Amadeus

Amadeus – Partitur 8 – Sukkubus

Titel: Amadeus – Partitur 8 – Sukkubus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca 70 min  / Sprecher: Kim Hasper, Tim Knauer, Luisa Wietzorek, Chris Murray ua

amadeus08Inhalt: Es war im Mai des Jahres 1782. Nachdem wir Franziska aus den Fängen der Mönche befreit hatten, verbrachten Amadeus und ich eine Zeit eitler Freude und Ausgelassenheit. Beide schmiedeten wir eifrig Hochzeitspläne – doch wir hätten wissen müssen, dass das Grauen nur darauf wartete, unsere Pläne ein weiteres Mal zu durchkreuzen. Vier tote Freier wurden in Wien gefunden – allesamt bis auf den letzten Blutstropfen ausgesaugt. Die Spur führte in das stadtbekannte Bordell der Madame Graul – sollte dort eine mörderische Dirne ihr Unwesen treiben? Amadeus spürte, dass Eile geboten war, denn ein weiterer, prominenter Freier war bereits auf dem Weg ins Bordell.


Zur vorigen Partitur hatte ich geschrieben, dass man das Geschehen zuvor noch präsent haben sollte, weil man ansonsten ausgeschmissen wäre.
Vielleicht höre ich zu viele Hörspiel / Serien um mir von jeder jedes Detail einzuprägen und es auch bis zur jeweils nächsten Episode zu merken. Das kann sein. Jedenfalls tue ich mich damit immer sehr schwer. Entsprechend hatte ich hinsichtlich “Partitur 8” meine Bedenken, noch mitzukommen.
Umso erfreuter war ich als sich herausstellte, dass “Sukkubus” eine sehr eigenständige Geschichte ist, für die man vom Geschehen in den sieben vorigen Folgen nicht alles noch genau auf dem Schirm haben muss. Ich würde sogar sagen, man kann die Folge unabhängig von ihren Vorgänger hören, was mir außerordentlich gut gefallen hat!
Der neue “Fall” für Amadeus und Dokto Knusprig entpuppt sich schnell als äußerst delikat. In einem Wiener Bordell findet ein Freier nach dem anderen ein gar grausiges Ende. Wer oder was könnte dahinter stecken? Durch den Prolog hat man als Hörer bereits so eine Ahnung, womit man Amadeus und Justus ein kleines Stück voraus ist. Der Spannung tut das allerdings keinen Abbruch. Alleine schon, weil zumindest ich es mir nicht so richtig vorstellen konnte. Das war mir dann doch eine Schippe Übersinnlichkeit zu viel. Doch die Reihe weiß halt zu überraschen und lässt einen manches Mal mit Erstaunen zurück. Und auch wenn es etwas arg abgedreht wirkt in Verbindung mit einer Person wie Mozart, es hat gerade deshalb seinen Reiz.
Für Spass ich natürlich ebenfalls wieder gesorgt. Hier tragen vor allem Constanze und Franziska zu so manchem Lacher bei. Die beiden ergänzen das Duo aus Amadeus und Justus prima, und stehen ihnen in Sachen Schlagfertigkeit in nichts nach!

Entsprechend gebührt ihren Sprecherinnen das Lob! Luisa Wietzorek gibt mit ihrer jungen, hellen Stimme einen äußerst aufgeweckte und selbstbewusste Constanze. Christine Pappert klingt als Franziska eine Spur zurückhaltender, aber dann und wann blitzt auch bei ihr eine Portion Schalk durch. Tim Knauer und Kim Hasper wissen auch in dieser Folge wieder zu überzeugen. Ihre Wortgefechte sind immer wieder witzig anzuhören. Außerdem ergeben dank ihnen der eher ruhige Justus und der aufgedrehte Amadeus ein reizvolles Duo.

Musikalisch geht es einmal mehr recht klassisch zu. Ich bin kein Klassik-Fan, daher kann ich ruhigen Gewissens sagen: auch wenn man nicht darauf steht, in dieser Serie gefällt es einem doch irgendwie. Bei mir liegt das hauptsächlich daran, dass die Stücke sich dennoch schön düster und unheimlich zeigen, wenn es die jeweilige Szene erfordert. Es fällt gar nicht ins Gewicht, welche Musikrichtung man hört, wenn die Wirkung passt. Und die passt hier einwandfrei!

