Automobil

Abenteuer und Wissen – Carl Benz – Pionier des Automobils

Titel: Abenteuer und Wissen – Carl Benz – Pionier des Automobils / Verlag: Headroom / Spielzeit: ca. 78 min /Sprecher: Udo Schenk, Frauke Poolman, Norman Matt ua

benzInhalt: Der junge Erfinder Carl Benz hat einen Traum: Den selbstfahrenden Straßenwagen. In den 1870er Jahren eine ziemlich verwegene Idee, die niemand so recht ernst nimmt. Wer sollte so einen lauten, stinkenden Motorwagen haben wollen? Es gibt ja die Eisenbahn und außerdem genug Pferde. Einzig Bertha Benz glaubt an die Vision ihres Mannes. Mit vereinten Kraften und gegen jeden Widerstand verwirklichen sie den Traum vom Automobil, der die Welt für immer verändern wird. Wie sieht die Zukunft des Automobils aus?


Wie heißt es in diesem Wissensfeature so schön: “Das Auto ist von den Straßen nicht mehr wegzudenken!” Und deshalb geht man ihm hier gründlich auf den Grund. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst Carl Benz. Man erfährt einiges über seine Kindheit, in der sich bereits die Begeisterung für Technik andeutet, und über seine Jugend, in der er alles daran setzt, an’s Polytechnikum zu gehen und seinem Traum von einem pferdelosen Gefährts näher zu kommen. Alles ist so schön menschlich beschrieben, dass es oft geradezu rührend ist und man kaum umhin kommt, den jungen Carl Benz zu bewundern. Da spürt man kaum, wieviel man doch in diesem Teil auch lernt. Später steht Carl Benz seine Frau Bertha zur Seite, deren Name hete ebenso bekannt ist wie seiner. Und gemeinsam unternehmen sie weiterhin alles, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Ich denke, es gibt kaum eine Art Wissen zu vermitteln, die so gut funktioniert und so leicht daher kommt, wie sie dieser Hörspielreihe. Die gespielten Szenen machen Spass und klingen überhaupt nicht Lehrstoff. Und die Erzählerin Frauke Poolmann erzählt so frei weg, dass man sich auch bei ihr nie an eine Lehrerin erinnert fühlt. Gefallen hat mir bei dieser Folge vor allem der kleine Ausblick in die Zukunft des Automobils. Wie wird es in ein paar Jahren aussehen? Was wird es können? Wie weit ist die Entwicklung schon? Ich muss gestehen, mir würde es gefallen, wenn davon ein paar Dinge tatsächlich eintreffen würden.

Als Erzählerin führt -wie bereits erwähnt- Frauke Poolman durch die Geschichte. Ihrer warmen und lebendigen Stimme habe ich sehr gerne gelauscht. Als junger Carl Benz ist Norman Matt zu hören, dem es gelingt, dem Hörer ein gutes Bild von dem unternehmungslustigen und intelligenten Jungen zu vermitteln. Udo Schenk ist die Stimme des älteren Carl Benz, der ebenfalls einen gewissen Erzählerpart übernimmt. Ich fand es schön, ihn hier mal in einer sympathischen Rolle zu hören.

Zahlreiche Geräusch, vor allem natürlich von Maschinen und Motoren, veranschaulichen zahlreiche Szenen. Begleitet wird die Erzählung von verschiedenen Musikstücken, die meist sehr ruhig daherkommen. Sie verleihen der recht technischen Geschichte dann doch tatsächlich so etwas wie eine historischen Atmosphäre.

Im umfangreichen Booklet kann man sich nach dem Hören noch einmal eine Zusammenfassung des Gehörten zu Gemüte führen. hier findet man informative Texte, sowie zahlreiche Fotos und Illustrationen. Da macht es Spass, sich hindurchzublättern. Das Cover zeigt natürlich das Konterfei von Carl Benz und einen Teil eines Automobils nach seiner Idee.

Fazit: Einmal mehr ein Wissensfeature, das auf unterhaltsame Art und nahe an den historischen Personen eine Menge Wissen vermittelt. So macht es spass, etwas zu lernen.

Gruselkabinett (59) – Das violette Automobil

Titel: Gruselkabinett (59) – Das violette Automobil / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Solveig Duda, Eckart Dux, Roland Hemmo, Monika Barth ua

Inhalt: Georgia Kane, eine freischaffend tätige Krankenschwester, verlässt das neblige London, um die Betreuung eines Kranken in den Downs an der Steilküste zu übernehmen. In einem einsam gelegenen Farmhaus ihrer Auftraggeber findet sie eine angespannte Atmosphäre vor, die durch merkwürdige Heimlichkeiten geprägt ist.


Nun ja, so schnell wird man verwöhnt. Nachdem mir ja die vorige Folge wirklich gut gefallen hat, bin ich scheinbar mit gleichen Erwartungen an “Das violette Automobil” herangegangen. Nur um hier erneut eine schlichte Schauergeschichte zu hören zu bekommen. Wobei ich anfangs noch frohen Mutes war, denn der Schauplatz erschien mir sehr geeignet, den beiden Herrschaften hätte ich ohne Weiteres so einiges zugetraut und ihr Heim hätte durchaus eine schöne Kulisse für Grusel geboten. Aber auch wenn über der Geschichte schon eine leicht bedrohliche und unheimliche Atmosphäre liegt, so kann von echtem Grusel nicht unbedingt die Rede sein. Noch nicht einmal beim Finale. Stimmungsvoll, ja, aber unheimlich eben nicht. Eher etwas traurig und bedrückend. Und bis das Thema mal endlich auf das Titel gebende Automobil kommt, da sind drei Viertel der Folge schon herum.

In den Rollen von Marian Eldridge und Robert Eldridge sind Doris Gallert und Eckart Dux zu hören. Ich hätte mir ihre Darbietung etwas geheimnisvoller vorgestellt, denn letztlich hüten sie ja auch ein Geheimnis. Mir klangen sie einfach zu normal, zu sehr nach gütigen Großeltern, als dass sie mich groß neugierig auf ihr Geheimnis gemacht hätten. Solveig Duda, die den Part der Georgia Kane übernimmt, hat mir dagegen sehr gut gefallen. Für mich war ihre Stimme neu und so habe ich sie als ganz erfrischend empfunden. Zudem nimmt man ihr die Ehrlichkeit, Gutgläubigkeit und Liebenswürdigkeit der Georgia sofort ab.

Stimmungsvolle Musiken begleiten die Geschichte und tragen im Wesentlichen zur besagten leicht bedrohlichen und geheimnisvollen Stimmung bei. Vielleicht hat auch sie mich so auf’s Glatteis geführt und mir Hoffnung auf Grusel gemacht? Gut gewählte Geräusche machen das Geschehen vorstellbar und somit gibt es zumindest in diesem Bereich nichts zu beanstanden.

Welche unheimliche Gestalt am Steuer des violetten Autmobils! Irgendwie gefällt mir dieses Motiv mit den blauen und violetten Tönen, den Lichtspielereien und dem “Geistefahrer”.  Vor allem wirkt es auf mich schon etwas exotisch: ein autofahrendes Gespenst? Prallen da nicht zeitlich Welten aufeinander? Aber im positiven Sinne exotisch.

Fazit: Leider so gar nicht schaurig, geschweige denn gruselig.

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