Dschungel

Das Imperium der Ameisen

Titel: Das Imperium der Ameisen / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 56 min  / Sprecher: Julien Haggége, Douglas Welbat, Carlos Lobo, Boris Tessmann, Oliver Strietzel ua

Inhalt: “Seit die Menschen damit beginnen haben, den Regenwald aus reiner Gier Stück für Stück zu vernichten, glauben viele hier, dass sich die Natur eines Tages rächen wird. Dass der Regenwald ein Wesen erschaffen wird, das die Menschen für ihren Frevel bestrafen wird.”


Nachdem mir “Die Zeitmaschine” bereits so gut gefallen hatte, musste natürlich auch dieses Hörspiel nach einer Erzählung von H.G. Wells her. Den Titel kannte ich, mehr jedoch nicht. Eine Vorstellung hatte ich allerdings schon, doch die lag meilenweit neben der tatsächlichen Story.
Somit war das Hörspiel schon per se eine Überraschung für mich. Von den Ameisen aus dem Titel ist anfangs erstmal wenig zu hören. Ein paar verdächtige Geräusche im Prolog, später dann hier und da eine Erwähnung in einem Gespräch, mehr ist es nicht. Das hält ganz gut neugierig und da man nicht viel Gutes über die Viecher zu hören bekommt, sorgt es durchaus auch schon ein bisschen für Spannung. Was wird man später noch über diese Tierchen erfahren? Was wird die kleine Gruppe um den Forscher und den Kapitän des Schiffs noch mit und wegen ihnen erleben?
Wer große Schreckmomente erwartet, actionreise Szenen usw., der ist hier falsch. Die Story verläuft angenehm geradlinig und bis auf den einen oder anderen Zwischenfall eher unaufgeregt, und doch ganz interessant und unterhaltsam. Ich habe das Hörspiel mehrfach in einem Rutsch durchgehört, weil ich einfach keine Pause einlegen wollte. Dafür war ich viel zu neugierig, was weiter passiert.
Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte jedem, der nicht total vernagelt ist, zu denken geben wird. Denn die Ameisen verhalten sich ja nicht ohne Grund so, wie sie es tun. Da kann und sollte man sich schon mal ein oder zwei Minuten nehmen um über die Gründe nachzudenken. Und auch die ultimative Erkenntnis, zu der die Truppe gegen Ende hin kommt, ist bei genauerer Überlegung ganz nachvollziehbar. Der ach so hoch entwickelte Mensch darf durchaus mal sein eigenes Verhalten reflektieren. Und ich finde, wenn man bedenkt, wann Wells diese Geschichte geschrieben hat, dann ist es beeindruckend, dass das Thema generell noch heute -und speziell heute- wichtig und ernst ist.

Die Sprecherliste beschränkt sich auf die wesentlichen Rollen. Julien Haggége  hat mir ein gutes Bild von Holroyd vermittelt. Dafür hat vor allem gesorgt, dass er Holroyds Launen so gut rüberbringt. Und davon hat der Mann echt viele. Carlos Lobo hat für Gerilleau natürlich einen südamerikansichen Akzent parat, der wunderbarerweise kaum bis gar nicht gestellt klingt. Das hätte man leicht auch versaubeuteln können.

Was Musik anbetrifft, hält sich das Hörspiel relativ bedeckt. Es sind zwar immer wieder mal passige, düster angehauchte Stücke zu hören, aber sie bleiben im Hintergrund und sorgen von dort für Stimmung. Ein großes Kompliment gibt es von mir für eine wirklich gelungene Geräiuschkulisse, die jegliche Szenen vorstellbar machen.

Auf dem Cover sind natürlich Ameisen zu sehen. Ameisen von stattlicher Größe sogar. Das übrige Motiv wirkt sehr futuristisch, was schon mal eine falsche Vorstellung von der Geschichte vermitteln kann. Mich erinnert das nämlich irgendwie an ein UFO. Und damit hat die Story nun wirklich gar nichts zu tun.

Fazit:  Auch “Das Imperium der Ameisen” kann ich wärmstens empfehlen. Eine überraschend ruhige Geschichte, mit einzelnen dramatischen Momenten, die einen von Anfang an für sich einnimmt, sodass man sie einfach in einem Rutsch durchhören muss. Und mit einer Botschaft, die heute noch wesentlich wichtiger ist als zu Wells Zeiten.

Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit (Jessica Khoury)

dieeinzigeAls Pia ihm begegnet, weiß sie nicht, wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird.

