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Painting Marlene (Sabine Ludwig / Tanja Geke / Jona Mues)

Titel: Painting Marlene / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 303 min / 4 CDs / Buch: Sabine Ludwig / gelesen von: Tanja Geke & Jona Mues

Inhalt: Ist nichts, wie es scheint? Extrem spannender Psychothriller von Sabine Ludwig Die 18-jährige Marlene ist mit der Schule fertig, bei ihrer Mutter ausgezogen und wohnt jetzt allein in der Wohnung ihres kürzlich verstorbenen Vaters. Ihre Freizeit verbringt sie hauptsächlich auf Partys und mit ihren Freunden Rike und Georgie. In der Wohnung ist ein Erinnerungsstück an ihren Vater, einen Maler, verblieben: ein Porträt von Marlene. Eines Tages kommt ihr das Bild verändert vor. Gleichzeitig fühlt sie sich verfolgt. Von wem? Georgie, Jasper, Hausmeister Wedau? Wem kann sie noch trauen?


Ich fange hier mal mit eine Abschlussbewertung an: mir hat “Painting Marlene” sehr gut gefallen.
Warum? Wahrscheinlich weil ich auch ein recht ausgeprägtes Faible für Jugendgeschichten ohne Mystery habe. So habe ich sehr gerne dabei zugehört, wie Marlene versucht, auf eigenen Beinen zu stehen. Mit eigener Wohnung, selbstbestimmtem Leben, allen Freiheiten, die sich ein junges Mädchen davon erhofft, aber eben auch mit allen Schwierigkeiten, die in dieser Situation auf einen zukommen. Damit geht die Geschichte sehr authentisch und sympathisch um. Und an sich hätte die Geschichte gut bis zum Ende so weiter verlaufen können und wäre alleine schon deshalb interessant und spannend gewesen, weil man wissen möchte, wie Marlene ihre Situation schließlich in den Griff bekommt. Nun möchte die Story aber vermutlich eben auch mystisch und leicht unheimlich sein. Ich habe sie so nicht empfunden. Selbstverständlich gehen seltsame Dinge in der Wohnung bzw auf dem Bild von Marlene vor, aber gruselig wie bei “Das Bildnis des Dorian Grave”, an das sich “Painting Marlene” zweifellos ein wenig anlehnt, geht es nicht zu. Diese Vorkommnisse stellen aber ein weiteres spannendes Element dar, denn man fragt sich automatisch, was da vor sich geht und wer dahinter steckt. Und speziell für diese letzte Frage steht eine ganze Reihe Verdächtiger parat. Das Ende ist schließlich eine sehr große Überraschung. Bei aller Grübelei, wer derjenige Welche ist, darauf wäre ich wohl nie mit Überzeugung gekommen.

Tanja Geke liest den Löwenanteil der Geschichte. Mir hat ihre frische, junge aber doch markante Stimme dafür gefallen. Sie liest locker, wie es einer Geschichte um ein junges Mädchen gut steht, und schafft es auch, das Wesen und die Launen der Charaktere einzufangen und an den Hörer zu bringen.
Jona Mues meldet sich zwar deutlich seltener zu Wort, aber dann hinterlässt er vom ersten Satz an Eindruck. Mit dunkler, eher leise Stimme liest er die Passagen des aussenstehenden Täters. Dabei ist er immer für eine Gänsehaut gut.

Das Cover ist ein Blickfang. Und das obwohl das Motiv nicht ausgefallen ist und außer Schwarz kaum andere Farben beteiligt sind. Genau diese Düsternis hatte mich aber auf das Hörbuch aufmerksam gemacht. Sie vermittelt Spannung. Das Booklet beinhaltet die Tracklist und Fakten zur Autorin und den beiden Sprechern.

Fazit: Gruselig -wie ich es mir wegen der Ähnlichkeit zu “Dorian Grave” vorgestellt / erhofft hatte- ist “Painting Marlene nicht. Aber spannend, sogar sehr spannend, was die seltsamen Veränderungen am Bild, und auch die Entwicklungen in  Marlenes Leben angehen. Mit Letzterem setzt sich die Geschichte sehr realistisch auseinander und macht sich so greifbar. Toll!

