Arena Verlag

Evolution – Die Stadt der Überlebenden (Thomas Thiemeyer)

Ahnungslos reisen Lucie und Jem mit einer Austauschgruppe in die USA. Doch als ihr Flugzeug am Denver Airport notlandet, wird ihnen schnell klar: Die Welt, wie sie sie kennen, gibt es nicht mehr. Die Flugbahn überwuchert, das Terminal menschenverlassen, lauern überall Gefahren. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben: Wölfe, Bären, Vögel greifen die Jugendlichen immer wieder in großen Schwärmen an. Was ist bloß geschehen? Während ihrer gefahrvollen Reise durch die neue Welt erfahren sie von einem Kometeneinschlag. Und von ein paar letzten Überlebenden in einer verschollenen Stadt. Aber wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat?

Man kann nicht immer nur “Altlasten” aufarbeiten, daher gibt es heute eine Besprechung zu einem Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Es sprach mich in der Buchhandlung mit seinem tollen Cover und dem verheißungsvollen Klappentext sofort an.
Anfangs hatte ich noch ein paar Bedenken, denn man muss binnen kürzester Zeit mit einer ganzen Reihe Figuren klarkommen und sie einordnen. Ich habe damit oft meine Schwierigkeiten und auch hier dachte ich, dass ich all die Figuren kaum jemals auf die Reihe bekommen würde. Letztlich hat das dann aber doch gut geklappt. So richtig lernt man erstmal Jem und Lucie kennen und dann kommen -speziell nach der Bruchlandung- nach und nach auch die übrigen Jugendlichen dazu, sodass ich recht bald wusste, wen ich in den Szenen jeweils “vor mir” hatte. Insgesamt fand ich alle Jugendlichen ganz sympathisch und es hat mir besonders gefallen, wie unterschiedlich sie sind. Damit hat man ein Team mit vielen verschiedenen Fähigkeiten an der Hand, aber natürlich auch mit Konflitpotenzial. Das fand ich ganz authentisch und es trägt so auch zur Spannung bei.
Noch spannender war für mich aber die Frage, was überhaupt passiert ist. Wieso ist das Flugzeug abgestürzt?  Vor allem auch, wo ist es eigentlich abgestürzt? Und später dann -zur kompletten Verwirrung- wann ist es abgestürzt?
Das Wo wird schnell geklärt und unter dem Namen der Stadt kann sich sicher jeder auch etwas vorstellen. Das Erstaunliche ist, wie es dort inzwischen aussieht. Ich habe ja eine arge Schwäche für Geschichten mit einem gewissen Endzeitflair, und das hat auch dieser erste Band klar an sich. Dass die Natur sich solche verwaiste Orte über kurz oder lang zurückholt, ist nur natürlich.Es war schon richtig cool, mit Jem, Lucie und den anderen an solch einem Ort unterwegs zu sein.
Wovon ich dagegen überhaupt kein Fan bin ist, wenn diese Natur zu sehr zum zentralen Thema wird. Soll heißen, ich hätte das Buch sicher irgendwann weggelegt, wenn es nur noch um Tiere, Pflanzen, Dschungel und das Überleben gegangen wäre. Doch so sehr das ganze Setting auch wie aus der Zeit gefallen wirkt, es tauchen immer wieder sehr moderne, meist auch futuristische Elemente auf. Wie zB Hologramme, eine Art Roboter, verschiedene Gerätschaften, und für sowas habe ich halt ein totales Faible! Endlich mal eine endzeitlich anmutende Geschichte, die nicht total altmodisch wirkt! Toll!
Ich konnte das Buch also wirklich sehr lange kaum aus der Hand legen. Die Geschichte war für mich sehr lange sehr spannend: die Abenteuer und die Ereignisse, denen Jem, Lucie und Co. sich stellen müssen, die Gefahr durch gewisse “Lebewesen” und natürlich das Rätsel, was eigentlich überhaupt passiert ist! Gewürzt mit diesen besagten futuristischen Elementen war das einfach total mein Ding!
Und dann kam das, was der Titel eigentlich schon verrät. Ich hätte also zumindst gewarnt sein müssen. War ich aber nicht und deshalb kam die Keule dann auch. Genau mit Kapitel 46. Eine Midgardschlange, ein Meister sowieso, Alrik und Ragnar, gekleidet in Wolfsfellen und alte Legenden. Himmel, bis dahin war doch alles so modern und teilweise wissenschaftlich trotz der Umstände. Kann das denn nicht einmal so bleiben? Was sollte dieser steinzeitliche Einschlag jetzt plötzlich?
Tja, und so haben mir die letzten Kapitel bedeutend weniger Spass gemacht als ihre Vorgänger. Und derbe enttäuscht war ich eben auch. Ich kann sowas Altmodisches, Steinzeitliches schlichtweg nicht ab und finde ich nur langweilig.

