Drachenlanze

Die Chronik der Drachenlanze (02) – Drachenjäger [Gast-Rezension von Joachim Klotz]

Titel: Die Chronik der Drachenlanze (02) – Drachenjäger / Verlag: Holysoft / Spielzeit: / Sprecher: Dirk Hardegen, Engelbert von Nordhausen, Gisela Fritsch, Annina Braunmiller ua

Inhalt: Die sechs Freunde haben nur einen Möglichkeit, Krynn vor dem Untergang zu retten – sie müssen in die Festung von Lord Verminaard dringen, des Herrn der Drachen. Um den Weg bestreiten zu können, wollen sie in der Stadt Solace Proviant fassen. Doch Solace wurde von den Drachen überfallen und in Brand gesetzt; die Bewohner wurden versklavt und zur Arbeit in den Minen gezwungen. Als die sechs in die Stadt kommen, werden sie von den Drachen gefangengenommen. Ein grausiges Schicksal droht ihnen.


Ich habe die erste Folge nicht gehört. Glücklicherweise habe ich auf der zweiten Seite im Booklet lesen können was bis jetzt geschah. Die 16 Seiten sind liebevoll gestaltet, es sind ein paar Charaktere und Orte beschrieben was für mich sehr informativ war. Sogar eine kleine Karte ist vorhanden. Solche Booklets sind nicht der Standard, da können sich manch andere Label eine Scheibe von abschneiden.

Also rein mit der ersten der beiden CD’s, Kopfhörer auf und ab ging es…..

Sehr schöne Musik von Erdenstern die über die gesamte Hörspiellänge ein wirklich großartiges Klangbild bereiten. Bei geschlossenen Augen habe ich immer wieder fantastische Bilder vor mir gehabt. Ich mag dieses Zusammenspiel von Musik und Sound was mich in die Geschichte eintauchen lässt. Die Stimmen der Sprecher heben sich immer von der Musik und dem vollen Klangbild ab und sind verständlich. Das habe ich bei anderen Hörspielen auch schon ganz anders erlebt.

Die Geschichte beginnt in der Gastwirtschaft in Solace. Dann bekommt man den Eindruck als wenn Helden einer Fantasygeschichten immer auf eine Reise gehen müssen. So auch hier. Immer wieder werden die Freunde vor Prüfungen gestellt die sie gemeinsam meistern. Ein wenig Liebe und Freundschaft, mit einer PriseVerrat, gemixt mit Kämpfen und garniert mit einem romantischen Ende.

Aber all das positive hat leider auch etwas negatives. Ich habe trotz des Booklet recht lange gebraucht um in die Geschichte einsteigen zu können. Ein wenig verwirrend fand ich die vielen verschiedenen Rassen. Das mag aber vielleicht daran liegen, dass ich noch nicht so in dem Thema stehe.

Als ich den Cast gelesen habe, habe ich ein paar Namen gefunden, die nicht aus den Reihen der großen Namen kommen, sondern eher in Hobbyproduktionen zu hören sind, was mich aber nicht gestört hat, im Gegenteil.

Fazit: Auch wenn man die erste Folge nicht gehört hat ist diese Folge zu verstehen wenn man sich darauf einlässt. Es ist nicht für einen Moment Langeweile aufgekommen. Es hat mir gefallen und ich bin angefixt. Ich habe jetzt erst einmal die erste Folge bestellt und warte auf die folgenden.