Dieses Buch hat lange im Regal gestanden ehe ich es gelesen habe. Einerseits reizte es mich schon, andererseits klang es mir doch nach zu viel Fantasy. Nachdem ich es nun gelesen habe, tut es mir leid, dass es solange im Regal gestanden hat. Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen.
Und das, obwohl ich anfangs mit Pia wirklich meine Schwierigkeiten hatte. Natürlich ist sie die einzige ihrer Art, unverletzbar, unsterblich und mit unglaublichen Fähigkeiten ausgestattet. Und natürlich wird ihr das seit Kindesbeinen an immer wieder gesagt. Dass man dann eine gewisse Überheblichkeit entwickelt, das ist vermutlich normal. Trotzdem, ich mag Überheblichkeit und Arroganz nicht. Deshalb dauerte es eine Weile bis ich mich mit Pia wirklich angefreundet hatte.
Über diese Startschwierigkeiten hat mich die Idee eines perfekten Menschen aber gut hinweggetröstet. Sicher hätte es seine Schattenseiten, wenn es der Wissenschaft wirklich mal gelingen würde, einen solchen perfekten Menschen zu erschaffen, aber die Vorstellung finde ich doch ganz cool. Mit so etwas kann man mich leicht begeistern.
Zu Beginn gewährt die Geschichte zunächst einen Einblick in Pias Leben in dem Camp im Dschungel, in dem sie erschaffen wurde und wo fleißig weitergeforscht wird. Nun bin ich kein Fan davon, wenn mir ein Ort wie ein Dschungel Blatt für Blatt, Palme für Palme und Blume für Blume beschrieben wird, doch da hat diese Geschichte genau das richtige Maß getroffen. Der Dschungel wird anschaulich beschrieben, sodass ich mir ein gutes Bild davon machen konnte. Ich habe ihn mir wunderschön vorgestellt. Wissenschaft und Forschung spielen aber natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle, und darauf wird ebenso intensiv eingegangen.  Das wog für mich die eine oder andere zu ausführliche Schilderung des Dschungels schnell auf.
Eines Nachts hat Pia unerwartet die Chance, das Camp zu verlassen. Dieser gefährliche und vor allem verbotene Ausflug hat natürlich prompt Folgen, denn Pia trifft auf den Eingeborenen Eio, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Das stürzt Pia in ungeahnte Schwierigkeiten. Denn natürlich wird das Loch im Zaun geflickt, durch das sie entkommen ist. Eio scheint unerreichbar, und schon beginnt es in Pia zu brodeln. Davon dürfen die anderen Menschen im Camp natürlich nichts mitbekommen. Plözlich hinterfragt sie ihr bisher so friedliches Leben im Camp, die angeblichen Vorteile ihre Perfektion und das Verhalten der übrigen Wissenschaftler zueinader. Aber sie sieht natürlich auch noch die Vorzüge ihres Lebens und hofft darauf, ebenfalls eine talentierte Forscherin zu werden. Ich finde, diese Widerspruch in Pia wird schön deutlich gemacht.
Weiteren Zündstoff erhält die Geschichte durch eine neue Wissenschaftlerin im Camp. Denn Tante Harriet kommt geradewegs aus der Stadt, ist völlig normal und kann nicht glauben, was der jungen Pia im Camp angetan wird. Ich mochte Harriet sofort. Sie brachte vom ersten Moment an Schwung in die Handlung. Und sie setzt Pia prompt neue Flausen in den Kopf.
Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass in dem Camp irgendwas ganz und gar nicht stimmt. Pia entdeckt einen verfallenen Flügel des Komplexes und stößt auf das Geheimnis um ihre Unsterblichkeit. Doch was ist in diesen Flügel geschehen? Und was steckt hinter ihrer Unsterblichkeit? Was verbergen die Wissenschaftler? Und wie hängt das alles mit Eio und seinem Dorf zusammen?
Die Entdeckung, die Pia letztlich macht, kann man einfach nur als grausam bezeichnen. Da reißt es selbst bei mir nichts mehr raus, dass das alles im Sinne der Forschung geschieht. So etwas hätte ich hinter Pias Unsterblichkeit niemals vermutet.
Pia selber natürlich auch nicht und so kommt es zu einem dramatischen Ende als sie sich dagegenstellt. Von den vernünftigen Wissenschaftlern bleibt da kaum noch etwas übrig, und man hat gut Gelegenheit, sich um Pia und Eio zu sorgen.
Die Liebesgeschichte kommt in dieser Geschichte eher dezent daher. Große Gefühle, Kitsch und Romantik trifft man kaum an. Und doch ist sie so süß, dass ich Pia und Eio ihr Glück sofort gegönnt habe.

