Action

Digby #01 (Stephanie Tromly)

digby01Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein. Das war Zoe in dem Moment klar, als sie seine Bekanntschaft machte. Nicht klar war ihr allerdings, dass sie mit ihm auch gleich von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten würde. Denn Digby setzt alles daran, den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufzuklären.Wie er es aber anstellt, dass Zoe mit ihm bei einem Gynäkologen einbricht,kurzzeitig auf der Polizeiwache landet und an einen Drogenhändlerring gerät? Keine Ahnung. Nur eines weiss sie genau: Ein Plan B wäre jetzt gerade sicher nicht verkehrt.

Über dieses Buch bin ich eher zufällig gestolpert, habe aber genau da bereits von großen Erwartungen und Begeisterungsstürmen gelesen. Da es vom Klappentext her ganz interessant klang und mir das Cover ausnehmend gut gefiel, habe ich beschlossen, Digby und Zoe kennenzulernen.
Wie fand ich die Geschichte nun? Das ist schwer zu sagen. Ich würde sagen: schon gut, aber ganz ist der Funke (noch) nicht übergesprungen. Da es sich unverkennbar um einen ersten Band handelt, ist es noch fraglich, ob ich mit der Reihe weitermachen werde.
Warum der Funke nicht ganz übergesprungen ist, ist genauso schwer festzumachen. Ich mochte Digby und Zoe wirklich gerne und habe über ihre schlagferigen Dialoge manches Mal schmunzeln müssen. Aber ich hätte doch gerne noch mehr über die beiden gewusst. Sie stolpern holterdipolter bei einem Schulprojekt übereinander, hängen fortan (mal mehr, mal weniger begeistert zusammen) und geraten letztlich in einen gefährlichen Fall. Aber warum sie so leben, wie sie leben, was sie tatsächlich fühlen, das kam mir zu kurz. Und das brauche ich um mich in Figuren ganz hinzuversetzen und mit ihnen zu hoffen, die bangen, zu lieben, was auch immer. Zwischen Digby und Zoe und mir blieb so immer eine gewisse Distanz.
Dann war da noch die Sache mit der Spannung. An sich klingt es ja wirklich vielversprechend, wenn man liest, welches Rätsel vor allem Digby lösen möchte und was sie dabei erleben. Streckenweise ist es auch spannend und actionreich. Dann aber kommen wieder Szenen, die genau das Gegenteil sind. Die sich nicht mal mit viel Phantasie mit dem eigentlichen Fall in Einklang und Zusammenhang bringen lassen. Ich habe manches Mal dagesessen und mich gefragt, was das Geschehen gerade eigentlich noch mit der Entführung von Digbys kleiner Schwester zu tun haben soll. Die Handlung zieht teilweise so weite Kreise, dass man dieses eigentlich zentrale Thema aus den Augen zu verlieren droht. Und das verwirrt eher, als dass es spannend unterhält.
Außerdem wirkt es irgendwie überladen. So als habe man versucht, möglichst alles in diese Geschichte zu stecken, was -vermeintlich- einen guten Krimi / Thriller ausmacht. Quasi alles, was den begeisterten US-Crime-Seriengucker allabendlich begeistert. Nur eben mit ein paar Teenagern im Mittelpunkt. Und nein, so leid es mir tut, einiges davon habe ich der Story nicht abgenommen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass hier ein paar Sechzehnjährige zugange sind.
Damit hängt auch mein dritter Kritikpunkt zusammen. Ich habe eingangs geschrieben, dass ich mich bei Digbys und Zoes Dialogen oftmals wirklich amüsiert habe. So cool, so clever und so schlagfertig. Zu Beginn scheint Digby Zoe darin noch überlegen zu sein, doch Zoe mausert sich schnell. Doch so viel Spass ich dabei hatte, objektiv betrachtet, wage ich zu bezweifeln, dass  Sechzehnjährige allgemein so drauf sind. Wären sie etwa vier Jahre älter, vielleicht. Aber mit sechzehn?
Ich habe das Buch trotzdem relativ schnell durchgelesen. Es hat keine zwei Tage gedauert, denn trotz allem ist es ganz klar gute Unterhaltung. Wenn man sich nicht über zu viele Dinge Gedanken macht, sondern einfach den Witz, das Tempo und die haarsträubenden Ereignisse genießt, dann kann man mit Digby & Co. manch vergnügliche Stunde verbringen.

