Cora Verlag

Mystery Thriller 06 / 2004 – Achterbahn des Schreckens (Diane Hoh)

mysth604Der Ausflug in den Vergnügungspark wird der reine Horrortrip: Erst stürzt ein Wagen von der Achterbahn, dann verunglückt Tee’ Freundin Gina. Alles nur Zufall? Von wegen! Tess merkt schnell, dass die Unfälle ihr gegolten haben. Denn plötzlich passiert jeden Tag etwas Grauenvolles, das ihr total Angst macht. Sie hat keine Ahnung, wer sie verfolgt, in einen leeren Pool stößt, auf ihre Clique einen Giftanschlag ausübt, dem Tess nur zufällig entgeht. Zum Glück hält ihr Freund Sam zu ihr und tröstet sie zärtlich. Aber als sie herausfindet, wer hinter dem Terror steckt, ist er nicht da…

Aus der Rubrik “Pausenlektüre” gibt es heute wieder eine Rezension zu einem Mystery Thriller Romanheft. Allerdings hat mich dieses Heft in die Irre geführt. Sonst spielen Diane Hohs Mystery Thriller an der Salem Universität, was für mich eine der besten Kulissen für diese Thriller ist. Doch “Achterbahn des Schreckens” hat damit nicht annähernd etwas zu tun. Das hat mich etwas enttäuscht.
Tess mochte ich auch nicht richtig. Erst recht nicht am Anfang der Geschichte. Sie wirkte auf mich missmutig, unzufrieden und patzig. Das sind Eigenschaften, die mir Charaktere alles andere als sympathisch machen.
Da war ich beinahe froh als sich der grauenvolle Achterbahnunfall ereignete und endlich nicht mehr Tess verletztes Ego im Vordergrund stand. Ich mag spannende und gruselige Geschichten, die in Freizeitparks spielen. Solche Parks sind eigentlich Orte voller Spass, Phantasie und Leichtigkeit. Da finde ich es umso schlimmer, wenn an solchen Orten etwas so Schreckliches passiert. Genau dieser Gegensatz macht solche Geschichten für mich so reizvoll.
Nach diesem ersten Vorfall fiel es mir leichter “Achterbahn des Schreckens” zu lesen. So richtig gemocht habe ich Tess zwar bis zum Schluss nicht -da war immer eine gewisse Distanz vorhanden- aber ich fand es doch spannend, was sie im weiteren Verlauf der Geschichte erlebt. Die nächten Zwischen- und Unfälle sind ebenfalls ziemlich grausig, teilweise sogar ein bisschen gruselig, sodass ich durchaus mit Tess mitgefiebert und mitgerätselt habe. Wer könnte hinter alldem stecken?
Da hat man hier ganz schön Auswahl. Tess’ Freundeskreis ist recht groß und jeder benimmt sich irgendwann mal irgendwie verdächtig. So kann man gut mitknobeln und verdächtigen. Mir macht das an einem Krimi oder Thriller immer sehr viel Spass und so hat mich das auch hier gut unterhalten.
Eine Reihe Passagen in Tagebuchform, geschrieben vom Täter, geben Hinweise auf die Hintergründe des Geschehens. Ich habe stets versucht, auch aus diesen Abschnitten abzuleiten, wer der Täter sein könnte. Hat aber nicht geklappt 😉
Somit fand ich die Geschichte ganz spannend.
Die Auflösung hat mich wirklich überrascht. Auch wenn ich das Motiv ein wenig dünn fand. Aber den Täter hatte ich nie mehr im Verdacht als die übrigen Kandidaten.

Anfangs lag es daran, dass ich Tess nicht mochte. Woran es später lag, kann ich gar nicht so genau sagen. Jedenfalls las sich “Achterbahn des Schreckens” für mich nicht so flüssig wie die Mystery Thriller sonst. Ich denke, es lag am ehesten an den besagten Tagebuch-Abschnitten, die nicht deutlich genug getrennt vom restlichen Text gedruckt sind. Das hat mich oft rausgebracht, weil ich mich gefragt habe, wo und bei wem ich plötzlich gelandet bin. Daran konnte auch der kursive Druck nichts ändern. Das hätte man geschickter lösen bzw deutlicher machen können. Und wer jetzt meint, ich solle mich bei solchen “Groschenromanen” nicht päpstlicher aufführen als der Papst, dem sei gesagt, dass € 2,50 (die letzten Einzelbände kosteten stattliche € 3,49!) für mich alles sind, aber keine Groschen. Dafür erwarte ich eben auch ein bisschen was beim Druck. Das dürfte auch 2004 bereits hinzukriegen gewesen sein.

