eBook

Ich diss’ dich! (Arno Strobel)

dissdichLisa ist zutiefst erschüttert, als ihre beste Freundin Vanessa Selbstmord begeht. Sie ist sich sicher, dass die Fotos auf Facebook der Auslöser waren! Doch wer hat sie hochgeladen, etwa Vanessas Exfreund Phillip? Lisa versucht die Hintergründe für den Tod ihrer Freundin aufzudecken und tritt dabei eine Lawine los, die sie selbst zu überrollen droht.

Wenn auf einem Buch der Name “Arno Strobel” steht, dann wird es gelesen. So habe ich es immer gehalten und so wird es auch bleiben. Das gilt natürlich auch für eBooks und eShorts.
“Ich diss’ dich!” konnte mich leider nicht ganz von sich überzeugen. Die Thematik ist sicher aktuell, vor allem bei Jugendlichen. Aber auch älteren Lesern hält sie Geschichte einen Spiegel vor was das virtuelle Leben anbetrifft. Vor allem, welche Gefahren es bergen kann. Ich bin an sich kein Fan von Geschichten, die ein solches Thema ins Zentrum stellen, weil dabei schnell mit dem moralischen Zeigefinger gewunken wird, doch hier ist das zum Glück nicht der Fall. Soweit war ich mit “Ich diss’ dich!” also ganz zufrieden.
Ich konnte auch gut nachvollziehen, dass Lisa die Wahrheit über Vanessas Tod herausfinden möchte. Und ich fand es ganz spannend zu verfolgen, was sie herausfindet. Dabei habe ich gerne mitgerätselt.
Leider konnte die Auflösung mich dann nicht überraschen. In diese Richtung hatte ich schon eine ganze Weile gedacht. Deshalb war ich am Ende zwar zufrieden, dass ich recht hatte, aber mir hätte ein überraschendes Ende doch besser gefallen.
“Ich diss’ dich!” ist so eine Art Appetithäppchen für Arno Strobels neuen Jugendthriller, der wohl im März 2016 erscheinen soll. Er trägt den Titel “Die Wahrheit trügt” und greift die Geschichte von “Ich diss’ dich!” wieder auf, allerdings vier Jahre nach dem Geschehen darin.
Ich werde “Die Wahrheit trügt” sicher lesen, zumal mir “Ich diss’ dich!” viel zu schnell abgehandelt war und entsprechend kaum echte  Spannung aufkam.

Fazit:  “Ich diss’ dich!” befasst sich mit einer aktuellen Thematik, mit der sich vor allem Jugendliche einmal gründlich auseinandersetzen sollten. Doch auch älteren Lesern gibt es damit Stoff zum Nachdenken über bestimmte Handlungen. Allerdings wurde mir das Geschehen zu fix abgehandelt um richtig Spannung aufkommen zu lassen. Und die Auflösung kam leider überhaupt nicht überraschend. Somit ein duchwachsenes eShort für mich. “Die Warhheit trügt” werde ich mir deshalb aber sicher nicht entgehen lassen!


Titel: Ich diss’ dich
Autor: Arno Strobel
Seiten: 38 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 1,99

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress (Anne Carina Hashagen)

pfeiffer1Eigentlich dachte Anton Pfeiffer, er sei ein ganz normaler Junge. Doch eine Woche vor Weihnachten lernt er während des Schulunterrichts den Jungen Oskar kennen, der behauptet ein Magier zu sein. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Was hat es mit der alten Eiche hinter dem Schulhof auf sich? Welches Geheimnis verbirgt der Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn? Und warum um Himmelswillen beginnt die Zeitrechnung „nach Schnupfer“?