Ich habe dreimal hinsehen müssen bis ich erkannt hatte, was das “Gekritzel” darstellen soll. Denn das war es für mich auf die ersten Blicke einfach nur. Als ich dann endlich erkannt hatte, was es darstellt, habe ich es als passig zur Geschichte empfunden.

Fazit:  Schön, dass mit “Sukkubus” eine eigenständige Geschichte ihren Platz in der Serie findet! Einmal rief durchatmen ehe es in Partitur 9 vermutlich wieder in die Vollen geht 😉
“Sukkubus” ist ein delikater neuer Fall für Amadeus und Resch. Spannend, überraschend und mit einem gehörigen Schuss Humor. Mir hat’s sehr gut gefallen!

 

Amadeus – Partitur 7 – Goliath

Titel: Amadeus – Partitur 7  – Goliath / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 64 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Kim Hasper, Christine Pappert, Roland Hemmo ua

amadeus07Inhalt: Es waren nur wenige Minuten vergangen, seit wir die Verfolgung des verdächtigen Augustus Custodis aufgenommen hatten, und in meinem Kopf wimmelte es nur so von bohrenden Fragen: Wo würde uns der Kirchenmann hinführen? Wusste er, wo die entführte Franziska Marschall gefangen gehalten wurde? Und welcher Art war seine Beziehung zu den unheimlichen Mönchen und ihrem grausamen Anführer? Nach einer Weile gelangten wir zu einem Kloster, wo Amadeus und ich uns weiterhin an Custodis’ Fersen hefteten. Schließlich wurden wir Zeuge einer Unterhaltung mit weitreichenden Folgen. Es ging um eine Verschwörung im ganz großen Stil: Einer Verschwörung gegen die Wissenschaften, gegen das Gesetz – und gegen den Kaiser.


Diese Folge musste ich zweimal hören um die Handlung zu verstehen. Beim ersten Hören hatte mich die Erzählweise ganz schön verwirrt, denn in der Geschichte findet sich eine ganze Reihe Zeitsprünge. Mal ist man direkt bei Resch und Amadeus dabei, mal lassen sie einen in eine nahe Vergangenheit blicken. Daraus muss man sich dann die Handlung zusammensetzen. Ganz ehrlich gesagt, bin ich kein Fan einer solchen Erzählweise, obwohl sie zweifelsfrei mal etwas anderes ist. Aber ich habe es halt schon ganz gerne, wenn ich bereits beim ersten Hören erkenne, wie der Hase läuft.
Hat man den Bogen raus, so ist die Geschichte einmal mehr spannend, düster und interessant. Vor allem, weil sie klar auf der Vorgängerfolge aufbaut. Die sollte man also noch gut präsent haben, sonst kann man leicht in Schwierigkeiten geraten was das Verstehen angeht. Ich habe nochmal bei Partitur 6 nachhören müssen, denn seit diese im Juli 2013 erschien, ist ja schon Zeit vergangen. Partitur 7 kommt also nicht so daher, dass man sie auch gut als Einzelfolge hören könnte. Scheinbar geht die Reihe es nun an, Bisheriges mit Neuem zu verweben, sodass sich schließlich eine größere und komplexe Handlung ergibt.  Am Ende von Partitur 7 kommen sogar Elemente der ersten Folgen der Reihe zur Sprache.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich bei dieser Folge nicht mehr so oft schmunzeln oder gar lachen musste wie bei ihren Vorgängern. Das finde ich schade. aber ich will es mal darauf schieben, dass es hier mitunter wirklich grausam zugeht. Da passt das schon. Trotzdem hoffe ich, dass es in den kommenden Episoden wieder mehr zum Grinsen gibt.

Kim Hasper und Tim Knauer geben auch hier wieder ein tolles Doppel. Es macht einfach Spass, ihren Dialogen zu lauschen. Ich bin üblicherweise kein Fan überdrehter Figuren, doch Tim Knauer verleiht Mozart mit seiner Stimme ein so sympathisch überdrehtes Wesen, dass ich hier damit überhaupt keine Schwierigkeiten habe. Roland Hemmo mischt als brummiger, aber unüberhörbar gewitzter und cleverer Kommissar Abel mit.