Wie schon geschrieben bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Jedenfalls bis Kapitel 46. Das Buch ist einfach toll geschrieben. Einerseits ganz locker weg, aber ohne dass dabei Spannung und Amtosphäre jemals auf der Strecke blieben. Sogar gegruselt habe ich mich ab und zu, was gerade dann toll ist, wenn man abends im Bett liest. Die Kapitel sind weder zu kurz, noch zu lang. Immer wieder wurde ich verleitet ‘eins noch’ zu lesen, woraus dann doch deutlich mehr wurden. Richtig toll!

Das Cover finde ich immer noch genial. Dieses kräftige Grün ist ein echter Blickfang, die stehengelassenen Autos und überwucherten Gebäude verbreiten Endzeitstimmung und das Tier auf der Straße macht ebenso neugierig wie die Jugendlichen im Vordergrund. Der imposante Titelschriftzug tut ein Übriges dazu.

Fazit: 45 von 61 Kapiteln entsprach “Evolution – Die Stadt der Überlebenden” genau meinem Geschmack. Spannend, atmosphärisch, leicht gruselig mit endzeitlichem Einschlag und trotzdem wunderbar modern und futuristisch. Zu 100 Prozent genau mein Ding! Und dann kam leider der große Bruch damit. Alles Moderne, Futuristische, Wissenschaftliche weg, dafür Legenden, Menschen in Fellen, die in einer Art Höhle leben. Na toll! Alles genau so, wie ich es eben gar nicht mag und wovon ich lange dachte, “Evolution” würde damit nicht um die Ecke kommen. Es ist daher fraglich, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Sehr, sehr schade.


Titel: Evolution (01) – Die Stadt der Überlebenden
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 360
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401601670
Preis: € 16,99 (HC)

Engelmord (Bettina Brömme)

