Amy Crossing

Raum 213 – Falsche Furcht

raum2134Tim, Liam und Amber lieben Verschwörungstheorien, besonders die um Raum 213. Zusammen brechen sie in die Schule ein und suchen nach neuen Informationen über den verfluchten Raum. Eine Akte über einen Zwischenfall vor 20 Jahren entpuppt sich jedoch als lebensgefährlich für alle Beteiligten. Schon am nächsten Tag hat Liam einen schweren Unfall und Tim scheint verschwunden. Auch Amber gerät in die Schusslinie und ist plötzlich auf sich allein gestellt – verfolgt und bedroht von einem unheimlichen Fremden, der ein Mörder sein könnte.

Natürlich mache ich es mir gerne mit einem richtig dicken Schmöker im Bett bequem, aber ich mag auch sehr gerne solche “Thriller-Happen” wie die vier Teile dieser Reihe. Sie sind spannend und mysteriös und lesen sich ruckzuck.
Speziell diesen vierten und letzten Band habe ich in kürzester Zeit in einem Rutsch gelesen. Einerseits selbstverständlich, weil in diesem Band ein paar Antworten stecken mussten, andererseits aber auch weil es so vielschichtig geschrieben ist.
Den Großteil der Geschichte nimmt das Geschehen um Amber, Tim und Liam ein, die eines Nachts in die Schule einbrechen um im Lehrerzimmer einen Streich zu spielen. Natürlich kommen sie dafür in Teufelsküche, aber sie erleben auch einige unheimliche Ereignisse, was vor allem Tim Aufwind gibt. Er ist derjenige in der Clique, der dem Rätsel um Raum 213 unbedingt auf den Grund gehen will. Ich fand den Einbruch wirklich spannend und habe später wahrlich gestaunt, was im Zuge seiner Folgen ans Tageslicht kommt. Denn die Clique wird zu einem seltsamen Spiel eingeladen, und das birgt allerlei Unheimliches und Gefährliches. In Erwartung von Antworten im das Rätsel um dieses Klassenzimmer flogen die Seiten nur so dahin, und ich wurde nicht enttäuscht!
Tim führt einen Blog über seine Nachforschungen zum Raum 213. Aus diesen Blogbeiträgen besteht zwar der kleinste Teil des Buchs, aber sie haben es in sich. Vor allem hat Tim einige Geheimnisse aus der Vergangenheit ausgegraben, die er einem so zum Knobeln an die Hand gibt. Das hat mir sehr viel Spass gemacht!
Der zweite große Teil der Geschichte spielt im Jahre 1991. Schon bei dieser Überschrift wird einem klar, dass man nun wohl etwas darüber erfährt, wie das Unheil mit Raum 213 seinen Anfang nahm. Dieser Part hat einen guten Schuss Romantik in petto und hat mich damit begeistern können, dass er wunderbar das Flair der 90er-Jahre und das eines Schulballs heraufbeschwört. Im Späteren geht es aber auch in diesem Teil unheimlich und rätselhaft zu. Da steht er dem Hauptteil um Amber, Liam und Tim in nichts nach. Außerdem erhält man mit einem solchen Blick in die Vergangenheit weitere Antworten auf Fragen, die man sich zuvor in dieser Reihe bereits gestellt hat.
Es hat mich beeindruckt, wie die beiden Hauptteile der Geschichte am Ende zusammenlaufen. Zudem hatte ich mit einem solchen Ende bzw einer solchen abschließenden Erkenntnis über Raum 213 nicht gerechnet. Aber die Auflösung hat mir gefallen, denn sie ist schlüssig und auf ihre Art auch grausig. Weniger im übersinnlichen Sinne, sondern mehr im kriminellen Sinne. Was es genau damit auf sich hat, verrate ich hier aber sicher nicht. Das müsst ihr schon selber lesen 🙂

Wie schon geschrieben habe ich das Buch quasi inhaliert. Die Blog-Einträge lesen sich besonders fix und flüssig, aber auch die beiden hauptsächlichen Handlungsstränge sind durch viele Dialoge prima zu lesen. Außerdem bringt das eine gewisse Abwechslung mit sich und die lockert bei mir immer noch zusätzlich etwas auf.

Das Geheimnis um die Covermotive hat sich mir allerdings selbst im letzten Band der Reihe nicht eröffnet. Ich mag das Lila aber wirklich gerne und muss zugeben: es ist durch das immer gleiche klecksige Muster unübersehbar, dass es sich um eine Reihe handelt. Die Bücher sehen nebeneinander wirklich klasse aus.

