Chaos

Hui Buh (25) – Chaos auf Schloss Burgeck

Titel: Hui Buh (25) – Chaos auf Schloss Burgeck / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Stefan Krause, Maximilian Artajo, Gerald Schaale, Daniela Hoffmann ua

Inhalt: Das 1111. Jubiläum von Schloss Burgeck steht bevor, doch statt Vorfreude herrscht dicke Luft. Und das nicht nur, weil Hui Buh einen Spuk vermasselt hat oder den gierigen Bankdirektor von Zaster das Fürchten lehrt. Nein, da steckt noch etwas anderes dahinter. Eine geheimnisvolle Bedrohung braut sich zusammen, von der selbst Hui Buh nichts ahnt. Denn nach einem Streit ist das Schlossgespenst in Streik getreten – mit ungeahnten Folgen. Während die Stimmung im Schloss aufs Höchste geladen ist, machen Hui Buh und Sophie eine unheimliche Entdeckung. Können sie Schloss Burgeck und seine Bewohner retten?


lch muss gestehen, dass ich beim ersten Hören zunächst nicht so angetan von dieser Folge war. Der Titel verprach schon wenig Spannung und die erste Hälfte der Geschichte wird dem auch sehr gerecht. Abgesehen von dem vergleichsweise kleinen Drama um das Loch im Dach passiert nicht wirklich viel. So zog die Geschichte sich für mich erstmal schon ganz ordentlich.
Und auch als das echte Unheil dann seinen Lauf nahm, war mir das zunächst gar nicht so bewusst. Es schleicht sich wortwörtlich ein, sodass man irgendwann ganz schön überrascht ist. Das widerum fand ich dann wieder sehr gut gemacht. Und dann zog die Geschichte endlich auch in Sachen Spannung und Tempo an. Mir war es häufig völlig rätselhaft, wie Hui Buh und die Schlossbewohner aus der Sache wieder herauskommen würden.
Und das blieb dann tatsächlich auch bis fast zu Ende hin so. Bis man sich schon zu 99% sicher ist, dass Burgeck samt seiner Bewohner verloren ist. Erst dann zeigt sich wenigestens ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Die Tortenschlacht allerdings hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Sowas ist einfach nicht mein Humor und wirkte daher einfach nur albern auf mich.

Die Hauptsprecher dürfen sich hier einmal von einer anderen Seite zeigen, denn ihre Figuren sind die meiste Zeit über sehr schlecht gelaunt undstreitsüchtig und werden mitunter auch mal etwas lauter. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass ihnen das sogar mal richtig Spass gemacht hat. Es ist ein Vergnügen, ihnen dabei zu lauschen.
Sascha Rotermund ist als Streitgeist zu hören und hält für ihn einen recht glaubhaften Akzent bereit. Gerals Schaale ist als etwas überheblicher und brummiger Bankmensch zu hören.

Die Musik kommt hier einmal mehr wirklich imposant daher und zaubert einem den Schauplatz und das Geschehen im Nur vor Augen. Etwas altmodisch, sehr melodiös und hin und wieder eben auch ein kleines bisschen schaurig. Ich würde übrigens sehr gerne mal länger einem Konzert der Heavy Geisterband lauschen. Ihre Musik traf genau meinen Geschmack 😉

Das Cover zeigt die Szene bzw den Vorfall, mit dem diese Geschichte ihren Anfang nimmt. Schön stimmungsvoll mit den düsteren Farben und dem Leuchten durch das kaputte Dach.

Fazit:  Ich musste die Folge zweimal hören. Beim ersten Mal fand ich sie in der ersten Hälfte zu langgezogen. Beim zweiten Mal fand ich das an sich ganz gut, weil es so kaum auffällt, wie das Unheil seinen Lauf nimmt. Und als es dann so richtig losbricht, blieb es dann auch bis zum Ende richtig spannend.

