Außerirdische

Max Smart und die intergalaktische Müllabfuhr – Verschollen im All (Cas Lester / Oliver Rohrbeck)

Titel: Max Smart und die intergalaktische Müllabfuhr – Verschollen im All  / Verlag: derHörverlag / Spielzeit: ca. 163 min auf 2 CDs / Buch: Cas Lester / gelesen von: Oliver Rohrbeck

maxsmartInhalt: Max Smart ist eigentlich ein ganz normaler Elfjähriger, der vom Kontakt mit Außerirdischen träumt. Er hat allerdings keine Ahnung, was WIRKLICH im Weltall vor sich geht. Während er vor seinem Computer sitzt, durchstreift Zillionen Lichtjahre entfernt das intergalaktische Müllraumschiff, die Große Dreckschleuder, die Galaxie 43b. Irrtümlicherweise für den neuen Käpt’n gehalten, wird Max an Bord gebeamt und sieht sich plötzlich nicht nur mit der seltsam aussehenden Besatzung, sondern auch mit rosaroten Killermaden und Explo-Schaum konfrontiert.


Ein solch seltsamer Titel macht mich immer besonders schnell neugierig, und es ist umso schöner, wenn mir die Geschichte dahinter so viel Spass macht wie diese hier. Max träumt zwar davon, mal auf Außerirdische zu treffen, doch als dieser Wunsch wahr wird, sieht vieles -eigentlich alles- ganz anders aus als er es sich vorgestellt hat. Statt auf einem modernen Raumschiff, landet er auf dem Raumschiff der intergalaktischen Müllabfuhr und inmitten einer Mannschaft, die die Bezeichnung “Team” beim besten Willen nicht verdient. Da sind Turbulenzen vorprogrammiert. Eine lebensgefährliche Fracht sorgt für zusätzliche Dramatik.
Mir hat Max’ Abenteuer vor allem deshalb so gut gefallen, weil sie mit zahllosen schrägen und verrückten Ideen gespickt ist und es immer wieder etwas zum Lachen gibt. Mal sind es die Dialoge, dann der Bordcomputer, der bevorzugt das voraussichtliche Sterbedatum der Mannschaft prognostiziert, dann Max wie er angsichts einer schneckenähnlichen, schleimigen Gestalt mit Augen an Tentakeln in Ohnmacht fällt oder auch die todbringenden Maden von Giftikon 1. Ich könnte noch so viel mehr aufzählen, aber das dürfte in etwa widerspiegeln, was einen auf der Großen Dreckschleuder erwartet.
Die Besatzung wird wunderbar bunt beschrieben mit farbenfrohen Haaren und türkisfarbenen Augen. Ich hatte irgendwie immer Figuren wie Panki aus Pankanien vor Augen, nur menschlicher von der Gestalt her und erwachsener vom Wesen. Die Vorstellung gefiel mir und ich denke, auch die jungen Hörer dürften sich gut ein Bild machen können. Selbst Jargal, die mit ihren Tentakeln und der schneckenartigen Schleimigkeit alles andere als hübsch beschrieben wird, wächst einem schnell ans Herz. Ich mochte sie sogar am liebsten von allen. Zusammen mit dem Gefahrenspürhund Schnuffi, der eine Nase hat, die wie eine rohe Frikadelle aussieht.
Für Spannung sorgt einmal, dass Max aufgrund einer falsch übersetzten Weltraum-Mail plötzlich Kapitän des Schiffs ist und eine arg chaotische Truppe befehligen muss, und zum Zweiten die hochexplosive Fracht an Bord! Wer sich mit Exploschaum erwischen lässt, wird seines außeriridischen Lebens nicht mehr froh! Also muss das Zeug weg. Unbemerkt, versteht sich. Doch das ist selbst im Weltraum gar nicht so einfach…vor allem, wenn der Bordcomputer beharrlich die verbleibende Lebenszeit der Besatzung ausrechnet.
Wer allerdings vermeiden will, dass seinem Kind ein paar zünftige Flüche ( “Elende Kotze!”) oder Schimpfwörter (“Du bist ja total plemplem!”) zu Ohren kommen, sollte die Finger von dem Hörbuch lassen. Aber ich behaupte mal kühn, dass ihnen hier nichts begegnen wird, was sie nicht bereits in der Grundschule mal gehört haben dürften. Ich finde ja immer, da soll man nicht so kleinlich sein.

