Club der fetten Dichter

The Wall (06) – Armageddon

thewall06Die Schläfer sind erwacht und greifen unerbittlich an. Roger Harding und Abby riskieren ihr Leben, um mit dem selbstgebauten Hängegleiter den vor kurzem gesichteten Turm zu erreichen. Doch auf dem Weg dorthin lauert der Tod und das blinkende Licht entpuppt sich als Tor in die Tiefe. Dorthin, wo alles begann und alles enden wird.

Da ist es also, das Finale der Reihe. Ich war sehr neugierig und hatte mir eine ganze Menge davon versprochen und erwartet. Vielleicht zu viel? Mag sein. Aber ich will die Besprechung nicht mit Meckerei beginnen.
Wie schon im vorigen Band verläuft die Geschichte in zwei verschiedenen Handlungssträngen. Harding und die kleine Abby unternehmen den Versuch, mit dem selbstgebauten Hängegleiter den Turm zu erreichen, den die Gruppe zuvor ausgemacht hatte. Alleine der Flug ist bereits sehr spannend, denn natürlich ist das Unternehmen lebensgefährlich.
Der Rest der Gruppe bleibt zusammen zurück und müssen sich ebenfalls einer ganzen Reihe neuer Gefahren stellen und erwehren. Dabei kommen weitere Ereignisse aus der Vergangenheit einzelner Personen ans Tageslicht, die ebenso schrecklich sind wie die, von denen man in Band 5 bereits gelesen hat.
Ansonsten bietet dieser Part allerdings nichts großartig Neues, weshalb er für mich der uninteressantere der beiden Teile war.
Mich hat das Geschehen um Harding und Abby mehr interessiert, zumal damit sicher die Auflösung zusammenhängen würde. Darauf muss man allerdings noch eine Weile warten. Zunächst machen sie einige seltsame Entdeckungen, die mir wirklich gut gefallen haben. Auch wenn die Station unter dem Turm bereits in die Jahre gekommen wirkt, so hängt ihr doch noch etwas Futuristisches an, und mit sowas kriegt man mich immer. Gleichzeitig wirkt es düster und unheimlich und irgendwie erwwartet man stets, dass gleich etwas Schreckliches oder auch Gruseliges hinter der nächsten Ecke hervorspringt. Das ist eine feine Atmosphäre, die da heraufbeschworen wird. Bis dahin war ich wirklich noch sehr angetan.
Ein wenig bergab ging es für mich dann aber als man Abby und Harding die Auflösung quasi auf dem Silbertablett serviert. Auf einen Schlag ist klar, was vorgefallen ist und wieso die Truppe in der Wand gelandet ist. Sie finden es nicht durch Nachforschungen heraus, was spannend gewesen wäre, sondern bekommen es schlicht und ergreifend erklärt. Glücklicherweise konnte diese Erklärung bei mir wieder etwas Boden gut machen, denn die Idee dahinter fand ich eigentlich ganz cool. Und sie kam unerwartet, denn in solch eine Richtung hatte ich zuvor nicht gedacht. Darüber konnte ich es einigermaßen verschmerzen, dass man die Auflösung so plötzlich um die Ohren gehauen beommt.
Kommen wir nun zum größten Knackpunkt an diesem letzten Teil. Kurz gesagt: ich stelle mir das “Davor” und  das “Danach” um ein Vielfaches interessanter und spannender vor als die Story in diesen sechs Bänden. Das will etwas heißen, denn insgesamt hat mir die Reihe wirklich gefallen. Trotzdem, ich würde mich riesig über ein Prequel und eine Fortsetzung freuen!
Tja, und das hat mich hier halt wahnsinnig geärgert. Bei einem Buch hätte ich sicher verzweifelt versucht, weiterzublättern um dann festzustellen, dass es keine weiteren Seiten gibt. Man kann doch dem Leser nicht dermaßen den Mund wässerig auf das machen, was vor und nach der Wand geschehen ist / wird und ihn dann im Regen stehen lassen! Das ist eine coole und vielversprechende Idee, die sollte man unbedingt ebenfalls zu Geschichten ausarbeiten. Ich weiß nicht, ob das je geschehen wird, momentan gehe ich nicht davon aus. Sollte es nicht passieren, so bleibt für mich “The Wall” bildlich gesprochen eine durchhängende Brücke zwischen zwei soliden Pfeilern. Davor und danach wäre noch mehr drin gewesen, ganz sicher. Da hätte man von mir aus sämtliche Streitereien und Entdeckungstouren kürzer fassen können, wenn ich stattdessen noch erfahren hätte, wie es mit der Gruppe weitergeht.
Und in Summe wurde mir die Auflösung und das Ende außerdem schlichtweg zu schnell heruntergehaspelt.