Das Cover gefiel mir auf Anhieb, auch wenn man beim verwischten Hintergrund schon genau hinsehen muss um die roten Stäbe als Achterbahnschienen zu erkennen. Aber mir gefällt halt dieses Verwischte unheimlich gut. Genauso wie man die Lichter eines Vergnügungsparks bei einer rasanten Achterbahnfahrt sieht.

Fazit: Mit Tess hatte ich meine Schwierigkeiten, weil sie mir anfangs zu muffig rüberkam. Trotzdem fand ich die Geschichte ganz spannend, weil man prima miträtseln kann, wer der Täter sein könnte. Für mich las sich dieser Mystery Thriller etwas holprig wegen des verunglückten Drucks, aber ich schätze, dass das nicht jeder so eng sieht. Deshalb winke ich es mal so durch.


Titel:  Mystery Thriller – Achterbahn des Schreckens  (Heft 06 / 2004)
Autor: Diane Hoh
Seiten:  ca. 127
Verlag: Cora Verlag
Preis:  € 2,50 (gedruckt)

Mystery Thriller 10/2000 – Die Puppe (Diane Hoh)

mys102000Es ist ein fieses Spiel: Jaye will bei einer Halloween-Party als Bacuhrednerin auftreten – die Puppe soll dabei allerdings die kleine zierliche Fiona sein, eine Außenseiterin an der Uni Salem, die sich sehnlichst eine so tolle Clique wünscht. Kein Wunder, dass Fiona begeistert zusagt, aber auch kein Wunder, dass sie bitterböse reagiert, als Jaye sie nach dem tollen Auftritt spöttisch abblitzen lässt. Ab jetzt soll Jaye nichts mehr zu lachen haben! Und wirklich wird ihr Leben zu einem Albtraum.

Heute gibt es mal wieder eine Rezension zu einem meiner geliebten Mystery Thriller Heftchen. Die Geschichten rund um die Salem Universität und das Wohnheim Nightmare Hall haben es mir dabei besonders angetan.
Den Anfang von “Die Puppe” fand ich allerdings eher durchwachsen. Erstens habe ich die Geschichten, die sich die Studentenclique auf ihrer Halloween-Party erzählt, nicht als besonders gruselig empfunden. Zweitens konnte ich mir das mit Fiona als Bauchrednerpuppe schlecht vorstellen. Um bei Jaye auf dem Schoß sitzen zu können, muss Fiona wirklich sehr klein sein. Oder Jaye ist ungewöhnlich groß, doch davon ist nirgends die Rede. So ergab sich für mich kein glaubhaftes Bild der Situation.
Lange hält sie aber auch nicht an, somit fällt das nicht allzu sehr ins Gewicht. Als Jaye Fiona nach dem Auftritt eiskalt abblitzen lässt, rastet Fiona aus. Sie posaunt wilde Behauptungen über Jayes Freunde von der Bühne herunter, die ihr Jaye angeblich anvertraut hat. Tatsächlich dreht sie Jaye aber nur die Worte um Munde herum. Doch natürlich sind Jayes Freunde zutiefst beleidgt und verletzt.
Als schon kurz darauf der erste Anschlag auf Jaye verübt wird, weiß man also nicht so recht, wenn man verdächtigen soll. Fiona, oder doch eher einen oder mehrere von Jayes Freunden? Ich habe lange gegrübelt. Fiona als Täter schien mir zu offensichtlich, aber es deutete so vieles auf sie hin. Jayes Freunde? Die kamen eigentlich alle infrage, denn sie alle hatten bei der Show ihr Fett weg bekommen. Das hat die Geschichte für mich spannend gemacht. Und ich habe mich auf die falsche Fährte locken lassen, sodass ich am Ende eine Überraschung erlebt habe.
Die Anschläge auf Jaye sind nicht ohne und tatsächlich sehr gefährlich. Kinderkram ist das alles nicht, auch wenn man es bei einem Romanheftchen vielleicht vermuten könnte. Aber was sich Thriller nennen will, sollte halt etwas Ordentliches bieten. Das gelingt hier ganz gut. Lediglich über das Wagenrad im Haus habe ich mich gewundert. Wer hat denn so ein Riesending in seiner Studentenbude? Das darf man sich genauso wenig bildlich vorstellen wie die Bauchrednerpuppenszene. Einfach hinnehmen und gut.
Am Ende -das ist bei den Mystery Thrillern schon fast üblich- präsentiert der Täter seine Motive ganz freiwillig. Er ist sich sicher, dass Jaye ihm nicht mehr entkommen kann, also kann er genauso gut die Katze aus dem Sack lassen. Und wie er im Zuge seiner Ansprache selber sagt, sind aus diesem Motiv heraus schon unzählige Verbrechen verübt worden. Das stimmt sicher, dennoch fand ich es etwas arg dünn geraten. Da hatte ich eine beeindruckendere Auflösung erwartet.