Oliver Rohrbeck scheint selber ebenfalls viel Spass an der Geschichte zu haben. Für jede Figur hat er eine eindeutige Stimme bzw einen markanten Ton auf Lager, bei dem man sofort weiß, wen er gerade spricht und aus dem man ableiten kann, wie die Figur so drauf ist. Krawall klingt auch ziemlich krawallig, Jargals sympathische Stimme leiert auf melodiöse Weise und der Bordcomputer klingt arg hochmütig. Dabei wird Oliver Rohrbecks Stimme mit einem Effekt unterlegt, der sodass sie sich wie eine Computerstimme anhört. Überrascht hat es mich, dass der Hörer hier so oft direkt angesprochen wird. Natürlich wurde das von der Buchvorlage übernommen, aber es ist schon ungewöhnlich. So fühlt man sich mal mittendrin, mal wieder wie ein Beobachter von der Erde, dem vieles erst erklärt werden muss. Ab und zu wird einem sogar erlaubt, mal eine Szene wegzuhören. Beispielsweise wenn man Listen nicht mag oder Navigation oder Technik…

Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulichen das Geschehen. Sie sind meist wirklich witzig und ein weiterer Grund dafür, dass ich so oft gelacht habe. Alleine schon der hochmütig piepende Bordcomputer oder das *sssstttt* der beschleunigenden Raumschiffs oder…ach, hört es euch einfach an 😀

Max, das Müllraumschiff im Weltall und ganz viel Müll. Damit gibt das Cover den Großteil dessen wieder, um was sich die Geschichte dreht.

Fazit:  Ich hatte riesigen Spass mit Max, Krawall, Jargal und den anderen von der “Großen Dreckschleuder”. Ein spannendes, aber auch sehr lustiges Weltraumabenteuer voller schräger Figuren und Ideen. Übrigens ganz bestimmt nicht nur ein Hörbuch für Kinder 😉

Ich und die Menschen (Matt Haig)

ichundiemenschenIn einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

Bis ich dieses Buch auf der Buchmesse zufällig entdeckte, hatte ich noch nichts davon gehört. Und das, wo mir Matt Haigs “Die Radleys” doch so ausnehmend gut gefallen haben! Da war es natürlich keine Frage, dass ich auch “Ich und die Menschen” lesen würde.
Für mich teilt sich die Geschichte ziemlich genau in zwei Teile. Im ersten Teil lernt man Professor Andrew Martin kennen, der nackt eine Autobahn entlang und durch die Stadt wandert. Das tut er, weil er gar nicht mehr Andrew Martin ist. Er wurde nämlich von einem Außerirdischen übernommen, der von einem weit entfernten Stern kommt und von überragender Intelligenz ist. Insbesondere Letzteres macht eigentlich klar, dass er von den Menschen nicht viel halten kann.
Tut er auch nicht! Ganz entschieden nicht! Mir hat dieser Teil der Geschichte richtig gut gefallen. Der neue Andrew Martin hat ein wunderbar feines Auge für all die kleinen Eigenarten und Schwächen, die die Menschen auszeichnen, und er bringt sie gekonnt und höchst amüsant auf den Punkt. Ich habe wirklich oft Tränen gelacht. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man so den Spiegel vorgehalten bekommt, denn natürlich findet man sich selber hier und da auch wieder. Wenn man so etwas mit Humor nehmen kann, dann ist dieser Teil der Geschichte das reinste Vergnügen.
Doch der echte Andrew Martin hatte natürlich auch eine Familie: Frau und pubertierenden Sohn, und mit ihnen muss sich nun auch der neue Andrew Martin arrangieren. Auch das fand ich oft sehr witzig, aber ebenso oft tat er mir leid, wenn er wegen etwas aufläuft, dass er schlichtweg als Außerirdischer nicht richtig einschätzen kann. Doch nach und nach findet er sich ein und es war schön und nahezu rührend zu verfolgen, wie er eine Beziehung zu der Familie und ein paar Familienfreunden aufbaut.
Darüber hätte ich beinahe vergessen, dass der echte Andrew Martin keineswegs willkürlich übernommen wurde. Der Außerirdische hat einen klaren Auftrag, was er auf der Erde als Andrew Martin zu erledigen hat. Und das ist alles andere als erfreulich für Frau und Sohn. Zwischen den Kapiteln erinnern Gespräche zwischen dem Außeriridischen und seinen Leuten konsequent daran, doch irgendwann konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass er es durchziehen würde.
Etwa an diesem Punkt kam für mich der Bruch. Plötzlich war die bisherige Leichtigkeit der Geschichte fast komplett verschwunden. Gewitzte Kommentare gab es kaum noch. Natürlich ist es klar, dass es nicht mehr so lustig zugehen kann, wenn durch den Auftrag etwas so Wichtiges auf dem Spiel steht und auch von Seiten seiner außerirdischen Leute an Andrew Martin gezerrt wird, aber ganz ehrlich: ein paar Mal mehr hätte ich auch in diesem Teil gerne noch gelacht.
Dafür wird es aber wenigstens spannend, denn alsbald muss Andrew Martin einsehen, dass er keine eigene Handhabe mehr über seinen Auftrag hat. Er gerät in Lebensgefahr, und ich habe mich ehrlich gefragt, wie diese Sache noch jemals gut würde enden können.

