Diebstahl

Kati & Azuro (18) – Alarm auf der Weihnachtsfeier

Titel: Kati & Azuro (18) – Alarm auf der Weihnachtsfeier / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 52 min / Sprecher:  Jannik Endemann, Linda Fölster, Jürgen Holdorf, Manfred Liptow ua

Inhalt: Aufregung auf dem Fasanenhof: Anläßlich des 50-jährigen Jubiläums der Gemeinde-Partnerschaft zwischen Mirmande und Flintrup, veranstaltet das Dorf eine gemeinsame Weihnachtsfeier in der Reithalle des Fasanenhofs. Mit Pferdesegnung, Quadrille und der Präsentation der Madonna von Mirmande – einer berühmten Heiligenfigur, die so berühmt ist, dass sogar extra ein Kunst-Experte angereist ist, um sie zu sehen. Als nach der Generalprobe für die Quadrille plötzlich Nina verschwunden ist, beginnt eine große Suchaktion – bei der Kati und Cleo eine erstaunliche Entdeckung machen.


Auch dieser Serie passt sich an die aktuelle Jahreszeit, die Vorweihnachtszeit, an und so nimmt der neue „Fall“ von Kati, Cleo und Azuro auf einer Weihnachstfeier seinen Lauf. Hoher Besuch ist auf dem Fasanenhof eingetroffen, was ein ganz interessanter Aufhänger ist, und alle sind in heller Aufregung wegen einer Vorführung vor den Gästen. Das reißt einen gleich von Anfang an mit und natürlich geht es dabei auch nicht ohne den ständigen Zank zwischen Kati und Cleo und der hochnäsigen Nina.
Die französischen Gäste haben allerdings auch eine echte Kostbarkeit mitgebracht und sowas ruft halt schnell Gauner auf den Plan. Und auch wenn einem schon sehr, sehr schnell klar wird, wer hinter dem anschließenden Vorfall steckt, so bleibt die Story doch ganz spannend. Denn Nina ist verschwunden und auch wenn Kati und Cleo gut ohne sie könnten, machen sie sich auf die Suche und müssen sich dabei so einiges zusammenreimen, was da gerade auf dem Fasananhof vor sicht geht.
Clever wie sie sind, durchschauen sie das Geschehen schnell und dann kommt nochmal Tempo in die Sache, denn der Bösewicht muss natürlich ertappt und dingfest gemacht werden.
Selbstverständlich trägt auch Azuro wieder seinen Teil dazu bei und auch sonst kommen immer mal wieder die Pferde des Hofes vor, sodass hier einmal mehr eine schöne Mischung aus einer Detektivgeschichte und einer Reiterhofgeschichte geboten wird.

Als Nick Kappel ist Jannik Endemann zu hören, dem man den jungen Studenten leicht  abnimmt. Leonie Landa hat als Nina hier mal etwas mehr zu sagen als sonst und mir hat das wirklich gut gefallen. Egal, ob hochnäsig, fies, wütend, traurig oder auch mal ganz nett sie hat alle Gefühlslagen in petto.  Katharina von Keller und Linda Fölster ergänzen sich einmal mehr ganz wunderbar und ich höre ihnen immer wieder gerne zu.

Auch wenn die Geschichte in der Vorweihnachtszeit spielt, so richtig hören tut man das nicht. Es sind vor allem bekannte Stücke eingesetzt und eine sehr ordentliche Geräuschkulisse gab es bei dieser Reihe ohnehin schon immer. Für mich hätte es ein ganz kleines bisschen weihnachtlicher sein dürfen, das gebe ich zu.

Die Covergestaltung verstehe ich nicht so ganz. Der rot-weiße Rahmen und der Weihnachtsstern passen gut zur Vorweihnachtszeit und dem Titel. Doch ansonsten sieht das Motiv viel eher herbstlich aus. Wenn dahinten nicht der Weihnachtsbaum stände, dann könnte es auch mitten im Oktober sein. Und von den Reitern und ihren Pferden lässt sich wirklich gar nichts auf die Handlung ableiten.

Fazit:  Für mich hätte es schon etwas weihnachtlicher sein dürfen. So wie hier könnte die Story auch zu jeder anderen Jahreszeit spielen. Das fand ich schade. Außerdem ist der Übeltäter viel zu schnell auszumachen. Trotzdem, unterhaltsam ist die Geschichte dennoch. Und gerade, dass Nina eine größere Rolle spielt, hat ihr in meinen Ohren gut getan.

