Detektivinnen

Die drei !!! Adventskalender – Geheimnis im Schnee (Mira Sol)

ddakalender Seltsame Lichter und geisterhafte Töne versetzen die Teilnehmerinnen des Nachtrodelrennens auf der neuen Bahn am Waldrand in Angst und Schrecken. Kim, Franzi und Marie haben 24 Tage Zeit das Rätsel zu lösen.

Allgemein mag ich solche Adventskalender-Bücher ganz gerne. Im Advent lese ich meistens einens einfach weil es Spass macht und zur Jahreszeit passt. Diesen Kalender habe ich nun wesentlich früher gelesen, weil für die Besprechung ein Termin ausgerufen wurde. Gestört hat mich das aber gar nicht. Was ist schon gegen etwas winterlich-weihnachtliche Stimmung einzuwenden? Die “Drei !!!” kenne ich außerdem von der Hörspielreihe her, die ich ganz gerne höre. Da war ich nun neugierig auf ein Buch aus dieser Reihe.
Eines muss man “Geheimnis im Schnee” klar lassen: die Geschichte lässt im Nullkommanichts die oben erwähnte Stimmung aufkommen, und das bereits im Oktober! Das dürfte im Advent dann umso besser wirken.
Gefallen hat mir außerdem, dass die Jungs dieses Mal keine solch große Rolle spielen. Sie werden hier und da erwähnt, aber äußerst selten. Und sie mischen nicht ein einziges Mal mit. So gibt es keine Ablenkungen für die drei Detektivinnen und der Blick bleibt durchgängig auf die Fälle gerichtet. Das sorgt für Spannung und miträtseln kann man so auch sehr gut!
Den einzigen Knackpunkt an der Story kenne ich von den “Drei !!!” bereits aus der Hörspielserie. Nämlich genau die eben erwähnten Fälle. Wieso konnte man es nicht einfach bei dem Rätsel um das Geschehen an der Rodelbahn und im Wald belassen? Es bietet ausreichend Potenzial um eine Geschichte spannend, leicht gruselig und detektivisch rüberkommen zu lassen. Wieso muss da noch den Fall um den Raub geben? Er wirkt wie ein Anhängsel an den Rest der Geschichte. Das kommt in der Serie leider häufiger vor und stört mich bei den Hörspielen auch jedes Mal. Ich hatte gedacht, dass es bei einem Buch vielleicht anders und passiger wirkt, doch das war leider nicht der Fall.
Der Auflösung des eigentlichen Falles liegt ein wichtiges und ernstes Thema zugrunde, was mir widerum prima gefallen hat. Es kann nicht schaden, die jungen Leserinnen in diese Richtung aufmerksam zu machen. Außerdem geht es beim Finale ordentlich rund und dramatisch zu. Die Mädels beweisen da auf ganzer Linie, dass sie mutig sind und ihren “Job” als Detektivinnen verstehen.

Die Geschichte ist -wie es sich für einen Adventskalender gehört- in 24 Kapitel unterteilt. So kann man im Advent (und auch vorher 😉 ) jeden Tag ein “Türchen” weiterlesen. Bei mir sorgt eine solche Aufteilung immer dafür, dass ich quasi durch die Seiten fliege. Zudem ist die Geschichte angenehm locker geschrieben und bringt durch zahlreiche Dialoge zusätzlich Schwung ins Lesetempo.

Das Besondere an diesem Adventskalender-Buch sind die zusammengehefteten Seiten. Man muss jeden Tag zwei Seiten trennen um weiterlesen zu können. So wie man an einem normalen Adventskalender täglich ein weiteres Türchen öffnet. Empfohlen wird dafür ein Brieföffner oder ein Lineal. Ich habe die Seiten mit dem Lineal geöffnet, aber selbst so sieht der seitliche Schnitt noch arg ausgefranst aus. Das finde ich extrem schade. Ich möchte kein Buch kaputtmachen, aber so ausgefranst sieht es für mich genauso aus.
Jedes Kapitel ist mit einem schönen bunten Bild von den drei Detektivinnen in (vor)weihnachtlichen Situationen ausgeschmückt. Dahinter befindet sich ein Rätsel für den Leser. Außerdem gibt es viele Rezepttipps, Ratschläge für Weihnachtsdeko und Listen, in die man zB seine Pläne für die Weihnachtszeit oder Ideen für Geschenke eintragen kann.

Das Covermotiv ist weniger weihnachtlich, eher winterlich. Aber es gefällt mir trotzdem sehr gut mit den kräftigen Farben vor dem nächtlich dunklen Hintergrund. Und so sehr ich Schnee auch hasse, so eine Rodelpartie macht sofort Lust, bei nächster Gelegenheit selber den Schlitten rauszuholen. Nach einem Krimi sieht das Motiv allerdings ganz klar nicht aus.