Fazit:  Ein rundum gelungener Abschluss der Mini-Serie um den Raum 213. Die Handlung spielt sich in verschiedenen Zeiten bzw auf verschiedenen Ebenen ab und bietet so überall die eine oder andere erste Antwort auf Fragen, die man sich im Laufe der Serie gestellt hat. Dabei geht es überall gleichermaßen spannend und unheimlich zu. Am Ende laufen die beiden großen Handlungsstränge zu einem schlüssigen und überraschenden Ende zusammen, das mich damit begeistert hat, dass es für mich wirklich unerwartet kam. Meine Empfehlung für diese Serie!


Titel: Raum 213 (04) – Falsche Furcht
Autor: Amy Crossing
Seiten: 176
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578742
Preis: € 7,95 (Broschiert)

Raum 213 – Gefühlvolles Grauen (Amy Crossing)

Lily ist glücklich, sie versteht sich super mit ihrer besten Freundin Ava und ist frisch verliebt in den süßen Travis. Dann taucht Kendra auf der Bildfläche auf. Sie freundet sich mit Ava an, flirtet unverhohlen mit Travis und drängt Lily zunehmend aus ihrem eigenen Leben. Oder ist Lily einfach nur eifersüchtig? Als sie eines Morgens Kendra in den Raum 213 gehen sieht, könnte das ihre Chance sein … Sie müsste nur die Tür zum verfluchten Raum schließen und wäre Kendra für immer los.

Dieser dritte Teil der Reihe lässt sich Zeit ehe die Sprache auf den titelgebenden Raum kommt. Zunächst lernt man Lily, ihre beste Freundin Ava und ihren Freund Travis kennen. Lily ist glücklich mit den beiden und mit ihren Leben und über ihre Begeisterung für Travis habe ich mitunter schmunzeln müssen. Sehr süß!
Doch dann taucht die rothaarige Kendra an der Eerie High und in Lilys Leben auf und stellt es wortwörtlich auf den Kopf. Lily wird angegriffen und fühlt sich fortan von Kendra bedroht. Genau wie sie weiß man auch als Leser nicht, was Kendra antreibt. Da sorgt schon mal für eine gewisse Spannung. Ich fand aber auch, dass Lilys Angst sehr gut rüberkommt. Ich konnte mich leicht in die einfühlen und ihre zunehmende Panik daher nachvollziehen.
Nichtsdetotrotz ist die Story geraume Zeit nichts anderes als eine mit Intrigen und Gemeinheiten gespickte High School Geschichte. Geheimnisvoll ist hier zunächst gar nichts. Da aber zumindest immer etwas los ist, Lily und Travis ein ganz goldiges Paar sind und Ava die ideale beste Freundin, hat mich das nicht sonderlich gestört. Langeweile kommt nie auf und man weiß ja außerdem, dass der große “Knall” noch kommen wird, wenn die Geschichte endlich auf den unheimlichen Raum zu sprechen kommt.
Wie ich finde, lohnt es sich in diesem Falle, auf den großen Moment etwas warten zu müssen. Das gruselige Klassenzimmer bringt sich mit einer düsteren Szene ins Spiel, die typisch für für Reihe und die Ereignisse in diesem Raum sind. Da bekommt man durchaus eine feine Gänsehaut.
Doch damit ist es natürlich nicht getan. Die Attacken auf Lily nehmen zu, entfremden sie von Menschen, die ihr lieb sind und letztlich wird sie mit Raum 213 erpresst. Ich habe so gehofft, dass sie sich nicht darauf einlassen würde und hatte ehrlich Angst um sie.
Es kommt zu einem dramatischen Finale in der Schule, bei dem ich nicht nur um Lily gebangt habe, sondern bei dem ich auch ungeduldig auf die Erklärung für Kendras Verhalten gewartet habe. Es ist eine schlüssige Erklärung, auch wenn man sich natürlich fragen darf, ob ein Teenager tatsächlich so weit gehen wird. Aber Raum 213 verändert die Menschen halt, daher ist es gut möglich.
Das Ende selbst wurde mir allerdings etwas zu schnell abgehandelt. Dafür dass die Story sich anfangs so viel Zeit nimmt um den Stein ins Rollen zu bringen, geht am Ende kurz und knackig zu.

