Eberhofer

Sauerkrautkoma (Rita Falk)

sauerkrautkomaWeil sich der Eberhofer in Niederkaltenkirchen bei der Verbrechensbekämpfung so verdient gemacht hat, wird er in die bayerische Metropole des Verbrechens versetzt. Gut nur, dass die Oma ihn mit Care-Paketen versorgt. Doch kaum hat der Franz den Sessel im Präsidium angewärmt, da geht’s auch schon los mit der großstädtischen Kriminalität. Als nämlich der Papa zum ersten Mal im Admiral daherkommt, wird ihm sogleich der Wagen geklaut. Der taucht zwar bald wieder auf, doch damit fängt der Stress erst richtig an: Im Kofferraum befindet sich die Leiche einer jungen serbischen Frau. Offenbar erwürgt. Die Spuren führen den Franz in eine ihm völlig fremde Welt: nach Grünwald.

So sehr ich auf “Sauerkrautkoma” hingefiebert habe, ich hatte auch meine Bedenken. Denn der Franz gehört für mich nirgendwo anders hin als nach Niederkaltenkirchen. Wo die Oma ist, sein Vater, die Susi, seine Kneipenkumpels und Hund Ludwig. Die Versetzung nach München hatte für mich den unangenehmen Beigeschmack davon, dass Niederkaltenkrichen die Kriminellen ausgegangen sind.
Immerhin ist Franz auch nicht begeistert von seiner Versetzung, was für die ersten Schmunzler sorgte. So richtig lachen musste ich dann über seine WG-Versuche, und das hat mich direkt etwas getröstet. Denn wenn Eberhofer auch in München so witzig sein kann, dann könnte ich mich vielleicht doch damit anfreunden.
Aber ich war doch ganz schön froh als sich herausstellte, dass Niederkaltenkirchen seine familiären Finger bis nach München ausstreckte. Umso schöner, dass damit gleich ein Leichendfund verbunden ist. Ausgerechnet im Kofferraum vom alten Admiral vom Papa liegt die Leiche einer jungen Frau. Damit ist eine deutliche Verbindung nach Niederkaltenkirchen gegeben. Und da sich Eberhofer in München eh nicht so recht wohlfühlt, ist er auch immer mal wieder im Dorf anzutreffen. Das fand ich schön ausgewogen und damit war ich mit München endgültig versöhnt.
Die Nachforschungen um die Leiche führen Eberhofer  in eine recht vornehme Gegend nahe München, der jegliche Gemütlichkeit fehlt. Entsprechend exotisch nimmt sich der Franz dort auch aus. Wo doch Niederkaltenkirchen solch ein uriges Dorf ist. Der Unterschied ist krass, und das spürt man. Er hat auch den größten Reiz an seinen Ermittlungen ausgemacht. Denn weil sie sich auf einige wenige verdächtige Personen beschränken, kann man ziemlich bald 2 und 2 zusammenrechnen und hat prompt erst denjenigen, der für eine Besonderheit an der Leiche verantwortlich ist, und wenig später dann auch den Täter. Beides ist am Schluss also keine allzu große Überraschung.
Neben dem Fall kämpft der Franz aber noch an einer ganz anderen, privaten Front. Ich fand es spannender, dem zu folgen als den Ermittlungen. Wobei ich es mir eigentlich nicht vorstellen konnte, andererseits aber doch so sehr darauf gehofft hatte. Näheres dazu möchte ich hier gar nicht verraten. Nur dass ich am Ende tierisch sauer auf Eberhofer war! Dabei mag ich ihn ja total, aber sich einen solchen Aussetzer zu leisten…liebe Oma Eberhofer, dafür darfst du ihm gerne von mir eine Ohrfeige geben!
Trotzdem hat mir das Buch wieder unheimlichen Spass gemacht und ich habe sehr dabei gelacht. Ich mag einfach diesen bissigen Humor, Eberhofers recht radikale Art, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt, und die Situationskomik vieler Szenen. Eberhofer, seine Familie und Freunde…das ist einfach ein Haufen liebenswerter Chaoten. Und all das trifft genau meinen Sinn für Humor.