Am Schreibstil ändert sich beim sechsten Teil nicht. Auch er lässt sich wieder prima und leicht lesen und kommt mit 76 Seiten (in gedruckter Form) knackig kurz daher.

In diesem Teil erfährt man endlich, wozu diese massive Tür gehört, durch die man auf jedem Cover etwas anderes gesehen hat. Hier muss man allerdings genau hinschauen um etwas hinter dem Fenster zu erkennen. Da waren die Vorgängercover eindeutiger, was mir besser gefallen hat.

Fazit:  Zunächst ist Band sechs in beiden Handlungssträngen so spannend wie die Vorgängerteile. So kann man über eine recht lange Zeit schön knobeln, was zu dem Geschehen in der Wand geführt haben könnte. Allerdings bekommt man die Auflösung irgendwann einfach auf dem Silbertablett serviert. Eine Erklärung und alles ist klar. Die Idee ist cool, aber ich fand das so arg einfach gemacht. Hinzu kommt noch: nachdem ich nun weiß, was passiert ist, erscheint mir das noch viel interessanter als die Handlung von “The Wall”.  Ich hatte auf ein klares Ende gehofft, doch dafür müsste es noch eine Fortsetzung geben. Und ein Band mit dem Geschehen vor “The Wall” wäre ebenfalls sehr interessant. Dagegen wirkt die Reihe im Nachhinein auf mich geradezu dünn. Und das hat mich enttäuscht.


Titel: The Wall (06) – Armageddon
Autor: wird noch bekannt gegeben
Format: Kindle Edition
ASIN: B00QZ28AAY
Preis: € 1,49

The Wall (05) – Alpträume

thewall05Die ganze Situation in der Wand ist ein Albtraum, und jeder Einzelne der Gruppe spürt ihn auf seine Weise. Immer wieder tauchen neue Gefahren auf, Grausamkeiten und Schrecken lassen keine Zeit zum Durchatmen. Keine Gelegenheit zum Überlegen und Planen. Zu viele Menschen sind der Wand bereits zum Opfer gefallen. Doch es bleibt eine einzige Hoffnung: der Bau eines Fluggerätes, das eine Person aus der Gruppe über den unendlichen Abgrund zu dem geheimnisvollen Gebäude auf der anderen Seite bringen kann. Ob dort Abbys Schlüssel zum Einsatz kommt? Ob es gelingt, Rettung zu holen? Und wer soll derjenige sein, dem diese Verantwortung übertragen werden soll?

