Aufbau Verlag

Ich koch dich tot – (K)ein Liebesroman ( Ellen Berg)

kochdichtotBeim ersten Mal ist es noch ein Versehen: Statt Pfeffer landet Rattengift im Gulasch – und schon ist Vivi ihren Haustyrannen Werner los. Als sie wenig später vom schönen Richard übel enttäuscht wird, greift sie erneut zum Kochlöffel. Fortan räumt Vivi all jene Fieslinge, die es nicht besser verdient haben, mit den Waffen einer Frau aus dem Weg – ihren Kochkünsten. Dann trifft sie Jan, der ihr alles verspricht, wovon sie immer geträumt hat. Vivi beschließt, dass jetzt Schluss sein muss mit dem kalten Morden über dampfenden Töpfen. Als ihr aber mehrere Unfälle passieren, keimt ein böser Verdacht in ihr. Sollte Jan ihr ähnlicher sein als gedacht? Zu dumm, dass sie sich ausgerechnet in diesen Schuft verliebt hat. Doch Vivis Kampfgeist ist geweckt.

Bei diesem Buch hatten mich Titel und Cover neugierig gemacht. Bisher kannte ich noch keines von Ellen Bergs Büchern.
Die ersten paar Zeilen fand ich recht verheißungsvoll. Es dauert keine Seite lang, da hat es Vivis Gatten durch eine böse Verwechselung bzw die Zweckentfremdung eines Pfefferstreuers dahingerafft. Bei der Vorstellung musste ich grinsen.
Anschließend verging mir das Grinsen dann ziemlich schnell, denn nun wird einem erstmal ein Einblick in Vivis und Werners Eheleben gewährt. Mit dem ist Vivi seit Jahren unzufrieden, und das wird lang und breit ausgewalzt. Ich mag es einfach nicht, wenn Frauen sich so als “Opfer” des Ehelebens betrachten. Ganz ehrlich, so blöd kann doch heutzutage keine Frau mehr sein, sich von ihrem Mann in diese Ecke drängen zu lassen und darin auch noch zu verharren, weil es eben das Einfachste ist! Die Frauen, die das heute noch dulden, die gehören -meiner Meinung nach- kräftig geschüttelt. Mindestens!
Aber auch wenn mich das ärgert, so sehe ich doch ein, dass Vivis Charakter anfangs so angelegt sein muss, weil sonst der Rest der Geschichte nicht funktionieren würde. Von nun an muss Vivi ihr Leben selbst in die Hand nehmen und auch, wenn ihr das zu Beginn noch etwas schwer fällt, so wird sie nach und nach immer besser darin und versteht es, die Vorzüge des Singledaseins auszukosten. Und dann taucht da dieser Traummann auf der Bildfläche auf, dem sie augenblicklich verfällt. Ich muss gestehen, obwohl ich ihr dieses Glück gönnte, fürchtete ich vom ersten Moment an ernsthaft um sein Leben.
Und nicht nur um seins! Vivi begegnet noch manch anderem Mann, der ihr entweder bei ihrem selbstbestimmten Leben in die Quere kommt, oder der sie schlichtweg enttäuscht oder bedrängt. Sobald bei dieser Geschichte ein Mann ins Spiel kommt, darf man sich begründet Sorgen um sein Leben machen. Wie ich finde, hatten sie es aber immerhin alle verdient.
Das ist zwar soweit ganz unterhaltsam, aber spätestens nach dem zweiten Mord wird die Geschichte somit ganz schön vohersehbar. Die große Frage ist allenfalls, wie Vivi sich der Störenfriede entledigt. Mit jedem Mord wird Vivi selbstbewusster, was mir einerseits ganz gut gefallen hat. Andererseits fand ich aber auch, dass sie zunehmend etepetete wird, was ich widerum gar nicht mag. Zwar nicht genug um sie mir unsympathisch zu machen, aber ab und zu ist es wirklich knapp was das angeht. Ich habe beim besten Willen nicht verstanden, worauf sie sich etwas einbildet.
So richtig Schwung und Spannung kam für mich damit rein, dass Vivi auf Jan trifft. Denn Jan ist ausgerechnet Kommissar! Und der perfekte Mord ist noch niemandem geglückt, das weiß selbst Vivi, die bis dahin äußerst souverän zu Werke ging. Zu allem Überfluss sieht Jan auch noch gut aus und nimmt den Mund oft ähnlich voll wie seine Vorgänger. Ich wusste nie, ob man ihm trauen kann. Und ich habe nur darauf gewartet, dass Vivi auch ihn ins Jenseits schickt. Oder dass er sich tatsächlich dran kriegt. Auch wenn ich sie hier und da etwas überheblich fand, das hätte ich ihr dann doch nicht gegönnt. Widerum, so kann es doch nicht enden! So etwas muss doch Konsequenzen haben! Wo bleibt denn sonst die Moral von der Geschicht’?
Ganz einfach: die vergessen wir ausnahmsweise. Muss auch mal sein.

