Amsterdam

Dead Eyes – Der Fluch der Maske (Chris Priestley / Jona Mues)

Titel: Dead Eyes – Der Fluch der Maske / Verlag: Audiolino / Spielzeit: ca. 159 min auf 2 CDs / Buch: Chris Priestley / gelesen von: Jona Mues

deadeyesInhalt: Alex begleitet seinen Vater auf eine Geschäftsreise nach Amsterdam. Auf einem Flohmarkt ersteht er eine alte Maske. Schnell stellt sich heraus, dass das Stück aus dem Hotel stammt, in dem der Junge mit seinem Vater untergebracht ist. Alex erfährt, dass die Maske vor langer Zeit einem Mädchen gehörte, dass von seinem Vater in eben jenem Haus festgehalten wurde. Der Junge macht die unheimliche Erfahrung, in den Körper jenes traurigen Mädchens zu schlüpfen, sobald er die Maske aufzieht, und nicht nur das: Die Maske versetzt ihn auch in ihre Zeit. Immer weniger kann er sich dem Bann entziehen und gleitet dabei langsam in die düstere Geschichte der Vergangenheit, die immer bedrohlicher zu werden scheint.


Ich kannte Chris Priestley bisher nur dem Namen nach und in Verbindung mit seinen “Schauergeschichten”, die ich unbedingt auch noch kennenlernen möchte. “Dead Eyes” war also meine erste Geschichte von ihm, die mich aber leider nicht von sich überzeugen konnte.
Schon der Anfang fiel mir schwer, weil ich mich nicht so richtig mit Alex anfreunden konnte. Ich brauche sicher keinen lauten und selbstverliebten Macho als Hauptfigur, doch Alex war mir entschieden zu duckmäuserisch und zu ruhig. Um nicht zu sagen: ein Langweiler.  Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was mit ihm los ist, habe wunders was erwartet, aber als ich es dann endlich erfuhr, war es mir einfach zu wenig für ein solches Verhalten. Mit Angeline kam dann wenigstens ein bisschen Schwung in die Geschichte. Die junge Studentin mochte ich und ich war froh, dass sie so oft mit Alex unterwegs ist.
Als Alex auf dem Flohmarkt die Maske entdeckt und kauft, nahm ich an, dass die Story nun wirklich Fahrt aufnehmen würde. Immerhin versprechen Cover und Klappentext ja doch einen gewissen Gruselfaktor und Spannung. Doch weit gefehlt. Die Geschichte plätscherte weiter gemütlich vor sich hin. Die potenziell schaurigen Szenen fallen sehr kurz aus, und die berühmte Würze, die bekanntlich in der Kürze liegt, sucht man hier vergebens. Ich bin kein Fan von epischer Breite, aber etwas mehr Ausführlichkeit und eine eindringlichere Erzählweise wären schön gewesen und hätten sicher besser gewirkt.
Zudem gab es für mich zu viel Ablenkung. Beispielsweise durch Dialoge zwischen Alex und seinem Vater, durch Besuche bei dessen Freundin oder die Stadtrundgänge, die Alex mit Angeline unternimmt. Zwar ist man dabei dem Rätsel der Maske auf der Spur, aber von Spannung und Grusel kann dabei ebenfalls nicht die Rede sein. Ich hatte nie das Gefühl, dass Alex und Angeline dem Rätsel wirklich und unbedingt auf den Grund gehen wollten. Meist wirkten ihre Unternehmungen wie eine in eine Geschichte verpackte Sightseeing-Tour durch Amsterdam.
Die aufregendste Szene für mich kam kurz vor dem Ende und beschreibt einen Streit bzw eine Schlägerei, doch das hat mit der Maske nur sehr wenig zu tun. Ein Brief ganz am Schluss wirft dann zwar nochmal ein ganz anderes Licht auf das, was Alex und Angeline herausgefunden haben, aber einen echter Wow-Effekt bietet er nicht.

Jona Mues scheint die Story auch nicht gerade gepackt und mitgerissen zu haben. Ich habe ihn schon in anderen Hörbüchern gehört, wo er wesentlich engagierter klang. Hier passt er sich Alex Ruhe und seinem Insichgekehrtsein an. Da ändert es leider auch nicht viel, dass er für die einzelnen Figuren doch recht markante Stimmen in petto hat.

Zwischen den Szenen ist stets Musik zu hören. Recht traurige und getragene Geigenklänge, die ich nicht so ganz verstanden habe. Denn traurig ist die Geschichte nun wirklich nicht.