Der Soundtrack präsentiert sich einmal mehr sehr düster und bedrückend. So ist es unverkennbar, dass sich die Situation von Resch und Amadeus zuspitzt. Diesen Eindruck hat mir die Untermalung schon gleich beim ersten Hören vermittelt, bei dem ich mit dem Verstehen wie gesagt noch meine Schwierigkeiten hatte. Die Geräuschkulisse braucht sich auch bei dieser Episode nichts vorwerfen zu lassen.

Auf dem Cover ist wie gewohnt Amadeus zu sehen, der den Betrachter mit eindringlichem Blick ansieht. Das Motiv neben ihm zeigt einen abgetrennten Kopf. Der spielt in dieser Folge eine wichtige Rolle und macht obendrein noch neugierig auf die Geschichte.

Fazit:  Die Geschichte wird in einer ungewöhnlichen Erzählweise erzählt, die mir das Verstehen beim ersten Hören schwierig gemacht hat. Also unbedingt aufmerksam sein! Außerdem sollte man zumindest das Geschehen aus Partitur 6 noch gut im Kopf haben, sonst ist man aufgeschmissen. Die Reihe zieht spürbar die Zügel an, auch was die Handlung anbetrifft, die mit jeder Folge spannender wird.

Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus

Titel: Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Maria Koschny, Peter Weis, Christine Pappert, Roland Hemmo ua

amadeus06Inhalt: Es war der April des Jahres 1782. Während der zurückliegenden Wochen war meine seelische Verfassung von der Tatenlosigkeit, zu der ich verdammt war, zermürbt worden. Ich befand mich in einem Zustand der Verwahrlosung, als sich endlich eine neue Spur auftat. Wir hatten die Bärbel Glatzeder, das ehemalige Hausmädchen der Marschalls, aufgespürt.
Würde sie uns sagen können, wohin die verschwundene Franziska verschleppt worden war? Doch sie lag schwerkrank darnieder, und ich hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mich eine seltsame Vision ereilte: Ich sah Franziskas Entführung vor meinen eigenen Augen – ganz so, als ob ich leibhaftig dabei gewesen wäre. Ich sah die finsteren Mönche mit ihren scharfen Sicheln, und ich sah ein merkwürdiges Symbol auf ihren Unterarmen… Was wollte es mir sagen? Ich kam nicht dahinter, bis mein Freund Amadeus eine entscheidende Entdeckung machte.


Diese neue Folge hat mich etwas überrascht. Bisher konnte man die Episoden auch gut für sich hören. Man musste nicht groß etwas wissen von wegen “was bisher geschah” um sie zu verstehen. Hier ist man ohne solches Vorwissen allerdings aufgeschmissen, denn die Geschichte knüft in der ersten Hälfte ganz klar an Geschehen aus vorigen Folgen an. Erfreulicherweise in gleich zweierlei Hinsichten, die mich am meisten interessierten: erstens Franziska Marschall, damit Reschs Elend ein Ende findet, und zweitens die Mönche, deren Folge ich schön schaurig fand. Der Part um den titelgebenden Teutobochus findet sich erst in der zweiten Hälfte der Folge und legt einen interessanten Grundstein für den weiteren Verlauf der Reihe. Erneut kommen sich Religion und Wissenschaft in’s Gehege, was einem in der Reihe immer mal wieder begegnet.  Die Frage, was dort unten gefunden wird, wird hier (noch) nicht aufgeklärt. Es bleibt also spannend. Stattdessen greift man eine Entdeckung aus dem ersten Teil der Folge wieder auf. Und zwar so, dass mir spontan die Ahnung kam, dass die Reihe sich noch komplexer entwickeln wird als man es bisher vermutet hat. Dafür spricht auch der letzte Track, der einen noch mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt. Und irgendwie auch mit einem Schaudern und einer guten Portion Bedauern…

Es wäre das erste Mal, dass sich eine Folge im Hinblick auf die Sprecher etwas vorwerfen lassen müsste. Bei solch versierten Sprechern wie zB Kim Hasper, Tim Knauer, Peter Weis, Maria Koschny oder auch Chris Murray ist dies nicht weiter verwunderlich. Mich beeindrucken sie vor allem immer wieder damit, mit welcher Leichtigkeit sie die altmodische Ausdrucksweise annehmen und authentisch rüberbringen.

