Denise Siebeneichler

Ein Svea Andersson Krimi (02) – Gefährliches Schweigen

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (02) – Gefährliches Schweigen / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 432 mn / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Siebeneichler, Gordon Piedesack

Inhalt: An Sveas Schule geschehen merkwürdige Dinge und viele Schüler scheinen vor etwas Angst zu haben. Als die schüchterne Natalie droht, vom Schuldach zu springen, fängt Svea langsam an Fragen zu stellen. Sie trifft aber nur auf eine Mauer des Schweigens. Erst als Sveas Hund in Lebensgefahr gerät, begreift sie langsam, womit sie es zu tun hat. Und dann ist es fast schon zu spät.


Sveas erster Fall bot unter Anderem ja massig Gelegenheit sich in ihre Welt einzufinden. Sie selber kennenzulernen, aber auch ihre Freunde und vor allem auch ihre Eltern! Damit hat man nun das nötige Rüstzeug für Sveas zweiten Fall bei der Hand, der sich hauptsächlich mit ihren Freunden und Mitschülern befasst. Dabei wird ein ausgesprochen brisantes Thema aufgegriffen: Mobbing. Gerade für einen Jugendkrimi ein gut gewähltes Thema, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Teil der halbwüchsigen Hörerschaft damit auch schon mal irgendwie in Kontakt gekommen ist. Wenn nicht, dann macht er aber auf jeden Fall aufmerksam und ein Stück weit sensibel, denn an Sveas Schule herrschen in dieser Hinsicht sehr rauhe Sitten. Dieser Fall punktet also in anderer Hinsicht als “Todeswald”. Er ist vom Verlauf her nicht ganz so spannend, dafür weiß das Thema ordentlich zu schockieren. Dennoch hat man mehrmals Gelegenheit um die junge Detektivin zu bangen, die erneut viel Mut und Courage beweist. Nebenbei ist und bleibt sie aber immer auch ein ganz normaler Teenager mit allem, was dazu gehört. Von der ersten Liebe bis zu Familienproblemen. So ist sie einfach liebenswert und sympathisch und man fürchtet gleich noch etwas mehr um sie.

In diesem zweiten Fall ist nun auch Gordon Piedesack als Sprecher zu hören. Das passt hier gut, zumal es regelmäßig Passagen gibt, die aus einem anderen Blickwinkel als dem Sveas erzählt werden. So wird der Perspektivenwechsel zusätzlich deutlich. Da ich es schade fand, Gordon Piedesack im ersten Teil nicht in der Geschichte zu hören, habe ich mich hier darüber gefreut. In meinen Ohren hat er eine absolut krimitaugliche Stimme. Denise Siebeneichler liest auch hier Sveas Parts und verschafft einem ein gutes Bild und einen guten Eindruck von der jungen Heldin.

Auch bei diesem zweiten Hörbuch sind während der Erzählung immer mal wieder passende Melodien zu hören, die für das nötige Flair sorgen. Und auch eine ganze Reihe Geräusche sind wieder zu hören, die die Szenen veranschaulichen. Ich finde das so richtig klasse, denn den vornehmlich jüngeren Hörern wird das die 6 CDs gut auflockern.

Auf dem Cover ist zumindest eine der Gestalten dieses Mal deutlicher zu sehen als beim Vorgänger. Insgesamt bleibt es aber bei diesem “Scherenschnitt”-Stil mit dem auffällig gefärbten Motiv, das hier ganz gut die Gefahr rüberbringt, mit der Svea es aufnimmt.

Fazit: Ich finde “Tödliches Schweigen” einen Hauch weniger spannend als den Erstling. Dafür ist die Thematik, um die dieser Fall gewoben wurde, umso erschreckender. Und ganz sicher ist solch ein Krimi ein guter Weg um darauf aufmerksam zu machen. Somit kann ich auch Sveas Fall nur wärmstens empfehlen.

Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald (Ritta Jacosson / Denise Siebeneichler & Gordon Piedesack)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald / Verlag: Kosmos / Spielzeit ca. 426 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Siebeneichler, Gordon Piedesack

Inhalt: An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Gleichzeitig findet Svea den Hund ihres Nachbarn und heimlichen Schwarms Linus angefahren und schwer verletzt im Wald. Svea und Linus versuchen den Autofahrer zu finden, der den Rottweiler verwundet liegen ließ. Dabei werden sie unbeabsichtigt auch in die Ermittlungen um Mikaelas Verschwinden hineingezogen. Nach einigen Tagen findet man das Mädchen tot im Wald. In Svea keimt der Verdacht, dass sie den Täter kennt.


Ich muss vorausschicken, dass ich Sveas Abenteuer bereits gelesen habe und somit schon vor den Hörbüchern ein Fan der ungen, schwedischen Detektivin war. Dieser erste Fall nimmt in meinem persönlichen Ranking auch den ersten Platz ein. “Todeswald” ist von der ersten Minute an ausgesprochen spannend. Vor allem deshalb, weil relativ früh ziemlich eindeutige Zeichen auf einen bestimmten Täter deuten. Und der stellt für Svea, die ihm tatsächlich sehr nahe steht, bei ihren Nachforschungen natürlich eine große Gefahr dar. Während man sich als Hörer also schon zusammenreimt, wer hinter der Tat steckt, muss Svea dies erst herausfinden. Somit ist man ihr quasi einen kleinen Schritt voraus und kann so umso besser um sie bangen und für sie und ihre Nachforschungen hoffen. Dabei stellt Svea sich übrigens ausgesprochen clever an. Fast ein wenig zu clever für eine 13jährige, könnte man ab und zu sagen. Doch das sehe ich nicht als Kritikpunkt an, denn dadurch sind ihre Fälle sicher auch für etwas ältere Krimi-Fans interessant. Ein wenig mädchenhaft geht es hier und da zwar schon zu, aber Svea ist nun mal ein Mädchen und sonst meistens eher burschikos und unerschrocken. Da darf sie auch gerne für den Nachbarsjungen schwärmen und ihren Hund lieben. Auch das gehört zum Wesen eines Teenies und es macht die junge Detektivin schnell sympathisch.

Gelesen wird die Geschichte von Denise Siebeneichler, die ich hier zum ersten Mal gehört habe. Sie macht ihre Sache wirklich sehr gut. Sie liest locker weg, mal sehr fröhlich, dann wieder ruhig oder etwas ängstlich, immer so wie es die jeweilige Situation gerade erfordert. Da macht es Spass zuzuhören. Auch über sechs CDs hinweg. Mir klang sie lediglich etwas zu erwachsen für die 13jährige Svea, aber daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt. Gordon Piedesack wird zwar auf dem Rückseite des Cases als Sprecher aufgeführt, doch Fans von ihm sollten sich davon nicht verleiten lassen. Er spricht hier lediglich quasi die “Anmoderation” und am Schluss die Produktionsdetails. Ich hatte erwartet, ihn auch in der Geschichte zu hören, doch das ist bei diesem ersten Teil noch nicht der Fall.

Bei diesem Hörbuch wird sehr viel mit Musik und Geräuschen gearbeitet. Oft sind passende Melodien zu hören, die den Szenen zusätzlich die erforderliche Stimmung verleihen. Ebenso häufig erklingen auch Geräusche im Hintergrund, die den Schauplatz der jeweiligen Szene veranschaulichen. Gerade das hat mir ganz prima gefallen, weil es ein Hörbuch einfach wunderbar auflockert.

Das Covermotiv wurde von der Buchvorlage übernommen und gefällt mir auch beim Hörbuch gut. Ich mag dieses schwarzen Rahmen durch den man wie durch ein zerfetztes Loch auf die Szene im Wald schaut. Das ist gleichzeitig düster und kontrastreich. Auch auf den CDs findet man einen Waldausschnitt und außerdem einige Sätze aus der Geschichte, die neugierig darauf machen.

Fazit:  Auch als Hörbuch hat mir Sveas erster Fall richtig gut gefallen. Sehr spannend und mit einer wirklich cleveren Detektivin im Mittelpunkt, mit der man schnell warm wird. Zusammen mit Denise Siebeneichlers lebendigen Art zu lesen ein echtes Krimi-Vergnügen.

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