Betrug

Die drei !!! (53) – Hochzeitsfieber

Titel: Die drei !!! (53) – Hochzeitsfieber / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher:  Traudel Sperber, Sonja Stein, Stephanie Damare, Achim Buch, Tina Eschmann ua

Inhalt: Die Hochzeit des Jahres! Maries Vater und Tessa geben sich das Ja-Wort. Eine Hochzeitsplanerin wird engagiert, denn es soll ein rauschendes Fest in der Villa der Grevenbroichs geben. Begeistert hilft Marie bei den Vorbereitungen, doch ständig geht etwas schief. Spätestens als sich ihr Vater verletzt, ist klar: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu! Ein Fall für die drei Detektivinnen. Können sie die Traumhochzeit retten?


Alleine der Titel dieser Folge hat mir schon eine Gänsehaut bereitet. Hochzeit. So überhaupt gar nicht mein Thema und obendrein zunächst ein Garant für Kitsch ohne Grenzen.
Ich konnte nur hoffen, dass der Fall der drei Freundinnen darüber ausreichend hinwegtäuschen würde. Und ich muss sagen, das hat er tatsächlich. Natürlich geht es an sich um die Hochzeit, es kommen Themen wie die Feier, das Brautkleid, die Torte zur Sprache, doch gleichzeitig sind die drei Detektivinnen jemandem auf der Spur, der immer wieder rund um die Vorbereitungen in der Nähe der Braut auftaucht und sich äußerst merkwürdig verhält. Da kann man gut mitknobeln, was derjenig wohl im Schilde führt. Marie, Kim und Franzi heften sich mit der gewohnten Hartnäckigkeit an seine Fersen und scheuen auch Konfrontationen keineswegs. Dennoch werden sie einfach nicht schlau aus der Person und so ist die Auflösung dann auch eine echte Überraschung.
Eigentlich hat man es hier aber mal wieder mit zwei Fällen in einer Geschichte zu tun. Denn auch mit der engagierten Hochzeitsplanerin scheint etwas nicht zu stimmen. Wobei ich in diesem Falle doch sagen muss, dass die Freundinnen deren Spiel weit früher hätten durchschauen müssen. Die Frage, ob sie falsch spielt, hat sich mir erst gar nicht gestellt, das hört man fast auf Anhieb schon heraus. Bleibt die Frage nach dem Warum. Und die Antwort darauf ist zwar weder sonderlich innovativ, noch großartig überraschend, aber auch sie bekommen die Mädels erst nachem sie ordentlich Mut bewiesen haben.

Stephanie Damare ist als Rabea zu hören und für meinen Geschmack hört man ihr sofort an, dass man Rabea vielleicht besser nicht trauen sollte. Das war mir zu offensichtlich. Marc Seidenberg macht als Sebastian dagegen eine wirklich gute Figur. Ihm gelingt es spielend, Sebastian alles andere als sympathisch wirken zu lassen. Da ist die Überraschung gegen Ende natürlich groß. Heide Kiehl hat für die Chefin der Weddingplanneragentur genau den richtigen, energischen Ton parat.

Der Musik hört man das Hochzeitsthema dankenswerterweise nicht an. Aus dieser Richtung hat der Kitsch also auch keine Chance. Die Folge klingt genauso wie ihre Vorgänger auch, und in diesem Falle bin ich dafür mehr als dankbar.

Noch mehr Rosa hätte man im Covermotiv kaum unterbringen können. Nach Krimi und Detektivarbeit sieht hier rein gar nichts aus. Ich persönlich finde das schade und dass man an diese Folge mit gewissen Vorbehalten herangeht, ist angesichts des Covermotivs nicht erstaunlich.

Fazit:  Zu meinem Glück geht es hier zwar um die Hochzeit von Tessa und Helmut, doch die beiden Fälle lenken davon ausreichend ab. So hat der befürchtete Kitsch keine große Chance. Ein, zwei Dinge waren mir zwar zu durchschaubar, aber insgesamt doch eine ordentliche Folge.