Die Chronik der Drachenlanze (01) – Drachenzwielicht

Titel: Die Chronik der Drachenlanze (01) – Drachenzwielicht / Verlag: Holysoft / Spielzeit: ca. 150 min / Sprecher: Thorstern Michaelis, Dirk Hardegen, Santiago Ziesmer, Tobias Kluckert ua

Inhalt: Sechs Freunde treffen sich in Solace, der Stadt auf den Bäumen: Tanis, der Halb-Elf, Sturm Feuerklinge, der Ritter von Solamnia, Raistlin, der Magier, Caramon, sein Zwillingsbruder, Flint Feuerschmied, der Zwerg und schließlich Tolpan Barfuß, ein Kender – die lästigste Rasse auf dem ganzen Planeten. Ein Kender kennt keine Angst und steckt deshalb ständig bis zum Hals in Schwierigkeiten. Die Freunde sind in großer Sorge, denn in Solace machen sich die Drakonier wieder breit, die Kämpfer der Drachenwesen. Doch dann treffen sie auf Goldmond, ein Barbarenmädchen, und ihren Geliebten Flußwind. Die beiden tragen den blauen Kristall, der über das Schicksal ihrer Welt Krynn entscheiden wird…


Ich muss vorausschicken, dass ich das “Drachenlanze”-Rollenspiel gerade mal vom Namen her kenne und erstmal googeln musste, was ein Pen-&-Paper-Rollenspiel ist. Hier und da könnte also Nachsicht gefordert sein 😉 Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass die Welt, in der dieses Hörspiel spielt, und die mitwirkenden Charaktere genau den Geschmack dieser Rollenspieler treffen wird. Da ist alles vertreten, was man erwarten darf: Zwerge, Elfen, Drachen, das ganze Sortiment, das seit je her phantastische Welten bevölkert. Soweit also so gut. Mein Fall sind solche Charaktere allerdings nicht. Und ich kann auch mit einer solchen Welt nichts anfangen. Fantasy dieser Richtung liegt weit jenseits meines Geschmacks. Aber ich bin halt auch kein Rollenspieler. Vielleicht hat sich mir auch deshalb die Spannung der Geschichte nicht so recht offenbart. Die muntere Truppe kämpft sich durch ihr Abenteuer, hat auch immer wieder Aufgaben zu bewältigen, aber spannend will es dabei nicht werden. Die Konsequenz daraus war für mich, dass sich die mehr als 150 Minuten Spielzeit mächtig gezogen haben. Wenn ich mir nun vorstelle, dass die Rollenspieler durchaus mit Spannung bei ihrem Spiel dabei sind, dann fürchte ichwerden sie von den im Hörspiel vorgespielten Szenarien eher weniger gefesselt sein. “Im Spiel quasi dabei sein” ist halt etwas anderes als quasi dem Spiel zu lauschen.

Der Sprechercast ist bemerkenswert umfang reich, da gibt es nichts. Hier geben sich Könner wie Thorsten Michaelis, Tobias Kluckert, Wolfgang Bahro und Santiago Ziesmer die Klinke in die Hand. In kleineren Rollen sind aber auch weniger professionelle Sprecher am Werke und die fallen neben den “Großen” dann doch auf. So wirkt das Hörspiel seitens der Sprecher recht unausgewogen.

An Untermalung hat man sich nicht lumpen lassen. Keine Szene, die nicht in irgendeiner Form musikalisch begleitet wird. Und Erdensterns Stücke sind durchaus hörenswert, stimmungsvoll und passen zur Story. Trotzdem war es mir gelegentlich einfach zu viel. Einer guten Handlung ist es auch ohne klangliche Untermalung möglich, ihr Flair an den Hörer zu vermitteln. Das schadet ab und zu gar nicht.

In dem Pappschuber steckt neben der Hülle mit den beiden Hörspiel-CDs auch noch eine CD mit dem Soundtrack bei. Das ist doch was Feines! Ebenso fein ist das umfangreiche Booklet mit stattlichen 64 Seiten. Hier kann man zahlreiche Zeichnungen bewundern, sich einen Überblick über die Charaktere verschaffen (bei der Masse übrigens wirklich praktisch) und sich über die Reihe informieren. Wirklich toll!

Fazit: Mal abgesehen davon, dass ich kein “Elben-Trolle-Drachen-Zwerge-Fantasy”-Fan bin, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Rollenspiel-Fans von dem Hörspiel wirklich angetan sein werden. Es mangelt hier einfach an der Spannung, die am Tisch beim Spiel sicher aufkommt.

© 2019 Frontier Theme