Bröhmann

Tote Hunde beißen nicht – Bröhmann ermittelt wieder (Dietrich Faber)

broehmann03Kommissar Henning Bröhmann hat den Dienst noch nie sehr geliebt. Und er hat die Nase ziemlich voll: von der Provinz, den Kollegen, dem diktatorischen Vater. Mit dem reist er eines Tages nach Berlin: Beerdigung eines alten Kollegen von Bröhmann senior. Doch in der Hauptstadt geschieht etwas Unerwartetes, Schreckliches. Ein gewaltsamer Tod. Nein, zwei. Und kurz darauf ist der Vater verschwunden. Henning geht der Sache nach und kommt einer unschönen Geschichte auf die Spur. Vor Jahrzehnten, als der Alte noch das Heft in der Hand hielt, verschwand ein Mann hinter Gittern und schwor Rache. Nun sterben in der Gegenwart Menschen. Und Hunde!

Nachdem ich Band 2 der Reihe in einer Nacht ausgelesen hatte, habe ich am folgenden Abend sofort zu diesem dritten Band gegriffen. Natürlich in der Erwartung wieder eine solch amüsante und spannende Lektüre vor mir zu haben.
Die Geschichte begann mit einer echten Überraschung. Auf den ersten Seiten blieb mir wortwörtlich vor Staunen der Mund offen stehen. Mit allem hatte ich gerechnet, damit aber ganz sicher nicht. Somit ging es vielversprechend los!
Doch schon mit der Fahrt nach Berlin, die Bröhmann zusammen mit seinen beiden Kindern und den Eltern unternimmt um dort einen alten Kollegen seines Vaters zu Grabe zu tragen, erhielt meine Begeisterung einen ordentlichen Dämpfer. Das lag alleine an Bröhmanns Eltern, die mir elendig auf die Nerven gingen, und auch ein wenig an Bröhmann, der ihnen kaum etwas entgegenzusetzen hat.
Das ist überhaupt eines der wesentlichen Probleme, die ich mit diesem dritten Teil hatte. Dass die Geschichte auf neue Charaktere setzt, die Franziska, Melina und Laurin nicht ansatzweise das Wasser reichen können. Bröhmanns Eltern nerven ohne Ende und seine alternativ orientierte Schwester habe ich ebenfalls immer wieder zum Teufel gewünscht. Von Franziska hört man kaum etwas, Melina ist plötzlich von ganz anderen Wesen, gar nicht mehr frech und aufmüpfig, und Laurin wird zügig auf Klassenreise geschickt und mischt gar nicht mehr mit. Später erscheint dann noch eine Rike auf der Bildfläche, die mir einfach nur auf den Keks ging, und eine Sabse, über die ich ebenfalls nur die Augen verdreht habe. Ein sehr schlechter Tausch liebgewonnener Figuren gegen Charaktere, die man keine drei Seiten lang am Stück ausshält.
Auch Bröhmanns neuer Fall konnte mich nicht so richtig begeistern. Selbstverständlich war ich gespannt und neugierig, was mit Bröhmanns Vater passiert ist. Eine klasse Idee, jemanden zum Opfer eines Verbrechens zu machen, der Bröhmann so nahesteht. Da hofft und bangt man automatisch intensiver mit als wenn es um jemand Außenstehenden geht. Mir zogen nur die Ermittlungen zu weite Kreise. Sie führen Bröhmann Jahrzehnte zurück, und das war mir dann eine ganze Spur zu komplex für einen Bröhmann-Fall. Vor allem, weil mir die beteiligten Figuren nicht vertraut genug wurden um immer genau zu wissen, um wen es gerade geht bzw mit wem man gerade zu tun hat. Und was diejenigen nun früher und heute miteinander zu tun haben. Dafür waren mir die Charaktere zu wenig markant um jederzeit den Überblick zu haben. Und dabei blieb dann letztlich auch die Spannung um das “Warum” hinter dem Fall ziemlich auf der Strecke.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass ich nicht halb so viel gelacht habe bei diesem Band wie beim vorigen Teil. Wer Figuren wie Bröhmanns Eltern und seine Schwester witzig finden, dem wird es vielleicht anders gehen. Mir haben die alte Melina, Laurin und Franziska klar mehr Spass gemacht. Und auch sonst gab es kaum Szenen, die ich so richtig lustig fand. Schade.
Trotzdem, das Ende der Geschichte darf nicht wahr sein!