TKKG (202) – Ein Paradies für Diebe

Titel: TKKG (202) – Ein Paradies für Diebe / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Wolfgang Kaven, Rhea Harder, Harald Weiler, Clarissa Börner, Sven Dahlem ua

Inhalt: Gaby und Tim beobachten auf einem Marktplatz mitten in der Millionenstadt eine junge Diebin, die mit einem schnellen Griff einen Ring in ihrer Hosentasche verschwinden lässt. Als die beiden dem Mädchen folgen, wird Tim von einem Mann gestoppt, festgehalten und dann sogar selbst des Diebstahls bezichtigt! TKKG machen sich sofort an die Detektivarbeit und sind schon bald einem Gaunerduo auf den Fersen. Die Spur führt in die Internatsschule und ins Kaufhaus Paradies.


Da stehlen also Jugendliche  aus reichem Elternhaus in Kaufhäusern. Das kommt einem dann schon ziemlich bekannt vor, wenn man nicht gerade erst vor ein paar Folgen in die Serie eingestiegen ist. Man muss also schon damit leben, dass hier vom Aufhänger der Story her nicht gerade das Neueste vom Neuesten präsentiert wird.
Allerdings zieht die Geschichte natürlich noch ihre Kreise und die Sache mit dem Verkauf gestohlener Sachen im Internet ist immerhin mal ganz modern. Auch wenn ich an einigen Stellen gelesen habe, dass genau das die Hörer störte, mir hat das gar nicht mal so schlecht gefallen. Ich fand die Szene im Garten und an der Hecke mit der eingeworfenen Glasscheibe sogar ganz spannend und ein bisschen rasant.
Und ja, ich gebe es zu: ich habe mir ein Loch in den Bauch darüber gefreut, dass hier mal TKKG aufs Kreuz gelegt werden. Dass Tim mal quasi angeklagt auf dem Polizeirevier sitzt. Das hat diese naseweise Bande einfach auch mal verdient.
So richtig gestört haben mich hier eigentlich nur einige Details. Beispielsweise am Anfang, diese Vehemenz, mit der auf eine DiebIN bestanden wird. Himmel, geht es mir auf den Keks, wie genau es damit heute genommen wird! Egal, wo. Und somit eben auch hier.
Und dann noch: was ist nur aus Tim geworden? Den Kerl vom Anfang, der ihn auf dem Markplatz festhält, den hätte er früher kurzerhand aus der Jacke gehauen! Und heute? Lässt er sich festhalten. Damit den armen, kleinen Hörern auch bloß nicht nur im Ansatz vermittelt wird, dass man sich auch mit Gewalt wehren kann. Als ob wir früher nach einem TKKG-Hörspiel gleich prügelnd durch die Straßen gezogen wären…
Ach so, diese dusselige Polizeimeisterin, die braucht auch kein Mensch!

Jannik Schürmann als Mattes hat mir gut gefallen. Ich habe ihm den Bengel reicher Eltern, geplagt von massiver Langeweile leicht abgenommen und fand es gut, wie er immer wieder durchklingen lässt, dass ihm die Diebstähle eigentlich auch nicht gefallen. Luisa Burg, gesprochen von Lucia Dahlem ist da schon ein anderes Kaliber und bildet einen schönen Gegensatz zu Mattes.

Soundtrack und Geräuschen kann ich auch nichts vorwerfen. Beides tut sich hier nicht sonderlich hervor, ist aber passig zur Stelle, wenn es die Szenen erfordern.

Das Covermotiv zeigt die anfängliche Szene auf dem Marktplatz und mit dem davonlaufenden Mädchen kann man sogar schon ein bisschen erahnen, was der Geschichte zugrunde liegt. Die rötlich gefärbten Bäume zeigen, zu welcher Jahreszeit die Geschichte spielt und die stimmt mit der jetzigen voll überein.

Fazit:  Ich muss gestehen, so übel fand ich die Folge gar nicht. Natürlich bietet sie wenig Neues und einen geradezu lachhaften Tim – Tarzan, aber das Thema hat sich über die Serie hinweg bewährt und eingebürgert. Es erhält hier halt noch einen modernen Anstrich. Das sorgt vielleicht nicht für eine knappe Stunde Spannung, aber immerhin für etwas Unterhaltung zwischendurch.