Was sich im vierten Teil bereits mit wenigen, ersten Antworten andeutete, ist bei Band 5 unverkennbar: die Reihe steuert auf ihr Finale und damit auf die Auflösung des Rätsels um die Wand und die Menschen dort zu.
Grob lässt sich dieser Band in zwei Teile unterteilen.
Im einen Teil ist man bei dem Großteil der Gruppe dabei. Es gilt, einen Weg zu finden um zu einem recht weit entfernten Plateau zu gelangen. Fliegen wäre die ideale Fortbewegung dafür, zumal es über eine Schlucht geht, doch wie lässt sich das bewerkstelligen? Aber eine Alternative gibt es nicht, also muss es irgendwie gehen und man macht sich an die Planung eines Fluggerätes.
Da in der Gruppe jedoch Uneinigkeit darüber herrscht, ob das machbar ist und wer überhaupt fliegen soll, kommt es bald zu neuen Streitigkeiten, die schnell ausufern. Aus diesen Streits zog die Reihe bislang einen guten Teil ihrer Spannung. Das ist auch hier wieder der Fall, allerdings um ein Vielfaches intensiver. Denn im Zuge der Streitereien kommen gut gehütete Geheimnisse einiger Personen ans Tageslicht. Speziell Rezniks und Lethos Geschichten haben mich beeindruckt. Sie sind grausig. Und auch wenn Reznik eigentlich nur von einem Albtraum erzählt, so bin ich mir doch sicher, dass es eine Szene aus seiner Vergangenheit ist. Es sind Geschichten, die ich so nicht erwartet habe und die beide in neuem Licht dastehen lassen. Und die Frage ist natürlich auch, was man mit diesen Informationen soll? Was haben sie mit der Auflösung im nächsten Band zu tun? Es bleibt also rätselhaft genug um auf den sechsten Teil hinzufiebern.
Einziges Manko in diesem Teil der Geschichte war für mich die Darstellung von Lethos Tochter Abby. Der Neunjährigen werden Sätze in den Mund gelegt als wäre sie schon eine ganz Große. Und alles was sie sagt, wird von den Erwachsenen sofort auf die Goldwaage gelegt. Ja, sie scheint wichtig zu sein in dem ganzen Spiel, aber wie realistisch ist solches Verhalten bitte bei bzw gegenüber einem Kind?
Der zweite Teil von “Alpträume” spielt bei Roger und Adriana, die in die Höhle hinabgestiegen sind um nach den Schläfern zu sehen, die die Gruppe einst dort zurückließ. Für mich ganz klar der stärkste Teil des Buchs, denn sie machen dort eine Entdeckung, die zu hundert Prozent nach meinem Geschmack ist. Eklig, grausig, der pure Horror, aber eben auch richtig, richtig cool. Finde ich zumindest. Überrascht hat es mich außerdem, was ebenfalls einen Pluspunkt bringt. Als diese Kreaturen auf dem Bildfläche erschienen, war ich mir endlich ganz sicher, dass mir hier keine Drachen-Fantasy geboten wird. Wirklich toll! Hier kommt zur Spannung also auch noch eine Schippe Horror. Und eine Prise Romantik, was ja irgendwie fast immer zu einer guten Story gehört.
Im sechsten Band muss nun die Auslösung des Ganzen kommen und darauf bin ich ausgesprochen neugierig. Eine kleine Ahnung habe ich bereits (oder bilde es mir ein ;)). Mal lesen, ob ich richtig liege. Der Abschlussband ist bereits auf dem Reader.

Auch dieser Band ist wieder angenehm leicht und flüssig zu lesen. Viele Dialoge und der Wechsel zwischen den Schauplätzen sorgen für Auflockerung. Und natürlich sind 76 Seiten (wäre es ein gedrucktes Buch) ohnehin nicht sonderlich viel. Die hat man schnell mal zwischendurch gelesen.

Wenn ich ein Lieblingscover küren müsste, dann wäre es dieses hier. Klar, wegen dem Totenschädel. So etwas mag ich einfach. Er lässt auf eine Menge Unheil und Grauen hoffen.

Fazit:  “Alpträume” lässt sich grob in zwei Teile splitten. Der mit Roger und Adriana in der Schläferhöhle hat mir sehr gut gefallen, weil hier zur Spannung noch eine guter Schuss Horror dazu kommt. Der Teil bei den übrigen Leuten der Gruppe ist aber ebenfalls spannend und bringt einige schreckliche Geschichten ans Tageslicht, bei denen man irgendwie das Gefühl hat, das in ihnen ein Teil der Antwort auf das ganze Rätsel um die Wand verborgen ist. Ich freue mich schon auf das Finale.