Das Buch liest sich schon alleine wegen des feinen und oft bösen Humors wunderbar leicht. Für jemanden wie mich, der beim Lesen gerne mal lacht, ist das so ideal. Die Kapitel haben eine schöne Länge, die zum Weiterlesen einlädt und so flogen die Seiten nur so dahin.

Aus dem Covermotiv werde ich  nicht so recht schlau. Ich erinnere mich an keine Szene, in der ein Mann in einen Ofen schaut. Vivi ist es doch, die stets kocht! Aber lustig finde ich das Motiv trotzdem irgendwie. Es kommt schön die Gegensätzlichkeit zwischen der Frau und dem Mann rüber. Sie, schick gekleidet und ausgehbereit, er in Hosenträgern und Puschen vor dem heimischen Herd.

Fazit:  Für mich war “Ich koch dich tot” ein unterhaltsamer Roman-Happen für zwischendurch. Mir hat der böse Humor prima gefallen und ja, ich fand durchaus, dass die Herren ihr Schicksal verdient hatten. Mit Vivi war es so eine Sache. Eigentlich mochte ich sie ganz gerne, aber ab und zu wirkte sie mir doch zu überheblich und grundlos etepetete. Mit Jan kam dann  echte Spannung in die Geschichte. Es kann gut sein, dass ich mal wieder ein Buch von Ellen Berg lese.


Titel:  Ich koch dich tot – (K)ein Liebesroman
Autor: Ellen Berg
Seiten:  308
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3746629315
Preis:  € 9,99 (TB)

Der himmlische Weihnachtshund (Petra Schier)

Beim Aufräumen kurz vor Weihnachten findet Santa Claus einen alten Wunschzettel: Ein neunjähriger Junge namens Michael wünscht sich einen Hund und dass seine Freundin Fiona nicht wegziehen muss. Leider hat der schusselige Weihnachtsmann die beiden Wünsche zwanzig Jahre nicht beachtet und beschließt, nun nachzusehen, was aus dem Jungen geworden ist. Michael besitzt nun eine Fabrik für Hundefutter und soll in Kürze heiraten, doch er ist alles andere als glücklich. Santa Claus berät sich mit seinen Helfern. Sie glauben eine vorzügliche Idee zu haben und schicken einen jungen Labrador zu Michael. Der Hund soll ihm helfen, sein Glück zu finden. Tatsächlich führt der Hund ihn zu Fiona, aber damit bricht kurz vor Weihnachten das schiere Chaos aus.

Nachdem ich mit “Ein Weihnachtshund für alle Fälle” bereits einen schönen und kurzweiligen Leseabend vebracht hatte, kam gleich Weihnachtshund Nummer zwei an die Reihe.
Von der Lovestory her, trifft man das gleiche Schema an. Anfangs sind sich Michael und Fiona nicht allzu zugetan. Dann finden sie zu einander, fallen bald einer bösen Intrige zum Opfer, die sie wieder entzweit, aber am Schluss sitzt man unter dem Weihnachtsbaum doch wieder beisammen. Und wenn das auch sicher bei x Pärchen nicht der Fall ist, so ist es doch schön ein solches Happy End zu lesen. Das passt gut in die friedliche und liebevolle Zeit am Ende des Jahres.
Erfreulicherweise spielt Hündin Keks hier eine wesentlich größere und wichtiger Rolle als Kollege Nick im Buch zuvor. Sie ist fast immer mit dabei und oft bekommt man Einblick in ihre Welpengedanken. Das ist super niedlich und auch herrlich witzig. Ich hätte Keks dauernd knuddeln können.
Natürlich spielt ein Teil der Geschichte wieder im Himmel bei Santa Claus und seinen Weihnachtselfen. Für mich gehörten diese Passagen auch hier wieder zu den amüsantesten.