Gregs Tagebuch (01) – Von Idioten umzingelt (Jeff Kinney)

greg01Ein neues Schuljahr hat angefangen. Der 13-jährige Greg Heffley geht jetzt auf die Junior Highschool, und die ist so ungefähr die bescheuertste Idee aller Zeiten. Dort werden Kinder, frisch aus der Grundschule, zusammengeschmissen mit riesigen Gorillas, die sich zweimal täglich rasieren müssen. Und da wundern sich alle, dass es so viele Prügeleien gibt. So ein Leben als Teenager steckt voll ungeahnter Gefahren und komischer Missverständnisse. Also beginnt Greg einfach mal in seinem Tagebuch zu notieren, was er alles erlebt und was ihm tierisch auf die Nerven geht. Allen voran wäre da sein trotteliger Kumpel Rupert, der manchmal ganz schön peinlich sein kann. Doch als Ruperts Popularität in der Schule plötzlich steigt, versucht Greg seinen eigenen Vorteil daraus zu ziehen.

Auf diese Reihe war ich bereits sehr lange sehr neugierig. Allerdings hatte ich nach einer Reihe ähnlicher Art, die ich vor Längerem gelesen habe, ziemliche Bedenken. Der Titel reizte dann aber zu sehr um es nicht wenigstens mal zu versuchen. Denn wer fühlt sich nicht hin und wieder (oder auch öfter ;)) so, wie es der Titel beschreibt?
Diese Bedenken verflüchtigten sich bereits nach den ersten paar Seiten. Ich mochte Greg auf Anhieb und er tat mir auf Anhieb sehr leid wie er sich durch den Start an der Junior High kämpft. Ich fühlte mich stark an meine eigene Schulzeit erinnert und so etwas sorgt automatisch für einen guten Draht zur Figur.
Doch Greg hat nicht nur in der Schule mit allerlei Problemen zu kämpfen. Sein Kumpel Rupert ist zwar eine Seele von Mensch, neigt aber zu Peinlichkeiten. Gregs älterer Bruder Roderick ist ein ausgewachsener Rüpel, der kleine Bruder Manni eine Nervensäge, die für keine Schandtat der Welt mal Ärger von den Eltern bekommt. Und dann sind da natürlich noch die Gemeinheiten eines Teenagerlebens an sich.
Nein, Greg hat es wahrlich nicht leicht. Deshalb hatte ich vollstes Verständnis dafür, dass er oft versucht, sich Unannehmlichkeiten so hinzubiegen, dass er es leichter hat. Oder ihnen nach Möglichkeit schlicht aus dem Weg zu gehen. Dabei kommt es nicht selten zu schrägen Situationen und einer Menge Chaos, wodurch Greg am Ende doch wieder als der Gelackmeierte dasteht. Aber man muss ihm anrechnen: Aufgeben ist niemals eine Option! Daher rührte für mich auch die Spannung der Geschichte. Ich war stets gespannt, ob und wie Greg sich durch das Leben mit all seinen Stolpersteine schlagen würde. Und welche Stolpersteine eben noch auf Gregs Weg liegen würden. Vielleicht würde er ja am Ende doch wenigstens als kleiner Held dastehen.
Ich habe bei diesem Buch wirklich oft und sehr gelacht. Greg hat eine wunderbar gewitzte, lockere Art zu erzählen. Eben ganz so wie ein normaler Zwölfjähriger daher reden würde. Und was er nicht so richtig gut erzählen kann und / oder wovon er meint, dass es dem Leser verdeutlicht werden sollte, das zeichnet er in sein Tagebuch. Speziell die Untertitel dieser Zeichnung haben es gehörig in sich. Da kommt man um ein Grinsen einfach nicht umhin.

Ich habe das Buch an einem Abend ausgelesen. Gregs flapsige Erzählweise liest sich einfach weg wie nix. Außerdem treibt ein solcher Tagebuch-Stil mein Lesetempo ohnehin immer ordentlich an. Kurz und knackig und so rasant, dass man einfach nicht mehr aufhören kann. Die Comiczeichnungen lockern außerdem auf. Es gibt eine ganze Menge dieser Zeichnungen. So bleibt auf den Seiten nicht mehr so viel Platz für Text, weshalb man ihn flott gelesen hat. Für die Zeichnungen sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen. Es lohnt sich, wie ich finde. Sie sind zwar nicht besonders detailreich oder sonstwie aufwendig, aber die wesentlichsten Elemente der jeweiligen Szene oder Person sind unübersehbar vorhanden.