Ich muss gestehen, ich hatte so meine Bedenken was dieses Buch angeht. Es ist nämlich noch gar nicht lange her, dass ich eine Geschichte gelesen habe, die sich sehr großzügig an “Harry Potter” bedient. Nach solch einer Erfahrung darf man wohl skeptisch sein.
Und ja, wenn man will, dann kann man natürlich auch in “Anton Pfeiffer und der Zauberkongress” gewisse Parallelen finden. Beispielsweise was die drei Freunde Anton, Oskar und Emma angeht. Anton, der ein ganz normaler Junge ist und von Magie bislang so gar nichts weiß, Oskar, der etwas freche Jungmagier, und die ausgesprochen clevere Emma. Das erinnert doch an Harry, Ron und Hermine.
Das war es dann aber auch schon, zum Glück. Mir fallen ansonsten keinerlei auffällige Parallelen mehr ein. Womit bewiesen wäre: man kann gute, spannende und witzige Geschichten um die Zaubererwelt und junge Zauberer schreiben, ohne im großen Stil abzukupfern! Das zeigt Anne Carina Hashagen mit ihrem “Anton Pfeiffer” ganz klar, und das finde ich schlichtweg toll!
Anton mit seiner ruhigen Art und seiner Vorliebe für Bücher mochte ich sofort. Der aufgeweckte Oskar gefiel mir ebenfalls und Emma rundete das Bild der munteren Clique passig ab. Mit diesen Freunden habe ich gerne ein Abenteuer erlebt.
In diesem ersten Band erhält man gemeinsam mit Anton quasi eine Einführung in die Welt der Zauberer und der Magie. Dabei gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Gespickt ist diese Einführung mit einer Fülle an phantasievollen und lustigen Ideen. Ich habe oft darüber geschmunzelt, was die Freunde auf dem Kongress und in der Stadt entdecken. Mancher Wuppertaler wird seine Schwebebahn nach dieser Geschichte vielleicht mit anderen Augen sehen. Die wunscherfüllenden Windbeutel fand ich ebenso klasse wie Oskars verkappten Besen und so eine hölzerne Tischuhr mit Plattfüßen und Schluckauf hätte ich wirklich sehr gerne! Und das sind nur ein paar der Elemente, mit denen mich die Story begeistert hat.
Dieses Entdecken der magischen Welt macht den Großteil der Spannung der Geschichte aus. Ich war aber auch neugierig, wie es mit Anton, seiner Mutter und der Schule weitergeht. Und der mit großer Freude erwartete Ehrengast und Ehrenmagier taucht nicht auf dem Kongress auf. Was kann das geschen sein? Doch insgesamt machen diese Fragen den kleineren Teil an Spannung aus. Ich fand das überhaupt nicht schade, zumal der Rest einfach sehr vergnüglich war. Das hat das für mich aufgewogen.
Als erwachsener Leser, der seinen Harry Potter kennt, hat man vielleicht ab einem gewissen Punkt auch so eine Ahnung, was es mit Anton, einigen seiner Familienmitglieder und gewissen Geschenken auf sich hat, aber so richtig sicher war ich mir darüber lange nicht. So gesehen war auch das eine ganz spannende Sache

Antons erstes Abenteuer liest sich prima! Schön locker und leicht und humorvoll. Ich habe es als eBook gelesen und ich habe noch nie über ein eBook gesagt, dass die Seiten nur so dahin flogen, aber hier stimmt es einfach. Auffällig ist, dass das Buch nicht eindeutig kindgerecht geschrieben ist. Natürlich ist Anton erst 12 Jahre alt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass an seiner Geschichte auch ältere und erwachsene Leser ihre Freude haben werden. Es ist schon rein sprachlich kein eindeutiges Kinderbuch. Es kommen auch Gedanken darin vor, die Kinder noch nicht voll erfassen können.

Ein Baum, genauer gesagt eine Eiche, spielt in der Geschiche eine ganz wichtige Rolle. Deshalb ist es nur richtig, dass er es auf das Cover geschafft hat. Ansonsten ist das Motiv recht geheimnisvoll, wie ich finde. Viel kann man über die Geschichte nicht herauslesen.

Fazit: Mir hat “Anton Pfeiffer und der Zauberkongress” von vorne bis hinten sehr gut gefallen! Eine sehr phantasievolle und amüsante Geschichte, die hier und da aber auch mal ernstere Töne anschlägt, liebenswerte Charaktere und eine für die Fortsetzung vielversprechende Entwicklung. Und nochmal: Antons erstes Abenteuer beweist 100%ig, dass man Geschichten und Zauberer schreiben kann, ohne sich am Potter-Büffet den Teller mit Ideen voll zu schaufeln. Klasse!


Titel: Anton Pfeiffer und der Zauberkongress
Autor: Anne Carina Hashagen
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1479213511
Preis: € 2,99 (eBook)

Harndrang (Simon Heiser)

harndrangJeder muss einmal pinkeln.
Was dem jungen Dennis auf einer Fahrradtour mit seiner Familie zustößt, dürfte jedoch als nervenzerreißende Ausnahme eines ganz alltäglichen Bedürfnisses gelten. Nach diesem Toilettengang wird Dennis nicht mehr derselbe sein.