Da das Buch ebenfalls 24 Kapitel hat, ließe es sich genauso gut nach dem Adventskalenderprinzip lesen. Mir hat sie so gut gefallen, dass ich sie in einem Rutsch gelesen habe. Dank der leichten Erzählweise ist das gar kein Problem.

Das Cover ist wieder gleichermaßen niedlich wie witzig. Und dieses Mal ist sogar ein Golden Retriever zu sehen. Ein Hund also genau wie Keks! Natürlich vor weihnachtlich-winterlicher Szenerie.

Fazit: Da der titelgebende Hund hier eine große Rolle spielt, hat mir dieser “Weihnachtshund” noch besser gefallen als mein erstes Buch der Reihe. Eine schöne und niedliche Liebesgeschichte, mit der man sich mit Tee und Plätzchen einen schönen vorweihnachtlichen Leseabend machen kann.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Der himmlische Weihnachtshund
Autor: Petra Schier
Seiten:  144
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3352008498
Preis:  € 9,99 (HC)

Ein Weihnachtshund für alle Fälle (Petra Schier)

Irina glaubt, die wahre Liebe in ihrem Leben nicht mehr zu finden, seit Lars, der Mann ihres Herzens, sie einmal tief enttäuscht hat. Nun ist Lars kurz vor Weihnachten in ihre Stadt zurückgekehrt. Nichts anderes will sie, als ihm für alle Zeiten aus dem Weg zu gehen. Doch die Mächte des Schicksals haben andere Pläne – in Gestalt von Nick, einem magischen Weihnachtshund, der die schönsten amourösen Verwicklungen heraufbeschwört.

Mir war kürzlich nach einer schönen Weihnachtsgeschichte. Und als ich das Cover dieses Buchs sah, war für mich tierverliebte Leseratte klar: das wird mein erstes Weihnachtsbuch dieses Jahr!
Hinter dem niedlichen Cover verbirgt sich eine schöne Liebesgeschichte, die zur Advents- bzw Weihnachtszeit spielt und in der ein Hund eine wichtige Rolle spielt. Vom Verlauf her ist die Liebesgeschichte nun nichts Außergewöhnliches. Irina hat mit Männern wenig am Hut. Am wenigsten mit Lars, einem alten Schulkameraden, mit dem sie damals zusammen war bis es sie bitter enttäuscht hat. Ausgerechnet Lars wird jetzt Irinas Kollege. Anfangs ist man sich spinnefeind, dann aber kommen sie sich doch näher und nach der typischen dramatischen Wendung als eigentlich alles nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht, feiert man wenig später doch gemeinsam das Weihnachtsfest.
Sehr klassisch also, aber doch so wunderbar charmant und mit einer Prise Witz gewürzt erzählt, das ich das Buch gerne und mit einigem Vergnügen gelesen habe.
Für die meiste Komik sorgten für mich aber die Passagen im Himmel beim Weihnachtsmann und dem Christkind. Gemeinsam steuern sie die Geschicke in Sachen Liebe auf der Erde. Die Dialoge zwischen ihnen haben mich oft schmunzeln lassen. Und auch zu erfahren, mit welcher Hightech im Weihnachtshimmel gearbeitet wird, fand ich ausgesprochen witzig. Eine coole Vorstellung!
Für mich hätte es nur gerne etwas mehr Hund sein dürfen. Auch wenn die himmlischen Weihnachtswichtel mit Nick kommunizieren können und ihm sagen, wie er Irina und Lars auf die Sprünge helfen sll. Insgesamt ist von Nick relativ wenig zu lesen. So richtig wichtig wurde er erst am Ende. Das hatte ich mir bei diesem Titel etwas anders vorgestellt.

