Der Audio Verlag

Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall

Titel: Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 68 min / Buch: Doreen Cronin / gelesen von: Tommi Piper

barney01Inhalt: Barney, ein Ex-Rettungshund, will eigentlich nur in Frieden seinen verdienten Ruhestand genießen. Doch damit ist es vorbei, als SIE Henrietta, Henne und Mutter bei Barney auftaucht und ihn so lange niederstarrt, bis er einwilligt, nach ihren entführten Küken zu suchen. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Denn das Problem mit diesen Hühnern ist, dass sie NIE machen, was man ihnen sagt!


Inhaltlich war dieses Hörbuch keine Überraschung für mich, denn ich hatte bereits das Buch dazu gelesen. Jetzt wollte ich unbedingt noch hören, wie die Geschichte klingt, wenn Tommi Piper sie liest. Als großer ALF-Fan musste das einfach sein. Ich konnte mir auch kaum eine bessere Stimme dafür vorstellen. Trotzdem ein paar Worte zur Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Den etwas brummeligen Barney habe ich schnell ins Herz geschlossen und ich fand es spaßig, wie er sich plötzlich in der Rolle eines Detektivs im Auftrag von einer Hühnerfamilie wiederfindet. Und er ist ein waschechter Detektiv. Etwas schrullig, brummig und verwegen, aber eben mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Alleine an den Charakteren wird schon mehr als klar, dass es vor allem einm Hörbuch für Kinder ist. Mit ausgesprochen niedlichen Charakteren. Aber auch mit einem echten Kriminalfall für Kinder. Soll heißen, es geht druchaus spannend zu -ich ahnte bis kurz vor Schluss noch nicht genau, wohin der Hase bzw das Küken schließlich laufen würde- mit Barneys Nachforschungen und so mancher gefährlichen Situation. Beides wird aber stets durch humorige Sprüche oder amüsante Ereignisse soweit abgeschwächt, dass die Lütten dabei sicher keine Angst bekommen werden.

Ganz ehrlich, ich habe ALF nur ganz selten mal rausgehört. Irgendwie schade, aber ich fürchte eh, dass die junge Hörersschaft von Heute den nicht mal kennt. Die wird das also kaum stören. Davon abgesehen steht Tommi Pipers Stimme dem unfreiwilligen, vierbeinigen Detektiven ganz ausgezeichnet. Er lässt ihn so richtig schön verwegen klingen, wie man sich das für einen Ermittler vom älteren Schlag vorstellt.

Von den vielen schönen und niedlichen Illustrationen aus dem Buch ist dem Hörbuch leider nichts erhalten geblieben. Wenigstens im Booklet -wenn es denn eines gegeben hätte und nicht nur dieses Einlegeblatt- wäre dafür sicher etwas Platz gewesen. Das Covermotiv sieht trotzdem ausgesprochen niedlich und witzig aus. Auch nicht überladen, was der jungen Hörerschaft entgegekommen wird.

Fazit:  Ein echter Kriminalfall im Hühner-Milieu. Kindgerecht spannend und mit einer gehörigen Portion Humor versehen. Dazu eine Reihe sehr liebenswerter und goldiger Charaktere. Was kann man sich für ein Hörbuch für Kids ab etwa 8 Jahren mehr wünschen? Ich freue mich schon auf Barneys zweiten Fall!

Eiertanz (Claudia Brendler / Britta Steffenhagen)

Titel: Eiertanz / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 368 min / gelesen von: Britta Steffenhagen / Buch: Claudia Brendler

Inhalt: Kein Cappuccino in Sicht, dafür Milch, noch warm von der Kuh? Haxn-Hotline statt Pizzadienst? Nein, die bayrische Provinz ist nichts für die kölsche Großstadtpflanze Gina. Doch genau dort ist sie nun gelandet, weil sie für ihre Chefin das Testament ihrer verstorbenen Tante finden soll. Eigentlich kein Problem für Power-Gina wäre das Haus der Verblichenen nicht heillos zugemüllt. Und auch die Ureinwohner und ein durchgeknallter Papagei rauben ihr den letzten Nerv. Doch als sie sich in den sexy Surflehrer verliebt und als Dirndl-Model triumphiert, beginnt sie, die Bayern in ihr Herz zu schließen.


