Cocomico Records

Jolly Mäh auf großer Fahrt

Titel: Jolly Mäh auf großer Fahrt / Verlag: Cocomico Records / Spielzeit: ca. 49 min / Sprecher: Santiago Ziesmer, Jens-Peter Fiedler, Sylvia Zimmik ua

jollymaeh02Inhalt: Die Jolly Mäh Schafe haben große Pläne: sie wollen mit ihrem Jolly Bus verreisen. Als Jolly Sheebo, Jolly Wolf, Jolly Rosa und Jolly Jomo endlich alles eingepackt haben, geht es ab in den Süden! Auf ihrer großen Fahrt treffen sie den coolen Jolly Bob und müssen ihr Zelt vor einem wilden Stier retten. So wird die Reise an die Cote d’Azur zu einem richtigen Abenteur für die Jolly Mähs.


Nachdem mich die Weihnachtsfolge um die Nici Schafe nicht so richtig von sich überzeugen konnte, bin ich mit verhaltenen Erwartungen an dieses Abenteuer herangegangen. Es beginnt natürlich wieder mit der üblichen Einführung, wer die Jolly Mäh Schafe sind. Friedliebende Schafe, die in einer tollen Community zusammenleben, immer nett zu einander sind, eben Schafe wie du und ich…ja klar! Ehe ich das nun bei jeder eventuellen weiteren Folge auswalze, ein für allemal, liebe Kinder: man muss nicht jeden mögen und mit jedem eine kuschelige Community gründen. Fertig!
Davon abgesehen, hat mir diese Folge aber deutlich besser gefallen als die Weihnachtsgeschichte. Denn auf der Reise der Schafe kommt tatsächlich ein gewisses Urlaubsfeeling auf. Ich wäre gerade auch lieber irgendwo im sonnigen Süden. Da konnte ich sie nur zu gut verstehen. Unterwegs erleben sie einige kleinere Abenteuer, die einen Schuss Spannung in die Sache bringen. Und der tiefenentspannte Jolly Bob ist wirklich ganz witzig.
In einigen Punkten frage ich mich allerdings, ob Kinder damit bereits etwas anfangen können. Zum Beispiel, wieso der Jolly Bus nicht mit Diesel fährt. Oder was genau Reggae ist. Oder was vegetarische Pizzen sind. Und das sind noch nicht alle Begriffe, bei denen ich gezweifelt habe. Man kann drüber hinweghören und die Handlung trotzdem verstehen, klar, aber bei einem Kinderhörspiel sollte man sich bei der Erzählweise doch mehr nach dem Verständnis der jungen Hörer richten als es hier der Fall ist.

Von der Sprecherliste kenne ich nur Santiago Ziesmer, der als Jolly Sheebo zu hören ist und ein munteres, stets gut aufgelegtes Schaf gibt. Michael Che-Koch erweckt das Hippie-Schaf Jolly Bob zum Leben, ruhig und absolut entspannt. Jens-Peter Fiedler hat mir als Jolly Wolf ebenfalls gefallen. Seine tiefe Stimme passt gut zu diesem “Schaf”. Außerdem ist Jolly Wolf eines der ganz wenigen Schafe, die ich auch als Plüschtier mag. Gut möglich, dass er mir deshalb so gut gefallen hat.

In dieser Folge ist eine ganze Reihe Lieder zu hören, und die haben mir richtig viel Spass gemacht. Ich habe das Hörspiel auf einer Autofahrt gehört und fast bei jedem Song lauter gedreht. Das sind Schwung und Tempo drin und manches Lied lädt schnell zum Mitsingen ein.

Auf dem Cover ist die wollige Truppe auf ihrer Tour nach Frankreich zu sehen. Ein vollgestopfter Bus und lauter fröhliche Gesichter versprechen eine Menge Spass auf der Reise.

Fazit:  Eine wirklich schöne, sommerliche Geschichte, die schnell Urlaubsfeeling heraufbeschwört. Ein bisschen Spannung ist ebenfalls dabei und viele tolle Lieder lockern das Gehörte auf. Kein Vergleich zur Weihnachtsfolge.