Obwohl das Buch mit 435 Seiten ein ganz schöner Wälzer ist, hatte ich es nach drei Abenden ausgelesen. Pia erzählt ihre Geschichte schön lebendig und anschaulich. Und obwohl sie ja perfekt ist, klingt sie dabei meist typisch jugendlich, und Humor hat sie ebenfalls. Da kann man hier und da sogar mal schmunzeln. Die Kapitel sind nicht gerade kurz, aber auch nicht zu lang. Ich fand sie genau richtig, denn mit jedem kommt man ein gutes Stück im Buch voran.

Beim Cover bin ich hin- und hergerissen. Ich mag die kräftig grüne Dschungelkulisse wirklich schön. Das sieht richtig exotisch aus, und ich wäre gerne mal dort. Mir gefällt nur diese Lichtgestalt nicht. Warum durfte es keine richtige Mädchengestalt sein? Weil man Perfektion nicht in ein Bild fassen kann? Mir hätte die Gestalt eines hübschen Mädchens jedenfalls sehr viel besser gefallen. So wirkt es wie ein Loch im Motiv.

Fazit:  Mir hat “Die Einzige” wirklich gut gefallen. Die Idee eines perfekten Mädchens war genau nach meinem Geschmack und zudem mal eine nette Abwechslung in diesem Genre. Es war spannend zu verfolgen, in welche Schwierigkeiten Pia sich durch ihre Gefühle für Eio bringt, und welch unglaubliche Geheimnisse hinter dem Zaun um das Camp dadurch ans Tageslicht kommen. ein gleichermaßen dramatisches, wie auch hoffnungsvolles Ende rundete das positive Bild dann letztlich ab.


Titel: Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit
Autor: Jessica Khoury
Seiten: 435
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068695
Preis: 17,99 (HC)

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Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit (Jessica Khoury / Jana Schulz)

Titel: Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit / Verlag: Goya Libre by Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 397 min / Buch: Jessica Khoury / gelesen von: Jaa Schulz

3108_2_die_einzige_booklet.inddInhalt: Als Pia ihm begegnet, weiß sie nicht, wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird.


Als ich den klappentext las, war ich noch stark im Zweifel, ob die Geschichte etwas für mich sein würde. Das klang mir zu sehr danach als stehe die Liebesgeschichte im Vordergrund. Doch zunächst sieht das gar nicht danach aus, denn erstmal kennt man Pia und ihr Leben in dem Camp kennen, in dem sie geschaffen wurde. Und obwohl mich die Idee eines solchen Menschen ehrlich begeistert, so wurde mir doch schnell klar, dass ein solches Dasein auch Schattenseiten hat und dass Pia alles andere als glücklich ist.
Als sie sich eines Nachts aus dem Camp in den Dschungel schleicht und den Eingeborenen Eio kennenlernt, gehen Pias Probleme erst so richtig los. Denn sie fühlt sich sehr zu ihm hingezogen. Und auch der Dschungel, den sie sonst nur durch einen Zaun sehen konnte, fasziniert sie. Speziell die Begeisterung für den Dschungel kam gut bei mir an. Die Gefühle für Eio nicht ganz so sehr, weshalb dieser Liebesgeschichte oft das gewisse Kribbeln fehlt. Dennoch habe ich natürlich mitgefiebert, ob Pia und Eiso zu einander finden. Da gibt es einige Zwischenfälle, bei denen es um nichts Geringeres als ihrer beider Leben geht und bei denen man sich schon mal dabei erwischt, wie man an den Nägeln knabbert. Und am Ende wird es dann nochmal richtig dramatisch. Dass die Situation schließlich dermaßen eskalieren würde, hätte ich vorher nie vermutet. Aber alles andere wäre wohl unglaubwürdig gewesen, wenn man berücksichtigt, was für alle Charaktere auf dem Spiel steht. Nicht nur Pia und Eio.  Die Geschichte wirkt schön eigenständig. Das ist schon etwas Besonderes in der Zeit der Serien. Ich hoffe, es bleibt dabei.