Die Untermalung präsentiert sich wieterhin sehr klassisch und auf die Zeit abgestimmt, in der die Handlung sich abspielt. Ich finde auch, dass es solchen Stücken mit am besten gelingt, für eine unheimliche und geheimnisvolle Stimmung zu sorgen, wenn es Szenen gibt, die dies erfordern. Die Geräuschkulisse ist fein ausgefeilt und zaubert einem mit Leichtigkeit Bilder zum Geschehen vor die Augen.

Von diesem aalglatten Amadeus auf dem Cover bin ich noch immer kein Fan, aber ich habe mich doch erstaunlich schnell daran gewöhnt. Daher sagt mir hier genau wie bei der Folge zuvor eher die Zeichnung zu, die ich mir zweimal anschauen musste um zu erkennen, was sie darstellt. Ich finde das motiv gut und passend zur Geschichte gewählt.

Fazit: Eine Folge, die wie ein Zwischenspiel wirkt. Sie knüpft zu Beginn an Vergangenes an und webt Elemente aus diesem Anfang in die spätere Handlung ein, die ihrerseits einen neuen Weg einschlägt. Aber keine Sorge, weder der vertraute Humor, noch das mayteriös-unheimliche Flair bleiben dabei auf der Strecke. Ganz im Gegenteil gibt es gleich mehrere Hinweise darauf, dass die Reihe in dieser Hinsicht noch einiges auf Lager hat.

 

Amadeus (Partitur 5) – Samiel

Titel: Amadeus (Partitur 5) – Samiel / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Sven Hasper, Chris Murray, Frank Otto Schenk, Michael Pan, Debora Weigert ua

amadeus5Inhalt: Es war im Frühjahr 1782. Die ersten Monate des Jahres waren für mich zu einer Zeit der Verzweiflung geworden. Ich hatte meinen Schwur nicht erfüllen und Franziska finden können und litt deshalb furchtbare Qualen.
Um der Enge meiner Kammer zu entfliehen, begleitete ich meinen Freund Amadeus auf den Auhof nahe des Lainzer Thiergartens. Der Kaiser selbst hatte ihn dort einbestellt, um von ihm über die Arbeit an seinem Singspiel informiert zu werden. Doch dann entdeckten wir einen Toten im Wald , der dort seltsame Rituale begangen hatte. Allem Anschein nach hatte der Mann Freikugeln gegossen und einen Dämon beschworen . Und Amadeus ahnte sogleich, wer das Ziel der Kugeln werden sollte: Der Kaiser höchstselbst.


Ist es nicht schön, wenn eine tolle Hörspielserie so zuverlässig und regelmäßig fortgesetzt wird wie “Amadeus”? Und wenn man sich obendrein noch darauf verlassen kann, nicht enttäuscht zu werden? Einmal mehr ist hier eine gelungene Mischung aus historischem Hörspiel und jeweils einem guten Schuss Krimispannung und Gruselfeeling gelungen. Ich muss ja gestehen, dass ich von Freikugeln bisher noch nie etwas gehört hatte, aber der Mythos um diese Kugeln und vor allem die schaurige Herstellung derselben hat mich sofort begeistert. So sehr, dass ich nach dem Hören google danach befragt und Dank der Suchergebnisse etwas dazu gelernt habe. Ich finde es immer schön, wenn ein Hörspiel einen nicht nur unterhält, sondern auch neugierig auf gewisse Themen der Geschichte macht. Vor allem natürlich, wenn sie so schön schaurig in Szene gesetzt werden wie hier. Spannend war diese Folge für mich vor allem deshalb, weil ich unbedingt wissen wollte, wer oder was Samiel eigentlich ist. Denn alleine daraus, wie diese Figur sich präsentiert, hatte ich da gleich mehrere Ideen. Außerdem gerät Resch in dieser Folge in Lebensgefahr und kommt leider nicht nur mit dem Schrecken davon. Da hat man gut Gelegenheit, um ihn zu bangen. So wie auch Amadeus, der sich sehr um seinen Freund sorgt. Es ist halt doch irgendwie so, dass man beim Namen “Mozart” in erster Linie an das musikalische Genie denkt, weniger an den Menschen dahinter. Da ist es schön, dass hier eben genau dieser Mensch mit all seinen Gefühlen dargestellt wird, und nicht nur das Talent an Flügel und Notenblatt. Das Ende der Folge hat mir gleich in verschiedener Hinsicht gefallen. Einmal, weil man eine recht gute Beschreibung von Samiel bekommt, und diese für Amadeus Zeit äußerst futuristisch wirkt. Das wirkt ganz schön exotisch, aber mich hat Samiel irgendwie auch fasziniert. Und so habe ich eine seiner Ankündigungen erfreut zur Kenntnis genommen. Trotzdem er in dieser Episode den Bösen gibt. Und zuletzt ist das noch Reschs “Epilog”. Darin deutet sich ein Thema an, das ich einerseits verheißungsvoll finde, dem ich andererseits aber doch auch leicht skeptisch gegenüber stehen. Im Sinne von: wie sollte das funktionieren? Doch da lasse ich mich einfach mal überraschen. Solange sich die Reihe ihren Charme und Witz erhält, bin ich für alles offen.