Weihnachten mit Jolly Mäh

Titel: Weihnachten mit Jolly Mäh / Verlag: Cocomico Records / Spielzeit: ca. 46 min / Sprecher: Suzan Erentok, Lea Clemens, Thomas Linden ua

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Inhalt: Es ist Weihnachtszeit auf der Jolly Mäh Wiese. Wie jedes Jahr ist es wieder ganz schön kalt geworden. Da kuscheln sich Lucy und ihr kleiner Bruder Lenny gerne vor den warmen Kamin. Granny liest die Jolly Mäh Weihnachtsgeschichte vor und es gibt leckeren Advents-Apfel-Kuchen. Auch Jolly Sleepy und sein Freund Frosch finden einen Platz vor dem Kamin. Als überraschend Onkel Ben zu Besuch kommt, wird es aufregend für unsere Jolly Mäh Schafe.


Es gibt zahlreiche Spielzeugreihen, die sich bereits eine Hörspielumsetzung gefallen lassen mussten. Spontan fallen mir da “Barbie” und “Regina Regebogen” ein, aber auch die “Tranformers”, um nur einige zu nennen. Nun hat es also auch die Kuschelschafe von Nici erwischt. Ich sammele einige Nici Stofftiere, daher war ich neugierig auf die Hörspiele. In dieser Folge feiern die Nici Schafe also Weihnachten. Kennen muss man sie dafür nicht unbedingt. Die paar Schafe lernt man schnell kennen. Außerdem wird man ehe die Geschichte losgeht erstmal grundsätzlich eingenordet, mit wem man es zu tun hat. Mit einer Community (damit werden die Kinder sicher eine Menge anfangen können) friedliebender Schafe, die keinen Streit und keine Rivalität kennen, stets nett und hilfsbereit sind, und ntürlich in einer Herde zusammenleben. Schafe eben wie du und ich, so wird es gesagt. Boah, noch auffälliger konnte man die pädagogische Keule nicht einpacken, oder? Also, liebe Kinder, habt euch bloß alle lieb, sonst gehört ihr nicht zur Community.
Weihnachten bei den Jolly Mäh Schafen ist eine ausgesprochen gemütliche Angelegenheit. Es wird viel am Kamin gekuschelt, Weihnachtsgeschichten werden vorgelesen, Lieder gesungen und natürlich freuen sich Lucy und Lenny auf die Geschenke. Vieles dabei wurde den Tierchen entsprechend eingeschaft. Der Autor der Geschichte ist Schaf Dickens, die Geschenke bringt das Weihnachtsschaf und es gibt ein Lied namens “Jingle Mäh” und ein Schneeschaf, das auf den Namen Frostie hört. Mir war das zwar etwas zu viel Schaf, aber die Ideen sind irgendwie auch ganz witzig. Ich hätte nie gedacht, dass sich klassische Figuren so leicht einschafen lassen. Erwachsene Hörer werden da einiges erkennen können. Junge Hörer finden das sicher einfach lustig.
Inhaltlich ist der Geschichte also nichts vorzuwerfen. Vom Ablauf her ein Weihnachtsabend wie aus dem Bilderbuch. Nur leider wollte bei mir trotzdem keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Daran konnten auch die Lieder nichts ändern, obwohl Weihnachtslieder mich sonst leicht in Weihnachtsstimmung versetzen. Mir fehlte das Urige, das dafür quasi zwischen den Zeilen der Dialoge durchklingen muss.

Den Erzähler eingeschlossen sind nur sechs Sprecher am Werke. Lea Clemens gibt eine liebe und pfiffige Lucy Mäh. Und Thandiwe Braun einen nicht minder liebenswerten Lenny Mäh. Karl-Heinz March klingt seiner Rolle als Sleepy Mäh meist ziemlich verpennt. Suzan Erentoks Stimme war mir allerdings etwas zu jung um ihr eine Großmutter Mäh abzunehmen.

