Biest

Gänsehaut (56) – Das Biest kommt in der Nacht (R.L. Stine)

gaensebiestNach dem Tod ihrer Eltern muss die 12-jährige Heidi zu ihrem Onkel Dr. Jekyll und dessen Tochter Marianna nach Vermont ziehen. Die Verwandten wohnen in einem großen, alten Haus außerhalb einer kleinen Stadt. Ihr Onkel empfängt sie freundlich, obwohl er die meiste Zeit in seinem Labor verbringt, das sie nicht betreten soll. Nur ihre Kusine verhält sich abweisend. Nachts hat Heidi einen schrecklichen Albtraum, in dem sie von einem unheimlichen Wesen in die Schulter gebissen wird. Als sie schweißgebadet erwacht, hört sie von draußen unheimliche Schreie und Stöhnen.Von einem Jungen aus der Stadt erfährt sie, dass der Ort nachts von einem Biest heimgesucht wird. Die Menschen vermuten, dass dies alles etwas mit den geheimen Experimenten ihres Onkels zu tun hat.

Solche Biester kommen ja meistens erst in der Nacht aus ihren Löchern. Das ist nichts Neues, aber irgendwie sprach mich das Cover hier an.
Heidi tat mir zunächst wirklich leid wie sie mutterseelenallein auf dem Bahnhof strandet und sich dann alleine zum Haus des Onkels durchschlagen muss. Wohlversorgt mit gleich gleich der ersten Schauergeschichte um ihn und sein Anwesen. Der Junge, den sie am Bahnhof trifft, ist da sehr mitteilsam.
Ich war neugierig, was Heidi und mich im Haus ihres Onkels erwarten würde. Geschichten mit solchen “verrückten” Wissenschaftlern mag ich meist ganz gerne. Ehe man jedoch den Onkel kennenlernt, läuft man erstmal mit Heidi durch den dunklen Wald und steht letztlich vor dem düsteren, alten Haus. Ich muss sagen, Wald und Haus werden wirklich ganz schön gruselig beschrieben für die Verhältnisse dieser Bücherreihe.
Da ich wie gesagt etwas übrig habe für verschrobene Professoren war mir Heidis Onkel dann auch prompt sehr sympathisch. Ich habe ihn mir so vorgestellt wie Doc Brown aus “Zurück in die Zukunft”, den ich ebenfalls total mag. Dagegen fand ich Heidis Cousine Marianna weit weniger nett mit ihrer verschlossenen Art. Da hätte ich Heidi einen freundlicheren Empfang gewünscht.
Bald wird Heidi von Albträumen geplagt und in der Nacht wird sie Zeuge, wie der Ort wegen des Biests in Panik gerät. Gibt es dieses Ungehuer also wirklich? Und stimmt es, dass es etwas mit Heidis Onkel und seinen Experimenten zu tun hat? Während Heidi recht unentschlossen ist und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, war ich mir sehr früh sicher, wer das Biest ist.
Ich lag mit meiner Vermutung auch absolut richtig, obwohl die Geschichte mich doch noch einmal kurz fast auf’s Glatteis geführt hätte.
Aber dadurch wurde es kurz vor Ende dann nochmal spannend, was auch nicht schlecht ist.
Das Ende selber hat mich dann total überrascht und mir außerdem so richtig gut gefallen. Ganz schön böse!

Mit 123 Seiten ist dieses Büchlein ein weiterer schöner Lesehappen für zwischendurch. Erfreulicherweise erzählt Heidi ziemlich erwachsen, weshalb die Geschichte weniger kindlich wirkt als viele ihrer Kollegen. Die Kapitel sind appetitlich kurz, da liest man schnell mal mehrere oder alle hintereinander weg.

Das Cover zeigt natürlich das Biest und auch die ängstliche Heidi im Labor ihres Onkels. Irgendwie finde ich das Biest ziemlich witzig mit dem Körper, der so klein aussieht und dagegen dieser riesige behaarte Arm. Und ja, etwas schaurig sieht es ebenfalls aus.