Titel: The Wall (05) – Alpträume
Autor: wird noch bekannt gegeben
Format: Kindle Edition
ASIN: B00Q5JDLD8
Preis: € 1,49

The Wall (04) – Ein Licht in tiefer Nacht

thewall04Während der eine Teil der Gruppe versucht, die Schläfer zu bergen, brechen Jack Dary und Jonas Strokkursson unter Tyrells Leitung zu einer gefährlichen Expedition auf. Ihr Ziel: den mysteriösen Forschungskomplex ausfindig zu machen, den sie auf den Computermonitoren gesehen haben. Hier, so hoffen die Männer, werden sie endlich Antworten auf die Fragen nach dem Sinn ihres Martyriums sowie den Erbauern der Wand erhalten. Doch was sie finden, sprengt ihre wildesten Vorstellungen. Tief unterhalb des Plateaus lauert ein uraltes Wesen, das danach trachtet, sie alle zu vernichten.

Am Ende des dritten Teils war Abby verschwunden. Somit dreht sich in Teil vier zunächst alles darum, das kleine Mädchen und Kaisa, die sie begleitet, wiederzufinden. Die Suche bringt neue Gefahren mit sich, denen sich die Gruppe stellen muss. Doch auch die Frage, was eigentlich mit Abby nicht stimmt, sorgt für Spannung. Es scheint etwas Besonderes an diesem Kind zu sein. Nur was? Jedenfalls sorgt es für weitere Reibereien innerhalb der Gruppe, dass Kaisa mit ihr unterwegs ist. Speziell Abby Vater Letho ist außer sich darüber, dass seine Tochter “entführt” wurde. Aber ist sie das tatsächlich? Und woher kommt plötzlich dieser neue, andere Letho?
Ich mochte den vernünftigen, ruhigen Mann bislang wirklich gerne, doch als es seiner Tochter scheinbar an den Kragen geht, offenbart er eine neue Seite, die mir widerum gar nicht gefiel. Wie es aussieht, ist er eben doch nicht der Heilige, als den er sich bisher immer verkauft hat. Dieser Erkenntnis von Adriana musste ich voll und ganz zustimmen. Und wenn eine einst stabile Säule innerhalb eine Gruppe plötzlich ins Wanken gerät, dann wird es gefährlich. Für alle.
Nach der ziemlich ungeheuerlichen Entdeckung in Band 3 will die Gruppe nun den Forschungskomplex suchen, auf die sie Hinweise gefunden haben. Damit verläuft die Geschichte wieder in Bahnen, die ich nur allzu gerne verfolge. Ich war wirklich sehr neugierig und gespannt, was sie in der Forschungsstation herausfinden würden.
Es ist spürbar, dass die Reihe sich auf ihrer Zielgeraden befindet. Man erhält hier erstmals sehr handfeste Informationen darüber, was in der Wand vor sich geht. Natürlich ergeben sie noch nicht allzu viel Sinn, aber mit vielen Begriffen kann man eben doch einiges anfangen und sich langsam ein erstes Bild zusammenzimmern. Ob es Rettung für die Truppe geben wird, wird dabei natürlich noch nicht klar. Somit bleibt ausreichend Spannung erhalten. Und auch wenn sie sich zum ersten Mal vorstellen können, wie eine Rettung aussehen könnte, müssen dafür noch weitere Gefahren gemeistert werden. Außerdem, wird diese Idee dann tatsächlich die Rettung bringen?
Das Ende ist einmal mehr ganz fies. Doch zum Glück war ich sowieso etwas im Verzug mit dem Lesen, so dass ich mir bereits Teil 5 kaufen konnte 😉

Ich war noch etwas besorgt, ob dies wieder ein Teil in einem unpassenden Schreibstil sein würde (Teil 2 hängt mir in der Hinsicht immer noch nach), aber die Sorge stellte sich als unbegründet heraus. “Ein Licht in tiefer Nacht” ist wieder ein Teil, der sich sehr angenehm und leicht lesen lässt. Es ist eben kein Widerspruch, wenn eine spannende Geschichte locker geschrieben ist.

Das Covermotiv gefällt mir dieses Mal nicht ganz so gut wie das des Vorgängers. Aber natürlich gibt die seltsame Tür weiter Rätsel auf. Und sind das Sprünge im Glas? Oder Kratzer? Wenn es Kratzer sind, welche Kreatur ist dann dafür verantwortlich? Es macht also auf jeden Fall neugierig.

