Alice Moss

Mortal Kiss (02) – Wem gehört dein Herz (Alice Moss)

mortalkiss02Mit Finn für immer an ihrer Seite und den Ferien vor der Tür könnte für Faye eigentlich der beste Sommer ihres Lebens beginnen. Doch der Kampf gegen die uralten Kreaturen der Finsternis hat tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur bei ihr. Lucas – Finns Halbbruder – verschwindet plötzlich spurlos, und Finn scheint das völlig egal zu sein. Erst als zwei unheimliche Fremde in der Stadt auftauchen und über die Motorradgang herfallen, wird ihm klar, dass die Dämonen längst ein neues Ziel im Visier haben. Gemeinsam mit seinen Männern nimmt er die Verfolgung auf, und auch Faye begleitet ihn. Sie ist sich sicher, dass Lucas in großer Gefahr schwebt. Doch das Grauen, das sie schließlich in den trostlosen Weiten der Wüste erwartet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen.

Wie man hier nachlesen kann, hat mich der erste Band dieser Trilogie nicht überzeugen können. Aber so schnell gebe ich nicht auf, also bekam Teil 2 noch seine Chance. Meine Erwartungen waren verständlicherweise nicht unbedingt hoch. Deshalb hat es mich überrascht, dass mir dieser zweite Teil deutlich besser gefallen hat als der Erstling.
Seit Band 1 war eine ganze Weile vergangen, deshalb hatte ich etwas Sorge, dass ich mich nicht so leicht wieder einfinden würde. Doch das ging erstaunlicherweise ziemlich flott. Schon nach wenigen Seiten hatte ich die wichtigsten Charaktere, Zusammenhänge und Ereignisse aus Band 1 wieder auf der Reihe. Gut, dass das so leicht ging, denn mit großen Vorreden oder Geplänkel hält sich die Geschichte nicht auf. Schon sehr bald steht fest, dass eine neue Bedrohung auf Faye und Finn lauert. Finns Halbbruder Lucas ist verschwunden und in den Wäldern tauchen seltsame Typen auf, die es auf die Werwölfe abgesehen  haben.
Finn und Faye müssen der Sache auf den Grund gehen. Dabei verwandelte sich die Geschichte zu meinem Erstaunen in ein kleines Road Movie, und auf solche Geschichten stehe ich ja total! Jedenfalls war ich sehr gerne mit den beiden im Auto unterwegs bei ihrer Suche nach Finns Bikerfreunden. Da ist Tempo drin und spannend ist es auch. Was war ich verblüfft als ich das Buch am ersten Abend zuschlug und feststellen musste, dass ich mich tatsächlich etwas geruselt hatte! Gewisse Ereignisse auf der Tour der beiden sind nämlich ganz schön eklig. Und gewisse Gestalten schlichtweg schaurig! Vielleicht nicht gerade neu, aber immerhin so gut in Szene gesetzt, dass sie eine Gänsehaut bereiten.
Finns und Fayes Entdeckung am Ende ihrer Fahrt fand ich dagegen etwas abgehoben. Nicht schlecht, denn ich mag halt Modernes in Geschichten, Experimente, Labore und verrückte Wissenschaftler. Aber es ist ein gewaltiger Schritt von der übersinnlich-romantischen Story hin zu solch einer Auflösung. Das wirkte nicht so ganz passig auf mich. Gefallen hat es mir trotzdem. Vor allem, weil man hier nochmal alle Gelegenheit hat, um Faye, Finn und ihre Liebe zu bangen. Dabei ist es schön gelungen, den Bogen zu bestimmten Ereignissen und Figuren zu schlagen, die in Band 1 von Bedeutung waren.
Fayes und Finns Liebe spielt natürlich wieder eine wichtige Rolle. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass sie sich in den Vordergrund drängt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Handlung. Dennoch ist es unverkennbar, wie sehr die beiden sich lieben. Dabei wurde es -für mein Empfinden- aber nie wirklich kitschig. Ich denke, das lag daran, dass man hauptsächlich spürt, wie intensiv die Gefühle der beiden sind. An ihrem Verhalten, kleinen Gesten und daran, dass sie alles für einander in Kauf nehmen. Es gibt keine kitschigen Liebeschwüre en masse wegen denen es zwischen den Seiten hervortriefen würde.
Ich hatte das Buch an zwei Abenden ausgelesen. Wäre ich am ersten Abend nicht so müde gewesen, hätte ich es wohl in einem Rutsch geschafft. Die Kapitel sind kurz, die Schrift auffallend groß, es gibt wenige beschreibenden Passagen, dafür umso mehr Dialoge, das liest sich weg wie nichts. Dennoch gelingt es der Geschichte, Spannung und Grusel aufkommen zu lassen. Ich finde das bemerkenswert.

Nach dem weißen Cover von Band 1 wird es bei Band 2 düster. Mir gefällt das besser so 😉 So wirkt das Cover tatsächlich ein wenig schaurig. Um die beiden Gesichter kommt man natürlich nicht umhin und auch der Wolf ist wieder zu sehen. Sie alle stehen im Mittelpunkt der Geschichte, deshalb passt das gut zum Buch. Besonders schön finde ich die gestalteten Buchdeckel, die noch mehr von der Szenerie zeigen.

