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Benjamin Blümchen (135) – Die Zoo-Feuerwehr

Titel: Benjamin Blümchen (135) – Die Zoo-Feuerwehr / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 43 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Katja Primel, Wilfried Herbst ua

Inhalt: Baron von Zwiebelschreck beschwert sich mal wieder über den Lärm aus dem Zoo. Doch diesmal lässt er es dabei nicht bewenden. Er bringt den Bürgermeister dazu, den Zoo ganz zu schließen. Die Begründung dafür lautet, es gibt keine Feuerwehr. Da stellen Benjamin und Otto mit den Tieren einfach eine Zoo-Feuerwehr auf die Beine!


Der Aufhänger zu dieser Geschichte wirkt schon etwas übers Knie gebrochen. Baron von Zwiebelschreck wohnt ja nun nicht erst sei gestern neben dem Zoo und nun stört ihn plötzlich der Lärm. Mit simpler Erpressung bringt er den Bürgermeister dazu, den Zoo zu schließen. Begründung: es gibt keine Zoofeuerwehr.
Aha, na dann…so richtig neuartig klingt das jedenfalls nicht. Vor langer Zeit gab es ja bereits eine Folge mit Benjamin als Feuerwehrmann. Jetzt ist halt mal eine Zoo-Feuerwehr, bei der auch die anderen Tiere mitmischen. So kann man eine alte Idee natürlich auch neu aufkochen. In Sachen Vermenschlichung der Zootiere geht es dabei kaum extremer als hier. Das muss man mögen, mir persönlich ist das defintiv zu viel davon.
Der Rest der Geschichte birgt nicht sonderlich viel Spannung und ist zeitig schon sehr vorhersehbar.
Positiv anzumerken ist dagegen, dass Benjamin hier endlich mal wieder ein Vorbild ist. In diesem Falle für die anderen Tiere. Er leitet sie an bei den Feuerwehrübungen und beweist dabei, dass er eine ganze Menge von seinen ersten Erfahrungen als Feuerwehr behalten hat und nachwievor umzusetzen weiß. Ja, Benjamin ist endlich wieder derjenige, der weiß, wo es langgeht. Das sah ja eine ganze Reihe Folgen lang völlig anders aus…

Die Sprecherliste ist angenehm kurz und besteht durchweg aus vertrauten Sprechern. Ulrike Stürzbecher findet dieses Mal ein gutes Maß bei Karlas oft schriller Stimme. Katja Primel klang für mich anfangs etwas seltsam, zu tief von der Stimme her, doch das legte sich schnell. Und Roland Hemmo und Wilfried Herbst geben einmal mehr ein drolliges Duo. Was nur wieder unglaublich nervt: Sprecher, die Tierstimmen imitieren bzw Tieren überhaupt erst eine Stimme verleihen.

Musik gibt es neben dem Titellied einmal mehr keine zu hören. Dafür eine für diese Reihe ganz ordentliche Geräuschkulisse.

Schön, Benjamin mal wieder in einer Uniform zu sehen. Das weckt Erinnerungen an de großartigen Berufefolgen. Mit dem Lagerfeuer, das gelöscht wird und der Reihe knuffiger Zootiere, wird das bunte Motiv der Geschichte absolut gerecht.

Fazit:  Die Idee wirkt wie aufgekocht, da man Benjamin schon einmal als Feuerwehrmann erlebt hat. Daran ändert sich nichts, nur weil die Zootiere mitmischen. Außerdem ist die Geschichte eher unspannend und sehr vorhersehbar. Einen unmittelbaren Aufschwung nach Stellas Abreise kann ich hier leider noch nicht erkennen.

Leberkäsjunkie (Rita Falk)

leberkaesjunkieSchluss mit Fleischpflanzerln von der Oma oder mit »Warmen« vom Simmerl – die Cholesterinwerte vom Eberhofer sind so hoch wie die Laune im Keller. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling: knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, da kennt sie kein Pardon.
Und dann dieser grausame Mord an einem Fremden in der Pension von der Mooshammer Liesl, der mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Warum hatte sich dieser Gast nach Niederkaltenkirchen verirrt? Und warum wollte man ihn so brutal aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der angolanische Fußballspieler Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf.