Die drei ??? Special – Das kalte Auge

Titel: Die drei ??? Special – Das kalte Auge / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 84 min / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Traudel Sperber, Robert Missler, Katja Brügger, Andreas von der Meden ua

Inhalt: Eine rätselhafte Diebstahlserie erschüttert Rocky Beach! Der Dieb hat offenbar eine Botschaft: CROATOAN schmiert er in blutigen Buchstaben an die Wände der Tatorte. Kennt er die schreckliche, jahrhundertalte Geschichte, die sich hinter diesem Wort verbirgt? Und wer ist der Indianer mit den kalten Augen, der immer wieder auftaucht? Höchste Zeit, dass die drei ??? Licht ins Dunkel bringen.


Da haben wir nun also den dritten Spezial-Fall der drei Detektive aus Rocky Beach. Ebenfalls einst als Hörspiel zur Präsentation in Planetarien produziert. Mir haben die beiden vorigen Specials ja durchweg ganz gut gefallen. Leider ging es nun mit diesem dritten Special ziemlich bergab. Dabei klingt die Story vom Klappentext her gar nicht mal verkehrt, auch spannend und mysteriös, keine Frage. Insgesamt war es für mich dann aber leider der berühmte Lärm um Nichts.
Um genauer zu sein: es begann schon recht früh damit, dass gleich eine ganze Schar Figuren ins Rennen geschickt wurden und es dauerte nicht lange bis ich fürchtete, im entscheidenden Moment nicht zu wissen, mit wem ich es gerade zu tun habe. Zum Glück stellte sich dann später heraus, dass man gar nicht alle Figuren immer parat haben muss, was mich sehr erleichterte. Widerum frage ich mich dann aber, wieso sie denn alle so Schlag auf Schlag eingeführt werden mussten? Einige davon obendrein für ein paar wenige Sätze überhaupt in der ganzen Geschichte.
Dann die Sache mit dem Indianer. Indianer hier, Phantom da, eine seltsame Geschichte von anno Schnee und…nachher ist all das kaum mehr der Rede wert. Schade, denn genau daraus hätte die Story das im Klappentext vermittelte Mystische ziehen können.
Zuletzt muss man dann leider noch sagen, dass der Fall schon ziemlich vorhersehbar ist. Da habe ich mich schon hin und wieder gefragt, wie sich die drei Detektive mit ihrer Erfahrung so lange an der Nase herumführen lassen können. Und die Auflösung kommt so natürlich auch nicht mehr überraschend und ist -vor dem Hintergrund einer Story über zwei CDs- doch arg dürftig und dünn.

Neben den drei Freunden wird die Geschichte überwiegend von Mystikern bevölkert und irgendwo muss sich jemand gedacht haben, die müssen stimmlich ausgefallen daherkommen. So ist Santiago Ziesmer gleich in zwei Rollen zu hören, was mich aber gefreut hat. Ich höre ihn einfach so gerne. Traudel Sperber ist ebenfalls zu hören und ihre Figur mochte ich auf Anhieb wirklich gerne. Trotz ihrer schrillen Stimme. Doch die passt zu MacKenzie.

Musik und Geräusche sind mir auch nach mehrmaligen Hören irgendwie nicht im Ohr geblieben. Daraus schließe ich, dass sich beides nicht allzu sehr hervortut. Was schade bis ärgerlich ist, denn wenn man schon so eine Indianerstory in der Hinterhand hat, ein Phantom usw, dann kann man doch ein paar stimmungsvolle Stücke dafür hervorholen. Das kann der Sache doch nur dienlich sein.

Das Cover reiht sich nahtlos in die Serie ein mit dem düsteren Einschlag in Kombination mit kräftigen Farben. Der Blick des Indianers ist nicht gerade freundlich und generell gibt seine Gestalt Rätsel auf. Man sollte sich davon aber nicht verleiten lassen. So schrecklich viel Indianer wird auf den beiden CDs nun nicht geboten.

Fazit:  Für mich der schwächste Fall unter den drei Specials. Er hätte ruhig eine ganze Ecke kürzer sein dürfen. Das Mystische an den Mystikern kommt so gut wie gar nicht rüber, was der Story Flair nimmt. Und spannend ist es Dank einer recht vorhersehbaren Geschichte auch nie so wirklich. Schade.

