt, bis hinunter zur kleinsten Rolle. Sabine Menne ist als Wolke zu hören. Sie hat eine passende junge Stimme, hell und sehr liebenswert. Dank ihr mag man Wolke sofort als sie am ersten Tag ängstlich mit ihren Eltern vor der Schule steht. Fabian Wittkowski hat mir ebenfalls gefallen. Im Gegensatz zu Sturmwinds stürmisch-mutigen Namen ist er nämlich nicht unbedingt der Held, aber er klingt genau deshalb symapthsich. Weil er sich oft eher zurückhält und so den Charakter von Sturmwind deutlich macht. Max Felder übernimmt den Part von Oriel, einem von Wolkes Widersachern. Genau genommen, dem Anführer eben dieser. Entsprechen hat er für das Einhorn einen fiesen und oft hinterhältigen Ton in petto.

Musik ist hier überwiegend währen der Erzählerparts zu hören, seltener während der Geschichte. Das hält das Augenmerk auf die Handlung gerichtet. Es sind eher leise Stücke zu hören, sehr weich, dezent und klangvoll. Ein großes Kompliment geht noch an das Titellied, von dem ich nach einmaligem Hören bereits einen Ohrwurm hatte. Die Melodie bleibt einfach hängen und ich denke, wenn man es ein paar Mal hört, kann man es schon gut mitsingen.

Das Cover fällt vor allem durch die Pink- und Rosatöne auf. Aber an solche Bonbonfarben muss man sich bei dieser Reihe gewöhnen. Ich habe da schon etwas auf die nächsten Folgen gespinstet. Das hübsche Einhorn dürfte dann wohl Wolke sein.

Fazit:  Ein wirklich wunderschöner Auftakt dieser Reihe, der zunächst die Figuren und das Leben am Internat vorstellt und seine junge Helden danach noch in ein kleines Abenteuer schickt. Hier dürfen Einhornfans gerne zugreifen, sie werden nicht enttäuscht sein.

Sturz in die Zeit (Julie Cross / Matthias Köberlin)

Titel: Sturz in die Zeit / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 729 min, 1 mp3-CD / Buch: Julie Cross / gelesen von: Matthias Koeberlin

Inhalt: Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten.


Über 12 Stunden Hörbuch sind ein ganz schöner Brocken. Daher stand das Hörbuch bei mir auch geraume Zeit im Regal, aber nun habe ich mir nach und nach doch die Zeit dafür genommen. Ich mag Geschichten um Zeitreisen seit “Zurück in die Zukunft”. Meiner Meinung nach eine Richtung, aus der man viel machen kann, das einem noch nicht an jeder Ecke mal begegnet ist. Hier hat mir schon mal generell gefallen, dass es eine männliche Hauptfigur gibt. Das kommt mir im Jungendgenre im Verhärltnis viel zu selten vor. Jackson gefiel mir auch sonst, zumal er für sein Alter schon sehr vernünftig und bedacht ist. Und auch mit seinem nerdigen Kumpel bin ich schnell warmgeworden. Mit Holly hatte ich dagegen so meine Probleme. Ihre Figur bleibt sehr blass. Aber vielleicht ändert sich das im Verlauf der Trilogie ja noch. So ein erster Teil muss ja in vielerlei erstmal die Grundsteine der Story legen. Diese Zeit und Gelegenheit nimmt “Sturz in die Zeit” auch wahr, was ich ganz berechtigt finde.
Dennoch muss man auf Spannung und Action keineswegs verzichten. Alleine die Zeitsprünge sorgen schon für Schwung und Tempo. Und Jackson hat auch immer wieder gefährliche Situationen zu meistern, da fiebert man schnell mit. Allerdings muss ich auch sagen, dass es Momente gibt, in denen gerade damit etwas übertrieben wird. Da muss man gut bei der Sache sein um durchzublicken. Vor allem, weil man ja obendrein noch stetig grübelt, was eigentlich hinter den Ereignissen stecken könnte. Dieser erste Teil gibt so manches Rätsel auf und ich hoffe sehr, dass all diese Ereignisse, Finten und verschiedenen Handlungsfäden letztlich zu einer schlüssigen Auflösung führen werden. Ein paar Zweifel habe ich daran schon, muss ich zugeben. Eben weil es -wie erwähnt- hier und da etwas viel wird.