Fazit:  Die Frage, wer das Biest ist, war für mich schnell beantwortet. Aber ein kleiner Dreh gegen Ende brachte mich dann doch noch kurz ins Schwanken. Aber nur ganz kurz. Trotz dieser Durchschaubarkeit hat mir die Geschichte aber gefallen. Vor allen wegen den offensichtlichen Anleihen an “Dr. Jekyll und Mr. Hyde”.


Titel: Gänsehaut (56) – Das Biest kommt in der Nacht
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570209820
Preis: gebraucht ab € 0,10 (TB)

Die drei ??? (167) – …und das blaue Biest

Titel: Die drei ??? (167) – …und das blaue Biest / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Sonja Stein, Sascha Draeger, Andreas Fröhlich ua

ddf167Inhalt: Im Film-Erlebnispark Movie Empire gehen seltsame Dinge vor sich. Ein Unbekannter verübt hinterhältige Sabotage-Akte und bringt damit die Shows und Besucher in Gefahr. Aber wem könnte daran gelegen sein, den Park zu ruinieren? Als wäre das nicht genug, taucht immer wieder ein blau schimmerndes Monstrum auf, das einem mythischen Mantikor ähnelt. Furchtlos nehmen die drei ??? die Ermittlungen auf. Bis sie eines Nachts plötzlich dem Biest gegenüberstehen.


Bei diesem Covermotiv darf man zurecht gespannt sein auf die Geschichte, wie ich finde. Außerdem ist “Biest” sehr allgemein gehalten, da wird man leicht neugierig, mit welcher Kreatur die drei Detektive es dieses Mal zu tun bekommen.
Trotzdem hat die Folge bei mir einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. In erster Linie deshalb, weil die Jungs (mal wieder) gleich zwei Fälle zu lösen haben. Den um das Biest und einen, der sich um Sabotageakte dreht. Auch wenn sich beides in dem gleichen Freizeitpark abspielt, so haben sie sonst nichts mit einander zu tun. Da habe ich völlig umsonst geknobelt und war völlig baff als sich herausstellte, dass es keine Zusammenhänge gab. Gab es zu dem Fall um die Sabotage keinen reißerischen Titel, dass noch das Biest her musste, oder wieso mussten es zwei Fälle sein?
Immerhin ist jeder von ihnen soweit in Ordnung. Auch wenn es bei der Sabotage wieder mal mysteriöse Rätsel zu lösen gilt, so ist es doch ganz spannend zu verfolgen, wer und was dahintersteckt. Und die Vorkommnisse um das Biest steuern den unheimlichen Touch bei, die viele ???-Folgen an sich haben.
Was allerdings Bobs Intermezzo mit diesem sonderbaren Mädchen umd dem Spiel mit dem Karton soll, das habe ich selbst nach mehrmaligem Hören nicht verstanden. Ja, das Mädchen ist wichtig für den Fall, aber Bob hätte es auch ganz normal kennenlernen können. Ganz ohne dieses “Beißt es, oder beißt es nicht”-Spiel.

Besagtes Mädchen wird übrigens von Sonja Stein gesprochen, die ich bei den “Drei !!!” wirklich gerne höre. Hier habe ich ihr diesen rotzigen Ton und dieses übetriebene Kaugummigeschmatze aber beim besten Willen nicht abgenommen. Dieses Geräusch hasse ich sowieso. Lachen musste ich dagegen darüber, dass man als Sprecher für den Tarzan aus der Freizeitparkshow ausgerechnet Sascha Draeger angeheuert hat. Witzige Idee!

An Musik und Geräuschen gibt es einmal mehr nichts weiter auszusetzen. Die eingesetzten Stücke stehen der Geschichte gut und helfen der Atmosphäre der jeweilen Szenen auf die Sprünge.

Das Covermotiv gefällt mir immer noch sehr gut! Das Biest sieht wirklich schauerlich aus und es macht sofort neugierig, womit man es zu tun hat.

Fazit:  Einmal mehr haben die drei Detektive es hier mit gleich zwei Fällen zu tun, die zwar am gleichen Ort spielen, sonst aber nicht in Verbindung stehen. Einzeln für sich sind beide ganz ordentlich geraten. Beide sind spannend und einer steuert außerdem etwas Unheimliches bei. Dennoch frage ich mich, wieso es neuerdings so oft mehrere Fälle in einer Folge geben muss? Ist das jetzt Trend?

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