Audionarchie

ContaminationZ (05) -Exitus

Titel: ContaminationZ (05) -Exitus / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit:  ca. 69 min / Sprecher: Nientje Schwabe, Helmut Krauss, Charlotte Uhlig ua

Inhalt: Jan und Fee werden gejagt, ohne zu wissen, warum. Wem können sie überhaupt noch trauen? Unterdessen ist Lukas gezwungen, eine schicksalshafte Entscheidung zu treffen, die ihn und seine Familie in höchste Gefahr bringen kann. Als schließlich die schreckliche Wahrheit ans Licht kommt, bricht zwischen den Überlebenden ein letzter Kampf um Leben und Tod aus.


Da ist es also, das Finale der Miniserie und ich empfehle wirklich, speziell die Folgen 4 und 5 direkt nacheinandern anzuhören, denn die 5 schließt exakt dort an, wo die 4 geendet hat. So bleibt man so richtig drin im dramatischen Geschehen um Keller und Nastja. Für die beiden wird es hier wirklich sehr brenzlig und es gibt mehrere Situationen, wo man denkt, dass es nun aus mit einem von ihnen ist. Das hält natürlich die Spannung hoch.
Bei Jan und Fee im Dorf geht es dagegen eine Spur ruhiger zu, doch dass auch hier irgendwo eine Bedrohung lauert, ist durchaus zu spüren. Allerdings lässt einen die Story in dieser Hinsicht noch eine ganze Weile rätseln und im Dunkeln tappen. Einzelne Zusammenhänge tun sich zwar hier und da auf, aber für ein komplettes Bild reicht es zunächst nicht. Und vor allem: in welcher Beziehung stehen die Dörfler zu der Bande, die Keller und Nastja gefangen hält?
Ich muss gestehen, mich hat es nicht vom Hocker gehauen als endlich herauskommt, was da zwischen den beiden Parteien über 19 Jahre hinweg gelaufen ist. Da hatte ich mir schon einen größeren Knalleffekt erhofft. Sicher, es ist schrecklich. Aber ob das bei Menschen, die trotz (und auch dank) dieser Vorkommnisse fast zwanzig Jahre unbehelligt gelebt haben, plötzlich das Gewissen weckt, da habe ich doch meine Zweifel dran. Dass es Jan, Fee, Keller und Nastja schockiert, das sehe ich ein. Aber die Dörfler?
Hier sind sie es aber, jedenfalls die meisten und so kommt schon unter den Dorfbewohnern Unruhe auf. Doch dann sind da halt auch noch Rabes Leute, die plötzlich im Dorf einfallen und neue Ansprüche anmelden. Wie wir wissen, fackeln Rabe und Co. nicht lange und so kommt es zu finalen Kampf zwischen ihnen und den Leuten aus dem Dorf. Dabei geht es nochmal so richtig rund und es ist einfach unmöglich, die Folge nicht in einem Rutsch durchzuhören.
Ich hatte ja im Artikel zu Folge 4 geschrieben, dass ich mir ein echtes Ende so bald gar nicht vorstellen kann. Und für mich hat Folge 5 zwar einen Schluss, aber eben kein echtes Ende. Da könnte glatt noch etwas nachkommen. Und somit ist der Gesamteindruck der Reihe für mich noch nicht wirklich rund.

Bernhard Selker ist als Bürgermeister des Dorfs zu hören und man nimmt ihm dessen Gefühlslagen leicht ab. Ganz gleich, ob er Angst hat, verzweifelt ist oder auch quasi um Verständnis bettelt. Bei allem, was Meinert seinen Leuten angetan hat, so ist er mir durch Bernhard Selkers tiefer und warmer Stimme nie wirklich unsympathisch gewesen. Sabine Kuse ist natürlich wieder als Rabe mit dabei und einmal mehr hat sie mich mit energischem und bemerkenswert boshaften Ton beeindrucken können.