Zunächst erstmal ein ganz großes “Tut mir leid”, dass die Leserattz so lange pausiert hat was Rezensionen angeht. Ganze zwei Monate. Wahnsinn! Irgendwie fehlten mir Zeit und Lust zum Lesen. Das soll sich aber nun wieder einpendeln.
Das fällt umso leichter, wenn man mit einer Besprechung zu einem Buch aus einer absoluten Lieblingsreihe wieder loslegt
In diesem siebten Fall hält eine Brandleiche Eberhofer schwer auf Trab. Da an selbiger Brandpaste nachgewiesen wird, ist ziemlich klar: hier war ein Mörder am Werke. Hier ist nicht einfach durch ein Unglück die Pension der Mooshammerin abgebrannt!
Ich weiß noch, wie ich den ersten Fällen von Franz Eberhofer vorgeworfen habe, dass das ganze Drumherum ständig davon ablenkt. Und so unterhaltsam wie dieses Drumherum auch ist, das sollte bei einem Krimi eben nicht so sein. Inzwischen hat die Reihe sich in dieser Hinsicht wirklich gemacht! Speziell bei diesem Fall ist es mir aufgefallen, dass die Geschichte trotz aller Ablenkungen immer wieder recht zügig zum Krimi zurückfindet. Das sorgt einmal klar für Spannung, aber eben auch dafür, dass die Handlung griffig wirkt. Da kann man gut mitknobeln und bleibt durchweg gespannt und neugierig auf den Verlauf und das Ende dieses Falles.
Unterstützt wird Eberhofer einmal mehr durch Rudi Birkenberger. Und wenn der Franz zwischendrin nicht selber zugeben würde, dass Rudi durchaus ein cleveres Kerlchen ist, müsste ich mich an dieser Stelle ernsthaft beschweren. Birkenberger hat nämlich -auch wenn er oft übereifrig ist- etwas, das Franz oft gänzlich fehlt: Ehrgeiz, Motivation und Lust auf erforderliche Ermittlungen. Und solch ein “Kollege” an der Seite schadet Eberhofer defintiv nicht.
Selbstverständlich bekommt man auch hier wieder einiges aus Eberhofers Privatleben geboten. Und das hat es durchaus ebenfalls in sich. Zwangsdiät, das eher kühle Verhätnis zur Susi, sein Vater, der mit einer Verdächtigen seinen zweiten Frühling erlebt und dann auch noch mit der Mooshammerin unter einem Dach leben. Da sind Turbulenzen und zahlreiche lustige Vorfälle und Dialoge vorprogrammiert. Ich habe wieder mal richtig lachen müssen bei dieser Geschichte. Genau das ist auch einer der wesentlichen Gründe, wieso ich diese Krimirehe so mag. Sie macht einfach riesigen Spass!
Und bitte, bitte, liebe Rita Falk, tritt dem Franz ordentlich auf die Füße! Es kann doch wirklich nicht sein, dass bald so viele Fremde in Niederkaltenkrichen einfallen und alles reibungslos und ohne mörderische Vorfälle über die Bühne geht!

Wie nicht anders zu erwarten, liest sich auch dieser siebte Fall weg wie nichts. Und das trotz zahlreicher Dialoge mit ordentlich Dialekt. Eberhofer erzählt eben einfach so wie ihm der Schnabel gewachsen ist und das liest sich herrliche leicht und schnell. Die Dialoge lockern zusätzlich auf. Und die Kapitel haben wieder eine verführerische Länge, bei der man immer denkt ach, eines noch und dann ist man auch schon beim Ende angekommen. Am Ende sind ein Glossar gewisser Begriffe und Rezepte abgehängt.

Das Cover ist dieses Mal in typisch bayerisch Blau-Weiß-Rot kariert gehalten. Das passt prima! Der Feuerlöscher macht neugierig. Was hat es denn damit auf sich bei einem Krimi? Und das Leberkäsbrötchen mit dem Salatblatt daneben deutet eines von Eberhofers rein privaten Problemen an.