Anfangs las sich das Buch weg wie nichts. Alleine deshalb, weil ich solchen Spass damit hatte und so über Andrew Martins Ansichten lachen musste. Die Kapitel lockten obendrein mit Titeln, die neugierig machten. Da flogen die Seiten nur so dahin. Nach besagtem “Bruch” wurde es dann schwieriger. Die plötzliche Ernsthaftigkeit hat mein Lesetempo ganz schön ausgebremst. Und so habe ich dann doch länger für das Buch gebraucht als eingangs gedacht.

Das Cover finde ich einach wunderschön mit den tollen Blautönen, dem riesigen Erdball und darunter die schlanke Gestalt mit Schirm und Hund auf einem anderen Planeten. Das Motiv strahlt Ruhe aus und wirkt sehr stilvoll. Ein schöner Blick auf die Erde.

Fazit:  In der ersten Hälfte war ich restlos begeistert von der Geschichte, weil sie so herrlich lustig ist, dass ich mehrmals Tränen darüber gelacht habe. Die außerirdischen Ansichten über die Menschen sind ja leider oft so wahr! Und auf diese humorvolle Art lasse ich mir immer gerne den Spiegel vorhalten. In der zweiten Hälfte geht leider ein Großteil des Humors verloren, dafür wird die Geschichte hier dramatischer und spannender. Ich hätte dennoch auch hier gerne noch gelacht, wenigstens ab und zu. Deshalb lag mir dieser Teil nicht so sehr.

Vielen Dank an den DTV für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Ich und die Menschen
Autor: Matt Haig
Seiten: 352
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423260145
Preis: € 14,90 (Broschiert)

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Die drei ??? (162) – …und der schreiende Nebel

Titel: Die drei ??? (162) – …und der schreiende Nebel / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Horst Naumann, Ingeborg Christiansen, Eckart Dux, Christian Rode ua

ddf162Inhalt: Als die drei ??? Post von einem alten Bekannten erhalten, ahnen sie noch nicht, was für ein gefährliches Abenteuer sie erwartet. Der rätselhafte Hilferuf führt sie mitten in die Einöde von South Dakota. Dort werden sie Zeugen unfassbarer Ereignisse, die eine abgelegene Prärie-Ortschaft heimsuchen. Welches dunkle Geheimnis steckt hinter dem unheimlichen Nebel, der die Einwohner in Angst und Schrecken versetzt? Und was hat es mit den grässlichen Schreien auf sich, die immer wieder aus den weißen Schwaden dringen? Die drei Detektive nehmen die Ermittlungen auf – und geraten selbst in die Fänge des Nebels.