In dieser Folge ist einfach immer etwas los, sie hat Tempo und das hört man auch den eingesetzten Musikstücken an. Die passen sich dieser Gangart gut an. Zu ruhigeren Szenen kehren sie dann wieder zu leiseren Tönen zurück um der Atmosphäre den letzten Schliff zu verleihen.

Das Covermotiv gibt mir dieses Mal ein paar Rätsel auf. Um irgendetwas Giftiges ging es in der Reihe nie. Und dass die Veränderung zu Kadavern etwas mit dem Erbgut zu tun hat oder haben könnte, kam auch nie zur Sprache. Aber vielleicht soll das Warnsymbol eben nur für das Tödliche stehen, das die Menschen in der Serie bedroht.

Fazit: Die letzte Folge der Miniserie rast nur so dahin, ständig ist etwas los, liebgewonnene Figuren geraten von einer Gefahr in die nächste, man kommt kaum zum Durchatmen. Der letzte Kampf ist in Sachen Dramatik quasi das Tüpfelchen auf dem i. Dennoch, so einen Schreck hat mir des Rätsels Lösung um Rabe und die Dörfler nicht eingejagt. Da hatte ich mehr erwartet. So ehrenhaft es von den Dorfbewohnern auch ist. Und ein echtes Ende gibt es auch nicht. Die Reihe könnte durchaus noch weitergehen. Somit ist mein Bild der Reihe nicht so ganz rund.

ContamiNationZ (04) – Der Plan

Titel: ContamiNationZ (04) – Der Plan / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Elga Schütz, Sabine Kuse, Horst Kurth, Carla Becker ua

Inhalt: Auf ihrer Flucht nach Helgoland werden Jan und seine Gruppe von Freunden brutal angegriffen und voneinander getrennt. Mit letzter Kraft können sich Jan und Fee in ein Dorf von Überlebenden retten. Sie erhoffen sich von den Bewohnern Hilfe für ihre Freunde. Doch es könnte bereits zu spät für sie sein.


Dies ist bereits der vorletzte Teil der Miniserie, was ich eigentlich kaum glauben kann. Kurz vor dem Ende einer Handlung sollte man doch zumindest ansatzweise eine oder mehrere Vorstellungen davon haben, wie sie enden könnte. Doch in dieser vorletzten Episode ist so viel los und es wird so viel Neues eingebracht, dass ich mir bislang noch kein Finale irgendeiner Art vorstellen kann. Jedenfalls nicht so bald.
Hier ist es nun so, dass die kleine Gruppe auf dem Weg nach Helgoland angegriffen und getrennt wird. Fee und Jan erreichen ein Dorf Überlebender und gemeinsam mit ihnen schöpft man natürlich sofort wieder Hoffnung. Ich konnte Jans und Fees Zweifel an diesen Leuten zunächst gar nicht verstehen, so langsam und unauffällig schleicht sich hier die nächste Katastrophe ein. Und als sie sich dann zeigt, packt einen das Schaudern.
Denn mit der Schattenseite des Dorfes haben gleichzeitig Nastja, Keller und Kathrin zu kämpfen. Und auf dieser Schattenseite geht es wahrlich heftig zu. Da habe ich nicht schlecht gestaunt und mich gefragt, ob solch eine Situation tatsächlich so etwas aus Menschen machen kann. Womöglich, auch wenn es kaum vorstellbar ist angesichts solcher Grausamkeiten. Hier gibt es Szenen, da krümmt man sich beim Hören und das Ende ausgerechnet an der Stelle habe ich der Folge arg übel genommen. Wo ich doch Keller so gerne mag!
Die Zusammenhänge zwischen den beiden Schauplätzen deuten sich hier erst an und ich schätze, dass man in der Hinsicht im fünften Teil nochmal so richtig sein sprichwörtliches Blaues Wunder erleben wird.