Fazit: Man merkt Teil 4 an, dass die Reihe sich auf der Zielgeraden befindet. Mit den Entdeckungen hier kann man sich ein erstes grobes Bild davon machen, was in der Wand vor sich geht bzw was hinter den Vorgängen dort steckt. Des Rätsels Lösung wird einem aber natürlich noch nicht präsentiert und so bleibt es weiter spannend.


Titel: The Wall (04) – Ein Licht in dunkler Nacht
Autor: wird noch bekannt gegeben
Format: Kindle Edition
ASIN: B00PJ8HET8
Preis: € 1,49

The Wall (03) – Unter dem Drachen

wall03Frank Reznik ist kein Held, doch wie er feststellen darf, hat die Wand ihre eigenen Gesetze. Plötzlich kann er Leben retten. Oder war es das Mädchen, das Kaisa Almgren vor dem Tod bewahrte? Leben, um dann doch zu sterben. Sind sie deswegen hier?
Fest steht nur: Die Gesetze der Wand fordern ihre Opfer. Mit aller Härte, wie der zusammengewürfelte Haufen erneut erfahren muss, bei der Suche nach Nahrung und bei ihrem Aufstieg zu dem Plateau, das ihnen Wasser verspricht. Wer es bis nach oben schafft, verzweifelt an der Ungewissheit, der Angst vor dem Abgrund und was im Nebelmeer darin lauert. Oder vor dem Dämon, den Kaisa zu erkennen glaubt, jetzt, da nach und nach die Masken derer fallen, die mit ihr in der Wand gefangen sind. Und sie ahnt, dass das Tor zur Hölle bereits weit offen steht.

In den letzten Teilen trieb mich ja die Angst um, dass die Reihe irgendwann in dieser Art Fantasy enden würde, die oft uA von Drachen bevölkert wird. Immer wieder taucht der Begriff schließlich auf und dieses Mal hat er es sogar in den Titel geschafft. Das verhieß für mich nichts Gutes. Ich mag diese “Drachen-Fantasy” einfach nicht, und es würde mich enttäuschen, wenn “The Wall” sich als eine solche Geschichte entupuppt würde. Doch zum Glück sieht es erstmal nicht danach aus.
Ganz im Gegenteil schlägt die Reihe mit diesem dritten Teil einen Weg ein und ein Thema an, das ich heiß und innig liebe! Ich war ja so froh und dankbar! Mit verlassenen Laboren, Experimenten und in seltsame Flüssigkeiten eingelegten Wesen kriegt man mich einfach immer! Mehr verrate ich dazu besser nicht. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen. Auch weil es schon ein heftiger Kontrast ist zum bisherigen Schauplatz draußen, in und um die Höhle, auf Wiesen und an Teichen. So viel Natur, da wirkt ein Labor schon ziemlich schräg dagegen.
Doch was genau hat es damit auf sich? Die Gruppe erhält zwar mit dieser Entdeckung ein paar Antworten, aber sie wirft ebenso viele neue Fragen auf. Da darf man auch als Leser mitknobeln. Einige nützliche Utensilien finden sie außerdem, was für einen kurzen Moment der Freude sorgt. Auch ich war eine Weile wirklich erleichtert, dass das Leben für die Gruppe nun etwas besser zu werden scheint.
Doch natürlich sind da weiterhin die Gefahren, die sich schon in den vorigen Teilen bedroht haben. Die Carnivoren, die “Drachen” und was man von dem verschrobenen Tyrell halten soll, weiß man ebenfalls noch nicht so recht. Ich bin noch immer hin- und hergerissen, ob man ihm trauen kann, oder ob man das lieber sein lassen sollte.
Ansonsten geht der schon bekannte Kampf ums Überleben weiter. In dieser Hinsicht bietet der dritte Teil nicht allzu viel Neues. Vorrichtungen werden hergestellt, Expeditionen unternommnen und alle naselang bebt die Erde und lässt Steine hageln. Sicher kann sich die Gruppe so nur sehr selten fühlen. Obendrein brodelt es weiterhin unter den vielen verschiedenen Persönlichkeiten, die in der Wand aufeinander prallen. Einige sind schlicht unsympathisch und ich muss gestehen, dass es mich nicht sonderlich gerührt hat, wenn einem von ihnen etwas zustieß. Andere mag ich wirklich sehr gerne und um sie bange ich jedes Mal aufs Neue. Wie wird das alles nur ausgehen? Wer von ihnen wird es letztlich schaffen? Einblicke in die Vergangenheit einiger Charkatere helfen zusätzlich, sich die Chancen einzelner Personen auszurechnen.
Der dritte Teil endet mit dem fiesesten Cliffhanger bisher in der Reihe. Her mit Teil vier, aber ganz, ganz fix, bitte!