Und damit sind wir auch schon beim Thema Lesetempo. Das wird durch die turbulente Handlung und die zahlreichen Dialoge immens vorangetrieben. Und so fliegen die Seiten nur so dahin. Die Kapitel haben eine ordentliche Länge, mit der man gut in der Geschichte vorankommt und sind gleichzeitig kurz genug, um sich immer wieder zu sagen, dass ein Kapitel mehr noch geht. Und nochmal und nochmal und nochmal…

Das Cover gefällt mir richtig gut! Ich finde Digby und Zoe wirklich sehr attraktiv und cool. Den Schwarzweiß-Stil mag ich ebenfalls, irgendwie hat er für mich etwas Krimitypisches an sich. Genauso wie der Hintergrund und die Darstellung der beiden. So wie vor dieser Wand, vor der sonst die wahren Verbrecher stehen und ihre Knacki-Nummer in die Kamera halten. Und es ist erstaunlich: man kann ein Buchcover mit solchen Fotos gestalten, ohne dass die Idee so ausgelutscht wirkt wie bei den zahlreichen paranormalen Teenie-Romanzen.

Fazit:  Nicht Fleisch, nicht Fisch. Irgendwie fehlte mir bei “Digby #01” der letzte Schliff, ein bisschen mehr Tiefgang, ein paar mehr Infos über die Hauptfiguren, ein bisschen mehr Fundament, das die Geschichte griffiger gemacht hätte, und dafür ein bisschen weniger RTL2-Crime. So aber blieb die Spannung doch ziemlich (schnell) auf der Strecke. Das Buch ist wie Popcornkino: lesen, sich berieseln lassen, Spass haben und nicht viel dabei denken, dann wird man vergnüglich unterhalten. Mal sehen, ob ich Digby und Zoe eine zweite Chance geben werde.


Titel: Digby #01
Autor: Stephanie Tromly
Seiten: 317
Verlag: Oetinger Verlag
ISBN: 978-3789148095
Preis: € 14,99 (HC)

Humanemy (03) – Der Hacker

Titel: Humanemy (03) – Der Hacker / Verlag: Lindenblatt Records / Spielzeit: ca. 74 min / Sprecher: Stefan Lindner, Rike Stief, jo Hempel, Harald Friedlin, Inha Bramm ua

humanemy03Inhalt: Die teaminternen Unstimmigkeiten führten direkt in ein schreckliches Desaster. Außerdem sind die gestohlenen Daten nicht vollständig. Ist der Auftrag somit gescheitert? Das Chamäleon und seine Partner versuchen sich neu zu organisieren und arbeiten fieberhaft an einem Plan B. Doch die Zeit wird knapp, die Regierung sitzt ihnen im Nacken und die Stimmung ist zum zerreißen gespannt. Sie müssen alles auf eine Karte setzen und begeben sich in die dunkelsten Schatten der Stadt.