Ich habe auch das Buch gelesen und mir dabei ein Bild von Pia und ihrem Charakter gemacht. Dabei kam sie mir zumindest am Anfang ganz schön eingebildet und arrogant vor. Umso überraschter war ich darüber, dass Jana Schulz ihr einen völlig anderen Klang verleiht. Hier wirkte Pia mir eher traurig und unzufrieden mit ihrem Leben. Auch ein interessanter Ansatz, nach dem das übrige Geschehen sehr schlüssig wirkt.

Felix Weigt steuert die Musik zum Hörbuch dabei. Sie vermittelt Dschungelatmosphäre, fängt aber genauso gut die Stimmung der jeweiligen Szenen ein. Ich höre immer gerne Musik in einem Hörbuch. Das muss auch gar nicht viel sein. Aber ich finde, es lockert das dauerhafte Zuhören auf.

Das Covermotiv habe ich noch nie so ganz verstanden. Der Dschungel spielt natürlich eine Rolle, aber wieso wird Pia als Lichtgestalt dargestellt? Da hätte  mir eher ein Bild eines außergewöhnlich hübschen Mädchens besser gefallen. So wirkt das fast wie ein Loch im sonstigen Motiv.

Fazit:  Mir hat “Die Einzige” gefallen. Eine spannende Geschichte, hinter der eine interessante und reizvolle Idee steckt. Was wäre wenn…? Die Lovestory fällt dagegen etwas blass aus, da fehlt oft das Kribbeln. Aber wer wie ich nicht gerade aus Kitsch steht, der wird das eher als Pluspunkt werten.

Das Büro des Todes – Der letzte Arbeitstag

Titel: Das Büro des Todes – Der letzte Arbeitstag / Verlag: Mindcrusher Studios / Spielzeit: ca. 120 min / Sprecher: Lars Havemann, Timo Landsiedel, André Krieg, Stephan Winkowski ua

Inhalt: Der Tod ist erzürnt: der Generalstempel ist aus seinem Büro abhanden gekommen und er hegt einen Verdacht gegen Vollzeitabenteurer John Hansen, der das mit Recht als bedrohlich empfindet. Allerdings haben er und Teilzeitschreibkraft Jane ihrerseits ebenfalls einen Verdächtigen, nämlich Erzrivale Müller! Der Tod setzt bekanntlich keine sonderlich langen Fristen und so bleibt John und Jane gerade mal Zeit bis Sonnenaufgang um Müller zu überführen und den Stempel zu beschaffen.


2012 ist offenbar das Jahr der “bisher nicht (von ge)hört” Hörspielen. Jedenfalls gehört auch das “Büro des Todes” dazu. Warum, weiß ich eigentlich nicht. Vermutlich, weil ich immer noch nicht ganz gerafft habe, was ein Podcast ist. Denn in dieser Form erschien die Serie, die mit dieser Folge ihren Abschluss findet. Ich habe mich allerdings trotzdem schnell eingefunden und etwa 120 Minuten 50:50 witziges Hörspiel gehört. 50:50 deshalb, weil “Das Büro des Todes” meinen Humor leider nicht immer getroffen hat. Ich habe wirklich oft lachen müssen, aber es gab halt auch Gags, die mir schlicht zu platt waren. Dafür habe ich mich gewundert, wie leicht ich mich mit dem absurden Drumherum abgefunden habe: das Büro des Todes im Dschungel, zahlreiche Müllers im Betrieb, Piranha-Teiche im Vorzimmer, Schamanen…also ich persönlich hätte mir des Todes Büro doch etwas anders vorgestellt. Und dann die verrückte Indiana Jones-mäßige Jagd auf den Stempel, gefäalschte Memos usw. Aber ich konnte damit leben, dafür ist die Story zu vergnüglich um sich am Setting zu stören. Ich hätte nur gerne mehr vom Tod gehört, kleiner Tod-Fan, der ich ja bin 😉

Ich nehme an, es ist als Gag gemeint. Allerdings ist es einer von denen, die mich nicht erreicht haben: dass Jane von einem Mann gesprochen wird, nämlich von Lars Havemann. Allerdings kenne ich wie gesagt die Episoden zuvor allesamt nicht. Eventuell gibt’s da ja eine gute Begründung. Tatsache bleibt dabei aber, dass mir bei diesem Hörspiel keiner der Sprecher negativ aufgefallen sind. Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es bisher 99 Podcast-Folgen. Das ist reichlich, aber die Sprecher sind auch in der Abschluss-Folge alle mit Elan und hörbarem Vergnügen dabei und bringen ihre Charaktere überzeugend zu Gehör. Das muss man bei solch haarsträubender Story auch erstmal schaffen. André Krieg als Tod hätte mir aber gerne noch etwas grollender klingen dürfen.

