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Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff (Nina Müller / Ralf Schmitz)

Titel: Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff / Verlag: cbj Audio / Spielzeit: ca. 84 min, 2 CDs / Buch: Nina Müller / gelesen von: Ralf Schmitz

flosseInhalt: Willkommen in Fischhausen! Hier leben Kuschelflosse, das Seebrillchen Sebi, Herr Kofferfisch und die Schwimmerdbeere Emmi. Eines Tages hört Kuschelflosse im Unterwasser-Radio von einem geheimnisvollen Riff. Dort soll eine uralte Zauber-Schildkröte wohnen, die Wünsche erfüllen kann. Zusammen mit seinen Freunden macht sich Kuschelflosse auf die abenteuerliche Reise zum Zauber-Riff.


In Kuschelflosse war ich verliebt vom ersten Moment an als er auf der Buchmesse quasi an mir vorbei geschwommen kam. So ein süßer Kerl! Da ist es keine Frage, dass ich das Hörbuch hören musste.
Mir hat das Abenteuer von Kuschelflosse und seinen Freunden rundum sehr gut gefallen! Es ist spannend und steckt voller verrückter Ideen und ebenso verrückter Figuren. Und irgendwie muss man sie alle sofort ins Herz schließen. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Bösewicht, aber die fallen gar nicht so sehr ins Gewicht. Dafür haben Kuschelflosse und seine Freunde immer zu clevere und witzige Einfälle wie sie mit ihnen fertig werden. Überhaupt ist der Zusammenhalt in der kleinen Truppe großartig. Und das, obwohl sie alle ganz verschieden sind.
Zum Lachen gibt es ebenfalls eine ganze Menge. Alleine manche Wortschöpfungen sind schon total witzig, dann kommt noch ordentlich Situationskomik hinzu und auch so mancher Dialog lässt einen schmunzeln oder gar lachen.
Die Phantasie von Autorin Nina Müller ist jedenfalls beeindruckend. Alles ist so detailgenau erdacht und auf Kuschelflosses Unterwasserwelt „umgestrickt“, dass man sich das Geschehen und die Gegend ebenso gut vorstellen kann wie die Figuren. Und das macht insgesamt einfach riesig viel Spass!

Ralf Schmitz kannte ich bisher nur als Sprecher der Hörbücher zu seinen eigenen Büchern. Daher war mir gar nicht bewusst, wie viele Stimmen er auf Lager hat. Und wie viele Tonlagen und niedliche Sprachfehler 😉 Jedenfalls kann man dank ihm jede Figur der Geschichte auf Anhieb erkennen. Das finde ich wichtig, denn wenige sind es nicht gerade. Und oft tue ich mich dann schwer. Hier war das aber gar kein Problem.

Ein wenig Musik ist ebenfalls zu hören. Ruhige, aber doch fröhliche Stücke, mal verträumt, mal lebhaft, eben immer, wie es das Geschehen gerade erfordert. Das sorgt für ein angenehmes Wohlfühlflair. Geräusche sind ebenfalls mit dabei. Manche klingen sehr nach Cartoon, das war als einziges nicht so nach meinem Geschmack. Sonst sind die Geräusche stimmig eingesetzt.

Mal ehrlich: Kuschelflosse ist doch wohl nur süß, so blau und flauschig. Neben ihm zeigt das Cover noch seine Freunde, die mit ihm auf der Reise zum Zauber-Riff sind. Einer ihrer Widersacher ist ebenfalls zu sehen, genauso wie ein Stück Unterwasserwelt. Und so hat man auf einen Blick einen guten Eindruck von dem, was einen auf den beiden CDs erwartet.

Fazit:  Ich hoffe sehr, dass Kuschelflosse & Co. noch manches Abenteuer erleben. Eine einfach wunderschöne Geschichte. Spannend, lustig und beeindruckend phantasievoll. Richtig toll!