ContamiNationZ (04) – Der Plan

Titel: ContamiNationZ (04) – Der Plan / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Elga Schütz, Sabine Kuse, Horst Kurth, Carla Becker ua

Inhalt: Auf ihrer Flucht nach Helgoland werden Jan und seine Gruppe von Freunden brutal angegriffen und voneinander getrennt. Mit letzter Kraft können sich Jan und Fee in ein Dorf von Überlebenden retten. Sie erhoffen sich von den Bewohnern Hilfe für ihre Freunde. Doch es könnte bereits zu spät für sie sein.


Dies ist bereits der vorletzte Teil der Miniserie, was ich eigentlich kaum glauben kann. Kurz vor dem Ende einer Handlung sollte man doch zumindest ansatzweise eine oder mehrere Vorstellungen davon haben, wie sie enden könnte. Doch in dieser vorletzten Episode ist so viel los und es wird so viel Neues eingebracht, dass ich mir bislang noch kein Finale irgendeiner Art vorstellen kann. Jedenfalls nicht so bald.
Hier ist es nun so, dass die kleine Gruppe auf dem Weg nach Helgoland angegriffen und getrennt wird. Fee und Jan erreichen ein Dorf Überlebender und gemeinsam mit ihnen schöpft man natürlich sofort wieder Hoffnung. Ich konnte Jans und Fees Zweifel an diesen Leuten zunächst gar nicht verstehen, so langsam und unauffällig schleicht sich hier die nächste Katastrophe ein. Und als sie sich dann zeigt, packt einen das Schaudern.
Denn mit der Schattenseite des Dorfes haben gleichzeitig Nastja, Keller und Kathrin zu kämpfen. Und auf dieser Schattenseite geht es wahrlich heftig zu. Da habe ich nicht schlecht gestaunt und mich gefragt, ob solch eine Situation tatsächlich so etwas aus Menschen machen kann. Womöglich, auch wenn es kaum vorstellbar ist angesichts solcher Grausamkeiten. Hier gibt es Szenen, da krümmt man sich beim Hören und das Ende ausgerechnet an der Stelle habe ich der Folge arg übel genommen. Wo ich doch Keller so gerne mag!
Die Zusammenhänge zwischen den beiden Schauplätzen deuten sich hier erst an und ich schätze, dass man in der Hinsicht im fünften Teil nochmal so richtig sein sprichwörtliches Blaues Wunder erleben wird.

Durch die Gruppe von Angreifern und die Bewohner des Dorfes ist die Sprecherliste dieses Mal deutlich länger als bei den vorigen Folgen. Und bei Jan und seinen Leuten ist ja auch noch Kahtrin mit dabei, deren Verzweiflung und Angst Cornelia Diesing-Vonau so intensiv rüberbringt, dass Kathrin einem einfach nur super leid tut. Sabine Kuse ist als Anführerin der Truppe zu hören, die Nastja, Fee und Kathrin gefangen genommen haben und trifft dür diesen Part genau den richtigen harten und kalten Ton. Und immer wenn ich Helmut Krauss als Tobias gehört habe, wollte ich einfach nicht glauben, dass das Dorf es nicht gut mit Fee und Jan meint. Seine Stimme vermittelt einfach nichts Böses und ich bin sehr gespannt, wie das mit den seltsamen Vorkommnissen im Dorf in Zusammenhang stehen wird.

Bislang ging es was Musik anbetrifft ja eher zurückhaltend zu, laute Klänge fand man nicht so oft. Das ist hier ein wenig anders. Neben den düsteren, eher leisen Stücken sind speziell beim Geschehen um Nastja, Keller und Kathrin auch mal lautere, drängendere Klänge, zu hören, was der Dramatik an diesen Stellen sehr gut tut, sodass man einfach nicht von der Geschichte wegkommt.