Genauso knackig liest sich dieser dritte Band. Für mich sind die “Raum 213”-Thriller immer wieder schöne Thrillerhappen für zwischendurch. Sie sind spannend und flüssig geschrieben und lesen sich angenehm leicht. Die Kapitel haben genau die richtige Länge: mit jedem kommt man ein gutes Stück voran, aber sie sind nicht so lang, dass es anstrengend wird.

Das Cover dieses Bandes präsentiert sich in leuchtendem Gelb. Eine Farbe, die auffällt. Das gefällt mir, denn in meinen Augen hat die Reihe hat sie das Recht, auf sich aufmerksam zu machen. Sie lohnt sich. Den Sinn des Klecks-Musters habe ich aber immer noch nicht erkannt . Ich muss im ersten Moment immer noch jedes Mal an Blumen denken, was für mich nicht thrillertypisch ist.

Fazit: Raum 213 kommt bei diesem Band erst recht spät ins Spiel. Bis dahin ist die Geschichte eher eine High School Story voller Intrigen und Gemeinheiten. Aber schon das ist recht spannend und niemals langweilig. Als das unheimliche Klassenzimmer dann zum Thema wird, legt die Geschichte noch ein Schippchen Spannung nach und hat auch ihre schaurigen Momente. Die Auflösung ist sinnig, das Ende aber im Vergleich zum Anlauf sehr schnell abgehandelt. Das hat mich etwas enttäuscht.


Titel: Raum 213 (03) – Gefühlvolles Grauen
Autor: Amy Crossing
Seiten: 176
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578735
Preis: € 7,95 (Broschiert)

Raum 213, das eShort – Geflügelte Gefahr (Amy Crossing)

raum213eshortSarah fühlt sich endlich wieder sicher, viele Monate sind vergangen, seit ihr Stalker Edvard Tully sie mit einem aggressiven Schwarm Wespen ermorden wollte. Ihren Geburtstag will sie groß feiern, mit allen Freunden – und mit Philip, zu dem sie sich mehr und mehr hingezogen fühlt.
Doch ist Sarah wirklich sicher? Oder läuft sie ihrem “Verehrer” blindlings in die Arme?

Weil ich -obwohl mir Band 1 und 2 gut gefallen habe- irgendwie noch nicht dazu gekommen bin, mir die nächsten beiden Bücher zuzulegen, habe ich nun einfach dieses eShort dazwischen geschoben.
Mit seinen 32 Seiten ist “Geflügelte Gefahr” tatsächlich ein Snack für zwischendurch, bei dem es kaum um den mysteriösen Raum 213 in der Eerie High geht. Das fand ich zwar etwas enttäuschend, aber schlecht fand ich die Geschichte keineswegs.
Amy Crossing gelingt es trotz der Kürze, den Leser über Sarah und die Schrecken ihrer Vergangenheit ins Bild zu setzen. So hat man im Nu alles an Rüstzeug an der Hand und kann sich in die Geschichte stürzen. Sarah mochte ich auf Anhieb und an ihren Freunden fand ich es besonders toll, wie sie immer versuchen, ihr zu helfen bzw zu einem sorgenloseren Leben zu verhelfen. Das ist bewundernswert.
Bei Sarahs Plänen für ihre Geburtstagsfeier hatte ich kein gutes Gefühl. Man spürt irgendwie, dass da etwas lauert und dass etwas Schlimmes passieren wird. Doch was? Und wer steckt dahinter? Natürlich hat man schnell Edvard Tully im Verdacht. Doch der sitzt in der Psychiatrie. Oder etwa doch nicht? Und wer sollte es sonst sein? Da habe ich gut gegrübelt, trotz der Kürze der Geschichte. Spannung braucht nun mal keine epische Breite, das beweist “Geflügelte Gefahr” gut.
Das Ende hat mich ehrlich überrascht. Damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet, und deshalb bringt es der Geschichte den dicksten Pluspunkt ein. So mag ich Thriller!

Wie auch die beiden ersten Bände der Hauptreihe liest sich dieses eShort wirklich sehr gut und flüssig. Amy Crossing versteht es, einen vom ersten Moment an mitzureißen. Für mich steckt in den “Raum 213”-Geschichte immer ein ordentliches Tempo, das sich auf mein Lesetempo überträgt.