Durch die Gruppe von Angreifern und die Bewohner des Dorfes ist die Sprecherliste dieses Mal deutlich länger als bei den vorigen Folgen. Und bei Jan und seinen Leuten ist ja auch noch Kahtrin mit dabei, deren Verzweiflung und Angst Cornelia Diesing-Vonau so intensiv rüberbringt, dass Kathrin einem einfach nur super leid tut. Sabine Kuse ist als Anführerin der Truppe zu hören, die Nastja, Fee und Kathrin gefangen genommen haben und trifft dür diesen Part genau den richtigen harten und kalten Ton. Und immer wenn ich Helmut Krauss als Tobias gehört habe, wollte ich einfach nicht glauben, dass das Dorf es nicht gut mit Fee und Jan meint. Seine Stimme vermittelt einfach nichts Böses und ich bin sehr gespannt, wie das mit den seltsamen Vorkommnissen im Dorf in Zusammenhang stehen wird.

Bislang ging es was Musik anbetrifft ja eher zurückhaltend zu, laute Klänge fand man nicht so oft. Das ist hier ein wenig anders. Neben den düsteren, eher leisen Stücken sind speziell beim Geschehen um Nastja, Keller und Kathrin auch mal lautere, drängendere Klänge, zu hören, was der Dramatik an diesen Stellen sehr gut tut, sodass man einfach nicht von der Geschichte wegkommt.

Bei dieser Folge ist der Schädel eines Kadavers vor dem blutroten Hintergrund zu sehen. Für mich zum ersten Mal ein wirklich klares und deutliches Bild von solch einer Kreatur. Die Motive der vorigen Folgen ließen ja doch noch etwas Raum für Phantasie. Jedenfalls ein wirklich schönes, schauriges Motiv.

Fazit:  Soviel wie diese vorletzte Folge noch aufbietet, fehlt mir noch jede Vorstellung, wie die Handlung in der nächsten Episode zu einem Ende finden soll. Durch die Trennung der Freunde bekommt man Spannung gleich aus zwei Richtungen geboten, gespickt mit wahrlich grausigen Szenen. Ich bin so neugierig auf den fünten Teil!

ContamiNationZ (02) – Gejagt

Titel: ContamiNationZ (02) – Gejagt / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Katja König, Nientje Schwabe, Horst Kurth, René Dawn-Claude ua

Inhalt: Das Dorf der Überlebenden war gefallen. Gnadenlos gejagt, hetzen Anna und Jan durch den Wald, das Grauen an ihre Fersen geheftet. Verzweifelt muss Jan mit ansehen, wie seine infizierte Freundin immer schwächer wird. Als seine Hoffnung auf Rettung vergebens scheint, stellt sich unerwartet Hilfe ein. Doch kann er den Fremden trauen? Der Wettlauf mit dem Tod hat begonnen. Die Welt der Lebenden war vergangen. Die Toten hatten sich erhoben und sie in den Abgrund gestürzt. Die wenigen Überlebenden müssen sich nun dem Grauen stellen.


Mit Folge 2 begleiten wir Jan und Anna weiter auf ihrer Flucht vor den Untoten. Genau daraus zieht dieser Teil in der ersten Hälfte seine Spannung. Werden sie es in Sicherheit schaffen? Wird Anna den verhängnisvollen Biss überleben? Speziell mit Letzterem hat mich die Geschichte gut bei Laune gehalten. Jan und vor allem Anna taten mir schon sehr leid und ich habe -trotz eines leisen, aber ehrlichen Stimmchens im Hinterkopf- so sehr für sie gehofft.
In der zweiten Hälfte kommen noch neue Bekanntschaften hinzu, die die beiden unerwartet machen als sie sich gegen eine Schar Untoter verteidigen müssen. So ehrlich die drei Fremden auch wirken, so ganz sicher war ich mir da erstmal nicht. Das soll auch so sein, dass man zweifelt! Man kann in der Welt von Jan und Anna schließlich nicht jedem sofort trauen. Und das sorgt natürlich auch nochmal für zusätzliche Spannung.
Ich haber sehr gehofft, dass man den Dreien trauen kann, denn sie machen den Eindruck als würden sie sich deutlich besser in der neuen Welt und mit den Kadavern auskennen, und Jan und Anna machen klar den Eindruck als könnten sie kundige Hilfe brauchen.