Das Cover kündigt es schon an: in diesem Hörspiel warten viele Lieder auf die Hörer. In diesem Falle sind es Lieder, die an bekannte Weihnachtslieder angelehnt sind. Ich bin kein Fan von Liedern in Kinderhörspielen, geschweige denn von singenden Kindern, aber die Lieder hier kann man wirklich gut anhören. Die teilweise jungen Sänger verstehen ihr Handwerk.

Das Covermotiv strahlt die Weihnachtsstimmung aus, die bei mir beim Hören bedauerlicherweise nicht aufkommen wollte. Granny Mäh steht im Mittelpunkt, um sie herum haben sich die Kinder versammelt, Onkel Ben schmückt den Weihnachtsbaum und daneben knistert wohlig der Kamin. Ein wirklich schönes Motiv.

Fazit: Obwohl man hier einen Weihnachtsabend wie aus dem Bilderbuch erlebt, wollte bei mir keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Vielleicht war es doch ein paar Mal “Mäh” zu viel. Alles was erzählt wird, ist so gemütlich, nur das Gefühl davon wollte einfach nicht aufkommen.

Die Hexerin (2) – Vampirjagd

Titel:   Die Hexerin (2) – Vampirjagd / VerlagCocomico Records / Laufzeit:   ca. 80 min / 10 Tracks / Sprecher:  Suzan Erentok, Michael-Che Koch, Annika Wichmann, Sarah Podranski u.A.

Inhalt:   Die frisch gebackene Vampirin Frenchy Davis ist in London unterwegs und macht Jagd auf Menschen, auch auf ihren Ex Inspektor Mason Flint.
Gleichzeitig tauchen zwei Vampirjäger in London auf, die nichts davon wissen, dass Doriana Gray kein Vampir mehr ist.
Mason Flint hat alle Hände voll zu tun und verbündet sich mit Doriana um den mit den neuen Gefahren fertig zu werden.


Kurz gesagt: Donnerwetter!
Nach der doch sehr mäßigen ersten Folge, hatte ich mit einer solchen Verbesserung nicht gerechnet.
Es hat den Anschein, als hätte man in Folge 1 mit Gewalt alles reinstopfen müssen, was die Serie ausmachen soll (Vampirgrusel, Krimi, Sex) und käme in Folge 2 nun zur Ruhe.
Zwar ist die Geschichte noch immer kein Meilenstein des Genres –dafür kennt man Vieles einfach schon aus anderen Hörspielen-, aber sie zieht sich längst nicht mehr so sehr in die Länge und hat auch an Tempo zugelegt.
Weiterhin haben die Geschichte und die Dialoge an Überzogenheit verloren, was dem Hörspiel ausgesprochen gut tut.
So gibt es z.B. kaum noch Stellen in den Dialogen, die eigentlich für Gänsehaut sorgen sollen, aber eher zum Lachen reizen.
Wie gesagt: ein Kracher ist auch „Vampir Jagd“ nicht, aber ich habe mich die rund 80 Minuten lang gut unterhalten gefühlt und mich gefreut, dass es mit der Serie anscheinend bergauf geht.
Sehr schön!

In den Hauptrollen hören wir die schon aus Folge 1 bekannten Sprecher.
Michael-Che Koch liefert auch in „Vampir Jagd“ weiterhin einen guten Job ab, da gibt’s nichts auszusetzen.
Bei den Sprecherinnen Suzan Erentok (Doriana) und Annika Wichman (Frenchy) dagegen haben sich die Leistungen praktisch umgekehrt.
War es in Folge 1 noch Doriana, die mit viel Gezische und Gefauche den bösen Vampir zu markieren versuchte, so fällt diese Rolle nun Frenchy zu, und auch bei ihr klingt es alles andere als vampirisch böse. Es hört sich vielmehr albern und unglaubwürdig an.
Beim Hören habe ich mich manches Mal gefragt, welchen Vampir –wenn man an Grusel interessiert ist, „begegnet“ einem ja doch unweigerlich das eine oder andere Exemplar- man sich als Vorbild genommen haben könnte.
Dafür gefiel mir Doriana als „Nur Hexe“ richtig gut. Die Rolle als Mensch mit besonderer Begabung steht ihr viel besser als die der Hexe mit vampirischen Neigungen. Ohne das bereits erwähnte Gezische und Gefauche habe ich ihr sehr gerne zugehört.
Als Erzähler ist weiterhin Bodo Primus zu hören und leider hat er auch weiterhin viel zu viel zu tun.
Die Passagen des Erzählers sollte man künftig wirklich kürzer halten, denn sie nehmen mancher Szene leider die Fahrt.
In den Nebenrollen sind u. A. Sarah Podransky, Benjamin Werres und Malcolm Walgate zu hören, die zwar ebenso unbekannt sind wie die Sprecher der Hauptrollen, die sich aber alle hören lassen können.