Das Covermotiv unterscheidet sich nicht von denen der Reihe außer dass es eine andere Farbe hat. Ich frage mich immer noch, was das mit diesem Raum zu tun hat. Aber vielleicht erschließt sich das ja im Laufe der Serie noch, wer weiß? Auch wenn es offensichtlich keine sind, kommen mir beim Betrachten als erstes Blumen in den Sinn. Und Blumen bei einem Thriller…? Vermutlich habe ich deshalb meine Schwierigkeiten bei diesem Motiv.

Fazit:  Ein schöner und spannender “Raum 213”- Happen für zwischendurch. Um den Raum geht es hier zwar kaum, doch das hat dem guten Eindruck keinen Abbruch getan.


Titel: Raum 213 – Das eShort  – Geflügelte Gefahr
Autor: Amy Crossing
Seiten: 32
Format: Kindle Edition
ASIN: B00K9RYEZ6
Preis: € 1,99

Raum 213 – Arglose Angst (Amy Crossing)

raum213-2Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben – oder hat es nicht überlebt! Madison kann ihr Glück kaum fassen: Sie ist auf eine exklusive Party eingeladen, auf der auch ihr großer Schwarm Elijah sein wird! Aber die Party findet in Raum 213 statt – und jeder weiß, dass in diesem Raum unheimliche und lebensgefährliche Dinge passieren können. Madison geht das Risiko ein und rutscht schnell von der Party ihres Lebens in einen unfassbaren Albtraum.

Band 1 dieser Reihe konnte mich zwar nicht komplett begeistern, war aber von der Grundidee her immerhin so interessant, dass ich an der Serie drangeblieben bin.
Wenn man den Vorgänger kennt, dann weiß man natürlich bereits, dass mit diesem Raum 213 an der Eerie High School irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Dass es dort zu seltsamen Vorfällen gekommen ist und dass die wildesten Gerüchte kursieren, die man als Schüler dort besser ernst nehmen sollte. Kennt man Band 1 nicht, so ist das aber kein Problem. Man kann problemlos mit diesem Teil in die Reihe einsteigen, denn er gibt einem genau wie Band 1 alles nötige Wissen über Raum 213 dafür an die Hand. Außerdem dreht sich die Geschichte um andere Figuren. So sind auch in dieser Hinsicht keine Vorkenntnisse nötig.
Bereits auf der dritten Seite hält Madison die geheimnisvolle Einladung zur Party in Raum 213 in der Hand, die mit dem Satz “Bewahre Stillschweigen, sonst könnte das deine letzte Party gewesen sein…und sei pünktlich!” endet.  Weil das Verbotene schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt hat, beschließt Madison wider besseren Wissens zur Party zu gehen. Außerdem wird auch ihr großer Schwarm Elijah mit von der Partie sein. Zunächst ist die Geschichte also eine relativ normale Teenie-High-School-Lovestory, was zumindest für mich etwas Klassisches hat. So etwas habe ich früher geliebt und heute versetzt es mich stets um die paar Jahre zurück, was ich wirklich schön finde.
Schon als sich die eingeladenen Kids abends vor der Schule treffen, geschieht Seltsames. Niemand ist da um sie in die Schule zu lassen. Wer hat sie eingeladen? Dann taucht der seltsame Sohn des Hausmeisters auf (den ich schon ganz schön gruselig fand) und lässt sie hinein. Ich weiß noch ganz genau, wie gruselig ich meine alte Grundschule früher fand. Entsprechend gut konnte ich Madisons Angst nachvollziehen als sie durch die dunklen Flure zu Raum 213 gehen. Hier war also schon die erste Gänsehaut fällig.
In Raum 213 angekommen, sieht zunächst alles nach einer ganz normalen Party aus. Musik, Alkohol, Tanzen und Knutschen, besser könnte es nicht sein. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall und plötzlich wollen alle nur noch raus aus Raum 213. Da entfaltet dieser sein unheimliches Eigenleben. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen, die Lichter fallen teilweise aus und die Musik verändert sich. Was wird noch geschehen?
Ich fand das sehr anschaulich und eindringlich beschrieben. So konnte ich mir gut vorstellen, wie es in diesem finsteren Raum mit den zuckenden Lichtern und der psychedelischen Musik sein muss, wenn man nichts mehr richtig sehen und hören kann. Wenn also quasi die wichtigsten Sinne in solch einer Situation ausgeschaltet sind. Ich konnte die Panik der Kids gut nachvollziehen und fand besonders die Erscheinungen gruselig, die sie sehen. Sei es eine Fratze im Fenster oder auch ein Kreuz auf dem Schulhof. Anfangs versuchen sie noch, Ruhe zu bewahren, aber all das sorgt schnell dafür, dass die Stimmung kippt und Panik aufkommt. Zu lesen, wie einige der anfangs so vernünftigen Kids regelrecht den Verstand zu verlieren scheinen, das ist nicht ohne!
Das Geheimnis um Raum 213 wird natürlich auch in diesem Band (noch?) nicht aufgelöst, dafür bekommt man aber eine Antwort auf die Frage, wer hinter der Einladung und dem dramatischen Vorfall steckt. Wer an den Einladungen beteiligt war, hatte ich mir zwar schon gedacht, aber wer das Drama angezettelt hat, das hat mich doch überrascht. Ich fand nur das Motiv etwas schwach, zumal das vorher nicht mal angedeutet wird. Also denke ich wie Madison, dass der Raum selber auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Party so ausgeufert ist.

