Alice

Alice im Zombieland (Gena Showalter)

alicezombie01An ihrem 16. Geburtstag sieht Alice “Ali” Bell eine Wolke, die die Form eines weißen Kaninchens hat. Kurz darauf passiert, was Alice nie für möglich gehalten hätte: Ihre Eltern, ihre Schwester und sie werden von Zombies angegriffen. Nur Ali überlebt. Sie zieht zu ihren Großeltern nach Birmingham und fängt an einer neuen Schule an. Um ihre Familie zu rächen, will Ali lernen, Untote zu besiegen. Um zu überleben, muss sie dem undurchsichtigsten Typ an der Asher High vertrauen: Cole Holland weiß, wie man Zombies jagt. Aber er hat selbst Geheimnisse; und es scheint, dass die größten Gefahren dort lauern, wo Ali sie am wenigsten vermutet.

Wie hatte ich mich auf dieses Buch gefreut! Seitdem ich es auf einer Buchmesse zum ersten Mal gesehen hatte, stand es ganz, ganz weit oben auf meinem Wunschzettel. Zombies sind schlicht und ergreifend fast (diese Einschränkung muss nach dem Buch leider sein) immer genau mein Ding!
Aber dann, aber dann…kam Alice mit “ihren” Zombies.
Dabei beginnt die Geschichte gar nicht übel. Die Schwestern Alice und Emma leben mit ihrer Mutter und ihren verschroben wirkenden Vater zusammen. Der behauptet nämlich, es sei abends gefährlich draußen. Deshalb dürfen die Mädchen abends nicht aus dem Haus. Er beobachtet mit Adleraugen das Grundstück, warnt seine Kinder vor dem Friedhof und will seine Familie um jeden Preis gegen die Monster schützen, die draußen angeblich umgehen. Es ist sicher kein Spoiler, wenn ich hier verrate, dass der gute Man genau weiß, wovon er spricht. Das verrät schließlich schon der Titel des Buchs, das weiß man als Leser einfach. Dennoch bleibt die Gefahr durch die Monster zunächst nicht greifbar. Das lässt die Erzählungen des Vaters und seine Vorkehrungen unheimlich wirken. Schön!
Natürlich glauben Alice und Emma ihrem Vater kein Wort. Deshalb ist Alice zutiefst schockiert als sie mitansehen muss, wie ihre Eltern und ihre kleine Schwester Emma nach einem Autounfall von eben diesen Monstern aufgefuttert werden. Verdrängung ist schon etwas Feines, deshalb trauert Alice zwar zutiefst um ihre Familie, aber was sie da gesehen hat, das schiebt sie auf die Extremsituation, in der sie dabei gesteckt hat.
So gelangt Alice zu ihren Großeltern und an eine neue Schule, und damit sind die Monsters lange Zeit überhaupt kein Thema mehr! Stattdessen bekommt man eine ganz normale Teenagerstory geboten, in der es um die Schule geht, um Alice’ neue Freundin Kat, Auseinandersetzungen mit den Großeltern und -nicht zu vergessen!- um den unvermeidlichen, geheimnisvollen und gutaussehenden Typen Cole, der sehr bald Alice’ Weg kreuzt. Ja, zwischen Alice und Cole spielt sich morgens beim ersten Blickkontakt immer mal wieder etwas Seltsames ab, aber statt dass Alice sich mal Gedanken darüber macht, was das ist und wie das sein kann, genießt sie hauptsächlich den erotischen Reiz, der davon ausgeht. Wie gesagt, Verdrängung ist schon eine tolle Sache!
Bei einer Party kommt es dann zu einem Zwischenfall und endlich, endlich stehen die Monster mal wieder im Mittelpunkt. Das ist soweit ganz spannend und ein Schuss Action ist ebenfalls mit dabei. Wenig später kommt endlich auf den Tisch, mit welcher Art Monster man es in der Stadt zu tun hat: mit Zombies, natürlich! Allerdings habe ich quasi die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen als die Eigenarten der Zombies näher beleuchtet werden. Zombies sind dem Grab entstiegende Untote, gerne mit fehlenden Gliedmaßen, dafür mit viel Blut besudelt, die Jagd auf Menschen machen um sie zu fressen. Punkt! Gena Showalter wollte den Zombies scheinbar ein neues Wesen einhauchen, das auf mich allerdings einfach nur lächerlich wirkte. Und obendrein nicht wirklich bedrohlich.
Nach dieser Entdeckung stürzt sich Alice an Coles Seite in den Kampf gegen die Zombies. Da steht natürlich erstmal Training an, weshalb die Zombies mal wieder in den Hintergrund rücken. Stattdessen entwickelt sich eine Rivalität zwischen Cole und Justin, einem Schulfreund von Alice. Na, aus wie vielen Romantasy-Stories kennt man eine solche Situation bereits? Mir fallen da einige ein.
Zudem ging mir Cole mit seiner ständigen Geheimniskrämerei tierisch auf den Keks! Wieso packt er Alice gegenüber nicht aus, wo sie sich doch so darum reißt, Bescheid zu wissen? Vermutlich ist das dieses ach-der-Umgang-mit-mir-tut-ihr-gar-nicht-gut-ich-will-sie-nicht-in-Gefahr-bringen-aber-ich-stehe-halt-so-auf-sie-Ding, das sich diese geheimnisvollen, gutaussehenden Typen immer einreden. Herr im Himmel, Alice ist mutig, wenn auch etwas leichtsinnig, hat was auf dem Kasten und kann sich wehren! Wenn sie unbedingt ihr Leben riskieren will, na dann bitte! Wer kauft Cole denn ab, dass ihm ein stilles Mauerblümchen an seiner Seite, das ihn ständig nur anhimmelt, lieber wäre? Eben!
Parallelen zu “Alice im Wunderland” gibt es nur in einigen Elementen. Zum Beispiel die Wolke in Kaninchenform, oder auch Kat, die den Part der Grinsekatze inne hat. Das war es auch schon fast. Mir war das so aber ganz recht. “Alice im Wunderland” mit Zombies hätte ich ohnehin nicht gebraucht. Mir reicht die Anleihe beim Titel

