Berge

Finstermoos (02) – Am schmalen Grat (Janet Clark)

Finstermoos (02) - Am schmalen GratGemeinsam mit Basti, Luzie und Valentin macht Mascha sich in der unberechenbaren Bergwelt auf die Suche nach ihrer Mutter. Doch schon kurz nach ihrem Aufbruch stoppt unerwartet der Lift, der sie über eine gefährliche Schlucht bringen soll. Nachdem Mascha und ihre Freunde den Abend über in schwindelerregender Höhe ausharren mussten, setzt sich der Lift nach Sonnenuntergang plötzlich wieder in Bewegung. Aber statt erleichtert zu sein, kann Mascha an nichts anders denken als an das Gespräch, das sie wenige Stunden zuvor belauscht hat und in dem sie und ihre Mutter bedroht wurden. Hat einer der heimtückischen Männer den Lift bedient? Und wartet er womöglich nur, bis sie direkt zu ihm an den Ausstieg gebracht werden?

Band 3 ist bereits erschienen, da wurde es für mich Zeit, endlich diesen zweiten Teil zu lesen.
Dieser Teil setzt genau an der Stelle an, an der der vorigen endete. Das habe ich als gut und praktisch empfunden, denn so ist man direkt wieder mittendrin. Zumal das Ende von Teil 1 auch wirklich ein fieser Cliffhanger war. So etwas vergisst man so leicht nicht. Und falls einem eben doch mal etwas entfallen sein sollte, ist es sofort wieder da, wenn man mit Band 2 beginnt.
Die Handlung um Luzie, Mascha, Basti und Valentin spielt sich hier durchweg in den Bergen ab. Das alleine ist für mich schon eine ziemlich schauerliche Szenerie. So gerne ich die Berge mag und mal dort wandern würde, durch meine Höhenangst ist mir die Gegend widerum nicht gerade geheuer. Von den vielen anderen Gefahren ganz zu schweigen, die einem diese Geschichte vor Augen führt. Ständig hat man mit den Freunden gemeinsam Angst vor Abgründen, Gewittern, Bären usw.
Das alleine sorgt schon für eine gehörige Portion Spannung. Sher bald kommen dazu noch Streitereien und Eiferüschteleien in der Gruppe. Ich habe tatsächlich einige Male an gewissen Personen aus der Gruppe gezweifelt. Ob man ihnen trauen bzw etwas Böses zutrauen kann, wenn sie nur genug gereizt werden.
Soviel zu den Punkten, die “Am schmalen Grat” für mich spannend gemacht haben. Das sind aber nur Punke, die sich auf die Rahmenhandlung beziehen. Ich finde aber, auch der Teil um die seltsamen Vorkommnisse in Finstermoos sollte seinen Teil zur Spannung und Dramatik beisteuern. Und das ist ihm bei mir leider nicht gelungen. Natürlich möchte ich wissen, was da los ist, was unter den Dorfbewohnern totgeschwiegen wird, was sich damals ereignete, aber Spannung haben diese Fragen bei mir nicht aufkommen lassen. Eher Verwirrung. Denn dieser Band beantwortet nicht mal im Ansatz wenigstens eine Frage, die bislang bei mir aufgekommen ist. Ich weiß, die Reihe ist auf vier Teile ausgelegt, ich bin also gerade mal auf der Hälfte. Aber so viel sind vier Teile nun auch wieder nicht. Wenigstens ein kleiner Schubs in die richtige Richtung hätten drin sein dürfen. Damit man einen Anhaltspunkt zum Weitergrübeln hat, die Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln.
Stattdessen kommen säckeweise neue Rätsel dazu, die mich noch verwirrter zurückgelassen haben als es Band 1 getan hat. Bislang kann ich einen Zusammenhang zwischen den Entdeckungen aus Band 1 und Band 2 überhaupt nicht erkennen. Schlimmer noch: für mich wirkt es so als würde die Story mal so komplex, dass man wirklich nur durchsteigt, wenn man am Ende alle Teile aus dem FF auf dem Schirm hat. Und das fällt zumindest mir schon schwer bei den monatelangen Pausen zwischen den Teilen.
Statt auf über 200 Seiten immer neue Fragen aufzuwerfen, hätte man sich in diesem Teil noch mal näher mit einigen Figuren befassen sollen, die keine Hauptrolle spielen, aber doch wichtig zu sein scheinen. Da habe ich nämlich nachwievor meine Schwierigkeiten mit dem Wiedererkennen. Krailinger, Wolferl, Franz, der Becker…da blicke ich teilweise kaum durch und weiß selten, über wen ich gerade lese und welche Rolle bzw Position er im Finstermoos und dem Rätsel innehat. Irgendwie ist es der Geschichte bislang nicht gelungen, mir diese Figuren genug nahezubringen bzw ihnen ausreichend markante Chrakterzüge zu verleihen, dass ich sie auf Anhieb einsortieren könnte. Und ich befürchte, dass mir das am Ende der Reihe zum Verhängnis werden könnte. Allzumal nach der Entdeckung, die die Freunde zum Ende von diesem zweiten Band hin machen.