Fazit:  Wow! Mich hat Band 2 ehrlich überrascht! Die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Sie hat Tempo, Spannung, Grusel und dezente Romantik mit an Bord. So darf die Reihe gerne weitergehen. Da sehe ich dann sogar über den schwachen ersten Teil hinweg!


Titel: Mortal Kiss (02) – Wem gehört dein Herz?
Autor: Alice Moss
Seiten: 240
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960278
Preis: € 14,99 (HC)

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Rezension – Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich? (Alice Moss)

Als ihre Blicke sich zum ersten Mal treffen, steht für Faye die Welt still. Ihr Herz erinnert sich an diesen Jungen, scheint ihn seit einer Ewigkeit zu kennen. Dabei sind sie sich nie begegnet Doch Finn gibt sich distanziert, geht ihr demonstrativ aus dem Weg. Ganz im Gegensatz zu Lucas, der mit Faye flirtet, als gäbe es kein Morgen. Faye weiß nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Und das ausgerechnet jetzt, wo alles um sie herum aus den Fugen gerät: Unheimliche Wölfe streifen durch die Wälder, eine Motorradgang hält die Stadt in Atem und die Polizei findet die Leiche eines Fremden im Schnee. Der Tote trug ein Foto bei sich. Ein Foto von Faye.

Ich bin nicht sehr bewandert im Genre der übernatürlichen Teenie-Lovestories mit dramatischem Einschlag. Aber ich kenne schon einige der Geschichten, mit denen dieser Trend begann.
Und irgendwie erinnerte mich “Mortal Kiss” schnell an eine solche Geschichte. Auch wenn ich erst nicht wusste, an welche. Eine amerikanische Kleinstadt, ein junges, hübsches Mädchen, hin- und hergerissen zwischen zwei ungleichen Brüdern, die ein dunkles Geheimnis zu haben scheinen. Der eine nett und bemüht um Normalität. Der andere eher ein Außenseiter, aber auf düstere Art faszinierend… Wären sie obendrein noch Vampire gewesen, wären mir die “Vampir Tagebücher” sicher sofort in den Sinn gekommen. Hier hat es gedauert bis klar wurde, dass der mysteriös-attraktive Bursche noch an einer lang vergangenen Romanze hängt, aber dann dämmerte es mir sofort. In Kombination mit weiteren kleinen Details in denen sich die beiden Geschichten ähneln, wirkt das schon auffällig abgekupfert.
Insgesamt bekommt die Story später dann wenigstens etwas an Eigenständigkeit. Wobei die Mischung aus Geistergeschichte, Zombieverhalten der Menschen und der Existenz von Parallel- bzw Unterwelten schon gewagt ist, und -freundlich ausgedrückt- sehr exotisch anmutet. Da ist Toleranz gefragt.
Zudem sind mir besonders zwei weitere Dinge recht negativ aufgefallen. Erstens das Modebewusstsein von Faye und ihrer Freundin Liz. Anfangs, okay, sie sind halt Teenager, da gehört das wohl dazu. Aber selbst als der gesamte Ort der Unterwelt anheim zu fallen droht, “fachsimpeln” die beiden vor dem Schrank über Klamotten und Makeup.
Zweitens die Unzahl an Klischees, die in dieser Geschichte breitgewalzt werden. Die Biker (muss ja cool klingen, “Motorradfahrer” reicht da nur selten) sind zunächst erst mal die Bösen (und bleiben es auch eine ganze Weile). Reiche sind erst mal natürlich Schnösel. Dann besagte Mode-Versessenheit und die Begeisterung für Parties. Haben Teenies wirklich nichts anderes im Kopf? Im Haus des Sheriffs geht es selbstverständlich streng zu. Und wie könnte es anders sein: Faye ist natürlich eine Schönheit, weiß es nur selber scheinbar nicht. Das könnte man jetzt noch weiterführen, Anlass gibt’s genug, aber hier soll es so reichen.
Zuletzt: es dreht sich doch letztendich alles um die Liebe. Ja, wo hat sich denn das bitte die Romantik versteckt? Den paar Szenen mit Faye und Finn fehlt es an jeglicher Stimmung und Atmosphäre.

Die Story ist nicht sonderlich komplex, gut vorhersehbar und auch nicht gerade anspruchsvoll geschrieben. Sie liest sich also mühelos. Relativ kurze Kapitel mit immerhin neugierig machenden Titeln erleichtern das Lesen zusätzlich. Nach dem Prinzip “Ach, komm, eines schaffst du noch!” war ich sehr bald auf der letzten Seite angekommen.

Das helle Cover passt gut zu der winterlich-verschneiten Geschichte. Das unvermeidliche Gesicht ist ebenfalls vorhanden. Und Dank des Wolfes weiß man eigentlich schon, welche Kreaturen hier umgehen, noch ehe man auch eine einzige Seite gelesen hat. Aber Überraschungen sind ja eh nicht gerade das Ding dieser Story.

Fazit: Von s ogrundlegenden Elementen wie den Charakteren und ihrem Verhältnis zu einander nahezu 1 zu 1 von den “Vampir Tagebücher” übernmmen. Und der Schritt Richtung Innovation versumpft in einem wilden und wenig überzeugenden Stil-Mix. Zudem sehr oberflächlich und klischeebehaftet. Mich konnte “Mortal Kiss” so nicht überzeugen.


Titel: Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?
Autor: Alice Moss
Seiten: 347
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960186
Preis: € 17,99 (HC)

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