Eigentlich ist es müßig, über die beiden Hauptsprecher Kim Hasper und Tim Knauer noch große Worte zu verlieren. Trotzdem, für mich sind sie das beste Duo, das der Reihe passieren konnte. Ich finde, man hört, wieviel Spass sie an den Geschichten haben. So ist es immer wieder ein Vergnügen, ihren Dialogen zu lauschen. Gefallen hat mir auch Debora Weigert in der Rolle der Baumeister-Tochter Adele Schlucker. Ich mag einfach burschikose Frauenstimmen lieber als feine und gezierte 😉  Chris Murray gibt den Kaiser Joseph II. mit klarer Stimme und aristokratischen Ton. Und “Ralf Mertens” hätte ich hinter Samiels unheimlich verzerrter Stimme ohne einen Blick auf den Sprechercast wohl nicht erkannt.

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Musikalisch wird erneut eine sehr stimmungsvolle Untermalung geboten, die in bestimmten Szenen für eine wohlige Gänsehaut sorgt. Ich bin an sich kein Fan klassischer Musik. Umso mehr erstaunt es mich, wie gerne ich sie in dieser Reihe höre. Die Geräuschkulisse rundet den guten Eindruck in diesem Bereich schließlich ab, und zaubert einem beim Hören die entsprechenden Bilder vor Augen.

Diese Folge zeigt sich mit einem neuen Coverdesign, das sich hier und da schon die Bezeichnung “Skandalcover” verdient hat 😉 Soweit ich es mitbekommen habe, teilen sich die Meinungen darüber ganz gut. Mein Fall ist es nicht. Mir sieht es zu sehr nach am Computer entstanden aus. Vor allem der Schriftzug und Amadeus selber. Dafür mag ich die Bleistiftzeichnung. Mir wäre das ursprüngliche Cover lieber gewesen. Oder vielleicht ein Wendecover.

Fazit: Bisher gibt es in der Reihe absolut keinen Durchhänger zu vermelden. Mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Grusel und Witz hat “Samiel” zielsicher wie eine Freikugel meinen Geschmack getroffen.  Das Ende regt zum Spekulieren darüber an, in welche Richtung sich die Reihe noch entwickeln könnte. Man darf also gespannt sein.

Amadeus (Partitur 4) – Faustus

Titel: Amadeus  (Partitur 4) – Faustus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Jürgen Thormann, Michael Pan, Christine Pappert ua

faust04Inhalt: Es waren die ersten Tage des Jahres 1782. Ich hatte eine Anstellung bei dem bekannten Anatomen Johann Marschall gefunden, dem ich bei chirurgischen Eingriffen zur Hand gehen sollte. Und ich hatte ein Auge auf seine liebreizende Tochter Franziska geworfen. Umso größer war mein Entsetzen, als Amadeus und ich den Doktor auf dessen eigenem Seziertisch auffanden. Tot – grausam ermordet und enthauptet. Während mich die Polizei als Verdächtigen in die Mangel nahm, stellte Amadeus auf eigene Faust Ermittlungen an. Dabei bekam er es nicht nur mit dem zwielichtigen Feuerfresser und seinem Marionettentheater zu tun, sondern auch mit einer Gruppe mit Sicheln bewaffeneter Mönche, die sich an seine Fersen hefteten. Und um den Mörder zu fangen, ließ er sich schließlich auf einen teuflischen Pakt ein.


