Dorian Grave

Das Geheimnis des Dorian Grave – Mehr als du wissen darfst

Titel:   Das Geheimnis des Dorian Grave – Mehr als du wissen darfst / Verlag:   Lübbe Audio / Baumhaus / Laufzeit:   ca. 449 min. / 6 CDs / Buch:   Stephan M. Rother / gelesen von:   Maximiliane Häcke

Inhalt:   Leonies Vater ist Schriftsteller. Rätselhafte Ereignisse aus dem Mittelalter sind eigentlich sein Thema. Umso überraschter ist Leonie, als er sich eines Nachts mit einem geheimnisvollen Gast unterhält: Dorian Grave, dem Sänger der Gothic-Band Dead Art. Leonies Idol und das ihrer Freunde.
Am nächsten Tag herrscht Verzweiflung in der Szene – Dorian ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Besteht zwischen Dorians Besuch und seinem Tod ein Zusammenhang? Warum verschwindet sein Leichnam spurlos aus der Gerichtsmedizin? Und wieso wird Leonies Vater plötzlich bedroht? Auf der Jagd nach dem Vermächtnis ihres Idols erkennen Leonie und ihre Freunde unvermittelt, dass sie in Wahrheit selber die Gejagten sind. Und die Zeit läuft…


Der Klappentext klingt weitaus trivialer als es die Geschichte ist. Und auch ich bin auf diesen Klappentext quasi “hereingefallen”, denn was ich mir unter einem Mystery-Gothic-Thriller vorzustellen habe, das wusste ich wirklich nicht. Mich lockte die Erwähnung der Gothic-Szene und ihrer Musik, da ich für beides eine Menge übrig habe.
Umso überraschter war ich darüber, was Stephan M. Rother dem Hörer / Leser mit Dorian Grave Band 1 vorlegt.
Denn die Gothic-Szene, ihre Musik, Dead Art, die Band von Dorian Grave, das alles erschafft zwar die Rahmenhandlung, stellt einige der  Protagonisten und macht die Geschichte so modern, dass sie Jugendliche schnell anspricht, aber das eigentliche Thema ist viel tiefgründiger.
So spielt sie vor tatsächlichem, historischen Hintergrund, denn die Ebstorfer Weltkarte, mit der Dorians Tod irgendwie zusammenzuhängen scheint, existiert tatsächlich. Sie entstand um 1300 herum und auch wenn davon heute nicht mehr viel übrig ist, so stellt sie in Dorian Grave immerhin quasi den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.
Für Leonie und ihre Freunde gibt es eine Menge Rätsel zu ergründen, denn wieso stiehlt jemand Dorians Leichnam aus der Gerichtsmedizin, wieso steht plötzlich der Staatsschutz vor Leonies Tür und verhaftet ihren Vater und was wollte Dorian mit seinem so ganz anderen, neuen Soloalbum ausdrücken, das im Arbeitszimmer von Leonies Vater auftaucht?
Es ist beeindruckend, wie leicht Stephan M. Rother hier den Bogen von Jugend-Thriller hin zu einer Geschichte schlägt, die in weiten Teilen mittels historischer Quellen belegbar ist.
Diese Mischung macht die Geschichte ausgesprochen interessant und überaus spannend. Und wer sich nun -wie ich es vermutlich auch tun würde, würde ich die Geschichte nicht kennen- sorgt, dass ihm hier knochentrockener Geschichtsunterricht vorgesetzt wird, den kann ich beruhigen. Dorian Grave ist alles, aber garantiert nicht trocken und langweilig.
Auch ein wenig Grusel wird geboten, es gibt diverse Szenen, die einem eine dicke Gänsehaut verursachen.
Einen großen Bonus hat die Geschichte bei mir damit eingefahren, dass sie in Deutschland spielt, sogar in einer Gegend, die man zumindest den Städtenamen nach kennt und einsortieren kann, die also quasi greifbar ist,