Musikalisch kann auch „Vampir Jagd“ am meisten punkten, denn die Musik ist stets der Situation angemessen und sehr gut eingesetzt. Düstere Klänge, sehr atmosphärisch…wirklich prima!

Das Cover ist ebenso gelungen wie das der ersten Folge.
Düstere Farben, ein schöner Zeichenstil und dank dem Messer in Dorianas Hand wirkt sie nun nicht mehr nur geheimnisvoll, sondern durchaus auch gefährlich.
Gehörte das Cover der Folge 1 bis auf eine kleine Person im Hintergrund noch Doriana alleine, so sind hier auch Flint und die Vampirjäger zu sehen. So macht das Cover deutlich, dass sich da eine größere Geschichte um die Hexerin und den Inspektor und ihren Feinden anspinnt.

Fazit: Noch immer fehlt der Serie der besondere Pfiff, dafür ist die Geschichte bislang einfach zu sehr Mainstream. Aber mit Folge 2 ist durchaus schon ein großer Schritt nach vorne gelungen und ich bin gespannt, wie es mit der Serie weitergeht.
Wenn es so Folge für Folge weitergeht, dann kann daraus noch eine ordentliche Sex’n’Crime-Serie mit Biss werden. Als Fan einfach mal antesten…

Die Hexerin

Titel:   Die Hexerin / VerlagCocomico Records / Laufzeit:   ca. 64 min / 10 Tracks / Sprecher:  Suzan Erentok, Michael-Che Koch, Kai Helm, Reinhard Schulat-Rademacher u.A.

Inhalt: Fünf männliche Leichen, die in London aufgefunden werden, geben Ermittler Mason Flint Rätsel auf. Alle fünf Toten haben Bisswunden am Hals, keinen Tropfen Blut mehr in sich und eine silberne Hutnadel im Herzen stecken. Flint nimmt die Spur des Täters auf und gerät dabei in höchste Gefahr…


„Jason Dark – Die Hexerin“ so prangt es auf dem Cover des Hörspiels und jedem Grusel-Horror-Fan dürfte bei diesem Namen zunächst das Herz vor Freude hüpfen.
Immerhin hat Jason Dark auch John Sinclair erdacht und mit dieser Figur großen Erfolg.
Dass der Hexerin ein ebensolcher Erfolg zuteil werden wird, wage ich zu bezweifeln.
Vampire beißen ihre Opfer, Vampire trinken Blut, Vampire sehen phantastisch aus, Vampire sind unwiderstehlich und können durch einen Stich ins Herz getötet werden…
Das kommt einem doch schon sehr bekannt vor, diese Eigenschaften werden Vampiren in unzähligen Geschichten zugeschrieben, das weiß man also alles schon.
In dieser Hinsicht bietet das Hörspiel schon mal nichts Neues.
Die Geschichte an sich, daraus hätte man vielleicht trotzdem noch etwas Ordentliches machen können.
Schließlich kann nicht jedes Hörspiel das Rad neu erfinden, viele Themen –wie auch das Thema Vampire- wurden schon unzählige Male umgesetzt und trotzdem sind immer wieder gute Hörspiele unter diesen Umsetzungen gewesen.
Ich bin mir sicher, auch aus Die Hexerin hätte ein gutes Hörspiel werden können.
Leider scheitert dies aber an zu vielen Punkten.
zunächst mal bietet die Geschichte nichts Neues auf dem Vampir-Grusel-Sektor, wie oben schon erwähnt.
Außerdem zieht sich die Geschichte unendlich hin, dabei ist das Hörspiel kaum länger als eine Stunde.
Ein wesentlicher Grund für diese gefühlte Unendlichkeit, ist der Anteil des Erzählers, der einfach zu groß ist. Es gibt so lange Passagen, dass man glatt meinen könnte, man höre eine Lesung, und das nimmt dem Hörspiel doch einiges an Fahrt.
Dabei hätten die Erzähl-Abschnitte problemlos kürzer ausfallen können.
Der Geschichte hätte z.B. nichts Wichtiges gefehlt, wenn man die detailreichen Beschreibungen der weiblichen Charaktere – äußerlich und vom Hals an abwärts- rausgelassen oder eingekürzt hätte.

