Denkmaschine

Professor van Dusen (02) – Professor van Dusen reitet das Trojanische Pferd

Titel: Professor van Dusen (02) – Professor van Dusen reitet das Trojanische Pferd / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Bern Vollbrecht, Jürgen Thormann, Nicolai Tegeler ua

vandusen02Inhalt: Eine schöne Frau bietet Spiros Makropulos, Millionär und Sammler antiker Kostbarkeiten, das berühmte hölzerne Pferd von Troja zum Kauf an. Ein plumper Betrug, wie Professor van Dusen schnell feststellt. Doch damit fangen die Probleme erst an. Makropulos wird ermordet, die Betrügerin ebenfalls, eine zwielichtige Bar kommt ins Spiel, eine Höllenmaschine und der Ober-Eunuch des Sultans. Nur der Scharfsinn der Denkmaschine kann den Weg durchs Labyrinth des Verbrechens finden und den geheimnisvollen Mann in Schwarz entlarven.


Dieser Fall und ich, das würde eine heikle Angelegenheit werden. Soviel war mir bereits beim Titel klar. Erst recht dann aber nach den ersten paar Minuten. Es ist halt einfach so, dass ich es mit der Zeit, in der die Reihe spielt, nicht habe. Mir sind die Verhältnisse und Lebensumstände zu der Zeit herzlich egal, erst recht die in der Türkei (oder sonstwo). Entsprechend habe ich es alleine schon als anstrengend empfunden, mich darin ein- und hindurch zufinden. Zweitens habe ich das Thema “Trojanisches Pferd” in der Schule gleich mehrmals durchhecheln müssen. Das führt dazu, dass mich dieses Thema heute gar nicht mehr interessiert. Auch keine gute Voraussetzung für diese Geschichte und mich.
Aber von diesen Rahmenbedingungen abgesehen ließ sich der Fall für mich ganz interessant an. Auch wenn mir das Trojanische Pferd schnurz ist, so war ich doch neugierig, wer den Millionär dermaßen über den Tisch gezogen haben könnte, und wieso eigentlich. So bin ich van Dusens Nachforschungen eine ganze Weile interessiert gefolgt.
Bis es dann irgendwann einfach zu kompliziert und verworren wurde. Als der Professor am Ende seine Auflösung des Falles präsentiert, hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte dafür auch eine Spur einfacher gestrickt hätte sein können.

Bern Vollbrecht und Nicolai Tegeler gefallen mir als Ermittler-Team (mehr oder weniger) ganz gut. Ich mag den leicht arroganten, aber auch listigen Ton, den Bernd Vollbrecht für van Dusen auf Lager hat. Und Nicolai Tegeler klingt erfreulich jung und munter in der Rolle des Hutchinson Hatch. Georg Tryphon gelingt es, dem Millionär Makropulos einen glaubhaften Akzent zu verleihen. Ich finde kaum etwas schlimmer, als wenn in dieser Hinsicht übertrieben wird.

In Sachen Musik und Geräusche gibt es für mich nichts zu beanstanden. Eine ordentliche Klangkulisse, die das Flair der Zeit von van Dusen heraufbeschwört und Stücke in petto hat, die ganz nach einem “altmodischen” Krimi klingen. Damit bin ich zufrieden.

Ich musste schon ganz genau hinsehen um zu erkennen, was das Covermotiv zeigt. Es soll wohl die Ausgrabungsstätte sein, die von van Dusen und Hatch in Augenschein genommen wird. Mir gefallen etwas klarere Motive eindeutig besser. Und von den beiden Figuren hatte ich bislang ein völlig anderes Bild im Kopf als dieses.

Fazit:  Die Geschichte bringt schon von den Rahmenbedingungen keine guten Voraussetzungen dafür mit, dass sie mir sonderlich gefallen könnte. So ist es dann auch gekommen. Das Rätsel ließ sich ganz interessant an, wurde mir dann aber zu verworren und komplex. Das hätte man auch einfacher haben können.

Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (07) – Whisky in den Wolken

Titel:  Dr. Dr. Augustus van Dusen (07) – Whisky in den Wolken / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Friedrich W. Bauschulte, Klaus Herm, Alexander Kerst ua.

Inhalt: Sir Hector McMurdock, Clanchef im schottischen Hochland, will in seinem Ballon den Atlantik überqueren und Amerika erreichen. Doch schon beim Start explodiert der Ballon – Sir Hector stirbt. “Mord!” meint Professor van Dusen. Unbeirrt forscht er nach, und während eines Gastmahls auf Schloss Glenmore, bei Haggis, Blutsuppe und Whisky, begleitet von Dudelsackklängen, nennt er den Namen des Täters, mit dem niemand gerechnet hat. Damit ist der Fall jedoch noch nicht zu Ende …


van Dusen uns Hatch sind immer noch auf Reisen. In dieser Folge weilen sie in Schottland, und das macht die Geschichte auch sehr deutlich. Mit Dudelsackmusik, ekelerregende Einblicke in die schottische Küche, Abneigung zwischen den Clans, Schilderungen der landestypischen Kleidung und und und. Da ist ein herber Kontrast zu van Dusen und Hatch. Für meinen Geschmack stehen Dudelsack und Kilt -bildlich gesprochen- den beiden nicht. Mir ist es zu viel Lokalkolorit, der der Geschichte einen guten Teil des typischen van Dusen-Charms nimmt. Dem Fall um den mysteriösen Mord habe ich nichts vorzuwerfen. Der ist solide wie man es von der Reihe kennt und van Dusen löst ihn mit der bekannten Intelligenz und der vertrauten Spur von Überheblichkeit, aber auch von leisem Humor. Wird es übrigens Tradition, dass ein Charakter mit einem immer gleichen Ausspruch nervt? In der vorigen Folge “Aber Oscar!” und hier nun “Gott verdamme sie!”.

In den Hauptrollen sind natürlich Friedrich W. Bauschulte und Klaus Herm zu hören, die auch in dieser Folge sehr gute Arbeit leisten. Alexander Kerst ist in einer Doppelrolle zu hören. Er spricht beide McMurdock-Brüder, die verschiedener nicht sein könnten. Das hört man ihm auch gut an. Amüsiert habe ich mich über Herbert Weißbachs Interpretation von Dudelsackspieler Angus, der sich ziemlich trottelig anhört. Witzig!

Ja, Dudelsackmusik gehört zu Schottland. In gesunden Maßen habe ich dagegen auch nichts einzuweden. Ich kann diese Musik durchaus mal hören. Doch in dieser Folge ist es mir eindeutig zuviel des Guten damit. Anfangs verleiht es der Geschichte noch landestypisches Flair, doch in der Masse bleibt diese Wirkung auf der Strecke.

Das Cover stellt McMurdocks Ballon wortwörtlich in den Mittelpunkt. Der Ballon passt gut zum Titel. Eingefasst wird das Motiv wie gehabt von dem Rahmen mit dem filigranen Muster und den Puzzlestücken. Selbst für diese Serie ein schlichter Look, aber passig.

Fazit:  Der Fall ist in Ordnung, eben typisch van Dusen. Solide und mit humoriger Cleverness aufgelöst. Mir war es jedoch zu viel Schottland, wobei der liebgewonnenen Charme der Reihe auf der Strecke bleibt. Nichts gegen weitere Reisen des Professors und Hatch, aber etwas weniger Folklore tut es auch.

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