Auf dem Cover ist natürlich Greg zu sehen und er schaut alles andere als begeistert aus der Wäsche. Dann darüber dieser Titel, das macht natürlich neugierig, was da eigentlich los ist. Und mal ganz ehrlich, es gibt Tage, da stehe auch ich -zumindest gefühlsmäßig- so da und frage mich, wer bloß all die Deppen um mich herum rausgelassen hat. Ich habe mich also ein Stück weit auch selber in Gregs Haltung wiedergefunden.

Fazit:  Mir hat der erste Band von “Gregs Tagebuch” richtig gut gefallen und viel Spass gemacht. Der arme Kerl tat mir oft ganz schön leid und ich habe immer gehofft, dass es vielleicht doch noch mal besser für ihn werden würde. Andererseits gäbe es ohne all die Querelen in seinem Leben weit weniger für den Leser zu lachen. Denn Gregs sämtliche Bemühungen, es sich irgendwie an irgendeiner Ecke leichter zu machen, enden im Chaos. Und das macht widerum so richtig Laune. Außerdem habe ich mich hier und da in ihm widergefunden. Nicht nur im Covermotiv 😉 Schön, dass die ersten Bände inzwischen als Taschenbuch und damit für kleineres Geld zu haben sind. Ich werde Gregs Teenagerleben mit Sicherheit weiter verfolgen.


Titel: Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt
Autor: Jeff Kinney
Seiten: 224
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3833936326
Preis: € 13,99 (HC), 8,99 (TB)

Full House – Liebeserklärung an die Chaosfamilie (Sky du Mont)

Titel: Full House – Liebeserklärung an die Chaosfamilie / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 203 min / Buch: Sky du Mont / gelesen von: Sky du Mont

Inhalt: Schon wieder den Hochzeitstag vergessen. Der Jüngste bringt einen blauen Brief mit aus der Schule. Das Babyphon ist auf Nimmerwiedersehen im Müllschlucker verschwunden, und pünktlich mit den Feiertagen steht unangekündigt die Schwiegermama vor der Tür. – Willkommen im Familienalltag! Was schiefgehen kann, geht schief. Was missverstanden werden kann, wird missverstanden. Sky du Mont kann ein Lied davon singen. Seit zehn Jahren arbeitet er am Projekt Familie und hat seine schönsten Leidensgeschichten und die wildesten Erlebnisse von Freunden, Bekannten und Verwandten gesammelt. Comedy, die der Alltag schreibt.


Nachdem mir “Unsere tägliche Krise” von den du Monts ganz gut gefallen hatte, war ich nun auch auf “Full House” neugierig. Hier plaudert Sky du Mont nun aus dem familiären Nähkästchen. Dabei lässt er zwar Benjamin Richter, den männlichen Part eines fiktiven Paares, zu Wort kommen, aber du Monts anfängliche Aussage zufolge, weist die Erzählung deutliche Parallelen zu seinem Familienleben auf. Inwieweit das stimmt, wird wohl nur er selber wissen. Die Vorstellung davon, dass es selbst bei Prominenten so zugeht, ist aber für sich alleine schon witzig. Mir hat das Hörbuch jedenfalls eine Menge Spass gemacht und ich habe oft lachen müssen angesichts des geschilderten Chaos. Da du Mont vom Kennelernen über die Geburt der beiden Kinder bis hin zum Urlaub mit der inzwischen pubertierenden Tochter erzählt, wird sich jeder Familienmensch hier wohl wiederfinden. Mir hat besonders gefallen, dass bei all dem Chaos und manchem Aufreger immer auch rauszuhören ist, wieviel Liebe diesen chaotischen Haufen doch verbindet.