Mein böses Herz (Wulf Dorn / Laura Maire)

Titel: Mein böses Herz / Verlag: cbj audio / Spielzeit: ca. 327 min (5 CDs) / Buch: Wulf Dorn / gelesen von: Laura Maire

Inhalt: Was tust du, wenn du nicht mehr weißt, was Realität ist und was Fantasie?
Seit dem Tod ihres Bruders wurde Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, das in den Griff gekriegt zu haben. Doch als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro in ihrem Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe – und ist dann verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen hat. Doro kann nicht glauben, dass sie sich den Jungen nur eingebildet hat. Doch die Suche nach der Wahrheit wird schnell zum Albtraum. Und tief in Doros Seele lauert ein dunkles Geheimnis …


Ein Psychothriller für Jugendliche? Nein, wie „Mein böses Herz“ beweist, ist das keineswegs ein Widerspruch. Denn auch wenn Wulf Dorn hier eine Jugendliche in den Mittelpunkt stellt, nämlich Doro, so kann er ansonsten offenbar nicht aus seiner Haut. Und das ist gut so! „Mein böses Herz“ ist eine Geschichte, die einen einfach nicht mehr loslässt. Mit Doro wird man schnell warm und es fällt leicht, sich in sie einzufühlen wie sie sich bemüht, ihre Vergangenheit in den Griff zu bekommen. Umso erschreckender ist es, wenn man -an sich von ihrer Glaubhaftigkeit überzeugt- plötzlich doch zu zweifeln beginnt. Gemeinsam mit ihr und ihren Freunden begibt man sich auf die Suche nach der Wahrheit, und die führt einen in so manche finstere Ecke. In der Wirklichkeit, sowie in Doros Seele. In beiden Fällen gibt es slch düstere Geheimnisse zu entdecken, dass diese Passagen tatsächlich das Zeug dazu haben, einem das Einschlafen zu erschweren. Mir jedenfalls war die Dunkelheit abends nicht ganz geheuer. Wie leicht man doch bei gewissen Urängsten zu packen ist. Wenn einer Geschichte das gelingt, dann ist sie einfach gut. Lediglich das Ende, die Auflösung, hätte gerne etwas komplexer ausfallen dürfen. Da merkt man dann doch, dass es eine Geschichte für jüngere Hörer / Leser ist, wie ich finde.

Laura Maire hat mir für „Mein böses Herz“ prima gefallen. Mit ihrer jungen Stimme passt sie sehr gut zu Doro. Zudem gelingt es ihr, Doros Stimmungen gut rüberzubringen. Das stetige Schwanken zwischen Hoffen, Wut und Verzweiflung. Und obwohl ihre Stimme während der erzählenden Passagen meist recht ruhig und sanft ist, so sorgt sie trotzdem für manche Gänsehaut.

Das Coverbild wurde vom Buch übernommen. Was es mit diesem fingegeschriebenen Schriftzug in der Feuchtigkeit auf sich hat, versteht man allerdings erst, wenn man die Geschichte gehört hat. Da es einer Schlüsselszene entstammt, finde ich es gut gewählt. Mit dem kräftigen Rot ist das Cover auch sonst sehr augenfällig.

Fazit: Ein spannender und teilweise auch gruseliger Psychothriller, der einen bis zum Ende gekonnt immer wieder an der Nase herumführt. „Mein böses Herz“ braucht sich eindeutig nicht hinter den „erwachsenen“ Genrevertretern verstecken.

Piratten! (03) – Das Geheimnis der Schatzkarte (Michael Peinkofer / Boris Aljinovic)

Titel:  Piratten! (03) – Das Geheimnis der Schatzkarte / Verlag: cbj Audio / Random House / Spielzeit: ca. 80 min / Buch: Michael Peinkofer / gelesen von: Boris Aljinovic

Inhalt: Tief unter der Erde liegt eine Schatztruhe. Marty Flynn ist der Einzige, der ihr Geheimnis lüften kann. Noch ahnt der Mäuserich nicht, dass er verfolgt wird: Käpt’n Rattbone, der Anführer der fürchterlichen Piratten, ist ihm dicht auf den Fersen. Und er ist wütend …