“Humanemy” geht in die vorletzte Runde! Dieses Mal steht Hacker Bones im Mittelpunkt der Geschichte. Für mich war er bisher von der ganzen Truppe einer der unauffälligsten Charaktere. Daher fand ich es gut, dass die Aufmerksamkeit nun auf ihn gelenkt wird. Und dank eines recht ausführlichen Einblicks in seine Gedanken und Gefühlslage zu Beginn konnte er bei mir gleich ein paar Pluspunkte einheimsen. Ich mag es einfach, wenn auch in einer solch finsteren Geschichte die menschliche Seite der Figuren gezeigt wird.
Nach diesem überraschenden Start, der einem den Hacker also gleich sympathisch macht, geht aber die eigentliche Geschichte von “Humanemy” weiter. Es stellt sich nämlich leider heraus, dass die hart umkämpften und ergatterten Daten keineswegs komplett sind. Um an den Rest zu gelangen, muss das ungleiche Team sich in die Tunnel unter der Stadt wagen und von dort in die Staatsanwaltschaft einbrechen.
Dabei geht es dieses Mal nicht so actionreich zu wie beim “Fahrer”. Da ich aber eh finde, dass Action nicht automatisch gleich Spannung bedeutet, fand ich das nicht weiter schade. Außerdem ist es eine schöne Abwechslung. Und Abwechslung ist ebenfalls etwas, was für mich eine Hörspielreihe auszeichnet. Mit dieser dritten Geschichte bweist Lindenblatt Records, dass sie sich auch darauf verstehen, auf eher ruhige Art für Spannung zu sorgen. Speziell die Szene mit Bones alleine im Tunnel verleitet schon zum Fingernägelknabbern und Schaudern. Da kommt beinahe Gruselfeeling auf bei dieser bedrückenden Atmosphäre, die dort unten herrscht.
Und die arg verschiedenen Charaktere des Teams tragen ein Übriges dazu bei. Ich stehe der Truppe seit je her misstrauisch gegenüber. Auch wenn sie das gleiche Ziel zu verfolgen scheinen, kommen sie mir doch so verschieden und stark in ihrem jeweiligen Wesen vor, dass ich da irgendwie ein gewisses Brodeln spüre. Als könne das Team plötzlich zersplittern und sich einer gegen den anderen wenden. Auch diese dritte Folge hat dieser Ahnung wieder gut Nahrung gegeben…

Bei den Sprechern geht es wie gehabt gut gemischt zu. Stefan Lindner hat mir vor allem im Vorspann ein gutes Bild von Bones vermittelt. Es gelingt ihm, seine Gedanken, Gefühle und auch seine Unsicherheiten glaubhaft an den Hörer rüberzubringen, ohne dabei zu übertreiben. Thomas Lindner gibt wie gewohnt einen sehr souveränen Lennart. Und Rike Stief fügt sich als Sprecherin des neuen Teammitglieds Melinda gut ein mit einer gewissen Härte in der Stimme. Dagegen klingt mir zB Johnny Wittermann alias Center oft zu gewollt brummig-böse, und Lukas Lindner liest den Text von Tanto schlicht runter. Aber es ist schließlich kein Geheimnis, dass bei “Humanemy” sowohl Könner, als auch Laiensprecher zu hören sind. Von daher darf man sich über solche Unterschiede nicht groß wundern. Vorhanden sind sie aber unüberhörbar.

Der Soundtrack zeigt sich abwechslungsreich mit rockigen Stücken, dann wieder mit ruhigeren und atmosphärischen Klängen. Das wurde prima auf die jeweiligen Szenen abgestimmt und ergibt somit ein stimmiges Bild. Die Geräuschkulisse trägt dazu ebenfalls ihren Teil bei, womit es in dieser Hinsicht rein gar nichts auszusetzen gibt.

Das Cover bleibt dem vertrauten Stil der Reihe treu und zeigt eine düstere Szene in einem verkommenden U-Bahntunnel. Das stimmt schon mal gut auf die Story ein.

Fazit:   Wer die Serie bislang mochte, der wird auch von diesem dritten Teil wieder begeistert sein. Eine gelungene Mischung aus fast gruseliger Spannung und einem -dieses Mal etwas kleineren- Schuss Action. Mir hat es gefallen, dass auch in dieser Episode wieder das Menschliche an einem der ansonsten so knochenhart wirkenden Figuren aufgezeigt wird. Nun bin ich auf das Finale neugierig. Bislang fehlt mir jede Vorstellung davon, wie die Reihe enden könnte.

Batman – Gotham Knight (01) – Der Mann in Schwarz

Titel: Batman – Gotham Knight (01) – Der Mann in Schwarz / Verlag: Highscore Music / Spielzeit:  ca. 60 min / Sprecher: Sascha Rotermund, Till Hagen, Lutz Mackensy, Jürgen Thormann, Gordon Piedesack ua

batman01Inhalt: Immer wieder verschwinden Menschen in Gotham City und werden als brutal verstummelte Leichen an das Flussufer des Gotham Rivers gespult. Wer richtet die Opfer so zu? Macht ein verruckter Serienkiller die Stadt unsicher? Doch bevor Batman diesen Fall genauer unter die Lupe nehmen kann, betritt der geheimnisvolle Mann in Schwarz die Szene und begeht einen spektakularen Raububerfall auf der Touristenplattform des Aparo-Towers. Batman muss eingreifen!