Die drei ??? Special – Der Tornadojäger

Titel: Die drei ??? Special – Der Tornadojäger / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 71 min  / Sprecher: Andreas Fröhlich, Stephan Schad, Birte Kretschmer, Oliver Böttchen, Tim Kreuer ua

Inhalt: Der bekannte Tornadojäger Dylan Harvey kommt zu einer Fotoshow nach Rocky Beach. Das lassen sich Justus, Peter und Bob natürlich nicht entgehen. Doch kurz vor dem angekündigten Auftritt werden dem Tornadojäger wichtige Aufnahmen gestohlen. Die drei Detektive ermitteln für Harvey, wer hinter dem Diebstahl steckt, und warum diese Fotos so wichtig sind. Aber plötzlich wirkt ihr Auftraggeber gar nicht mehr so unschuldig. Ist der Tornadojäger nur ein windiger Betrüger?


Angesichts dieser bereits zweiten Special-Folge, soll nun auch mal gesagt werden, das das Spezielle daran ist.  Es ist so, dass diese drei (eines erscheint noch) Hörspiele für Veranstaltungen in Planetarien produziert wurden. Das ist dort vor Ort sicher klanglich ein ganz anderes Erlebnis als zuhause mit der CD im Player. Somit ist das Spezielle -zumindest für mich- nicht unbedingt erkennbar und auch nicht allzu Erwähnenswert. Das Klangerlebnis kommt dem in einem Planetarium nun einmal nicht annähernd nahe.
Davon abgesehen aber geht es mir mit dieser Episode genauso wie mit der vorigen Special-Folge: sie hat mir wirklich sehr gut gefallen! Punkten konnte sie bei mir vor allem durch ein interessantes und spannendes Thema (die Tornadojagd), einem angenehm geradlinigen Verlauf, woran auch die eine oder andere Wendung nichts ändert, und reichlich Möglichkeiten selber mitzurätseln. Das macht Spass und Langeweile hat so einfach keine Chance. Einige Gelegenheiten zum Schmunzeln gibt es auch wieder. Auch das gefällt mir immer wieder. Ich habe nämlich immer schon den Eindruck, die Reihe und ihre Fans nehmen sich selber und einander einfach viel zu ernst. Da mag ich es, wenn man sich mal selbst ein bisschen auf die Schippe nimmt.

Vielleicht ist es ja der Tatsache geschuldet, dass der Klang -was für mich die Stimmen einschließt- für die CD ins Stereo gezwungen wurde, aber anfangs klang mir Oliver Rohrbeck einige Male gar nicht nach Justus Jonas. Genauso hat Peter (Jens Wawrczeck) einmal einen ganz seltsamen, ganz anderen Ton. Das hat mich verblüfft. Als Tornadojäger ist Stephan Schad zu hören und für mich hätte es da ruhig eine etwas markantere Stimme sein dürfen. Er klingt mir zu „glatt“, wodurch ich mir von der Figur kein klares Bild machen konnte. Birte Kretschmer alias Violet hat mir da schon deutlich besser gefallen. Sie hat mir sofort eine Vorstellung von Violet verschafft.

Dem Soundtrack hört man es nicht wirklich an, dass er für die Vorführung in Planetarien gedacht war. Da ist sicher auf dem Weg auf die CD einiges auf der Strecke geblieben. Es sind aber immer noch passende und stimmige Stücke zu hören, mal moderner, mal im Stil der Musik früher Folgen. Die Mischung stimmt.

Das Covermotiv ist genau nach meinem Geschmack. Ich finde Tornados super spannend, daher hatte es mich sofort am Haken. Davor die dunle Gestalt, die einem sofort Rätsel aufgibt, was es mit ihr auf sich hat und was sie womöglich im Schilde führt. Im Hörspiel gibt es solch eine Szene zwar allenfalls auf einem Dia, aber zur Story passt es einwandfrei.

Fazit: Mir hat auch diese zweite Special-Folge wieder gefallen. Genau wie ihr Vorgänger überzeugte sie mich mit einem interessanten Thema und eine angenehm geradlinigen Handlung, der man trotz einiger Wendungen immer gut folgen kann. Das sorgt für mich dreimal mehr für Spannung als eine verworrene Story. Von daher: empfehlenswert!