Fazit:  Hätte man sich auf einen einzigen Fall beschränkt, nämlich auf den um die seltsamen Vorkommnisse im Wald an der Rodelbahn, hätte ich an dieser Geschichte gar nichts azusetzen gehabt. Mit dem Raub wirkt sie dagegen leicht überladen und dieser Fall wie ein an sich unnötiges Anhängsel. Dafür kommt von Anfangs an winterlich-weihnachtliche Stimmung auf und zieht sich durch die gesamte Geschichte. So muss eine Adventskalendergeschichte wirken! Die Rätsel und Listen peppen das Buch zusätzlich auf. Nur das saubere Auftrennen der Seiten gelingt leider kaum.


Titel: Die drei !!! Adventskalender – Geheimnis im Schnee
Autor: Mira Sol
Seiten: 208
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440145647
Preis: 9,99 (HC)

Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle

Titel: Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle / Verlag: Winterzeit / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Celine Furtenbacher, Carolin Furtenbacher, Sascha Rotermund ua

holmesacademy01Inhalt: Trudy will einmal berühmt werden. Eine berühmte Detektivin. Klar, dass sie deshalb auf die Sherlock-Holmes-Academy geht. Denn dieses Internat im schottischen Hochmoor hat es in sich! Hier lernen die Mädchen Codes zu knacken oder zu beschatten. Und so sind Trudy und ihre neue Freundin Marlene schnell fit für ihren ersten Fall: Im Internat wurde eingebrochen. Und das von echten Profis. Eine knifflige Aufgabe, vor allem, weil die Jungs vom benachbarten Spionageinternat I.O.S. alles daran setzen, um die Täter vor den Mädchen zu überführen.


Früh übt sich, was ein Holmes-Fan werden will! Mädchen ab etwa acht Jahren können dies nun zB mit der Reihe “Sherlock Holmes Academy” in Angriff nehmen. Ich wollte schon immer die Bücher lesen, aber irgendwie hat sich das bisher noch nicht ergeben. Somit freute ich mich als die Ankündigung der Hörspielserie rauskam.
Leider habe ich mich zu früh gefreut. Das liegt aber nicht an Trudys und Marlenes erstem Fall, denn der geht von der Geschichte her völlig in Ordnung. Eine geheimnisvolle Karte mit seltsamen Zeichen, ein ebenso geheimnisvoller Club, Nachforschungen im Wald und in der Schule, und dazu noch die Konkurrenz zur Nachbarschule, mit der man quasi um die Wetter ermittelt. Daran gibt es für eine Detektivgeschichte nichts auszusetzen. Und auch vom Setting her bringt die “Sherlock Holmes Academy” alles mit, was gefällt. Internatsgeschichten gehen seit je her immer, erst recht seit “Harry Potter”, und die beiden pfiffigen Detektivinnen wissen ebenfalls zu gefallen.
Mein Problem mit diesem Hörspiel besteht daran, wie es gemacht ist. Vor allem die Aufteilung der erzählten Passagen und der gespielten Szenen. Es wirkt als habe man dem Erzähler das Buch vorgelegt , woraus er seinen Part vorträgt. Zwischen diesen Parts gibt es dann meist eher kurze gespielte Szenen mit den übrigen Sprechern. Nun bin ich die Letzte, die sich darüber beschweren würde, wenn es bei einem Hörspiel einen Erzähler gibt, aber hier hatte er mir entschieden zu viel zu sagen. Kaum kommt in einer gespielten Szene zwischen Trudy, Marlene und / oder anderen Figuren mal etwas Tempo in die Handlung, muss der Erzähler wieder etwas erklären und schon ist das aufkommende Tempo dahin. Gleiches gilt leider auch für die Spannung, was bei einer Detektivgeschichte doppelt ungünstig ist. Und den berühmte Roten Faden verliert man so auch ganz leicht mal.

An den Sprecher gibt es nichts auszusetzen. Besonders die beiden jungen Hauptsprecherinnen haben es mir angetan. Ein tolles Gespann aus der vorlauten und oft etwas frechen Trudy und der eher ruhigen, liebenswerten, aber cleveren Marlene. Den beiden habe ich gerne gelauscht. Die Lehrer klingen angemessen streng und bei Trudys Tante wusste ich lange nicht, ob man ihr trauen kann. So undurchsichtig wird sie zum Leben erweckt.