Da ist sie nun , die erste Folge der vollmundig angekündigten Serie von Highscore Music, wo man ja stets bemüht ist, uns älteren Hörern unsere Hörspielkindheit zurückzubringen. Aus meiner Kindheit kenne ich die “Batman”-Version von OHHA, was nicht gerade ein Aushängeschild war / ist. Aber große Ankündigungen machen trotzdem neugierig, auch wenn man -wie ich- kein Fachmann für das Batman-Universum ist.
Seit einiger Zeit werden immer wieder brutal verstümmelte Leichen aus dem Gotham River gezogen. Das klang für mich vielversprechend. Ich hätte lieber mehr darüber erfahren, statt über diesen Mann in Schwarz. Aber gut, man kann nicht alles haben, und diese Folge wird ja nicht die einzige der Reihe bleiben. Bei Batmans Jagd auf den Mann in Schwarz geht es so actionreich zu wie ich es erwartet hatte und wie es für mich zu Batman gehört. Das gilt genauso für diesen technischen Schnickschnack, über den er verfügt. Das hat mich schon immer begeistert. Außerdem mag ich die düstere Atmosphäre von Gotham City liegt. Auch die kommt im Hörspiel für mich gut rüber. Soweit bin ich also zufrieden.
Es gibt allerdings auch den einen oder anderen Knackpunkt. Da wäre zunächst die Tatsache, dass die Handlung quasi voranhetzt. Will heißen, eine actionreiche Szene jagt die nächste. Wer das so mag, bitte. Mir ist ein erkennbarer roter Faden durch Handlung statt einer Aneinanderreihung Aufmerksamkeit heischender Szenen lieber. So wirkte mir die Handlung hier nicht flüssig genug, sondern etwas holprig. Dann sind es die häufigen Monologe einiger Figuren. Nichts gegen gelegentliche Einblicke in die Gedanken von Charakteren, doch hier fielen mit diese Einblicke zu lang aus. Ich bin sicher, die darin enthaltenen Informationen hätte man auch gut in Dialoge packen können, was dynamischer geklungen hätte als diese Monologe, die die Figuren schon fast zu weiteren Erzählern einiger Passagen machen. Pbendrein bremst es den Schwung vorangegangener Szenen aus.
Schwierigkeiten hatte ich auch mit dem häufigen Einsatz des Erzählers. Mir kommt ein Erzähler jederzeit gelegen, weil er mir hilft einen Überblick über das Geschehen zu behalten.
Daher bin ich ehrlich froh, dass es hier einen Erzähler gibt. Gut finde ich auch, dass man dank ihm einige Informationen über Batman und Gotham City erhält, die einem helfen sich zurechtzufinden, wenn man weder die Filme, noch die Comics auswendig herbeten kann. Trotzdem kam er mir zu oft zum Einsatz. Genau wie die erwähnten Monologe nimmt das das Tempo aus dem Geschehen, nur noch viel häufiger. Und es fällt schwer, sich ein Bild vom Geschehen zu machen, wenn man stets erzählt bekommt, was wann wie und wo passiert. Und genau das sollte ein Hörspiel für mich schaffen: dass ich Gelegenheit habe, mir selbst ein Bild zu machen. Irgendwie hat es mich an diese Filmhörspiele erinnert, wo es soviel Erzähler braucht um vorgefertigte Bilder rüberzubringen.
Da es die erste Folge ist, will ich ein Auge zudrücken. Immerhin muss in der ersten Folge einer jeden Reihe der Grundstein für das weitere Geschehen gelegt werden. Das ist meiner Meinung nach hiermit ausreichend geschehen. Da darf man also ab Folge 2 gerne einen Gang zurückschalten.

