Crowdfunding

Alle Augen auf dich (Gina Mayer)

alleaugenEine Entführung, die online übertragen wird; Lösegeld, das per Crowdfunding finanziert werden muss. Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!

Nachdem mir “In guten wie in toten Tagen” von Gina Mayer so gut gefallen hatte, war es klar, dass ich auch “Alle Augen auf dich” lesen würde. Entsprechend waren gewisse Erwartungen natürlich vorhanden. Der Klappentext klang ebenfalls ganz vielversprechend. Vor allem ausgesprochen modern, denn Crowndfunding ist aktuell in alle Munde und ein beliebtes Mittel um Projekte vorzufinanzieren, damit die Druchführung dann auch gesichert ist. Ich stehe dem eher ablehnend gegenüber, weil ich nicht einsehe, für etwas zu bezahlen, dass es erstens noch nicht gibt und bei dem ich zweitens nicht weiß, ob es tatsächlich mal erscheinen wird. Da darf man mich gerne radikal nennen, aber so sehe ich das eben. Deshalb schüttelte ich bei Crowdfundingprojekten oft nur den Kopf und lasse die Finger davon.
Somit habe ich natürlich auch bei dieser Geschichte den Kopf geschüttelt und nicht verstanden, dass tatsächlich so viel Lösegeld zusammenkommt. Sicher, irgendwo ist der Gedanke schon faszinierend. Da spenden Leute / Fans Geld um ihr Idol von einem Entführer freizukaufen. Menschen, die das Opfer gar nicht kennen, sondern sie lediglich gerne in einer Internet-Soap sehen. Irgendwo ist ihnen das wohl hoch anzurechnen, aber auf mich wirkte das schlichtweg schräg. Zu weit weg von meiner Devise zum Thema Crowdfunding. Nichtsdetotrotz ist es absolut ein aktuelles Thema, was der Story ordentlich Modernität verleiht.
Zum modernen Eindruck trägt weiterhin das Thema einer Internet-Soap bei. Ich muss gestehen, ich wusste bis zu diesem Buch gar nicht, dass es sowas gibt. Nun bin ich sowieso kein Fernseh- oder Seriengucker, geschweige denn, dass ich auch noch Online-Serien schauen würde. Daher war das vermutlich sowieso nicht mein Ding. Aber ich traue es Geschichten in jedem Falle zu, mich doch noch für Sachen zu begeistern, das eingangs nicht mein Fall waren. Das hatte ich mir hier irgendwo auch versprochen, aber es ist leider nicht gelungen.
“Alle Augen auf dich” hat weder an meiner Einstellung zum Thema Crowdfunding gerüttelt, noch mein Interesse an (Internet)serien verstärkt. Ich kenne aber Bücher, die mich für Dinge begeistern konnten, die bis dahin nichts Meins waren. Es geht also, so verbohrt bin ich wirklich nicht. Hier ist es jedoch nicht gelungen.
Den Fall um die Entführung fand ich dagegen ganz interessant. Alleine schon, weil es mehrere Verdächtige gibt, denen ich durch die Bank nicht über den Weg getraut habe. So habe ich ordentlich geknobelt, wer hinter der Sache stecken könnte. Da die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, bekommt man immer wieder neue Informationen, aber doch nicht so viele, dass man im Nu durchsteigen würde. So macht mir das “Ermitteln” immer viel Spass. Genauso gut hat es mir gefallen, dass man bei Kommissarin Fröhlichs Nachforschungen wirklich “nahe dran” ist und einen guten Einblick in ihre Polizeiarbeit bekommt, die dabei nie so leicht dargestellt wird, wie das in manch anderen Krimi / Thriller gerne mal vorkommt. Ich bin mir sicher, Polizeiarbeit in der Realität ist auch nicht so easy. Deshalb schätze ich Kommissarin Fröhlichs Ermittlungen als ganz realistisch ein.
Von ihr selber war ich allerdings nicht so besonders angetan. Ja, sie arbeitet gut und gründlich. Als Kommissarin habe ich nicht einen Moment an ihr gezweifelt. Und selbstverständlich weiß ich, dass Kommissarinnen auch ein Privatleben haben. Etwas darüber zu erfahren, bringt einem die Figur normalerweise schnell nahe. Das gelingt bei mir aber nicht, wenn sich so jemand so -mit Verlaub- ignorant verhält. Als Leser steigt man schnell dahinter, was bei ihr los ist. Dafür braucht es gar nicht diese Fülle an Erwähnungen, wie es ihr speziell morgens gesundheitlich geht. Und was macht die Frau? ‘Ach nein, kann nicht sein, darf nicht sein, ich wüsste ja schon gerne, ob, aber ich habe halt doch Angst, was wäre, wenn…’ Himmel, hilf, dann kümmere dich halt nicht drum, aber behellige auch nicht alle paar Seiten den Leser damit! So konnte Frau Fröhlich rein privat leider keine Pluspunkte bei mir sammeln.
Die übrigen Charaktere waren ebenso wenig mein Fall. Mit einem versoffenen Kerl sammelt man bei mir sowieso keine Punkte. Über seine On-Off-Freundin, das Entführungsopfer, erfährt man schlicht zu wenig (obwohl ich irgendwann doch eine Ahnung hatte, was vor sich geht) und Miriams Freundin war mir zu sehr dusseliges Mädchen, das nicht rafft, wer welches fiese Spiel mit ihr treibt. Am sympathischsten fand ich noch Komissaran Fröhlichs Kollegen Dürr.