Gelesen wird Dorian Grave von Maximiliane Häcke und ich muss sagen, dass mich ihre Leistung nicht völlig überzeugt hat.
Zweifellos hat sie eine sehr junge (geboren wurde Maximiliane Häcke 1988) und markante Stimme, die prima zu Leonie passt, die den Großteil der Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt.
In den Dialogen hat sie mir sehr gut gefallen, da hört man, dass sie u.A. auch schauspielert. Man kann gut unterscheiden, wen sie gerade spricht, die Betonung stimmt und in diesen Passagen hört man auch viel vom Charakter der jeweiligen Person heraus.
Dagegen scheint es nicht gerade ihre Stärke zu sein, erzählende und beschreibende Texte zu lesen. Da passt die Betonung oft nicht, geht mitunter stellenweise ganz verloren. Mir ist es bei diesen Abschnitten oft sehr schwer gefallen, ihr weiter aufmerksam zuzuhören und zu folgen. Dabei ist gerade das sehr wichtig um die Geschichte zu verstehen. Mir hat geholfen, dass ich das Buch bereits kannte, doch diesen Vorteil hat eben nicht jeder.

Musik spielt in der Geschichte eine überaus wichtige Rolle und nicht nur Gothic-Musik, sondern auch Klassik und diese auf eine ganz spezielle Art und Weise.
“Mit exklusiv für das Hörbuch produzierter Musik” steht auf dem Rücken des Hörbuchs und nein, damit sind keine Melodien gemeint, die nichts weiter tun als z.B. die Kapitel zu trennen.
Man bekommt hier tatsächlich richtige Musikstücke zu hören, die laut der Geschichte Dorian Grave bzw er und seine Band singen und spielen. Nicht in voller Länge zwar, aber doch in einer Länge, dass man beim Hören für eine Weile wirklich vergisst, dass man da eigentlich ein Hörbuch hört.
Die Musik kommt -Gothic-Style halt- düster und bedrohlich daher, mit traurigen, depressiven Texten, harten Rhythmen und einem Sänger, der sich mitunter heiser zu schreien scheint.
Aber auch orchestrale Stücke sind zu hören und diese haben -wie bereits angedeutet- eine ganz spezielle Bedeutung für die Geschichte.
Insgesamt kann ich nur sagen: solch eine Musik-Kulisse ist mir bei noch keinen Hörbuch untergekommen, top!

Die 6 CDS kommen in einem wunderschönen Digipack daher. Es ist in düsteren Farben gehalten und das Covermotiv kann ich nur mit dem Wort cool beschreiben. Ganz sicher wird es so ein Blickfang für Jugendliche sein.
Im Innenteil findet man neben Informationen zu Stephan M. Rother und Maximiliane Häcker, noch den genauen Plan eines Symphonieorchesters. Wer das Buch nicht kennt, wird anfangs nicht verstehen, was dieses Schema hier verloren hat, später dann wird er darüber staunen.

Fazit:   Modern, spannend, mysteriös und interessant, das alles ist Dorian Grave. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass eine Kombination aus Gothic-Thriller und historischen Aspekten so gut funktionieren kann. Man merkt, dass Stephan M. Rother studierter Historiker und Philologe ist, aber mit Dorian Grave beweist er gleichzeitig auch, dass er weiß, auf welche Art von Romanen die heutige Jugend steht und wie man ihnen Geschichte schmackhaft machen kann ohne sie dabei je mit Jahreszahlen zu langweilen.

Dorian Grave – Das Geheimnis des Dorian Grave (Stephan M. Rother)

Leonies Vater ist Schriftsteller. Rätselhafte Ereignisse aus dem Mittelalter sind eigentlich sein Thema. Umso überraschter ist Leonie, als sie eines Nachts belauscht, wie er sich in seiner Bibliothek mit einem geheimnisvollen Gast unterhält: Dorian Grave, dem Sänger der Gothic-Band Dead Art. Leonies Idol und das ihrer Freunde. Am nächsten Tag macht eine schreckliche Nachricht die Runde: Dorian Grave ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Zufall oder mehr? Leonies Vater wird vom Staatsschutz verhaftet und Dorians Leichnam verschwindet aus der Gerichtsmedizin. Und das verschollene letzte Album des Gothic-Stars taucht auf sowie eine rätselhafte Landkarte aus dem Mittelalter. Fieberhaft forschen Leonie und ihre Freunde nach den Zusammenhängen. Bald wird ihnen klar, dass sie für Dorian Graves Geheimnis womöglich einen hohen Preis zahlen müssen. Ihr Leben?