Lego City (04) Zug – Alarm im Lego City Express

Titel: Lego City (04) Zug – Alarm im Lego City Express / Verlag: Universum / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Flemming Stein, Patrick Bach, Uwe Hügle, Stefanie Kirchberger, Douglas Welbat ua.

Inhalt: Eine Gangsterbande im LEGO City Express hält die Passagiere in Schach. Aber wollen die Bösewichte wirklich nur Geld oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Haben sie es vielleicht auf die geheimnisvolle Dame abgesehen, die von Kommissar Funkel und seinen Kollegen bewacht wird? Und was haben die beiden Punk-Musiker mit der Sache zu tun? Ein kniffeliger Fall für unseren Nachwuchsreporter Reporter Max und Eddie Dix von den LEGO City News, die natürlich mal wieder mitten drin stecken.


Mit dieser Folge wartet nun schon das vierte Abenteuer auf Reporter Eddie Dix, seinen Nachwuchsreporter Max und selbstverständlich auch Kommissar Funkel. Und das hat es in sich. Denn im Zug lauert nicht nur ein Verbrecher und zudem wird hier ein wertvolles Mosaik transportiert, auf das es die eine Verbrecher-Truppe abgesehen hat. Mir hat diese Folge wirklich sehr gut gefallen. Einmal natürlich -dafür habe ich eben ein Faible- weil die Handlung auf begrenztem Raum spielt, das verleiht immer noch mal zusätzlich eine gewisse Spannung. Aber auch, weil der Kommissar und die beiden Reporter hier wirklich gut zusammenarbeiten. Natürlich immer auch mit dem einen oder anderen flotten Spruchauf den Lippen, so dass man auch mal lachen kann. Und sogar ein wenig Action wird geboten. Die Mischung passt einfach, und die Handlung hält das Tempo, das der Lego City Express auf der Schiene vorlegt.

An den Sprechern gibt es wie bei allen bisherigen Folgen nichts auszusetzen. Patrick Bach, Flemming Stein und Uwe Hügle geben ein prima Ermittler-Trio ab, bei dem alle mit hörbarem Spass und Elan bei der Sache sind. Und auch in den Nebenrollen ist mit Sprechern wie ua Stefanie Kirchberger, Douglas Welbat und Christian Stark alles im grünen Bereich. Speziell über Stefanie Kirchberger freue ich mich bei jeder Folge aufs Neue und es ist schön, dass sie so regelmäßig mitmischt.

Die Untermalung kann sich ebenfalls wieder hören lassen. Die Musikstücke fügen sich gut ein und sorgen für die nötige Atmosphäre und die Geräusche vernaschaulichen gut die Handlung. Das Titellied bleibt einem nach dem Hören ebenfalls noch eine Weile im Ohr.

Das Cover zeigt sich wie gewohnt schön bunt, wobei mir der Hintergrund immer noch zu wenig detailreich ist. Dafür lässt der Zug und die Legomännchen darauf gut auf den Schwung der Geschichte schließen. Reporter Eddie Dix mit seinem Mikro und Kommissar Funkel mit dem unvermeidlichen Notizblock im Vordergrund machen einen vergnügten Eindruck und lassen so auch auf eine Menge Spass hoffen.

Fazit: Mir hat “Alarm im Lego City Express” sehr gut gefallen. Spannend, actionreich und angereichert mit so manch frechem Spruch. Wenn schon Hörspielserien zu Spielzeugreihen, dann bitte so!