Immerhin lies sich das Buch gut lesen. Durch die verschiedenen Blickwinkel ist für Abwechslung gesorgt und Langeweile kommt so auch nicht so schnell auf. Da fliegen die Seiten nur so dahin. Eine richtige Kapiteleinteilung mit Zahlen gibt es nicht, aber viele Absätze bieten Gelegenheit für eine Pause. Und das Ende eines ganzen Abschnitts erkennt man ebenfalls, zumal die Abschnitte markant im oberen Teil oder der Mitte einer Seite enden.

So knallrot ist das Buch sehr auffällig und ein echter Blickfang. Wie ich finde, gibt dieser Ring aus Figuren auch gut wider, was in der Geschichte passiert. Zig Leute, die zum Opfer gar keinen echten Bezug haben, blicken in dessen Richtung.

Fazit:  Mir hat das Moderne an diesem Buch sehr gut gefallen. Mit Crowdfunding und Social Networks sind brandaktuelle Themen der Dreh- und Angelpunkt. Ich wusste, dass Crowdfunding und (Internet)soaps nicht mein Fall sind, aber ich lasse mich immer gerne von Geschichten für etwas begeistern, dass ich bis dahin eher skeptisch betrachtet habe. Leider ist das “Alle Augen auf dich” nicht gelungen. Es hat einfach nicht den entsprechenden Schalter bei mir gefunden. Dennoch fand ich den Fall selbst ganz spannend, vor allem die Nachforschungen von Amelie Fröhlich,  und habe gerne mitgeknobelt. Vom Krimi / Thriller her also durchaus mein Fall, thematisch aber an meinem Geschmack vorbei. Dabei hatte ich wirklich darauf gehofft, dass mich die Geschichte auf den Geschmack bringen würde. Schade.


Titel: Alle Augen auf dich
Autor: Gina Mayer
Seiten: 336
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3839001653
Preis: € 14,95 (Broschiert)

Terra Motis (03) – Nekropolis – Helft mit, dass diese Folge erscheint!

Das Label Pandora’s Play hat ein Crowdfunding-Projekt gestartet um den dritten Teil der Serie produzieren zu können.

Hier könnt ihr euch registrieren und tatkräftig dabei helfen!

 

 

Der Aufruf und die Erläuterungen:

Pandoras Play – Geht es weiter? Die Zahlen auf den Tisch

Liebe Hörspieler,

Pandoras Play gibt es jetzt seit 10 Jahren – dies ist für uns jedoch kein Grund zum Jubeln. Leider sind in letzter Zeit im Rahmen der allgemeinen Rezession im Hörspielmarkt die Abverkäufe dramatisch gesunken, von Terra Mortis Teil 1 & 2 haben wir nur noch ca. 120 CDs pro Folge verkauft, von der letzten Folge Das dunkle Meer der Sterne sogar nur 90 CDs – und das bei einer uns über die Jahre treu gebliebenen Fangemeinde.
Mit diesen Verkaufszahlen können wir leider keine weiteren Hörspiele produzieren, die Erlöse aus dem CD Verkauf decken noch nicht einmal die Presskosten für die CD, die bei ca. 600 € für 500 CDs liegen. Von der CD, die Ihr im Handel erwerbt, landen von ca. 10 € Endverkaufspreis ca. 4,50 € bei uns, bei 100 verkauften CDs sind das also gerade mal 450 Euro.