Der Klappentext klingt weitaus trivialer als es die Geschichte ist. Und auch ich bin auf diesen Klappentext quasi “hereingefallen”, denn was ich mir unter einem Mystery-Gothic-Thriller vorzustellen habe, das wusste ich wirklich nicht. Mich lockte die Erwähnung der Gothic-Szene und ihrer Musik, da ich für beides eine Menge übrig habe.
Umso überraschter war ich darüber, was Stephan M. Rother dem Leser mit Dorian Grave Band 1 vorlegt.
Denn die Gothic-Szene, ihre Musik, Dead Art, die Band von Dorian Grave, das alles erschafft zwar die Rahmenhandlung, stellt einige der  Protagonisten und macht die Geschichte so modern, dass sie Jugendliche schnell anspricht, aber das eigentliche Thema ist viel tiefgründiger.
So spielt sie vor tatsächlichem, historischen Hintergrund, denn die Ebstorfer Weltkarte, mit der Dorians Tod irgendwie zusammenzuhängen scheint, existiert tatsächlich. Sie entstand um 1300 herum und auch wenn davon heute nicht mehr viel übrig ist, so stellt sie in Dorian Grave immerhin quasi den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.
Für Leonie und ihre Freunde gibt es eine Menge Rätsel zu ergründen, denn wieso stiehlt jemand Dorians Leichnam aus der Gerichtsmedizin, wieso steht plötzlich der Staatsschutz vor Leonies Tür und verhaftet ihren Vater und was wollte Dorian mit seinem so ganz anderen, neuen Soloalbum ausdrücken, das im Arbeitszimmer von Leonies Vater auftaucht?
Es ist beeindruckend, wie leicht Stephan M. Rother hier den Bogen von Jugend-Thriller hin zu einer Geschichte schlägt, die in weiten Teilen mittels historischer Quellen belegbar ist.
Diese Mischung macht die Geschichte ausgesprochen interessant und überaus spannend. Und wer sich nun -wie ich es vermutlich auch tun würde, würde ich die Geschichte nicht kennen- sorgt, dass ihm hier knochentrockener Geschichtsunterricht vorgesetzt wird, den kann ich beruhigen. Dorian Grave ist alles, aber garantiert nicht trocken und langweilig.
Auch ein wenig Grusel wird geboten, es gibt diverse Szenen, die einem eine dicke Gänsehaut verursachen.
Einen großen Bonus hat die Geschichte bei mir damit eingefahren, dass sie in Deutschland spielt, sogar in einer Gegend, die man zumindest den Städtenamen nach kennt und einsortieren kann, die also quasi greifbar ist.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, es erschien ja bereits 2008. Ich weiß aber noch, dass ich insgesamt gut zwei Wochen dafür gebraucht habe. Nicht weil es mich gelangweilt hätte, nein, aber für ein Jugendbuch ist es schon sehr komplex und vielseitig, da brauchte ich einfach immer mal wieder eine Pause.
Dabei liest es sich eigentlich ganz gut, flüssig und ist sehr bildhaft geschrieben, so dass man die Szenen immer sofort vor Augen hat, was das Lesen natürlich ebenfalls bereichert.

Ich hätte dem Buch einen Umschlag gewünscht, bedruckte Hardcover sind nur selten wirklich mein Fall. Aber wenigstens ist das Motiv wirklich sehr schön. Das Gesicht aus Lichtstrahlen am Himmel, darunter die rabenschwarze Schattengestalt , das ist düster und geheimnisvoll und ein Hingucker.  Schlägt man das Buch auf -sei es von vorne oder von hinten- erhält man einen Blick in einen Ausschnitt der Ebstorfer Weltkarte.

Fazit:   Mir hat “Dorian Grave” sehr gut gefallen. Eine interessante und spannende Geschichte, die gekonnt historische Fakten mit Fantasy der heutigen Zeit vermischt ohne dabei je mit geschichtlichen Ausführungen zu langweilen. Durch den Bezug zur Gothic-Szene und -musik dürfte das Buch für Teenies sehr interessant sein, da diese “dunkle Welt” aktuell ja sehr beliebt ist.


Titel:  Dorian Grave – Das Geheimnis des Dorian Grave
Autor: Stephan M. Rother
Seiten:  380
Verlag: Baumhaus Verlag / Lübbe
ISBN: 978-3833936265
Preis:  € 14,90

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