Mit “Faustus” dreht sich nun bereits das zweite Abenteuer für Resch und Amadeus im CD-Player, und genau wie bei den Folgen zuvor kann ich nur sagen: auch nach vier Folgen bleibt die Reihe für mich eine echte Überraschung. Auch dieses Mal bekommt man einen spannenden und düsteren Krimi zu hören, der einen erstens lange im Unklaren darüber lässt, ob die beiden es mit einer realen Person zu tun haben, ob Übersinnliches hinter den unheimlichen Vorkommnissen steckt, und der zweitens viel vom Zeitgeist der damaligen Zeit aufgreift und an den Hörer vermittelt. Denn hier kommt schon sehr klar herüber, in welchem Gegensatz der Glaube und die Wissenschaft damals miteinander standen. Dabei konnte ich einerseits die Faszination der Wissenschaft nachempfinden, aber genauso verstehen, dass die religöseren Zeitgenossen dem skeptisch bis feindselig gegenüberstanden. Das ist für sich alleine schon eine brisante Mischung, die den Rahmen für einen Krimi um einen grausigen Mordfall bildet. Es hat mir Spass gemacht zu versuchen, die handelnden Personen und Ereignisse zu einem logischen Ganzen und damit zur Auflösung des Falles in Zusammenhang zu bringen. Gelungen ist es mir allerdings nicht, denn das Ende hält eine echte Überraschung bereit und bietet einiges an Dramatik. Gefallen hat mir hier auch, dass der sonst so coole und souveräne Amadeus hier mal eine andere Seite an sich zeigt. Das wirkt zwar auf den ersten Lauscher absolut verblüffend, lässt diese Figur aber auch sehr menschlich wirken. Außerdem bietet das Ende einen feinen Cliffhanger, der den Boden für weitere Geschichten um Resch und Amadeus ebnet.
Selbstverständlich kommt der Humor auch in dieser Episode nicht zu kurz. Speziell die Wortgefechte zwischen den beiden Hauptfiguren und Amadeus freche und bissige Kommentare hier und da bringen mich jedes Mal wieder zum Lachen. Der Name “Mozart” nötigt einem ja meist hauptsächlich Ehrfurcht wegen seiner Werke ab. Ich mag es, wenn eine solch in Stein gemeißelte Haltung auf humorige Weise aufgebrochen wird.

Neben den einfallsreichen Storys sind auch die Sprecher ein echtes Aushängeschild der Reihe. Allen voran Tim Knauer und Kim Hasper. Tim Knauers sowohl vornehme, als auch gewitzte Ton für Amadeus bildet einen tollen Kontrast zu Resch, den Kim Hasper eher ernsthaft klingen lässt. Die Mischung stimmt! Mir hat außerdem Jürgen Thormann als knurriger, aber auch sympathischer Astronom Reif prima gefallen. Und überraschenderweise gibt es ein Wiederhören mit Frank-Otto Schenk alias Manichl, der einem in der ersten Folge schon begegnete.

Musikalisch bleibt sich die Reihe ebenfalls treu. Die eingesetzten Stücke fallen sehr atmosphärisch und oft düster aus, was der unheimlichen und spannenden Geschichte ausgezeichnet steht. Im Dunklen gehört beschert einem das Hörspiel so gerne mal eine feine Gänsehaut.

Das Cover weiß zu erschrecken mit der verfremdeten Darstellung von Amadeus. Das macht gleichzeitig auch neugierig. Der altertümliche Stil trägt der Zeit Rechnung, in der die Geschichte spielt.

Fazit: Auch Folge 4 hat mir mit einer spannenden und unheimlichen Geschichte mit überraschendem Ende, sowie mit einem guten Schuss Humor wieder sehr gut gefallen! Im Booklet sind bereits weitere vier Folen angekündigt, was ich mit größter Freude gelesen habe.

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