“Finstermoos” liest sich für mich weiterhin eher anstrengend. Das liegt an den vielen und meist auch sehr langen beschreibenden und erklärenden Passagen. Gerade in Sachen Landschaftsbeschreibungen hätte man sich für mich gern kürzer fassen dürfen. So habe ich mich über jeden Dialog gefreut, denn Dialoge lockern einfach auf und lesen sich nun mal leichter. Die Kapitel sind häufig sehr kurz, daher kann man schon mal mehrere am Abend lesen. Wenn man sich durchbeißt. Ich musste das an manchem Abend leider.

Dieser Band ist in einem hellen Gelb und verwaschenem Grün gehalten und so im Regal ganz auffällig. Mt der Seilbahn steht ein wesentlicher Punkt der Geschichte im Mittelpunkt.

Fazit: Leider rührt der wesentliche Teil der Spannung bisher von dem Rahmengeschehen her. Von den Gefahren in den Bergen und den Streitpunkten in der Gruppe. Die Frage nach der Wahrheit um Finstermoos, dem Geschehen im Dorf, den Geheimnissen bringt bislang für mich keine Spannung ein. Einfach, weil ich null Anhaltspunkt habe und mir stattdessen nur ein Sack weiterer Fragen serviert wurde. Zudem habe ich Angst, dass mir meine Verwirrung bei den Nebenfiguren am Ende der Reihe zum Verhängnis wird.


Titel: Finstermoos (02) – Am schmalen Grat
Autor: Janet Clark
Seiten: 221
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785577493
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Schneeweiss, blutrot (Susanne Mischke)

schneeweissblutrotFrüher haben Milena und ihre Clique die Regeln gemacht. Doch während eines Ausflugs in die Berge, in völliger Isolation, ohne Handys und umgeben von nichts als Schnee, kommen Geschichten ans Licht, die Milena am liebsten vergessen hätte. Schreckliche Wahrheiten nehmen ihren Platz ein. Und Milena ahnt nicht: Die Spielregeln von damals gelten längst nicht mehr.