Bei diesem eBook konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass hinter diesem Titel etwas Grausiges stecken könnte.
Allerdings wurde ich schnell eines Besseren belehrt.
Die Geschichte teilt sich quasi in zwei Teile auf. Im ersten Teil geht es um Dennis’ schockierendes Erlebnis auf der Toilette eines sonderbaren Gasthofs. Dieser Teil hat mir gefallen, auch wenn man als Leser relativ schnell ahnt, was da vor sich geht. Dennoch habe ich das Geschehen als erschreckend emfpunden und die Szenerie deutlich vor mir gesehen. Simon Heiser gewährt einem zudem Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt des Elfjährigen, und für ein Kind in diesem Alter ist das alles natürlich gleich noch schockierender. Das kommt gut rüber.
Im zweiten Teil der Geschichte sinnt Dennis Vater auf Rache, und diese Hälfte hat mir schon weniger gefallen. Sie war mir zu actionreich und es floss mir zu viel Blut. Was an sich kein Problem ist, aber Teil 1 war so schön schaurig und atmosphärisch. Davon ist in der zweiten Hälfte leider nichts mehr spüren. Und diesen kampfeslutigen Vater auch noch “Wolf” zu nennen…ja, ich weiß, die Story soll trashig sein, doch das war mir zuviel. Fehlte gerade noch, dass der Vater sich im Schein des Vollmonds verwandelt…

Fazit: Eine Geschichte die sich grob in zwei Teile teilt. Teil 1 ist spannend und gruselig, Teil 2 setzt mehr auf Action und Blutrausch, was die Atmosphäre der ersten Hälfte leider komplett verdrängt. Dennoch ein netter Grusel-Snack für Leser, die Trash mögen.


Titel: Harndrang
Autor: Simon Heiser
Seiten: 43 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 2,68

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Legenden aus der Zwischenwelt (René Junge)

legendenzwischenweltDieses eBook umfasst insgesamt 5 Horror-Kurzgeschichten:

1 – Animal Inside2 – Stan
3 – Dreamdevil
4 – Unberührbar
5 – Die Weltlosen

 
 
 
 
 

“Animal Inside”

Obwohl die Geschichte alleine durch den Titel schon recht vorhersehbar ist, hat sie mir doch gefallen. Das Geschehen ist schon grausig und ich fand es auch spannend, ob Ben entkommt. Und eine Szene sorgte zudem für einen gewissen Ekelfaktor. Außerdem hat mir der Funken böser Humor gefallen mit dem das Geschehen beschrieben wird.
Ein ordentlicher Einstand!

“Stan”

Bei dieser Geschichte bin ich erst gar nicht durchgestiegen. Zwar war mir klar, dass Stan ein Psychopath ist, aber die Sache mit der Frau, auf die er im Supermarkt trifft und die dann so mir nichts, dir nichts mit ihm nach Hause geht. War es Stans Einbildung, in ihr seine Mutter zu sehen? Oder ist sie es wirklich und Mutter und Sohn haben einen gemeinsamen Hang zu kranken Rollenspielen? Es hat etwas gedauert bis ich durchgeblickt habe. Hier fand ich vor allem den Hintergrund hinter der Tat erschreckend. Das Ende ist dann kurz und sehr böse. Auch wenn man zuvor schon geahnt hat, worauf es hinauslaufen wird.

“Dreamdevil”

Diese Geschichte hat ein Thema zur Grundlage, das ich für unheimliche Storys immer wieder toll finde: Träume! Mir tat der kleine Harry leid, wie er unter seinen Albträumen leidet. Und seinen Therapeuten fand ich ausgesprochen sympathisch. Der soll Harrys Albträume nun beenden. Bei dieser Geschichte hat mir gut gefallen, wie man erst in den Traum abtaucht und wie sich dann plötzlich Traum und Wirklichkeit vermischen. “Du willst spielen, Doc? Dann spielen wir!” Den Moment fand ich wirklich gruselig. Dass am Ende ein böses Erwachen stehen würde, hatte ich schon geahnt. Trotzdem macht sowas einfach Spass.

“Unberührbar”

Obwohl ich Mitch im Nullkommanichts absolut nicht ausstehen konnte, hat mir seine Geschichte am besten gefallen. Einfach, weil sie nicht auf Blut, Horror oder Ekel setzt. Stattdessen ereilt Mitch ein verhängnisvolles Schicksal. Bis dahin fand ich auch, dass er das gut verdient hatte. So ein Ar***, sorry! Die Szene in der Wüste war schön unheimlich. Und auch die Idee mit dem goldenen Band hat mir gefallen. Allerdings hatte ich schon geahnt, bei wem  es enden würde. Und dann tat mir sogar Mitch leid.