Ich mag Sky du Monts tiefe und markante Stimme ohnehin sehr gerne. Sie gibt den Erzählungen einen warmen und liebesvollen Ton. Es blitzt aber oft genug auch ein ironischer und schelmischer Ton durch, der gut zur Komik des Hörbuchs beträgt.  In meinen Ohren kann längst nicht jeder lustig erzählen, doch Sky du Mont bekommt das prima hin.

Das Cover ist fröhlich bunt und zeigt Sky du Mont am Fenster eines Familienhauses mit allem Drum und Dran: Kinder, Frau, Hund und Garten. Das passt zur Geschichte und sieht lustig aus.

Fazit: Hier bekommt man ausgesprochen Heiteres aus dem Familienleben der du Monts zu hören. Wenn es denn stimmt, aber gewisse Parallelen wird es wohl geben. Wer an solchen Familiengeschichten Spass hat, sollte hier unbedingt reinhören!

Unverschämter Zoomfaktor

Titel: Unverschämter Zoomfaktor / Verlag: Hörspiellabel Hörwelle / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Sirius Kestel, Oliver Dauwalter, Sophia Utz, Jennifer Reif u.a.

Inhalt: In der kleinen Vorstadtsiedlung geht es drunter und drüber.
Eine neue Schülerin, eine waghalsige Wette und mitten drin der frisch verliebte Simon. Drei scheinbar unlösbare Aufgaben vor denen sein bester Kumpel Freddie steht, eine fiese Gegenspielerin und eine schüchterne Direktorentochter.


Zum Download:   *klick*

Dieses Hörspiel hat mich schockiert. Unterhalten sich die 16jährigen von heute tatsächlich in diesem Slang? Falls ja -und ich fürchte, es stimmt- ist es rein von den Dialogen her wie frisch vom Schulhof gegriffen. Und die Handlung um eine verhängnisvolle Wette, Liebe, Freundschaft und eine neue Mitschülerin, die alles zusätzlich auf den Kopf stellt, ist herrlich turbulent und vergnüglich. Ich habe so manches Mal über das Chaos lachen müssen, das die Teenies da in ihrer unbestechlichen Logik anrichten. Allerdings erinnert mich die Story ganz gut an den Film “Besser als Schule”.  Da geht eine ganz ähnliche Chose über die Bühne.
Abschließend sind noch einige lustige Outtakes zu hören.

Es ist eine Teenie-Geschichte und so sind passenderweise auch fast durchweg junge Sprecher am Werke. Sie sind mir zwar oft mit übermäßiger Flapsigkeit und Coolness unterwegs, aber der Unterhaltungswert ist unbestritten. Alle sind hörbar (noch) keine Profis, aber auf gutem Wege. Vor allem sind sie mit Elan bei der Sache, was das aufwiegt. Sirius Kestel lässt Simon sympatthisch klingen und oft, wenn er erzählt, keimt beim Hören sowas wie Mitgefühl mit ihm auf.  Oliver Dauwalter lässt Freddie dagegen obercool und super lässig wirken. Sophia Utz gibt eine wunderbar fiese und intrigante Larisse. Und Jennifer Reif nimmt man die liebe, nette und schüchterne Marie sofort ab.

Musikalisch geht es sehr abwechslungsreich zu. Oft sind moderne, rockige und auch mal “rotzige” Stücke zu hören. Zu ruhigeren Szenen, klingt es aber durchaus auch mal leise oder romantisch aus den Lautsprechern. Eine bunte Mischung, die gut zur turbulenten Handlung passt. Die Geräuschkulisse ist ebenfalls gelungen.

Eine Gruppe Leute, die irgendwo zwischen Feiern und Verwirrtheit schwanken. Das alles vor einem Hintergrund, der an ein Schulheft erinnert. Doch, das Cover passt zum Hörspiel.

Fazit: 45 sehr vergnügliche Hörspiel-Minuten, die ich (nicht nur) Teenies guten Gewissens empfehlen kann!

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