Seit meinem Arena X-Thriller Highlight “Röslein stach” laufe ich hinter den Thrillern von Susanne Mischke her. Immer in der Hoffnung, noch einmal solch eine geniale Geschichte lesen zu dürfen.
Als dann dieser X-Thriller von ihr erschien führte kein Weg daran vorbei. Rein von Klappentext her klang die Geschichte voll nach meinem Geschmack. Ich mag spannende und gruselige Geschichten, die an einem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort spielen, und an denen nur wenige Personen beteiligt sind. Darin steckt in meinen Augen sehr viel Potenzial
Also begann ich guter Dinge mit “Schneeweiss, blutrot”.
Große Vorreden werden nicht geschwungen. Die Idee von dem gemeinsamen Ausflug in die Berge kommt schon nach nur drei Seiten zur Sprache, und sehr bald ist die Clique unterwegs in die Schweiz. In dieser Zeit hat Gelgenheit, sich die Charaktere vertraut zu machen. Mit einigen habe ich mich sofort anfreunden können, andere waren mir etwas supekt. So richtig unsympathisch fand ich aber niemanden und es hat mir gefallen, dass die Jugendlichen so schön verschieden sind. Bei solch unterschiedlichen Charakteren würden über kurz oder lang quasi Welten aufeinanderprallen. Das konnte würde sicher zusätzlichen Zündstoff liefern.
DerSchauplatz der Geschichte hat mir ebenfalls gefallen. Eine alte Jagdhütte weit oben in den verschneiten Bergen und fernab von jeder Zivilisation. Als Winter-Hasser lief mir alleine bei der Vorstellung eine Gänsehaut über den Rücken. Außerdem fand ich das Bild, das sich mir bei der Vorstellung der Hütte vor Augen schob, ganz schön unheimlich.
Bis dahin war also alles in bester Ordnung. Leider muss ich aber sagen, dass die Geschichte ihr Potenzial nicht wirklich ausschöpft. Trotz Einsamkeit der Hütte, den schroffen Bergen und dem verschneiten Klettersteig, wollte sich bei mir dieses Gefühl der Isolation den der übrigen Welt nicht so intensiv einstellen wie ich es mir gewünscht hatte. Dafür stand der Gruppe noch immer zuviel Raum zur Verfügung. Der Wald beispielsweise, die Möglichkeit zumindest bis zum Klettersteig gehen zu können, Höhlen. Natürlich, überall lauern Gefahren was für spannende Szenen sorgt. Aber das hätte noch mehr Isolation ebenfalls geschafft. Und so sehr mir diese ominöse Truppe aus dem Ort, der Landstreicher und die Gruselgestalten gefallen haben, auch sie brachten mir zu viel Verbindung nach draußen rein.
Ähnlich ist es mit der Gruppendynamik in der Hütte. Ich fand es durchaus interessant, was man über die Kids noch so alles erfährt. Vor allem unter den gegebenen Umständen. Und es gibt mehr als eine Szene, die für Schrecken sorgen und auf manchen der “Freunde” ein bedenkliches Licht wirft. Dabei geht es dramatisch und sogar äußerst blutig zu. Trotzdem habe ich es zwischen diesen Szenen nie so empfunden als spitze sich die Situation wirklich dramatisch zu. Jedenfalls nicht für die Gruppe. Ein oder zwei der Jugendlichen geraten durchaus mal in gefährliche Situationen, aber gerade durch dieses Auseinandersplittern der Gruppe ging für mich das Gefühl verloren, dass da etwas auf sie alle lauert. Durch diese Trennung kam immer wieder “Ruhe” rein, wodurch bei mir Spannung verloren ging.
Das Ende fand ich überraschend, das hatte ich so nicht erwartet. Allerdings fand ich es ziemlich einfach gestrickt. Da hätte ich mir eine tiefgehendere Auflösung gewünscht. Eine mehr so auf der psychologischen Schiene. Klar, der Täter ist zweifelsohne krank im Kopf, aber das hätte gerne noch eindringlicher dargestellt werden dürfen.

“Schneeweiss, blutrot” liest sich gut. Die Geschichte handelt von einer Gruppe Jugendlicher und passend dazu ist der Ton recht jugendlich. Es gibt zwar längere beschreibende Passagen, die etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber zahlreiche Dialoge lockern das dann wieder auf. Die Kapitel sind vergleichsweise lang, aber so macht man mit jedem Kapitel zumindest einen guten Schritt in der Geschichte voran. Das hat mir so gefallen und ich denke, die Jugendlichen, an die sich das Buch in erster Linie richtet, werden damit gut klarkommen.