Mit drei neuen Figuren sind natürlich auch neue Sprecher mit dabei. Nientje Schwabe vermittelt einem auf Anhieb den Eindruck einer Anführerin mit ihrer tiefen, markanten Stimme und dem energischen Ton. Charlotte Uhlig konnte mich dagegen noch nicht so recht von sich überzeugen. Ein bisschen mehr Betonung hier und da würde nicht schaden. Mein Favorit ist der einzige Mann in dem Trio, Keller. Gesprochen wird er von Horst Kurth, der ihn zwar verwegen und raubeinig, aber auch sehr sympathisch klingen lässt. Irgendwie mag ich Keller dank ihm total gerne. Katja König liefert einen erstklassigen Job ab. Man hört zu jeder Sekunde heraus, wie sehr Anna leidet und sich quält. Da krümmt man sich alleine schon beim Zuhören.

Wie schon in Teil 1 kommt die Musik auch hier nicht mit lauten Klängen und aufschreckenden Einsätzen daher. Nachwievor ist das für mich so genau richtig, weil so nichts vom Schicksal der Figuren ablenkt, aber hintergründig eben doch für die nötige Atmosphäre gesorgt wird. Auch die Geräuschkulisse ist nicht allzu üppig, dafür gehen aber so zB das Gestöhne und die Beißgeräusche der Untoten nicht unter. Und ein plötzlicher Gewehrschuss hat so auch ganz besonders seine Wirkung. Solche Akzente sind manchmal mehr wert als eine allgegenwärtige Geräuschkulisse.

Hier sind die Zombies auf dem Cover schon deutlicher zu erkennen als noch bei Folge 1. Mit den Bäumen wird man auch der Lanschaft gerecht, in der Jan und Co. unterwegs sind. Und das Blutrot passt natürlich sowieso zum Geschehen.

Fazit: Für mich eine in Sachen Spannung zweigeteilte Folge. Den ersten Teil um Anna fand ich noch eine Ecke spannender als den um Jans neue Bekannte. Einfach weil ich mir so gewünscht habe, dass sie es gut mit Jan und Anna meinen. Die Drei dürften auch so eine Art Auftakt für den weiteren Verlauf der Reihe sein und ich bin schon mächtig gespannt auf die Abenteuer mit ihnen.

ContamiNationZ (01) – Totenland

Titel: ContaminationZ (01) – Totenland / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Katja König, Elga Schütz, René Dawn-Claude, Karen Schulz-Vobach ua

Inhalt: Viele Jahre ist es bereits her, seit die Toten sich erhoben und die Welt in den Abgrund stürzten. Tief in den Wäldern des Harz versteckt, leben die letzten Menschen der Erde. Einige von ihnen haben die lebenden Kadaver nie selbst zu Gesicht bekommen. Als eines Tages ein Fremder erscheint, bringt er nicht nur neue Hoffnung mit sich…sondern auch das Grauen. Denn ein Heer von Untoten ist ihm auf den Fersen. Die Welt der Lebenden war vergangen. Die Toten hatten sich erhoben und sie in den Abgrund gestürzt. Die wenigen Überlebenden müssen sich nun dem Grauen stellen.