Auf dieses Hörbuch bin ich durch das witzige Cover aufmerksam geworden. Der Handlung stand ich vor dem Hören noch mit einer guten Portion Skepsis gegenüber, weil ich etwas Richtung „kitschige Lovestory für Mädchen“ vermutete. Ich hatte ganz sicher nicht erwartet, dass ich bereits nach wenigen Minuten zum ersten Mal Tränen lachen würde. Gina ist zwar schon in vielerlei Hinsicht eine typische Frau, aber sie ist zudem ausgesprochen burschikos und keineswegs auf den Mund gefallen. So habe ich mich mit ihr sehr schnell angefreundet. Es fällt leicht, sich in sie hineinzuversetzen und so fühlt man sofort mit ihr mit als es sie in die bayerische Provinz verschlägt. Auf ein winziges Dorf, in ein zugemülltes Haus, in dem ein rotzköpfiger Papagei lebt, und mitten unter die Eingeborenen mit ihren Ecken, Kanten und sonderbarem Verhalten. Trotzdem wird einem das Dorf und seine Bewohner nie unsympathisch gemacht. Trotz aller Seitenhiebe bleibt eine behagliche Atmosphäre erhalten, so dass man auch verstehen kann, dass Gina sich so nach und nach mit ihrem Leben in Bayern anzufreunden beginnt. Sicher liegt es aber auch ein dem gehörigen Schuss Komik, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Mal sind es witzige Dialoge, dann die pure Situationskomik oder eben das scharfe Auge der Autorin auf die „Eingeborenen“, dessen bissige Erkenntnisse sie Gina quasi in den Mund legt. Schön ist auch, dass die Geschichte immer wieder mit neuen Ideen aufwartet. So wird es nie langweilig. Nur wie die Liebesgeschichte ausgehen wird, das ahnt man natürlich recht schnell.

Britta Steffenhagen macht ihre Sache wirklich ganz ausgezeichnet. Sie trifft genau den richtigen Ton für die clevere und burschikose Gina. Besonders begeistert hat sie mich jedoch mit ihrem Talent für Dialekte. Ob Bayerisch, Sächsisch oder eben Hochdeutsch, sie hat alles auf Lager und klingt dabei ausgesprochen authentisch.

Wie gesagt, mir hat als erstes das Cover gefallen. Ich habe aber auch gerade ein ziemliches Faible für Regionales 😉 Es ist ein Hörbuch für Mädels, das verrät die Farbgebung sofort. Und mit Hahn, Blume und Karomuster wird es auch dem bayerischen Schauplatz gerecht. Ich finde ja die Schleife und den Hals des Hahns besonders gelungen.

Fazit:  Ich kann „Eiertanz“ nur wärmstens empfehlen. Eine zum Tränen lachen komische Geschichte um eine überzeugte Großpflanze, die sich unerwartet einer Überdosis bayerischer Folklore ausgesetzt sieht. Spaßig, abwechslungsreich und genial gelesen von Britta Steffenhagen.

Küss den Wolf – Rotkäppchens zauberhafte Lovestory (Gabriella Engelmann / Josefine Preuß)

Titel: Küss den Wolf – Rotkäppchens zauberhafte Lovestory / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 189 min (3 CDs) / Buch: Gabriella Engelmann / gelesen von: Josefine Preuß

Inhalt: Pippa ist verliebt! In Leo, den attraktivsten Gartenbaustudenten, den die Welt je gesehen hat. Glücklich wie noch nie macht sie sich auf den Weg zu ihrer Oma. Doch in deren idyllischem Waldhäuschen geht irgendetwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu. Dort passiert eine unerklärliche Katastrophe nach der anderen. Ob der mysteriöse Marc etwas damit zu tun hat?