Oksa Pollock (02) – Die Entschwundenen (Anne Plichota & Cendrine Wolf / Cathlen Gawlich)

Titel: Oksa Pollock (02) – Die Entschwundenen / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 412 min / Buch: Anne Plichota & Cendrine Wolf / gelesen von: Cathlen Gawlich

Inhalt: Wenn dein bester Freund in Gefahr ist, wirst du dein Leben aufs Spiel setzen, um ihn zu retten. Die zweite große Prüfung für Oksa Pollock beginnt Kaum sind Oksa und Gus gemeinsam aus Orthons Fängen entkommen, da verschwindet Gus plötzlich auf seltsame Weise. Bald wird klar, dass er in einem Gemälde gefangen wurde und dass eigentlich Oksa hätte das Opfer sein sollen. Gemeinsam mit den Rette-sich-wer-kann , ihrem Vater und dem Jungen Tugdual folgt Oksa Gus in das Gemälde, um ihn zu retten. Dort warten nicht nur gefährliche Abenteuer auf sie. Oksa merkt, dass sie sich nicht nur zu Gus, sondern auch zu Tugdual hingezogen fühlt. Für wen soll sie sich entscheiden?


Als Huldvolle hat man es nicht leicht. Das hat Oksa schon in ihrem ersten Abenteuer feststellen müssen. Aber auch “Die Entschwundenen” halten wieder einige Herausforderungen für sie bereit. Ein wenig hat mich der Aufhänger der Geschichte ja an “Alice im Wunderland” erinnert. Da ist es ein Erdloch in eine sonderbare, fremde Welt, Oksa und die Rette-Sich-Wer-Kann purzeln quasi in ein Bild und landen an einem seltsamen, gefahrvollen Ort. Solch ein Land hat den Autorinnen natürlich erneut viel Spielraum für phantasievolle Ideen geboten, den sie auch fleißig ausnutzen. Nicht nur die Beschreibung der Welt mit seinen speziellen Eigenarten sind ideenreich erdacht, vor allem die Lebewesen dort fallen sehr einfallsreich aus. Die Mission Gus zu retten hält einige Prüfungen für Oksa und ihre Freunde bereit und es wird auch sehr bald deutlich, dass diese Welt im Bild nicht ungefährlich ist. Das hält die Geschichte durchgängig spannend und interessant, und ich konnte mir beim Hören gut vorstellen, dass es vielleicht auch mal PC- oder Konsolenspiele zur “Oksa”-Serie geben könnte. Der geradlinige Verlauf dieses zweiten Bandes mit den Prüfungen würde sich da anbieten. Gefallen hat mir außerdem -ich mag das oft ganz gerne- dieses sich anspinnende Gefühlschaos von Oksa gegenüber Gus und Tugdual. Oksa wird in diesem zweiten Teil immerhin 14 Jahre alt, da hat auch eine erste zarte Liebesgeschichte ihre Berechtigung, und die ist hier wirklich goldig geraten.

Cathlen Gawlich hat bereits “Die Unverhoffte” absolut genial gelesen, und auch bei “Die Entschwundenen” ist sie wieder zu hören. Ich kann oft nur ungläubig und bewundernd den Kopf darüber schüttelt, welch eine Fülle an Stimmen sie für die Charaktere und vor allem für die zahlreichen Wesen bereithält. Und welchem Engagement sie sich durch die Geschichte spricht, lacht, gackert (ich hätte so gerne eine Sensibylle! Dank Cathlen Gawlich bin ich fürchterlich verliebt in dieses hysterische Huhn ;)), wie sie Akzente umsetzt und als Plemplem gestelzt daher redet.  Das klingt über wite Teile schon nach HörSPIEL.

Auf dem Cover Oksa mit den beiden jungen Herren ihres Herzens: der offene, nette Gus und der geheimnisvolle und düstere Tugdual. Im Hintergrund angedeutet die wundersame Welt, in der sie durch das Bild gelandet sind. Mit gefällt der Zeichenstil der Figuren sehr gut, sie wirken schön lebendig. Und durch die Licht- und Schattenspielereien ist auch eine gewisse Spur des Unheimlichen zu erkennen, das auf Oksa und Co. lauert. Auch wenn auf der Rückseite des Booklets ein Überblick über die bisherigen Ereignisse zu finden ist, sollte man schon mit “Die Unverhoffte” in die Reihe einsteigen, sonst wird man schnell nicht mehr durchsteigen.

Fazit:  Mir hat dieser zweite Teil noch eine Spur besser gefallen als Teil 1. Spannend, einfallsreich voll phantasievoller Elemente und durch Oksas Schwärmerei für Gus und Tugdual auch sehr goldig.

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