Zum Glück ist es dabei geblieben, dass sich das Buch lesen lässt wie nichts. Ich mag Bröhmanns lockeren Erzählstil und die untergemischten Dialoge in hessischem Dialekt, die erstens noch mehr auflockern und zweitens für das typische Flair eines Regionalkrimis sorgen.

Das Covermotiv finde ich immer noch toll. Klar, tierverrückt wie ich nun einmal bin. Es passt so einfach gut zum Titel. Und ein wenig krimimäßig düster wirkt das Motiv ebenfalls.

Fazit:  Für meinen Geschmack der schwächste Band der Reihe. Sympathische und liebgewonnenen Charaktere wurden durch absolut unsympathische und nervige Figuren ausgetauscht, die ich überhaupt nicht lustig fand. Der Fall ist nicht übel, zumal Bröhmann dem Opfer sehr nahesteht, aber er zog mir zu weite und komplexe Kreise, in denen ich mich mangels markanter Figuren nur schlecht zurechtfand. Dennoch hoffe ich, dass das Ende nicht wahr ist.


Titel:  Tote Hunde beißen nicht – Bröhmann ermittelt wieder
Autor:  Dietrich Faber
Seiten:  288
Verlag: Rowohlt (Polaris)
ISBN: 9978-3499267604
Preis:  € 14,99 (Broschiert)

Der Tod macht Schule – Bröhmann ermittelt wieder (Dietrich Faber)

broehmann02Neukölln im Vogelsberg.
Kommissar Henning Bröhmann führt mit der Direktorin der Gesamtschule Schotten gerade ein ernstes Gespräch über seine versetzungsgefährdete Tochter, da durchschlägt ein Stein das Fenster des Büros. Nach dem ersten Schrecken wiegelt die Pädagogin ab: Dumme-Jungen-Streich, alles im Griff – Einmischung nicht erwünscht. Kurz darauf ist sie tot. Jemand hat sie brutal erstochen. Henning ist entschlossen, diesen Fall zu lösen.

Ich weiß noch genau, dass ich bei Band 1 von Bröhmann nicht sonderlich angetan war. Mir gefiel seine Haltung nicht, den damaligen Fall mit möglichst wenig Aufwand möglichst schnell abzschließen zu können. Außerdem war er mir zu versumpft in dem familiären Elend, an dem er zum großen Teil selber Schuld war. Ich mag es nicht, wenn ein Kommissar in einem Buch so hängenlässt.
Umso mehr hat es mich gefreut, in “Der Tod macht Schule” einen komplett anderen Bröhmann zu erleben. Einen, der sich mit Feuereifer in den neuen Fall stürzt und sich sehr um seine Familie bemüht. Ich weiß nicht genau, woher dieser Sinneswandel kommt. Vielleicht daher, dass seine Tochter Melina mit dem neuen Fall im Zusammenhang steht, vielleicht weil er eingesehen hat, dass man für seine Familie auch mal kämpfen muss, vielleicht auch von gewissen beflügelnden neuen Bekanntschaften. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Jedenfalls war ich sehr froh darüber.
Der neue Fall beginnt mit einem Anschlag auf die Direktorin von Melinas Schule. Jemand wirft einen Stein durch das Direktorenzimmerfenster und verfehlt die Direktorin nur knapp. Das wird zunächst noch als Schuljungenstreich abgetan, doch die Angriffe auf die Direktorin häufen sich und erreichen bald eine Dimension, die man nicht mehr als dummer-Jungen-Streich abtun kann.
Damit beginnen Bröhmanns Ermittlungen am Melinas Schule um im Umfeld der Direktorin. Ich fand sie sehr spannend! Der Kreis beteiligter und damit teilweise verdächtiger Personen ist recht überschaubar. So hat man schnell einen Überblick und kann gemeinsam mit Bröhmann rätseln, was es mit den Anschlägen auf sich hat und wer eventuell in der Sache mit drinsteckt. Das macht mir immer sehr viel Spass. Da die Handlung schön geradlinig verläuft, ist es für den Leser machbar, dem Rätsel nach und nach auf die Schliche zu kommen. Dabei hat es der Fall durchaus in sich! Einerseits konnte ich mir das Geschehen in der hessischen Idylle gar nicht wirklich vorstellen, andererseits: warum nicht? So abwegig ist es auch wieder nicht. Mir hat es gefallen, dass Dietrich Faber zwar ein erschreckendes Szenario zeichnet, es aber nicht so abgehoben ist, dass es einem für einen kleinen hessischen Ort aber keineswegs unmöglich scheint.
Neben dem neuen Fall spielt auch Bröhmanns Privatleben wieder eine große Rolle. Die Probleme mit seiner Frau, die pubertierende Tochter oder auch Zeltlager mit dem jüngsten Sproß der Familie. Es ist Dietrich Faber gut gelungen, all das ebenso wichtig erscheinen zu lassen, ohne dass es aber den Krimi zurückdrängt. Bröhmanns Familienleben ist zudem für den größten Teil der Komik verantwortlich. Dieser Teil der Geschichte strotzt vor Situationskomik und lustigen Dialogen. Ich habe Tränen gelacht. Oft tat mir Bröhmann dabei sehr leid. Andererseits hätte ich es nicht missen möchten, denn dann gäbe es weit weniger zum Lache.
Der Krimi entdet quasi zweigleisig. Ein Teil des Falles wird relativ frühzeitig aufgelöst, sodass ich mich schon gefragt hatte, was die verbliebenen 76 Seiten noch bringen sollten. In ihnen löst sich allmählich der zweite Teil des Falles auf und endet schließlich sehr dramatisch. Ich konnte es dem Täter nicht mal verdenken, was er getan hat.