Für mich sind diese Heftchen nette Lesesnacks für zwischendurch. 127 Seiten lesen sich leicht, wenn die Story stimmt. Es gibt viele Dialoge, die Kapitel haben eine Länge, die einen leicht dazu verleitet, noch eins oder zwei (oder drei oder vier oder…) mehr zu lesen, wenn man erstmal angefangen hat.

Ich mag keine Clowns. Ich habe sogar Angst vor ihnen. Deshalb ist mir das Covermotiv eine Gänsehaut wert. Wer genauso “ES”geschädigt ist wie ich, dem wird es ebenfalls so gehen. Man sieht aber genau, dass es keine Puppe ist. Deshalb fragt man sich, was der Clown wohl mit einer Geschichte um eine Puppe zu tun hat.

Fazit:  Der Anfang fällt etwas dünn aus, doch mit den Anschlägen auf Jaye kommt Spannung und Tempo in die Story. Man kann gut mitknobeln, was mir immer wieder viel Spass macht. Vor allem, wenn ich auf eine Finter hereinfalle wie hier. Dann gibt es am Ende eine echte Überraschung. Nicht der beste Mystery Thriller um Nightmare Hall und die Salem Universität, aber dennoch ein kurzweiliges Lesevergnügen.


Titel:  Mystery Thriller – Die Puppe  (Heft 10 / 2000)
Autor: Diane Hoh
Seiten:  ca. 127
Verlag: Cora Verlag
ASIN: B006ELV6PW
Preis:  DM 3,80 (gedruckt)

Mystery Thriller Doppelband – Mord im Mokai Club (Raven Cross) / Als wäre es deine letzte Nacht (Margaux Froley)

mysterydoppelband01Mord im Mokai Club – Lanas Herz klopft wie verrückt, als sie den Club in Miami betritt. Endlich sieht sie ihren Freund Skip wieder, der hier DJ ist! Aber der flirtet den ganzen Abend mit einer anderen, dieser Verräter. Lana sieht rot, holt aus – und am nächsten Tag macht sie als “coole k.o.-Braut” Schlagzeilen. Plötzlich ist sie das Szene-Girl von Miami. Bis sie verhaftet wird: Skips Neue wurde ermordet, und Lana steht unter Mordverdacht.

Als wäre es deine letzte Nacht – Niemals wird Devon die zärtliche Nacht vergessen, die sie mit Hutch verbracht hat. Nun ist er, der beliebteste Junge der Schule, tot – Selbstmord, heißt es. Und ausgerechnet Devon ist nach einem Psychologiekurs diejenige, mit der ihre Mitschüler über ihre Trauer reden sollen. Doch die Gespräche geben Devon Rätsel auf: Der Hutch, den sie kannte, war nicht in eine Parallelwelt voller Drogen verwickelt.

Seit Juli ’13 erscheinen die Mystery Thriller nun nur noch alle zwei Monate. Dafür gibt’s dann aber gleich zwei Thriller in einem Band.
Ich habe mir den ersten Doppelband mal zum Testen gekauft, denn eigentlich war mir einmal im Monat € 3,60 doch lieber als alle zwei Monate auf einen Schlag € 5,99. Natürlich sehe ich die Ersparnis, die auch ordentlich ist, aber es ist und bleibt viel Geld auf einen Schlag.