Die drei ??? Special – Das Grab der Inka-Mumie

Titel: Die drei ??? Special – Das Grab der Inka-Mumie / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 90 min / Sprecher:  Andreas Fröhlich, Sonja Stein, Eckart Dux, Kerstin Draeger ua

Inhalt: Aus dem unterirdischen Schrein der Familie Paredes wurde eine Mumie gestohlen! Sofort machen sich Justus, Peter und Bob daran, das Rätsel hinter diesem Diebstahl aufzuklären. Wer steckt dahinter und vor allem: Was hat der Täter mit seiner Beute vor? Bei ihren Ermittlungen treffen die drei ??? auf geheimnisvolle Gestalten, die anscheinend nichts Gutes im Schilde führen. Oder will jemand sie nur auf eine falsche Fährte locken?


Da haben wir nun also ein weiteres Special der Reihe. Wobei ich nicht so recht weiß, was das Special so speziell oder besonders macht. Die Geschichte ist es jedenfalls nicht. Das soll aber keineswegs heißen, dass die Story nicht gut ist! Ganz im Gegenteil hat sie mir sogar sehr gut gefallen! Und das, obwohl sie inhaltlich keine Innovation darstellt.
Dafür hat sie eine ganze Reihe anderer Vorzüge. Erstens verläuft sie wunderbar geradlinig, man kommt immer problemlos mit, muss nicht in Habachtstellung am Lautsprecher sitzen und Justus Intellekt haben um am Ende die Lösung zu begreifen. Solch ein Ablauf alleine sorgt bei mir schon für Spannung, weil man durchweg mitknobeln kann.
Zweitens dreht sich hier zwar alles um die Inka, ihre Kultur und ihre Mumien, aber es wird nie allzu tief darauf eingegangen. Damit ist auch hier Langeweile ausgeschlossen. Mich interessieren solche Kulturen nämlich nur vor Ort, aber nicht in Erzählungen. Das ist mir immer zu öde. Da hat man hier genau das passende Maß gefunden.
Drittens ist die Story durchaus ein bisschen schräg an einigen Stellen, fast ein bisschen pietätlos, und so etwas mag ich auch. Vor allem, weil man dabei auch noch schmunzeln kann. Warum also nicht?
Viertens kommt die Folge komplett ohne Erzähler aus, und ich konnte ihr trotzdem gut folgen und wusste immer, wo die Handlung gerade spielt, wer da just das Wort ergriffen hat und wie die Dinge zusammenhängen. Ich bin sonst absoluter Befürworter eines Erzählers bei einem Hörspiel, weil ich durch ihn den Faden nicht so leicht verliere, aber hier hat das alleine die Story geschafft. Alleine daraus schließe ich schon, dass sie gut erzählt ist.
Fünftens ist die Sprecherliste zwar lang, aber der Kreis des wichtigsten Figuren ist dennoch klein. Ich habe ja massiv etwas dagegen, wenn mich eine Story durch eine Vielzahl an Figuren verwirrt. Und das geht schnell bei mir.
Und um das halbe Dutzend Pro vollzumachen: das Ende ist wirklich mal etwas anderes, aber absolut nachvollziehbar.

Neben den drei bestens aufgelegten Hauptsprechern tut sich hier vor allem Sonja Stein mit ihrer markanten Stimme hervor und lässt einem Nayra schnell sympathisch werden. Eckart Dux überzeugt mit warmer Stimme und einem ruhigen und salbungsvollen Ton. Urs Affolter dagegen hätte für mich bei den entsprechenden Gelegnheiten noch etwas energischer klingen dürfen.

Musik und Geräusche wissen ebenfalls zu überzeugen und betonen gekonnt die Atmosphäre gewisser Szenen. So geben die auch der Spannung nochmal einen zusätzlichen Schliff. Und natürlich wird das Geschehen durch die Geräusche anschaulich, was mangels Erzähler ein Pluspunkt ist.

Das Cover zeigt wohl das Antlitz der Inka-Mumien und wirkt durchaus ein wenig schaurig.

Fazit: Für mich aus mindestens einem halben Dutzend Gründen eine rundum gelungene Folge. Spannend, übersichtlich, ein wenig schräg, stets geradlinig und niemals langweilig. Speziell ist sie für mich nicht, daher auch nicht das, was ich als „Special“ bezeichnen würde, aber eben in jeglicher Hinsicht top.

© 2019 Frontier Theme