So leicht die Geschichte inhaltlich ist, so leicht liest sie sich auch. Die Seiten fliegen nur so dahin. Eine schöne Idee ist es, dass das Buch genau 24 Kapitel hat. Man könnte es also wie einen Adventskalender lesen. Jeden Tag ein Kapitel. Das dürfte aber schwer fallen, wenn man erst angefangen ist 😉

Das Cover ist sehr niedlich mit dem Hund. Komischerweise ist es ein Terrier, obwohl es in der Geschichte um einen Schäferhund geht. Besonders gefällt mir aber der weihnachtsmannbemützte Schneemann und der Elch im Hintergrund. So witzig! Eine winterliche Landschaft und goldene Sterne sorgen für das Winter-Weihnachts-Flair.

Fazit: Eine schon sehr typische, aber charmant und humorvoll erzählte Liebesgeschichte, die in der Adventszeit spielt. Ideal für einen gemütlichen Abend bei Kerzenlicht und Tee, wenn es draußen winterlich ist.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Ein Weihnachtshund für alle Fälle
Autor: Petra Schier
Seiten:  153
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3352008191
Preis:  € 9,99 (HC)

Rezension – Sommersaat (Tanja Weber)

Eine grausam schöne Idylle Germerow ist ein harmloses Dorf vor den Toren Berlins. Dorthin hat sich Johannes Stifter zurückgezogen. An den Ufern eines klaren Sees sucht er Ruhe und Frieden. Er will über Foucault promovieren und ein unaufgeregtes Leben als Postbote führen. Doch ein bestialischer Mord sucht Germerow heim, und Stifter ist plötzlich Verdächtiger und Ermittler in einer Person. Er muss sich eingestehen, dass er sein Dorf nicht kennt und dass seine Bewohner alte Schuld und neue Geheimnisse vor ihm verbergen.

Manchmal gerät man auch Dank falscher Erwartungen an ein wirklich gutes Buch. So geschehen bei “Sommersaat”, für das ich mich nur deshalb interessiert hatte, weil es vom Klappentext her so klang als ginge es vom Genre her in meine derzeit liebste Richtung: die der Regionalkrimis.
Das war ein Irrtum, wie ich schnell feststellen musste. Dabei spielt der Handlungsort hier durchaus eine wichtige Rolle. Germerow, ein kleines Dorf nahe Berlin, das auf den ersten Blick so richtig verschlafen und absolut harmlos wirkt. Tanja Weber gelingt es wirklich sehr gut, dem Leser diesen Eindruck von diesem Ort zu vermitteln, indem sie die sandigen Straßen, die gartenhausähnlichen Häuser, den Wald und den nahen See und natürlich auch die Leute dort anschaulich und recht detailliert beschreibt.
Da ich vor Längerem etwa ein Jahr häufiger in Brandenburg war und auch solche Orte bzw Siedlungen kennengelernt habe, konnte ich mir Germerow umso besser vorstellen. Es wirkt anfangs so wirklich einfach nur idyllisch.
Doch sehr bald macht sich Unruhe im Ort breit, denn am See wird die Leiche eines Mannes gefunden. Es ist der ehemalige  Partner einer jungen Frau aus dem Dorf, die mit ihren drei Kindern von verschiedenen Vätern alleine dort lebt. Gefunden wird er von Johannes Stifter, dem Postboten von Germerow, der so schnell in Verdacht gerät, etwas mit dem Tod des Mannes zu tun zu haben. Die Idylle bekommt ihre ersten Risse, und es folgen noch zahlreiche Risse mehr, denn der Mord zieht ungeahnt weite Kreise. Die stellen nicht nur Stifters Eindruck von Germerow, sondern auch den des Lesers ordentlich auf den Kopf. Die Richtung, die dieser Krimi schließlich einschlägt, hatte ich so beim besten Willen nicht erwartet. Nicht, weil das Verbrechen und sein Hintergrund irgendwie abwegig oder unrealistisch sind, sondern weil es speziell vor diese Kulisse einfach nur grausig wirkt.
Gefreut hat mich dabei, dass -obwohl das Drumherum um den Mord weit über Germerows Grenzen hinaus reicht- die Handlung trotzdem überschaubar und gut zu verfolgen ist. Natürlich mischen bald mehr Charaktere mit als nur die Germerower und ja, der Mord ist letzlich nur die Spitze des Eisberges, aber man kann gut den Überblick über die Personen und die Zusammenhänge behalten. Das finde ich immer wichtig, denn für mich baut sich keine Spannung auf, wenn ich alle paar Kapitel zurückblättern oder überlegen muss, wer noch mal der und der war, und was er gemacht hat.
“Sommersaat” fand ich dagegen auch durch diese Geradlinigkeit so spannend, dass ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Dass Stifter nicht der Mörder ist, das weiß man seit Anfang her, aber während man liest, hat man immer wieder einen anderen Verdächtigen und so wirklich ausschließen kann man bis zuletzt niemanden. Ich war mit meinem Verdacht ja leider ziemlich auf dem Holzweg 😉
Mit einer Sache bzw einer Person hatte ich aber doch meine Schwierigkeiten (und habe sie auch immer noch). Das ist leider auch noch die Hauptperson, nämlich Stifter. Zum einen ist er mir vom Wesen her viel zu ruhig. Er spricht nicht viel, er fühlt sich alleine in seiner Datsche am wohlsten, er möchte so gerne den Eindruck vom Heile-Welt-Germerow aufrechterhalten und ist zutiefst erschüttert darüber, dass das immer unmöglicher wird, und statt dass er -wenn es durchaus mal an der Zeit dafür wäre- ordentlich auf den Tisch haut, geht er lieber morgens um vier zum Abreagieren im See schwimmen oder ersäuft seinen Unwillen in Wein. Solch ein Wesen ist mir einfach zu fremd, als dass ich damit leicht warm werden könnte. Und zweitens sind mir Mittvierziger, die 22 Semester studiert haben, noch immer an der Doktorarbeit schreiben und noch nie richtig gearbeitet haben von Haus aus ziemlich suspekt.
Es sollen ja weitere Fälle für Stifter und den bayerischen Kommissar folgen und da wäre es mir schon lieb, aus Stifter würde irgendwann und irgendwie ein “richtiger Kerl” werden 😉
Falls nicht, muss ich mich wohl endgültig so an ihn gewöhnen, und vielleicht klappt das ja auch. Den Büchern um ihn werde ich ganz sicher treu bleiben, von daher besteht berichtigte Hoffnung.