Musikalisch kann man dem Hörspiel ebenfalls nichts vorwerfen. Es kommen oft Stücke zum Einsatz, die das Flair der alten Holmes-Geschichten aufkommen lassen. Das gibt dem Hörspiel etwas sehr Klassisches. Dann und wann klingt es aber auch mal etwas moderner und flotter aus den Boxen, wie es sich für eine Detektivgeschichte für Kinder von heute gehört. Die Mischung ist gelungen. Dafür ist die Geräuschkulisse unglaublich dünn, selbst für ein Kinderhörspiel. Im Wald ständiges Eulen-Schuhu, einfaches “tap-tap” für Schritte und das Gelächter einer ganzen Klasse hat auch anders zu klingen als dreifaches Kichern.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb. Schön bunt und die beiden Mädels sehen sehr sympathisch und pfiffig aus. Die Eule macht neugierig darauf, was es mit ihr auf sich hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass das jungen Hörspielfans gefällt.

Fazit:  Ich werde wohl doch lieber die Bücher lesen. Die Geschichte ist keineswegs schlecht, sie kann nur ihr Potenzial an Spannung und Tempo nicht entfalten, weil die häufigen Erzählerpassagen es regelmäßig ausbremsen. So wirkt es obendrein wie ein HörBUCH mit gespielten Szenen zwischendrin, und so hat ein HörSPIEL für mich schlichtweg nicht zu klingen. Die Sprecher machen einen guten Job und der Soundtrack kann sich hören lassen. Nur die Geräuschkulisse ist wieder recht dürftig.

Die drei !!! (30) – Falsches Spiel im Internat

Titel: Die drei !!! (30) – Falsches Spiel im Internat / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Jannik Endemann,  Alina Degener, Sonja Stein, Clemens Gerhard ua

dda30Inhalt: Als Franzi, Kim und Marie für einen Tag das vornehme Internat Schloss Hohenstein besuchen, sind sie vom Leben dort beeindruckt. Doch in dieser scheinbaren Idylle wartet schon der nächste Kriminalfall auf die drei !!! Die Schülerin Bianka braucht ihre Hilfe. Doch bevor sie ihnen erzählen kann, worum es geht, ist sie plötzlich verschwunden. Was ist passiert? Bei ihren Recherchen tauchen die Detektivinnen tief in Welt des noblen Internats ein und machen Entdeckungen, die sie erst gar nicht glauben mögen.


Normalerweise gehen die drei Detktivinnen auf eine ganz normale Schule, doch in dieser Folge haben sie die Gelegenheit, sich ein vornehmes Internat anzuschauen. Wie könnte es anders sein, wartet dort bereits der nächste Fall auf sie. Was ist los mit Bianka? Wohin ist sie verschwunden? Mir hat diese Folge gefallen. Der Fall ist spannend. Meine erste Ahnung hat sich nur teilweise bestätigt. So blieb trotz Ahnung noch genug zum Grübeln übrig. Außerdem bleibt die Handlung auf den Fall konzentriert. Es gibt keine großartigen Ablenkungen, die ihn zurückdrängen. Und ihm liegt ein Thema zugrunde, dass unter Teenagern heute sicher verbreiteter ist als man annimmt. Leider. Am Ende geraten einige der Charaktere noch in ernste Schwierigkeiten, darunter auch eine der Detektivinnen. Das sorgt nochmal für einen zusätzlichen Schuss Spannung.
Erst ganz am Ende wendet sich die Geschichte dem Privatleben der Mädels . Vor allem dem von Kim. Und was da geschieht, das hat mich wirklich überrascht und irgendwie auch getroffen. Das hätte ich nicht gedacht.

Anton Sprick und Alina Degener habe ich in dieser Folge am liebsten zugehört. Sie schaffen es tatsächlich, dass man sich nie sicher sein kann, ob sie nun zu den Guten oder zu den Bösen gehören. Jannik Endemann gibt einen sympathischen Jason und ich habe ihm seine Empörung im Gespräch mit den Detektivinnen leicht abgenommen. Die drei Hauptsprecherinnen sind fit und munter drauf wie immer.

In der Hauptsache sind während des Hörspiels vertraute Stücke zu hören, aber es gibt zu besonders spannenden Szenen und dem Drama am Ende auch mal neue Stücke zu hören. Ich kann mich nicht erinnern, sie in der Reihe schon mal gehört zu haben, sonst wäre mir das nicht so deutlich aufgefallen. Die Geräuschkulisse kann sich ebenfalls hören lassen. Sie setzt vor allem die Idylle rund um das Internat gut in Szene. Und: kein Windspiel in dieser Folge!

Das Cover zeigt die Detektivinnen vor dem Internat, ausgerüstet mit einem Fernglas. Zusammen mit der dunklen Gestalt am Internatseingang verspricht das eine ordentliche Detektivigeschichte, wie man sie auf der CD auch zu hören bekommt.

Fazit:  Ein schöner spannender Fall, der auf die seltsamen Vorkommnisse im Internat konzentriert bleibt. Eine der besten Folgen der Reihe in meinen Ohren 😉

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