Nochmal ein Nebel? Das war mein erster Gedanke als ich den Titel gelesen habe. Es gab doch schon den “Nebelberg”! Die würden doch nicht nochmal die gleiche Schiene fahren? Nein, das ist zum Glück nicht so. Dann darf es für mich auch zweimal ein so ähnliches Thema sein. Und Nebel sind halt gruselig, das weiß man ja 😉 Mir hat diese Folge ganz prima gefallen! Es war schön, mit Professor Brewster einen alten Bekannten wiederzutreffen, und der Fall für die drei Detektive klang für mich spannend und -hoffentlich- ein wenig gruselig. Ich wurde nicht enttäuscht. Es hat Spass gemacht, die drei ??? bei ihren Nachforschungen zu begleiten. So sieht für mich Detektivarbeit aus. Ist ja nicht mehr so ganz selbstverständlich heute. Und es gibt auch einige Szenen, die ich schaurig fand. Ich habe die Folge zum Einschlafen im Dunklen gehört, und da konnten mir diese Szenen schon eine kleine Gänsehaut bereiten. Dafür fand ich diesen Moment, in dem die drei Jungs so ganz plötzlich entscheidende Geistesblitze haben, nicht so dolle. Was ein Glück, dass sie im Notfall einfach auf ihre unglaubliche Cleverness zurückgreifen können. Kein Wunder, dass in so vielen anderen Folgen von Ermittlungen nicht gerade die Rede sein kann. Das Ende hält dann erfreulicherweise noch die eine oder andere Wendung bereit, sodass man sich keinen Monolog von Justus anhören muss. Da ist nochmal richtig was los.

Was die Sprecher anbetrifft, muss man sicher hervorheben, dass hier ein paar ganz “alte Hasen” mitmischen: Eckart Dux, Horst Naumann und Christian Rode nämlich. Noch irgendwer mit Bedenken? Sicher nicht, denn die sind hier gänzlich überflüssig. Schön so eine Runde mal gemeinsam zu hören. Sie alle schaffen es immer noch spielend, dass man sich sofort ein Bild von der Figur machen kann. Die drei Hauptsprecher sind in vertraut guter Form, was mich nach so vielen Hörspielen immer etwas überrascht. Aber natürlich sollte es auch genauso sein!

Bei dieser Folge teilen sich neue und auch ein paar ältere Stücke die Untermalung. Das ergibt eine schöne Mischung, die leicht die nötige Atmosphäre aufkommen lässt. Eine ordentliche Geräuschkulisse rundet den guten Eindruck in diesem Bereich schließlich ab.

Das Cover weckt Hoffnung auf eine schaurige Geschichte, daher gefällt es mir wirklich gut. Und es passt zur Geschichte! Eine solche Szene gibt es tatsächlich.

Fazit: Bis auf diesen Geistesblitz-Moment hat mir diese Folge wirklich sehr gut gefallen. Sie ist spannend und hat ihre gruseligen Momente. Ich empfehle, sie im Dunklen zu hören. Es lohnt sich!

Avalon – Space Fighter – Weltraumkrieg

Titel: Avalon – Space Fighter – Weltraumkrieg / Verlag: Hörverlag Kempen / Laufzeit: ca. 69 min / Sprecher: Ulli Potofski, Agata Frycz, Dirk Petrick, Stefan Naas, Ann-Kirstin Hesse u.a.