Passend zur Szenerie wirkt der Look des Buchs schön frostig. Die roten Beeren bilden einen tollen Kotrast dazu. Diese Kombination passt prima zum Titel.

Fazit:  Ich fand “Schneeweiss, blutrot” zwar schon spannend und das Setting gefiel mir ebenfalls sehr gut, aber ich bin überzeugt, dass man daraus noch mehr hätte machen können. Die Isolation der Gruppe und die sich zuspitzende Situation unter Jugendlichen hätte ich mir noch intensiver dargestellt gewünscht. Ein weniger einfach gestricktes Ende wäre ebenfalls nicht übel gewesen.


Titel: Schneeweiss, blutrot
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 376
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068459
Preis: 12,99 (Broschiert)

Die dunkle Seite des Spiels (Bettina Brömme)

dunkleseitespielWas für ein Abenteuer! Zwei Wochen lang wollen Elena und ihre Klasse auf einer einsamen Berghütte verbringen und dort leben wie im Mittelalter – ganz echt, ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser. Doch was als Rollenspiel rund um einen Hexenprozess geplant ist, wird zum Kampf auf Leben und Tod.

Ich bin diesen Thriller-Zwergen vom Arena Verlag im Moment ziemlich verfallen. Deshalb musste natürlich auch dieser Band ziemlich schnell her.
Und ich war noch bei keinem Minithriller so unentschlossen bzw fand es noch bei keinem so schwierig, mein Problem damit zu schildern. Denn eigentlich ist es ja kein Problem!
Weil ich die Idee der Geschichte nämlich wirklich richtig klasse finde! Eine Gruppe junger Leute in einer einsamen Berghütte, durch schlechtes Wetter dort quasi festgesetzt und vom Leben im Tal abgeschnitten, ein Spiel mit einer Handlung aus dem finsteren Mittelalter, das die anfangs gute Stimmung zu kippen droht, eine Reihe Unglücke, die geschehen, eine Art Lagerkoller und plötzlich zwei völlig Fremde, die auftauchen und von denen man nicht weiß, ob man ihnen trauen kann. Sowas mag ich immer wieder super gerne und für mich ist es stets auf neue ein ziemlich sicherer Garant für einen tollen Thriller!
Ich finde, mit dieser Situation, einem solchen Szenario, lässt sich unglaublich viel Atmosphäre erzeugen, die einen beim Lesen schaudern lässt.
Doch dafür braucht es dann halt doch auch eine gewisse Ausführlichkeit, und die kann ein Minithriller mit seinen 90 Seiten nun mal leider nicht bieten. So erschien mir die Geschichte doch etwas zu oberflächlich um Wirkung zu entfalten.
Und auch wenn ich es schon spannend fand, wie es mit den Kids weitergeht und was es mit den Fremden auf sich hat, hat mir eben diese Wirkung leider gefehlt.

Ratz-fatz und man hat auch dieses Minithriller ausgelesen. Jugendlich locker, unterhaltsam und mit zahlreichen Dialogen ist er erneut ein idealer Lese-Snack. Und da es keine Kapitel gibt, kommt man auch gar nicht auf die Idee, mal eine Pause einzulegen.

Mein Lieblingscover der Minithriller! Ich bin kein Blumenfan, aber ich mag stachelige Gewächse, vor allem wenn sie so schön grün sind 😉

Fazit:  Die Idee dieser Geschichte hätte einen richtigen “großen” Arena Thriller verdient, denn sie hat alles an nötigem Rüstzeug, was es für einen super spannenden und atmosphärischen Thriller braucht! Die 90 Seiten hier halten das alles viel zu sehr unter Verschluss. Ich würde die Geschichte als “großen” Thriller sofort nochmal kaufen!


Titel: Die dunkle Seite des Spiels
Autor: Bettina Brömme
Seiten: 90
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401503936
Preis: € 2,99 (Broschiert)

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