Danger

Danger (08) – Eiskalt

Titel:   Danger (08) – Eiskalt / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 60 min / Sprecher: Wolfgang Condrus, Klaus Dieter Klebsch, Wolf Frass, Melanie Fouché, Erich Räuker, Pia Werfel, Udo Schenk u.a.

Inhalt:   Im Gletschereis, am Fuß der Großglockners, wird die Leiche einer Frau gefunden. Die Identifikation erweist sich als überaus schwierig, denn keine Vermisstenanzeige passt auf die Tote. Dann erst erkennt man mit Erstaunen, dass der Todeszeitpunkt schon mehr als 170 Jahre zurückliegen muss. Inspektor Koob und der Pathologe Wallinger wollen den Fall schon zu den Akten legen, als sich ein Verwandter der Verstorbenen bei ihnen meldet. Sein Erscheinen ist der Auftakt grauenhafter Ereignisse…


Geschichten, die im ewigen Eis ihren Anfang nehmen, scheinen fest zur Danger – Serie zu gehören, denn Eiskalt ist nun schon die dritte Folge mit diesem Einstieg.
Anschließend allerdings wandelt sich das Thema und als Hörer ist man quasi auf zwei Seiten bzw in zwei verschiedenen Jahrhunderten mit dabei. Zum einen begleitet man die Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit in der Gegenwart womit einerseits der kriminalistische Aspekt in die Geschichte einfließt, zum anderen bekommt man grausige Ereignisse aus dem letzten Jahrhundert zu hören und hier geht es durchaus schauerlich zu mit düsteren Schlössern und Gewölben, mit Verfolgungsjagden in düsteren Wäldern und einer ungastlichen Bergwelt.
Im weiteren Verlauf dann schließt die Vergangenheit zur Gegenwart auf und ab diesem Augenblick fand ich die ganze Sache dann doch etwas sehr vorhersehbar.
Das tut aber dem Gänsehautfaktor aber weiter nichts, denn man bekommt schon so manche gruselige und / oder eklige Szene zu hören. Übrigens sehr authentisch von den Geräuschen her und da sitzt man dann doch schaudernd vor den Lautsprechern.
Das Ende hält eine Überraschung parat, die man wiederum nicht hat kommen sehen und somit wird man für die Vorhersehbarkeit zuvor ein wenig entschädigt. Mich würde auf Grund dessen beispielsweise eine Fortsetzung dieser Danger-Folge interessieren.

Hinsichtlich der Sprecher ist in dieser Folge alles in bester Ordnung. Besonders gefallen hat mir  Melanie Fouché, die der ehemals eingefrorenen Sylvia in jeder Gemütslage glaubhaft Leben einhaucht, ganz gleich ob sie gerade verängstigt, unsicher oder verzweifelt und gleichzeitig entschieden ist. In der Rolle von Graf Vrocol, der Sylvia seit Jahrzehnten auf der Spur ist, hört man Erich Räuker, und so wie er den Grafen spricht, hatte ich unweigerlich immer das Bild eines altertümlichen Vampirs vor mir. Da das seiner Rolle nahe kommt, geht das in Ordnung. In weiteren Rollen sind u.a. Klaus Dieter Klebsch, Udo Schenk,  Wolf Frass und Pia Werfel zu hören.

Mit der Musik und den Geräuschen hat man ebenfalls alles richtig gemacht. Hier herrschen orchestrale Klänge vor, die oft wuchtig daher kommen, an unheimlicheren Szenen aber auch sofort für Grusel-Stimmung sorgen.

Diese Folge bringt ein Wendecover mit, so dass man frei entscheiden kann mit welchem Motiv man die Folge im Regal haben möchte. Mir gefällt das Cover mit den rotbraunen Balken und den gefährlich blickenden Augen an sich gar nicht schlecht. Allerdings sehe ich hier nicht unbedingt eine Verbindung zur Geschichte. Hinzu kommt noch dieses Symbol für Radioaktivität. Würde ich die Folge nicht kennen, würde ich daraus vermutlich schließen, das Thema der Folge hätte auch damit zu tun, was nun gar nicht stimmt.
Da ist das Motiv des gezeichneten Covers deutlich näher an der Geschichte, auch wenn die Frau im Eis wie eine Heilige aussieht. Zudem sind diese gezeichneten Cover für mich einfach zu sehr mit der Reihe verbunden.

