Dornröschen

Die Märchen der Gebrüder Grimm – Frau Holle / König Drosselbart / Dornröschen

Titel: Die Märchen der Gebrüder Grimm – Frau Holle / König Drosselbart / Dornröschen / Verlag: Raute Media / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Reinhilt Schneider, Konrad Halver, Merete Brettschneider u.a.

Zum Jubiläumsjahr der Gebrüder Grimm sind die Märchen mit bekannten Stimmen, märchenhafter Musik und spannender Geräuschkulisse neu vertont worden. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Träume, die die Märchen beim Zuhören wecken, machen sie bei Jung und Alt beliebt. Die Märchen und Sagen der Gebrüder Grimm entführen uns in zauberhafte Welten.


Auf dieser CD gibt es gleich drei Märchen zu hören. Mit “Frau Holle” und “Dornröschen” sind zwei meiner Lieblingsmärchen mit dabei. Die Geschichte um Frau Holle zeigt den jungen Hörern auf, dass man keine Belohnungen erwarten darf, wenn man zuvor nicht auch etwas dafür geleistet hat. “Dornröschen” ist für mich ein recht romantisches Märchen, auch wenn natürlich auch hier mit dem Todesfluch eigentlich recht harter Tobak geboten wird. Jedenfalls, wenn man berücksichtigt, dass Märchen ja angeblich “Kindergeschichten” sind. Aber zum Glück wird der Fluch ja schnell abgeschwächt. An “König Drosslebart” hatte ich so gar keine Erinnerungen mehr, aber auch dieses Märchen hat mir gefallen. Hochmut und Eitelkeit sind keine schönen Eigenschaften, was das Mädchen hier erst jammervoll lernen muss, ehe sie es wert ist, ihren Ehemann in seiner wahren Gestalt anzusehen.

Als Erzählerin ist bei “Frau Holle” und “Dornröschen” Reinhilt Schneider zu hören. Offenbar liest sie die meisten Märchen dieser Reihe. Sie liest schön ruhig und betont und greift die Stimmungen der Szenen gut auf. Ich fände es aber ganz schön, wenn sie die Titel der Märchen nicht im Tonfall a la “Wenn’s denn sein muss” lesen würde. Dorothea Hagena gibt eine liebenswerte, aber später auch ernergische Frau Holle. Merete Brettschneider übernimmt in jedem Märchen eine zentrale Rolle, mal als schlechte Tochter, dann als Dornsröschen und schließlich als verwöhnte Königstochter. Drei verscheidene Rollen, die sie aber alle glaubhaft meistert.

Die Märchen werden beinahe durchweg von schönen und stimmungsvollen Musikstücken begleitet. Mal zeigen sie sich fröhlich und lebendig, zu spannenden Szenen klingt es aber auch mal düster aus den Lautsprechern. Eine passende Untermalung, die sich hören lassen kann.

Das Covermotiv zeigt Frau Holle bei der Arbeit wie sie die Kissen ausschüttelt, damit es auf der Erde schneit. Sicher eine zentrale Szene, die man sofort mit diesem Märchen verbindet.

Fazit:  Auf dieser CD sind drei relativ kurze Märchen zu hören, davon aber zwei der schönsten, die ich kenne. Mit tollen Sprechern und einer sorgfältig ausgearbeiteten Musik- und Geräuschkulisse ein Hötvergnügen für Märchen-Fans.

100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte (Gabriella Engelmann / Marie Bierstedt & Sven Hasper)

Titel: 100 Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte / Verlag: Der Audio Verlag / Spielzeit: ca. 199 min / Buch: Gabriella Engelmann / gelesen von: Marie Bierstedt, Sven Hasper

Inhalt: Rosalie Dorn ist glücklich! Sie ist von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau angefangen und sich Hals über Kopf in René Prinz verliebt. Doch es gibt ein Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch, der besagt, dass ihr siebzehnter Geburtstag in einer Katastrophe enden wird. Aber Rosalie glaubt nicht an Märchen zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.


Nach Alex Flinns “Beastly” und “Kissed” haben wir hier eine Märchen-Adaption einer deutschen Autorin. Wie der Titel verrät, hat sich Gabriella Engelmann “Dornröschen” vorgeknöpft und ins Heute transferiert. Sehr zimperlich ist sie dabei nicht zu Werke gegangen. Schon die Namen “Rosalie Dorn” und “René Prinz” lassen einen schnell erahnen, wohin der Hase läuft. Und so realitätsnahe die Story sonst ist, dass da plötzlich eine Tante zur Taufe der jungen Rosalie auftaucht und im Wohnzimmer mal so eben einen Fluch auspricht, das muss man dann halt einfach so akzeptieren. Danach allerdings ist bis auf wenige Elemente wie z.B. ein Turmzimmer im Hotel nicht mehr viel von der märchenhaften Grundlage zu spüren. Vielmehr bekommt man eine so richtig typische Teenie-Lovestory zu hören. Mit allen Irrungen, Wirrungen, Missverständnissen, Turbulenzen, leidenschaftlichen Küssen und Tränen, die einfach dazu gehören. Man sollte schon eine gewisse Toleranz gegenüber Kitsch mitbringen um die Geschichte so richtig genießen zu können. Für meinen Geschmack hätte es gerne eine Spur witziger zugehen können, mehr als ein Schmunzeln hier und da war leider nicht drin. Aber vergnüglich ist “100 Jahre ungeküsst” auf jeden Fall.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Rosalie und René erzählt. Dabei leiht Marie Bierstedt Rosalie ihre Stimme, während Sven Hasper René zum Leben erweckt. Marie Bierstedt steht der Part von Rosalie sehr gut. Sie trifft genau den richtigen Ton für das Mädchen: symapthisch, pfiffig und verliebt-kitschig. Sven Hasper hat mir als René ebenfalls gefallen. Auch er klingt symapthisch und hin und wieder auch eine Spur vornehm, wie es sich für einen “Prinzen” ja auch gehört.

Ich mag ja solche Schattenriss-Designs für Cover unheimlich gerne. Das war auch das Erste, wodurch mir dieses Hörbuch auffiel. Dieser Look zieht sich durch das gesamte Booklet und selbst die CDs sind so gestaltet. Mit den Dornenranken und den Schlössern wird dem Märchen Rechnung getragen, während die halbe Mädchengestalt doch sehr modern wirkt. Eine schöne Mischung.

Fazit:   Eine unterhaltsame Märchen-Adaption mit relativ hohem Kitschfaktor. Wer slche Geschichten mag, sollte hier ein Ohr riskieren.

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