Wir finden daher, es ist an der Zeit mit Euch, unseren Fans ganz ehrlich über den Ernst der Lage zu reden. Bei uns sind – da wir nicht auf bekannte Sprecher und Autoren setzen, sondern auf unverbrauchte Stimmen und neue Talente, die Produktionskosten schon extrem gering, dennoch möchten wir Euch hier einen Einblick in die Kosten geben, die für uns entstehen:
Skript ca. 300-500 €
Bearbeitung (Schneiden, Musik, Sound Effekte ca. 700 €)
Cover ca. 250 €
Sprecher ca. 400 € bis 1200 €
Da sind jetzt noch nicht einmal laufende Kosten und z. B. Steuern oder Künstlersozialkasse usw eingerechnet.
Mit diesen Kosten wären wir auf plusminus 0 – das heißt, Pandoras Play als Verlag hat noch gar nichts verdient. Wir sind beide seit 10 Jahren hauptberuflich anderweitig tätig und machen Pandoras Play wirklich als reines Hobby. Daher haben es wir bisher immer so gehandhabt, dass wir uns gesagt haben, dass wir damit auch kein Geld verdienen MÜSSEN – sprich: solange wir keinen Verlust machen, sind wir mit soviel Liebe zum Hörspiel dabei, dass es für Pandoras Play weiter geht. Diese Grenze ist jedoch inzwischen unterschritten und eine Sache geht leider nicht: dass wir für die Produktion jedes Hörspiels noch draufzahlen. Seit etwas über einem Jahr sind wir auch Eltern, wir müssen also bei der finanziellen Planung jetzt auch an unseren Sohn denken.

Wir haben mittlerweile noch 19 weitere Titel (Gehenna, Dunkles Meer der Sterne, Terra Mortis, U-666, Detektei Bates) angefangen zu produzieren, also bereits Geld für Skripte und Sprecher vorgestreckt. Sollen wir jedoch jetzt weiter Geld investieren, wo momentan sehr ungewiss ist, ob wir das Geld je wieder herausbekommen?
Da seit jetzt ihr gefragt: sollen diese Titel noch erscheinen? Wenn ja, brauchen wir Euch und Eure Unterstützung als Hörspiel-Fans. Wir machen für Terra Mortis 3 eine Aktion bei Startnext, das ist ein Crowdfunding, das heißt, Ihr spendet Geld für Terra Mortis 3 und erhaltet dafür Dankeschöns (je nach Höhe des Betrags von einer CD bis zu einer Rolle im Hörspiel). Wenn Ihr Euch bei Startnext anmeldet (bzw über die dafür vorgesehene Fidor-Bank spendet), bekommt Ihr sogar schon 5€ geschenkt, werbt Ihr dann eine andere Person gibt es nochmal je 2,50€. Wer sich also anmeldet und 2 Leute wirbt hilft uns und bekommt die TM3-CD quasi umsonst!).
Im Grunde genommen zahlt Ihr so die CD vorab und wir haben dadurch eine Sicherheit für unsere Planung. Kommt das nötige Geld zusammen, wird Terra Mortis 3 erscheinen. Wenn nicht, bekommen alle auf jeden Fall ihr Geld zurück.

Hier der Link für die Aktion:
http://www.startnext.de/terra-mortis

Wenn wir nicht genug Unterstützer finden, werden wir uns wohl leider in die Reihen derer einreihen, die die Segel gestrichen haben.
Uns hat es in den letzten 10 Jahren sehr viel Spaß gemacht, für Euch Hörspiele zu machen und wir haben uns immer sehr über die vielen lieben emails und positiven Rückmeldungen gefreut. Wir würden wirklich gerne weitermachen, aber ohne Eure Unterstützung geht es einfach nicht mehr. Wir hoffen, dass wir mit diesem Thread und den klaren Worten und Zahlen Euch geholfen haben, zu verstehen, wie es bei uns aussieht.

Daher liegt jetzt die Entscheidung, ob weitere Pandoras Play Titel erscheinen sollen, bei Euch. Wenn Ihr weitere Anregungen und Ideen habt, wie es für uns weitergehen kann, sind wir für Vorschläge offen. Wir möchten hier einfach auch die Plattform nutzen, mit Euch die Situation zu diskutieren.
Viele Grüße,
Katja & Klaus

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