Wie bei jedem Eberhofer-Krimi war ich auch mit “Sauerkrautkoma” an einem Abend durch. Eberhofers locker- flapsige Erzählweise liest sich einfach super leicht und höchstvergnüglich. Und wenn ich Spass bei Lesen habe, dann fliegen die Seiten nur so dahin. Außerdem haben die Kapitel eine appetitliche Länge. Mit jedem kommt man ein gutes Stück voran.

Optisch reiht sich das Buch problemlos in die Reihe im Regal ein. Essen spielt ja immer eine wichtige Rolle in den Krimis. Und auf den letzten Seiten findet man immer ein paar Rezepte aus dem Fundus der Oma. Da pssen Sauerkraut, Würstl und die Maß gut. Das Fenster habe ich erst auf den zweiten Blick entdeckt. Eine schöne Idee mit dem Blick auf München.

Fazit:  Ich bin froh, dass es Eberhofer nicht total nach München verschlägt, sondern Niederkaltenkirchen weiterhin der zentrale Ort der Krimis bleibt. Der Fall hier schickt den Franz in eine feine Gegend, wo er geradezu exotisch wirkt, so burschikos wie er ist. Das ist reizvoll. Dafür fand ich den Fall sonst nicht allzu spannend. Weil es nur eine Handvoll Verdächtige gibt, ist es nicht schwer, auf den Täter und weitere Beteiligte zu kommen. Da habe ich Eberhofers private Turbulenzen als spannender empfunden. Und mich am Ende total über ihn geärgert. Und das will was heißen, so sehr wie ich ihn eigentlich mag!

Danke an den dtv für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi
Autor: Rita Falk
Seiten:  272
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423249874
Preis:  € 14,90 (broschiert)

Sauerkrautkoma (Rita Falk / Christian Tramitz)

Titel: Sauerkrautkoma / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 409 min / Buch: Rita Falk / gelesen von: Christian Tramitz

sauerkrautkomaInhalt: In München steht ein Hofbräuhaus und seit Neuestem auch der Bürostuhl vom Franz Eberhofer. Weil der sich in Sachen Verbrechensbekämpfung so verdient gemacht hat, wird er in die bayerische Metropole versetzt. Doch kaum kommt der Papa mitsamt Oma zu Besuch, gibt s auch schon Stress: Das Auto vom Papa wird geklaut und taucht wenig später wieder auf samt Leiche im Kofferraum. Und auch in Niederkaltenkirchen ist der Deibel los. Leopold, die alte Schleimsau, zieht wieder bei den Eberhofers ein. Und dann gräbt so ein schmieriger Typ auch noch die Susi an.


Ich hatte ja schon so meine Bedenken. Der Franz in München? Für mich gehört er nirgends sonst hin als nach Niederkaltenkirchen. Da hat es mich natürlich gefreut, dass die Verbindung dorthin keineswegs abreißt. Die Geschichte teilt sich diese beiden Schauplätze sehr fair. Eberhofers Fall spielt sich hauptsächlich in München, bzw einem sehr vornehmen Teil davon ab. Dort wirkt der eher burschikose Eberhofer arg exotisch, aber wie sie herausstellt, funktionieren seine Ermittlungsmethoden auch dort ganz prima! Als Hörer hat man zwar irgendwann eine ziemlich eindeutige Idee, was dort vor sich geht, aber es macht trotzdem Spass, Eberhofer bei seinen Ermittlunge zu begleiten. Und abschließend kommt man unweigerlich zu der Erkenntnis: egal, wie vornehm die Leute sind, Abgründe tun sich überall auf.
In Niederkaltenkirchen hat Eberhofer auch ganz schön Action um sich. Erstens ist sein ungeliebter Bruder wieder eingezogen und zweitens gräbt so ein Fatzke die Susi an. Beides geht natürlich gar nicht. Und Eberhofer nimmt beides auf seine ganz eigene Art in Angriff. Über seinen Dauerclinch mit seinem Bruder kann ich immer wieder schmunzeln. Der Kampf um Susi schlägt dagegen bald eine Richtung ein, die ich spannender fand als den Krimi an sich. Und auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass Eberhofer die Sache am Ende in den Sand setzen würde, habe ich mich dann doch total darüber geärgert. Okay, es wäre eigentlich undenkbar gewesen, aber…hört selber