“Die Weltlosen”

Diese Geschichte ist für mich keine eindeutige Horrorgeschichte. Sie enthält auch einige Fantasyelemente. Für mein Empfinden zog sie sich hier und da etwas. Aber die Idee hat mir gefallen. Norah mochte ich sofort und anfangs hätte ich ihr niemals etwas Böses zugetraut. Bei solch harmlosen und nette Charakteren mag ich es immer besonders, wenn sie sich so böse entwickeln. Das hat Spass gemacht! Das Ende hatte es dann nochmal richtig in sich. Ein prima Abschluss für diese Sammlung an gruseligen Kurzgeschichten.

René Junges Schreibstil liest sich gut und leicht. So musste ich mir die Sammlung gar nicht groß einteilen, sondern habe sie in einem Rutsch gelesen.

Fazit:   Insgesamt hat mir “Legenden aus der Zwischenwelt” gut gefallen. Fünf Horror- bzw Gruselstories, denen tolle und sehr verschiedene Ideen zugrunde liegen. So ist die Sammlung schön abwechslungsreich. Bei einigen Geschichten fand ich die Enden allerdings etwas vorhersehbar. Und ich frage mich wirklich, wieso alle Geschichten in den USA spielen. Immerhin stammen sie aus der Feder eines deutschen Autoren! Geht etwa immer noch der Glaube um, solche Stories würden in Deutschland nicht funktionieren?


Titel: Legenden aus der Zwischenwelt
Autor: René Junge
Seiten: 105 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 2,99

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Verliebt, verlobt, verflucht (Melanie Neupauer)

verliebtverlobtverfluchtEigentlich läuft im Leben der fünfzehnjährigen Natalie alles so, wie es sein sollte: Ihr Haustroll macht die besten Karamellwaffeln der Welt, Bebittas Zauberstift lässt auch die hartnäckigsten Pickel verschwinden und ihr Vater hat als Gebrauchtzauberwarenhändler die raffiniertesten Spickzettel auf Lager. Vor allem aber gibt es da die Halbelbin Gingin, ihre allerbeste Freundin, mit der sich sogar der nervtötende Geschichtsunterricht aushalten lässt. Eigentlich fehlt in Natalies Leben nur eins: die Gewissheit, nicht für immer ungeküsst zu bleiben. Das sieht aber eher hoffnungslos aus. Bis sie im Kamin eine schwarze Rose und den Liebesbrief eines gewissen Artus findet, der behauptet, sie schon seit Jahrhunderten zu kennen.

Die Inhaltsangabe dieses eBooks klang so witzig, dass ich es einfach lesen musste. Auch wenn ich um Fantasy ansonsten meist einen Bogen schlage. Deshalb hat es mir prima gefallen, dass man der Geschichte das Magische gar nicht so deutlich anmerkt. Wäre nicht der Troll gewesen, hätte ich anfsngs glatt geglaubt, Natalie lebe in einer ganz normalen Welt wie unserer. Später kommt dann noch eine Reihe weiterer phantastischer Elemente und Figuren hinzu, die wirklich süß, witzig und einfallsreich erdacht sind. Drumherum führen Natalie und Gingin aber eigentlich ein ganz normales Teenagerleben. Darüber war ich froh, weil ich mir nicht gerne ganze Fantasywelten erarbeite.
Die Story ist nicht unbedingt die Neueste. Ein junges Mädchen, hier Natalie, verliebt sich in einen seltsamen Fremnden, der sich später als zwar sehr düsterer, aber irgenwie doch süßer Typ entpuppt. Leider gehört er zur bösen Seite, den Gegnern von Natalies Stadt. Es ist halt nie einfach mit der Liebe in solchen Geschichten.Umgehauen hat die Story mich deshalb zwar nicht, aber ich war doch neugierig, wie es mit Natalie und Gingin weitergeht. Und besagte witzige Fantasyelemente haben mich oft schmunzeln lassen. So konnte ich über die nicht so innovative Idee der Geschichte leicht hinwegsehen und bin auf die Fortsetzung gespannt. Vor allem, weil dieser erste Teil mit einem verheißungsvollen Cliffhanger endet.

Fazit: Nicht die neueste Idee, doch das fällt bei den zahlreichen niedlichen und witzigen Ideen und Elementen nicht bsonders auf. Mir hat die Geschichte Spass gemacht und ich bin neugierig, wie sie weitergeht.


Titel: Verliebt, verlobt, verflucht
Autor: Melanie Neupauer
Seiten: 221 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 3,99

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