Weiterhin wären da die Sprecher.
An den männlichen Sprechern gibt es nichts aussetzen.
Michael-Che Koch spricht die Rolle des Inspektors Mason Flint sehr souverän, da gibt es gar nichts.
Den Inspektor habe ich ihm sofort abgenommen.
Auch die Sprecher der kleineren Rollen wie z.B. Reinhard Schulat-Rademacher und Holger Schulz können sich durchweg hören lassen.
Wenn das nur auf die Sprecherinnen auch zuträfe…
Zunächst haben wir da Annika Wichmann alias Frenchy Davis, Flints Freundin.
Ihrer Stimme fehlt leider jede Kraft und die hätte selbst in der Rolle des recht naiven Blondchen Frenchy an manchen Stellen des Hörspiels nicht geschadet.
Dann ist da natürlich noch die Hexerin persönlich, gesprochen von Suzan Erentok.
Bisher habe ich sowieso das Gefühl, dieser Charakter wird nahezu komplett auf sein sexy Äußeres reduziert, aber etwas weniger Erotik zumindest in der Stimme hätte es auch getan…und wäre dann wenigstens glaubhaft gewesen, statt überzogen bis albern.
Furchteinflößend hört sie sich so jedenfalls nicht an, dabei wäre das doch eigentlich ganz wichtig in einem Grusel-Hörspiel…

Nun aber zu einem Aspekt des Hörspiels, der mir sehr gut gefallen hat: die Musik.
Hier ist alles richtig gemacht worden.
Musikalisch steckt Die Hexerin nicht, wie so viele Vampir-Geschichten, in der Vergangenheit fest, die Klänge sind modern und sorgen an entscheidenden Stellen für eine passige, oft düstere Atmosphäre.
So gehört sich das für ein Hörspiel dieses Genres.

Das Cover hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, es ist wirklich sehr schön gezeichnet.
Insgesamt ist es in düsteren Farben gehalten, der blutrote Schriftzug erzeugt einen tollen Kontrast, und Blutrot ist auch eine sehr passende Farbe für ein Vampir-Hörspiel.
Doriana Gray sieht zwar eher sehr gut als gefährlich aus, aber das geht schon in Ordnung.
Da ihre dem Hörspiel nach überzeugendsten Argumente nicht zu sehen sind, ist der Darstellung immerhin etwas Geheimnisvolles geblieben.
Doch, das Cover kann sich sehen lassen und wird im Verkaufsregal wohl auch auffallen.

Fazit: Wer eingefleischter Vampir- oder Jason Dark – Fan ist, wird an der Hexerin nicht vorbeikommen.
Wer aber generell an unheimlichen Hörspielen interessiert ist und sich demzufolge auch mal gruseln möchte, der sollte lieber die Finger davon lassen.

Die Hexerin (3) – Die Tür ins Gestern

Titel:   Die Hexerin (3) – Die Tür ins Gestern / VerlagCocomico Records / Laufzeit:   ca. 69 min / 8 Tracks / Sprecher:  Suzan Erentok, Michael-Che Koch, Annika Wichmann, Reinhard Schulat, Susanne Armin-Zieroldt, Bodo Primus u.A.