Matthias Koeberlin kann man ohne Probleme über längere Zeit hinweg lauschen. Seine ruhige Stimme hat mir das ausgesprochen leicht gemacht. Gleichzeitig hört man bei ihm gut heraus, wen er gerade spricht bzw liest. Das ist bei einer solchen Geschichte, die schon im ersten Teil recht komplex wird, für mich ganz wichtig.

Das Cover gefällt mir insgesamt gut. Es wirkt düster und mysteriös, der Nebel hat etwas und die ins Dunkel getauchte Stadt ebenfalls. Jackson ist mir dagegen etwas zu offensichtlich am Computer entstanden. Wieder andererseits finde ich es gut, dass man dem Hörbuch kein Schönlingsgesicht aufgedrückt hat wie es so oft bei (Hör)büchern mit Mädchen auf dem Cover der Fall ist. Da bin ich also etwas unentschlossen.

Fazit:  Dieser Auftakt einer Trilogie nimmt sich zwar Zeit um die Grundsteine für die ganze Story zu legen, hat dabei aber auch rasante und spannende Szenen in petto. Langweilig wird es also nicht. Hier und da hatte ich aber auch den Eindruck, dass für einen ersten Teil etwas zu viel aufgeboten wird. Da muss man schon bei der Sache sein, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Durchblick zu behalten. Ich hoffe, diese Masse schon zu Beginn endet im Laufe der Trilogie nicht gänzlich im Chaos.

Holy Klassiker (04) – Tom Sawyer

Titel: Holy Klassiker (04) – Tom Sawyer / Verlag: Holysoft Studios / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Patrick Keller, Katja Brügger, Bert Stevens, Julian Rehrl, Klaus Schaefer ua

Inhalt: Mark Twains Lausbub Tom Sawyer und sein Freund, der Straßenjunge Huckleberry Finn, begeistern bis heute ebenso junge wie alte Leser. Ob es darum geht, sich um das Streichen eines Zaunes zu drücken, das Herz der schönen Becky zu gewinnen, oder ein Leben als Pirat zu beginnen – der gewitzte Tom hat immer eine Idee auf Lager! Doch das lustige Leben endet, als die beiden Freunde eines Nachts auf dem Friedhof zufällig einen Mord beobachten.


Ich habe “Tom Sawyer” nie gelesen. Mir sind nur noch Bruchstücke einer TV-Serie dazu im Gedächtnis. Die habe ich damals sehr gerne geschaut, weil ich die Abenteuer von Tom und seinen Freunden mochte. Die haben mir auch hier wieder gefallen. Sie sind spannend und machen einfach Spass, weil Tom und Co. einfach eine ganz gewitzte, clevere Bande sind. Um solche Figuren sorgt man sich auch mal, mit denen fiebert man mit, mit denen hofft man. So wie es eben sein sollte bei guten Geschichten.
Allerdings hat das Hörspiel bei mir keinen zusammenhängenden Eindruck hinterlassen. Es wirkt eher so als würden viele von Toms Abenteuern hintereinander weg erzählt. Man hat nicht zu Beginn ein Problem oÄ, das bis zum Ende bewältigt wird. Einmal sucht Tom Möglichkeiten, sich davor zu drücken, einen Zaun zu streichen. Dann verliebt er sich. Dann wieder ist er mit Huck Verbrechern auf der Spur. Dann wieder wird er mit Freunden zum Pirat. usw usw
Das ist nicht schlecht und so lässt sich das Hörspiel speziell für junge Hörer gut in Häppchen hören, aber es ist schon ungewöhnlich. Ich musste mich daran tatsächlich erst gewöhnen. Man kennt es sonst halt anders.

Als Tom ist Patrick Keller zu hören. Seine Stimme hat mir prima gefallen, allerdings lässt er Tom eine ganze Ecke älter klingen als die Figur dem Cover aussieht. Damit habe ich persönlich gar kein Problem, aber es ist gut zu wissen.  Julian Rehrl übernimmt den Part von Huck und lässt ihn passend rebellisch, ein bisschen aufmüpfig, aber immer sympathisch klingen. Gabrielle Pietermann gibt eine durch und durch süße und naive Becky.

Begleitet werden die Abenteuer von Tom und seinen Freunden mit stimmigen, meist sehr munteren und fröhlichen Musikstücken, die auch schnell Abenterfeeling aufkommen lassen. Ein bisschen altmodisch angehaucht, aber “Tom Sawyer” hat ja auch bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel.