Was Tempo und Action anbetrifft, ist diese Reihe ein ziemliches Auf und Ab. Ließ es die erste Folge noch eher ruhig angehen, trat die zweite Folge mächtig auf’s Gas, diese dritte Episode findet dagegen wieder zurück in ruhigeres Fahrwasser. Hier sind nicht Kämpfe an der Tagesordnung, stattdessen rücken die geheimnisvolle Schatzkarte und Martys mysteriöses Erbe in den Mittelpunkt. Da eine Pirat(t)engeschichte ohne Schatzkarte und Schätze nicht denkbar sind, geht das soweit auch in Ordnung. Allerdings fand ich diese Folge nicht so unterhaltsam wie den Vorgänger. Für meinen Geschmack darf Folge 4 wieder schwungvoller daher kommen.Dafür habe ich bei dieser Folge erstmas so richtig gelacht. Und zwar über die beiden Pelikane Bib und Bob, die sich so manches bissige Wortgefecht mit hintergründigem Humor liefern.

An Boris Aljinovics Darbietung hat sich dagegen nichts geändert. Nach wie vor gelingt es ihm, jedes Tierchen mit unverkennbarer Stimme und Redeweise auszustatten, so dass man jederzeit genau weiß, wer gerade das Wort ergriffen hat. Da gibt es überhaupt nichts zu bemängeln, eine tolle Leistung.

Ebenso gelungen ist die Untermalung, die der Story das nötige Flair verleiht, und die Geräusche, die zu verschiedenen Szenen eingesetzt werden. So wünscht man sich das für ein Hörbuch, das über stattliche 80 Minuten hinweg auch 6jährige bei Laune halten möchte.

Das Covermotiv zeigt sich düster und geheimnisvoll und mit der alten Truhe wird deutlich, um was sich die Geschichte dieser Folge im Wesentlichen dreht. Schade, dass Marty immer nur als Schemen zu erkennen ist. Ich wüsste gerne, wie der junge Mäuserich eigentlich aussieht.

Fazit:  Die dritte Folge kommt wieder ruhiger daher, was sie zwar nicht wirklich schlechter macht, aber ich finde, der Schwung von Folge 2 hat der Reihe besser gestanden. Also hoffe ich mal auf wieder mehr Action, wenn es mit „Der Schrecken der Sümpfe“ weitergeht.

Piratten! (02) – Gefangen auf Rattuga (Michael Peinkofer / Boris Aljinovic)

Titel: Piratten! (02) – Gefangen auf Rattuga / Verlag: cbj Audio / Random House / Spielzeit: ca. 79 min / Buch: Michael Peinkofer / gelesen von: Boris Aljinovic

Inhalt: Die Nichte des Gouverneurs wurde entführt! Nur Marty Flynn kann sie befreien. Der Mäuserich wagt sich an einen Ort, um den kluge Mäuse besser einen großen Bogen machen sollten: auf die Insel Rattuga, das Geheimversteck der berüchtigten Piratten …


Weiter geht es mit Marty großem Piratten-Abenteuer. Nahm sich der erste Teil noch hauptsächlich dafür Zeit, die Charaktere vorzustellen und den Grundstein für die Handlung zu legen, ist man mit diesem zweiten Teil direkt mitten drin. Es wird genau an der Stelle angesetzt, an der die erste Episode endete. „Gefangen auf Rattuga“ fällt deutlich abenteuerlicher und rasanter aus als der Vorgänger. Langeweile hat hier keine Chance. Martys mutige Rettungsaktion sorgt für spannendes Hörvergnügen, das Geheimnis um seine Herkunft und das Vermächtnis seines Vaters werden näher beleuchtet, Freundschaft und Zusammenhalt sind ein wichtiges Thema und auch eine kleine, niedliche Romanze kündigt sich an. Dabei geht es selbstverständlich immer sehr pirat(t)ig zu und speziell die Beschreibung der Piratten ist nicht unbedingt etwas für zart besaitete, junge Gemüter, denn es sind wahrlich schauerliche Freibeuter der Meere.

Boris Aljinovic kann erneut auf ganzer Linie überzeugen. Jedem Charakter verleiht er seine eigene, markante Stimme, so dass man dann und wann tatsächlich denkt, da wären mehrere Sprecher am Werke. Das ist abwechslungsreich, das lockert die Erzählung auf, was ich im Hinblick auf die Altersempfehlung von 6 Jahren sehr vorteilhaft finde.