Inhalt:   Doriana und Mason werden noch immer von Vampirjägern gesucht. Während die Hexerin fieberhaft nach einem Versteck Ausschau hält, versucht Mason Flint trotz aller Schwierigkeiten seiner Arbeit als Ermittler weiter nachzugehen. Sie entscheiden sich für Dorianas früheren Zufluchtsort, ein altes Cottage in der Nähe Londons. Dort finden sie mit Hilfe von Dorianas Hexenkräften eine alte, mysteriöse Tür. Diese rettet sie zunächst vor ihren Verfolgern, doch was sie dahinter erwartet ist ungleich grausamer und gefährlicher…


Es sah doch bei Folge 2 noch so gut aus. So als ob die Serie sich bekrabbeln und zumindest ganz unterhaltsam werden.
Und nun das.
In dieser Geschichte ist nun wirklich alles verwurstet worden, was auch ansatzweise das Potenzial versprach, daraus eine gruselige, spannende, erotische und unterhaltsame Sache zu machen. Um Grusel reinzubringen hat man sich angelehnt an “Das Bildnis des Dorian Gray” und die Legende um die Blutgräfin. Spannung sollte wohl die Zeitreise reinbringen und die Ereignisse in der Vergangenheit. Leider ist davon nichts wirklich gut und “griffig” ausgearbeitet, so dass es seine Wirkung völlig verfehlt, es ist einfach nur wirr.
Einzig die Erotik ist der Serie noch nie schwer gefallen, da schöpft man hier wieder aus dem Vollen. Bedauerlicherweise machen lautstarkes Gestöhne und die x-te anschauliche Beschreibung von Brüsten nicht zwangsläufig Erotik aus.
Als unterhaltsam kann man diese Folge also eindeutig nicht bezeichnen. Für mein Empfinden zogen sich die knapp 70 Minuten extrem hin und es war ausgesprochen mühsam, bei der Sache zu bleiben.
Das Ende wenigstens hat mich doch überrascht, mit diesem Ausgang der Beziehung zwischen Mason und Doriana hatte ich nicht gerechnet. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich ziemlich schnell drüber weg war. Ob es mit den beiden noch mal weitergeht, auf welche Art auch immer…man wird sehen. Wenn nicht, auch nicht schlimm.

An Michael Che-Kochs (Mason) und Suzan Erentoks (Doriana) Leistung habe ich weiter nichts auszusetzen gefunden. Gut, Doriana klingt in actionreichen Szenen oft etwas arg gelassen, beinahe schon gelangweilt, aber was hat man als Hexe mit diesen speziellen Fähigkeiten und Talenten schon groß zu befürchten?
Michael Che-Koch ist dagegen immer voll bei der Sache. Es macht Spaß, ihm zuzuhören und er hat mein Bild von Mason Flint als sympathischen, aber wenn es drauf ankommt auch pflichtbewussten und nicht gerade zimperlichen Menschen auch in dieser Folge hochgehalten.
Bei der Darbietung von Susanne Armin-Zieroldt als Blutgräfin und den Sprechern der drei Wächter, hat es mir dagegen die Zehennägel aufgerollt. Was sie zu Gehör bringen, ist nicht furchteinflößend, das ist schlicht albern.

Hurra, hurra, da gibt es ja auch noch die Musik und der kann man mal wieder bedenkenlos einen Freifahrtschein ausstellen, denn die Untermalung ist durchweg gelungen. Schön unheimlich und düster, wie es sich gehört. Wenn man das doch nur auch vom Rest des Hörspiels sagen könnte.

Das Cover geht auch in Ordnung. Es macht auf den ersten Blick klar, in welche Gefahr die Tür ins Gestern Mason und Doriana bringt.

Fazit:   Schade, das war ein Satz mit x, das war wohl nix. Folge 3 hat mich sehr enttäuscht, nachdem Folge 2 mir den Eindruck vermittelt hatte, es gehe aufwärts mit der Serie. Cocomico kann man daraus aber höchstens hinsichtlich einiger Sprecher einen Vorwurf machen, denn was kann schon eine Hörspielumsetzung rausreißen, wenn die Vorlage einfach nichts Taugliches bietet?

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