Die Untermalung greift die unterhaltsame Story gut auf. Es sind sowohl rasante als auch leisere Stücke zu hören, hier und da sogar das, was man gemeinhin als “Dschungelmusik” bezeichnen würde. Das passt gut zur Geschichte und unterstreicht ihren auf verrückte Art abenteuerlichen Charakter.

Ja, in einem Dschungelabenteuer gehört es dazu, dass die Helden sich an Lianen von Palme zu Palme schwingen und dass mindestens eine Person im Kessel der Kannibalen landet. Ein reißender Fluss oder Wasserfall macht sich da auch immer gut. Und genau deshalb hat dies alles wohl auch auf dem Cover seinen Platz gefunden. Jedenfalls lässt alleine dieses Motiv schon erahnen, dass es hier auf das Vergnüglichste hoch her geht.

Fazit:  Ob ich mich daran mache, die Reihe nachträglich aufzuarbeiten? Folge 100 hat mir nämlich insgesamt ganz gut gefallen, auch wenn sie mein Komikzentrum nicht immer getroffen hat. Wer Spass an absurden Geschichten hat, der sollte mal im “Büro des Todes” vorbeischauen.

Tiger Taps (02) – Der traurige Elefant / Tiger Taps muss zum Zahnarzt

Titel: Tiger Taps (02) – Der traurige Elefant / Tiger Taps muss zum Zahnarzt / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 48 min / Sprecher: Tilo Schmitz, Cathlen Gawlich, Anja Stadlober, Michael Pan ua

Inhalt: Auf der zweiten Hörspiel-CD aus der zauberhaften Tropenwelt der Insel Kilagó machen sich TIGER TAPS und seine Freunde TIGER LANA, GIRAFFE ELLI, PAPAGEI CARUSO und SCHWEIN SCHNÜFFEL auf die Suche nach einer verschollenen Elefantenherde und erleben in der Praxis des Nashorn-Doktors eine muntere Zahnbehandlungs-Party.


Und schon gehen die Abenteuer des jungen Taps und seiner Freunde in die zweite Runde. In der ersten Geschichte gilt es, dem Elefanten Magnus zu helfen, der sehr traurig ist weil er seine Herde verloren hat. Hier wird deutlich, dass Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt in dieser Serie eine wichtige Rolle spielen. In der zweiten Geschichte kommt das Thema Zahnarzt auf den Tisch. Was ich ja grundsätzlich gut finde, denn Taps’ Besuch dort wir vergnüglich dargestellt, so dass es den jungen Hörern eventuelle Angst vor dem Zahnarzt nehmen könnte. Bedenklich fand ich dagegen, dass so viel von der Wirksamkeit von natürlichen “Medikamenten” (Pflanzen, Baumrinde etc) die Rede ist. Bei Zahnschmerzen hilft nun mal nur ein Besuch beim Zahnarzt!

Neben den Hauptsprechern David Turba, Cathlen Gawlich, Anja Stadlober und Michael Pan  mischen hier noch Tilo Schmitz als Elefant Magnus und Detlef Bierstedt als Zahnarzt Dr. Rocky mit. Tilo Schmitz klingt dabei recht behäbig und liebenswert. Detlef Bierstedt versteht es, seine Stimme ebenfalls sehr sympathisch und vor allem beruhigend und witzig klingen zu lassen. So entsteht ein positives Bild vom Dschungel-Doc.

Die Untermalung versteht es ein weiteres Mal Dschungel- und ein wenig Abenteuer-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Eine ganze Reihe schöner und gut eingesetzter Geräusche rundet den guten Eindruck hier ab. Mir gefällt es ja, dass trotz Comic-Look der Figuren kein überdrehter Soundtrack zu hören ist. Das war eine meiner größten Sorgen gewesen.

Die Covergestaltung fällt nicht gerade einfallsreich aus. Das gleiche Motiv wie bei Folge 1, lediglich in Blau, statt in Grün. Und der Tigerschwanz umrahmt andere Bilder. Das war es aber auch schon an Unterschieden. Schauen wir mal, in welcher Farbe Folge 3 erstrahlt.

Fazit: Zwei weitere nette Geschichten um Taps und seine Freunde. Die Stärken dieser Hörspiele liegen unverkennbar in den Bereichen der Sprecher und Musik. Da fällt es nicht so sehr auf, dass die Storys eher dünn sind.

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