Inhalt„Du könntest etwas mehr Optimismus verbreiten, Annn.“ Ich fürchte, dazu gibt es leider nicht den geringsten Anlass, Erric.“ In ferner Zukunft ist die Raumfahrt so gut wie ausgestorben. Einzig die Spacer – Jugendliche auf der Suche nach ein wenig Nervenkitzel – sind noch in der Lage, die alten, ausgemusterten Raumkreuzer und deren Jäger zu fliegen. Während der Rest der Netzrepublik sich auf das Reisen mit dem Transmitternetzwerk beschränkt, liefern die Spacer sich wilde Rennen durch Asteroidengürtel. Als eine unbekannte Maschinenrasse die Republik angreift und systematisch damit beginnt, das Transmitternetzwerk auszuschalten, sind die Spacer plötzlich die Einzigen, die der übermächtigen Bedrohung noch etwas entgegenzusetzen haben …


Ein klangvoller und effektheischender Titel alleine tun es halt einfach nicht. Das beweist “Avalon Spcae Fighter – Weltraumkrieg” mit so ziemlich jeder Minute. Der größte Knackpunkt an der Story ist schlicht, dass das gesamte Geschehen im Weltraum als absolut schrecklich, bedrohlich und dramatisch beschrieben wird, aber leider nie so wirkt. Es fehlt einfach der Pep, ein wenig Action, einfach etwas, das dafür sorgt, dass man als Hörer mit der Besatzung der Avalon mitfiebert. Eine sehr illustre Besatzung übrigens, bei der sich Alfred Bekker offenbar nicht recht entscheiden konnte, ob er seine Charaktere nun mehr auf Jugendliche / Erwachsene oder auf Kinder auslegen sollte. Da gibt es Menschen(ähnliche), dann ein Zirpanier (menschlicher Körper mit Vogelkopf), einen “Außerirdischen”, der Hulk leicht ähnlich sieht, und eine nervtötende Krake, die sich gedanklich mitteilt. Und zuletzt sei der Story noch angekreidet, dass sie mit einem Angriff roboterartiger Wesen nicht gerade das Science Fiction-Rad neu erfindet. Da ist einfach eine absolute Mainstream-Basis genommen worden, die man schon x-fach kennt, und rundum wurde eine Geschichte aufgebaut, die nun auch nicht sonderlich innovativ wirkt.

Erzähler Ulli Potofski müht sich wirklich redlich, der Story die nötige Dramatik angedeihen zu lassen, da gibt es nichts. Ohne ihn klänge “Weltraumkrieg” noch viel weniger aufregend. Den Sprechern das Charaktere kann man gut zuhören, richtige Aussetzer sucht man vergebens. Glanzleistungen allerdings auch. Das größte Manko ist einfach, dass Dirk Petrick, Agata Frycz, Stefan Naas und Kirstin Hesse durchweg zu alt für ihre Rollen klingen, nach denen sie Jugendliche sind. Zudem hat man ihnen teilweise sehr unjugendliche, hochgestochene Formulierungen in den Mund gelegt, die diesem Alter nicht entsprechen. Und das hört man eben!

An das Titellied muss man sich gewöhnen. Ich habe es etwa fünfmal gehört und inzwischen mag ich es, trotz des etwas einfältigen Textes. Dafür ist die Melodie recht eingängig. Ansonsten hat man hinsichtlich der Soundtracks nicht viel falsch gemacht. Zwar herrschen auch hier SF-typische Musiken und Klänge vor, aber immerhin bringen sie wenigstens das nötige Flair in die Sache. Dafür hätten die Geräusche deutlich imposanter ausfallen dürfen, das hätte eventuell auch in Sachen Dramatik noch was rausgerissen. Insgesamt also eine sehr solide Untermalung.

Das Covermotiv gibt nicht viel über die Story her und wirkt mir zu künstlich und steril, was aber vielleicht so gewollt ist. Immerhin spielt die Geschichte in ferner Zukunft. Dafür bekommt man aber ein interessantes Booklet geboten. Hier werden die Charaktere bildlich und mit einigen Fakten vorgestellt, und man erhält Infos über die Sprecher und den Autor. Da macht das Durchblättern Spass.

Fazit:  Schlecht ist was anderes. Empfehlen kann ich “Avalon” aber ruhigen Gewissens auch nicht. Die Story ist der pure Mainstream, die Charaktere wissen nicht, welche Altergsgruppe sie ansprechen wollen, und für den Begriff “Weltraumkrieg” fehlt es durch die Bank an der nötigen Dramatik.

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