Vor über 6 Jahren ging hier schon einmal eine Besprechung zu dieser Geschichte online. Damals nannte die Reihe sich noch “Terra Mortis” und erschien bei Pandora’s Play. Nun erlebt sie ihr Comeback bei den Kollegen von Contendo Media und soll dort bald auch mit allen fünf Teilen vertreten sein.
Ich kann mich an “Terra Mortis” nicht mehr so richtig erinnern. Natürlich, ich weiß noch, um was es ging, aber mehr auch nicht. Da bin ich ganz ehrlich und desahalb wird es hier auch keinen Vergleich geben. Ich fange mit der Story nochmal ganz von vorne an. Da ich ein Fan von Zombiegeschichten bin, fällt mir das ganz leicht.
In dieser ersten Folge lernt man Jan und die Leute kennen, die sich vor den Untoten in einem gut gesicherten Dorf im Harz in Sicherheit gebracht haben. Es ist zwar allgegenwärtig, dass die Gefahr mit Zäunen und Wachdienst nie ganz gebannt sein wird, aber man spürt auch die Hoffnung der Menschen, die sich so sehr anstrengen, ein zufriedenes und sicheres Leben zu führen. Dabei erfährt man auch, wie die Katastrophe ihren Anfang nahm, wobei da noch so einiges im Dunklen bleibt. Das ist für den Anfang so auch völlig in Ordnung, das hält die Spannung hoch.
Als ein Fremder ins Dorf kommt und von einer Insel erzählt, auf der er und seine Leute sicher leben, ist bei Jan die Neugier geweckt. Er träumt ohnehin davon, die Welt zu sehen, andere Menschen zu finden, was ich in seiner Situation nur zu gut verstehen konnte. Doch der Fremde sorgt nicht nur für Trubel in Jans Seelenleben, sondern auch im ganzen Dorf. Denn ihm hängt eine Horder Untoter an den Hacken.
Und so kommt es zu einem rasanten und dramatischen Finale, an dessen Ende wortwörtlich fast alles in Jans Leben in Schwerben liegt.

Das Hörspiel ist sehr erzählerlastig, das muss man einfach sagen und damit muss man zurechtkommen. Mir ist das allemal lieber, als irgendwann plötzlich nicht mehr zu wissen, wo und bei wem man ist. Elga Schütz gefällt mir auch wirklich gut mit ihrer tiefen Stimme und dem ruhigen Erzählton, in dem immer etwas mitschwingt, das einem verdeutlicht, in welch bedrohlicher Situation die Figuren sich befinden. Sie versteht es aber auch, Jans Gefühle passend zu beschreiben. Katja König ist als Jans Freundin Anna zu hören und wechselt mit Leichtigkeit zwischen ernsten Tönen und mädchenhafter Flirterei. Andreas Bötel habe ich den schwer verletzten Gero auf Anhieb abgenommen. Gleichzeitig ist es ihm gelungen, dass ich nie wusste, ob man ihm wirklich trauen kann.

Musik und Geräusche halten sich bedeckt. Da kann man jetzt natürlich sagen, dass eine solche Story schon eine bombastische Untermlaung und ebenso beeindruckende Geräusche mitbringen sollte, andererseits habe ich das Gefühl, sie will nahe an den Figuren sein und nicht auf große Show machen. Von daher finde ich die ruhigen Klänge absolut angemessen, denn sie sorgen für Atmosphäre, lenken aber nicht von den Figuren und ihrem Schicksal ab.

Der blutrote Look ist natürlich ein Blickfang im Regal und die scherenschnittartigen Untoten wirken im Kontrast gut dazu. An die Cover von “Terra Mortis” erinnere ich mich noch ganz gut. Sie sind sehr hell, fast weiß. Da finde ich das Rot schon stimmiger zum blutigen Geschehen.

Fazit:  Neuer Anlauf für “Terra Mortis”, das nun unter einem etwas sperrigeren Titel zum Ende gebracht wird. Die Reihe hat es verdient. Der Auftakt punktet mit einer Stimmung, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt und letztlich in einem dramatischen Finale zum Schlechten hin kippt. Man darf gespannt sein, was Jan & Co noch bevorsteht.