Nachdem der vorige Teil sprachlich für mich total aus dem Rahmen fiel, liest sich Teil drei wieder so angenehm wie ich es vom ersten Band kenne. Trotz vieler beschreibender Passagen ist es nie anstrengend und die Dialoge lesen sich ohnehin schön flüssig und locker. Es ist beeindruckend, auf wie viele verschiedene Arten man eigentlich sehr ähnliche Geschehnisse beschreiben kann. Aber genau das finde ich speziell hier wichtig, denn am hauptsächlichen Schauplatz ändert sich halt kaum etwas.

Das Cover finde ich dieses Mal richtig schön gruselig mit der Hand hinter der bereits vertrauten Tür. Ich finde ja, dass man rechts sehr schemenhaft sogar so etwas wie einen Kopf erkennen kann. Na, das wäre doch mal was!

Fazit:  “Unter dem Drachen” hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Gruppe macht eine weitere wichtige Entdeckung, die auch den Leser zu neuen Spekulationen veranlasst. Und sie ist obendrein noch ganz nach meinem Geschmack. In dieser Richtung darf die Geschichte gerne weiterhin gehen. Außerdem brodelt es weiter ganz ordentlich in der Gruppe, sodass man sich völlig gerechtfertigt fragen darf, ob die Situation nicht doch rigendwann eskalieren wird.


Titel: The Wall (03) – Unter dem Drachen
Autor: wird noch bekannt gegeben
Format: Kindle Edition
ASIN: B00OYUJ4OA
Preis: € 1,49

The Wall (02) – Der Angriff

thewall02Die Wand hat ihr erstes Opfer gefordert. Der Gruppe ist spätestens jetzt bewusst, dass es ums nackte Überleben geht. Der Mangel an Nahrung und Wasser wird allmählich zum Problem. Hinzu kommt, dass weitere Überlebende aufwachen und für Streitigkeiten innerhalb der Gruppe sorgen. Mila Radic ist eine von ihnen. Warum reagiert Conrad Bergmann so entsetzt, als er sie sieht?
Auf der Suche nach Wasser teilt sich die Gruppe schließlich auf. Ein Team erkundet das riesige Höhlensystem, während Mila sich Jack Darys Team anschließt, das sich im dichten Nebel die Wand emporkämpft, auf der Suche nach dem Wasserfall. Noch ahnen beide Teams nicht, was sie vorfinden werden, und dass nicht alle lebend zurückkehren.