engelmordMelina ist auf der Suche nach ihrem Bruder Heiko, seit drei Jahren ist er verschwunden. Auf dem Hof einer religiösen Sekte findet sie ihn wieder, aber er scheint sie nicht mehr zu erkennen. Dann geschieht ein schrecklicher Mord an einer jungen Frau, der Heiko angelastet wird. Denn die Tote war Heikos geheime Freundin – eine verbotene Liebe innerhalb der Sekte. Melina glaubt an die Unschuld ihres Bruders. Doch jemand aus der Gemeinschaft will mit allen Mitteln verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Ich habe noch einige Rezensionen nachzuholen zu Büchern, die ich bereits 2016 gelesen habe. Also fangen wir direkt mit einem davon an. Im Urlaub letztes Jahr haben mich vor allem die Arena Thriller begleitet, von denen ich noch manchen Band ungelesen stehen habe.
“Engelmord” -das kann ich gleich vorab schon sagen- gehört für mich zu den stärkeren Geschichten aus der Reihe, auch wenn ich auch hier mit gewissen Dingen ein paar Schwierigkeiten hatte. Dazu später.
Alleine dass die Story sich hauptsächlich in der Gemeinschaft einer Sekte abspielt, hat mir auf Anhieb gut gefallen. Das ist einfach mal etwas anderes und einem ganz schön fremd. Und das sorgt dann irgendwie auch dafür, dass die Umstände zB eines Mords anders wirken (können).
Zunächst hat man erstmal genug Gelegenheit, sich mit Melina in der Gemeinschaft ein- und zurechtzufinden. Und schon das Leben und die Lebensweise und Lebensumstände der Gemeinschaft wirken  eher befremdlich. Natürlich, vieles klingt einladend und irgendwie konnte ich ein kleines Stück weit nachvollziehen, was die Menschen dort daran begeistert, doch in erster Linie fand ich es einfach nur schrecklich. Ich habe Melina ehrlich dafür bewundert, wie sie die Sache meistert und damit umgeht. Denn schnell stellt sich heraus, dass diese vemeintlich so ehrenhafte Gemeinschaft allgegenwärtig ist, dass man ihr nicht entkommen kann und dass sie zur Verwirklichung ihres Lebenstraums über Leichen gehen. Zunächst im übetragenen Sinne, später dann auch im buchstäblichen Sinne.
Natürlich eckt Melina häufig an in der Gruppe, was Strafen nach sich zieht. Das sorgt ebenso für Spannung wie auch die Suche nach ihrem Bruder selber und dem Schrecken als sie ihn dann findet. Und natürlich die Frage, ob der Mord tatsächlich auf sein Konto geht.
Die Lage für Meline in der Sekte spitzt sich schnell zu und man hat häufig Gelegenheit, Angst um sie zu haben und an den Fingernägeln zu knabbern, wenn sie eine neuerliche Aktion startet um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, das die Gemeinschaft umgibt. Außerdem habe ich die ganze Zeit gehofft, dass die Mitglieder sie nicht doch auf ihre Seite ziehen.
Das Finale präsentiert sich erstmal höchst dramatisch mit einem Feuer und wartet anschließend mit so mancher Überraschung auf. Einige davon haben mich ehrlich schockiert, weil ich das im Vorfeld nicht habe kommen sehen. Einige waren weniger überraschend, haben mich aber trotzdem wirklich ärgerlich gemacht. So eine heuchlerische Bande aber auch!
Bis hierher klingt das alles ja wirklich prima. Aber eingangs habe ich ja bereits gechrieben, dass ich auch gewisse Probleme mit der Geschichte hatte. Ich konnte nämlich beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie sich jemand freiwillig in die Fänge einer Sekte begeben kann. Allgemein nicht, was vermutlich daran liegt, dass mir dieser Grad an Verzweiflung völlig fremd ist (zum Glück!), den es dafür braucht.
Im Falle von Melina aber auch deshalb nicht, weil ihr doch schon nach kurzer Zeit dort klar sein muss, wie man sie dort behandelt, wie man Menschen allgemein dort behandelt. Und dass ihr Bruder sich längst so weit von ihr entfernt hat wie es nur geht! Alleine um ihr eigenes Wohl, hätte ich ihr manches Mal gerne zugerufen, sie solle Bruder Bruder sein lassen und sich dort vom Acker machen. Schließlich ist sie mutig und clever und steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Wie kann so jemand widerum gleichzeitig so dumm sein? Nein, das habe ich nicht verstanden. Und so habe ich mir innerlich alle naselang an die Stirn getippt und mich irgendwie auch geärgert.

Lesen ließ sich “Engelmord” jedenfalls wie nichts. Melina erzählt sehr lebendig, locker und mit einem Funken bösen, teilweise ein wenig bitteren Humor. Die Kapitel sind teilweise etwas länger, was aber gleichzeitig bedeutet, dass man mit jedem Kapitel auch ein gutes Stück in der Geschichte vorankommt.

Für mich passen weiße Cover ja nicht so wirklich zu einem Thriller. Aber dieses Motiv an sich mag ich schon mit dem Flügelanhänger und dem Hintergrund, der einen gefiederten Engelsflügel zeigt. Trotzdem, etwas düsterer hätte es für mich gern sein dürfen.