Mit “Mord im Mokai Club” habe ich ich etwas schwer getan. Erstens weil zwei solch bildhübsche, von sich selbst überzeugte In-Girls nicht unbedingt mein Geschmack an Hauptcharakteren sind. Es hat etwas gedauert bis ich mich wenigstens an sie gewöhnt habe. Dass sie eigentlich auch ganz clever sind, das habe ich ihnen aber bis zum Ende hin einfach nicht abgenommen. Auch der Schauplatz war nicht so mein Fall. Meine Begeisterung für jegliche Ballermann-Atmosphäre hält sich in sehr engen Grenzen. Das gilt sogar für Spring Break in den USA. Diese Begeisterung für Club und für das Feiern teile ich halt nicht. Die Frage, wer der Mörder ist, fand ich trotzdem ganz spannend. Man kann gut mitraten und oft gibt es Wendungen, die einen in einer Vermutung wieder umstimmen. Denjenigen welchen hätte ich zuletzt als Täter in Erwägung gezogen, deshalb war es eine schöne Überraschung. Dafür habe ich über Lanas weiteren Verbleib den Kopf geschüttelt. Na, die muss ja großzügige, tolerante und verständnisvolle Eltern haben…

Auch mit “Als wäre es deine letzte Nacht” hatte ich einen etwas schwierigen Start. Mir waren das anfangs zu viele Namen. Es dauerte nicht lange, da wollte ich schon aufgeben, weil ich fürchtete, bald nicht mehr durchzublicken. Sowas mag ich gar nicht. Zeit um die einzelnen Charaktere so einzuführen, dass man sie sich merken und später wiedererkennen kann, sollte sich jede gute Geschichte nehmen. Zum Glück hielten sich meine Probleme mit den vielen Personen in Grenzen. Ich musste nur ab und zu überlegen, wen ich vor mir habe. Das spielte sich also ein. Bei dieser Geschichte hat es richtig Spass gemacht, mitzuknobeln. Zudem tun sich immer wieder neue Erkenntnisse auf und man muss wieder umdenken. Das war spannend und abwechslunsgreich. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass sich die Geschichte so umfangreich entwickeln würde. Und wenn ein Fall von der psychologischen Seite angegangen wird, dann ist das ganz nach meinem Geschmack.

Ein Extra-Lob gibt es dafür, dass Margaux Froley tatsächlich aus den USA kommt. Das merkt man der Geschichte in Sachen Ausdrucksweise und Schauplatz -im guten Sinne- an. Ich hatte ja in der vorigen Rezi erwähnt, dass es mich stört, wenn Geschichten in den USA spielen, die Autoren aber gar nicht von dort kommen. Was man mindestens an der Ausdrucksweise merkt. Raven Cross ist eine deutsche Autorin, aber sie lebte lange in den USA. Entsprechend glaubhaft sind ihre Ortsbeschreibungen und typisch deutsche Aussprüche -die ich mir auf englisch beim besten Willen nicht vorstellen kann- findet man bei ihrer Geschichte nicht. Schön, wenn darauf geachtet wird!

Beide Geschichte lesen sich recht leicht. Es macht aber Sinn, sich für “Als wäre es deine letzte Nacht” etwas mehr Zeit und Ruhe zu nehmen, sonst ist man womöglich verloren. Die den Kapiteln vorangestellten Protokolle über verschiedene psychologische Sitzungen machen jeweils neugierig auf das Kapitel.

Bitte, bitte, lasst diesen unseligen Trend mit den Gesichtern auf dem Cover nicht auch noch bei dieser Reihe einziehen. Das sieht mir hier nämlich verdächtig danach aus. Die kleine Szene im Hintergrund, die eigentlich viele her einen Bezug zu einer der beiden Thriller hat, fällt dagegen kaum auf. Schade.