Mit “Der Angriff” geht die Reihe in die zweite Runde. Ich muss gestehen, dass ich es kaum abwarten konnte, so gut hatte mir der erste Teil gefallen.
An der Situation der Gruppe hat sich natürlich nichts verändert. Dafür wachen weitere Menschen in der Höhle auf und der Kreis erweitert sich. Es stoßen neue Leute dazu um die sich allerdings ebenfalls so manches Geheimnis rankt. Das spürt man ganz deutlich. Genauso deutlich merkt man aber auch, dass sich einige von ihnen doch kennen oder einander zumindest bereits mal begegnet sind. Da fängt man ganz automatisch an, nach Verbdindungen und Erklärungen zu suchen, was einen Teil der Spannung ausmacht.
Zudem sind bringen neue Figuren immer auch neue Eigenschaften mit ein, und schon in der alten Gruppe aus Teil 1 gab es Mitglieder, die einander alles andere als wohlgesonnen waren und für Ärger und Aufruhr sorgten. So ist zB Mila ebenfalls ein starker Charakter. Und ausgerechnet zu dem Unruhestifter Bergmann scheint eine Verbindung zu bestehen. Wie auch immer die genau aussehen mag. So gefährlich wie die Umstände alleine schon sind, doch die verschiedenen Persönlichkeiten, die hier aufeinandertreffen, sind genauso wenig zu unterschätzen.
Einen weiteren Teil Spannung steuern bestimmte Entdeckungen bei, die die Gruppe nach und nach macht. Die meisten sind bedrohlicher Natur. So ereignet sich ein merkwürdiges Beben, eine seltsame “Leichenkammer” wird entdeckt und dann sorgt etwas für pures Grauen, das sich im ersten Moment als Rettung dargestellt hat. Letzteres sorgte bei mir außerdem für einen gewissen Ekel, was mir immer gut gefällt bei solchen Geschichten. Solange ich nicht selber gezwungen bin, so etwas zu essen, sehe ich anderen gerne mit Schaudern dabei zu 😉
Allerdings ist bei mir auch die Angst geblieben, dass die Reihe noch in eine Richtung von Fantasy abdriftet, mit der ich gar nichts anfangen kann. Es ging in Band 1 mit einem “Merlin” los, im zweiten Teil nun entdeckt die Gruppe etwas, das Drachen ins Spiel bringt, und sei es nur als Symbol auf einem Schalter. Bitte nicht, bitte, bitte nicht. Bitte lass es nicht auf solche Fantasy rauslaufen. Diese Ungewissheit ist ehrlich gemein. Denn einerseits gefällt mir die Reihe bislang wirklich richtig gut. Aber wenn es mit den Drachen mehr auf sich hat und sie noch eine größere Rolle spielen werden, dann würde mir das die Reihe andererseits ehrlich verleiden. Ich hoffe also wirklich, dass sie nicht mehr werden als ein Symbol auf einem Schalter. Das reicht mir voll und ganz.

“Der Angriff” las sich ebenso gut und leicht wie sein Vorgänger. Einmal mehr ein Beweis, dass eine Geschichte ruhig flüssig und leicht zu lesen sein kann, ohne dass sie dabei an Spannung und Intensität verliert. Ganz im Gegenteil sorgt das bei mir -zusammen mit der Kürze der Geschichte- für ein recht atemloses Lesevergnügen. Daran merkt man halt doch ganz deutlich, dass hinter der Geschichte Könner stecken. Und daran, ich kann es aus negativer Erfahrung mit solch günstigen eBooks gar nicht genug loben, dass man hier nicht ständig über inhaltliche Fehler oder Schreibfehler stolpert.

Das Cover ähnelt stark dem des ersten Teils, ohne dass es aber negativ auffällt. Es zeigt einfach auf, dass es sich hier um eine Reihe handelt. Lediglich die Farbe und der Ausblick durch das “Fenster” ist ein anderer. Man muss bei dieser Aussicht aber schon genau hinschauen um darin etwas zu erkennen. Zumindest wenn man die Geschichte nicht bereits gelesen hat. Ich habe erst hinterher etwas darin erkannt.

Fazit:  Ein rundum gelungener zweiter Teil. Neue Figuren kommen ins Spiel, die Gruppe macht interesante und grausige Entdeckungen und bringt sich aus der Not heraus in gefährliche Situationen. So ist es spannend bis zum Schluss. Außerdem finden sie etwas, bei dem man sofort merkt, dass es wichtig ist. Doch einordnen kann man es trotzdem nicht, so sehr man grübelt. Und ich habe die ganze Zeit ordentlich gegrübelt. Man kommt einfach nicht umhin, hier stetig nach einer Erklärung zu suchen.


Titel: The Wall (01) – Erwachen
Autor: wird noch bekannt gegeben
Format: Kindle Edition
ASIN: B00OI8081G
Preis: € 1,49

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