Fazit:  Ich konnte die ganze Zeit nicht nachvollziehen, wie man sich freiwillig in eine Sekte begibt. Und wie man all das auf sich nimmt für jemanden, der an einem gar kein Interesse mehr zeigt. Da habe ich mich schon manches Mal geärgert. Allerdings fand ich die Geschichte auch sehr spannend und teilweise wirklich schockierend. Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, sich solch ein Leben anzutun und sich davon obendrein noch eine Verbesserung seiner Situation zu versprechen? Schlimm, wenn man sich vorstellt, dass es so etwas tatsächlich gibt. Somit kann ich “Engelmord” trotz meines durchgängig leichten Ärgers wirklich empfehlen.


Titel: Engelmord
Autor: Bettina Brömme
Seiten: 280
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401069180
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Rosengift (Susanne Mischke)

rosengiftAnfangs fühlt Matilda sich von Patricks kleinen Aufmerksamkeiten – Briefen, SMS, einer roten Rose vor der Haustür – geschmeichelt. Doch dann kommt es zu einem verhängnisvollen Kuss und die „Liebesbeweise“ nehmen eine völlig neue, beunruhigende Form an. Irgendjemand scheint Matilda offensichtlich bis aufs Blut zu hassen. Und sie zweifelt mehr und mehr daran, dass es wirklich Patrick ist.

In letzter Zeit habe ich wieder einige Arena Thriller gelesen, weil davon mehrere ungelesen im Regal stehen. Im echten Regal genauso wie im virtuellen auf dem Kindle.
“Rosengift” gehört dabei zu den Arena Thrillern, die mich lange nicht von sich überzeugen konnten.
Das lag anfangs vor allem daran, dass ich mit Matilda einfach nicht warm wurde. Ich kann das noch nicht mal richtig begründen. Jedenfalls nicht, ohne dass es irgendwie oberflächlich klingen würde. Schon alleine wie sie vom Aussehen her beschrieben wird, sagte mir nicht so recht zu. Mit ihrem Faible für Geige konnte ich -unmusikalisch wie ich bin- auch nichts anfangen. Ihr Name wirkte altmodisch auf mich, obwohl ich weiß (und es auch gut finde), dass solche Namen gerade ein Comeback feiern. Aber alles in allem sorgte eben dafür, dass ich mich mit Matilda nicht so richtig anfreunden konnte. Ihre selbstbewusste Art dagegen mochte ich wirklich, aber das alleine reichte eben nicht.
Ich habe auch nicht verstanden, wieso sie sich über die ersten Vorkommnisse so aufregt. Klar, nerven würde mich so etwas auch. Vor allem bei jemandem, dessen Gefühle ich nicht erwidere. Aber ihre Reaktionen habe ich teilweise als zu heftig empfunden. Und ich habe nicht verstanden, wieso sich dieses sonst so abgeklärte Mädchen nicht aufrafft und Patrick ein für allemal klipp und klar sagt, dass ihrerseits nichts zwischen ihnen läuft.
Natürlich habe ich von Anfang an geknobelt, wer noch hinter den Vorfällen stecken könnte, wenn es nicht Patrick ist. Dass er es nicht ist, erschien mir nämlich ziemlich schnell ziemlich klar. Doch dann gab es widerum Ereignisse, bei dem er mir als erstes als Verdächtiger einfiel. Es war also ein schönes krimimäßiges Rätselraten, dass Spass gemacht hat. Andere Verdächtige gibt es genügend, da hat man so einiges zu tun und zu knobeln.
So richtig hatte mich die Geschichte aber erst am Haken, als die Vorfälle drastischer wurden. Von da an, gefiel mir die Story wirklich richtig gut. Ich mag es einfach, wenn es mehr und grausiger zur Sache geht in einem Krimi / Thriller. So konnte ich das Buch irgendwann eben doch nicht mehr aus der Hand legen. Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr gerechnet.
Die Auflösung gefiel mir dann auch wirklich gut. In einem Punkt, hinsichtlich einer Person, wurde mein Verdacht bestätigt. Der andere war eine Überraschung. Und die Gründe für die Taten kamen nicht Nullachtfünfzehn daher, sondern einfallsreich.
Das Ende selber hat mir ebenfalls gefallen, weil es eben nicht rosarot ausfällt, sondern mit den Ecken und Kanten, die man nach dem Geschehen auch erwartet.
Selbstverständlich gehört bei einem Arena Thriller immer auch eine kleine Lovestory mit dazu. Diese hier ist erfreulich unkitschig. Etwas anderes hätte ich einem Mädchen wie Matilda auch nicht abgenommen. Von daher ist auch in dieser Hinsicht alles in trockenen Tüchern.