Fazit:  Zwei spannende Mystery Thriller, die kaum verschiedenere Schauplätze haben könnten. Das gefällt mir so. Eine schöne Mischung. Mit beiden hatte ich aber auch so meine kleineren Schwierigkeiten, die die Charaktere betrafen. Wer sich mit Szene-Girls und ihrem Partyleben und einer Fülle Charaktere innerhalb kürzester Zeit besser arrangieren kann als ich, der wird mit diesem ersten Doppelband aber sicher zufrieden sein. Mal sehen, ob der nächste mehr Meins ist.


Titel:  Mystery Thriller – Mord im Mokai Club / Als wäre es deine letzte Nacht
Autor: Raven Cross / Margaux Froley
Seiten:  286
Verlag: Cora Verlag
Bestellnummer: 0818130221
Preis:  € 5,99

Wer hat Alice umgebracht? (Steve Hogan)

mysthriller513Sicher, Alice war eine Zicke, die Lindsay an der Kunstuni von Glasgow das Leben schwer gemacht hat. Aber deshalb hat Lindsay sie doch nicht ermordet! Doch genau das glaubt die Polizei und verhaftet Lindsay. Das Schlimmste: Sie kann sich nicht erinnern, denn auf einer Party hatte sie ein paar Drinks zu viel – Filmriss. Zum Glück gelingt ihr auf dem Weg zum Präsidium die Flucht. Bei dem Bildhauer Arthur und dessen attraktivem Neffen Cameron kann Lindsay untertauchen. Aber wirklich frei ist sie erst, wenn sie herausfindet, was in der schottischen Blutnacht passiert ist.

Scheinbar hatte ich eine kleine Phase mit Snack-Büchern. Jedenfalls mag ich diese Mystery Thriller zwischendurch immer mal ganz gerne, und so habe ich mal wieder einen im Kiosk mitgenommen. Die Inhaltsangabe klang nicht verkehrt.
Was Lindsay angeht, war ich auch ganz zufrieden. Mit ihr bin ich schnell warm geworden. Sie wirkt ganz nett und ganz schön clever.  Und sie ist mit sich und ihrem Aussehen im Reinen. Ich habe etwas gegen diese Mädels, die regelmäßig über ihr Aussehen lamentiere, obwohl sie gerade so ganz andere, echte Probleme haben. Beispielsweise eben einen Mord. Außerdem Ich mag es an dieser Reihe, dass die Hauptcharaktere meist bereits studieren, also keine Teenies mehr sind. Zudem mag ich Unigeschichten sehr gerne. Bis dahin war also alles in bester Ordnung.
Es hat mir außerdem gefallen, wie der Fall sich anlässt. Lindsay wacht nach einer Partynacht mit einem ordentlichen Kater und Filmriss auf. Da stürmt ein Einsatzkommando der Polizei ihe Studentenbude, teilt ihr mit, dass sie unter Mordverdacht steht, und führt sie ab. Lindsay, die sich an den vorigen Abend nicht erinnern kann, ist geschockt. Das klang für mich nach einer ganz spannenden Handlung.
Leider erlebt die Geschichte wenig später einen Absturz ins Unglaubwürdige, und das fängt mit Lindsays spektakulärer Flucht erst an. Zugegeben, ich war noch nie in Glasgow, wenn dort ein Fußballspiel ansteht. Ich weiß nicht, wie es dann mit den Fans und Hooligans zugeht, aber das Spektakel hier kann ich nachwievor nicht glauben.
Fortan ist Lindsay auf der Flucht und gleizeitig bemüht, ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und den tatsächlichen Mörder ausfindig zu machen. Das ist szenenweise ganz spannend, aber vom Hocker hat es mich nicht gehauen. Mir waren die Nachforschungen zu wenig konsequent. Immer mal wieder gibt es Ablenkungen, die sie zurückdrängen. Und durch Lindsay ständige Fluchten wollte für mich keine griffige Krimi- bzw Thrilleratmosphäre aufkommen. Da sind mir ruhigere Ermittlungen lieber. Das sehen aber Actionfans bestimmt anders. Wer so etwas also mag, der wird seine Freude an diesem Band haben.
Am Ende gibt es dann wieder einen Zwischenfall, den ich so einfach nicht glauben konnte. Genauso wenig wie ich mir solche Gestalten vorstellen konnte, die darin verwickelt sind. Aber siehe oben: ich war ja noch nie in Glasgow…;)
Eine Lovestory ist ebenfalls mit in der Handlung verpackt. Mit etwas Erfahrung auf diesem Gebiet wittert man den Glücklichen bereits, kaum dass sein Name zum ersten Mal gefallen ist. Dafür war ich verblüfft darüber, dass gewisse Szenen gleich so in die Vollen gehen! Das ist man von den Bänden, die in den USA spielen, so gar nicht gewöhnt. Schottland ist scheinbar weniger prüde.
Mein größtes Problem mit vielen der neuen Mystery Thriller habe ich leider auch hier wieder angetroffen. Ich finde nämlich, dass man anhand vieler Aussprüche und Begriffe sofort erkennt, dass der Autor ein Deutscher ist und der Text nicht aus dem Englischen übersetzt wurde. Und sobald ich das feststelle -da ist dieser Band kein Einzelfall- verliert die Story für mich an Glaubwürdigkeit! Zum Glück sind es hier nur die Begriffe. Ich habe auch schon Romane gelesen, da merkte man außerdem noch, dass der Autor seinen Schauplatz bislang bestensfalls von Weitem gesehen hatte!