Wenigstens lässt sich die Geschichte leicht lesen. Alice erzählt meist jugendlich locker, sodass man ab und zu auch mal schmunzeln kann. Und bei einigen Dialogen zwischen ihr und Cole habe ich sogar mal grinsen müssen. So hatte ich das Buch nach wenigen Abenden bereits ausgelesen.

Das Cover gefällt mir immer noch sehr gut! Dabei habe ich für Kleider eigentlich so gar nichts übrig. Aber Alice sieht in diesem Kleid und mit ihren blonden Haaren einfach so dermaßen unschuldig aus, dass es ein herber Kontrast zum Thema Zombies ist. Und natürlich erinnert sie so an die echte “Alice im Wunderland”.

Fazit:  Kurz und knapp: das war wohl nix! Die Geschichte beginnt vielversprechend, aber dann verliert sie das Thema “Zombies” immer wieder aus den Augen und beschäftigt sich stattdessen ausgiebig mit dem üblichen Teenie-Highschool-Brimborium, oder mit dem Liebestheater zwischen Alice und Cole. Zwischendurch gibt’s zwar gelgentlich einen Kampf oder Zwischenfall, aber im Verhältnis kommt das viel zu kurz. Außerdem will mir einfach nicht in den Kopf, wieso man Zombies so umkrempeln musste. Das Bild, das hier von ihnen vermittelt wird, habe ich tatsächlich schon als albern empfunden.


Titel: Alice im Zombieland
Autor: Gena Showalter
Seiten: 395
Verlag: Mira Verlag
ISBN: 978-3862789863
Preis: 14,99 (HC)

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Wer hat Alice umgebracht? (Steve Hogan)

mysthriller513Sicher, Alice war eine Zicke, die Lindsay an der Kunstuni von Glasgow das Leben schwer gemacht hat. Aber deshalb hat Lindsay sie doch nicht ermordet! Doch genau das glaubt die Polizei und verhaftet Lindsay. Das Schlimmste: Sie kann sich nicht erinnern, denn auf einer Party hatte sie ein paar Drinks zu viel – Filmriss. Zum Glück gelingt ihr auf dem Weg zum Präsidium die Flucht. Bei dem Bildhauer Arthur und dessen attraktivem Neffen Cameron kann Lindsay untertauchen. Aber wirklich frei ist sie erst, wenn sie herausfindet, was in der schottischen Blutnacht passiert ist.