Christian Tramitz hat mir hier einmal mehr super als Sprecher gefallen. Er hat den passenden Dialekt und trifft genau den richtigen Ton für Eberhofer. Für die übrigen Figuren hält er ebenfalls passende Stimmen parat, sodass man immer weiß, woran man ist. Und auch das Augenzwinkern und der Humor der Geschichte klingt immer unverkennbar durch.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Durch das Fenster hat man einen Ausblick auf die Dächer von München, wo ja ein Teil der Handlung spielt. Mit dem karierten Tischtuch, dem Teller und der Maß Bier ist man dagegen ganz und gar in der Küche der Oma in München. So sind beide Schauplätze prima kombiniert. Mich würde interessieren, ob einer der Hunde hinter CD 4 vielleicht der Ludwig ist?

Fazit:  Eberhofer funktioniert einwandfrei auch in München, wo sich dieser neue Fall abspielt. Auch wenn er nicht allzu lange wirklich spannend ist, ist er doch dadurch interessant, dass der Franz in vornehmen Gegenden ganz schön exotisch wirkt. Doch auch in Niederkaltenkirchen ereignet sich Dramatisches, sodass der Bezug dorthin weiterhin gegeben ist. Und spaßig geht es von Anfang bis zum Ende zu. Es gibt also nichts, was der Fan hier vermissen könnte.

 

Dampfnudelblues – Der Film – Eine Nachlese

Obwohl ich es schon abgeschrieben hatte, bin ich gestern nun doch in den Genuss gekommen, “Dampfnudelblues” im Kino anzuschauen.

Im Arthaus Filmtheater “Atelier am Bollwerk” in Stuttgart.

 

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Hier ein paar Eindrücke vom Film im Vergleich zu den Büchern.

 

Charaktere…

…haben mir insgesamt sehr gut gefallen.
Schön nahe an der Vorstellung, die ich mir beim Lesen von ihnen gemacht hatte. Lediglich ein paar Kleingkeiten stimmten mit meiner Vorstellung nicht überein. So hatte ich mir Eberhofer immer dunkelhaarig vorgestellt. Und dass Richter Moratschek in Polizeiuniform herumläuft, hätte ich auch nicht gedacht. Irgendwie hatte ich mir ihn dienstlich immer in einer Robe vorgestellt und privat zumindest sehr schick. Von Eberhofers Vater hatte ich bislang gar kein eindeutiges Bild im Kopf. Da werde ich das vom Film übernehmen, das passt prima! Die Oma ist ebenfalls gut getroffen, genauso wie Eberhofers Bruder und seine Frau Panida. Im Ganzen finde ich es gut, dass man bei den Schauspielern kein “Hollywood” betrieben hat. Soll heißen: keine aalglatten, wunders wie geleckten Darsteller, denen man das Geschehen, ihr Verhalten und das Leben in solch einem Dorf nicht abnimmt.
Auch vom Wesen und ihren speziellen Eingenarten sind die Schauspieler sehr nahe an den Figuren aus dem Buch. Vor allem Eberhofer fand ich ausgesprochen cool! Mit einem Hang zu rabiaten Problemlösungen, clever und mit ruhiger, aber wirkungsvoller Bissigkeit, wenn ihm jemand blöd kommt.
Gefehlt hat mir der Ludwig, denn den gibt’s im Film irgendwie gar nicht. Dabei gehört er für mich absolut zum Franz!

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Szenerie

…ist ebenfalls sehr gut getroffen. Es ist unübersehbar, dass Niederkaltenkirchen am Ar*** der Welt liegt. Es ist sehr idyllisch und ländlich. So habe ich es mir auch immer vorgestellt. Nicht im Detail, aber im Großen und Ganzen. Details habe ich jetzt durch den Film dazubekommen. Wie den Marktplatz, das Stadion und eben die Polizeistation. Die übernehme ich gerne.
Was Eberhofers Zuhause angeht, passt meine Vorstellung nur halb zum Film. Der große Bauernhof stimmt. Drinnen und draußen sieht es etwas verwegen und wild aus, aber das hatte ich mir auch so vorgestellt. Allerdings war Eberhofers “Saustall” in meiner Vorstellung deutlich kleiner. Andererseits, dass ein ehemaliger Schweinestall nicht nur 4 x 4 Meter misst, das hätte mir auch klar sein können.