Ich hatte das Heftchen im Nullkommanichts ausgelesen. Es gibt sehr viele Dialoge, die sich einfach flott lesen lassen, und es ist ja auch immer etwas los. So wird man gut bei Laune gehalten. Mit jedem Kapitel kommt man ein ordentliches Stück voran und ehe man es sich versieht ist man am Ende angekommen.

Das Cover zeigt wohl die Eingangsür zur uni, und damit ein vergleichsweise unwichtiges Detail der Story. Wenigstens lassen die Blutflecken auf der Treppe auf einen ordentlichen Thriller hoffen. Ansonsten fallen mir gleich mehrere Szenen ein, die ich hier gerne gesehen hätte, weil sie effektvoller gewesen wären.

Fazit:  Die Geschichte begann gut und vielversprechend, wurde dann aber teilweise sehr unglaubwürdig. Wirkliche Spannung wollte bei mir jedenfalls nicht aufkommen, dafür wirkte das Geschehen zu zerrissen und abgelenkt. Da gibt es bessere Mystery Thriller.


Titel:  Mystery Thriller – Wer hat Alice umgebracht? (Heft 5 / 2013)
Autor: Steve Hogan
Seiten:  142
Verlag: Cora Verlag
Bestellnummer: 0818130220
Preis:  € 3,60 (eBook € 3,49)

Vollmond über den Moor (Laurie Bridges / Paul Alexander)

Linda, deren Mutter schon lange tot ist, freut sich wahnsinnig, dass sie für die Monate, die ihre Vater in Südafrika arbeiten wird, bei ihrer Freundin Hetty Clark leben darf. Doch kaum ist sie bei den Clarks eingezogen, da beginnt für Linda ein nicht endenwollender Albtraum. Sie erhält keine Briefe mehr von ihrem Vater, ihre liebsten Sachen werden zerstört, und sie wird von schrecklichen Visionen heimgesucht. Als dann auch noch ihre Freundin Hetty ins Krankenhaus muss, glaubt Linda, das alles nicht mehr aushalten zu können, und spricht mit ihrem Freund Ron. Der widerum vertraut sich Ben Davis an.  Doch Ben, der sehr wohl weiß, wem diese Dinge – und schlimmere- zuzutrauen wären, schweigt. Bis zu jeder verhängsnisvollen Vollmondnacht, die alles entscheidet.