Immer wieder sind piratige Musikstücke zu hören, mal lauter, mal eher im Hintergrund, was für das nötige Flair sorgt. Oft werden Geräusche eingestreut, so dass man sich die jeweiligen Szenen noch besser vorstellen kann.

Vom Stil her bleibt sich die Serie treu. Erneut ist eine Art Kartenausschnitt zu sehen, aus dessen Mitte einem dieses Mal Kapitän Rattbone persönlich entgegensieht. Der kleine Marty ist ebenfalls zu sehen und so wird deutlich, dass dem jungen Mäuserich auf dieser CD so manche Gefahr droht.

Fazit:  Spannender, rasanter und actionreicher als die erste Folge. Wer Marty und Co. bereits ins Herz geschlossen hat und ein echter Piraten-Fan ist, bekommt hier 80 Minuten Hörvergnügen geboten.

Piratten (01) – Unter schwarzer Flagge (Michael Peinkofer / Boris Aljinovic)

Titel: Piratten (01) – Unter schwarzer Flagge / Verlag: cbj audio / Random House / Spielzeit: ca. 74 min / Buch: Michael Peinkofer / gelesen von: Boris Aljinovic

Inhalt: Die Piratten kommen! Von der geheimnisvollen Insel Rattuga aus, ziehen sie mit ihrem Flaggschiff, der „Rattengift“, über die Meere und verbreiten Angst und Schrecken. Nur einer stellt sich ihnen furchtlos entgegen: Marty Flinn, der tapfere Mäuseheld. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft er gegen die Piratten und hinterläßt großen Eindruck bei dem Mäusemädchen Becky.


Ratten müssen zusammenhalten, daher war es nur logisch, dass ich mir diese Serie näher ansehen würde. Und das, obwohl ich eigentlich nicht so der Piraten-Fan bin. Vermutlich hat mich die Geschichte auch deshalb nur mäßig begeistert. Denn grunsätzlich bekommt man hier eine ganz typische Piraten-Story zu hören. Mit einem Schatz, einer Entführung, blutrünstigen Pirat(t)en, einem jungen Helden und einer vornehmen jungen Dame, die -getreu einer alten Weisheit- nur Ärger und Unglück über ein Schiff bringt. Das ist zwar insgesamt ganz unterhaltsam, aber es hebt sich von anderen Piraten-Storys nicht sonderlich ab. Das Besondere ist halt, dass statt Menschen hier Mäuse, Ratten und einige andere Tiere die Hauptrollen spielen. Michael Peinkofer ist es gut gelungen, die Nager und Co. zu Piraten, Helden, Professoren und Edelleuten zu machen. Niedlich und witzig, aber durchaus echt „piratig“.

Boris Aljinovic als Sprecher ist schlicht genial anzuhören. Ganz gleich ob er den bösen und grollenden Käpt’n Rattbone gibt, oder den jungen Marty, oder die vornehme, aber selbstbewusste Becky, es ist eine Freude. Da klingt dieses Hörbuch zu weiten Teilen schon eher nach einem Hörspiel mit verschiedenen Sprechern, was das Zuhören sehr erleichtert.

Dass diese Hörbuch schon Hörspiel-Flair hat, liegt neben Boris Aljinovic auch an der abwechslungsreichen und absolut piratigen Untermalung. Eine Reihe authentischer Geräusche sind ebenfalls zu hören, beispielsweise das Rauschen des Meeres, der Wind oder Möwenschreie. Das macht die Handlung sehr anschaulich.

Auf dem Cover ist Rattbones Schiff, die „Rattengift“ zu sehen, schemenhaft vorn am Bug auch der Kapitän persönlich. Der Stil eines Ausschnittes wie aus einer alten Karte passt gut zum Hörbuch. Im Booklet werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt.

Fazit:  Eine Piratengeschichte im bekannten und bewährten Stil. Ihr gewisses Etwas bezieht sie durch ihre ungewöhnlichen Figuren. Pirat(t)en-Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen.

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