Band 1 habe ich mir noch eingeteilt um ihn besser genießen zu können. Bei Band 2 ging das nicht und ich habe ihn in einem Rutsch gelesen. Aber ich habe länger dafür gebraucht als es beim ersten Teil sicher gedauert hätte. Denn als die Party ihre verhängnisvolle Wendung nimmt, ist es mit den Dialogen, die sich so leicht lesen lassen, weitestgehend vorbei. Stattdessen wird beschrieben, was vor allem Madison in dem Raum sieht und erlebt, und solche Schilderungen lesen sich naturgemäßig nicht so flott. Sonst bin ich kein Fan davon, aber hier wirkt die Story genau deshalb so gut, weil die Ereignisse in Raum 213 so intensiv beschrieben werden.

Ich weiß immer noch nicht, was es mit der Covergestaltung dieser Reihe auf sich hat. Nach Thriller sieht das auch bei diesem zweiten Band nicht aus. Aber aus den roten Farbklecksen kann man mit etwas Phantasie wenigstens Blutstropfen machen. Enttäuschend fand ich es, dass dieses Mal kein Downloadcode für das eBook beilag.

Fazit: Kurz und knapp: wow! Ein super spannender und gruseliger zweiter Band, der seinem Vorgänger spielend den Rang abläuft. Lediglich am Ende offenbarte sich eine kleine Schwäche, die für mich aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Die Reihe steigert sich, was mich wirklich freut und mir Lust auf Band 3 und 4 macht, die sicher bald gelesen werden.


Titel: Raum 213 (02)) – Arglose Angst
Autor: Amy Crossing
Seiten: 159
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578728
Preis: € 7,95 (Broschiert)

amazonbutton

Raum 213 – Harmlose Hölle (Amy Crossing)

raum213Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben oder hat es nicht über lebt!
Für Liv scheint es gerade nicht schlimmer kommen zu können: Ihr Freund hat auf einer Party eine Andere geküsst vor ihren Augen! und sie wird von dem unheimlichen Ethan verfolgt. Er bedroht sie, macht komische Andeutungen. Liv ist eingeschüchtert, nimmt die Drohungen jedoch erst nicht ernst. Bis sie ein Mädchen in ihrem Garten findet Ethans Ex-Freundin, ermordet!