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Der Kriminalfall

Ich schaue in meinen Rezensionen zu den Büchern immer darauf, wieviel Krimi auf wieviel spaßiges, privates Drumherum aus Eberhofers Leben kommt. Da steht der Krimi für mich oft mal dahinter zurück. Wie ich finde, haben sie beim Film ein sehr gutes Maß getroffen. Es gibt zwar immer Szenen, in denen es nicht um den Fall geht, sondern um Eberhofers Privatleben, seine Freunde, Susi, den Vater, die Oma und seinen Bruder samt Anhang, aber der Fokus kehrt anschließend immer auf dem Krimi zurück.
Bei den Büchern finde ich oft auch, dass Eberhofer nicht so richtig ermittelt, beim Film jetzt schon! Dadurch kommt Spannung auf. Eben wie es sich für einen Krimi gehört. Bei dem es halt auch oft etwas zum Lachen gibt.
Das gefällt mir auch deshalb, falls es wirklich Leute gibt, die die Bücher nicht kennen und vom Film eben einen “richtigen” Krimi erwarten. Die werden sich zwar mit einigen spezielle Eigenheiten abfinden müssen, aber sie haben keinen Grund um sich in ihrer Krimierwartung betrogen zu fühlen.

Fazit

Ich bin mit der Umsetzung sehr zufrieden! Der Film hebt den Krimi deutlicher hervor als das Buch. Trotzdem ist der typische Humor erhalten geblieben. Ich habe oft genauso lachen müssen wie beim Lesen der Bücher. Erfreulicherweise gab es wohl beim Dreh auch keinen Saubermann, der plötzlich die berühmte political correctness rauskehren wollte. Die Schauspieler sind prima ausgewählt und überzeugen in ihren Rollen. Ich hätte nichts dagegen, wenn auch die übrigen Bände so verfilmt würden. Vor allem sollten sie dann deutschlandweit in die Kinos kommen, denn so lokal wie “Dampfnudelblues” läuft, gucken Fans aus anderen Regionen bitter in die Röhre!

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Griessnockerlaffäre (Rita Falk)

»Die Beerdigung von der Oma ist an einem Donnerstag. Es ist nieselig und grau und wir stehen bis zu den Knöcheln im Friedhofs-Batz. Trotzdem ist beinah die ganze Gemeinde gekommen. Sie war halt auch äußerst beliebt, die Oma, das muss man schon sagen …«

Keine Angst. Es ist nicht die Eberhofer Oma! Aber in Niederkaltenkirchen ist auch so einiges los. Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter – und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz’ Hirschfänger. Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!

Kaum war Band 4 dieser Reihe erschienen, steckte auch schon meine Nase zwischen den Seiten. Als Eberhofer-Fan einfach Pflicht!
Die “Griessnockerlaffäre” hat es aber ganz speziell in sich! Denn niemand anderes als Kommissar Franz Eberhofer, der Sherrif von Niederkaltenkirchen persönlich, steht im Mittelpunkt dieses Falles. Er soll seinen verhassten Vorgesetzten aus Landshut ermordet haben, und leider fehlt ihm wegen übermäßigem Alkoholgenuss am Tatabend jegliche Erinnerung.
Dennoch ist er überzeugt, es nicht gewesen zu sein und macht sich daran, dies auch zu beweisen.
Vielleicht liegt es genau daran, dass Eberhofer selber im Verdacht steht, dass dieser vierte Band bei mir viel eher den Eindruck eines Krimis hinterlassen hat als seine Vorgänger. Ich finde, hier ist man viel häufiger bei Ermittlungen dabei, die man auch tatsächlich als solche bezeichnen kann. Das macht die Geschichte spannend, denn natürlich war auch ich überzeugt, Eberhofer müsse unschuldig sein und wollte unbedingt wissen, ob und wie er das beweisen würde. Und wenn er es nicht war, wer war es dann? Wie findet Eberhofer das heraus? Ja, ich habe mir bei diesem Band häufiger solche Fragen gestellt als bei den Vorgängern. Da hat mich dann und wann mehr der nächste chaotische Einkauf mit der Oma oder der nächste desaströse Musikabend vom Papa interessiert 😉
Ich muss ja fairerweise zugeben, dass die Ermittlungen in Band 1 bis 3 oft nicht so deutlich im Vordergrund standen. Das habe ich zwar nie als Kritikpunkt empfunden, aber ich weiß, es gibt Leser, die das anders sehen. Die werden bei Band 4 nun sicher staunen, denn Eberhofer kann auch richtig ernsthaft ermitteln. Wenn auch manche Methoden und die eine oder andere Eskapade dabei sicher alles andere als nach Dienstvorschrift ist.
Doch das gehört halt einfach zu dieser Figur und zumindest mir ist sie gerade deshalb so sehr ans Herz gewachsen. Und natürlich bringt genau sowas auch die nötige Komik in die Geschichte. Zum Lachen gibt es auch in der “Griessnockerlaffäre” wieder einiges. Franz bleibt eben Franz und seine Kollegen und Spezis aus dem Dorf sind nun mal schräge Unikate.
Und auch die liebe Familie treibt ihn wieder manches Mal schier in den Wahnsinn, was ebenfalls für Lacher gut ist.
Man muss aber ganz ausdrücklich sagen, dass familiär dieses Mal auch ernstere Töne angeschlagen werden. Natürlich verpackt in Franz schnodderige Erzählweise, aber es klingt schon deutlich durch. Nur bleiben Eberhofers eben auch dabei typisch Eberhofer! Mir hat dabei sehr gefallen, dass so deutlich wird, wie sehr diese Familie eigentlich aneinander hängt. Trotz aller Querelen, die immer wieder auftauchen. Aber man spürt halt auch den Zusammenhalt und die Zuneigung, die im Hause Eberhofer herrscht.