Matilda hatte für mich neben ihrer manchmal seltsamen Art auch eine relativ anstrengende Art zu erzählen. Das hätte ich mir jugendlicher gewünscht. So hat die Geschichte sich für mich lange Zeit erstaunlich schwer gelesen. Das lag aber auch daran , dass sie zahlreiche beschreibende und erklärende Passagen hat. Ich mag Dialoge lieber, in denen sowas verpackt ist. Das liest sich dann auch lockerer.

Selbstverständlich ist auf dem Cover eine Rose zu sehen, wenn diese Blume schon im Titel vorkommt. Ein Trauerflor ist ebenfalls zu sehen, der aber erst seinen Bezug zur Geschichte zeigt, wenn man sie gelesen hat. Somit ist die Kombination gut gelungen. Nur mag ich helle Hintergründe für Krimis / Thriller nicht so gerne.

Fazit: Mir hat ausgerechnet die Hauptfigur lange Schwierigkeiten mit dieser Geschichte beschert. Das ist natürlich sehr unglücklich. Doch irgendwann als die Übergriffe drastischer wurden, packte mich die Geschichte dennoch. Nichtsdetotrotz hat man hier massig Gelegenheit mitzuknobeln und das ist widerum ein dicker Pluspunkt. Trotzdem hatte ich mir von einem Thriller von Susanne Mischke irgendwie mehr versprochen.


Titel: Rosengift
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 288
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401066011
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Höllenflirt (Beatrix Gurian)

hoellenflirtklToni ist unsterblich verliebt. Noch nie hat sie einen Menschen getroffen, der sie so fasziniert. Für Valle würde sie einfach alles tun, und das will sie ihm auch beweisen. Die kleine Mutprobe gerät jedoch außer Kontrolle und Toni gelangt an ihre Grenzen. Noch weiß sie nicht, dass dies erst der Anfang ist. Denn Valles Vergangenheit birgt ein düsteres Geheimnis, das nicht nur Tonis Leben in Gefahr bringt.