Als dieses Heft erschien, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Ich weiß noch, wie gut mir diese Reihe damals gefallen hat. Allerdings schätze ich, dass ich damals recht kritiklos war. Da war mir vermutlich jede Story recht, Hauptsache sie versprach gruselig zu sein und ich durfte sie lesen.
Nun habe ich einen kleinen Stapel alter Hefte ergattert und möchte mal schauen, ob mir die Geschichten immer noch so gut gefallen.
Scheinbar habe ich aber mit dem falschen Heft losgelegt, denn an dieser Geschichte ist -für meinen Geschmack- so gar nichts dran. Natürlich, Voodoo ist ein beliebtes Thema für gruselige Geschichten, und genau darum dreht sich auch “Vollmond über dem Moor”. Leider wird das Thema hier nur ganz, ganz nahe an der Oberfläche behandelt. Die Leute aus den Sümpfen (genauere Bezeichnungen finden sich nicht) praktizieren seit Jahren diese Kunst, und die kann nicht nur Gutes bewirken, sondern auch Böses. Dafür benötigt man lediglich besagte Herkunft und allerlei obskure Zutaten, dann kann man viele verschiedene Zauber wirken. Und jemandem wie Linda damit Angst einjagen. Fertig.
Da es so oberflächlich zugeht, fehlt es es den Szenen auch durchweg an Atmosphäre. Ich wusste zwar, wann der Moment gewesen wäre, mich zu gruseln…aber es ging nicht. Weshalb hätte ich mich bei so schnell abgehandelten Passagen bitte gruseln sollen? Und ehe nun jemand fragt, was ich an Grusel von diesen Groschenromanen erwarte: ich kann mich gut an Hefte erinnern, die mich tatsächlich das Gruseln gelehrt haben! Solche gibt es in der “Mystery”-Reihe also auch!
Das zweite große Manko sind die Charaktere, denen es durchweg an Tiefe fehlt. Die unschuldige Linda, die selbstlose Hetti, der nette Ron…keiner hier hat auch nur irgendeine kleine Ecke, die für Persönlichkeit sorgen könnte. Und unter uns: über den Namen “Hetti” kann ich nur den Kopf schütteln. Eventuelle “Hettis”, die diese Rezi lesen, mögen es mir verzeihen. Ich würde das sicher anders sehen, wenn ich diese Hetti hier gemocht hätte.
Das Ende hat mir dann aber doch noch einigermaßen gefallen. Denn das spielt tatsächlich mal in den Sümpfen, und ich mag gruselige Storys, die in Sümpfen spielen. Außerdem wird es hier schon ein wenig spannend, jedenfalls im Vergleich zum vorigen Geschehen. Aus der Idee mit dem Sumpfmonster, dem Fin Critter, hätte man aber gerne mehr machen dürfen. Dem wäre ich gerne noch begegnet! Auch wenn ich nicht weiß, was das genau sein soll. Ich habe den Begriff bei google eingegeben und in der Bildersuche kommen da teilweise echt niedliche Bilder bei heraus. Aber so ein Fin Critter als beißwütiges, schuppiges Wesen…doch, das hätte mir gefallen.

Wenn man sich zwei, drei Stunden wirklich zum Lesen hinsetzt, hat man solch ein Heft normalerweise ausgelesen. Jedenfalls weiß ich, dass das so mein Schnitt ist, wenn mir ein Heft wirklich gefällt. Bei diesem hat es länger gedauert und ich habe oft Pausen gemacht. Erstens wegen der dünnen Story und zweitens, weil es sich auch sprachlich irgendwie holprig liest. Die Dialoge sind meilenweit vom Teenie-Style entfernt. Selbst von dem vor 24 Jahren. Eventuell liegt das aber auch an der Übersetzung. Der Titel wurde ja auch alles andere als originalgetreu übersetzt.

Das auf dem Cover sollen wohl Linda und Ron sein. Das wäre zumindest logisch. Nur zu wem gehört bloß diese Krallenhand? Egal, mit der Handlung hat dieses Motiv ohnehin nichts zu tun. Es ist nur reißerisch. Und auch hier gilt: ich weiß, dass die Serie das besser kann! Das ist so ebenfalls nicht typisch Groschenroman! Wenigstens ist man nahe am Original geblieben.

Fazit: Leider eine ausgsprochen dünne Story, die nicht einen einzigen wirklich gruseligen Moment bietet. Dafür aber eine ganze Reihe dürftiger Charaktere. Die Idee mit dem Fin Critter hätte noch was rausreißen können, dafür hätte sie aber weiter ausgereizt werden müssen, und das ist so gar nicht der Fall.


Titel:  Mystery – Wenn es dunkel wird (08/88) – Vollmond über dem Moor (Original-Titel “Dark Forces Swamp Witch”)
Autor: Laurie Bridges / Paul Alexander
Seiten:  96
Verlag: Cora Verlag
Preis 1988:  € DM 2,30

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