Nachdem mir „100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte“ bereits gefallen hatte, war ich natürlich auch auf „Küss den Wolf“ neugierig. Dieses Mal hat Gabriella Engelmann das Märchen von „Rotkäppchen“ ins Heute geholt und es in einer modernen Geschichte für junge Hörerinnen verarbeitet. Das Märchen trifft man dabei in seinen wesentlichen Merkmalen wieder an. So trägt die 16jährige Pippa zwar keine rote Kappe, hat aber feuerrote Haare. Sie hängt sehr an ihrer Großmutter, die in einem kleinen Waldhaus lebt. Dort gehen seit Kurzem seltsame Dinge vor sich. Unter Pippas Freunden scheint der böse Wolf zu stecken, der hinter diesen Vorfällen steckt. Doch wer ist der Wolf? Hier mischen dann Krimielemente ganz ordentlich mit. Ist es Pippas große Liebe Leon, der ihre Oma und andere alte Leute terrorisiert? Muss Pippa sich bedroht fühlen? Oder steckt jemand anderes dahinter? Das ist spannend, und auch wenn ich mich für in Sachen Krimi recht geübt halte, war ich doch -genau wie Pippa- bis zum Ende hin im Zweifel darüber, wer der Wolf im Schafspelz ist. Glücklicherweise ist Pippa aber nicht alleine in diesem Drama. Sie hat gute Freundinnen und zudem noch Unterstützung von weniger irdischen Geschöpfen. Was habe ich über Holla gelacht! Eine der genialsten Ideen und Namensschöpfungen der ganzen Geschichte! Ein wenig Fantasy ist also ebenfalls gegeben.

Mit Josefine Preuß als Sprecherin hat man eine gute Wahl getroffen. Mit ihrer jugendlichen Stimme passt sie gut zu Pippa. Sie lässt sie sehr sympathisch, aufgeweckt und auch ein wenig frech klingen. Beeindruckt hat sie mich damit, wie schnell ihre fröhliche Stimme ins Gegenteil, ins Düstere und Bedrohliche wechseln kann, wenn sie die Passagen aus Sicht des Wolfes liest.

Auf dem Cover findet man den Wald wieder und die Farbe Rot natürlich auch. Wenn auch bei Stiefeln und Tüten, statt bei Haaren oder einer Kappe. Trotzdem passt es gut zum Titel. Und immerhin die Leckereien hat dieses Rotkäppchen dabei, allerdings modern in einer Einkaufstüte und nicht in einem Korb. Ein schönes und freches Motiv.

Fazit: Ich habe „Küss den Wolf“ mit dem größten Vergnügen gehört. Eine schöne moderne Version des „Rotkäppchen“, in der sich ein waschechter Krimi verbirgt, gewürzt mit einfallsreichen und witzigen Fantasyelementen. Fans von Gabriella Engelmanns modernen Märchen dürfen hier wieder unbesorgt zugreifen!

100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte (Gabriella Engelmann / Marie Bierstedt & Sven Hasper)

Titel: 100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 199 min / Buch: Gabriella Engelmann / gelesen von: Marie Bierstedt, Sven Hasper

Inhalt: Rosalie Dorn ist glücklich! Sie ist von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau angefangen und sich Hals über Kopf in René Prinz verliebt. Doch es gibt ein Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch, der besagt, dass ihr siebzehnter Geburtstag in einer Katastrophe enden wird. Aber Rosalie glaubt nicht an Märchen zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.


Nach Alex Flinns „Beastly“ und „Kissed“ haben wir hier eine Märchen-Adaption einer deutschen Autorin. Wie der Titel verrät, hat sich Gabriella Engelmann „Dornröschen“ vorgeknöpft und ins Heute transferiert. Sehr zimperlich ist sie dabei nicht zu Werke gegangen. Schon die Namen „Rosalie Dorn“ und „René Prinz“ lassen einen schnell erahnen, wohin der Hase läuft. Und so realitätsnahe die Story sonst ist, dass da plötzlich eine Tante zur Taufe der jungen Rosalie auftaucht und im Wohnzimmer mal so eben einen Fluch auspricht, das muss man dann halt einfach so akzeptieren. Danach allerdings ist bis auf wenige Elemente wie z.B. ein Turmzimmer im Hotel nicht mehr viel von der märchenhaften Grundlage zu spüren. Vielmehr bekommt man eine so richtig typische Teenie-Lovestory zu hören. Mit allen Irrungen, Wirrungen, Missverständnissen, Turbulenzen, leidenschaftlichen Küssen und Tränen, die einfach dazu gehören. Man sollte schon eine gewisse Toleranz gegenüber Kitsch mitbringen um die Geschichte so richtig genießen zu können. Für meinen Geschmack hätte es gerne eine Spur witziger zugehen können, mehr als ein Schmunzeln hier und da war leider nicht drin. Aber vergnüglich ist „100 Jahre ungeküsst“ auf jeden Fall.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rosalie und René erzählt. Dabei leiht Marie Bierstedt Rosalie ihre Stimme, während Sven Hasper René zum Leben erweckt. Marie Bierstedt steht der Part von Rosalie sehr gut. Sie trifft genau den richtigen Ton für das Mädchen: symapthisch, pfiffig und verliebt-kitschig. Sven Hasper hat mir als René ebenfalls gefallen. Auch er klingt symapthisch und hin und wieder auch eine Spur vornehm, wie es sich für einen „Prinzen“ ja auch gehört.