Bei dieser Folge ist der Schädel eines Kadavers vor dem blutroten Hintergrund zu sehen. Für mich zum ersten Mal ein wirklich klares und deutliches Bild von solch einer Kreatur. Die Motive der vorigen Folgen ließen ja doch noch etwas Raum für Phantasie. Jedenfalls ein wirklich schönes, schauriges Motiv.

Fazit:  Soviel wie diese vorletzte Folge noch aufbietet, fehlt mir noch jede Vorstellung, wie die Handlung in der nächsten Episode zu einem Ende finden soll. Durch die Trennung der Freunde bekommt man Spannung gleich aus zwei Richtungen geboten, gespickt mit wahrlich grausigen Szenen. Ich bin so neugierig auf den fünten Teil!

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (03) – Die betrogenen Titanic-Passagiere

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (03) – Die betrogenen Titanic-Passagiere / Verlag: Romantruhe / Spielzeit: / Sprecher:

Inhalt: Sherlock Holmes’ neuester Fall führt den Detektiv und seinen Freund Dr. Watson nach Southampton. Hier soll einmal der Stolz der White-Star-Reederei, die “Titanic”, zu ihrer Jungfernfahrt auslaufen. Noch ist das Schiff nicht fertig gebaut, aber mehrere Familien aus armen Verhältnissen haben bereits ihre Ersparnisse geopfert, um sich eine Passage in die neue Welt zu sichern. Allerdings scheinen sie beim Versuch, ihr Startkapital für ein neues Leben zu vergrößern, einem ebenso gewieften wie gewissenlosen Schwindler auf den Leim gegangen zu sein.


Nein, offenbar müssen es nicht immer gleich zwei CDs für eine Folge dieser Serie sein, wie ich nach Folge 2 noch befürchtete. “Die betrogenen Titanic-Passagiere” kommt also auf nur einer CD daher und ist so gleich schon wieder einen ganzen Tacken besser und griffiger als der Vorgänger. Das gewisse Etwas verdankt diese Geschichte der Tatsache, dass man als Hörer natürlich weiß, was der Titanic und damit den Passagieren bei ihrer Jungfernfahrt zustoßen wird. So empfindet man durchaus ein gewisses Gruseln, wenn O’Malley von seinen großen Hoffnungen in die Zukunft in Amerika erzählt. Gleichzeitig ist man trotzdem verärgert, dass mit ihm und den anderen Passagieren aus armen Verhältnissen so verbrecherisch umgegangen wird. Somit habe ich Holmes und Watson hier ganz besonders gern bei ihren Ermittlungen begleitet. Auch hier erlebt man manche Wendung, jedoch ohne dass sich die Handlung dadurch unnötig in die Länge zieht. In knackigen 70 Minuten wird hier eine spannende und interessante Geschichte erzählt, in der Holmes auch mal mit roher Gewalt zu Werke geht und -man staune!- sogar mal einen Denkfehler eingesteht! Das lässt ihn für mich gleich menschlicher und sympathischer erscheinen. Gefallen hat mir auch seine unheilvolle Andeutung am Ende der Geschichte 😉

Christian Rode und Peter Groeger sind weiterhin gut in Form und es macht auch hier wieder Spass, ihnen zu lauschen. Klaus Herm in der Rolle des O’Malley habe ich ebenfalls gerne gehört. Er zählt ohnehin zu meinen Lieblingssprechern und ich habe ihm den Part des armen betrogenen Titanic-Passagiers sofort abgenommen. Bernd Vollbrecht und Werner Ziebig wissen dagegen als Bösewichte zu überzeugen.

Das Covermotiv passt prima zur Geschichte, auch wenn ich die etwas schaurigeren Motive lieber mochte 😉 Aber diese Folge ist ja auch nicht in diesem Sinne gruselig. Somit geht das völlig in Ordnung.

Fazit:  Nach dem kleinen Durchhänger bei Folge 2 hat mir diese Geschichte wieder prima gefallen. Spannend und mit einem feinen Funken Humor, so darf es weitergehen.

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