Die Sprecherriege muss sich keinen Vorwurf machen lassen. Sascha Rotermund hat mir als Batman gut gefallen. Bruce Wayne haucht er energisches und souveränes, dabei aber durchweg sympathisches Leben ein. Schlüpft er dagegen in die Rolle von Batman klingt er umso finsterer. Dieser Wechsel weiß zu beeindrucken. Jürgen Thormann ragt als Butler Alfred ohnehin heraus, da er auch in den Filmen in dieser Rolle zu hören ist. Ich mag den vornehmen Klang seiner Stimme sehr gerne, womit er einen unüberhörbaren Gegenpol zu den übrigen Charakteren bildet. Als vielbeschäftigter Erzähler ist Gordon Piedesack zu hören, dessen tiefe Stimme und düstere Erzählweise mir grundsätzlich gut gefällt, die mir aber wie gesagt zu oft zu hören war. Sooo rasant und vielschichtig ist die Handlung nun nicht, dass man als Hörer so oft Zeit zum Druchatmen braucht.

Der Soundtrack klingt wahrlich imposant aus den Boxen, da gibt es nichts. Das steht einer actionreichen Geschichte auch ganz gut. Und wenn dieses Hörspiel in einem Belang dem Anspruch des “Kino für die Ohren” gerecht wird, dann ist das hier der Fall. Die Geräuschkulisse kommt ebenfalls wie aus dem Bilderbuch daher. Dennoch hätte es hier und da für mich gerne etwas weniger eindrucksvolle Untermalung sein dürfen. Denn wenn es fast ständig bombastisch klingt, höre zumindest ich schnell drüber hinweg, was zu Lasten der Wirkung der Klänge geht.

Mit Batman persönlich vor der Kulisse düsterer und wenig einladender Gebäude und dem vertrauten Logo darüber, macht das Cover leicht auf sich aufmerksam und verspricht spannendes Hörvergnügen.

Fazit:  Ich denke, Action und ein nachvollziehbarer roter Faden in einer Handlung müssen sich nicht ausschließen. Das darf in den weiteren Folgen gerne ausgewogener daherkommen. Mir war das hier zuviel Hetze von einem actionreichen Highlight zum nächsten. Die Sprecher machen ihre Sache gut, haben mir aber zu viele Monologe rüberzubringen, was wenig glaubhaft klingt. Auch davon demnächst bitte weniger. Es bremst einfach aus, genauso wie der häufige Einsatz des Erzählers. Diese erste Folge ist nicht schlecht, erinnert mich aber insgesamt zu sehr an diese 1:1-Filmhörspiele mit ihrer Erzählerlastigkeit, den bombastischen Musiken und glanzvollen Geräuschen. Ich persönlich finde solche Hörspiele immer zu “geleckt”.

Humanemy (2 / 4 ) – Der Fahrer

Titel: Humanemy (2 / 4 ) – Der Fahrer / Verlag: Lindenblatt Records / Spielzeit: ca. 78 min / Sprecher: Thomas Lindner,  Stefan Lindner, Patrick Borlé, Heinz Lindner, Marc Schülert ua

humanemy02Inhalt: Der fallen gelassene Regierungsagent Lennart “das Chamäleon” hat sich mit einem Fahrzeugspezialisten, einem Hacker und einem Waffenexperten zusammen getan. Gemeinsam werden sie beauftragt hoch brisante Daten zu stehlen. Kein leichtes Unterfangen, denn Lennarts ehemalige Kollegen machen Jagd auf ihn und im neuen Team kommt es immer wieder zu internen Streitereien. Außerdem befinden sich die Daten ausgerechnet auf einem isolierten Computer der Oberstaatsanwaltschaft.


Weiter geht es mit der rasanten Dark Future – Reihe aus dem Hause Lindenblatt Records. Das Chamäleon, das man in der ersten Folge kennenlernte, hat sich einer verwegegen Truppe angeschlossen. Bestehend aus einem Hacker, einem Waffenspezialisten und einem Fahrzeugspzialisten. Letzterer, namentlich Maurice, steht im Mittelpuntk dieser zweiten Episode. Und während Folge 1 uA auch wegen dem Chamäleon, das einfach nicht mein Schlag Mensch ist, nicht so mein Ding war, hatte Maurice gleich von Anfang an einen Stein bei mir im Brett. Denn schon da wird klar, dass er sich trotz der kaputten Welt und seinem nicht so legalen Job eine gewisse Menschlichkeit bewahrt hat.
Ansonsten bleibt man dem Stil von Folge 1 treu und präsentiert eine action- und temporeiche Folge, bei der einem kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Wenn nicht gerade die Polizei oder Chamäleons alte Feinde Jagd auf die Truppe machen, dann geht es mit Sicherheit innerhalb des “Teams” rund. Spannende Szenen werden also massig geboten und über dem gesamten Geschehen liegt stets das Gefühl von Gefahr. Das geht zum Teil natürlich auch von der Szenerie aus, denn einmal mehr bekommt man als Hörer einen guten Einblick in die kaputte Welt, in der die Geschichte spielt. Ich habe immer geschwankt, ob ich diese Welt nun cool finden soll, oder ob ich entsetzt sein sollte. In Summe habe ich mich für’s Coolfinden entschieden. Gerade was technisch in dieser Zukunft möglich ist, finde ich einfach genial. Und von Chamäleons Fähigkeit, sein Aussehen zu verändern, fange ich besser gar nicht an 😉