Fazit:    Eigentlich hat man mit Eiskalt eine prima neue Danger – Folge im Player. Interessant ist sie insbesondere durch die beiden Handlungsstränge in verschiedenen Epochen. So hat sie in beiden Zeiten reichlich Raum um für ein wohliges Schaudern zu sorgen, was ihr auch durchaus gelingt. Doch ich habe es oben schon angedeutet mit der Vorstellung Graf Vrocols als Vampir…auch wenn er kein Blutsauger ist, so ist er nicht weit davon weg. Und von Vampir-Abarten gibt es doch momentan in Hülle und Fülle zu hören und zu lesen, und den Dreh davon weg hat man mit Eiskalt leider nicht ganz bekommen.

Danger (09) – Sternengezücht

Titel:   Danger (09) – Sternengezücht / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 59 min / Sprecher: Torsten Münchow, Lutz Riedel, Donald Arthur, Gerhard Acktun, Michael Habeck u.A.

Inhalt:   Neufundland 1927: In dem kleinen Küstenort Hillington Point geschehen unheimliche Dinge. Tote, schleimgefüllte Fische werden an die Küste gespült, die Besatzung eines Fischkutters verschwindet auf der Suche nach einem ertrunkenen Kind.
Als Jaryd Flanagan von seiner Leuchtturminsel aus merkwürdige Sternenkonstellationen beobachtet, schenkt ihm zuerst niemand allzu große Beachtung. Nur der hinzugezogene Leiter eines Observatoriums. Er hat düstere Vorahnungen…


Mich hat der Titel der Folge ganz schön in die Irre geführt, ich hatte doch sehr auf eine Story in Richtung Science Fiction gehofft. Statt dessen: Lovecraft. Hat man ja auch so selten bei gruseligen Hörspielserien (Achtung, Ironie!). Nun bin ich aber auch jemand, der sich auch von der x-ten Geschichte um ein Thema so schnell nicht langweilen lässt, so lange die Umsetzung stimmt und unterhält. Daher hat auch Sternengezücht noch mal die Kurve bei mir bekommen, denn Lovecrafts Motive wie die Großen Alten, Abdul al Hazred, die Schoggothen spielen zwar eine wichtige Rolle, werden aber nicht bis in alle Tiefe erläutert. Für den Grusel oder eher das wohlige Schaudern sorgen andere Aspekte. Die unheimlichen Vorkommnisse im Ort, Schilderungen von speziell ekligen Fängen der Fischer, die Gefahr, die auch vom Meer ausgeht, panische Funkrufe… Mir hat es gefallen, dass man trotz allem Lovecraft den größten Teil des Atmosphäre aus diesen Dingen gezogen hat. Das ist wirklich gut gelungen.

Hinsichtlich der Sprecher kann man dem Hörspiel auch nichts vorwerfen. Mit Sprechern wie beispielsweise Lutz Riedel, Karen Schulz-Vobach, Niels Clausnitzer und Thorsten Münchow  hat man ganz schlicht nichts zu befürchten. Gewundert habe ich mich lediglich über Sandra Schwittau als Henry. Wieso denn eine Sprecherin für die Rolle eines halbwüchsigen Jungen? Nichts gegen Sandra Schwittau, aber hätte man da nicht einen Jungen im entsprechenden Alter finden können? Zwar ist Henrys Szene nur kurz, aber man horcht sofort auf und es klingt weder besonders gut, noch überzeugend.

Sehr gut hat mir die Geräuschkulisse gefallen, die einem beim Hören wirklich den Eindruck vermittelt, man befände sich in Hillington Point mit dem Möwengeschrei, dem Wind, der tosenden See, klasse! In mehreren Szenen sind sachte Chorgesänge zu hören, was der leicht unheimlichen Atmosphäre sehr zuträglich ist. Zudem habe ich so etwas noch nicht so häufig gehört, was ich ebenfalls als Pluspunkt anrechne.
Gestoßen habe ich mich allerdings am Geräusch beim Herabfallen des Sternenstaubs und an einem gewissen Chorstück. Denn das klingt beides wie bei Disney, wenn Sternschnuppen fallen oder z.B. Flo bzw Artur in Die Hexe und der Zauberer das Schwert aus dem Stein zieht und die himmlischen Heerscharen jubilieren. Das ist ja nicht schlecht, nicht falsch verstehen, aber in einem gruseligen Hörspiel?!

Das Cover gefällt mir. Die düsteren Wolken über dem Meer und ein scheinbar endloser Steg, der praktisch hinaus in den Ozean zu führen scheint, das macht sich gut. Schlicht, aber es wirkt.

Fazit:   Ein unterhaltsames und sachte gruseliges Hörspiel, das mich knapp eine Stunde ganz gut unterhalten hat. Ich plädiere allerdings dafür, dass eine der kommenden Folgen dieser Reihe mal im Heute oder in der Zukunft spielt. Diese Storys anno Schnee liegen mir nur bedingt.

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