Scheinbar hatte ich eine kleine Phase mit Snack-Büchern. Jedenfalls mag ich diese Mystery Thriller zwischendurch immer mal ganz gerne, und so habe ich mal wieder einen im Kiosk mitgenommen. Die Inhaltsangabe klang nicht verkehrt.
Was Lindsay angeht, war ich auch ganz zufrieden. Mit ihr bin ich schnell warm geworden. Sie wirkt ganz nett und ganz schön clever.  Und sie ist mit sich und ihrem Aussehen im Reinen. Ich habe etwas gegen diese Mädels, die regelmäßig über ihr Aussehen lamentiere, obwohl sie gerade so ganz andere, echte Probleme haben. Beispielsweise eben einen Mord. Außerdem Ich mag es an dieser Reihe, dass die Hauptcharaktere meist bereits studieren, also keine Teenies mehr sind. Zudem mag ich Unigeschichten sehr gerne. Bis dahin war also alles in bester Ordnung.
Es hat mir außerdem gefallen, wie der Fall sich anlässt. Lindsay wacht nach einer Partynacht mit einem ordentlichen Kater und Filmriss auf. Da stürmt ein Einsatzkommando der Polizei ihe Studentenbude, teilt ihr mit, dass sie unter Mordverdacht steht, und führt sie ab. Lindsay, die sich an den vorigen Abend nicht erinnern kann, ist geschockt. Das klang für mich nach einer ganz spannenden Handlung.
Leider erlebt die Geschichte wenig später einen Absturz ins Unglaubwürdige, und das fängt mit Lindsays spektakulärer Flucht erst an. Zugegeben, ich war noch nie in Glasgow, wenn dort ein Fußballspiel ansteht. Ich weiß nicht, wie es dann mit den Fans und Hooligans zugeht, aber das Spektakel hier kann ich nachwievor nicht glauben.
Fortan ist Lindsay auf der Flucht und gleizeitig bemüht, ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und den tatsächlichen Mörder ausfindig zu machen. Das ist szenenweise ganz spannend, aber vom Hocker hat es mich nicht gehauen. Mir waren die Nachforschungen zu wenig konsequent. Immer mal wieder gibt es Ablenkungen, die sie zurückdrängen. Und durch Lindsay ständige Fluchten wollte für mich keine griffige Krimi- bzw Thrilleratmosphäre aufkommen. Da sind mir ruhigere Ermittlungen lieber. Das sehen aber Actionfans bestimmt anders. Wer so etwas also mag, der wird seine Freude an diesem Band haben.
Am Ende gibt es dann wieder einen Zwischenfall, den ich so einfach nicht glauben konnte. Genauso wenig wie ich mir solche Gestalten vorstellen konnte, die darin verwickelt sind. Aber siehe oben: ich war ja noch nie in Glasgow…;)
Eine Lovestory ist ebenfalls mit in der Handlung verpackt. Mit etwas Erfahrung auf diesem Gebiet wittert man den Glücklichen bereits, kaum dass sein Name zum ersten Mal gefallen ist. Dafür war ich verblüfft darüber, dass gewisse Szenen gleich so in die Vollen gehen! Das ist man von den Bänden, die in den USA spielen, so gar nicht gewöhnt. Schottland ist scheinbar weniger prüde.
Mein größtes Problem mit vielen der neuen Mystery Thriller habe ich leider auch hier wieder angetroffen. Ich finde nämlich, dass man anhand vieler Aussprüche und Begriffe sofort erkennt, dass der Autor ein Deutscher ist und der Text nicht aus dem Englischen übersetzt wurde. Und sobald ich das feststelle -da ist dieser Band kein Einzelfall- verliert die Story für mich an Glaubwürdigkeit! Zum Glück sind es hier nur die Begriffe. Ich habe auch schon Romane gelesen, da merkte man außerdem noch, dass der Autor seinen Schauplatz bislang bestensfalls von Weitem gesehen hatte!

Ich hatte das Heftchen im Nullkommanichts ausgelesen. Es gibt sehr viele Dialoge, die sich einfach flott lesen lassen, und es ist ja auch immer etwas los. So wird man gut bei Laune gehalten. Mit jedem Kapitel kommt man ein ordentliches Stück voran und ehe man es sich versieht ist man am Ende angekommen.

Das Cover zeigt wohl die Eingangsür zur uni, und damit ein vergleichsweise unwichtiges Detail der Story. Wenigstens lassen die Blutflecken auf der Treppe auf einen ordentlichen Thriller hoffen. Ansonsten fallen mir gleich mehrere Szenen ein, die ich hier gerne gesehen hätte, weil sie effektvoller gewesen wären.

Fazit:  Die Geschichte begann gut und vielversprechend, wurde dann aber teilweise sehr unglaubwürdig. Wirkliche Spannung wollte bei mir jedenfalls nicht aufkommen, dafür wirkte das Geschehen zu zerrissen und abgelenkt. Da gibt es bessere Mystery Thriller.


Titel:  Mystery Thriller – Wer hat Alice umgebracht? (Heft 5 / 2013)
Autor: Steve Hogan
Seiten:  142
Verlag: Cora Verlag
Bestellnummer: 0818130220
Preis:  € 3,60 (eBook € 3,49)

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