Ich hatte das Buch innerhalb von vier Stunden durch. Ich konnte es vor Spannung und Witzigkeit einfach nicht aus der Hand legen. Bröhmann hat einen guten Blick für die Eigenarten und Schwächen der Menschen um ihn herum und nimmt sie so gerne aufs Korn. Die Kapitel sind angenehm kurz und Melinas Mails an ihre Freundin sorgen für zusätzliche Auflockerung. An ihnen habe ich wohl am längsten gelesen. Es ist ganz schön anstrengend, sich durch eine Mail im Stil der heutigen Jugend zu lesen, aber hallo!

Das Cover mochte ich sofort. Auch wenn ich jetzt nicht wüsste, wann mir in der Geschichte auch nur ein Schwein begegnet ist. Kein tierisches jedenfalls. Trotzdem ist es niedlich. Und das Fadenkreuz verrät deutlich, dass man hier einen Krimi in Händen hält. Mit der Tafel wird man der Schule im Titel gerecht.

Fazit:  Mir hat Bröhmanns zweiter Fall super gut gefallen! Er ist gleichermaßen spannnend, wie auch witzig, ohne dass er dabei jemals in Klamauk abrutscht. Ich konnte vor lauter kriminellem Vergnügen gar nicht mehr aufhören zu schmökern, und habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Außerdem hat mir der muntere, clevere und engagierte Bröhmann hier wesentlich besser gefallen als der träge Kommissar, der er in Band 1 noch war. Nun freue ich mich auf Band 3.


Titel:  Der Tod macht Schule – Bröhmann ermittelt wieder
Autor:  Dietrich Faber
Seiten:  304
Verlag: Rowohlt (Polaris)
ISBN: 978-3862520251
Preis:  € 13,95 (TB)

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Ho-Ho-Ho, die Zweite! – Überraschungs(lese)post!

Als ich eben Wäsche in der Keller brachte, fand ich im Flur überraschend ein amazon-Päckchen an mich.
Da ich gerade eigentlich nichts erwarte, habe ich mich schon so ganz schön gewundert.Als ich dann den Aufkleber “Hier macht Ihnen jemand eine Freude” entdeckte, habe ich mich dann noch mal mehr gewundert.

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Also nichts wie in die Wohnung getragen und geöffnet um zu sehen, von wem diese Überraschung kommt, und was es eigentlich ist…

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Danke, danke, danke, liebe Sandy!
Ich glaube, jetzt verstehe ich auch deine PN, ob ich an Weihnachten zuhause bin, oder nicht.

😉

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