An Franz’ charakteristischer Erzählweise hat sich nichts geändert! Entsprechend locker und flott liest sich die “Griessnockerlaffäre”. Wer relativ neu dabei ist, stolpert womöglich noch über vereinzelte Dialektworte, aber für den geübten Eberhofer-Leser dürften die kein Problem mehr darstellen. Für mich macht auch gerade diese Erzählweise das Besondere an diesen Krimis aus. Keine andere würde den Geschichten so gut stehen!

Das Cover reiht sich wunderbar in die Reihe ein. Auf den ersten Blick wirkt es wieder schön urig bayerisch mit dem Oktoberfestherzen und der Milchkanne, doch die überaus scharfe Heckenschere lässt spätestens auf den zweiten Blick durchblicken, dass man tatsächlich einen Krimi in Händen hält.

Fazit:  Ein absolut würdiger vierter Band, der dieses Mal viel eher den Krimi erkennen lässt. Dennoch ist natürlich auch wieder für typischen Spass á la Eberhofer gesorgt. Für Fans der Reihe eine klare Empfehlung! Ich freue mich schon jetzt auf Franz’ nächsten Fall! Astrein!

Danke an den dtv für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Griessnockerlaffäre – Ein Provinzkrimi
Autor: Rita Falk
Seiten:  240
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423249423
Preis:  € 14,90 (broschiert)

Rezension – Knödelblues – Oma Eberhofers bayerisches Provinzkochbuch (Rita Falk)

Der Polizistenalltag ist hart, selbst im niedersten Niederbayern. Und wenn dem Franz das auf den Magen schlägt, dann geht er zur Oma. Denn da gibt s was Gscheits zum Essen: Schweinsbraten mit Knödel oder Kalbshaxn oder Krautwickerl oder Dampfnudeln, richtig urig bayrisch und omamäßig eben. Und jetzt hat sie sie endlich aufgeschrieben, ihre Rezepte. Und ist mit fast neunzig tatsächlich noch Kochbuchautorin geworden, die Oma.

Als großer Fan von Rita Falks Krimis um Kommissar Eberhfer war dieses Kochbuch für mich Pflicht. Die Oma zählt zu meinen Lieblingscharakteren und ihre Kochkünste sind in Niederkaltenkrichen legendär.