Das Covermotiv vermittelt einem sofort den Eindruck von einem abteuerlustigen, liebenswerten Bengel. Im Hintergrund ist der Mississippi zu sehen, samt Dampfschiff. Der Fluss spielt in der Erzählung oft eine Rolle, daher hat er seinen Platz auf dem Cover mit Fug und Recht.

Fazit:  Dieses Hörspiel kann man gut in Etappen hören, denn es erzählt eine Vielzahl an Abenteuern, statt einem großen Abenteuer vom Anfang bis zum Ende. Das ist ungewöhnlich. Dank liebenswerter Figuren findet man sich im Nu ein, freut sich mit ihnen, fürchtet sich mit ihnen, hofft und bangt mit ihnen und um und für sie.

Holy Klassiker (05) – Die Schatzinsel

Titel: Holy Klassiker (05) – Die Schatzinsel / Verlag: Holysoft Studios / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Wanja Gerick, Wolfgang Bahro, Santiago Ziesmer, Regina Lemnitz ua

Inhalt: Robert Louis Stevensons Roman erzählt von dem jungen Jim Hawkins, der zufällig vom Versteck eines sagenhaften Schatzes erfährt, den der Piratenkapitän Flint einst auf einer einsamen Insel vergrub. Sogleich bricht er mit dem Gutsherren Trelawny auf, den Schatz zu heben.Auf der Fahrt zur Insel muss Jim aber feststellen, dass sie nicht als einzige hinter dem Gold her sind: Flints alte Bande hat sich unter ihre Mannschaft gemischt und plant unter Führung des einbeinigen Long John Silver die Meuterei.


Eine weitere Folge dieser Klassikerreihe, über die man inhatlich wohl eher weniger Worte verlieren muss. Ich denke, die Story ist doch recht bekannt. Bei mir war es allerdings schon sehr lange her, dass ich sie mal irgendwo und irgendwann gelesen oder gehört habe. Dadurch hatte ich immens Schwierigkeiten, mich hier zurechtzufinden. Zumal man gänzlich auf einen Erzähler verzichtet, dafür aber zig Figuren auffährt und gerne auch mal Sprünge in der Zeit unternimmt. Ich denke, falls doch mal ein Hörer an diese Folge gerät, der “Die Schatzinsel” vielleicht tatsächlich nicht kennt, der dürfte sich ebenso schwer tun.
Davon abgesehen -wenn man sich denn eingefunden hat- wird man mit einer waschechten Piratengeschichte belohnt, die jeden Piratenfan das Herz im Leibe würde hüpfen lassen. Es geht so richtig rauhbeinig zu auf der einen Seite, auf der anderen hat man die ehrliche und aufrichtige Partei. Und der Wettlauf zwischen ihnen sorgt genauso für Spannung, wie die Frage, wer wie als erstes an den Schatz gelangen wird. Langweilig wird es also zu keiner Minute und man hat alle Gelegenheit, mit den Guten mitzufiebern und zu hoffen.

Wanja Gerick hat mir als Jim gut gefallen. Er hat eine passend junge Stimme und spricht Jim mit lebendigem Ton. Manfred Erdmann gibt anfangs einen sehr verwegenen Kapitän Smolett, das muss man auch erstmal können. Besonders beeindruckt hat mich aber Norbert Gastell in der Rolle des Ben Gunn. Er bringt dessen leicht irre Art wunderbar rüber, ohne dass einem die Figur dabei unsympathisch wird.

Ein passender und stimmiger Soundtrack und eine ausgefeilte Geräuschkulisse begleiten das Hörspiel, sodass man sich im Nu in die Häfen und auf die Schiffe versetzt fühlt, auf denen die Geschichte spielt.

Die Szene auf dem Cover könnte piratiger kaum sein mit der Schatzkiste, dem Piratenkapitän und dem Totentkopf. Dahinter ist das Meer und ein Segelschiff zu sehen. Treffender kann man solch eine Geschichte bildlich kaum darstellen.

Fazit:  Ich fand das Hörspiel teilweise sehr verwirrend, zumal sehr viele Charaktere mitmischen und es einige Zeitsprünge gibt. Ohne die Unterstützung eines Erzählers findet man sich da schwer zurecht. Hat man sich eingefunden, wird man aber mit einer spannenden und rauhbeinigen Piratengeschichte belohnt.

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