Ab und zu werde ich nicht wegen eines besonders schönen Covers auf ein Buch aufmerksam, sondern -ganz platt- wegen dem günstigen Preis. So war es bei “Raum 213”. Ein Thriller, der obendrein mysteriös bis gruselig klingt, und dann zu diesem Preis: das konnte ich mir entgegen lassen.
Das Buch beginnt direkt mit einem Blick in Raum 213 und schon zu diesem Zeitpunkt wird ganz klar deutlich, dass in diesem Zimmer etwas Seltsames vor sich geht, das auch eine Spur bedrohlich wirkt.
Dann wechselt die Handlung zu Liv, die auf einer Party gerade die größte Demütigung ihres jungen Lebens erlebt hat, und kurzerhand von dort flüchtet. Das klingt erstmal nach einer ganz normalen Teeniestory mit der dabei üblichen Dramatik. Sowas mag ich aber ganz gerne, von daher ging das für mich in Ordnung. Und außerdem hat Liv auf ihrer Flucht eine sehr seltsame und unheimliche Begegnung.
Wie sich später herausstellt, hat sie Ethan getroffen, der einige Jahre in der Psychiatrie verbracht hat. Da kommen einem natürlich gleich die typischen Bilder dazu in den Kopf. Mir jedenfalls. So ein richtiges Irrenhaus, an Stühle und Betten gefesselte Patienten, die dem Wahnsinn verfallen sind. Sowas eben und ganz nach meinem Geschmack. Da habe ich mir schnell die Frage gestellt, ob man ihm trauen kann, oder ob er es wirklich auf Liv abgesehen hat.
Als Leser erfährt man bald auch, dass mit Ethan die Verbindung zu dem Geschehen in den Kapiteln geschlagen wird, die zwei Jahre früher spielen und sich um Raum 213 drehen. Das ist geschickt gemacht, denn so ist man Liv zumindest einen kleinen Schritt voraus. Allerdings ohne sich jemals ganz im Klaren darüber zu sein, was in diesem Raum vor sich geht. Ich mochte diese Kapitel am liebsten. Einfach weil sie so schaurig und rätselhaft sind.
Die Handlung bei Liv und ihren Freunden ist weniger schaurig, dafür aber spannend. Da ist der seltsame Ethan, bei dem sie nicht weiß, ob ist ihm trauen kann, oder besser Angst vor ihm haben sollte, dann kommt es zu einem grausigen Vorfall in ihrem Garten und auch ihr Ex scheint etwas zu verbergen zu haben. Bei allem stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Zusammenhang. Mir hat besonders gefallen, dass einen die Story schön an der Nase herumführt. Ich war mir mit meinem Verdacht zB schon sicher, da tauchten plötzlich weitere Verdächtige auf, die ich bis dahin gar nicht so auf dem Radar hatte. Speziell bei einem wird man dann so lange in der Gewissheit gehalten, dass er derjenige welche ist, dass ich schon völlig entsetzt war. Und erst im allerletzten Moment heißt es dann quasi “ätsch, reingelegt!” Sowas gefällt mir bei einem Thriller immer gut, denn das bringt Spannung rein.
Eines muss ich aber zugeben, so richtig ausgefeilte Charakter trifft man in diesem ersten Band der Reihe nicht an. Jede Figur hat nur das Nötigste an Charakter mitbekommen, damit man sich zumindest ein Bild machen kann.  Mehr ist es nicht. Das reicht um die Handlung spannend zu finden und auch mal mit Liv zu bangen, aber so richtig mitfiebern konnte ich mit ihr dann doch nicht. Dafür “kannte” ich sie zu wenig, und dann fällt es mir immer schwer, mich in eine Figur hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen. Obendrein habe ich sie ab und zu als ganz schön zickig und bockig empfunden, was nicht gerade Sympathiepunkte einbringt.
Da mochte ich die Nebencharaktere schon lieber: ihren Bruder, ihre beiden besten Freunde und sogar Ethan.
Im nächsten Band spielen ganz andere Figuren mit. Die einzige Verbindung zwischen den Teilen ist wohl der mysteriöse Raum 213.  Deshalb hat es mich nicht wirklich gestört, dass die Charaktere hier nur wenig Tiefe haben. Wenn sie im Verlauf der Reihe sowieso nicht mehr wichtig sind…

173 Seiten sind wahrlich nicht viel für einen Thriller. Aber diese Kürze sorgt mit den entsprechend kurzen Kapiteln natürlich für Tempo. Ich habe mir das Buch bewusst eingeteilt, sonst wäre es an einem Abend ausgelesen gewesen.

Was das Coverdesign mit der Geschichte zu tun hat, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Aber es sieht immerhin hübsch aus. Allerdings nicht sonderlich nach Thriller.

Fazit: Ein schöner Thriller-Happen für zwischendurch. Ich fand die Geschichte ganz spannend und die Kapitel in Raum 213 auch ein wenig schaurig und vor allem rätselhaft. Ich bin gespannt, ob die Reihe das Geheimnis des Raums mal auflösen wird. Bei den Charakteren hapert es dagegen. Eine richtige Beziehung zu Liv konnte ich nicht aufbauen. Es hat aber gereicht um gelegentlich mit ihr zu bangen. Da man sie in der Reihe vermutlich nicht mehr antreffen wird, konnte ich darüber hinwegsehen. Übrigens toll, dass ein Download-Code zum eBook beiliegt. Das finde ich fair und sollte -meiner Meinung nach- allgemein so üblich sein.


Titel: Raum 213 – Harmlose Hölle
Autor: Amy Crossing
Seiten: 173
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578711
Preis: € 7,95 (Broschiert)

amazonbutton

© 2019 Frontier Theme