Gespenster-Krimi (14) – Schattenschrei

Titel: Gespenster-Krimi (14) – Schattenschrei / Verlag: Contendo Media, Audionarchie / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Ulrike Stürzbecher, Otto Strecker, Sascha Rotermund ua

Inhalt: Kurz nach einer vergeblichen Not-Operation wird die Ärztin Jade Glover von einer unheimlichen Präsenz verfolgt, die nicht fassbar und dennoch überall zu sein scheint. Um dem schleichenden Grauen zu entgehen, nimmt Jade die Einladung ihrer Mutter an und fährt zu dem einsam gelegenen Haus am See. Dies ist jedoch erst der Auftakt zu einem Schrecken, der Jade mit ihren verdrängten Ängsten konfrontiert und vor nichts und niemandem Halt macht.


Von der unsichtbaren Blutbestie zu einem anderen körperlosen Schrecken, so könnte man angesichts dieser Folge sagen. Doch geht es hier nicht so splattermäßig blutig zu. Zu Beginn wartet die Story zwar mit einer grausigen, blutigen Szene in der Notaufnahme eines Krankenhauses auf, doch danach wird der Schrecken subtiler. Allerdings nicht weniger wirkungsvoll!
Für mein Empfinden sogar eine ganze Ecke eindringlicher. Ich finde es immer schauriger, wenn das Grauen nicht im wörtlichen Sinne greifbar ist. Zunächst bleibt jedoch offen, was die Ärztin bei der Behandlung der Frau erlebt. Stattdessen wendet sich die Handlung den Lebensumständen von Jade zu, sodass man einen guten Eindruck davon bekommt und nachvollziehen kann, dass sie eine Auszeit braucht. Diese nimmt sie sich bei ihrer Mutter in einem einsamen Haus an einem See.
Doch dort brodelt es erstens menschlich, zweitens holt Jade der Schrecken vom Anfang wieder ein. Und der nutzt die Chance der abgelegenen Gegend kräftig aus. Dagegen ist der Vorfall aus der Notaufnahme kaum der Rede wert.
Ich habe wirklich gegrübelt, was hinter den Ereignissen steckt, denn Andeutungen gibt es zuvor überhaupt nicht. Man tappt genau wie Jade im Dunklen und erlebt mit ihr gemeinsam ein ganz böses Erwachen bzw eine schaurige Auflösung und einen noch schaurigeren Weg bis dorthin.

Die Sprecherliste ist erfreulich übrsichtlich. Ulrike Stürzbecher ist als Jade zu hören. Sie hat sowohl den abgeklärten Ton einer Ärztin auf Lager, als auch den sympathischen der Jade als Privatperson. Bei beiden bringt die die Gefühlslagen glaubhaft rüber. Sascha Rotermund hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Seine klare Stimme und der ruhige Ton passen gut zu Dylan. Er bildet so einen klaren Gegensatz zu Jade. Luise Lunow höre ich allmählich am liebsten in bösen Rollen, die hat sie wunderbar drauf. Da ist es eine Freude zuzuhören.

Die Story lebt von schleichendem Grauen, nicht von großen Schreckmomenten. Entsprechend fällt auch die Untermalung aus. Musik hält sich meist eher zurück, kommt leise daher und unterstreicht so dezent, aber wirkungsvoll das Unheimliche der Story. Eine feine Geräuschkulisse trägt das Ihrige dazu bei.

Vom Cover her könnte man gut denken, die Geschichte gehe in eine andere Richtung, was aber nicht so ist. Die schattige, düstere Szene wirkt jedoch insgesamt angenehm unheimlich, sodass  es zumindest so passig ist.

Fazit:  Eine unheimliche Geschichte, bei der man gemeinsam mit der Hauptfigur lange im Dunklen tappt, was vor sich geht. Mir hat diese ruhigere, unblutigere Art des Grauens sehr gut gefallen. So etwas bleibt nach dem Hören einfach länger und intensiver hängen.

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