Die Sprechergarde setzt sich aus bekannten Stimmen und einigen Laiensprechern zusammen, was insgesamt eine gute Mischung ergibt, der man lauschen kann ohne über nennenswerte Ausfälle zu stolpern. Thomas und Stefan Lindner sind natürlich wieder mit von der Partie und meistern ihre Rollen so souverän wie bereits in der ersten Episode. Patrick Borlé ist als Fahrer Maurice zu hören. Es gelingt ihm prima sowohl die menschliche Seite seiner Charakters zu zeigen, als auch -wenn es das Geschehen erfordert- den coolen und abgebrühten Fahrer herauszukehren.

Die Musik stammt einmal mehr hauptsächlich von der Band VorTex. Kaum eine Szene, in dem einem keins der düsteren Stücke um die Ohren knallt. Das passt so gut zur actionreichen Handlung und trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei. Vom Stil her wird das aber sicher Geschmackssache sein. Mir jedenfalls hat es gefallen.

Das Cover mag ich wieder sehr! Neben den Lichtspielereien sind es dieses Mal auch die coolen Autos, die meinen Geschmack treffen. Auch wenn eines offensichtlich von der Polizei ist. Aber es fängt das Tempo der Geschichte gut ein und passt zum Titel.

Fazit:  Dank einer menschlicher gezeichneten Hauptfigur hat mir dieser zweite Teil eine ganze Spur besser gefallen als die erste Episode. Ein spannender und action- und temporeicher zweiter Teil einer Serie, von der wir sicher noch eine Menge zu erwarten haben.

TimeRiders (01) – Wächter der Zeit (Alex Scarrow)

Liam O’Connor hätte 1912 an Bord der Titanic sterben sollen.
Maddy Carter 2010 in einem Flugzeug über Amerika.
Saleena Vikram 2026 bei einem Brand in Mumbai.
Doch Sekunden vor dem Tod der drei taucht ein mysteriöser Mann auf und reicht ihnen die Hand – und nun sind sie Agenten einer streng geheimen Organisation, die nur eine Aufgabe hat: die Welt vor der Zerstörung durch Zeitreisende zu schützen. Schon der erste Auftrag bringt das Team in große Gefahr. Liam, Maddy und Sal müssen sich bewähren und das gegen einen mächtigen Gegner. Sein Ziel: die Weltherrschaft!