Das Cover hatte es mir auf Anhieb angetan. Das Auge, das da aus der Maske (?) blickt, sieht schön gruselig und böse aus. Der Amsterdamer Straßenzug unten gefiel mir ohnehin, kleiner Holland-Fan der ich bin. Ich möchte unbedingt mal dorthin.

Fazit: “Dead Eyes” hat mich enttäuscht zurückgelassen. Die Story plätschert vor sich hin und es kommt weder Spannung, geschweige denn Grusel auf. Sehr schade! Aber die “Schauergeschichten” höre ich mir trotzdem noch an.

Dorian Hunter (24) – Amsterdam

Titel: Dorian Hunter (24) – Amsterdam / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Herman van Ulzen, Lutz Riedel ua

hunter24Inhalt: Im Haus des Antiquitätenhändlers Thören Rosqvana hoffte Dorian Hunter den goldenen Drudenfuß zu finden das einzige Mittel gegen den Dämonendrilling. Doch der Fund erwies sich buchstäblich als Illusion, und im Kampf gegen den Vampir starb Dorians väterlicher Freund Norbert Helnwein. Rosqvanas Kopf wurde vom Körper getrennt und lebt eigenständig weiter. Dorian kann ihn nicht töten, denn Rosqvana ist der Einzige, der weiß, wo sich der echte Drudenfuß befindet und die Reise nach Amsterdam beginnt.


Wer mit der Bahn fährt, der kann etwas erleben! Erst recht, wenn man mit Hunter, Cohen und Co., sowie mit einem Kopf in einer Reisetasche unterwegs ist. Und wenn ihnen ihre Widersacher bereits auf den Fersen sind. Dann wird es eine ganz spezielle, spannende Bahnfahrt mit dem einen oder anderen blutigen Zwischenfall. Es ist schon arg schräg, wenn man sich das Geschehen mal bildlich vorstellt. Aber das macht eben auch den Reiz aus.
In Amsterdam angekommen bleibt man dieser Linie treu, doch mischt hier noch ein gehöriger Schuss Grusel mit. Dieser Teil der Geschichte lehrt auf schauderhafte Weise, dass man in Amsterdam vielleicht besser die Finger von Experten auf dem Gebiet der Schönheitschirurgie und Transplantation lassen sollte. Nicht, dass man mit zwei Köpfen aufwacht, wie so mancher Patien von Red Jong. Seine Geschöpfe werden schön anschaulich beschrieben, da kann einen schon mal eine Gänsehaut überkommen. Und selbst der Doktor ist für ein Schaudern gut.
Ich kann mich an keine Hunter-Folge erinnern, bei der ich trotz aller Spannung und allem Grusel so viel gelacht habe wie hier. Am meisten natürlich über Cohens bösen Humor und die bissigen Dialoge, die er mit Hunter, dem Arzt oder auch Chapman führt. Aber auch über einige Szenen, die ich einfach lustig fand. Ich kann zB über die Vorstellung eines sprechenden Kopfs in einer Tasche prima lachen. Oder über Chapmans Gequatsche als er sich den Ratten gegenübersieht

Mit Jürgen Kluckert als Ndoyo hatte ich so meine Probleme. Ich hatte zwar sofort ein Bild vor Augen, von einem großen, bulligen Mann, vielleicht geistig nicht ganz so flott wie andere, aber eigentlich doch ganz in Ordnung. Leider habe ich aber gleichzeitig immer Benjamin Blümchen vor mir gesehen, so leid es mir ja tut. Den holländischen Akzent mag ich an sich sehr gerne, bei Herman van Ulzen alias Red Jong klingt er aber ganz schön böse. Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist.

Wie gewohnt wird auch diese Folge wieder von einem sehr stimmigen Soundtrack begleitet, der der Geschichte zusätzlich Atmosphäre verleiht. Düster, eindringlich und immer für ein wohliges Schaudern gut.

Das Cover zeigt eine wunderbar unheimliche Szene mit dem halbdunklen Raum und dem Schatten an der Wand. Das reiht sich so nahtlos in die Serie ein. Im Booklet erfährt man einiges über den heiß umkämpften goldenen Drudenfuß.

Fazit: Die Folge hat mir sehr gut gefallen: spannend, gruselig und trotz alldem noch ganz schön witzig. Wenn man bösen Humor mag.

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