Der Start mit diesem Arena Thriller war nicht so ganz leicht. Alleine schon deshalb, weil Toni sich anfangs absolut unnötig in eine gefährliche Situation bringt. Da habe ich mich ehrlich gefragt, wie man so dumm sein kann. Dumme Charaktere liegen mir nicht. Und warum tut Toni etwas so Leichtsinniges? Natürlich wegen einem Typen. Wegen Valle, genauer gesagt. Ein Typ, der solche Dinge von seiner Freundin verlangt, steht in meiner Achtung auch noch gerade weit oben. Außerdem hat Valle ein paar Ansichten und Eigenarten, bei denen sich mir alles sträubte. Mir leuchtete absolut nicht ein, was Toni an ihm findet. Sie entpuppt sich glücklicherweise schnell als doch ganz clever und eigentlich auch ganz vernünftig. Nämlich genau zu dem Zeitpunkt als die kleine Mutprobe außer Kontrolle gerät und ungeahnte Folgen nach sich zieht. Da konnte ich mich dann endlich mit ihr anfreunden.
Außerdem fand ich die Geschichte von da an auch wirklich spannend. Denn die Mutprobe hat Folgen, bei denen es nicht nur für Toni um Leben und Tod geht. Ich habe so sehr gegrübelt, wer hinter dem ganzen Geschehen steckt. Denn auch Valle steht plötzlich in ganz anderem Licht da als noch am Anfang, wo ich ihn wenig mochte. Inwieweit hängt er in der Sache mit drin? Und was ist mit Tonis Ex und ihrer Schwester Kati? Oder mit dem Kerl, der Toni bei der Mutprobe erwischt hat? Oder dessen Freundin? Ich hatte alle abwechselnd im Verdacht und habe mich erst spät festgelegt. Dafür lag ich mit meiner Vermutung dann aber richtig.
Das Ende fand ich dann nochmal besonders spannend. Da wächst Toni förmlich über sich hinaus und das habe ich sehr bewundert. Außerdem gibt es auch noch eine Überraschung was Valle anbetrifft, die ich -kaum aus dem ersten Horror heraus- nicht noch kommen gesehen hatte.
Von dem Thema, um das sich hier alles dreht, habe ich -zum Glück!- keine Ahnung. Deshalb musste ich alles glauben, was mir hier erzählt wurde. Ob das so stimmt und ob es in solchen Gruppen tatsächlich so zugeht, weiß ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass Beatrix Gurian gut für ihren Thriller recherchiert hat. Daher glaube ich es. Für mich jeder, der sich auf solche Leute einlässt (und auch diese Leute selber) ganz gewaltig einen an der Murmel. Basta!

Anfangs las sich “Höllenflirt” für mich ziemlich anstrengend. Einfach, weil ich weder mit Toni, noch mit Valle zurechtkam. Erst als mir Toni sympathischer wurde, kam ich zügiger voran, denn von da an konnte ich mit ihr fiebern, bangen und hoffen. Das reißt mich leichter mit. Die Zeitsprünge vom Heute in die Vergangenheit haben da auch gut mitgeholfen. So etwas bringt Abwechslung rein.

Das Cover ist für mich ein typisches Arena Thriller Cover. Auf denen sind ja immer gerne mal Blumen zu sehen. Düster wirkt es aber trotzdem.

Fazit:  Der Anfang mit “Höllenflirt” war schwierig, weil ich mich weder mit Toni, noch mit Valle anfreunden konnte. Später wurde mir Toni dann aber zum Glück richtig sympathisch und schon fand ich die Geschichte auch viel spannender. Ich habe gegrübelt, mir Theorien überlegt und alle naselang jemand anderen verdächtigt. Das hat Spass gemacht. Und deshalb zählt “Höllenflirt” trotz des heiklen Anfangs für mich zu den besten Arena Thrillern.


Titel: Höllenflirt
Autor: Beatrix Gurian
Seiten: 248
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401063867
Preis: € 8,95 (Broschiert)

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Gefährliche Gefühle – Zu schön zum Sterben (Hanna Dietz)

gefaehrlichegefuehleNeue Liebe (streng geheim!), neuer Zickenstreit (blöde Silvy!) und auch sonst nur Stress. Dabei wollte Natascha ab sofort das Leben genießen. Doch erst taucht Enzos Ex-Freundin auf und will ihn zurückhaben, dann muss sie ihrem Bruder aus der Patsche helfen. Denn der hat sich mit gefährlichen Leuten eingelassen und sehr bald merkt Natascha, dass die Sache selbst für sie eine Nummer zu groß ist.