Das Kochbuch gliedert sich in die Rubriken

  • Mit Speck fängt man Mäuse – …bayerische Schmankerl
  • Alles aus dem Garten – …natürlich nicht dem Papa sein Tabak!
  • Was der Franz besonders mag – …nicht nur die Susi
  • Festtagsschlemmereien – …geht für Franz zur Not auch ohne Leopold
  • Aufgewärmt schmeckt’s noch viel besser! – …und Resteessen
  • Naschkatzenfutter – …und das Hammerfrühstück
  • Ein paar Grundrezepte – …so wie sie meine Oma schon gekocht hat

Ich habe inzwischen aus allen Rubriken mindestens ein Rezept ausprobiert und bin dabei kein einziges Mal enttäuscht worden. Die Gerichte schmeckten durchweg sehr gut und die Rezepte ließen sich leicht nachkochen, da alle Vorgänge einfach und klar beschrieben sind.
Bei jedem Rezept sind natürlich die Zutaten aufgelistet und schrittweise die Zubereitung erklärt. Mitunter mit typisch bayerischen Begriffen, die für alle nicht bayerischen Köche aber übersetzt werden. Das sorgt für uriges Flair beim Lesen und macht einfach auch Spass.

Eines muss man zu fast allen Rezepten aber ganz klar sagen: Oma Eberhofers Küche ist ausgesprochen deftig und gehaltvoll. Köche, die stets auf die schlanke Linie achten, werden oft die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich brate zB nie in Butter, in der bayerischen Provinz ist das aber scheinbar so. Das Wort “Olivenöl” fällt nicht ein einziges Mal 😉
Fans bayerischer Hausmannskost dagegen kommen mit den Niederkaltenkirchener Rezepten sicher voll auf ihre Kosten.

Obwohl es ein Kochbuch und kein Krimi ist, verbreitet es trotzdem den typischen Eberhofer-Niederkaltenkirchen-Charme, den die Fans der Krimireihe so sehr schätzen. Das liegt daran, dass man im Kochbuch nicht nur Fotos der Gerichte findet, sondern auch Aufnahmen “aus Niederkaltenkirchen”. Beispielsweise bekommt man einen Blick in die Metzgerei vom Simmerl gewährt, in Omas Garten, auf den uniformierten Franz (allerdings nur teilweise oder von hinten) oder auf verschiedene Requisiten aus der Gegend. Das ist wirklich gut gemacht, denn die Fotos zeigen zwar Elemente der Krimis, verraten aber nie zu viel und geben auch nie zu viel von den Charakteren preis. So kann man seine Vorstellung der Eberhofers behalten. Es wird einem keine Vorstellung aufgedrängt.
Die Gerichte selbst sind selbstverständlich auch nicht mit Silberbesteck und weißen Servietten in Szene gesetzt, sondern urig und folkloristisch mit beispielsweise  karierten Tischtüchern und auf Holztischen.

Ich habe das Kochbuch tatsächlich erst einmal wie ein ganz normales Buch durchgelesen und mir die schönen Bilder angeschaut, die mir das Eberhofer-Universum ein wenig anschaulicher gemacht haben. Erst danach ging es ans Rezeptestudieren. Das Kochbuch liest sich ebenso vergnüglich wie die Krimis. Das Vorwort hat natürlich die Oma übernommen und sie erklärt auch die Rezepte. Am Rand finden sich aber jedes Mal witzige Aussprüche der übrigen Familienmitglieder wie den Franz, den Leopold oder von Freunden wie dem Simmerl und der Susi. Der Spass kommt hier also ganz sicher nicht zu kurz.

Auch vom Cover her erinnert das Kochbuch sehr an die Krimis, speziell an Band 1 den “Winterkartoffelknödel”. Ich mag diesen Look, der so gut zu den Geschichten passt. Das Kochbuch hat einen Schutzumschlag, aber auch das Buch an sich ist mit dem gleichen Motiv bedruckt. Auch wenn der Umschlag vielleicht mal in der Küche sehr gelitten hat, hat man ohne ihn so trotzdem noch ein schönes Kochbuch im Regal. Eine gute Idee!

Fazit:   Ich habe noch kein solch vergnügliches Kochbuch gelesen. Den Fans vom Eberhofer empfehle ich es wärmstens! Aber auch (Freizeit)köchen, die gerne mal etwas Deftiges auf den Tisch bringen. Alle ausprobierten Rezepte waren leicht nachzukochen und die Gerichte schmeckten prima.

 Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogammes!


Titel: Knödel-Blues – Oma Eberhofers bayerisches Provinz-Kochbuch
Autor: Rita Falk
Seiten: 192
Verlag: Christian Verlag
ISBN: 978-3862441273
Preis: 24,95 (HC)

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