Fazit:  “Leberkäsjunkie” hat mir einmal mehr richtig gut gefallen! Die Geschichte lässt den Fall niemals zu lange aus dem Auge. So bleiben die Spannung und eine griffiger Eindruck durchweg bestehen. Das war nicht immer so in dieser Reihe, daher klar ein Daumenhoch dafür. Aber natürlich geschieht auch in Eberhofers Privatleben wieder eine ganze Menge, was für Turbulenzen und viel Witz und Spass sorgt.


Titel:  Leberkäsjunkie
Autor: Rita Falk
Seiten:  320
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423260855
Preis:  € 15,90 (broschiert)

Offenbarung 23 (43) – Totale Vernichtung

Titel Offenbarung 23 (43) – Totale Vernichtung / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: / Sprecher: Alexander Turrek, Ulrike Stürzbecher, Marie Bierstedt, Martin Kessler ua

Inhalt: Im Jahr 1999 kam es im Montblanc-Tunnel zur Katastrophe: 56 Stunden wütete damals ein über 1000 Grad heißes Feuer unter dem “Aiguille du Midi”-Massiv, 39 Menschen starben, drei Jahre dauerten die Aufräumungsarbeiten. Der Berliner Hacker Georg Brand entdeckt, dass das Unglück eigentlich im Niemandsland zwischen Italien und Frankreich geschah – rechtsfreier Raum also. War es also tatsächlich “nur” ein Unglück, was damals geschah? Und was verbrannte wirklich alles in dem Höllenfeuer tief im Innern des “weißen Berges”?


Nachdem mich mein Quereinstieg mit der vorigen Folge kaum begeistern konnte, hat mir diese Folge schon besser gefallen. Anfangs -und auch später- gibt es zwar auch mal etwas längere Passagen, in denen nur geredet und erklärt wird, aber längst nicht so viel wie bei Folge 42. Stattdessen passiert hier tatsächlich mal etwas. Gleich anfangs wird man als Hörer in eine dramatische Situation “geworfen” und später, als T-Rex und Sachs im Tunnel nachforschen, wird es schön spannend und mysteriös, fast ein wenig gruselig. So lasse ich mir “Offenbarung 23” gerne gefallen. Zudem empfinde ich das Thema um den Tunnelbrand als ganz interessant und vieles, was hier erwähnt wird, hat mich sogar dazu gebracht, mal genauer darüber zu recherchieren. Auch das mag ich. Wenn ein Hörspiel noch nach dem Hören wirkt. Das ist hier ganz klar der Fall. Und dadurch, dass man vom Erzähler oft direkt angesprochen wird und Informationen von ihm erhält -wie beispielsweise Koordinaten- fühlt man sich erstens einbezogen und eben auch zum Nachforschen aufgefordert. Und das, ohne dass es aufdringlich wirkt. Es macht einfach neugierig.

Uve Teschner alias Amman Sachs höre ich nach diesen beiden Folgen inzwischen sehr gerne. Ich mag seine energische Stimme, in der aber immer auch mitschwingt, dass er mehr weiß als er bislang zugibt. Ulrike Stürzbecher gefällt mir ebenfalls, da sie Starling wunderbar undurchsichtig und geheimnisvoll klingen lässt, so dass ich ihr nie ganz über den Weg getraut habe. Besonders gefreut habe ich mich über den kleinen Auftritt von Peter Weis. Er ist und bleibt einer meiner Lieblingssprecher und meistert auch diese Rolle ganz souverän.

Muskalisch habe ich auch dieser Folge nichts vorzuwerfen. Es sind durchweg Stücke zu hören, die zur Geschichte und zueinander passen und die jeweiligen Szenen stimmig untermalen.

Selbst das Covermotiv macht hier mehr her. An dieser Szene sieht man schon, dass es hier mehr zur Sache geht. Zusammen mit dem Titel lässt einen das auf eine spannende Story hoffen, und man wird nicht enttäuscht!

Fazit: Gut, dass ich Folge 43 noch riskiert habe. Was ich hier gehört habe, das hat mir doch schon wesentlich eher zugesagt! Mag mir jemand versprechen, dass es so weitergeht? Dann bin ich künftig gerne weiter mit dabei.

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