Ich mag ja solche Schattenriss-Designs für Cover unheimlich gerne. Das war auch das Erste, wodurch mir dieses Hörbuch auffiel. Dieser Look zieht sich durch das gesamte Booklet und selbst die CDs sind so gestaltet. Mit den Dornenranken und den Schlössern wird dem Märchen Rechnung getragen, während die halbe Mädchengestalt doch sehr modern wirkt. Eine schöne Mischung.

Fazit:   Eine unterhaltsame Märchen-Adaption mit relativ hohem Kitschfaktor. Wer slche Geschichten mag, sollte hier ein Ohr riskieren.

Inselzirkus – Ein Sylt-Krimi (Gisa Pauly / Katharina Thalbach)

Titel: Inselzirkus – Ein Sylt-Krimi / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 324 min / gelesen von: Katharina Thalbach / nach einem Buch von: Gisa Pauly

InhaltEigentlich wollten sich Mamma Carlottas Enkel als Komparsen für eine Telenovela bewerben, doch engagiert werden nicht nur sie, sondern auch ihre Oma. Schwiegersohn Erik Wolf hat derweil andere Sorgen: Die Leiche eines Klatschreporters wird aus dem Lister Hafen gefischt, und schon bald steht ein beliebter Schauspieler unter Verdacht. Dann gibt ein weiterer Todesfall Rätsel auf – ein Mann wird ermordet in den Kulissen gefunden. Zum Entsetzen von Mamma Carlotta sind die Hauptverdächtigen ihre Kolleginnen am Set.


Auf meiner ständigen Suche nach neuen Regional-Krimis bin ich nun auf die Sylt-Krimis von Gisa Pauly aufmerksam geworden. Die Idee, eine resolute, schon etwas ältere Italienerin auf der „Schickimicki“-Insel ermitteln zu lassen, gefiel mir. Sie schien für gute Unterhaltung zu bürgen. Das stimmt soweit auch. Unterhaltsam, teilweise sogar humorvoll, geht es durchaus zu. Im Ansatz ist auch der Krimi nicht verkehrt: ein seltsamer Mord, eine erfolglose Suche nach dem Täter und dann der zweite Mord, der Hobby-Detektivin Mamma Carlotta endgültig auf den Plan ruft. Leider will dabei keine rechte Spannung aufkommen. Die Geschichte verliert sich zu sehr in Nebensächlichkeiten, die zwar die Charaktere sympathisch und vertraut werden lassen, die aber die Spannung zu sehr zerstreuen. Und auch das Insel-Feeling, das zu einem Sylt-Krimi dazu gehören sollte, bleibt bedauerlicherweise auf der Strecke. Da kann die Kombination Sylt <-> Intalienerin noch so exotisch sein, Spannung und Flair gehören ebenfalls zu einem Regional-Krimi dazu.

Katharina Thalbach halte ich für eine sehr gute Wahl als Sprecherin dieses Hörbuchs. Ihre Stimme ist sehr markant, genau wie der Charakter der Mamma Carlotta. Zudem liegt in ihrer Stimme immer auch eine Spur von Humor, wie sie auch im Krimi zu finden ist.

Das Covermotiv entspricht dem der Buchvorlage und ist mit den beiden Möwen, die sich Klatsch und Tratsch zuzuschnattern scheinen sehr witzig anzusehen. Eine der Möwen ist auch hinter einer der CD anzutreffen, ebenfalls in einem lustigen Bild. Sonst findet man im Digipak noch wie üblich ein paar Fakten über Gisal Pauly und Katharina Thalbach.

Fazit: Zweifellos eine unterhaltsame Geschichte, die so frisch daher kommt wie der Seewind auf Sylt. Leider fehlt es für einen Krimi an Spannung. Und auch Insel-Flair kommt bedauerlicherweise nicht auf.

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