Wie man hier nachlesen kann, war ich bereits von Nataschas erstem Fall sehr angetan! Da war es nur logisch, dass ich auch Teil 2 lesen würde, und einmal mehr bin ich begeistert.
Natascha ist für mich der Beweis, dass ein Mädel ruhig hübsch sein und sich sehr für Klamotten, Aussehen und Typen interessieren, aber dennoch etwas auf dem Kasten haben kann! Das hat mir hier wieder sehr gut gefallen. Ich mag ihre direkte und selbstbewusste Art, dass sie sich von niemandem so leicht ins Bockshorn jagen oder etwas vorschreiben lässt, und ihr Sinn für Humor ist genau meine Wellenlänge.
Aber auch ihr neuer Fall konnte mich überzeugen und begeistern. Er setzt nahezu unmittelbar an den vorigen Band an. Nataschas Bruder ist nach langem Verschwundensein plötzlich wieder in der Stadt, zeigt sich aber zunächst nur Natascha und steckt anscheinend in großen Schwierigkeiten. Darüber soll Natascha den Eltern gegenüber natürlich den Mund halten. Das tut sie auch und als gute Schwester macht sie sich übendrein noch umgehend daran herauszufinden, in welche Misere ihre Bruder sich hineinmanövriert hat. Dabei kommt sie einer großen und gefährlichen Sache auf die Spur. Wie es aussieht, hat ihr Bruder sich mit der Russenmafia angelegt! Mir klang das zwar lange viel zu abwegig, aber so richtig sicher, ob es nicht doch stimmt, kann man widerum auch nicht sein. Und dass Natascha sich in Gefahr begibt, das steht nun wirklich außer Frage. Es ist also für Spannung gesorgt. Ich fand sogar, dieser zweite Band legt noch ein Schippchen Krimi nach im Vergleich zu Band 1.
Selbstverständlich ermittelt Natascha auf ihre ganz eigene Art. Immer drauflos (meist ohne vorher viel darüber nachzudenken), mit oft sonderbaren Methoden (was habe ich über ihre Darbietung als falsche Türkin gelacht), mit stoischer Ruhe dem von ihr genervten Kommissar gegenüber (die Wortgefechte sind herrlich!), aber eben auch mit viel Mut, der über kurz oder lang meist belohnt wird. Langeweile hat bei den Natascha-Krimis absolut keine Chance!
Neben ihrem neuen Fall hat Natascha auch privat mit einigen Problemen zu kämpfen. Da wäre ihre Beziehung zu ihrem Bodyguard Enzo, die auf keinen Fall publik werden darf, weil Enzo sonst gefeuert würde. Leider nimmt er es für Nataschas Geschmack mit der Vorsicht oft viel zu genau! Und dann sind da auch noch die Zicken aus ihrer Klasse. Allen Voran ihre Ex-Beste-Freundin Silvy, der jede Gelegenheit recht ist um Natascha an die Karre zu fahren. Und zuletzt noch Nataschas ehemalig bester Kumpel Justus, der sich mehr von ihnen versprochen hatte und dem nun Enzo quasi vor der Nase herumtanzt. Das klingt jetzt womöglich doch nach Teenie-Lovestory mit allem Drum und Dran, aber das stimmt so nicht! Hanna Dietz ist es prima gelungen, auch diese Themen zumindest in der einen oder anderen Hinsicht mit Nataschas Fall zu verknüpfen.

Mit stolzen 376 Seiten ist das Buch alles andere als schlank. Am Anfang habe ich genau wie beim Vorgänger noch gedacht, dass es etwas dauern würde ehe ich es ausgelesen haben würde. Doch schon am ersten Abend hatte ich es zur Hälfte durch. Natascha erzählt so jugendlich locker und frisch, humorvoll und mit ganz viel Schwung, das reißt einen einfach mit.

Der Stil des Covers vom ersten Band wurde beibehalten. Lediglich die Farben sind geändert worde. Mir gefallen die Punkte mit Nataschas Silhouette immer noch richtig gut. Erinnert glatt ein wenig an James Bond. Nur eben in weiblich 😉

Fazit:  Ein rundum gelungener zweiter Band dieser Reihe, der mit einem spannenden Fall und viel typischem Natascha-Humor punkten kann. Ich bin schon auf Band 3 gespannt!


Titel: Gefährliche Gefühle – Zu schön zum Sterben
Autor: Hanna Dietz
Seiten: 376
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068305
Preis: € 12,99 (Broschiert)

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