Wie gesagt, ich hätte “Sommersaat” am liebsten in einem Rutsch gelesen. Das ging aber dann doch nicht, denn erstens lese ich meist abends und muss ja auch mal schlafen, und zweitens ist es auch nicht ganz einfach zu lesen. Und zwar in dem Sinne, dass es überwiegend schildernd geschrieben ist. Längere Dialog-Passagen, die zumindest mein Lesetempo beschleunigen, findet man hier nicht allzu häufig. Das ist kein Kritikpunkt, bitte nicht falsch verstehen, aber man muss sich mehr Zeit dafür nehmen und sich mehr konzentrieren. Beides lohnt sich bei diesem Buch aber auf jeden Fall!

Das Covermotiv mag jetzt nicht so der Reißer sein, aber ich finde, genau das macht hier den Reiz aus. So viel wunderschöner blauer Himmel über einer saftig grünen Wiese und einem idyllischen Häuschen…und dann das Wort “Kriminalfall”. Gegensätzlicher geht es kaum. Und genau dieser Gegensatz findet sich auch in der Geschichte wieder. Somit passen Covermotiv und Inhalt ganz ausgezeichnet zu einander.

Fazit: Mir hat “Sommersaat” sehr gut gefallen. Ein sehr spannender Krimi, bei dem das Verbrechen speziell durch diesen so harmlosen und friedlichen Handlungsort noch mal eine ganze Spur abscheulicher wirkt als es ohnehin schon ist. Ausserdem hält “Sommersaat” einen stetig neugierig darauf, welche Abgründe sich in Germerow noch auftun. So gelingt es ihm, dass man schnell jedem die Tat oder eine Beihilfe dazu zutraut, was den wesentlichen Teil der Spannung ausmacht.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms!


Titel: Sommersaat
Autor: Tanja Weber
Seiten: 350
Verlag: AufbauVerlag
ISBN: 978-3351033613

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