Was wäre, wenn man  in der Zeit zurückreisen und in der Vergangenheit Veränderungen vornehmen könnte bzw würde? Genau: das gesamte Raum-Zeit-Kontinuum käme durcheinander, was unsagbare Katastrophen für die eigentliche Gegenwart zur Folge hätte. Das hat uns schon Doc Brown gelehrt! 😉
Um dies zu verhindern, gibt es die “TimeRiders”. Ein Gruppe Teenager unterschiedlichen Alters und Herkunft. Sobald deutlich wird, dass andere Zeitreisende die Vergangenheit manipuliert haben, gehen sie ans Werk: Hackerin Maddy, Sal, die Beobachterin und Liam, der zeitreisende Agent. Außerdem ein an den Terminator erinnernder Klon namens Bob, der Liam begleitet. Klingt nach Science Fiction? Ist es auch! Da hat Autor Alex Scarrow aus dem Vollen geschöpft! Das hat mir die Geschichte erstmal auf Anhieb sympathisch gemacht, denn sowas mag ich.
Mir hat auch der fast kapitelweise Wechsel des Schauplatzes und der Zeit gefallen. Mal ist man mit Maddy, Sal und ihrem Mentor Foster im New Yorker Hauptquartier im Jahre 2001, mal mit Liam und Bob auf Mission in der Vergangenheit um die 1940er / 50er-Jahre oder zu dieser Zeit bei ihren Widersachers. Sobald diese eine Veränderung in dieser Zeit vornehmen, bekommt es die Zentrale zu spüren und kann ihre beiden Agenten in Marsch setzen, oder -wenn sie bereits unterwegs sind- Verbindung aufnehmen.
So ist dieser Wechsel nicht nur an sich interessant und abwechslungsreich, sondern sorgt gleich auf mehreren Ebenen für Spannung. Egal, wo und in welcher Zeit etwas geschieht, es hat auf alle anderen Zeiten und Orte direkte Auswirkungen.
Mir hat speziell das nach einer Atomkatastrophe apokalyptische New York gefallen. Eine fast tote Stadt, in der nur noch Sal Maddy und Foster als Menschen leben. Stattdessen ist die Stadt bevölkert von zombieartigen Kreaturen, die ihnen nach dem frischen Fleisch trachten. Das ist finster, das ist gruselig und hochspannend, genau mein Fall!
Weniger begeistert haben mich die Kapitel mit Bob und Liam in der Zeit um 1953, wo ihre Gegner Machtpositionen erlangt haben, oder um 1941, als sie den Grundstein dafür legen und Hitlers “Adlernest” stürmen. Geschichte war nie mein Fall und wird es wohl auch nie sein. Als entsprechend zäh und langatmig habe ich diese Kapitel empfunden. Zu viele, zu ausführliche Schilderungen von Kämpfen, Gefangenenlagern etc. Eben alles, was mich an das Thema erinnert, das mir in meiner Schullaufbahn dreimal begegnete. Eine der effektivsten Methoden, mich zu langweilen.
Da reiß es auch nichts raus, dass in diesen Kapiteln Bob mit Waffen und übermenschlicher Körperkraft für Action und so manches Blutbad sorgt. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich die Altersempfehlung (auf amazon) “ab 12 Jahren” gewagt finde, und sowas sage ich selten!
“TimeRiders” als PC- / Konsolenspiel würde sicher nicht unter einer FSK 16 erscheinen. Ein Gedanke übrigens, der gar nicht so abwegig ist, denn die Story hat alles für ein solches Spiel in petto!

Dadurch, dass ich Bobs und Liams Kapitel als zäh, langatmig und oft auch langweilig empfunden habe, habe ich mehr als eine Woche für das Buch gebraucht. Für meine Verhältnisse also lange. Auch die recht kurzen Kapitel -was ich sonst gerne mag- haben mich nicht anspornen können. Zu oft war da der Gedanke “nein, nicht noch eines von der Sorte mit Bob und Liam!”. Wer dieses Problem nicht hat, für den dürfte sich “TimeRiders” geradezu rasant lesen.

Für das Cover gibt es in meinen Augen nur eine Bezeichnung: richtig cool! Da kann man auch mehrmals hinschauen und entdeckt jedes Mal etwas Neues. Sei es das Uhrwerk hinter dem Schriftzug, die Zeitleiste darunter, die Jahreszahlen, die die TimeRiders umgeben. Das ist aufwendig und sieht durch die Lichtspielereien richtig schön futuristisch und nach SF aus.

Fazit: “TimeRiders” ist an sich ein rundum gelungener Science Fiction-Thriller für ältere (!) Jugendliche. Phantastisch, spannend, rasant und mit einem ausgeklügelten Plot. Hat man -im Gegensatz zu mir ;)- keine “Allergie” gegen Geschichte, kommt man als Fan solcher Stories hier voll auf seine Kosten. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Serie dranbleibe. Band 2 führt die TimeRiders zurück in die Zeit der Dinosaurier, die eigentlich auch nicht mein Ding ist. Aber vielleicht ist die Neugier doch stärker? 😉


Titel: TimeRiders (01) – Wächter der Zeit
Autor: Alex Scarrow
Seiten: 464
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201346
Preis: € 12,95 (Broschiert)

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